Newsletter 31/08/17: Bundesbank-Studie, Erster deutscher Fintech-Multimillionär

Die Vermessung der deutschen Bankenkrise

Gut 1500 kleine und mittelgroße deutsche Banken sind von der Bundesbank nach ihren Prognosen für die nächsten Jahren befragt worden. Die Ergebnisse sind so erwartbar wie alarmierend: Der Nullzins schlägt jetzt richtig zu, die Erträge geraten immer brutaler unter Druck. Wer einen Lichtblick erkennen will: Die befragten Institute (in erster Linie Sparkassen und Genobanken) rechnen über die nächsten fünf Jahre nur noch mit einem Gewinnrückgang von 16 Prozent – bei der identischen Umfrage vor zwei Jahren war von 25 Prozent die Rede gewesen. Was die Erträge stützen könnte? Die Gebühren, hoffen die Banken. Doch machen die Kunden das mit?

Linkliste zur Bundesbank-Studie:

  • Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick Finanz-Szene.de
  • Die Studie im Original PDF
  • Die erhellendste Grafik: Glaubt man der Studie, dann wird der Jahresüberschuss (gemessen an der Bilanzsumme) von 0,51 Prozent in 2016 lediglich auf 0,43 Prozent in 2021 sinken. Das gelingt aber nur, wenn der Provisionsüberschuss um 0,24 Punkte steigt … Barkow-Tweet
  • Bleiben die Zinsen niedrig, wird’s hart. Doch steigen sie schnell – dann wird’s für viele Kleinbanken noch härter. Süddeutsche
  • Kleiner Trost: Die Bundesbank gibt (ein bisschen) Entwarnung bei Immobilienkrediten. Dow Jones
  • Kaum jemand sah die Krise so früh kommen wie der Sparkassen-Experte Bernd Nolte. Was hat er heute zu sagen? SWR (Audio)

Exklusiv

Der erste deutsche Fintech-Multimillionär: Kreditech-Gründer Sebastian Diemer hat seine Anteile beim Einstieg des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers komplett verkauft. Nach Berechnungen von Finanz-Szene.de dürfte er dabei – ganz grob kalkuliert – 7,5 Millionen Euro kassiert haben. Wenn wir uns nicht sehr täuschen, ist Diemer damit der erste deutsche Fintech-Multimillionär (wenn man die Exits bei Paläo-Fintechs wie 360T, Interhyp oder Sofortüberweisung mal großzügig ausklammert, war wir natürlich tun, wenn’s der These nützt). Was Diemer nun mit dem Geld vorhat, lesen Sie übrigens heute in der SZ. Finanz-Szene.de (so kommen wir auf die 7,5 Millionen), Süddeutsche (Diemer-Portät „L’adulte terrible“)

News

UBS verlegt Handelszentrum wohl nach Frankfurt: Laut „Bloomberg“ hat sich Bankchef Ermotti mehr oder weniger entschieden. Damit könnten rund 250 (weitere) Brexit-Banker in die Main-Metropole kommen. Yeah! Bloomberg

Sparkassen-Kahlschlag in Nordrhein-Westfalen: Wem die Bundesbank-Studie zu abstrakt ist – es geht auch anschaulicher: Im Sparkassengebiet Westfalen-Lippe könnte nach Verbandsangaben bis 2021 jede zweite (!) der knapp 1400 Filialen schließen. Rheinische Post

Apobank bekommt von Krise nichts mit: Die Apotheker- und Ärztebank expandiert fröhlich vor sich hin – und steigert die Kundenzahl in der Vermögensverwaltung mal eben um knapp zehn Prozent. Wohl dem, der diese Klientel hat (und keine andere). Fondsprofessionell

Wird die HSH zur „Good Bank“? Oh Wunder, oh Wunder. Kaum geht der Verkaufsprozess in die entscheidende Phase, bessern sich im hohen Norden die Zahlen. Laut „Handelsblatt“ soll das Neugeschäft im ersten Halbjahr um ein Fünftel gestiegen sein, der Gewinn mit 120 Mio. Euro deutlich besser als (angeblich) erwartet ausfallen. Handelsblatt (Paid)

NordLB profitiert vom starken Euro: Ob die norddeutschen Landesbanken aus dem Feiern überhaupt noch herauskommen? Die NordLB jedenfalls verkündet stolz, ihre Schiffskredite schneller abzubauen als geplant. Dabei kommt dem Institut der starke Euro zupass. Reuters, Börsenzeitung (Paid)

Beyond Banking

Wer den Euro nicht ehrt … : Nachdem uns vermeintlich treue Leser gestern mit Abokündigungen drohten, wollen wir heute nun doch noch zwei Links zum Thema Euro/Dollar setzen. 1.) BÖZ-Devisenexperte Stefan Schaaf über die tieferen Ursachen der „Europhorie“; 2.) ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski über die (fehlenden) Optionen der EZB, die Euro-Hausse zu stoppen. BÖZ (Paid), ING-Research

Peking erwägt Verbot von Krypto-Börsengängen: Den chinesischen Aufsehern wird die Sache mit den „Initial Coin Offerings“ offenbar zu blöd. Mal sehen, wann andere Länder folgen. Zerohedge

Aus der Szene

Ja, was denn nun? Letzte Woche lesen wir, dass der Brexit der Rhein-Main-Region 88.000 neue Jobs bescheren wird – und nun herrscht plötzlich Katzenjammer. Der Grund: Den Finanzplatz-Aktivisten von FrankfurtMainFinance dämmert, dass die Dinge zumindest in Sachen Clearing nicht ganz so gut stehen wie erhofft (jetzt, wo die Pariser Euronext doch weiter mit der Londoner LCH rummacht). Immerhin, im „Handelsblatt“ sprechen sich die Beteiligten heute Früh ein bisschen Mut zu. Hubertus Väth, Chef von MainFinance, sagt: „Frankreich hat mit dem Euronext-Deal gepunktet, aber das Spiel ist noch nicht gelaufen.“ Yeah.

Klickfavorit

…  war gestern unser Exklusivstück über die (angeblichen) Verluste beim Bankhaus Lampe. Finanz-Szene.de 

Newsletter 31/08/17: Bundesbank-Studie, Erster deutscher Fintech-Multimillionär

Die Vermessung der deutschen Bankenkrise

Gut 1500 kleine und mittelgroße deutsche Banken sind von der Bundesbank nach ihren Prognosen für die nächsten Jahren befragt worden. Die Ergebnisse sind so erwartbar wie alarmierend: Der Nullzins schlägt jetzt richtig zu, die Erträge geraten immer brutaler unter Druck. Wer einen Lichtblick erkennen will: Die befragten Institute (in erster Linie Sparkassen und Genobanken) rechnen über die nächsten fünf Jahre nur noch mit einem Gewinnrückgang von 16 Prozent – bei der identischen Umfrage vor zwei Jahren war von 25 Prozent die Rede gewesen. Was die Erträge stützen könnte? Die Gebühren, hoffen die Banken. Doch machen die Kunden das mit?

Linkliste zur Bundesbank-Studie:

  • Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick Finanz-Szene.de
  • Die Studie im Original PDF
  • Die erhellendste Grafik: Glaubt man der Studie, dann wird der Jahresüberschuss (gemessen an der Bilanzsumme) von 0,51 Prozent in 2016 lediglich auf 0,43 Prozent in 2021 sinken. Das gelingt aber nur, wenn der Provisionsüberschuss um 0,24 Punkte steigt … Barkow-Tweet
  • Bleiben die Zinsen niedrig, wird’s hart. Doch steigen sie schnell – dann wird’s für viele Kleinbanken noch härter. Süddeutsche
  • Kleiner Trost: Die Bundesbank gibt (ein bisschen) Entwarnung bei Immobilienkrediten. Dow Jones
  • Kaum jemand sah die Krise so früh kommen wie der Sparkassen-Experte Bernd Nolte. Was hat er heute zu sagen? SWR (Audio)

News

UBS verlegt Handelszentrum wohl nach Frankfurt: Laut „Bloomberg“ hat sich Bankchef Ermotti mehr oder weniger entschieden. Damit könnten rund 250 (weitere) Brexit-Banker in die Main-Metropole kommen. Yeah! Bloomberg

Sparkassen-Kahlschlag in Nordrhein-Westfalen: Wem die Bundesbank-Studie zu abstrakt ist – es geht auch anschaulicher: Im Sparkassengebiet Westfalen-Lippe könnte nach Verbandsangaben bis 2021 jede zweite (!) der knapp 1400 Filialen schließen. Rheinische Post

Apobank bekommt von Krise nichts mit: Die Apotheker- und Ärztebank expandiert fröhlich vor sich hin – und steigert die Kundenzahl in der Vermögensverwaltung mal eben um knapp zehn Prozent. Wohl dem, der diese Klientel hat (und keine andere). Fondsprofessionell

Wird die HSH zur „Good Bank“? Oh Wunder, oh Wunder. Kaum geht der Verkaufsprozess in die entscheidende Phase, bessern sich im hohen Norden die Zahlen. Laut „Handelsblatt“ soll das Neugeschäft im ersten Halbjahr um ein Fünftel gestiegen sein, der Gewinn mit 120 Mio. Euro deutlich besser als (angeblich) erwartet ausfallen. Handelsblatt (Paid)

NordLB profitiert vom starken Euro: Ob die norddeutschen Landesbanken aus dem Feiern überhaupt noch herauskommen? Die NordLB jedenfalls verkündet stolz, ihre Schiffskredite schneller abzubauen als geplant. Dabei kommt dem Institut der starke Euro zupass. Reuters, Börsenzeitung (Paid)

Exklusiv

Der erste deutsche Fintech-Multimillionär: Kreditech-Gründer Sebastian Diemer hat seine Anteile beim Einstieg des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers komplett verkauft. Nach Berechnungen von Finanz-Szene.de dürfte er dabei – ganz grob kalkuliert – 7,5 Millionen Euro kassiert haben. Wenn wir uns nicht sehr täuschen, ist Diemer damit der erste deutsche Fintech-Multimillionär (wenn man die Exits bei Paläo-Fintechs wie 360T, Interhyp oder Sofortüberweisung mal großzügig ausklammert, war wir natürlich tun, wenn’s der These nützt). Was Diemer nun mit dem Geld vorhat, lesen Sie übrigens heute in der SZ. Finanz-Szene.de (so kommen wir auf die 7,5 Millionen), Süddeutsche (Diemer-Portät „L’adulte terrible“)

Beyond Banking

Wer den Euro nicht ehrt … : Nachdem uns vermeintlich treue Leser gestern mit Abokündigungen drohten, wollen wir heute nun doch noch zwei Links zum Thema Euro/Dollar setzen. 1.) BÖZ-Devisenexperte Stefan Schaaf über die tieferen Ursachen der „Europhorie“; 2.) ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski über die (fehlenden) Optionen der EZB, die Euro-Hausse zu stoppen. BÖZ (Paid), ING-Research

Peking erwägt Verbot von Krypto-Börsengängen: Den chinesischen Aufsehern wird die Sache mit den „Initial Coin Offerings“ offenbar zu blöd. Mal sehen, wann andere Länder folgen. Zerohedge

Aus der Szene

Ja, was denn nun? Letzte Woche lesen wir, dass der Brexit der Rhein-Main-Region 88.000 neue Jobs bescheren wird – und nun herrscht plötzlich Katzenjammer. Der Grund: Den Finanzplatz-Aktivisten von FrankfurtMainFinance dämmert, dass die Dinge zumindest in Sachen Clearing nicht ganz so gut stehen wie erhofft (jetzt, wo die Pariser Euronext doch weiter mit der Londoner LCH rummacht). Immerhin, im „Handelsblatt“ sprechen sich die Beteiligten heute Früh ein bisschen Mut zu. Hubertus Väth, Chef von MainFinance, sagt: „Frankreich hat mit dem Euronext-Deal gepunktet, aber das Spiel ist noch nicht gelaufen.“ Yeah.

Klickfavorit

…  war gestern unser Exklusivstück über die (angeblichen) Verluste beim Bankhaus Lampe. Finanz-Szene.de 

Exklusiv: Deutschland erster Fintech-Multimillionär

Von Heinz-Roger Dohms

Okay, es gab Interhyp (verkauft an die ING). Und 360T (verkauft an die Deutsche Börse).  Und zuletzt gab es auch noch Fidor (verkauft nach Frankreich) und Sofortüberweisung (verkauft an Klarna). Aber: Wenn man als „Fintechs“ mal nur jene Firmen versteht, die sich bei ihrer Gründung selbst schon als Fintech verstanden (die also nicht älter als sagen wir fünf, sechs Jahre sind) – dann sieht es mit richtigen Exits im deutschen Markt noch sehr, sehr mau aus.

Insofern sei folgende These gestattet: Deutschland hat jetzt seinen ersten Fintech-Multimillionär. Denn was im Trubel um den Einstieg des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers bei Kredite vor wenigen Wochen ein bisschen unterging: Gründer Sebastian Diemer hat seine Anteile komplett verkauft. 2,5 Prozent besaß er am Ende noch. Gemessen an der kolportierten Pre-Money-Bewertung von rund knapp 300 Mio. Euro wären das 7,5 Millionen Euro, die er kassiert hat. Diemer selbst meint dazu: „Ganz so einfach lässt sich das nicht rechnen, aber ganz grob könnte die Größenordnung stimmen.“

Ob exakt, so ungefähr oder ganz grob – kein anderer der Fintech-Jungs dürfte annähernd so viel Geld auf dem Konto wie Diemer.

Kleine Banken, große Probleme: Die wichtigsten Fakten aus der Bundesbank-Studie

Bundesbank und Bafin haben am Mittwoch die Ergebnisse ihrer Befragung von gut 1500 kleinen und mittleren deutschen Banken vorgestellt. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Banken und Sparkassen in Deutschland planen von 2016-2021 mit Rückgang des Jahresüberschusses vor Steuern um 9% und der Gesamtkapitalrentabilität um 16%.
  • Im gleichen Zeitraum soll die aggregierte harte Kernkapitalquote aller Institute von 15,9% auf 16,5% steigen.
  • Szenarien mit weiteren Zinssenkungen würden zu Rückgang der Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern um bis zu 60% führen. Auswirkungen etwas geringer als in der Umfrage des Jahres 2015.
  • Nach Stress würden unter Berücksichtigung stiller Reserven circa 4,5% der Institute die aufsichtlichen Anforderungen (Säulen I & II zzgl. Kapitalerhaltungspuffer) unterschreiten.
  • Gut 70% der Institute rechnen mit zunehmendem Wettbewerb im Sektor durch andere Banken, durch FinTechs sogar mehr als 80%.
  • Fast die Hälfte der Institute kann sich mittelfristig Zusammenschlüsse vorstellen, bei gut 10% sind die Absichten bereits konkret.
  • Blankoanteil bei Wohnimmobilienkrediten steigt bei rund einem Drittel der Institute leicht, aber keine bedenkliche Lockerung von Vergabestandards.
  • Simulierter starker Rückgang der Wohnimmobilienpreise in Deutschland würde die harte Kernkapitalquote der Institute nur um rund 1 Prozentpunkt sinken lassen.

Hier der Link zur kompletten Studie

Newsletter 30/08/17: Verluste bei Lampe?, Kreditech, Bitcoin vs. New Economy

Exklusiv: Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?

Offiziell hat das Bankhaus Lampe 2016 einen Gewinn von 55 Mio. Euro erzielt. Operativ jedoch – das zumindest ergeben Berechnungen von Finanz-Szene.de – erlitt die Düsseldorfer Privatbank einen deutlichen Verlust. Laut unseren Kalkulationen (denen Lampe explizit widerspricht) machte die Oetker-Tochter im operativen Geschäft ein Minus von mindestens 10 und maximal 22 Mio. Euro. Die Gründe hierfür lagen nach unserer Deutung unter anderem in gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie im gesunkenen Provisionsüberschuss. Alle Details der Rechnung finden Sie hier …

Finanz-Szene.de

News

Spahn will Anteile an Fintech verkaufen: Das ist dann hoffentlich die letzte Folge der Posse. Ach nein, im „Handelsblatt“ kommt heute auch noch der Chef von Pareton (so heißt das Fintech) zu Wort: Er habe Spahn nur ein einziges mal getroffen, sagt der gute Mann. Wäre das auch geklärt. Süddeutsche, Handelsblatt (Seite 45)

Kreditech liebäugelt (so ein bisschen) mit Deutschland-Comeback: Erinnert sich noch jemand an Kredito? Das war der Kreditech-Vorgänger, der sich hierzulande nach sanftem Druck der Bafin rasch wieder zurückzog. Jedenfalls: Laut CEO Alexander Graubner-Müller ist eine Rückkehr auf den deutschen Markt nicht ausgeschlossen. „Prio“ habe das Thema aber nicht. t3n

Postbank-Chef wird zusätzlich Deutsche-Bank-Vorstand: In seiner neuen Doppelrolle soll Frank Strauß die Integration der Postbank in den Mutterkonzern vorantreiben. Weniger dufte ist das Ganze für Deutsche-Bank-Vize Christian Sewing. Er muss sich die Verantwortung für das Privat- und Firmenkundengeschäft nun mit Strauß teilen. Wirtschaftswoche, Handelsblatt (Paid)

Blühende Sparkassen: Es ist ein Phänomen – obwohl die niedrigen Zinsen nach Finanz-Szene.de-Informationen auch in Ostdeutschland gelten, haben die dortigen Sparkassen im ersten Halbjahr (mal wieder) richtig gut verdient. Die BÖZ begründet dies mit dem „brummenden Kreditgeschäft“. Aus dem Bauch heraus würden wir allerdings einer „Handelsblatt“-Analyse aus dem Februar mehr Glauben schenken. Dort hieß es (dem Sinn nach), die Ostsparkassen bekämen schlicht krass hohe Gebühren durchgedrückt. Börsenzeitung (Paid), Handelsblatt (Archiv)

Beyond Banking

Euro über 1,20, Dax unter 12.000: Viel los da draußen an den Märkten. Mit irgendwelchen „Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte das Euro-Hoch zur Belastung werden“-Analysen wollen wir Sie aber eher nicht nerven. Drum: Kein Link.

Der Krypto-„Boom“ stellt alles in den Schatten: Ob Subprime, Biotech oder New Economy – bei keiner Blase der jüngeren Vergangenheit war der Preisanstieg auch nur annähernd so extrem wie jetzt bei Bitcoin & Co., zeigt eine  Grafik der Kollegen von Bloomberg. Das heißt allerdings nicht, dass wir sagen, es gäbe eine Krypto-Blase. Wir würden ja auch nie behaupten, Usain Bolt hätte gedopt. Bloomberg

Karriere

Wer reich werden will, geht besser nicht zur Commerzbank: Während die Deutsche Bank im vergangenen Jahr 316 Einkommensmillionäre beschäftigte, waren es beim ewigen Rivalen gerade mal fünf, zeigt ein Vergleich der Vergütungsberichte. efinancialcareers

Lesetipps

Die Bank, dein großer Bruder: Der Fintech-Fonds der Credit Suisse hat laut „FT“ in ein Unternehmen namens Sapience Analytics investiert. Dessen Spezialität: ein Tool, mit dem Unternehmen überwachen können, was die Mitarbeiter auf ihren Computern, iPads und Smartphones treiben. Das passt zu einer „Bloomberg“-Story neulich, wonach Barclays per Sensortechnik herausfinden will, wie oft die Banker an ihren Desks sitzen.  Financial Times (Paid), Bloomberg

Warum (diese Woche) die größte russische Privatbank gerettet werden musste: … erfahren Sie in einem FAQ bei Bloomberg.

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern die Story über die Ausfallraten bei Funding Circle in Deutschland. Finanz-Szene.de

Newsletter 30/08/17: Verluste bei Lampe?, Coba-Gehälter, Blühende Sparkassen

Exklusiv: Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?

Offiziell hat das Bankhaus Lampe 2016 einen Gewinn von 55 Mio. Euro erzielt. Operativ jedoch – das zumindest ergeben Berechnungen von Finanz-Szene.de – erlitt die Düsseldorfer Privatbank einen deutlichen Verlust. Laut unseren Kalkulationen (denen Lampe explizit widerspricht) machte die Oetker-Tochter im operativen Geschäft ein Minus von mindestens 10 und maximal 22 Mio. Euro. Die Gründe hierfür lagen nach unserer Deutung unter anderem in gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie im gesunkenen Provisionsüberschuss. Alle Details der Rechnung finden Sie hier …

Finanz-Szene.de

News

Postbank-Chef wird zusätzlich Deutsche-Bank-Vorstand: In seiner neuen Doppelrolle soll Frank Strauß die Integration der Postbank in den Mutterkonzern vorantreiben. Weniger dufte ist das Ganze für Deutsche-Bank-Vize Christian Sewing. Er muss sich die Verantwortung für das Privat- und Firmenkundengeschäft nun mit Strauß teilen. Wirtschaftswoche, Handelsblatt (Paid)

Blühende Sparkassen: Es ist ein Phänomen – obwohl die niedrigen Zinsen nach Finanz-Szene.de-Informationen auch in Ostdeutschland gelten, haben die dortigen Sparkassen im ersten Halbjahr (mal wieder) richtig gut verdient. Die BÖZ begründet dies mit dem „brummenden Kreditgeschäft“. Aus dem Bauch heraus würden wir allerdings einer „Handelsblatt“-Analyse aus dem Februar mehr Glauben schenken. Dort hieß es (dem Sinn nach), die Ostsparkassen bekämen schlicht krass hohe Gebühren durchgedrückt. Börsenzeitung (Paid), Handelsblatt (Archiv)

Spahn will Anteile an Fintech verkaufen: Das ist dann hoffentlich die letzte Folge der Posse. Ach nein, im „Handelsblatt“ kommt heute auch noch der Chef von Pareton (so heißt das Fintech) zu Wort: Er habe Spahn nur ein einziges mal getroffen, sagt der gute Mann. Wäre das auch geklärt. Süddeutsche, Handelsblatt (Seite 45)

Kreditech liebäugelt (so ein bisschen) mit Deutschland-Comeback: Erinnert sich noch jemand an Kredito? Das war der Kreditech-Vorgänger, der sich hierzulande nach sanftem Druck der Bafin rasch wieder zurückzog. Jedenfalls: Laut CEO Alexander Graubner-Müller ist eine Rückkehr auf den deutschen Markt nicht ausgeschlossen. „Prio“ habe das Thema aber nicht. t3n

Beyond Banking

Euro über 1,20, Dax unter 12.000: Viel los da draußen an den Märkten. Mit irgendwelchen „Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte das Euro-Hoch zur Belastung werden“-Analysen wollen wir Sie aber eher nicht nerven. Drum: Kein Link.

Der Krypto-„Boom“ stellt alles in den Schatten: Ob Subprime, Biotech oder New Economy – bei keiner Blase der jüngeren Vergangenheit war der Preisanstieg auch nur annähernd so extrem wie jetzt bei Bitcoin & Co., zeigt eine  Grafik der Kollegen von Bloomberg. Das heißt allerdings nicht, dass wir sagen, es gäbe eine Krypto-Blase. Wir würden ja auch nie behaupten, Usain Bolt hätte gedopt. Bloomberg

Karriere

Wer reich werden will, geht besser nicht zur Commerzbank: Während die Deutsche Bank im vergangenen Jahr 316 Einkommensmillionäre beschäftigte, waren es beim ewigen Rivalen gerade mal fünf, zeigt ein Vergleich der Vergütungsberichte. efinancialcareers

Lesetipps

Die Bank, dein großer Bruder: Der Fintech-Fonds der Credit Suisse hat laut „FT“ in ein Unternehmen namens Sapience Analytics investiert. Dessen Spezialität: ein Tool, mit dem Unternehmen überwachen können, was die Mitarbeiter auf ihren Computern, iPads und Smartphones treiben. Das passt zu einer „Bloomberg“-Story neulich, wonach Barclays per Sensortechnik herausfinden will, wie oft die Banker an ihren Desks sitzen.  Financial Times (Paid), Bloomberg

Warum (diese Woche) die größte russische Privatbank gerettet werden musste: … erfahren Sie in einem FAQ bei Bloomberg.

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern die Story über die Ausfallraten bei Funding Circle in Deutschland. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?

Von Heinz-Roger Dohms

Die Düsseldorfer Privatbank Lampe hat im vergangenen Jahr einen deutlichen operativen Verlust erlitten. Das zumindest ergeben Berechnungen von Finanz-Szene.de in Kooperation mit zwei renommierten Bankenanalysten; Lampe selbst widerspricht dieser Darstellung. Den Kalkulationen zufolge machte die Oetker-Tochter im operativen Geschäft ein Minus von mindestens 10 Mio. Euro und maximal 22 Mio. Euro. Die Gründe dafür lagen unter anderem in gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie in einem stark gesunkenen Provisionsüberschuss.

Bei der Bilanz-PK im März hatte der Vorstand einen Gewinn von 55 Mio. Euro präsentiert. Zwar hieß es damals bereits, dass das Ergebnis durch den Verkauf der Lampe-Anteile am Fondsanbieter Universal Investment „begünstigt“ worden sei. Auf die Quantifizierung dieses Effekts verzichtete die Bank aber. Deshalb schöpfte offenbar niemand Verdacht, dass Lampe operativ sogar Geld verloren haben könnte. Die „Börsenzeitung“ schrieb seinerzeit: „Zahlen zum operativen Gewinn nennt Lampe nicht.“ Das „Handelsblatt“ titelte: „Bankhaus Lampe verdoppelt Gewinn.“

Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, führte der Universal-Deal zu einem Ergebniseffekt von satten 137,4 Mio. Euro. Dem standen nach Angaben der Bank zwar „maximale Rückstellungen für alle möglichen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag“ gegenüber – dennoch zeigte sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein außerordentlicher Ertrag von 108,4 Mio. Euro. Dadurch gelang es der Privatbank offenkundig, die zum Teil eklatanten Verschlechterungen bei einigen anderen Kennziffern überzukompensieren. So sanken die Provisionen von 110,3 auf nur noch 100,0 Mio. Euro, während zugleich die Personalkosten auf 93,3 Mio. Euro (nach 84,6 Mio. Euro 2015) und die Sachkosten auf 62,5 Mio. Euro (54,7 Mio. Euro) stiegen. Das Handelsergebnis fiel von 4,3 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro.

Den Anstieg der Personal-und Sachaufwendungen begründete eine Lampe-Sprecherin gegenüber Finanz-Szene.de mit „Einmaleffekten“. Diese resultierten den Angaben zufolge vor allem aus Investitionen in die Niederlassungen, das Asset Management und die IT. Daneben wies die Sprecherin auf die Bildung von Reserven „in signifikanter Höhe“ und darauf hin, dass der Jahresüberschuss von 55 Mio. Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet worden sei. Zum Handelsergebnis äußerte sich die Sprecherin nicht. Auch die Frage, ob es „besondere Ereignisse“ gegeben habe, die den (nach unserer Rechnung) Verlust erklären könnten, wurde nicht explizit beantwortet. Das gleiche galt für die Frage, warum der Zinsüberschuss entgegen des Branchentrends deutlich gestiegen ist.

Die beiden Bankenanalysten, die Finanz-Szene.de um Rat bat, kamen unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis. Bei einem der beiden Experten handelte es sich um Stefan Best, ehemaliger Bankenanalyst bei S&P, der inzwischen an der Rhein-Main-Hochschule in Wiesbaden lehrt. Von ihm stammt die weiter unten abgebildete Kalkulation. Entscheidend ist die sechste Spalte von unten, also das „Ergebnis nach Risiko“ in Höhe von minus 22,3 Mio. Euro. Best weist darauf hin, dass sich in der Lampe-PM vom März der Satz findet: „Die im Kreditgeschäft geplanten Risikokosten wurden nicht benötigt.“ Das, so Best, könnte theoretisch bedeuten, dass das Bewertungsergebnis von minus 12,2 Mio. teilweise oder ganz für Reservebildung verwendet wurde. In diesem Fall läge der operative Verlust vor Bewertungsergebnis bei 10 Mio. Euro.

Wir baten das Bankhaus Lampe, die Berechnung zu überprüfen. Daraufhin hieß es: „Ihre Berechnungen und ihre Analyse unserer Ertragssituation des Jahres 2016 teilen wir nicht, da diese nicht der Komplexität der jährlichen Rechnungslegung gerecht wird.“ Konkreter wurde die Bank zunächst nicht. Auf nochmalige Nachfrage hin schrieb die Sprecherin am Dienstag: „Gerne kann ich Ihnen zusätzlich noch versichern, dass wir im Geschäftsjahr 2016 ein positives operatives Ergebnis hatten.“ Wie Lampe zu dieser Feststellung kommt, blieb unklar.

€ Mio.
2016
2015
Zinsen
48,519
38,958
Provisionen
100,022
110,341
Handel
0,276
4,323
Saldo sonst.
2,845
4,24
Erträge
151,662
157,862
Personal
93,29
84,618
Sach
62,482
54,694
Afa
5,845
3,876
sonst Steuern
0,062
0,096
Aufwand
161,679
143,284
Ergebnis vor Risiko
-10,017
14,578
Risiko
12,244
0
Ergebnis nach Risiko
-22,261
14,578
Außerordentlich
108,431
9,198
Ertragsteuern
10,828
4,582
Gewinn n.Steuern
75,342
19,194
Zuführung zu Fonds
20,000
0
Jahresüberschuss
52,342
19,194

Newsletter 29/08/17: Funding Circle Deutschland, Quirion, Figo

Exklusiv: So hoch sind die Ausfallraten bei Funding Circle in Deutschland

Unterhält man sich mit einem Banker über „Kreditplattformen“, fällt irgendwann ein Satz im Sinne von: „Deren Ausfallraten würde ich mal gerne sehen.“ Um es kurz zu machen: Jetzt haben Sie die Gelegenheit dazu! Denn der europäische Marktführer Funding Circle veröffentlicht neuerdings seine Ausfallquoten für KMU-Kredite in Deutschland, hat Finanz-Szene.de entdeckt (alle Details siehe Link). Ebenfalls spannend in diesem Zusammenhang: Der Versicherer Aegon (News ist ein paar Tage alt) will via Funding Circle in den nächsten zwölf Monaten Kredite in Höhe 160 Mio. Pfund an britische SMEs vergeben. Dasselbe machen die Niederländer in Deutschland bekanntlich bereits über Auxmoney. Schöne neue Welt.

Finanz-Szene.de, Pressemitteilung zu Aegon

News

Exklusiv – Deutsche Börse bewertet Figo mit 27 Mio. Euro: Während andere Fintechs ihre (angebliche) Bewertung rausposaunen, macht der Hamburger API-Spezialist ein großes Geheimnis darum. Finanz-Szene.de hat nun errechnet, was Figo nach dem Einstieg der Deutschen Börse wert ist. Finanz-Szene.de

„Sofortüberweisung“ heißt jetzt „Sofort“: Der schwedische Payment-Dienstleister Klarna verordnet seiner deutschen Tochter ein neues Label. Die Strategie dahinter: Einheitlicher Markenauftritt > Eingeführter Markenname. „Dumm“, kommentiert Payment-Experte Jochen Siegert bei Twitter. Handelsblatt, IT-Finanzmagazin, Twitter

Exklusiv – Robo Quirion nähert sich der 100-Mio-Euro-Marke: Das geht aus dem vergangene Woche veröffentlichten Halbjahresbericht der Quirin-Bank hervor. Dazu passt eine Untersuchung von Oliver Wyman, wonach die deutschen Robo-Adviser in diesem Jahr bereits 800 Mio. Euro eingesammelt haben. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paid)

Ex-Kreditech-CIO startet Insurtech: Andrew Shaw will mit Coya (so heißt die Firma) unter anderem dem Finleap-Versicherer Element Konkurrenz machen. An der 10 Mio. Euro (stolze Summe!) hohen Seed-Finanzierung beteiligt sich neben den Kreditech-Gründern auch der umstrittene Starinvestor Peter Thiel. Gründerszene.

Auch Deka wälzt Mifid-II-Kosten auf Kunden ab: Damit folgt der Fondsdienstleiter der Sparkassen dem genossenschaftlichen Wettbewerber Union Investment. Einige ausländische Anbieter haben dagegen angekündigt, die Research-Gebühren selbst zu schultern. Börsenzeitung (Paid)

LBBW bleibt hinter Bayern LB zurück: 279 Mio. Euro hat die Stuttgarter Landesbank im ersten Halbjahr verdient – und damit weniger als der Erzrivale in München. Gut lief’s am Kapitalmarkt, schlecht im Geschäft mit den Sparkassen. Handelsblatt

Karriere

Diese Bank-Jobs werden demnächst überflüssig: Die Digitalisierung setze vor allem den verwaltenden Abteilungen zu, sagt Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance. Sein Ratschlag: Selbst gewöhnliche Kundenberater sollten fleißig IT büffeln. Finews, Handelsblatt

Klickfavorit

… unserer Leser war am Freitag das Stück über Jens Spahn, den Finanz-Staatssekretär und Fintech-Beauftragten der Bundesregierung, der ausgerechnet in ein Fintech für Steuersoftware investiert hat. n-tv

Back-End

Nicht nur wegen des Klickerfolgs von letzter Woche fühlen wir uns kaum jemandem derart tief verbunden wie Jens Spahn. Schließlich gelten viele Attribute, die auf ihn zutreffen, genauso für uns (Katholisch. Hipsterkritisch. Selbsternannte Fintech-Experten mit begrenzter Ahnung von der Materie.) Trotzdem wollen wir Spahns Einlassung, bei der Pareton GmbH handle es sich „nicht um ein Fintech-Startup im eigentlichen Sinne“, dezent widersprechen. Denn wie eine Anfrage von Finanz-Szene.de ergab, stand das schwäbische Startup sogar auf einer offiziellen Fintech-Liste des Finanzministeriums. Finanz-Szene.de

Newsletter 29/08/17: Gefährdete Bankjobs, LBBW, Funding Circle

Exklusiv: So hoch sind die Ausfallraten bei Funding Circle in Deutschland

Unterhält man sich mit einem Banker über „Kreditplattformen“, fällt irgendwann ein Satz im Sinne von: „Deren Ausfallraten würde ich mal gerne sehen“. Um es kurz zu machen: Jetzt haben Sie die Gelegenheit dazu! Denn der europäische Marktführer Funding Circle veröffentlicht neuerdings seine Ausfallquoten für KMU-Kredite in Deutschland, hat Finanz-Szene.de entdeckt (alle Details siehe Link). Ebenfalls spannend in diesem Zusammenhang: Der Versicherer Aegon (News ist ein paar Tage alt) will via Funding Circle in den nächsten zwölf Monaten Kredite in Höhe 160 Mio. Pfund an britische SMEs vergeben. Dasselbe machen die Niederländer in Deutschland bekanntlich bereits über Auxmoney. Schöne neue Welt.

Finanz-Szene.de, Pressemitteilung zu Aegon

News

Auch Deka wälzt Mifid-II-Kosten auf Kunden ab: Damit folgt der Fondsdienstleiter der Sparkassen dem genossenschaftlichen Wettbewerber Union Investment. Einige ausländische Anbieter haben dagegen angekündigt, die Research-Gebühren selbst zu schultern. Börsenzeitung (Paid)

LBBW bleibt hinter Bayern LB zurück: 279 Mio. Euro hat die Stuttgarter Landesbank im ersten Halbjahr verdient – und damit weniger als der Erzrivale in München. Gut lief’s am Kapitalmarkt, schlecht im Geschäft mit den Sparkassen. Handelsblatt

Allgäu-Sparkasse droht Millionenstrafe: Das Institut soll mehr als 900 Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Das Geld lag auf geheimen Konten bei einer Filiale im österreichischen Kleinwalsertal, berichtet die SZ. Süddeutsche

Exklusiv – Deutsche Börse bewertet Figo mit 27 Mio. Euro: Während andere Fintechs ihre (angebliche) Bewertung rausposaunen, macht der Hamburger API-Spezialist ein großes Geheimnis darum. Finanz-Szene.de hat nun errechnet, was Figo nach dem Einstieg der Deutschen Börse wert ist. Finanz-Szene.de

„Sofortüberweisung“ heißt jetzt „Sofort“: Der schwedische Payment-Dienstleister Klarna verordnet seiner deutschen Tochter ein neues Label. Die Strategie dahinter: Einheitlicher Markenauftritt > Eingeführter Markenname. „Dumm“, kommentiert Payment-Experte Jochen Siegert bei Twitter. Handelsblatt, IT-Finanzmagazin, Twitter

Exklusiv – Robo Quirion nähert sich der 100-Mio-Euro-Marke: Das geht aus dem vergangene Woche veröffentlichten Halbjahresbericht der Quirin-Bank hervor. Dazu passt eine Untersuchung von Oliver Wyman, wonach die deutschen Robo-Adviser in diesem Jahr bereits 800 Mio. Euro eingesammelt haben. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paid)

Karriere

Diese Bank-Jobs werden demnächst überflüssig: Die Digitalisierung setze vor allem den verwaltenden Abteilungen zu, sagt Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance. Sein Ratschlag: Selbst gewöhnliche Kundenberater sollten fleißig IT büffeln. Finews, Handelsblatt

Klickfavorit

… unserer Leser war am Freitag das Stück über Jens Spahn, den Finanz-Staatssekretär und Fintech-Beauftragten der Bundesregierung, der ausgerechnet in ein Fintech für Steuersoftware investiert hat. n-tv

Back-End

Nicht nur wegen des Klickerfolgs von letzter Woche fühlen wir uns kaum jemandem derart tief verbunden wie Jens Spahn. Schließlich gelten viele Attribute, die auf ihn zutreffen, genauso für uns (Katholisch. Hipsterkritisch. Selbsternannte Fintech-Experten mit begrenzter Ahnung von der Materie.) Trotzdem wollen wir Spahns Einlassung, bei der Pareton GmbH handle es sich „nicht um ein Fintech-Startup im eigentlichen Sinne“, dezent widersprechen. Denn wie eine Anfrage von Finanz-Szene.de ergab, stand das schwäbische Startup sogar auf einer offiziellen Fintech-Liste des Finanzministeriums. Finanz-Szene.de

Analyse: So hoch sind die Kreditausfallraten bei Funding Circle in Deutschland

Von Heinz-Roger Dohms

Da wird so viel über Crowdlending, P2P-Lending, Marketplace-Lending etc.pp. geschrieben – doch so gut wie nie erfährt man, was man eigentlich wissen will: Wie hoch sind die Kreditausfallraten? Beherrschen die Fintechs mit ihren (angeblich neuartigen) Tools das Geschäft wirklich besser als die traditionellen Banken?

Vor diesem Hintergrund ist die Entdeckung, die die Kollegen von Crowdfundinsider jüngst gemacht haben, fast schon ein Sensationsfund: Funding Circle Deutschland (also das, was früher Zencap war) veröffentlicht nämlich seit Kurzem relativ detaillierte Statistiken zu seinen SME-Krediten.

Hier die Ergebnisse (wenn wir mal mal davon ausgehen, dass die Daten tatsächlich stimmen):

  • Von den 2014/2015 vergebenen Krediten, die am Tag der Datenerhebung im Schnitt 24 Monate alt waren, sind bislang 8,81 Prozent ausgefallen. 1,02 Prozent wiesen einen Zahlungsrückstand von mindestens 45 Tagen auf.
  • Bei den in H1 2016 vergebenen Krediten sind die Ausfallquoten nicht wirklich besser. Zwar wurden hier „nur“ sieben (exakt: 6,72) von 100 Darlehen nicht zurückgezahlt, allerdings waren die Kredite im Schnitt auch erst 15 Monate alt.
  • Bei den in H2 2016 und H1 2017 vergebenen Krediten verzeichnet Funding Circle Deutschland bislang nur geringe bzw. keine Ausfälle. Aussagekräftig sind diese Zahlen allerdings noch kaum (die Kredite aus H1 2017 waren zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Schnitt zwei Monate alt …).

Portfolio-Statistik

Alle hier dargestellten Zahlen sind Stand 30. Juni 2017. Diese Informationen werden regelmäßig aktualisiert.

Vor der Übernahme Nach der Übernahme
2014/2015 2016 H1 2016 H2 2017 H1
Ausgezahlte Kredite (in €) 33.218.000 € 14.489.000 € 3.982.000 € 14.871.800 €
Erfolgte Tilgung (in %) 62,37 % 32,84 % 19,08 % 4,48 %
Zahlungsrückstand > 45 Tage (in %) 1,02 % 2,86 % 0,00 % 0,00 %
Kreditausfälle (in %) 8,81% 6,72 % 1,11 % 0,00 %
Jährliche Nettorendite (in %) -1,06 % 2,04 % 6,80 % 9,14 %
Durchschnittliches Alter der Kredite (in Monaten) 24 15 7 2

Exklusiv: Deutsche Börse bewertet Figo mit 27 Millionen Euro

Von Heinz-Roger Dohms

Manche Fintechs posaunen ihre (angebliche) Bewertung geradezu heraus – andere machen ein großes Geheimnis darum. Zur zweiten Kategorie gehört der Hamburger API-Spezialist Figo, der vor einigen Monaten zwar stolz den Einstieg der Deutschen Börse verkündete, aber partout nicht sagen wollte, welche Bewertung sich aus dem Deal ergibt. Hat es vielleicht damit zu tun, dass die Zahl so dolle nicht ist?

Um es kurz zu machen: Was immer der Grund ist – für seine Bewertung schämen braucht sich Figo nicht. Im Gegenteil: Wie Berechnungen von Finanz-Szene.de zeigen, kommt das Hamburger Startup im Zuge des Deutsche-Börse-Deals auf einen Wert von rund 27 Millionen Euro. Für ein B2C-Fintech wäre diese Summe bescheiden. Für ein B2B-Fintech allerdings ist sie beachtlich. Wir würden sogar die These wagen: Von den reinen Technologiedienstleistern in der deutschen Finanz-Startup-Szene dürfte kaum einer (keiner?) höher bewertet sein. (falls wir uns täuschen sollten: Zuschriften bitte an redaktion@finanz-szene.de)

Wie sich die 27 Millionen ergeben? Indem man die Zahlen aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Börse mit Handelsregistereinträgen von Figo kombiniert. Insgesamt war die Finanzierungsrunde im Herbst knapp 7 Mio. Euro groß.  Von der Deutsche Börse kamen dabei etwa fünf Millionen Euro – wofür sie 18,67 Prozent der Anteile erhielt. Daraus ergibt sich (hochgerechnet auf 100 Prozent der Anteile) besagte Bewertung von rund 27 Millionen Euro.

Figo-Chef André Bajorat wollte sich auf Anfrage von Finanz-Szene.de nicht äußern, widersprach der Berechnung allerdings auch nicht.

Exklusiv: Quirin-Robo steuert auf die 100-Mio.-Marke zu

Von Heinz-Roger Dohms

Nach Scalable, Liqid (und angeblich Cominvest) dürfte bald der nächste Robo-Advisor die 100-Mio.- Euro-Grenze bei den Assets under Management knacken – nämlich Quirion, der digitale Vermögensverwalter der Berliner Quirin-Bank. Wie aus dem vergangene Woche veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht, verwaltete Quirion zur Jahresmitte bereits 75 Mio. Euro. Tendenz: steigend, wenn auch nicht spektakulär steigend. Bis zum Jahresende soll die 100 dann voll sein.

Besten Dank an unseren Leser Ralf Breuer, der uns mit der Info versorgt hat (bei aller Liebe: den Halbjahresbericht von Quirin haben wir dann doch nicht selbst gelesen). Im Internet finden Sie Herrn Breuer übrigens unter https://investabel.wordpress.com/

Exklusiv: Spahn-Fintech stand auf offizieller BMF-Liste

Von Heinz-Roger Dohms

Das Startup-Unternehmen Pareton, an dem sich der Fintech-Beauftragte Jens Spahn beteiligt hat, stand im vergangenen Herbst  auf einer offiziellen Fintech-Liste des Finanzministeriums. Dies geht aus einer Antwort des BMF auf eine entsprechende Anfrage des Branchenportals Finanz-Szene.de hervor. Das Ministerium hatte seinerzeit bei zwei Professoren „die erste umfassende Studie zum Fintech-Markt in Deutschland in Auftrag gegeben“. Spahn selbst stellte die Ergebnisse am 22. November auf der Berliner „hub conference“ vor. Laut BMF war Pareton eines der 346 Fintechs, die damals untersucht wurden. Die Liste der einzelnen Unternehmen sei innerhalb des Ministeriums aber „lediglich auf Arbeitsebene bekannt“ gewesen.

Die Einstufung der Pareton GmbH als „Fintech“ durch eine offiziele Studie des Ministeriums steht im Widerspruch zu einer Aussage Spahns gestern in der „Bild-Zeitung“. Dort hatte der CDU-Politiker seine umstrittene Beteiligung an dem schwäbischen Unternehmen unter anderem mit dem Hinweis verteidigt, es handle sich bei Pareton „nicht um ein Fintech-Start-up im eigentlichen Sinne“. Unglücklich mutet auch der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der Erstellung der Fintech-Studie und Spahns Investment bei Pareton an. Laut eigener Aussage hatte der Finanzstaatssekretär die Beteiligung „vor knapp einem Jahr“ von der Bundestagsverwaltung und vom Ministerium prüfen lassen.

Die Fintech-Studie des BMF war im vorigen Herbst auf große mediale Resonanz gestoßen. Spahn selbst wurde in diversen Medien – darunter zum Beispiel im „Handelsblatt“ und bei „Heise“ – wie folgt zitiert: „Für Fintech-Unternehmen ist Deutschland eines der attraktivsten Länder weltweit. Das zeigt das Gutachten deutlich – die Wachstumsraten des Sektors sind beeindruckend.“ In der Startup-Szene sorgte die Studie allerdings eher für Belustigung. So bescheinigten die Autoren der deutschen Fintech-Branche bis 2020 ein Marktpotenzial von 330 Milliarden Euro – ein Szenario, dass selbst kühne Optimisten für völlig unrealistisch halten.

Auch in seinen Details war das Gutachten fehlerbehaftet. Finanz-Szene.de Autor Heinz-Roger Dohms schrieb damals bei manager-magazin.de:

„Leider ist die Studie auch da, wo sich Angaben tatsächlich überprüfen und damit falsifizieren lassen, nicht sehr glaubwürdig. So befeuern die Autoren an einer Stelle die momentan sehr beliebte These, Fintechs flüchteten nach dem Brexit auf breiter Flur von London nach Berlin. Wörtlich heißt es: „Ausschlaggebend für eine Sitzverlegung der Fintechs dürfte vor allem die mit dem Brexit einhergehende Rechtsunsicherheit sein. [……] Die Singapurer Digital Bank WB21 Pte. und sechs weitere Unternehmen haben sich bereits dafür entschieden, ihr operatives Geschäft von London nach Berlin zu verlagern.“

Die Singapurer Digitalbank WB21? Wer die Branche auch nur oberflächlich verfolgt, wird bei diesem Stichwort aufhorchen. Es handelt sich nämlich um jenes vermeintliche Milliarden-Fintech, an dessen Geschichte nach Recherchen von manager-magazin.de und weiterer Medien wie der„Financial Times“ oder der „Süddeutschen Zeitung“ seit Wochen erhebliche Zweifel bestehen. Hornuf verweist als seine Quelle für WB21 auf einen Artikel des „Wall Street Journals“ von Ende September. „Zu diesem Zeitpunkt war uns nicht bewusst, dass es sich hier möglicherwiese um ein ‚Schein-FinTech‘ handelt. Davon mussten wir in der Studie eine Vielzahl aussortieren. Zudem möchte wir darauf hinweisen, dass die Digitalbank selbst nur ein Nebenaspekt unserer Studie.

[…] Und die sechs anderen Fintechs, die laut Studie von London nach Berlin gezogen sind? Der Bitte, die Namen zu nennen, kamen weder Spahns Finanzministerium noch die Autoren nach. Stattdessen wird als Quelle wieder auf den Text im „Journal“ verwiesen. Dort werden immerhin drei Firmen explizit aufführt. Eines der Startups nennt sich MBJ und hat seinen Sitz jüngst tatsächlich aus der britischen in die deutsche Kapitale verlegt. Das Problem: Mit Fintech hat MBJ eher nichts zu tun. Es handelt sich um ein Büro für Webdesign.“

Newsletter 25/08/17: Jens Spahn; IKB; Fintechs in den BdB

ABN Amro greift nach der IKB

Wird der US-Investor Lone Star die Düsseldorfer IKB zehn Jahre nach deren Implosion endlich los? Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtete, kommt in den Bieterprozess jedenfalls ordentlich Bewegung. Zu den Interessenten gehört demnach (abgesehen von den üblichen „Chinesen“) auch die niederländische ABN Amro – welche ja ihrerseits in der Finanzkrise ordentlich zerzaust worden war, aber seit 2015 wieder an der Börse notiert. Laut „Bloomberg“ scheint ein Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro realistisch. Das wären 0,3 bis 0,4 Prozent des Buchwerts. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wird an der Börse momentan mit 0,4, die Commerzbank mit 0,5 bewertet.

Bloomberg 

News

Fintech-Beauftragter Spahn investiert in Semi-Fintech: … und was noch lustiger ist: Bei dem Semi-Fintech handelt es sich um ein Startup für Steuersoftware (während Jens Spahn ja auch als Finanz-Staatssekretär firmiert). Put your money where your mouth is. Endlich hält sich mal jemand dran. n-tv

Bankenverband nimmt Fintechs auf: Offenbar haben sich die beiden Seiten jetzt lange genug beschnuppert. Wie BDB-Vizegeschäftsführer Krautscheid gestern ankündigte, wird demnächst eine zweistellige Zahl von Fintechs Mitglied des Lobbyverbands der privaten Banken. Dazu passt auch die Meldung, dass nach Scalable und Liqid nun schon der dritte Robo-Advisor dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter beitritt – nämlich Investify. Finanztreff, Fondsprofessionell

LBBW will 20.000 bis 30.000 Euro für ihr Research verlangen: Das zumindest berichtet „Bloomberg“. Die Stuttgarter Landesbank selbst spricht weniger konkret von einem „niedrigen fünfstelligen Betrag“ für ein jährliches Basispaket. Kürzlich hatte es bereits geheißen, dass die UBS 40.000 Euro aufrufen will (Hintergrund: kostenloses Research soll es unter Mifid II nicht mehr geben). Welt (LBBW), Bloomberg (UBS)

Helaba mit weniger Gewinn: Alles nicht so einfach in zinslosen Zeiten. Der Vorsteuergewinn der hessischen Landesbank ist im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent auf 238 Millionen Euro gesunken. Auch der Ausblick fürs Gesamtjahr fällt eher mau aus. Handelsblatt, Financial Times (Paid)

Deka mehr oder weniger siehe Helaba: Der Fondsdienstleister der Sparkassen freut sich zwar, dass das Geschäft mit Sparplänen und Zertifikaten floriert – kommt gewinnmäßig allerdings auch nicht so richtig vom Fleck. Zudem: Die Deka gibt ihre Banklizenz in Luxemburg auf. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paid)

Lesenswert

… ist höchstwahrscheinlich das neue „Manager Magazin“. Denn die Kollegen titeln – gefühlt auch nicht zum ersten Mal – mit dem Ehepaar Achleitner. Die These diesmal: „Zwi­schen dem Stan­ding des Power­paa­res und sei­ner Er­folgs­bi­lanz klafft mehr als nur eine Lü­cke.“ (ein Hinweis an die echten Fintech-Nerds unter unseren Abonnenten: Paul Achleitner ist Aufsichtsratschef einer größeren Frankfurter Bank.) Manager Magazin Editorial

Aus der Szene

Herrlich – die großkopferten Kollegen geben es sich mal so richtig: Tim Bartz, Frankfurt-Korrespondent des „Manager Magazins“, wirft Claus Döring (Chefredakteur der „Börsenzeitung“) und Holger Steltzner (Herausgeber des FAZ-Wirtschaftsteils) „Finanzplatz-Fanatismus“ vor. Hintergrund: Döring und Steltzner finden nicht viel Verwerfliches am umstrittenen Aktiendeal von Börsenchef Kengeter und – so jedenfalls der Vorwurf von Bartz – argumentieren dabei nicht zuletzt stadträsonistisch. Motto: Muss das Thema ausgerechnet jetzt so ausgewalzt werden, wo Frankfurt im Zuge des Brexits doch endlich so richtig, richtig groß rauskommt? Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern das Porträt über die beiden Gründer des Milliarden-Fintechs Stripe. Manager Magazin

Back-End

Um ehrlich zu sein: Von den immer kurioseren Schätzungen, wie viele Jobs im Zuge des Brexits nach Frankfurt kommen, können wir gar nicht genug kriegen. Die neueste Zahl, die kursiert (und die wie gefühlt irgendwie alle Zahlen zum Thema aus einer von Frankfurt Main Finance beauftragten Studie herrührt) lautet: 88.000. Wie man darauf kommt? Indem man davon ausgeht, dass 10.000 Brexit-Banker nach FFM übersiedeln und jeder neben seinem eigenen irgendwie noch 7,8 zusätzliche Jobs schafft (scheint vom Konzept her so was ähnliches wie die Umwegrentabilität zu sein). Denkt man das Ganze konsequent zu Ende, dürfte in London freilich demnächst niemand mehr arbeiten.

In diesem Sinne, vor dem ersten Brexit-Banker kommt der nächste Newsletter, und zwar am Dienstag, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 25/08/17: IKB-Verkauf, Jens Spahn, Fintechs in den BdB

ABN Amro greift nach der IKB

Wird der US-Investor Lone Star die Düsseldorfer IKB zehn Jahre nach deren Implosion endlich los? Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtete, kommt in den Bieterprozess jedenfalls ordentlich Bewegung. Zu den Interessenten gehört demnach (abgesehen von den üblichen „Chinesen“) auch die niederländische ABN Amro – welche ja ihrerseits in der Finanzkrise ordentlich zerzaust worden war, aber seit 2015 wieder an der Börse notiert. Laut „Bloomberg“ scheint ein Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro realistisch. Das wären 0,3 bis 0,4 Prozent des Buchwerts. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank wird an der Börse momentan mit 0,4, die Commerzbank mit 0,5 bewertet.

Bloomberg 

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Fintech-Beauftragter Spahn investiert in Semi-Fintech: … und was noch lustiger ist: Bei dem Semi-Fintech handelt es sich um ein Startup für Steuersoftware (während Jens Spahn ja auch als Finanz-Staatssekretär firmiert). Put your money where your mouth is. Endlich hält sich mal jemand dran. n-tv

Bankenverband nimmt Fintechs auf: Offenbar haben sich die beiden Seiten jetzt lange genug beschnuppert. Wie BDB-Vizegeschäftsführer Krautscheid gestern ankündigte, wird demnächst eine zweistellige Zahl von Fintechs Mitglied des Lobbyverbands der privaten Banken. Dazu passt auch die Meldung, dass nach Scalable und Liqid nun schon der dritte Robo-Advisor dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter beitritt – nämlich Investify. Finanztreff, Fondsprofessionell

LBBW will 20.000 bis 30.000 Euro für ihr Research verlangen: Das zumindest berichtet „Bloomberg“. Die Stuttgarter Landesbank selbst spricht weniger konkret von einem „niedrigen fünfstelligen Betrag“ für ein jährliches Basispaket. Kürzlich hatte es bereits geheißen, dass die UBS 40.000 Euro aufrufen will (Hintergrund: kostenloses Research soll es unter Mifid II nicht mehr geben). Welt (LBBW), Bloomberg (UBS)

Helaba mit weniger Gewinn: Alles nicht so einfach in zinslosen Zeiten. Der Vorsteuergewinn der hessischen Landesbank ist im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent auf 238 Millionen Euro gesunken. Auch der Ausblick fürs Gesamtjahr fällt eher mau aus. Handelsblatt, Financial Times (Paid)

Deka mehr oder weniger siehe Helaba: Der Fondsdienstleister der Sparkassen freut sich zwar, dass das Geschäft mit Sparplänen und Zertifikaten floriert – kommt gewinnmäßig allerdings auch nicht so richtig vom Fleck. Zudem: Die Deka gibt ihre Banklizenz in Luxemburg auf. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paid)

Lesenswert

… ist höchstwahrscheinlich das neue „Manager Magazin“. Denn die Kollegen titeln – gefühlt auch nicht zum ersten Mal – mit dem Ehepaar Achleitner. Die These diesmal: „Zwi­schen dem Stan­ding des Power­paa­res und sei­ner Er­folgs­bi­lanz klafft mehr als nur eine Lü­cke.“ (ein Hinweis an die echten Fintech-Nerds unter unseren Abonnenten: Paul Achleitner ist Aufsichtsratschef einer größeren Frankfurter Bank.) Manager Magazin Editorial

Aus der Szene

Herrlich – die großkopferten Kollegen geben es sich mal so richtig: Tim Bartz, Frankfurt-Korrespondent des „Manager Magazins“, wirft Claus Döring (Chefredakteur der „Börsenzeitung“) und Holger Steltzner (Herausgeber des FAZ-Wirtschaftsteils) „Finanzplatz-Fanatismus“ vor. Hintergrund: Döring und Steltzner finden nicht viel Verwerfliches am umstrittenen Aktiendeal von Börsenchef Kengeter und – so jedenfalls der Vorwurf von Bartz – argumentieren dabei nicht zuletzt stadträsonistisch. Motto: Muss das Thema ausgerechnet jetzt so ausgewalzt werden, wo Frankfurt im Zuge des Brexits doch endlich so richtig, richtig groß rauskommt? Manager Magazin, Börsenzeitung, FAZ

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern das Porträt über die beiden Gründer des Milliarden-Fintechs Stripe. Manager Magazin

Back-End

Um ehrlich zu sein: Von den immer kurioseren Schätzungen, wie viele Jobs im Zuge des Brexits nach Frankfurt kommen, können wir gar nicht genug kriegen. Die neueste Zahl, die kursiert (und die wie gefühlt irgendwie alle Zahlen zum Thema aus einer von Frankfurt Main Finance beauftragten Studie herrührt) lautet: 88.000. Wie man darauf kommt? Indem man davon ausgeht, dass 10.000 Brexit-Banker nach FFM übersiedeln und jeder neben seinem eigenen irgendwie noch 7,8 zusätzliche Jobs schafft (scheint vom Konzept her so was ähnliches wie die Umwegrentabilität zu sein). Denkt man das Ganze konsequent zu Ende, dürfte in London freilich demnächst niemand mehr arbeiten.

In diesem Sinne, vor dem ersten Brexit-Banker kommt der nächste Newsletter, und zwar am Dienstag, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms