Exklusiv: Deutschland erster Fintech-Multimillionär

Von Heinz-Roger Dohms

Okay, es gab Interhyp (verkauft an die ING). Und 360T (verkauft an die Deutsche Börse).  Und zuletzt gab es auch noch Fidor (verkauft nach Frankreich) und Sofortüberweisung (verkauft an Klarna). Aber: Wenn man als „Fintechs“ mal nur jene Firmen versteht, die sich bei ihrer Gründung selbst schon als Fintech verstanden (die also nicht älter als sagen wir fünf, sechs Jahre sind) – dann sieht es mit richtigen Exits im deutschen Markt noch sehr, sehr mau aus.

Insofern sei folgende These gestattet: Deutschland hat jetzt seinen ersten Fintech-Multimillionär. Denn was im Trubel um den Einstieg des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers bei Kredite vor wenigen Wochen ein bisschen unterging: Gründer Sebastian Diemer hat seine Anteile komplett verkauft. 2,5 Prozent besaß er am Ende noch. Gemessen an der kolportierten Pre-Money-Bewertung von rund knapp 300 Mio. Euro wären das 7,5 Millionen Euro, die er kassiert hat. Diemer selbst meint dazu: „Ganz so einfach lässt sich das nicht rechnen, aber ganz grob könnte die Größenordnung stimmen.“

Ob exakt, so ungefähr oder ganz grob – kein anderer der Fintech-Jungs dürfte annähernd so viel Geld auf dem Konto wie Diemer.

Kleine Banken, große Probleme: Die wichtigsten Fakten aus der Bundesbank-Studie

Bundesbank und Bafin haben am Mittwoch die Ergebnisse ihrer Befragung von gut 1500 kleinen und mittleren deutschen Banken vorgestellt. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Banken und Sparkassen in Deutschland planen von 2016-2021 mit Rückgang des Jahresüberschusses vor Steuern um 9% und der Gesamtkapitalrentabilität um 16%.
  • Im gleichen Zeitraum soll die aggregierte harte Kernkapitalquote aller Institute von 15,9% auf 16,5% steigen.
  • Szenarien mit weiteren Zinssenkungen würden zu Rückgang der Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern um bis zu 60% führen. Auswirkungen etwas geringer als in der Umfrage des Jahres 2015.
  • Nach Stress würden unter Berücksichtigung stiller Reserven circa 4,5% der Institute die aufsichtlichen Anforderungen (Säulen I & II zzgl. Kapitalerhaltungspuffer) unterschreiten.
  • Gut 70% der Institute rechnen mit zunehmendem Wettbewerb im Sektor durch andere Banken, durch FinTechs sogar mehr als 80%.
  • Fast die Hälfte der Institute kann sich mittelfristig Zusammenschlüsse vorstellen, bei gut 10% sind die Absichten bereits konkret.
  • Blankoanteil bei Wohnimmobilienkrediten steigt bei rund einem Drittel der Institute leicht, aber keine bedenkliche Lockerung von Vergabestandards.
  • Simulierter starker Rückgang der Wohnimmobilienpreise in Deutschland würde die harte Kernkapitalquote der Institute nur um rund 1 Prozentpunkt sinken lassen.

Hier der Link zur kompletten Studie

Newsletter 30/08/17: Verluste bei Lampe?, Kreditech, Bitcoin vs. New Economy

Exklusiv: Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?

Offiziell hat das Bankhaus Lampe 2016 einen Gewinn von 55 Mio. Euro erzielt. Operativ jedoch – das zumindest ergeben Berechnungen von Finanz-Szene.de – erlitt die Düsseldorfer Privatbank einen deutlichen Verlust. Laut unseren Kalkulationen (denen Lampe explizit widerspricht) machte die Oetker-Tochter im operativen Geschäft ein Minus von mindestens 10 und maximal 22 Mio. Euro. Die Gründe hierfür lagen nach unserer Deutung unter anderem in gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie im gesunkenen Provisionsüberschuss. Alle Details der Rechnung finden Sie hier …

Finanz-Szene.de

News

Spahn will Anteile an Fintech verkaufen: Das ist dann hoffentlich die letzte Folge der Posse. Ach nein, im „Handelsblatt“ kommt heute auch noch der Chef von Pareton (so heißt das Fintech) zu Wort: Er habe Spahn nur ein einziges mal getroffen, sagt der gute Mann. Wäre das auch geklärt. Süddeutsche, Handelsblatt (Seite 45)

Kreditech liebäugelt (so ein bisschen) mit Deutschland-Comeback: Erinnert sich noch jemand an Kredito? Das war der Kreditech-Vorgänger, der sich hierzulande nach sanftem Druck der Bafin rasch wieder zurückzog. Jedenfalls: Laut CEO Alexander Graubner-Müller ist eine Rückkehr auf den deutschen Markt nicht ausgeschlossen. „Prio“ habe das Thema aber nicht. t3n

Postbank-Chef wird zusätzlich Deutsche-Bank-Vorstand: In seiner neuen Doppelrolle soll Frank Strauß die Integration der Postbank in den Mutterkonzern vorantreiben. Weniger dufte ist das Ganze für Deutsche-Bank-Vize Christian Sewing. Er muss sich die Verantwortung für das Privat- und Firmenkundengeschäft nun mit Strauß teilen. Wirtschaftswoche, Handelsblatt (Paid)

Blühende Sparkassen: Es ist ein Phänomen – obwohl die niedrigen Zinsen nach Finanz-Szene.de-Informationen auch in Ostdeutschland gelten, haben die dortigen Sparkassen im ersten Halbjahr (mal wieder) richtig gut verdient. Die BÖZ begründet dies mit dem „brummenden Kreditgeschäft“. Aus dem Bauch heraus würden wir allerdings einer „Handelsblatt“-Analyse aus dem Februar mehr Glauben schenken. Dort hieß es (dem Sinn nach), die Ostsparkassen bekämen schlicht krass hohe Gebühren durchgedrückt. Börsenzeitung (Paid), Handelsblatt (Archiv)

Beyond Banking

Euro über 1,20, Dax unter 12.000: Viel los da draußen an den Märkten. Mit irgendwelchen „Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft könnte das Euro-Hoch zur Belastung werden“-Analysen wollen wir Sie aber eher nicht nerven. Drum: Kein Link.

Der Krypto-„Boom“ stellt alles in den Schatten: Ob Subprime, Biotech oder New Economy – bei keiner Blase der jüngeren Vergangenheit war der Preisanstieg auch nur annähernd so extrem wie jetzt bei Bitcoin & Co., zeigt eine  Grafik der Kollegen von Bloomberg. Das heißt allerdings nicht, dass wir sagen, es gäbe eine Krypto-Blase. Wir würden ja auch nie behaupten, Usain Bolt hätte gedopt. Bloomberg

Karriere

Wer reich werden will, geht besser nicht zur Commerzbank: Während die Deutsche Bank im vergangenen Jahr 316 Einkommensmillionäre beschäftigte, waren es beim ewigen Rivalen gerade mal fünf, zeigt ein Vergleich der Vergütungsberichte. efinancialcareers

Lesetipps

Die Bank, dein großer Bruder: Der Fintech-Fonds der Credit Suisse hat laut „FT“ in ein Unternehmen namens Sapience Analytics investiert. Dessen Spezialität: ein Tool, mit dem Unternehmen überwachen können, was die Mitarbeiter auf ihren Computern, iPads und Smartphones treiben. Das passt zu einer „Bloomberg“-Story neulich, wonach Barclays per Sensortechnik herausfinden will, wie oft die Banker an ihren Desks sitzen.  Financial Times (Paid), Bloomberg

Warum (diese Woche) die größte russische Privatbank gerettet werden musste: … erfahren Sie in einem FAQ bei Bloomberg.

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern die Story über die Ausfallraten bei Funding Circle in Deutschland. Finanz-Szene.de

Newsletter 30/08/17: Verluste bei Lampe?, Coba-Gehälter, Blühende Sparkassen

Exklusiv: Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?

Offiziell hat das Bankhaus Lampe 2016 einen Gewinn von 55 Mio. Euro erzielt. Operativ jedoch – das zumindest ergeben Berechnungen von Finanz-Szene.de – erlitt die Düsseldorfer Privatbank einen deutlichen Verlust. Laut unseren Kalkulationen (denen Lampe explizit widerspricht) machte die Oetker-Tochter im operativen Geschäft ein Minus von mindestens 10 und maximal 22 Mio. Euro. Die Gründe hierfür lagen nach unserer Deutung unter anderem in gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie im gesunkenen Provisionsüberschuss. Alle Details der Rechnung finden Sie hier …

Finanz-Szene.de

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Blühende Sparkassen: Es ist ein Phänomen – obwohl die niedrigen Zinsen nach Finanz-Szene.de-Informationen auch in Ostdeutschland gelten, haben die dortigen Sparkassen im ersten Halbjahr (mal wieder) richtig gut verdient. Die BÖZ begründet dies mit dem „brummenden Kreditgeschäft“. Aus dem Bauch heraus würden wir allerdings einer „Handelsblatt“-Analyse aus dem Februar mehr Glauben schenken. Dort hieß es (dem Sinn nach), die Ostsparkassen bekämen schlicht krass hohe Gebühren durchgedrückt. Börsenzeitung (Paid), Handelsblatt (Archiv)

Spahn will Anteile an Fintech verkaufen: Das ist dann hoffentlich die letzte Folge der Posse. Ach nein, im „Handelsblatt“ kommt heute auch noch der Chef von Pareton (so heißt das Fintech) zu Wort: Er habe Spahn nur ein einziges mal getroffen, sagt der gute Mann. Wäre das auch geklärt. Süddeutsche, Handelsblatt (Seite 45)

Kreditech liebäugelt (so ein bisschen) mit Deutschland-Comeback: Erinnert sich noch jemand an Kredito? Das war der Kreditech-Vorgänger, der sich hierzulande nach sanftem Druck der Bafin rasch wieder zurückzog. Jedenfalls: Laut CEO Alexander Graubner-Müller ist eine Rückkehr auf den deutschen Markt nicht ausgeschlossen. „Prio“ habe das Thema aber nicht. t3n

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