Reportage: Fleisch vom Fleische – Die neue deutsche Finanz-Community

Von Heinz-Roger Dohms

Neulich hat Roland Folz für ein Vorstandsfoto posiert. Und was trug der Kollege neben ihm auf dem Kopf? Eine Wollmütze. Nicht weil es kalt war. Sondern als modisches Accessoire. Spätestens in diesem Moment dürfte Folz, 53 Jahre, langjähriger Manager der Deutschen Bank, klar geworden sein, dass er in einer völlig anderen Welt gelandet ist.

Wobei: Stimmt das überhaupt? Oder ist das jetzt bloß wieder eines dieser üblichen Klischees?

Hier die Banken, dort die Fintechs. Das ist eines der wichtigsten Narrative in der deutschen Finanzberichterstattung der vergangenen Jahre. Tatsächlich lassen sich gewisse kulturelle Unterschiede zwischen den beiden Lagern ja kaum negieren. Hier die Kamingespräche. Dort die Tech-Konferenzen. Hier die graumelierten Anzugträger. Dort die Jungs in Jeans und Sneaker. Hier die Freßgass-Seilschaften. Dort die Twitter-Netzwerker.

Jenseits solcher Stereotypen stellt sich allerdings die Frage, ob das Bild von der Banken-Szene auf der einen und der Fintech-Szene auf der anderen Seite überhaupt noch stimmt. Roland Folz, seit Anfang Februar Chef des Berliner Fintechs Solarisbank, ist ja nicht der einzige namhafte Bankmanager, der zuletzt rübergemacht hat. Markus Gunter, Ex-Vorstandschef der DAB Bank, steht seit rund einem Jahr an der Spitze der Smartphone-Bank N26. Und Holger Hohrein, zuvor Finanzvorstand der Comdirect, firmiert seit April als COO des Hamburger Spareinlagen-Vermittlers Deposit Solutions. Umgekehrt funktioniert das Ganze natürlich auch. Dirk Elsner, ein früherer Berater, der sich als Fintech-Blogger einen Namen machte, trägt heute den Titel des Senior Managers für Innovation und Digitalisierung bei der DZ Bank.

Kann es sein, dass die Grenzen zwischen Banken und Fintechs
verschwimmen?

Es war vor allem die Lust, noch mal etwas Neues zu wagen, die Roland Folz getrieben hat. Von 2002 bis 2005 stand er an der Spitze der Daimler-Chrysler Bank, danach war er vier Jahre lang Bereichsvorstand bei der Telekom, seit 2009 gehörte er rund siebeneinhalb Jahre lang als „Managing Director“ der zweiten Führungsebene der Deutschen Bank an. Er klingt nicht so, als wäre er beim größten Geldhaus des Landes unglücklich gewesen. Aber gebrannt für seinen Job hat er am Ende wohl auch nicht mehr. „Zweite Ebene ist zweite Ebene. Da verpufft eben auch viel, was Sie machen.“ Das Angebot, den Vorstandsvorsitz bei der erst 2015 gegründeten Solarisbank zu übernehmen, kam daher zur richtigen
Zeit. „Es gibt viele Fintechs, zu denen ich sicher nicht gewechselt wäre.
Aber hinter der Solarisbank habe ich ein Konzept erkannt.“

Ortswechsel, von Berlin zurück nach Frankfurt, von Roland Folz zu Lars Reiner. Auch der war mal bei der Deutschen Bank. Aber von Folz unterscheiden ihn dann doch ein paar Dinge. Reiner hat zum Beispiel
keinen Wikipedia-Eintrag. Und er ist fast 25 Jahre jünger.

Lars Reiner sagt, im Grunde gebe es drei Gruppen von Ex-Bankern, die in der Fintech-Branche arbeiteten. Die kleinste und zuletzt entstandene Gruppe, das sind die Markus Gunters und Roland Folzens, also gestandene Manager, die auf der Zielgeraden ihrer Berufslaufbahn noch mal die Seiten wechseln. Dabei achten solche Kaliber natürlich darauf, dass sie bei den Start-ups anheuern, die aufgrund des Geschäftsmodells und der Funding-Tiefe nicht gleich wieder umkippen. Was im Falle von N26 und Solaris hinzukommt: Beide besitzen – im Gegensatz zu den meisten anderen Fintechs – eine Vollbanklizenz. Auch darum sind sie auf Banker mit einem gewissen Senior-Status angewiesen. „Die Aufseher sehen es ja eher ungern, wenn das halbe Management aus Studienabbrechern ohne Finanzhintergrund besteht“, lacht Lars Reiner.

Die zweite Gruppe? Das sind jene Banker, die relativ früh und aus unterschiedlichen Motiven den Sprung aus der Banken- in die Fintech-Branche wagten. Oliver Prill ist so ein Fall, ehemals Royal Bank of Scotland, später C&A Bank, inzwischen COO bei Kreditech, dem mit mehr als 300 Mio. Euro mutmaßlich höchstbewerteten deutschen Fintech. Oder: Daniel Berndt, von 2008 bis 2013 Head of Sales Service Center bei der Deutschen Bank, inzwischen seit mehr als vier Jahre Chief Client Officer bei Weltsparen.

Und die dritte Gruppe? Das sind die eigentlichen Gründer – zu denen auch Lars Reiner selbst gehört. Er hat vor drei Jahren seinen Job in der Strategieabteilung der Deutschen Bank aufgegeben, um Ginmon aufzusetzen, einen der führenden Robo-Adviser, die um das Geld der deutschen Kleinanleger buhlen.

Tatsächlich beruht der weitverbreitete Glaube, bei der Fintech-Revolution handele es sich um einen externen Angriff auf die Bankenbranche, um ein Missverständnis. Klar – es gibt Gründer wie Sebastian Diemer, den mittlerweile zurückgetretenen Chef von Kreditech. Diemer hatte mit der Bankenbranche nichts zu tun, bevor er zu deren Herausforderer wurde. Er studierte an der London School of Economics, arbeitete ein knappes Jahr für die Samwer-Brüder, gründete dann mit Mitte 20 und einem Jugendfreund Kreditech. Von Diemer heißt es, er habe Investoren gegenüber gezielt die Anti-Banker-Karte gespielt und sei auch deshalb von vielen Venture-Fonds hofiert worden.

Mag sein, dass es tatsächlich so gewesen ist. Doch die Diemers sind nicht die Regel. Hinter Scalable Capital, dem rasant wachsenden Münchner Robo-Advisor, stehen ehemalige Goldman-Sachs-Manager. Einer der Gründer von Firstwire – einem webbasierten Marktplatz für Private Placement – ist Jens Michael Otto, der langjährige Kommunalfinanzierungschef der Deutschen Bank. Reinhard Tahedl wiederum, der Chef der kürzlich von der W&W-Gruppe übernommenen Treefin GmbH, entstammt der Fondsbranche. Und Florian Christ firmierte, bevor er 2015 den Kontowechsel-Anbieter Fino gründete, fünf Jahre lang als Abteilungsdirektor Business Development bei der Commerzbank. Selbst auf Figo-Chef André Bajorat, den omnipräsenten Fintech-Blogger, Fintech-Redner und Fintech-Twitterer, trifft das Klischee des hippen Start-up-Entrepreneurs nur bedingt zu. Als ehemaliger Giropay-Geschäftsführer ist er nichts anderes als ein Kind des Sparkassenlagers. Fleisch vom Fleische.

Zurück von Frankfurt nach Berlin. Lunch mit Ramin Niroumand, dem Jungstar der deutschen Fintech-Branche. Als Chef des Company Builders Finleap hat er inzwischen zwölf Finanz-Start-ups aufgebaut [Anm.: inzwischen sind es 13], die zusammen schon fast 500 Mitarbeiter beschäftigen; das US-Magazin Forbes setzte ihn darum jüngst auf seine europäische „Top 30 unter 30“-Liste. Wenn man Niroumand gegenübersitzt, dichte schwarze Haare, schelmisches Grinsen, Jungsgesicht, meint man, er wäre direkt von der Uni auf den Chefsessel gefallen. Dabei blickt der 30-Jährige schon auf eine mehr als zehnjährige Berufslaufbahn zurück. So arbeitete Niroumand unter anderem als Innovationsmanager für die DKB.

„Fintech ist von der Wertschöpfungskette her viel tiefer als E-Commerce. Darum wäre es ein Fehler zu glauben, man könnte die Finanzbranche mit exakt denselben Methoden revolutionieren wie den Einzelhandel“, sagt Niroumand. Bei Finleap haben sie darum auf die Balance zwischen Start-up-Expertise und Finanz-Know-how geachtet. Jan Beckers, ein Veteran der deutschen Gründerszene, setzte den Inkubator zwar 2014 auf. Zum CEO allerdings machte er nicht sich selber, sondern den DKBler Niroumand. Zudem umgab sich das Gründerteam von Anfang an mit erfahrenen Branchenmanagern. So gehörte der bereits erwähnte Ex-Deutschbanker Otto ebenso zu den Finleap-Beratern wie der frühere Mastercard-Manager Jochen Siegert. Darüber hinaus finden sich unter den Investoren neben den üblichen Venture-Capital-Fonds auch zwei prominente strategische Investoren, nämlich die Hannover Rück und Unicredit – was kein Einzelfall ist: Die Researchfirma CB Insights stellte zuletzt fest, dass bei immer mehr Fintech-Deals Banken im Spiel sind. Dasselbe gilt im kleineren Umfang für Versicherer und inzwischen auch für Vermögensverwalter. Jüngstes Beispiel: Der Einstieg von Blackrock bei Scalable Capital. Daneben investieren prominente Banker auch mit eigenem Geld in Finanz-Start-ups. So soll der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann beim Konto-App-Spezialisten Centralway Numbrs eingestiegen sein. Ein anderes Beispiel ist die Beteiligung des Ex-HRE-Chefs Axel Wieandt beim Düsseldorfer Online-Lender Auxmoney.

Am Beispiel Finleaps lässt sich studieren, wie neue Netzwerke entstehen, bei deren Mitgliedern sich immer schwerer auseinanderhalten lässt, wer eigentlich der Fintech-Szene und wer der Bankenbranche zuzuordnen ist. Ein kleiner Ausschnitt: Die Solarisbank, der seit Kurzem der Ex-Deutschbanker Folz vorsteht, wurde 2015 gemeinsam von Finleap und einem Münchner VC namens Yabeo Capital aufgesetzt. Der Yabeo-Gründer ist Matthias Sohler, früherer COO der Unicredit, die sowohl bei Finleap als auch bei Solaris investiert ist. Zum Management-Team von Yabeo wiederum gehört Gerrit Seidel, Ex-Chef des deutschen Ur-Fintechs Sofort AG („Sofortüberweisung“). Seidel war es, der Folz ansprach, ob der sich vorstellen könne, zur Solarisbank zu wechseln. Zwar kannten die beiden sich nicht persönlich. Folz aber kannte den Seidel-Kompagnon Sohler. Warum? Weil der einst bei der DAB Bank sein IT-Chef gewesen war. Zudem kannte Folz den Solaris-Gründungsvorstand Andreas Bittner. Denn: Der war auch mal bei der DAB. Zudem kannte Bittner wiederum Seidel. Die beiden arbeiteten Ende der Nullerjahre bei der Fondsdepot Bank.

Natürlich spielt immer auch der Zufall eine Rolle, wenn sich solche Netzwerke bilden. Darüber hinaus lassen sich, wenn man die Schnittmengen zwischen Banken- und Fintech-Szene untersucht, aber auch immer mehr Strukturen erkennen. Eine wichtige personelle Verbindungsachse zwischen alter und neuer Finanzwelt scheinen zum Beispiel die Consulting-Firmen zu sein. Beispiele gefällig?

  • Vaamo-Co-Gründer Oliver Vins: Von 2004 bis 2013 bei McKinsey. Zuständigkeit? Financials.
  • Fino-Chef Christ: In den Jahren 2004 bis 2010 (also vor seiner Coba-Zeit) bei Accenture. Spezialität: Customer Relationship Management unter anderem für Banken.
  • Matthias Eireiner, CEO des Fino-Konkurrenten Finreach: Ex-Bain, Ex-Boston, Beratungsschwerpunkt: Banken.
  • Weltsparen-Chef Tamaz Georgadze: Von 2003 bis 2012 McKinsey. Über ihn sagt man, ähnlich wie über Vins, er sei bei der Deutschen Bank früher ein- und ausgegangen.
  • Marco Adelt, Co-Gründer des Insurtechs Clark: Von 2006 bis 2008 „Consultant Financial Services“ bei Capgemini, danach rund sieben Jahre bei Horváth & Partners für den Bereich Versicherungen zuständig.

Das zweite und vielleicht noch wichtigere personelle Scharnier sind die Direktbanken, was insofern logisch ist, als die Direktbanken entwicklungsgeschichtlich gewissermaßen den Übergang von der Filial- zur Fintechwelt markieren. Nicht nur Solaris-Chef Folz ist ein früherer DAB’ler. N26-Chef Gunter ist es auch. Und nicht zu vergessen: An der Spitze der DAB stand sehr lange Matthias Kröner – derselbe Matthias Kröner, der mit Fidor als erster Banker (zumindest marketingmäßig) voll auf die Fintech-Karte setzte. Vor dem Hintergrund ihrer Direktbank-Vergangenheit versteht man dann auch, warum Roland Folz und Markus Gunter die Berliner Start-up-Szene, deren Teil sie jetzt ja irgendwie sind, als gar nicht so neu empfinden – Wollmütze hin oder her. „Auch bei der DAB Bank trieb uns damals schon die Attitüde, das Banking verändern zu wollen“, sagt Gunter.

Bei N26 übrigens soll es inzwischen einen – halbironischen – „Ü50“-Klub geben. Vielleicht ist es bei Banken und Fintechs ja so wie im richtigen Leben. Die Alten machen sich jünger. Und die Jungen machen sich älter. Großbanken stellen Blogger ein. Und Fintechs verpflichten Manager, die man auf dem Weg in den Vorruhestand wähnte. Arno Walter, Comdirect-Chef, legt, wenn er Interviews gibt, inzwischen fast habituell zwei Smartphones vor sich auf den Tisch. Wozu er ein zweites Handy braucht, traut man sich nicht zu fragen. Aber die Aussage ist klar: Auch Banker sind jetzt Digital Natives.

Dazu passt die erfolgreiche Konversion des früheren UBS-Vorstands Oliver Bussmann zum Fintech-Missionar. Der sichtbarste Ertrag: bald 25 000 Twitter-Follower. Bussmann ist jetzt der Justin Bieber des Bankings. Derweil sagt Simon Brunke, Chef des neuen Hamburger Hype-Start-ups Exporo, den bemerkenswerten Satz: „An die Duzerei in meiner eigenen Firma habe ich mich erst einmal gewöhnen müssen.“ Brunke stammt aus der Versicherungswirtschaft.

Die Grenzen verschwimmen. Es scheint inzwischen sogar einen Banking-Fintech-Dresscode zu geben: Jacket ja. Krawatte nein. Lars Reiner erzählt, wenn sich Fintech- Gründer und Bankmanager in Frankfurt bei „Between the Towers“ oder im „Tech-Quartier“ träfen, dann sei „das Verhältnis inzwischen immer ungefähr fifty-fifty.“ Goldene Knöpfe sieht man bei solchen Gelegenheiten natürlich eher nicht. Aber auch kaum noch Wollmützen.

Hinweis:

  • Die Reportage „Fleisch vom Fleisch“ erschien zunächst im „International Bankers Forum“ (IBF) . Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion durften wir den Artikel zweitverwerten. 
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Interview mit Fino-Chef: „Ich würde uns als Produktfabrik bezeichnen“

Von Heinz-Roger Dohms

Finanz-Szene.de: Herr Christ, uns ist zu Ohren gekommen, dass Fino eine neue Gesellschaft gegründet hat …

Florian Christ: Was Ihnen so alles zu Ohren kommt … Aber ja, es stimmt: Vor wenigen Wochen haben wir die Fino Create GmbH gegründet.

Finanz-Szene.de: Fino ist bekannt für seine Kontowechsel-Services. Zu Ihren Kunden zählen beispielsweise die Commerzbank, die BBBank oder die Wüstenrot Bank. Wozu brauchen Sie eine neue GmbH? Es gibt doch bereits die Fino Digital, unter der Sie Ihr operatives Geschäft angesiedelt haben.

Christ: Der Kontowechsel-Service ist zwar nach wie vor unser Kernprodukt. Daneben machen wir inzwischen aber auch viele andere Sachen, nicht nur rund ums Konto, sondern beispielsweise auch im Kreditbereich. Um im Zuge dieser Entwicklung nicht den Fokus zu verlieren, haben wir unternehmensintern im vergangenen Jahr bereits verschiedene Atome gebildet. Für jedes Thema gibt es jetzt seitdem ein Atom, das sind gewissermaßen Firmen in den Firmen.

Finanz-Szene.de: Die Fino Create ist aber keines dieser Atome, oder?

Christ: Nein. Die Fino Create soll die Gesellschaft werden, in der wir alle neuen Themen bündeln. Und daraus sollen wiederum neue Gesellschaften hervorgehen, in denen die Mitarbeiter dann als Unternehmer ihre eigenen Themen verantworten  – eigenständig, aber weiterhin unter dem Dach von Fino.

Finanz-Szene.de: Das klingt strukturell ein bisschen nach Check24, wo sich unter der eigentlichen Holding inzwischen mehr als 50 sogenannte Verticals befinden. Es klingt aber, um ehrlich zu sein, auch ein bisschen nach dem Berliner Company Builder Finleap. Kann es sein, dass Fino gerade zum Inkubator mutiert?

Christ: Den Begriff Inkubator mag ich nicht so sehr. Ich würde uns eher als Produktfabrik bezeichnen. Das Ziel ist es, alle paar Monate neue Produktideen zu kreieren und mit denen auf unsere Partner zuzugehen, um die Neuentwicklungen gemeinsam zu testen. Die neue Struktur verschafft uns dabei übrigens völlig neue Kooperationsmöglichkeiten. Wir werden schon seit langem immer mal wieder von Finanzdienstleistern gefragt, ob wir nicht auch mal was gemeinsam entwickeln könnten. Bislang waren wir in dieser Hinsicht eher zurückhaltend, weil wir uns auf unsere eigenen Kernprodukte konzentrieren wollten. Mit der Fino Create hingegen werden wir viel flexibler.

Finanz-Szene.de: Lassen Sie uns einmal über die Produkte sprechen, mit denen Sie bereits am Markt sind. Es gibt den Kontowechsel-Service, klar …

Christ: Den Wechsel bieten wir neben dem Konto auch für Depots und Kreditkarten an. Mit der digitalen Selbstauskunft haben wir zudem ein Bonitäts-Tool, mit dem Endkunden überprüfen können, ob sie sich ein Produkt oder Kredit leisten können. Umgekehrt kann dieses Produkt natürlich auch bankenseitig eingesetzt werden. Es gibt inzwischen mehrere Institute, die das bei der Kreditprüfung nutzen.

Finanz-Szene.de: Und was machen Sie noch?

Christ: Den Wechsel-Bereich unterstützen wir z.B. noch mit unserer Antragsstrecke, die es dem Endkunden erlaubt, in wenigen Minuten ein Konto digital zu eröffnen. Außerdem entwickeln wir gerade unseren Vertragscoach weiter, mit dem Endkunden ihre laufenden Verträge intelligent im Blick behalten und Sparpotenziale entdecken können. Dabei geht der Vertragscoach deutlich über die bloßen Sparpotenziale hinaus, indem er Kunden wertvolle Tipps passend zu Ihrer Lebensphase gibt. So fließen z. B. zunehmend auch Impulse aus der eigenen Peer-Group ein.

Finanz-Szene.de: Wir wollen jetzt keinen Konflikt zwischen Fino und Finleap heraufbeschwören …

Christ: … natürlich wollen Sie das nicht …

Finanz-Szene.de: … aber kann es sein, dass Sie in sehr ähnlichen Feldern unterwegs sind? Beim Thema Kontowechsel ist ja bekannt, dass Sie mit dem Finleap-Unternehmen Finreach konkurrieren. Aber was Sie in Sachen Kreditprüfung machen, das erinnert ein wenig an Finleaps Solarisbank (wenn auch bei Ihnen ohne Banklizenz). Und Vertragsmanagement macht Finleap mit Moneymap ja auch.

Christ: Ich will gar nicht bestreiten, dass wir in gewissen Themen im Wettbewerb zueinander stehen. Aber es gibt bei den einzelnen Produkten dann doch Unterschiede. Unser Vertragscoach-Atom verfolgt zum Beispiel ein viel größeres Zielbild. Es geht uns nicht nur darum zu schauen, bei welchen Verträgen ich schnell Geld sparen kann, sondern darum, alle Vertragsbeziehungen des Kunden dauerhaft zu begleiten. So steht der Vertragscoach Kunden in wichtigen Momenten proaktiv mit Rat und Tat zur Seite.

Finanz-Szene.de: Finleap ist mit einem wahnsinnigen Hebel unterwegs. Nicht nur der Company Builder selber, sondern auch die einzelnen Startups sind mit enormen Summen gefunded. Wie wollen Sie da mithalten? Angeblich ist Fino ja rein Cash-Flow-finanziert …

Christ: Nicht nur „angeblich“. Das ist so! Wir sind bei Fino seit dem dritten Monat profitabel – und wir wollen auch in Zukunft ohne externe Kapitalgeber auskommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass das für uns der richtige Weg ist. Wir wollen uns mit den Kunden beschäftigten, nicht mit den Geldgebern. Und wir wollen weiterhin selber entscheiden, was wir bauen. Ich glaube, unter Strich sind wir mit dieser Methode schneller.

Finanz-Szene.de: Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Richtung Exit die Anteile nicht verwässert werden.

Christ: Richtig ist, dass die Mehrheit der Anteile bei mir liegen und der Rest beim Team. Allerdings – um auch das klarzustellen: Wir sind null Exit-getrieben.

 

Oliver Wyman schnappt sich Ex-Commerzbank-Managerin

Von Heinz-Roger Dohms

Interessante Personalie aus der Frankfurter Community: Tanja Birkholz, die zuletzt fünf Jahre lang die Investor-Relations-Abteilung der Commerzbank leitete, hat als Partnerin bei der (bei Banken besonders gut aufgestellten) Consulting-Firma Oliver Wyman angeheuert. Das geht aus einer Mitteilung der Strategieberatung sowie aus dem Linkedin-Profil der 44-Jährigen hervor.

Birkholz hatte die Commerzbank vor wenigen Monate „auf eigenen Wunsch“ verlassen, wie es damals in einer internen Mitteilung hieß.  „Tanja Birkholz hat es auch in turbulenten Zeiten immer wieder geschafft, die Interessen des Kapitalmarktes mit denen der Bank auszubalancieren“, ließ sich Finanzvorstand Stephan Engels seinerzeit zitieren.

Birkholz studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und der London School of Economics und erwarb berufsbegleitend die Qualifikation zum Chartered Financial Analyst sowie zum Financial Risk Manager. Bei Oliver Wyman wird ihr Schwerpunkt im Bereich Finance & Risk liegen.

„Wir befinden uns weiter auf starkem Wachstumskurs und wollen uns als Unternehmen in der Gruppe der Top 3 Strategieberatungen etablieren“, sagte Finja Carolin Kütz, Deutschland-Chefin von Oliver Wyman, zur Berufung von Birkholz. Alleine im letzten Jahr ernannte die Consulting-Firma weltweit rund 40 neue Partner.

Newsletter 14/09/17: Atempause für Kengeter, Deutsche Bank, 50.000 Jobs weg

Großaktionäre moppern gegen John Cryan

Unter einflussreichen Investoren wächst die Unmut über Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Das berichtet heute Früh das „Handelsblatt“. „Der Vorstandsvorsitzende hatte im Frühjahr eine komfortable Ausgangslage, aber er hat sie schlecht genutzt. Ich glaube zunehmend, dass er nicht mehr der Richtige ist“, zitieren die Kollegen einen Deutsche-Bank-Großaktionär. Ein anderer habe sich ähnlich geäußert: „Er hat in den gut zwei Jahren an der Spitze der Bank schlicht zu wenig verändert.“ Pikant: Dem Bericht zufolge zeigen sich auch die Kataris, die gut neun Prozent am größten deutschen Geldinstitut halten, irritiert. Hintergrund: Für sie ist Cryan eher ein Übergangschef – der Brite allerdings hatte jüngst erkennen lassen, dass er durchaus gewillt ist, über 2020 (dann läuft sein Vertrag aus) hinaus weiterzumachen.

Handelsblatt (Paywall)

Exklusiv

Quirin und Outbank loten Zusammenschluss aus: Es ist ein Techtelmechtel der spannenderen Sorte: Nach Recherchen von Finanz-Szene.de sprechen die Berliner Quirin-Bank und das Fintech Outbank über einen möglichen Zusammenschluss. Outbank-CEO Anya Schmidt und CFO Ralf Stangl weilten diesbezüglich Anfang der Woche sogar schon in der Hauptstadt, berichten Insider. Eine Idee ist es, die Multibanking-App von Outbank mit dem Robo-Advisor von Quirin zu verknüpfen. Darüber hinaus könnte es aber auch um eine Übernahme (des Fintechs durch die Bank) gehen. Die beiden Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren. Finanz-Szene.de

News

Deutsche Börse kauft ihren Vorstandschef frei: Mit einer Zahlung von 10,5 Mio. Euro will die Börse das Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter aus der Welt schaffen – das haben Vorstand und Aufsichtsrat gestern Abend beschlossen. Merke: Wenn die Schlinge nur groß genug ist, dann kriegt man auch seinen Kopf aus ihr raus. FAZ

Was die ING wirklich mit Scalable vorhat: „Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?“ fragten wir gestern morgen dickzeilig in unserem Newsletter (unter Bezug auf die „Börsenzeitung“, die ebendies berichtet hatte, freilich ohne Fragezeichen). Um die Sache aufzulösen: Nein, die ING steigt nicht beim größten deutschen Robo-Advisor ein. Nach Informationen von Finanz-Szene.de will man aber kooperieren. Sorry, liebe Leser(innen), dass wir Sie da gestern auf die falsche Fährte gesetzt haben. Finanz-Szene.de

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden: Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech erweitert seine Produktpalette. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche Asset Management will Mifid-Kosten selber tragen: … dagegen haben Union Investment, Deka und Carmignac angekündigt, die künftig wegen Mifid II zu zahlenden Research-Gebühren an die Kunden weitergeben zu wollen. Die große Frage lautet nun noch: Was macht Blackrock? Fondsprofessionell

Scope erwägt Börsengang: Das hat Florian Schöller, Chef der aufstrebenden Berliner Ratingagentur (die einen starken Banken-Fokus hat), der „Börsenzeitung“ erzählt. Die Pläne klingen dabei so mittelkonkret: Im nächsten Jahr will Scope die nötigen Voraussetzungen für ein IPO schaffen, danach soll binnen zwei bis drei Jahren die Erstnotiz erfolgen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

So wenige Banker gab es zuletzt 1997: Europas Finanzinstitute haben 2016 rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut (und gut 9000 Filialen geschlossen), sagt die Europäische Bankenvereinigung. Damit arbeiten in der Branche so wenige Leute wie zuletzt vor 20 Jahren – und mehr werden’s vermutlich auch nicht mehr werden. Standard

Karriere

So viel verdienen Deutschlands Landesbanker: Während wir selber unsere traurigen Wochenenden gern mal mit der Lektüre des Bundesanzeigers verbringen, hat Kollege Florian Hamann von „efinancialcareers“ gottlob Besseres zu tun – er liest Vergütungsberichte. Dabei hat er auch diesmal wieder Erstaunliches zutage gefördert: Dafür dass ja auch Landesbanker irgendwie Banker sind, verdienen sie ganz schön wenig (@Jörg Kukies: Es geht um Jahresgehälter, nicht um Wochengehälter). efinancialcareers

Lesetipps

Was Société Générale der Deutschen Bank vorwirft: Wie gestern berichtet, hat die französische Großbank das Kusrziel für den deutschen Rivalen auf 10,50 Euro herabgesetzt. Da die Société-Analysen zur DBank in der Vergangenheit zu gut waren, als dass man das Ganze als billige Konkurrentenschelte abtun sollte, dokumentieren wir heute die Kernaussagen der Research-Studie. Finanz-Szene.de

Was Filialbanken von den Apple-Stores (also von den physischen Stores, nicht vom iTunes Store) lernen können: … erläutert sehr anschaulich der Berater und Blogger Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Warum die Finanzkrise vorhersehbar war: … erklären die Um-die-Ecke-Denker von FT Alphaville.

Klickfavorit

… war gestern ausgerechnet das, nun ja, sagen wir: nicht zu 100 Prozent zielführende Stück über die ING Diba und Scalable Capital (erlauben Sie uns, auf eine neuerliche Verlinkung ausnahmesweise zu verzichten).

Newsletter 14/09/17: Quirin/Outbank, Weltsparen, Deutsche Bank

Exklusiv: Quirin-Bank und Outbank loten möglichen Zusammenschluss aus

Es ist ein Techtelmechtel der spannenderen Sorte: Nach Recherchen von Finanz-Szene.de sprechen die Berliner Quirin-Bank und das Fintech Outbank über einen möglichen Zusammenschluss. Outbank-CEO Anya Schmidt und CFO Ralf Stangl weilten diesbezüglich Anfang der Woche sogar schon in der Hauptstadt, berichten Insider. Eine Idee ist es, die Multibanking-App von Outbank mit dem Robo-Advisor von Quirin zu verknüpfen. Darüber hinaus könnte es aber auch um eine Übernahme (des Fintechs durch die Bank) gehen. Die beiden Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren. Selbst wenn es mit Quirin letztlich aber keinen Deal geben sollte: Outbank mit seinen Promi-Investoren Frank Thelen und Klaus Hommels stehen spannende Wochen bevor.

Finanz-Szene.de

News

Investoren moppern gegen John Cryan: Unter einflussreichen Investoren wächst die Unmut über den Deutsche-Bank-Chef, berichtet das „Handelsblatt“. „Der Vorstandsvorsitzende hatte im Frühjahr eine komfortable Ausgangslage, aber er hat sie schlecht genutzt. Ich glaube zunehmend, dass er nicht mehr der Richtige ist“, zitieren die Kollegen einen Deutsche-Bank-Großaktionär. Ein anderer habe sich ähnlich geäußert: „Er hat in den gut zwei Jahren an der Spitze der Bank schlicht zu wenig verändert.“ Handelsblatt (Paywall)

Was die ING wirklich mit Scalable vorhat: „Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?“ fragten wir gestern morgen dickzeilig in unserem Newsletter (unter Bezug auf die „Börsenzeitung“, die ebendies berichtet hatte, freilich ohne Fragezeichen). Um die Sache aufzulösen: Nein, die ING steigt nicht beim größten deutschen Robo-Advisor ein. Nach Informationen von Finanz-Szene.de will man aber kooperieren. Sorry, liebe Leser(innen), dass wir Sie da gestern auf die falsche Fährte gesetzt haben. Finanz-Szene.de

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden: Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech erweitert seine Produktpalette. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche Börse kauft ihren Vorstandschef frei: Mit einer Zahlung von 10,5 Mio. Euro will die Börse das Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter aus der Welt schaffen – das haben Vorstand und Aufsichtsrat gestern Abend beschlossen. Merke: Wenn die Schlinge nur groß genug ist, dann kriegt man auch seinen Kopf aus ihr raus. FAZ

Deutsche Asset Management will Mifid-Kosten selber tragen: … dagegen hatten Union Investment, Deka und Carmignac jüngst angekündigt, die künftig wegen Mifid II zu zahlenden Research-Gebühren an die Kunden weitergeben zu wollen. Die große Frage lautet nun noch: Was macht Blackrock? Fondsprofessionell

Scope erwägt Börsengang: Das hat Florian Schöller, Chef der aufstrebenden Berliner Ratingagentur (die einen starken Banken-Fokus hat), der „Börsenzeitung“ erzählt. Die Pläne klingen dabei so mittelkonkret: Im nächsten Jahr will Scope die nötigen Voraussetzungen für ein IPO schaffen, danach soll binnen zwei bis drei Jahren die Erstnotiz erfolgen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

So wenige Banker gab es zuletzt 1997: Europas Finanzinstitute haben 2016 rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut (und gut 9000 Filialen geschlossen), sagt die Europäische Bankenvereinigung. Damit arbeiten in der Branche so wenige Leute wie zuletzt vor 20 Jahren – und mehr werden’s vermutlich auch nicht mehr werden. Standard

Karriere

So viel verdienen Deutschlands Landesbanker: Während wir selber unsere traurigen Wochenenden gern mal mit der Lektüre des Bundesanzeigers verbringen, hat Kollege Florian Hamann von „efinancialcareers“ gottlob Besseres zu tun – er liest Vergütungsberichte. Dabei hat er auch diesmal wieder Erstaunliches zutage gefördert: Dafür dass ja auch Landesbanker irgendwie Banker sind, verdienen sie ganz schön wenig (@Jörg Kukies: Es geht um Jahresgehälter, nicht um Wochengehälter). efinancialcareers

Lesetipps

Was Société Générale der Deutschen Bank vorwirft: Wie gestern berichtet, hat die französische Großbank das Kusrziel für den deutschen Rivalen auf 10,50 Euro herabgesetzt. Da die Société-Analysen zur DBank in der Vergangenheit zu gut waren, als dass man das Ganze als billige Konkurrentenschelte abtun sollte, dokumentieren wir heute die Kernaussagen der Research-Studie. Finanz-Szene.de

Was Filialbanken von den Apple-Stores (also von den physischen Stores, nicht vom iTunes Store) lernen können: … erläutert sehr anschaulich der Berater und Blogger Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Warum die Finanzkrise vorhersehbar war: … erklären die Um-die-Ecke-Denker von FT Alphaville.

Klickfavorit

… war gestern ausgerechnet das, nun ja, sagen wir: nicht zu 100 Prozent zielführende Stück über die ING Diba und Scalable Capital (erlauben Sie uns, auf eine neuerliche Verlinkung ausnahmesweise zu verzichten).

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden

Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech Weltsparen nimmt nun erstmals auch Geschäftskunden ins Visier.  Dafür hat die Tages- und Festgeldplattform als Partnerbanken die Banco BNI aus Portugal, ein Institut namens Younited aus Frankreich sowie die  Bremer Greensill-Bank gewonnen (bei der es sich um die ehemalige Nordfinanz handelt). Die Zinssätze liegen laut Weltsparen bei bis zu 0,7 Prozent.

Exklusiv: Quirin und Outbank sprechen über möglichen Zusammenschluss

Von Heinz-Roger Dohms

Was bahnt sich denn da für ein hübscher, kleiner Deal an? Nach Informationen vom Finanz-Szene.de hat sich das Dachauer Fintech Outbank dieser Tage der Berliner Quirin-Bank angedient. Wie Insider berichten, waren Outbank-CEO Anya Schmidt und CTO Ralf Sangl zu Wochenbeginn sogar schon in der Hauptstadt, um erste Sondierungsgespräche zu führen.

Die Idee ist es den Recherchen zufolge, den Quirin-eigenen Robo-Advisor Quirion mit dem Multibanking-Tool von Outbank zu verknüpfen. Darüber hinaus dürfte es allerdings auch um eine komplette Übernahme des Fintechs durch das Berliner Geldhaus gehen. Keines der beiden Unternehmen wollte zu den Informationen Stellung nehmen.

Unklar  ist, warum Outbank nur wenige Wochen nach dem mit großem Bohei verkündeten Neustart nun plötzlich bei Quirin andocken will. Die Frage, wann das Fintech die nächste Finanzierung braucht, ließ Anya Schmidt unbeantwortet, ebenso wie die Frage, ob das Management abgesehen von Quirin zurzeit auch mit anderen potenziellen Investoren spricht.

Schmidt hatte jüngst in einem eher ungewöhnliche Schritt das bisherige Geschäftsmodell öffentlich für „gescheitert“ erklärt und einen Neuanfang von Outbank als Finance-Plattform propagiert. Bei dem Fintech sind unter anderem Frank Thelen (also der Thelen aus der TV-Sendung „Die Höhle des Löwen“) und Starinvestor Klaus Hommels (Lakestar) mit von der Partie.

Von Quirin kamen zuletzt vor allem positive Nachrichten. Der einstige Honorarberatungs-Spezialist, der sich immer stärker zu einem klassischen Vermögensverwalter wandelt, schreibt endlich schwarze Zahlen und baut seine Assets under Management aus. Wie Finanz-Szene.de berichtete, läuft es sogar beim Robo Quirion so einigermaßen. Er dürfte bis Jahresende die 100-Millionen-Euro-Marke knacken.

 

Dokumentation: Was die Société Générale der Deutschen Bank vorwirft

Die Société Générale hat das Kursziel für die Deutsche Bank auf nur noch 10,50 Euro runtergeprügelt. Da Société-Analyst Andrew Lim in der Vergangenheit mit seinen Prognosen zum größten hiesigen Geldhaus oftmals richtig lag (wie uns ein langjähriger Deutsche-Bank-Watcher gestern versicherte), dokumentieren wir zwei Kernaussagen der Studie:

  • We reach the conclusion that it [i.e. Deutsche Bank] still has a capital deficit of €3bn as of end-2018e, representing the shortfall in the CET1 leverage ratio of 3.6% at end-2018e (vs 3.5% currently) to a target of 3.75% (the minimum that we think management should target, equal to a 25bp buffer above the regulatory minimum of 3.5%).
  • DBK’s I-bank franchise remains under significant pressure. In our bubble chart profitability analysis, we show how key IBD, Equities and FICC products generate ROEs well below peers, and indeed COE for the most part. A lack of critical mass and the capital deficit mean that DBK has little hope of regaining bulge-bracket status.