Exklusiv: Österreichs größte Bank prüft Markteintritt in Deutschland

Von Heinz-Roger Dohms

Die österreichische Großsparkasse „Erste Group“ spielt nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen Markteintritt in Deutschland durch. Als Vehikel für diesen Schritt könnte das Multibanking-Tool „George“ dienen, das in der Alpenrepublik bereits von weit mehr als einer Million Menschen genutzt wird – und das die „Erste Group“ über Tochterinstitute auch schon in Tschechien, der Slowakei und demnächst Rumänien anbietet. „An uns sind einige deutsche Banken herangetreten, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Einführung von ‚George‘ in den deutschen Markt auszuloten. Uns freut dieses Interesse und wir evaluieren alle Optionen für eine mögliche Erweiterung der ‚George‘-Plattform in neue Märkte“, bestätigte ein Sprecher der „Ersten Group“ auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“. Bislang ist die größte österreichische Bank in Deutschland nur mit einigen Kapitalmarktprodukten wie Anleihen oder Zertifikaten vertreten, die über Banken, Sparkassen oder sonstige Finanzdienstleister vertrieben werden.

Unter digitalaffinen Bankern gilt „George“ schon länger als Geheimtipp. Das Tool startete vor dreieinhalb Jahren als scheinbar normales Online-Banking – nur um sich mit einer Reihe von innovativen Funktionen alsbald deutlich von der Konkurrenz abzuheben. Das Herzstück von „George“ ist dabei bis heute ein „Personal Finance Manager“, der jede  Kontobewegung des Nutzers auswertet und in anschauliche Tabellen übersetzt. Dadurch kann der Kunde stets sein Ausgabenverhalten der vergangenen Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre kontrollieren. Als „Finanz-Szene.de“ vor rund einem Jahr mit dem Bankenberater Karsten Junge von Consileon über „George“ sprach, meinte der: „Inzwischen bieten zwar viele Banken solche Applikationen an. So übersichtlich wie ‚George‘ bekommt das aber kaum einer hin.“ Noch euphorischer äußerte sich damals André Bajorat, Chef des Hamburger PSD2-Fintechs Figo: „Es gibt in ganz Europa kein besseres Online-Banking.“

Erste-Bank-Vorstand Bosek denkt allerdings noch weiter. Für ihn ist „George“ nicht nur ein Tool, um die eigenen Kunden mit den eigenen Produkten zu verlinken – sondern die Keimzelle eines Banking-Ökosystems: „Wir haben von Anfang an darauf geachtet, dass ‚George‘ eine eigene API [Anm.: eine eigene Schnittstelle] hat. Und warum? Weil wir sicherstellen wollten, dass die Nutzer von den Dienstleistungen Dritter profitieren können.“ Seine Vision gehe deshalb über die Entwicklung einer schicken App weit hinaus, so Bosek vor wenigen Monaten gegenüber „Capital“: „Wir wollen mit ‚George‘ eines Tages zu einer paneuropäischen Bankenplattform werden. Eine Art iTunes für Banking.“

Für die deutschen Sparkassen muss diese Ankündigung wie eine Bedrohung klingen. Es heißt zwar, dass sich Grüppchen von Sparkassen-Funktionären in der Vergangenheit sogar  nach Wien aufgemacht hätten, um sich „George“ vorführen zu lassen – das fortschrittliche Tool ins eigene Angebot zu übernehmen war aber offenbar nie ein Thema. Begründet wird dies beim Sparkassenverband DSGV mit den „unterschiedlichen Kernbanksystemen“, die eine Integration von „George“ quasi unmöglich machten. Darüber hinaus darf man allerdings vermuten, dass sich die deutschen Sparkassen die Schmach ersparen wollten, bei der Digitalisierung auf die Hilfe des österreichischen Schwesterinstituts angewiesen zu sein. Indes: Sollte die „Erste Group“ nun hierzulande gemeinsame Sache mit direkten Sparkassen-Konkurrenten machen (und das ganz womöglich sogar erfolgreich), wäre die Peinlichkeit sicherlich nicht geringer.

Über die trügerische Hoffnung, dass PSPs das Händlerproblem von Paydirekt lösen

Von Jochen Siegert

Paydirekt geht ins dritte Weihnachtsgeschäft seit dem Start 2015 – und das mit immer noch nur 1400 Akzeptanzstellen und einer sehr überschaubaren Durchdringung bei den 100 umsatzstärksten deutschen Online-Shops. Nun allerdings schöpft der bankeneigene Bezahldienst offenbar frischen Mut. Denn nach Computop, Payone, Concardis und Co. hat Paydirekt einen  weiteren Payment Service Provider (PSP) als Partner gewonnen – Wirecard. Doch kann das bayerische TecDax-Schwergewicht mit seinem speziellen Fokus auf Händler aus dem Bereich digitaler Güter wirklich helfen, das Händler-Akzeptanzproblem von Paydirekt zu lösen? Wohlgemerkt, nachdem dies den anderen PSPs schon nicht gelungen ist?

Ein Blick auf die wirklich erfolgreichen Zahlungsverfahren im Markt könnte helfen. Denn wie sind PayPal, Ratepay, Klarna, Billpay, Sofortüberweisung oder Barzahlen groß geworden? Indem sie ihre Händler-Direktakzeptanz durch einen eigenen Großkunden-Key-Account-Vertrieb und KMU-Telesales aufgebaut haben. Partnerschaften mit den verschiedenen PSPs waren für diese Anbieter immer nur die Abrundung des Vertriebs.

Einer der vielen Geburtsfehler von Paydirekt war der Glaube, dass das Verfahren vom Firmenkundenbetreuer der Bank mitverkauft wird. Ein weiterer Trugschluss ist es nun zu meinen, die PSPs würden das Akzeptanzproblem nachhaltig lösen (dafür, dass Paydirekt dies wirklich glaubt, spricht die Pressemitteilung vom vergangenen Freitag). Das Akzeptanzproblem wird man aber nur dann in den Griff bekommen, wenn die Paydirekt GmbH die eindeutige P&L-Verantwortung bekommt. Auf der Akzeptanzseite bedeutet das: eigenständiger Vertrieb und Händleransprache in der Verantwortung von Paydirekt selbst. Dazu gehören aber auch Preishoheit und Produktverantwortung in die Gesellschaft.

Haben die Banken und Sparkassen dazu den Mut? Zumindest die Historie der vergangenen zehn Jahre legt nahe, dass sich erfolgreiche Zahlverfahren im deutschen Markt nur auf diesem Weg etablieren lassen.

[Der Autor ist COO des Fintechs Traxpay und gehört zu den angesehensten deutschen Payment-Experten. Seine Meinung ist nicht notwendig die der Redaktion.]

Newsletter 27/10/2017: Deutsche Bank kopiert N26, Solarisbank-Scoop, „Die Twins von Dwins“

Deutsche Bank startet Digitalbank

Es war so viel los bei der Deutschen Bank gestern (siehe „Schwerpunkt“ weiter unten), dass die vielleicht spektakulärste Nachricht des Tages fast untergegangen ist: Der Branchenführer will Ende 2018 eine eigene Digitalbank starten, in deren Zentrum ein kostenloses Girokonto stehen soll. Das ist zum einen natürlich ein Angriff auf die – zumindest in puncto Kundengewinnung  – extrem erfolgreiche Berliner Fintech-Bank N26, man darf darin zum anderen aber auch eine Reaktion auf das Yomo-Projekt der Sparkassen sehen. Und, wie Meike Schreiber heute früh in der SZ anmerkt: Vielleicht positioniert sich die Deutsche Bank mit ihrer  Initiative ja auch bewusst gegen das „Immer-noch-Gratiskonto“ der Commerzbank. Sonst noch was? Ja: In irgendeine zukünftige Form von Marktplatzbank könnte sich das neue Angebot womöglich auch ganz gut einfügen. Bevor wir die Digitalbank nun aber gleich zur strategischen Allzweckwaffe verklären, sei kritisch angemerkt: Wirklich früh dran (Ende 2018 …) ist die Deutsche Bank auch mit diesem Projekt nicht.

Süddeutsche Zeitung (ganz runterscrollen), Pressemitteilung (6. Absatz)

Exklusiv: Plant die Solarisbank bereits das nächste Riesen-Funding?

Die Solarisbank zündet offenbar die nächste Wachstumsstufe. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, bereitet sich die Berliner Banking-Plattform ein halbes Jahre nach der Serie-A-Finanzierung über 26,3 Mio. Euro (bis heute Rekord für B2B-Fintechs) schon auf die nächste Funding-Runde vor. Konkret haben die Aktionäre den Vorstand jüngst ermächtigt, das Grundkapital bis Ende 2018 nochmals um satte 50 Prozent zu erhöhen. Selbst wenn das Management diesen Rahmen nur teilweise ausschöpfen sollte, könnte die „Serie B“ damit ähnliche Dimensionen erreichen wie die „Serie A“. Zum rasanten Expansionstempo passt unterdessen auch, dass die Solarisbank die Zahl ihrer Kooperationspartner nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ binnen weniger Monate verdoppelt hat. Mehr dazu lesen Sie hier: Finanz-Szene.de

News

Wer wird neuer Chef der Deutschen Börse? Nach einer monatelangen Hängepartie ist das Schicksal von Carsten Kengeter besiegelt – mit seinem gestern verkündeten Rücktritt kommt er einem möglichen Rauswurf zuvor. Der Nachfolger soll von außen kommen, wünschen sich viele Investoren. Doch auch eine interne Übergangslösung scheint denkbar. Ein Kandidat: Finanzchef Gregor Pottmeyer. Handelsblatt (Paywall), Reuters

Und noch was: Gestern Abend hat die Deutsche Börse dann auch noch ihre Gewinnziele für dieses Jahr kassiert. Prost, Mahlzeit. Handelsblatt

Streich die Commerzbank weniger Arbeitsplätze als gedacht? Statt der angekündigten 9600 Stellen fallen offenbar „nur“ knapp 9000 Stellen weg. Wirtschaftswoche

Das ist der (einzige?) Bieter für die HSH Nordbank: Laut SZ hat das Konsortium aus Apollo und J.C. Flowers jeweils ein Angebot für die Kernbank und eines für die Gesamtbank abgegeben. Ob auch andere Interessenten konkrete Gebote hinterlegt haben, ist unklar (darf aber als wahrscheinlich gelten). Twitter

Diese Meldung hier ist keine Wiederholung: … sondern: Die Netbank (immerhin Deutschlands ältestes Online-Institut) hat ihre IT-Störung immer, immer, immer noch nicht im Griff. Wirtschaftswoche

Es wird noch immer kurioser: Nach dem Börsengang (von dem man bereits halten konnte, was man will) plant das schillernde Hamburger Fintech Naga nun auch noch ein „Initial Coin Offering“ im Wert von bis zu 220 (!) Mio. Dollar. Was man sich dabei immer vor Augen halten muss: Naga ist seit kurzem offizielles Mitglied des Bankenverbands und darüber hinaus eng verbandelt mit einem (nun ja: halbwegs) seriösen Unternehmen wie der Deutschen Börse AG. Wissen eigentlich alle Beteiligten, was sie da tun? Ad-hoc-Mitteilung, Börsenzeitung (Paywall)

Lesetipps

„Bezahlen ist kein Mittel zum Zweck, sondern ein wichtiger Teil der Customer Experience“: … meint Volker Steinle, Deutschland-Chef des milliardenschweren niederländischen Payment-Fintechs Adyen. Paymentandbanking

Das sind die Twins von Dwins: Am Mittwoch vermeldeten wir, dass die Deutsche Bank beim digitalen Finanzplaner Dwins eingestiegen ist. Die Kollegen von Gründerszene stellen die beiden Gründer vor (der links auf dem Foto ist angeblich Alexander, der rechts ist angeblich Benjamin). Gründerszene

Können wir Alexa wirklich vertrauen? Der Fintech-Blogger (und Haspa-Digital-Vordenker) Tobias Baumgarten erläutert, warum Voice-Banking noch nicht sicher genug ist. Finletter

Was von der gestrigen EZB-Entscheidung letzten Endes zu halten ist: … erklären die Kollegen von Bloomberg.

Und noch: … die wöchentliche „Was wir lesen“-Liste. DZ-Innovationsblog

Schwerpunkt Q3-Zahlen Deutsche Bank

  • Was helfen sinkende Kosten, wenn zugleich die Erträge wegbrechen? Manager Magazin
  • Ob DBank oder Barclays – das Problem ist bei beiden das gleiche: Die Zinsen sind zu niedrig und die Börse ist zu ruhig. Bloomberg
  • Ein Prozent höhere Zinsen brächten der DBank 1,8 Mrd. Euro höhere Zinserträge. Doch was hilft diese Rechnung, wenn die Zinsen nicht steigen? Lex-Kolumne (Paywall)
  • Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Vom Ziel einer zehnprozentigen Eigenkapitalrendite ist John Cryan so weit entfernt wie eh und je (in Q3 waren es 4,5 Prozent). Breakingviews
  • Warum ein IPO der Asset-Management-Sparte irgendwie keinen richtigen Sinn (mehr) ergibt. Breakingviews (von Mittwoch)
  • Fallen bei der Deutschen Bank plötzlich noch mehr Jobs weg? Süddeutsche Zeitung (vorletzter Absatz)
  • Bei der Integration der Postbank bleiben viele Fragen offen. Wirtschaftswoche

Karriere

35.000 Euro für vier Semester: Die Frankfurt School hat seit gestern einen neuen Campus. Doch so schick die private Wirtschaftsuni ist – so teuer ist sie auch. FAZ

Klickfavorit

… war gestern das Stück über die irren Funding-Pläne für Paydirekt. Süddeutsche

Back-End

Irgendwie beruhigend, dass ein hochrangiger Manager der Deutschen Börse in dieser ja doch nicht ganz einfachen Woche noch die Zeit fand, einen sehr, sehr lustigen Twitter-Post in die Welt zu schicken.

In diesem Sinne: Tweets reflecting my personal thoughts, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

(und empfehlen Sie diesen kleinen Newsletter bitte weiterhin fleißig, fleißg weiter!)

Newsletter 27/10/2017: Deutsche Bank kopiert N26, Solarisbank-Scoop, Deutsche Börse

Deutsche Bank startet Digitalbank

Es war so viel los bei der Deutschen Bank gestern (siehe „Schwerpunkt“ weiter unten), dass die vielleicht spektakulärste Nachricht des Tages fast untergegangen ist: Der Branchenführer will Ende 2018 eine eigene Digitalbank starten, in deren Zentrum ein kostenloses Girokonto stehen soll. Das ist zum einen natürlich ein Angriff auf die – zumindest in puncto Kundengewinnung  – extrem erfolgreiche Berliner Fintech-Bank N26, man darf darin zum anderen aber auch eine Reaktion auf das Yomo-Projekt der Sparkassen sehen. Und, wie Meike Schreiber heute früh in der SZ anmerkt: Vielleicht positioniert sich die Deutsche Bank mit ihrer  Initiative ja auch bewusst gegen das „Immer-noch-Gratiskonto“ der Commerzbank. Sonst noch was? Ja: In irgendeine zukünftige Form von Marktplatzbank könnte sich das neue Angebot womöglich auch ganz gut einfügen. Bevor wir die Digitalbank nun aber gleich zur strategischen Allzweckwaffe verklären, sei kritisch angemerkt: Wirklich früh dran (Ende 2018 …) ist die Deutsche Bank auch mit diesem Projekt nicht.

Süddeutsche Zeitung (ganz runterscrollen), Pressemitteilung (6. Absatz)

Exklusiv: Plant die Solarisbank bereits das nächste Riesen-Funding?

Die Solarisbank zündet offenbar die nächste Wachstumsstufe. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, bereitet sich die Berliner Banking-Plattform ein halbes Jahre nach der Serie-A-Finanzierung über 26,3 Mio. Euro (bis heute Rekord für B2B-Fintechs) schon auf die nächste Funding-Runde vor. Konkret haben die Aktionäre den Vorstand jüngst ermächtigt, das Grundkapital bis Ende 2018 nochmals um satte 50 Prozent zu erhöhen. Selbst wenn das Management diesen Rahmen nur teilweise ausschöpfen sollte, könnte die „Serie B“ damit ähnliche Dimensionen erreichen wie die „Serie A“. Zum rasanten Expansionstempo passt unterdessen auch, dass die Solarisbank die Zahl ihrer Kooperationspartner nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ binnen weniger Monate verdoppelt hat. Mehr dazu lesen Sie hier: Finanz-Szene.de

News

Wer wird neuer Chef der Deutschen Börse? Nach einer monatelangen Hängepartie ist das Schicksal von Carsten Kengeter besiegelt – mit seinem gestern verkündeten Rücktritt kommt er einem möglichen Rauswurf zuvor. Der Nachfolger soll von außen kommen, wünschen sich viele Investoren. Doch auch eine interne Übergangslösung scheint denkbar. Ein Kandidat: Finanzchef Gregor Pottmeyer. Handelsblatt (Paywall), Reuters

Und noch was: Gestern Abend hat die Deutsche Börse dann auch noch ihre Gewinnziele für dieses Jahr kassiert. Prost, Mahlzeit. Handelsblatt

Streich die Commerzbank weniger Arbeitsplätze als gedacht? Statt der angekündigten 9600 Stellen fallen offenbar „nur“ knapp 9000 Stellen weg. Wirtschaftswoche

Das ist der (einzige?) Bieter für die HSH Nordbank: Laut SZ hat das Konsortium aus Apollo und J.C. Flowers jeweils ein Angebot für die Kernbank und eines für die Gesamtbank abgegeben. Ob auch andere Interessenten konkrete Gebote hinterlegt haben, ist unklar (darf aber als wahrscheinlich gelten). Twitter

Diese Meldung hier ist keine Wiederholung: … sondern: Die Netbank (immerhin Deutschlands ältestes Online-Institut) hat ihre IT-Störung immer, immer, immer noch nicht im Griff. Wirtschaftswoche

Es wird noch immer kurioser: Nach dem Börsengang (von dem man bereits halten konnte, was man will) plant das schillernde Hamburger Fintech Naga nun auch noch ein „Initial Coin Offering“ im Wert von bis zu 220 (!) Mio. Dollar. Was man sich dabei immer vor Augen halten muss: Naga ist seit kurzem offizielles Mitglied des Bankenverbands und darüber hinaus eng verbandelt mit einem (nun ja: halbwegs) seriösen Unternehmen wie der Deutschen Börse AG. Wissen eigentlich alle Beteiligten, was sie da tun? Ad-hoc-Mitteilung, Börsenzeitung (Paywall)

Schwerpunkt Q3-Zahlen Deutsche Bank

  • Was helfen sinkende Kosten, wenn zugleich die Erträge wegbrechen? Manager Magazin
  • Ob DBank oder Barclays – das Problem ist bei beiden das gleiche: Die Zinsen sind zu niedrig und die Börse ist zu ruhig. Bloomberg
  • Ein Prozent höhere Zinsen brächten der DBank 1,8 Mrd. Euro höhere Zinserträge. Doch was hilft diese Rechnung, wenn die Zinsen nicht steigen? Lex-Kolumne (Paywall)
  • Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Vom Ziel einer zehnprozentigen Eigenkapitalrendite ist John Cryan so weit entfernt wie eh und je (in Q3 waren es 4,5 Prozent). Breakingviews
  • Warum ein IPO der Asset-Management-Sparte irgendwie keinen richtigen Sinn (mehr) ergibt. Breakingviews (von Mittwoch)
  • Fallen bei der Deutschen Bank plötzlich noch mehr Jobs weg? Süddeutsche Zeitung (vorletzter Absatz)
  • Bei der Integration der Postbank bleiben viele Fragen offen. Wirtschaftswoche

Lesetipps

„Bezahlen ist kein Mittel zum Zweck, sondern ein wichtiger Teil der Customer Experience“: … meint Volker Steinle, Deutschland-Chef des milliardenschweren niederländischen Payment-Fintechs Adyen. Paymentandbanking

Das sind die Twins von Dwins: Am Mittwoch vermeldeten wir, dass die Deutsche Bank beim digitalen Finanzplaner Dwins eingestiegen ist. Die Kollegen von Gründerszene stellen die beiden Gründer vor (der links auf dem Foto ist angeblich Alexander, der rechts ist angeblich Benjamin). Gründerszene

Können wir Alexa wirklich vertrauen? Der Fintech-Blogger (und Haspa-Digital-Vordenker) Tobias Baumgarten erläutert, warum Voice-Banking noch nicht sicher genug ist. Finletter

Was von der gestrigen EZB-Entscheidung letzten Endes zu halten ist: … erklären die Kollegen von Bloomberg.

Und noch: … die wöchentliche „Was wir lesen“-Liste. DZ-Innovationsblog

Karriere

35.000 Euro für vier Semester: Die Frankfurt School hat seit gestern einen neuen Campus. Doch so schick die private Wirtschaftsuni ist – so teuer ist sie auch. FAZ

Klickfavorit

… war gestern das Stück über die irren Funding-Pläne für Paydirekt. Süddeutsche

Back-End

Irgendwie beruhigend, dass ein hochrangiger Manager der Deutschen Börse in dieser ja doch nicht ganz einfachen Woche noch die Zeit fand, einen sehr, sehr lustigen Twitter-Post in die Welt zu schicken.

In diesem Sinne: Tweets reflecting my personal thoughts, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

(und empfehlen Sie diesen kleinen Newsletter bitte weiterhin fleißig, fleißg weiter!)

Exklusiv: Plant die Solarisbank schon das nächstes Riesen-Funding?

Von Heinz-Roger Dohms

Die Solarisbank zündet die nächste Wachstumsstufe. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, bereitet sich die Berliner Banking-Plattform ein halbes Jahre nach der Serie-A-Finanzierung über 26,3 Mio. Euro (bis heute Rekord für B2B-Fintechs) schon auf die nächste Funding-Runde vor. Konkret haben die Aktionäre den Vorstand jüngst ermächtigt, das Grundkapital bis Ende 2018 nochmals um satte 50 Prozent zu erhöhen. Selbst wenn das Management diesen Rahmen nur teilweise ausschöpfen sollte, könnte die „Serie B“ damit ähnliche Dimensionen erreichen wie die „Serie A“.

Welches Expansionstempo die Solarisbank allem Anschein nach anschlägt, zeigt sich auch an der rasant wachsenden Zahl der Kooperationspartner. Als das 2016 vom Berliner „Company Builder“ Finleap aufgesetzte Startup im Frühjahr seine Finanzierung bekanntgab, war von knapp 20 Unternehmenskunden die Rede. Inzwischen sei man bei fast 40 angelangt, bis Jahresende sollen es rund 50 sein, teilt Solaris nun auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ mit. Ein Beispiel hierfür ist der Frankfurter Inkasso-Spezialist Universum Group. Der will mithilfe der Solarisbank künftig digitale Factoring-Lösungen sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereiche anbieten. Die Zusammenarbeit soll in den nächsten Tagen offiziell verkündet werden.

Solaris hatte im vergangenen Jahr als erstes Fintech überhaupt eine Vollbanklizenz der Bafin erhalten. Das Geschäftsmodell  beruht darauf, diese Lizenz nun zu Geld zu machen – nämlich indem die Berliner ihre Dienstleistungen in erster Linie solchen Firmen anbieten, die zwar bankähnliche Geschäfte betreiben, selber aber keine Lizenz besitzen. Ein Beispiel hierfür ist das Fintech Kontist, das Geschäftskonten für Freiberufler anbietet. Für Kontist organisiert die Solarisbank nun den Zahlungsverkehr und die Kontenverwaltung. Erhält der Freelancer also eine Überweisung seines Auftraggebers, landet das Geld nicht bei Kontist, sondern bei Solaris.

Ein anderer Bereich, in dem die Berliner sehr umtriebig zu seinen scheinen, sind sogenannte Gutscheinkarten, wie sie von immer mehr Unternehmen angeboten werden. Der Knackpunkt in diesem Geschäft lautet: Wo wird das Geld, das die Kunden auf ihre Karten laden, aufbewahrt? Und wer wickelt den dahinterstehenden Zahlungsfluss ab?  Dies erledigt Solaris unter anderem für die Imbissketten Nordsee und Backwerk.

Newsletter 26/10/2017: 300 Mio für Paydirekt?, IDNow, Amazon/Bitcoin

Exklusiv: Sparkassen planen irres Funding für Paydirekt

Es wäre eine Finanzspritze, die (nur mal so zur Einordnung) selbst die größten Fintech-Fundings hierzulande um den Faktor 10 übertreffen würde: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Süddeutscher Zeitung“ gibt es Pläne, den bankeneigenen Bezahldienst Paydirekt mit einer Finanzierung von rund 300 Mio. Euro zu pimpen. Konkret sind es die Sparkassen, die (wie mehrere Insider übereinstimmend berichten) bereit sind, bis zu 100 Mio. Euro in den deutschen Paypal-Klon zu investieren – allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: 1.) Von den Großbanken und den Genobanken soll jeweils die gleiche Summe kommen. Und 2.) An die Spitze von Paydirekt soll ein neuer Geschäftsführer rücken. Um die irre Summe gegenüber den Ortsbanken verteidigen zu können, wird innerhalb des Sparkassen-Lagers darauf verwiesen, dass  Paypal weltweit fast eine Milliarde Dollar allein fürs Marketing ausgibt. „Wenn wir mit Paydirekt zu einem Schwergewicht wie Paypal aufschließen wollen, müssen wir richtig Geld in die Hand nehmen. Mit ein paar Millionen ist es da nicht getan.“

Süddeutsche (mit mehr Hintergründen)

News

Ist ID Now der „Hidden Champion“ schlechthin da draußen? Das Münchner Video-Ident-Fintech, das neulich mit dem gewonnenen Prozess gegen WebID für Schlagzeilen sorgte, legt sich einen echten CEO zu. Wir kennen den guten Mann  zwar nicht, aber seine sehr internationale Vita liest sich auf den ersten Blick sehr beeindruckend. Was uns an der Pressemitteilung von IDNow aber fast noch mehr verblüffte: Wenn stimmt, was da steht, dann sind für das erst 2014 gegründete Startup schon jetzt „rund 300 Personen tätig“. Selbst wenn wir als erfahrene Skeptiker mal davon ausgehen, dass da der stellvertretende Hausmeister, der Firmenhund und alles Praktis mitgezählt wurden – 300, das wäre krasssss viel für ein deutsches B2B-Fintech. Finextra, Pressemitteilung

Deutsche Bank schließt den nächsten teuren Libor-Vergleich: Es läppert sich und läppert sich und läppert sich. Diesmal muss das größte Geldhaus der Republik umgerechnet 186 Mio. Euro latzen (also ungefähr das, was manche Sparte der DBank in einem guten Quartal verdient). Geklagt hatten 45 US-Bundesstaaten. Wirtschaftswoche

Das Ende von Sal. Oppenheim: Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will die Deutsche Bank das Traditionsinstitut endgültig filetieren. Das Geschäft mit institutionellen Kunden wandert demnach in die Deutsche AM (also die Sparte, die demnächst an die Börse soll), die Beratung reicher Kunden könnte dem Wealth Management der DBank zugeschlagen werden. Handelsblatt (Paywall),

Der „Sollte der nicht eigentlich mal Chef werden?“-Gesellschafter verlässt das Bankhaus Lampe: Nicolas Blanchard habe „den Beirat der Bank gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, um sich beruflich neu zu orientieren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ob die Demission irgendetwas mit den neulich von uns aufgedeckten miesen 2016er-Zahlen der Düsseldorfer Privatbank zu tun hat – darüber wollen wir nicht spekulieren. Pressemitteilung

Vanguard kommt nach Deutschland: Der US-Gigant, der sich von Blackrock bekanntlich nur dadurch unterscheidet, dass er nicht Blackrock heißt, feiert heute mit 23 ETFs sein Debüt an der Frankfurter Börse. Handelsblatt (Paywall), Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Huch, sind europäische Banken doch keine Gelddruckmaschinen? Die Bawag-Aktie ist beim gestrigen IPO gleich mal unter den Ausgabepreis geschlittert. Wild ging es parallel beim Börsen-Comeback der italienischen Power-Bank Monte dei Paschi zu. Manager Magazin, Reuters

Lesetipps

Fünf Kernaussagen aus der McKinsey-Studie: Die Kollegen von „efinancialcareers“ haben sich das gestern veröffentlichte Konvolut zum europäischen Bankenmarkt mal ein bisschen genauer angeschaut. Eines der Ergebnisse: Nur eine einzige Kennziffer entwickelt sich momentan wirklich positiv – die Risikokosten. efinancialcareers, McKinsey (Studie im Original)

Wie viel Digitalisierung will der Kunde? … fragt rhetorisch der Consultant Marc Letzing. Seine Überzeugung: „Viele Veränderungen [im heutigen Bankgeschäft] sind nicht vom Kunden initiiert – ganz im Gegenteil.“ Der Bank-Blog

Karriere

Wie man den CFA in nur 18 Monaten macht: Fünf bis zehn Prozent unserer Leser (würden wir schätzen) gehören zum erlesenen Kreis der „Chartered Financial Analysts“. Den übrigen 90 bis 95 Prozent sei gesagt: Wenn auf Ihrer Visitenkarte noch Platz für drei große Buchstaben ist und Sie in den nächsten anderthalb Jahre nachts nichts zu tun haben, dann lesen Sie das hier: efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern das Stück über innovative Geldautomaten. Der Bank-Blog

Back-End

Unser aller Scherflein zur Bitcoin-Blase: Haben Sie gestern auch die Exklusiv(!)geschichte der „Welt“ gelesen, wonach Amazon bald Bitcoins akzeptieren könnte? Naja, soooo exklusiv war das Ganze nun auch wieder nicht. Denn wie die „Welt“ selbst andeutet, war es der Newsletter eines gewissen James Altucher, der das Gerücht am 22. September in die Welt brachte. Von dort wanderte die Geschichte durch verschiedene Blogs, bevor sie im Oktober beispielweise bei Seeking Alpha oder Marketwatch landete. Und woher stammten nun die Exklusivinformationen der „Welt“? Die Kollegen berufen sich auf „Stimmen aus dem Umfeld innovativer Finanz-Firmen, sogenannter Fintechs“ … Na, dann kann die Geschichte ja eigentlich gar nicht falsch sein. Nachher wissen wir vielleicht schon mehr. Denn dann will Amazon Q3-Zahlen vorstellen. Welt

Newsletter 26/10/2017: 300 Mio für Paydirekt?, Sal. Oppenheims Ende, Deutsche Bank latzt wieder

Exklusiv: Sparkassen planen irres Funding für Paydirekt

Es wäre eine Finanzspritze, die (nur mal so zur Einordnung) selbst die größten Fintech-Fundings hierzulande um den Faktor 10 übertreffen würde: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Süddeutscher Zeitung“ gibt es Pläne, den bankeneigenen Bezahldienst Paydirekt mit einer Finanzierung von rund 300 Mio. Euro zu pimpen. Konkret sind es die Sparkassen, die (wie mehrere Insider übereinstimmend berichten) bereit sind, bis zu 100 Mio. Euro in den deutschen Paypal-Klon zu investieren – allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: 1.) Von den Großbanken und den Genobanken soll jeweils die gleiche Summe kommen. Und 2.) An die Spitze von Paydirekt soll ein neuer Geschäftsführer rücken. Um die irre Summe gegenüber den Ortsbanken verteidigen zu können, wird innerhalb des Sparkassen-Lagers darauf verwiesen, dass  Paypal weltweit fast eine Milliarde Dollar allein fürs Marketing ausgibt. „Wenn wir mit Paydirekt zu einem Schwergewicht wie Paypal aufschließen wollen, müssen wir richtig Geld in die Hand nehmen. Mit ein paar Millionen ist es da nicht getan.“

Süddeutsche (mit mehr Hintergründen)

News

Deutsche Bank schließt den nächsten teuren Libor-Vergleich: Es läppert sich und läppert sich und läppert sich. Diesmal muss das größte Geldhaus der Republik umgerechnet 186 Mio. Euro latzen (also ungefähr das, was manche Sparte der DBank in einem guten Quartal verdient). Geklagt hatten 45 US-Bundesstaaten. Wirtschaftswoche

Das Ende von Sal. Oppenheim: Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will die Deutsche Bank das Traditionsinstitut endgültig filetieren. Das Geschäft mit institutionellen Kunden wandert demnach in die Deutsche AM (also die Sparte, die demnächst an die Börse soll), die Beratung reicher Kunden könnte dem Wealth Management der DBank zugeschlagen werden. Handelsblatt (Paywall),

Der „Sollte der nicht eigentlich mal Chef werden?“-Gesellschafter verlässt das Bankhaus Lampe: Nicolas Blanchard habe „den Beirat der Bank gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, um sich beruflich neu zu orientieren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ob die Demission irgendetwas mit den neulich von uns aufgedeckten miesen 2016er-Zahlen der Düsseldorfer Privatbank zu tun hat – darüber wollen wir nicht spekulieren. Pressemitteilung

Ist ID Now der „Hidden Champion“ schlechthin da draußen? Das Münchner Video-Ident-Fintech, das neulich mit dem gewonnenen Prozess gegen WebID für Schlagzeilen sorgte, legt sich einen echten CEO zu. Wir kennen den guten Mann  zwar nicht, aber seine sehr internationale Vita liest sich auf den ersten Blick sehr beeindruckend. Was uns an der Pressemitteilung von IDNow aber fast noch mehr verblüffte: Wenn stimmt, was da steht, dann sind für das erst 2014 gegründete Startup schon jetzt „rund 300 Personen tätig“. Selbst wenn wir als erfahrene Skeptiker mal davon ausgehen, dass da der stellvertretende Hausmeister, der Firmenhund und alles Praktis mitgezählt wurden – 300, das wäre krasssss viel für ein deutsches B2B-Fintech. Finextra, Pressemitteilung

Vanguard kommt nach Deutschland: Der US-Gigant, der sich von Blackrock bekanntlich nur dadurch unterscheidet, dass er nicht Blackrock heißt, feiert heute mit 23 ETFs sein Debüt an der Frankfurter Börse. Handelsblatt (Paywall), Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche-Börse-AR trifft sich heute Abend in Sachen Kengeter: Und falls Sie, liebe LeserInnen, nicht hinterm Taunus wohnen, dann wissen Sie, was das bedeuten könnte. Süddeutsche

Und noch eine kleine Notiz aus dem Gebühren-Ticker: Bei der größten (nicht-freien) Sparkasse in Deutschland, also bei der aus Köln-Bonn, zahlen Online-Kunden für die EC-Karte künftig neun Euro pro Jahr (bislang war die Karte kostenlos). Generalanzeiger, Liste der größten deutschen Sparkassen

Beyond .de

Huch, sind europäische Banken doch keine Gelddruckmaschinen? Die Bawag-Aktie ist beim gestrigen IPO gleich mal unter den Ausgabepreis geschlittert. Wild ging es parallel beim Börsen-Comeback der italienischen Power-Bank Monte dei Paschi zu. Manager Magazin, Reuters

Lesetipps

Fünf Kernaussagen aus der McKinsey-Studie: Die Kollegen von „efinancialcareers“ haben sich das gestern veröffentlichte Konvolut zum europäischen Bankenmarkt mal ein bisschen genauer angeschaut. Eines der Ergebnisse: Nur eine einzige Kennziffer entwickelt sich momentan wirklich positiv – die Risikokosten. efinancialcareers, McKinsey (Studie im Original)

Wie viel Digitalisierung will der Kunde? … fragt rhetorisch der Consultant Marc Letzing. Seine Überzeugung: „Viele Veränderungen [im heutigen Bankgeschäft] sind nicht vom Kunden initiiert – ganz im Gegenteil.“ Der Bank-Blog

Karriere

Wie man den CFA in nur 18 Monaten macht: Fünf bis zehn Prozent unserer Leser (würden wir schätzen) gehören zum erlesenen Kreis der „Chartered Financial Analysts“. Den übrigen 90 bis 95 Prozent sei gesagt: Wenn auf Ihrer Visitenkarte noch Platz für drei große Buchstaben ist und Sie in den nächsten anderthalb Jahre nachts nichts zu tun haben, dann lesen Sie das hier: efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern das Stück über innovative Geldautomaten. Der Bank-Blog

Back-End

Unser aller Scherflein zur Bitcoin-Blase: Haben Sie gestern auch die Exklusiv(!)geschichte der „Welt“ gelesen, wonach Amazon bald Bitcoins akzeptieren könnte? Naja, soooo exklusiv war das Ganze nun auch wieder nicht. Denn wie die „Welt“ selbst andeutet, war es der Newsletter eines gewissen James Altucher, der das Gerücht am 22. September in die Welt brachte. Von dort wanderte die Geschichte durch verschiedene Blogs, bevor sie im Oktober beispielweise bei Seeking Alpha oder Marketwatch landete. Und woher stammten nun die Exklusivinformationen der „Welt“? Die Kollegen berufen sich auf „Stimmen aus dem Umfeld innovativer Finanz-Firmen, sogenannter Fintechs“ … Na, dann kann die Geschichte ja eigentlich gar nicht falsch sein. Nachher wissen wir vielleicht schon mehr. Denn dann will Amazon Q3-Zahlen vorstellen. Welt

Newsletter 25/10/2017: Meine Bank stirbt, Geheimdeal von N26, DBank steigt bei Fintech ein

Wenn die eigene Bank stirbt

Von Heinz-Roger Dohms. Irgendwann musste die Nachricht kommen – und dieser Tage kam sie nun: Meine Hausbank, die Spadaka Hoengen e.G., gibt im 123. Jahr ihres Bestehens die Eigenständigkeit auf und flüchtet sich in eine Fusion. Mit anderen Worten, das große Bankensterben, das von der EZB gestern in einer europaweiten Studie beschrieben wurde, erwischt mich nun auch selber, zumal ich nicht nur Kunde bin, sondern auch ein paar Anteile an der Spadaka besitze. Unter dem Titel „Meine Bank ist krank“ hatte ich vor zweieinhalb in der „Zeit“ die Geschichte der Spadaka Hoengen erzählt. Schon damals schien der Exitus unausweichlich, denn schon damals erwirtschaftete das Institut nur noch einen Jahresüberschuss im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Vorstände hofften zwar auf ein Wunder – ahnten aber vermutlich selber, dass dieses nicht eintreten würde. Stattdessen stiegen die Kosten immer weiter. Das Zinsergebnis ging peu à peu zurück. Und am Ende sank auch noch der Provisionsüberschuss. Wer die Schuld trägt? Das würde zu weit führen. Ein paar kritische Fragen an den genossenschaftlichen Bankenverband BVR hätte ich als kleiner Genosse aber doch. (siehe Kommentar weiter unten).

News

Exklusiv – N26 stärkt sich für US-Expansion: Nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ hat die Berliner Fintech-Bank kurz vor dem gestern verkündeten Markteintritt in die USA eine – allerdings überschaubare – Kapitalerhöhung durchgeführt. Laut Handelsregister wurden die Anteile von einem auf Guernsey ansässigen Investmentvehikel namens HS Investments gezeichnet. Ganz grob geschätzt dürfte die Finanzierung ein Volumen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe haben.

Deutsche Bank steigt bei Dwins ein: Galt nicht irgendwann mal die Losung, die DBank investiere nicht direkt in Fintechs? Na – vermutlich trügt uns da nur mal wieder die Erinnerung. Denn: Nach dem Einstieg beim Forderungsmarktplatz Trust Bills (das war irgendwann im Frühjahr) hat sich der Branchenführer nun mit 25 Prozent am digitalen Finanzplaner Dwins beteiligt. Kennengelernt hatte man sich letztes Jahr übrigens beim Deutsche-Bank-Hackathon. Fast eine Love-Story. Handelsblatt (Paywall)

BdB-Präsident drängt den Geschäftsführer raus: Eine kleine Anekdote aus der vergangenen Woche: Während die „Mifid II“-Schelte von BdB-Präsident Peters („Monsterwerk an Regulierung“) öffentlich verpuffte, schaffte es BDB-Geschäftsführer Kemmer zwei Tage später mit seiner „Mifid II“-Kritik („eine Milliarde Kosten“) bis in die „Financial Times“. Waren es solche Vorgänge, die letztlich dazu führten, dass Kemmer demnächst nicht mehr BdB-Geschäftsführer sein wird? Fakt jedenfalls ist: Der Bankenverband hat gestern überraschend das vorzeitige Ausscheiden Kemmers zum Jahresende verkündet. Und glaubt man der „Süddeutschen“ und dem „Handelsblatt“, dann war es Peters höchstselbst, der genau darauf hingewirkt hat – weil ihm der Geschäftsführer „zu selbstbewusst“ geworden sei, wie SZ-Redakteur Harald Freiberger schreibt. Und offenbar auch zu medial präsent. Das „HB“ zitiert einen Insider wie folgt: „Da haben sich zwei nicht verstanden, und das ist das Ergebnis.“ Süddeutsche, Handelsblatt (Print)

Commerzbank wappnet sich für Übernahme-Szenario: … und heuert hierfür als Berater Goldman Sachs und Rothschild an. Spektakulär war übrigens, was mit der Coba-Aktie passiert ist, nachdem die Meldung gestern rauskam. FAZ, Financial Times (Paywall), Aktienkurs

Wenn die Digitalisierung unterbleibt, dann …: Die Alleswisser von McKinsey haben sich mal wieder mit einer ganz großen Lupe vor eine noch größere Glaskugel gestellt – und herausgefunden, dass die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der Banken bis 2025 auf 5,2 Prozent (und zwar exakt!) sinken könnte, falls die Branche im Digitalisierungswettlauf nicht bald Fahrt aufnimmt. Handelsblatt (Paywall)

Beyond .de

Kleiner Bank-Run bei der Caixabank: Die Katalonien-Krise habe  “moderat negative” Auswirkungen auf die Einlagen gehabt, sagt der Chef der drittgrößten spanischen Bank (die ihren Sitz bislang in Barcelona hatte). Wie groß der Abfluss genau war, bleibt unklar. Reuters

EU zieht Trennbanken-Gesetz zurück: Hä, Trennbanken? Ach ja, da war mal was. Mangels Realisierungchancen lässt Brüssel die Pläne nun allerdings in der Schublade verschwinden. Bloomberg

Lesetipps

Das Fintech, das zu hoch hinaus wollte: Der amerikanische Marketplace-Lender Sofi hat laut „FT“ konkrete Übernahmeverhandlungen mit dem Vermögensverwalter Charles Schwab geführt. Dem war jedoch der aufgerufene Preis zu saftig – angeblich 8 bis 10 Mrd. Dollar. Techcrunch, Financial Times (Paywall)

Was der Geldautomat sonst noch alles kann: Bis gestern dachten wir, der Geldautomat als solcher habe seinen entwicklungsgeschichtlichen Finalzustand bereits erreicht. Doch weit gefehlt, lehrt uns der Bank-Blog.

Karriere:

Wieviel SIE verdienen, wenn Sie in die Private-Equity-Branche wechseln: Laut „efinancialcareers“ kann ein Analyst bei der deutschen Dependance einer internationalen Beteiligungsgesellschaft bis zu 100.000 Euro machen. Als Associate seien bis zu 150.000 Euro drin, als Senior Associate bis zu 300.000 Euro und so weiter … Wer bei einem deutschen PE-Fonds anheuere, müsse sich jeweils mit 10 bis 30 Prozent weniger zufriedengeben (wobei das alles seeeehr grobe Näherungswerte zu sein scheinen). efinancialcareers

Kommentar

Allein 2016 gab es hierzulande 49 (!) genossenschaftliche Bankenfusionen. Und wie findet der BVR das? Kurz gesagt: Beim Thema „Konsolidierung“ hat der scheidende BVR-Präsident Uwe Fröhlich jahrelang die defensivstmögliche Positionierung gewählt. Verbandspolitisch mag das opportun gewesen sein. Wer sagt den eigenen Mitgliedern schon gern, dass sie sich mal bitteschön ein paar Gedanken über ihre Existenzberechtigung machen sollen? Von Führungsstärke zeugte dieses Verhalten allerdings nicht. Um beim oben erwähnten Beispiel der Spadaka Hoengen zu bleiben: Vor 6-7 Jahren hätte solch eine Bank aus einer Position der Stärke heraus fusionieren können; vor 3-4 Jahren immerhin noch aus einer Position der lediglich relativen Schwäche. Doch nun? Muss sie die Details des geplanten Zusammenschlusses vom Sterbebett aus verhandeln. Und Uwe Fröhlich? Hat nächste Woche beim BVR seinen offiziell letzten Arbeitstag. Er steigt demnächst zum Chef der DZ Bank auf.    

Klickfavorit

… war gestern die EZB-Studie über das Banken-Sterben in Europa. EZB-Studie (PDF)

 

Newsletter 25/10/2017: Meine Bank stirbt, Erdbeben beim BdB, Rendite-Schock

Wenn die eigene Bank stirbt

Von Heinz-Roger Dohms. Irgendwann musste die Nachricht kommen – und dieser Tage kam sie nun: Meine Hausbank, die Spadaka Hoengen e.G., gibt im 123. Jahr ihres Bestehens die Eigenständigkeit auf und flüchtet sich in eine Fusion. Mit anderen Worten, das große Bankensterben, das von der EZB gestern in einer europaweiten Studie beschrieben wurde, erwischt mich nun auch selber, zumal ich nicht nur Kunde bin, sondern auch ein paar Anteile an der Spadaka besitze. Unter dem Titel „Meine Bank ist krank“ hatte ich vor zweieinhalb in der „Zeit“ die Geschichte der Spadaka Hoengen erzählt. Schon damals schien der Exitus unausweichlich, denn schon damals erwirtschaftete das Institut nur noch einen Jahresüberschuss im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Vorstände hofften zwar auf ein Wunder – ahnten aber vermutlich selber, dass dieses nicht eintreten würde. Stattdessen stiegen die Kosten immer weiter. Das Zinsergebnis ging peu à peu zurück. Und am Ende sank auch noch der Provisionsüberschuss. Wer die Schuld trägt? Das würde zu weit führen. Ein paar kritische Fragen an den genossenschaftlichen Bankenverband BVR hätte ich als kleiner Genosse aber doch. (siehe Kommentar weiter unten).

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BdB-Präsident drängt den Geschäftsführer raus: Eine kleine Anekdote aus der vergangenen Woche: Während die „Mifid II“-Schelte von BdB-Präsident Peters („Monsterwerk an Regulierung“) öffentlich verpuffte, schaffte es BDB-Geschäftsführer Kemmer zwei Tage später mit seiner „Mifid II“-Kritik („eine Milliarde Kosten“) bis in die „Financial Times“. Waren es solche Vorgänge, die letztlich dazu führten, dass Kemmer demnächst nicht mehr BdB-Geschäftsführer sein wird? Fakt jedenfalls ist: Der Bankenverband hat gestern überraschend das vorzeitige Ausscheiden Kemmers zum Jahresende verkündet. Und glaubt man der „Süddeutschen“ und dem „Handelsblatt“, dann war es Peters höchstselbst, der genau darauf hingewirkt hat – weil ihm der Geschäftsführer „zu selbstbewusst“ geworden sei, wie SZ-Redakteur Harald Freiberger schreibt. Und offenbar auch zu medial präsent. Das „HB“ zitiert einen Insider wie folgt: „Da haben sich zwei nicht verstanden, und das ist das Ergebnis.“ Süddeutsche, Handelsblatt (Print)

Exklusiv – N26 stärkt sich für US-Expansion: Nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ hat die Berliner Fintech-Bank kurz vor dem gestern verkündeten Markteintritt in die USA eine – allerdings überschaubare – Kapitalerhöhung durchgeführt. Laut Handelsregister wurden die Anteile von einem auf Guernsey ansässigen Investmentvehikel namens HS Investments gezeichnet. Ganz grob geschätzt dürfte die Finanzierung ein Volumen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe haben.

Deutsche Bank steigt bei Dwins ein: Galt nicht irgendwann mal die Losung, die DBank investiere nicht direkt in Fintechs? Na – vermutlich trügt uns da nur mal wieder die Erinnerung. Denn: Nach dem Einstieg beim Forderungsmarktplatz Trust Bills (das war irgendwann im Frühjahr) hat sich der Branchenführer nun mit 25 Prozent am digitalen Finanzplaner Dwins beteiligt. Kennengelernt hatte man sich letztes Jahr übrigens beim Deutsche-Bank-Hackathon. Fast eine Love-Story. Handelsblatt (Paywall) 

Commerzbank wappnet sich für Übernahme-Szenario: … und heuert hierfür als Berater Goldman Sachs und Rothschild an. Spektakulär war übrigens, was mit der Coba-Aktie passiert ist, nachdem die Meldung gestern rauskam. FAZ, Financial Times (Paywall), Aktienkurs

Wenn die Digitalisierung unterbleibt, dann …: Die Alleswisser von McKinsey haben sich mal wieder mit einer ganz großen Lupe vor eine noch größere Glaskugel gestellt – und herausgefunden, dass die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der Banken bis 2025 auf 5,2 Prozent (und zwar exakt!) sinken könnte, falls die Branche im Digitalisierungswettlauf nicht bald Fahrt aufnimmt. Handelsblatt (Paywall)

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Kleiner Bank-Run bei der Caixabank: Die Katalonien-Krise habe  “moderat negative” Auswirkungen auf die Einlagen gehabt, sagt der Chef der drittgrößten spanischen Bank (die ihren Sitz bislang in Barcelona hatte). Wie groß der Abfluss genau war, bleibt unklar. Reuters

EU zieht Trennbanken-Gesetz zurück: Hä, Trennbanken? Ach ja, da war mal was. Mangels Realisierungchancen lässt Brüssel die Pläne nun allerdings in der Schublade verschwinden. Bloomberg

Lesetipps

Das Fintech, das zu hoch hinaus wollte: Der amerikanische Marketplace-Lender Sofi hat laut „FT“ konkrete Übernahmeverhandlungen mit dem Vermögensverwalter Charles Schwab geführt. Dem war jedoch der aufgerufene Preis zu saftig – angeblich 8 bis 10 Mrd. Dollar. Techcrunch, Financial Times (Paywall)

Was der Geldautomat sonst noch alles kann: Bis gestern dachten wir, der Geldautomat als solcher habe seinen entwicklungsgeschichtlichen Finalzustand bereits erreicht. Doch weit gefehlt, lehrt uns der Bank-Blog.

Karriere:

Wieviel SIE verdienen, wenn Sie in die Private-Equity-Branche wechseln: Laut „efinancialcareers“ kann ein Analyst bei der deutschen Dependance einer internationalen Beteiligungsgesellschaft bis zu 100.000 Euro machen. Als Associate seien bis zu 150.000 Euro drin, als Senior Associate bis zu 300.000 Euro und so weiter … Wer bei einem deutschen PE-Fonds anheuere, müsse sich jeweils mit 10 bis 30 Prozent weniger zufriedengeben (wobei das alles seeeehr grobe Näherungswerte zu sein scheinen). efinancialcareers

Kommentar

Allein 2016 gab es hierzulande 49 (!) genossenschaftliche Bankenfusionen. Und wie findet der BVR das? Kurz gesagt: Beim Thema „Konsolidierung“ hat der scheidende BVR-Präsident Uwe Fröhlich jahrelang die defensivstmögliche Positionierung gewählt. Verbandspolitisch mag das opportun gewesen sein. Wer sagt den eigenen Mitgliedern schon gern, dass sie sich mal bitteschön ein paar Gedanken über ihre Existenzberechtigung machen sollen? Von Führungsstärke zeugte dieses Verhalten allerdings nicht. Um beim oben erwähnten Beispiel der Spadaka Hoengen zu bleiben: Vor 6-7 Jahren hätte solch eine Bank aus einer Position der Stärke heraus fusionieren können; vor 3-4 Jahren immerhin noch aus einer Position der lediglich relativen Schwäche. Doch nun? Muss sie die Details des geplanten Zusammenschlusses vom Sterbebett aus verhandeln. Und Uwe Fröhlich? Hat nächste Woche beim BVR seinen offiziell letzten Arbeitstag. Er steigt demnächst zum Chef der DZ Bank auf.    

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… war gestern die EZB-Studie über das Banken-Sterben in Europa. EZB-Studie (PDF)

 

Wie sich bei meiner Hausbank seit Jahren praktisch alle Kennziffern verschlechtern

Von Heinz-Roger Dohms

Genau wie viele andere Volks- und Raiffeisenbanken flüchtet sich nun auch meine eigene Hausbank, die Spadaka Hoengen, in eine Fusion. Um die Lage des Instituts zu veranschaulichen, dokumentiert „Finanz-Szene.de“die Entwicklung wichtiger Finanzkennzahlen (Provisionsüberschuss, Zinsüberschuss, Cost-Income-Ratio und Jahresüberschuss) zwischen 2006 und 2016.

Tipp: Auf kleinen Smartphones am besten im Querformat lesen.

Provisionen Zinsen CIR Überschuss
2006 584.000 € 1.676.000 € 0,77 299.000 €
2007 579.000 € 1.589.000 € 0,88 162.000 €
2008 591.000 € 1.730.000 € 0,83 171.000 €
2009 610.000 € 2.147.000 € 0,76 222.000 €
2010 694.000 € 2.213.000 € 0,81 217.000 €
2011 700.000 € 2.117.000 € 0,78 49.000 €
2012 657.000 € 1.904.000 € 0,82 95.000 €
2013 652.000 € 1.665.000 € 0,92 34.000 €
2014 676.000 € 1.613.000 € 0,95 64.000 €
2015 623.000 € 1.331.000 € 0,91 47.000 €
2016 589.000 € 1.732.000 € 0,87 48.000 €

Newsletter 24/10/2017: N26 geht in die USA, Robo-Boom, Holtzbrinck Ventures

N26 expandiert in die USA

Falls Sie sich bei der Lektüre der Überschrift gefragt haben, ob die Jungs von N26 jetzt völlig durchdrehen – das fragen wir uns auch. Aber was soll man machen? Es ist nämlich tatsächlich so: Die Berliner Fintech-Bank hat in der vergangenen Nacht auf der Money2020-Konferenz in Las Vegas ihre Expansion in die USA angekündigt. Interessenten können sich ab sofort auf eine Warteliste setzen lassen, Mitte nächsten Jahres will die Smartphone-Bank dann livegehen. Die Produktpalette soll sich an das Angebot in Europa anlehnen, „ergänzt durch Serviceleistungen, die auf den amerikanischen Markt zugeschnitten sind“, sagt Gründer und CEO Valentin Stalf. Und weiter: „Die USA sind ein spannender Markt, der uns große Möglichkeiten eröffnet.“ Uff, das ist mal eine kesse Ansage. Hier die wichtigsten Ad-hoc-Fakten:

Finanz-Szene.de

News

Holtzbrinck Ventures geht in die Vollen: Letzte Woche das Münchner Gutschein-Startup Global Savings, gestern die Trading-App Bux – wenn Fintechs dieser Tage eine achtstellige Millionenfinanzierung vermelden, dann heißt der Lead-Investor Holtzbrinck Ventures (zur Einordnung: der VC ist auch an Scalable, Exporo, Sumup, Lendico, Spotcap und Zeitgold beteiligt). Gründerszene, Portfolio-Übersicht

Einmal Einhorn und zurück: Die Aktie des Berliner Baugeld-Vermittlers Hypoport ist in den zurückliegenden zehn Tagen um ziemlich genau 25 Prozent eingekracht. Ein Grund: Im Geschäft mit institutionellen Kunden ist der Gewinn im dritten Quartal deutlich zurückgegangen (und was aus unserer  laienhaften Sicht noch hinzukommt: Das Kurspotenzial schien dann doch ganz schön ausgereizt die letzten Wochen). Börsenzeitung (Paywall), Aktienkurs

Geht der Robo-Boom jetzt richtig los? Die Beraterfirma Bain glaubt, dass digitalen Vermögensverwaltern 2020 bereits fünf Prozent des hiesigen Marktes gehören dürften. Börsenzeitung (Paywall)

War’s das für Carsten Kengeter? Wie die Deutsche Börse gestern Abend mitgeteilt hat, lehnt das Amtsgericht Frankfurt die Einstellung des Verfahrens gegen den Vorstandschef ab. Wenn’s nicht schon vorher seeehr eng für Kengeter war, dann ist es dies jetzt. Reuters, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche-Bank-Aktionäre verstehen die Aufregung nicht: War die letzten Tage nicht überall zu lesen, dem Branchenführer drohten in Sachen Postbank-Übernahme-Urteil horrende Entschädigungen von bis zu drei Mrd. Euro (was einem Zehntel der Marktkapitalisierung entspräche)? Nun ja, offenbar sehen die Investoren das Ganze deutlich entspannter. Donnerstag notierte die Aktie zum Handelsschluss bei 14,20 Euro. Dann kam das Urteil. Dann kamen die Untergangsberichte. Und gestern bei Handelsschluss? Kostete die Aktie 14,24 Euro. Manager Magazin, Handelsblatt, Aktienkurs

Deutsche Bank braucht einen neuen Betriebsratschef: Amtsinhaber Stefan Rudschäfski gibt den Posten aus gesundheitlichen Gründen ab. Im Aufsichtsrat will der 52-Jährige allerdings weiter mitmischen. Spiegel Online

Beyond .de

Das Banken-Sterben in Zahlen: In Europa sind seit 2008 ein Viertel aller Geldinstitute verschwunden. Betroffen waren (naheliegenderweise) vor allem die Südländer – während der Rückgang hierzulande mit weniger als 15 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel. EZB-Studie (PDF)

Lesetipps

Was PSD2 für die europäische Bankenbranche bedeutet: Bislang haben wir die Debatte über die neue Zahlungsrichtlinie bei „Finanz-Szene.de“ vor allem durch die deutsche Brille verfolgt. Wer den Blick weiten möchte, dem empfehlen wir das Überblicksstück der Kollegen von Bloomberg.

Liebeserklärung an Frankfurt: Kann es sein, dass nicht nur Goldman Sachs, sondern auch die „Times“ klammheimlich von Frankfurt-Main-Finance gekapert wurde? Jedenfalls: Nur wenige Tage nach dem wuschig-machenden Frankfurt-Tweet von Lloyd Blankfein hat die britische Qualitätszeitung eine Eloge auf die Main-Metropole verfasst. Times (nicht kosten-, aber anmeldepflichtig)

Das sind die 11 größten Fintech-Unicorns in den USA: Angeführt wird das Ranking der (noch nicht börsennotierten) Finanz-Startups vom Payment-Spezialisten Stripe, der sich momentan ja auch hierzulande ausbreitet. Und die zehn anderen? Sehen Sie hier: Pitchbook

Mastercard ist Fintechs Liebling: Der Blogger (und Haspa-Vordenker) Tobias Baumgarten erklärt, warum die meisten Neo-Banken und sonstigen Finanz-Startups explizit auf Mastercard setzen – und nicht etwa auf Visa. AboutFintech

Klickfavorit

… war am Freitag unser Exklusivstück über den Kaufpreis für die Münchner Fidor-Bank. Finanz-Szene.de

Newsletter 24/10/2017: N26 geht in die USA, Aus für Kengeter?, Deutsche Bank

N26 expandiert in die USA

Falls Sie sich bei der Lektüre der Überschrift gefragt haben, ob die Jungs von N26 jetzt völlig durchdrehen – das fragen wir uns auch. Aber was soll man machen? Es ist nämlich tatsächlich so: Die Berliner Fintech-Bank hat in der vergangenen Nacht auf der Money2020-Konferenz in Las Vegas ihre Expansion in die USA angekündigt. Interessenten können sich ab sofort auf eine Warteliste setzen lassen, Mitte nächsten Jahres will die Smartphone-Bank dann livegehen. Die Produktpalette soll sich an das Angebot in Europa anlehnen, „ergänzt durch Serviceleistungen, die auf den amerikanischen Markt zugeschnitten sind“, sagt Gründer und CEO Valentin Stalf. Und weiter: „Die USA sind ein spannender Markt, der uns große Möglichkeiten eröffnet.“ Uff, das ist mal eine kesse Ansage. Hier die wichtigsten Ad-hoc-Fakten:

Finanz-Szene.de

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War’s das für Carsten Kengeter? Wie die Deutsche Börse gestern Abend mitgeteilt hat, lehnt das Amtsgericht Frankfurt die Einstellung des Verfahrens gegen den Vorstandschef ab. Wenn’s nicht schon vorher seeehr eng für Kengeter war, dann ist es dies jetzt. Reuters, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche-Bank-Aktionäre verstehen die Aufregung nicht: War die letzten Tage nicht überall zu lesen, dem Branchenführer drohten in Sachen Postbank-Übernahme-Urteil horrende Entschädigungen von bis zu drei Mrd. Euro (was einem Zehntel der Marktkapitalisierung entspräche)? Nun ja, offenbar sehen die Investoren das Ganze deutlich entspannter. Donnerstag notierte die Aktie zum Handelsschluss bei 14,20 Euro. Dann kam das Urteil. Dann kamen die Untergangsberichte. Und gestern bei Handelsschluss? Kostete die Aktie 14,24 Euro. Manager Magazin, Handelsblatt, Aktienkurs

Deutsche Bank braucht einen neuen Betriebsratschef: Amtsinhaber Stefan Rudschäfski gibt den Posten aus gesundheitlichen Gründen ab. Im Aufsichtsrat will der 52-Jährige allerdings weiter mitmischen. Spiegel Online

Streikdrohung bei der Postbank zeigt (ein bisschen) Wirkung: Nach dem sich am Wochenende 97,7 Prozent der Beschäftigten für unbefristete Streiks ausgesprochen haben, kündigt die Bank ein verbessertes Angebot an. Handelsblatt

Holtzbrinck Ventures geht in die Vollen: Letzte Woche das Münchner Gutschein-Startup Global Savings, gestern die Trading-App Bux – wenn Fintechs dieser Tage eine achtstellige Millionenfinanzierung vermelden, dann heißt der Lead-Investor Holtzbrinck Ventures (zur Einordnung: der VC ist auch an Scalable, Exporo, Sumup, Lendico, Spotcap und Zeitgold beteiligt). Gründerszene, Portfolio-Übersicht

Einmal Einhorn und zurück: Die Aktie des Berliner Baugeld-Vermittlers Hypoport ist in den zurückliegenden zehn Tagen um ziemlich genau 25 Prozent eingekracht. Ein Grund: Im Geschäft mit institutionellen Kunden ist der Gewinn im dritten Quartal deutlich zurückgegangen (und was aus unserer  laienhaften Sicht noch hinzukommt: Das Kurspotenzial schien dann doch ganz schön ausgereizt die letzten Wochen). Börsenzeitung (Paywall), Aktienkurs

Geht der Robo-Boom jetzt richtig los? Die Beraterfirma Bain glaubt, dass digitalen Vermögensverwaltern 2020 bereits fünf Prozent des hiesigen Marktes gehören dürften. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Das Banken-Sterben in Zahlen: In Europa sind seit 2008 ein Viertel aller Geldinstitute verschwunden. Betroffen waren (naheliegenderweise) vor allem die Südländer – während der Rückgang hierzulande mit weniger als 15 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel. EZB-Studie (PDF)

Lesetipps

Was PSD2 für die europäische Bankenbranche bedeutet: Bislang haben wir die Debatte über die neue Zahlungsrichtlinie bei „Finanz-Szene.de“ vor allem durch die deutsche Brille verfolgt. Wer den Blick weiten möchte, dem empfehlen wir das Überblicksstück der Kollegen von Bloomberg.

Liebeserklärung an Frankfurt: Kann es sein, dass nicht nur Goldman Sachs, sondern auch die „Times“ klammheimlich von Frankfurt-Main-Finance gekapert wurde? Jedenfalls: Nur wenige Tage nach dem wuschig-machenden Frankfurt-Tweet von Lloyd Blankfein hat die britische Qualitätszeitung eine Eloge auf die Main-Metropole verfasst. Times (nicht kosten-, aber anmeldepflichtig)

Das sind die 11 größten Fintech-Unicorns in den USA: Angeführt wird das Ranking der (noch nicht börsennotierten) Finanz-Startups vom Payment-Spezialisten Stripe, der sich momentan ja auch hierzulande ausbreitet. Und die zehn anderen? Sehen Sie hier: Pitchbook

Mastercard ist Fintechs Liebling: Der Blogger (und Haspa-Vordenker) Tobias Baumgarten erklärt, warum die meisten Neo-Banken und sonstigen Finanz-Startups explizit auf Mastercard setzen – und nicht etwa auf Visa. AboutFintech

Klickfavorit

… war am Freitag unser Exklusivstück über den Kaufpreis für die Münchner Fidor-Bank. Finanz-Szene.de

Die wichtigsten Ad-hoc-Fakten zum Markteintritt von N26 in den USA

Von Heinz-Roger Dohms

Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat am späten Abend deutscher Zeit ihren Markteintritt in den USA angekündigt. Hier die Antworten auf die drei wichtigsten Fragen:

1.) Wann will N26 in Amerika livegehen?

Mitte nächsten Jahres.

2.) Wie sieht die Produktpalette aus?

Girokonto, Karte, Überweisungen, Barabhebungen. Hinzu komme ein „speziell auf den US-amerikanischen Markt zugeschnittenes Kundenbindungsprogramm“. Langfristig sei zudem geplant, eine Fintech-Plattform mit weiteren Serviceleistungen zu schaffen.

3.) Gibt es regulatorische Hürden?

Offenbar ja. Zwar operiert das Berliner Fintech in den USA über eine eigene Gesellschaft – nämlich die N26 Inc. mit Sitz in New York. Um die regulatorischen Rahmenbedingungen zu erfüllen, werde N26 seinen US-Kunden allerdings Dienstleistungen über eine Partnerbank anbieten (müssen).

Newsletter 20/10/17: Was Fidor wert ist, Fintech-Investments, Wuschiges Frankfurt

Ein Tweet macht halb Frankfurt wuschig

Es war bloß ein Tweet – aber es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie die Frankfurt-Main-Finance-Leute gestern Nachmittag ihre Laptops umarmt und ihre Smartphones geküsst haben, als sie sahen, was Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein da mit dem Hashtag #Brexit in die Welt gezwitschtert hatte: „Ich verlasse gerade Frankfurt. Tolle Meetings, tolles Wetter, hat mir sehr gefallen hier. Das ist gut, denn ich werde künftig sehr viel mehr Zeit hier verbringen.“ Nun will „Finanz-Szene.de“ nicht gleich den erstbesten Tweet zum Anlass nehmen, um mit fliegenden Fahnen aus dem Lager der Brexit-Skeptiker in das der Euphoriker überzulaufen. Aber festgehalten sei: 1.) Einer der beiden Goldman-Deutschland-Chefs hat bis zu 600 neue Goldmänner angekündigt. 2.) Goldman hat rund 10.000 qm Bürofläche im Marienturm angemietet. Und jetzt, 3.), dieser Tweet! Soll all das nur Teil einer perfiden Strategie sein, um den Druck auf die britische Regierung zu erhöhen? Perfide? Goldman? Never ever!

Manager Magazin, Bloomberg

Exklusiv: So teuer ging die Fidor-Bank weg

Der Verkauf der Fidor-Bank an das französische Großinstitut BPCE wurde vergangenes Jahr als „Ritterschlag“ für den deutschen Fintech-Sektor gefeiert. Eine nicht ganz unwichtige Frage blieb dabei allerdings unbeantwortet: Wie viel Geld haben die Franzosen eigentlich für die Münchner Fintech-Bank bezahlt. Auf Basis der Bilanzen beider Institute glaubt „Finanz-Szene.de“ den Kaufpreis nun einigermaßen genau ermittelt zu haben. Vorweg: Es war kein phänomenaler Exit, aber doch ein beachtlicher: Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – Berliner Unicorn mischt bei Münchner Inkubator mit: Wir haben noch eine kleine, aber feine Randnotiz zu unserem gestrigen Scoop über den neuen Fintech-Company -Builder im Angebot. Denn: Offensichtlich ist an Finconomy in nicht unerheblichem Umfang (mehr als 10 Prozent der Anteile) auch der Berliner Hypothekenvermittler Hypoport beteiligt. Merke: In der Fintech-Szene macht irgendwie jeder mit jedem rum.

Noch’n Verband: Einen Bundesverband Bitcoin gab es schon vorher, nun gibt es zusätzlich einen Blockchain-Bundesverband. Und wie es sich gehört: Ein zünftiges Positionspapier haben die fleißigen Ledger-Lobbyisten auch schon verfasst. Fehlen nur noch ein „Bundesverband PSD2“ und ein „Bundesverband B2B2C-Fintechs mit eigener Sektion beim BdB“ . BTC-Echo, Positionspapier

Commerzbank spart an der Zukunft: Das „Handelsblatt“ schließt sich kollegialerweise unserer Lieblingsthese an, dass bei der Coba in Sachen Digitalisierung vielleicht doch nicht alles soooo superduper läuft. Wegen mauer Erträge im dritten Quartal seien nun sogar mehrere Digitalprojekte auf Eis gelegt worden. Handelsblatt (Paywall)

Pumpt die Deutsche Bank wirklich Geld in Rockets Gutschein-Startup Global Savings? Es fällt zwar schwer zu glauben – aber genau so berichtet es das Gründerportal der „Wirtschaftswoche“. Demnach sind in das Münchner Startup nochmals 19 Mio. Euro geflossen, davon neun Millionen Euro als Kredit von der DBank (der Rest ist EK und kommt u.a. von Holtzbrinck Ventures). Nicht unspannend ist übrigens auch, was „Gründerszene“ derweil über eine Tochter von Global Savings in Erfahrung gebracht hat (drittletzter Absatz). Wiwo, Gründerszene 

Wie die ohnehin kargen Bankgewinne endgültig zerrinnen: Ein gestern bekannt gewordenes Schiffsfonds-Urteil könnte für die Commerzbank teure Folgen haben. Laut FAZ drohen Schadensersatzzahlungen von bis zu 56 Mio. Euro. Nun sei mal dahingestellt, ob diese Zahl wirklich realistisch ist, oder ob Anlegeranwälte die Summe bloß geschickt in die Welt gesetzt haben – als Eindruck bleibt jedenfalls zurück: Kaum macht die Coba mal einen kleinen Windfall-Profit (wegen der BNP-Ratenkredit-Kiste), wird ein Teil des Geldes auch schon wieder weggeweht.

Beyond .de

Britische Fintechs boomen trotz Brexits: Seit Jahresbeginn sind bereits umgerechnet eine Mrd. Dollar in britische Finanz-Startups geflossen, hat Pitch Book (normalerweise nicht die schlechteste Quelle) ermittelt – das sei doppelt so viel wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Finextra

Lesetipps:

Warum Bankprodukte nicht mehr kostenlos sind: Es sind nicht nur die niedrigen Zinsen, die die Banken zwingen, ihre Services mit Gebühren zu versehen – sondern auch die Fintechs, argumentiert Chris Skinner. Warum? Weil die Startups sich der lukrativen Teile des Retailbankings (Kreditgeschäft, Zahlungsverkehr) bemächtigen – und die Banken mit den weniger lukrativen zurücklassen. The American Banker

Wollen die wirklich nur spielen? Einstieg bei der Coba, Teilausstieg bei der Bawag, Interesse an der HSH – der US-Finanzinvestor Cerberus mischt kräftig mit im europäischen Bankenmonopoly. Doch was sind die Ziele des Höllenhunds? Das „Manager Magazin“ hat die Firma in New York besucht. Manager Magazin (Paywall)

So tickt der neue Marketingchef der Deutschen Bank: Tim Alexander ist der Mann hinter der „Neue Zeit braucht neues Banking“-Kampagne. Im Interview mit dem Branchenblatt „Horizont“ erklärt er, warum die Blaubank neuerdings auf eine feste Leadagentur verzichtet. Horizont

Auch deutsche VCs machen jetzt auf Krypto: Laut „Manager Magazin“ haben sich erste Berliner Risikokapitalgeber an ICOs (sprich: Krypto-Börsengängen) beteiligt. Weitere wollen angeblich folgen. Manager Magazin

Und falls Ihnen das alles immer noch zu dünne Suppe ist … dann haben wir wie immer freitags noch den Hinweis auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Bank-Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war am Donnerstag unser Exklusiv-Stück über den neuen Fintech-Inkubator. Finanz-Szene.de

Back-End

Lieber Lloyd Blankfein, bevor Sie Frankfurt endgültig verfallen, wollen wir Sie fairerweise noch auf dieses Sittengemälde hier aufmerksam machen. Denn merke: Nicht einmal in FFM scheint die Sonne immer.

In diesem Sinne: Wenn nichts dazwischenkommt, sind wir am Dienstag um 6 Uhr wieder für Sie da. Schönes Wochenende, bleiben Sie uns gewogen.

Heinz-Roger Dohms

Newsletter 20/10/17: Wuschiges Frankfurt, Digital-Sparpläne der Coba, Fidor-Bank

Ein Tweet macht halb Frankfurt wuschig

Es war bloß ein Tweet – aber es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie die Frankfurt-Main-Finance-Leute gestern Nachmittag ihre Laptops umarmt und ihre Smartphones geküsst haben, als sie sahen, was Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein da mit dem Hashtag #Brexit in die Welt gezwitschtert hatte: „Ich verlasse gerade Frankfurt. Tolle Meetings, tolles Wetter, hat mir sehr gefallen hier. Das ist gut, denn ich werde künftig sehr viel mehr Zeit hier verbringen.“ Nun will „Finanz-Szene.de“ nicht gleich den erstbesten Tweet zum Anlass nehmen, um mit fliegenden Fahnen aus dem Lager der Brexit-Skeptiker in das der Euphoriker überzulaufen. Aber festgehalten sei: 1.) Einer der beiden Goldman-Deutschland-Chefs hat bis zu 600 neue Goldmänner angekündigt. 2.) Goldman hat rund 10.000 qm Bürofläche im Marienturm angemietet. Und jetzt, 3.), dieser Tweet! Soll all das nur Teil einer perfiden Strategie sein, um den Druck auf die britische Regierung zu erhöhen? Perfide? Goldman? Never ever!

Manager Magazin, Bloomberg

Exklusiv: So teuer ging die Fidor-Bank weg

Der Verkauf der Fidor-Bank an das französische Großinstitut BPCE wurde vergangenes Jahr als „Ritterschlag“ für den deutschen Fintech-Sektor gefeiert. Eine nicht ganz unwichtige Frage blieb dabei allerdings unbeantwortet: Wie viel Geld haben die Franzosen eigentlich für die Münchner Fintech-Bank bezahlt. Auf Basis der Bilanzen beider Institute glaubt „Finanz-Szene.de“ den Kaufpreis nun einigermaßen genau ermittelt zu haben. Vorweg: Es war kein phänomenaler Exit, aber doch ein beachtlicher: Finanz-Szene.de

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Wie die ohnehin kargen Bankgewinne endgültig zerrinnen: Ein gestern bekannt gewordenes Schiffsfonds-Urteil könnte für die Commerzbank teure Folgen haben. Laut FAZ drohen Schadensersatzzahlungen von bis zu 56 Mio. Euro. Nun sei mal dahingestellt, ob diese Zahl wirklich realistisch ist, oder ob Anlegeranwälte die Summe bloß geschickt in die Welt gesetzt haben – als Eindruck bleibt jedenfalls zurück: Kaum macht die Coba mal einen kleinen Windfall-Profit (wegen der BNP-Ratenkredit-Kiste), wird ein Teil des Geldes auch schon wieder weggeweht.

Exklusiv – Berliner Unicorn mischt bei Münchner Inkubator mit: Wir haben noch eine kleine, aber feine Randnotiz zu unserem gestrigen Scoop über den neuen Fintech-Company -Builder im Angebot. Denn: Offensichtlich ist an Finconomy in nicht unerheblichem Umfang (mehr als 10 Prozent der Anteile) auch der Berliner Hypothekenvermittler Hypoport beteiligt. Merke: In der Fintech-Szene macht irgendwie jeder mit jedem rum.

Noch’n Verband: Einen Bundesverband Bitcoin gab es schon vorher, nun gibt es zusätzlich einen Blockchain-Bundesverband. Und wie es sich gehört: Ein zünftiges Positionspapier haben die fleißigen Ledger-Lobbyisten auch schon verfasst. Fehlen nur noch ein „Bundesverband PSD2“ und ein „Bundesverband B2B2C-Fintechs mit eigener Sektion beim BdB“ . BTC-Echo, Positionspapier

Commerzbank spart an der Zukunft: Das „Handelsblatt“ schließt sich kollegialerweise unserer Lieblingsthese an, dass bei der Coba in Sachen Digitalisierung vielleicht doch nicht alles soooo superduper läuft. Wegen mauer Erträge im dritten Quartal seien nun sogar mehrere Digitalprojekte auf Eis gelegt worden. Handelsblatt (Paywall)

Pumpt die Deutsche Bank wirklich Geld in Rockets Gutschein-Startup Global Savings? Es fällt zwar schwer zu glauben – aber genau so berichtet es das Gründerportal der „Wirtschaftswoche“. Demnach sind in das Münchner Startup nochmals 19 Mio. Euro geflossen, davon neun Millionen Euro als Kredit von der DBank (der Rest ist EK und kommt u.a. von Holtzbrinck Ventures). Nicht unspannend ist übrigens auch, was „Gründerszene“ derweil über eine Tochter von Global Savings in Erfahrung gebracht hat (drittletzter Absatz). Wiwo, Gründerszene 

Beyond .de

Britische Fintechs boomen trotz Brexits: Seit Jahresbeginn sind bereits umgerechnet eine Mrd. Dollar in britische Finanz-Startups geflossen, hat Pitch Book (normalerweise nicht die schlechteste Quelle) ermittelt – das sei doppelt so viel wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Finextra

Lesetipps:

Warum Bankprodukte nicht mehr kostenlos sind: Es sind nicht nur die niedrigen Zinsen, die die Banken zwingen, ihre Services mit Gebühren zu versehen – sondern auch die Fintechs, argumentiert Chris Skinner. Warum? Weil die Startups sich der lukrativen Teile des Retailbankings (Kreditgeschäft, Zahlungsverkehr) bemächtigen – und die Banken mit den weniger lukrativen zurücklassen. The American Banker

Wollen die wirklich nur spielen? Einstieg bei der Coba, Teilausstieg bei der Bawag, Interesse an der HSH – der US-Finanzinvestor Cerberus mischt kräftig mit im europäischen Bankenmonopoly. Doch was sind die Ziele des Höllenhunds? Das „Manager Magazin“ hat die Firma in New York besucht. Manager Magazin (Paywall)

So tickt der neue Marketingchef der Deutschen Bank: Tim Alexander ist der Mann hinter der „Neue Zeit braucht neues Banking“-Kampagne. Im Interview mit dem Branchenblatt „Horizont“ erklärt er, warum die Blaubank neuerdings auf eine feste Leadagentur verzichtet. Horizont

Auch deutsche VCs machen jetzt auf Krypto: Laut „Manager Magazin“ haben sich erste Berliner Risikokapitalgeber an ICOs (sprich: Krypto-Börsengängen) beteiligt. Weitere wollen angeblich folgen. Manager Magazin

Und falls Ihnen das alles immer noch zu dünne Suppe ist … dann haben wir wie immer freitags noch den Hinweis auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Bank-Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war am Donnerstag unser Exklusiv-Stück über den neuen Fintech-Inkubator. Finanz-Szene.de

Back-End

Lieber Lloyd Blankfein, bevor Sie Frankfurt endgültig verfallen, wollen wir Sie fairerweise noch auf dieses Sittengemälde hier aufmerksam machen. Denn merke: Nicht einmal in FFM scheint die Sonne immer.

In diesem Sinne: Wenn nichts dazwischenkommt, sind wir am Dienstag um 6 Uhr wieder für Sie da. Schönes Wochenende, bleiben Sie uns gewogen.

Heinz-Roger Dohms