Exklusiv: In diesen Städten gab es im Jahr 2015 mehr Filialen als im Jahr 2000

Von Heinz-Roger Dohms

In der jüngsten Banken-Studie der KfW verbirgt sich eine verblüffende Nachricht: In nicht weniger als 17 Städten und Kreisen ist die Zahl der Filialen zwischen 2000 und 2015 nicht etwa gesunken – sondern gestiegen, und zum Teil sogar deutlich. Die KfW hat uns die entsprechenden Rohdaten zur Verfügung gestellt (in der mittleren bzw. der rechten Spalte finden Sie die Zahl der Filialen im jeweiligen Jahr)

2000 2015
Fürth (Kreis) 22 35
Frankfurt Oder 9 14
Würzburg (Kreis) 65 101
Wittenberg (Kreis) 32 44
Rostock (Kreis) 35 48
Marburg-Biedenkopf 98 117
Rostock (Stadt) 38 45
Brandenb., Havel 16 18
Kitzingen (Kreis) 65 73
Alb-Donau-Kreis 133 147
Nordhausen (Kreis) 23 25
Bremen 114 121
Stuttgart (Stadtkreis) 187 196
Main-Spessart 95 100
Ulm (Stadtkreis) 47 49
Erlangen 50 52
Dingolfing-Landau 50 51

Newsletter 10/10/17: Fintech-Boom, Lendico-Gründer zur Coba, Startups im BdB

Exklusiv: Commerzbank holt Ex-Chef von Lendico

Es ist das erste Mal, dass ein prominenter Fintech-Gründer zu einer deutschen Großbank wechselt: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Dominik Steinkühler, der Ex-Chef des Berliner Online-Kreditportals Lendico, zum 1. Oktober bei der Commerzbank angeheuert. Er soll dort die digitale Transformation des Firmenkundengeschäfts verantworten, wie ein Sprecher des Instituts bestätigte. Die Verpflichtung Steinkühlers kommt für die Coba insofern zur richtigen Zeit, als die Bank im Digitalbereich kurzfristig mehrere Lücken zu schließen hat. Wie am Freitag berichtet, haben die beiden Direktoren für Directbanking und Payments  das Institut kurzfristig verlassen. Nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ sind das aber nicht die einzigen Abgänge. Wer noch weggeht, wen es wohin zieht und was die Gründe sind, lesen Sie in unserem heutigen Spezial „Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank“

Finanz-Szene.de

Analyse

Ist Fintech jetzt endgültig am Ende? Eigentlichen wollten wir uns ja mal als deutsches Zentralorgan des gepflegten Fintech-Bashings etablieren. Weil uns andere diese Rolle aber neuerdings streitig machen (und: weil uns mittlerweile erste lukrative „Medienpartnerschaften“ von Fintechs angetragen werden …), nehmen wir einfach mal die Gegenposition ein – und fragen: Warum, um alles in der Welt, hat praktisch jedes Medium die jüngsten Comdirect-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche negativ gedreht? (BÖZ: „Euphorie um Fintechs lässt nach“, HB: „Die erste Euphorie ist vorbei“, Gründerszene: „Der deutsche Fintech-Boom wird schwächer“). In Wirklichkeit sagen die Comdirect-Zahlen, dass die VC-Fintech-Investition per Q3 2017 bereits das 1,30-fache des Euphorie-Gesamtjahres 2015 und das 0,93-fache des Boom-Gesamtjahres 2016 ausmachen. Wo, bitteschön, lässt da irgendwas nach??? (Fußnote 1: Zum besseren mathematischen Verständnis sei gesagt, dass neun Monate das 0,75-fache eines Jahres sind; Fußnote 2: Wenn Sie jetzt auf den Link klicken, dann lassen Sie sich bitte nicht davon täuschen, dass das Balkendiagramm oben rechts den Eindruck erweckt, 12 Monate wären dasselbe wie 9 Monate). Comdirect-Infografik

News

Bankenverband nimmt elf Fintechs auf: Gegen manche Umarmung kann man sich offenbar nicht wehren (kleiner Scherz). BdB-Pressemitteilung

 … bemerkenswert übrigens: Zu den elf offiziellen BdB-Fintechs gehört auch die Hamburger Naga Group. Wie die so drauf ist, erfahren Sie hier … Manager Magazin

Der Druck auf Cryan wächst: Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtet, wollen mindestens drei der zehn größten Deutsche-Bank-Investoren dem Vorstandschef das Vertrauen entziehen, sollte der nicht demnächst bessere Zahlen vorlegen. Bereits am Wochenende hatte ein Artikel des „Wall Street Journal“ für Aufregung gesorgt, wonach sich Cryan mit Aufsichtsratschef Achleitner wegen des Umgangs mit dem (bekanntermaßen nur leidlich seriösen) Großaktionär HNA zerstritten haben soll. Bloomberg, WSJ (Paywall), Süddeutsche

Exklusiv – Deutsche Bank paktiert mit Cerberus: Die Digitalmanager der Frankfurter Großbank haben (endlich, endlich) einen zweiten Partner für ihre Einlagenvermittlung „Zinsmarkt“ gefunden. Dabei handelt es sich um ein französisches Institut namens „My Money Bank“, hinter dem ausgerechnet der Commerzbank-Großaktionär und HSH-Nordbank-Interessent  Cerberus zu stehen scheint. (übrigens befinden sich die My-Money-Bank-Angebote schon seit ein paar Tagen auf dem „Zinsmarkt“, kommuniziert wurde das Ganze allerdings nicht). Zinsmarkt-Website, Cerberus-Mitteilung

Drängt die Commerzbank  Führungskräfte aus dem Job? Diese steile Behauptung stellt der Arbeitsrechtler Christoph Abeln in der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“ auf. Die entsprechende Methode nenne sich „Entleitung“. Sie läuft dem Artikel zufolge darauf hinaus, leitende Angestellte quasi systematisch zu degradieren – bis sie so frustriert sind, dass sie aus eigenen Stücken gehen. Die Commerzbank nahm zu den heftigen Vorwürfen laut „MM“ keine Stellung. Manager Magazin

„Financial Times“ watscht die Coba ab: Erinnert sich noch jemand? Vor zwei, drei Wochen hatten wir in diesem Newsletter mal behauptet, die angelsächsischen Wirtschaftsmedien sähen die Commerzbank tendenziell positiver als die deutschen. Nun … – wir würden unsere These gern revidieren. In ihrem jüngsten Artikel wirft die FT der Gelbbank nämlich u.a. vor, sie sei „intrinsisch unfähig, eine angemessene Rendite zu erwirtschaften“. Bei der Crédit Agricole übrigens (bitte nicht verwechseln mit der BNP Paribas) sieht man das Ganze offenbar ein bisschen anders. Deren Chef bekundete gestern überraschend Interesse an der Commerzbank. Financial Times (Paywall), FAZ

Scalable Capital misst sich mit aktiv gemanagten Fonds: Das hat der größte deutsche Robo-Advisor in seinem Kunden-Newsletter mitgeteilt. Als Vergleichs-Maßstab dienen demnach die drei Morningstar-Kategorien „Global Cautions“, „Global Moderate“ und „Global Aggressive“. Fondsprofessionell

Berliner Fintech Spotcap sammelt 22 Mio. Euro ein: Das klingt allerdings spektakulärer, als es in Wirklichkeit ist. Denn wenn wir die Sache richtig verstehen, handelt es sich in erster Linie um Fremdkapital, das Spotcap wiederum an KMUs weiterreicht. Gründerszene

Lesetipps

So tickt der moderne Bankkunde: Der Blogger Hansjörg Leichsenring hat gleich 31 Eigenschaften identifiziert, die den heutigen Bankkunden ausmachen – und die vor allem eine Schlussfolgerung zulassen: Er ist verdammt anspruchsvoll. Der Bank-Blog

Was das Finnen-Fintech genau macht: Neulich hatten wir exklusiv über die Expansionspläne von Holvi in Deutschland berichtet. Bei „Business Insider“ skizziert CEO Suominen nun, was er genau vorhat (wobei man bei der Lektüre des Artikels im Hinterkopf behalten sollte, dass es auch schon vor Holvi möglich war, sich in Deutschland selbständig zu machen und ein Konto zu eröffnen. Womöglich haben sich die Kollegn ein bisserl zu sehr von der Finnen-PR einnebeln lassen). Business Insider

Klickfavorit

… war am Freitag unser Kennzahlen-Vergleich zwischen den Ur-Fintechs (und De-facto-Unicorns) Hypoport, Interhyp und Check24. Finanz-Szene.de

Newsletter 10/10/17: Commerzbank-Spezial, Cryan in Not, Cerberus

Exklusiv: Commerzbank holt Ex-Chef von Lendico

Es ist das erste Mal, dass ein prominenter Fintech-Gründer zu einer deutschen Großbank wechselt: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Dominik Steinkühler, der Ex-Chef des Berliner Online-Kreditportals Lendico, zum 1. Oktober bei der Commerzbank angeheuert. Er soll dort die digitale Transformation des Firmenkundengeschäfts verantworten, wie ein Sprecher des Instituts bestätigte. Die Verpflichtung Steinkühlers kommt für die Coba insofern zur richtigen Zeit, als die Bank im Digitalbereich kurzfristig mehrere Lücken zu schließen hat. Wie am Freitag berichtet, haben die beiden Direktoren für Directbanking und Payments  das Institut kurzfristig verlassen. Nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ sind das aber nicht die einzigen Abgänge. Wer noch weggeht, wen es wohin zieht und was die Gründe sind, lesen Sie in unserem heutigen Spezial „Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank“

Finanz-Szene.de

News

Der Druck auf Cryan wächst: Wie „Bloomberg“ gestern Abend berichtet, wollen mindestens drei der zehn größten Deutsche-Bank-Investoren dem Vorstandschef das Vertrauen entziehen, sollte der nicht demnächst bessere Zahlen vorlegen. Bereits am Wochenende hatte ein Artikel des „Wall Street Journal“ für Aufregung gesorgt, wonach sich Cryan mit Aufsichtsratschef Achleitner wegen des Umgangs mit dem (bekanntermaßen nur leidlich seriösen) Großaktionär HNA zerstritten haben soll. Bloomberg, WSJ (Paywall), Süddeutsche

Exklusiv – Deutsche Bank paktiert mit Cerberus: Die Digitalmanager der Frankfurter Großbank haben (endlich, endlich) einen zweiten Partner für ihre Einlagenvermittlung „Zinsmarkt“ gefunden. Dabei handelt es sich um ein französisches Institut namens „My Money Bank“, hinter dem ausgerechnet der Commerzbank-Großaktionär und HSH-Nordbank-Interessent  Cerberus zu stehen scheint. (übrigens befinden sich die My-Money-Bank-Angebote schon seit ein paar Tagen auf dem „Zinsmarkt“, kommuniziert wurde das Ganze allerdings nicht). Zinsmarkt-Website, Cerberus-Mitteilung

Deutsche Börse verstärkt Buhlen um Euro-Clearing: … indem sie die größten Kunden an den Erlösen teilhaben lassen will. Reuters

Drängt die Commerzbank  Führungskräfte aus dem Job? Diese steile Behauptung stellt der Arbeitsrechtler Christoph Abeln in der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“ auf. Die entsprechende Methode nenne sich „Entleitung“. Sie läuft dem Artikel zufolge darauf hinaus, leitende Angestellte quasi systematisch zu degradieren – bis sie so frustriert sind, dass sie aus eigenen Stücken gehen. Die Commerzbank nahm zu den heftigen Vorwürfen laut „MM“ keine Stellung. Manager Magazin

„Financial Times“ watscht die Coba ab: Erinnert sich noch jemand? Vor zwei, drei Wochen hatten wir in diesem Newsletter mal behauptet, die angelsächsischen Wirtschaftsmedien sähen die Commerzbank tendenziell positiver als die deutschen. Nun … – wir würden unsere These gern revidieren. In ihrem jüngsten Artikel wirft die FT der Gelbbank nämlich u.a. vor, sie sei „intrinsisch unfähig, eine angemessene Rendite zu erwirtschaften“. Bei der Crédit Agricole übrigens (bitte nicht verwechseln mit der BNP Paribas) sieht man das Ganze offenbar ein bisschen anders. Deren Chef bekundete gestern überraschend Interesse an der Commerzbank. Financial Times (Paywall), FAZ

Bankenverband nimmt elf Fintechs auf: Gegen manche Umarmung kann man sich offenbar nicht wehren (kleiner Scherz). BdB-Pressemitteilung

 … bemerkenswert übrigens: Zu den elf offiziellen BdB-Fintechs gehört auch die Hamburger Naga Group. Wie die so drauf ist, erfahren Sie hier … Manager Magazin

Berliner Fintech Spotcap sammelt 22 Mio. Euro ein: Das klingt allerdings spektakulärer, als es in Wirklichkeit ist. Denn wenn wir die Sache richtig verstehen, handelt es sich in erster Linie um Fremdkapital, das Spotcap wiederum an KMUs weiterreicht. Gründerszene

Beyond .de

Streit um neue EZB-Regeln: Der Plan der europäischen Bankenaufseher, den Instituten höhere Rückstellungen für faule Kredite abzuverlangen, stößt in Italien auf heftigen Widerstand (da denkt man doch gleich: War der EZB-Chef nicht früher mal ein Italiener?) Financial Times (Paywall)

EZB-Stresstest wie immer mit duften Ergebnissen: Die meisten Banken  würden selbst eine deutliche Zinserhöhung verkraften, hat die Europäische Zentralbank gestern mitgeteilt (da denkt man doch gleich: Wie gut, dass Bankenaufsicht und Zinspolitik  jetzt aus einer Hand kommen). Spiegel Online

Analyse

Ist Fintech jetzt endgültig am Ende? Eigentlichen wollten wir uns ja mal als deutsches Zentralorgan des gepflegten Fintech-Bashings etablieren. Weil uns andere diese Rolle aber neuerdings streitig machen (und: weil uns mittlerweile erste lukrative „Medienpartnerschaften“ von Fintechs angetragen werden …), nehmen wir einfach mal die Gegenposition ein – und fragen: Warum, um alles in der Welt, hat praktisch jedes Medium die jüngsten Comdirect-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche negativ gedreht? (BÖZ: „Euphorie um Fintechs lässt nach“, HB: „Die erste Euphorie ist vorbei“, Gründerszene: „Der deutsche Fintech-Boom wird schwächer“). In Wirklichkeit sagen die Comdirect-Zahlen, dass die VC-Fintech-Investition per Q3 2017 bereits das 1,30-fache des Euphorie-Gesamtjahres 2015 und das 0,93-fache des Boom-Gesamtjahres 2016 ausmachen. Wo, bitteschön, lässt da irgendwas nach??? (Fußnote 1: Zum besseren mathematischen Verständnis sei gesagt, dass neun Monate das 0,75-fache eines Jahres sind; Fußnote 2: Wenn Sie jetzt auf den Link klicken, dann lassen Sie sich bitte nicht davon täuschen, dass das Balkendiagramm oben rechts den Eindruck erweckt, 12 Monate wären dasselbe wie 9 Monate). Comdirect-Infografik

Lesetipps

So tickt der moderne Bankkunde: Der Blogger Hansjörg Leichsenring hat gleich 31 Eigenschaften identifiziert, die den heutigen Bankkunden ausmachen – und die vor allem eine Schlussfolgerung zulassen: Er ist verdammt anspruchsvoll. Der Bank-Blog

Was das Finnen-Fintech genau macht: Neulich hatten wir exklusiv über die Expansionspläne von Holvi in Deutschland berichtet. Bei „Business Insider“ skizziert CEO Suominen nun, was er genau vorhat (wobei man bei der Lektüre des Artikels im Hinterkopf behalten sollte, dass es auch schon vor Holvi möglich war, sich in Deutschland selbständig zu machen und ein Konto zu eröffnen. Womöglich haben sich die Kollegn ein bisserl zu sehr von der Finnen-PR einnebeln lassen). Business Insider

Klickfavorit

… war am Freitag unser Kennzahlen-Vergleich zwischen den Ur-Fintechs (und De-facto-Unicorns) Hypoport, Interhyp und Check24. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Commerzbank verpflichtet Lendico-Gründer Dominik Steinkühler

Von Heinz-Roger Dohms

Zum ersten Mal überhaupt wechselt ein prominenter Fintech-Gründer zu einer deutschen Großbank: Nach Informationen des Branchen-Newsletters „Finanz-Szene.de“ hat Dominik Steinkühler, der Ex-Chef des Berliner Online-Kreditportals Lendico, zum 1. Oktober bei der Commerzbank angeheuert. Er soll dort die digitale Transformation des Firmenkundengeschäfts verantworten, wie ein Sprecher des Instituts bestätigte.

Steinkühler hatte Lendico 2013 mitgegründet. Zuvor sammelte er bei der Boston Consulting Group Erfahrung als Projektleiter in der Finanzindustrie – unter anderem in der Post-Merger-Integration der Dresdner Bank in die Commerzbank. Zudem war Steinkühler bei der Investmentbank Rothschild im Bereich Mergers & Acquisitions tätig. Lendico gehörte bis zu diesem Jahr zum Portfolio von Rocket Internet, wurde dann jedoch an einen britischen Hedge-Fonds namens Arrowgrass veräußert. Im Zuge dieser Transaktion schied Steinkühler aus der operativen Führung von Lendico aus.

Exklusiv: Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank

Von Heinz-Roger Dohms

Erst fünf Wochen ist es her, dass Commerzbank-Chef Martin Zielke in einem Interview die digitalen Fähigkeiten seines Instituts in höchsten Tönen lobte: „Wir sind die disruptive Großbank in Deutschland. Und damit haben wir Erfolg“, prahlte der 54-Jährige. Da konnte er noch nicht ahnen, dass er kurz darauf ohne drei seiner wichtigsten Digitalmanager dastehen würde.

Als erstes kam ihm nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ die E-Commerce-Chefin Maren Heiß abhanden. Laut ihres Linkedin-Profils heuerte sie Anfang Oktober bei der Frankfurter Dependance der Schweizer Großbank UBS an. Heiß‘ Abgang wird von Insidern als „inhatlich bedauerlich“, aber „karrieretechnisch normal“ beschrieben. Die Managerin gehörte der Coba über viele Jahre an, wollte sich offenbar verändern. Und: Sie war dann doch „nur“ Abteilungsleiterin. Davon gibt es viele bei der Commerzbank.

Dann aber verabschiedete sich Ende vergangener Woche auch der direkte Vorgesetzte von Maren Heiß – nämlich der Director Directbanking, Ole Franke. Das war ein anderes Kaliber, zumal Franke eine Zeitlang als digitales Vorzeigegesicht der Commerzbank herumgereicht wurde (was auch daher rührte, dass er der Mobilfunkbranche entstammt und also über eine spannende Quereinsteiger-Biografie verfügt).

Innerhalb der Commerzbank kursieren zwei Erklärungen für die Demission. Zum einen war Franke zuletzt dem Bereichsvorstand Ulrich Coenen zugeordnet, der genau wie er selber einst für E-Plus gearbeitet hatte – und der dann, obwohl er deutlich später als Franke zur Commerzbank kam, im vergangenen Jahr dessen Chef wurde. Sprich: Keine ganz einfache Konstellation. Und die zweite Erklärung? Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Franke einen spannenden neuen Job sicher, offenbar wieder in der Finanzbranche. So kam es, dass die Commerzbank den Manager, nachdem der zunächst gekündigt hatte, kurzentschlossen freistellte.

Auch das war allerdings noch nicht alles. Denn parallel zu Franke ging dem Bereichsvorstand Coenen noch ein weiterer seiner Topmanager von der Stange, nämlich Julian Mattes, der „Director Payments & Deposits“. Letzter Arbeitstag: 6. Oktober, exakt wie bei Franke. Auch Mattes hatte offenbar gekündigt und wurde daraufhin freigestellt. Bei seinem neuem Arbeitgeber soll es sich nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ um den Venture-Capital-Fonds „Digital + Partners“ handeln, was insofern schlüssig klingt, als Mattes ein früherer McKinsey-Mann ist – und hinter „Digital + Partners“ auch ein paar Ex-Meckies stehen.

Alles in allem ergibt sich damit das Bild einer „disruptiven Großbank“, die zuletzt so ein bisschen sich selbst disruptierte. Denn, zur Erinnerung: Neulich wurde ja auch schon der Abschied von Christian Hoppe verkündet, als Gründer des hauseigenen Startup-Investor „Main Incubator“ auch so ein digitaler Hoffnungsträger, den die Commerzbank gern öffentlich vorzeigte. Und – zuvor hatte auch schon Hoppes Mit-Geschäftsführerin Birgit Storz die Frankfurter Großbank verlassen.

Daneben gab es  beim „Main Incubator“ offenbar noch einen weiteren hochrangigen Abgang, der bislang aber unbeachtet blieb – nämlich den des Investmentmanager Carsten Maybach. Der war an fast allen größeren Deals des „Main Incubators“ beteiligt, vom Dokumenten-Startup Gini über das Payment-Fintech Optiopay bis hin zum Buchhaltungs-Spezialisten Candis. Dann jedoch verließ er die Commerzbank und heuerte er beim Fintech-Investor Alstin an.

Angesichts dieses digitalen Brain Drains ist bemerkenswert, dass die Commerzbank einen prominenten Neuzugang, den sie jüngst getätigt hat, nicht öffentlich kommuniziert hat. Gleich zwei Insider berichten nämlich gegenüber „Finanz-Szene.de“, dass der Fintech-Promi Dominik Steinkühler, Ex-Chef der Samwer-Kreditplattform Lendico, jüngst bei der Coba angeheuert habe. „Der läuft auch schon durch die Kantine“, erzählt ein Commerzbanker.

Und ja – wie uns ein Institutssprecher gestern Abend bestätigte, hat Steinkühler zum 1. Oktober angefangen. Er soll die digitale Transformation des Firmenkundengeschäfts verantworten. Übrigens: Nicht nur in der Personalie Steinkühler sieht die Commerzbank einen Beleg dafür, dass eben nicht nur gute Digitalleute gehen – sondern auch welche kommen. So verpflichtete das Frankfurter Institut vor wenigen Monaten – auch dies blieb öffentlich weitgehend unbeachtet – den früheren Google-Manager Kerem Tomak. Er leitet jetzt den Konzernbereich „Big Data & Advanced Analytics“