Newsletter 30/11/17: Ist „Robin“ ein Plagiat?, Die Replik des Cringle-Chefs, API ante portas

Hat die Deutsche Bank (ein ganz klein wenig) bei Scalable Capital abgekupfert?

Leser mit krassem Kurzzeitgedächtnis werden sich erinnern: In unserer gestrigen Berichterstattung über den neuen Robo Advisor der Deutschen Bank deuteten wir bereits an, dass das „Robin“ getaufte Angebot beim ersten Durchklicken ein wenig an den Münchner Marktführer Scalable Capital erinnerte. Wie Sie sich vorstellen können, hat uns die Sache keine Ruhe gelassen. Darum haben wir nach streng wissenschaftlichen Kriterien den ersten „Plagiats-Test“ in der Geschichte von „Finanz-Szene.de“ durchgeführt. Die sechs Kategorien lauteten „Anlagestrategie“, „Optische Darstellung“, „Slogan“, „Kundenansprache“, „Pricing“ und „Promi-Faktor“. Dabei kamen wir zu teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Lesen Sie hier, wie die Sache ausgegangen ist:

Finanz-Szene.de (ausnahmsweise empfiehlt sich die Lektüre am Desktop, weil man dann die vergleichenden Screenshots besser erkennt)

Lesetipps

Warum Cringle sehr wohl einen Business Case hat: Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden. Finanz-Szene.de

Der richtige Mann für das digitale Zeitalter? Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtiert den neuen Sparkassen-Präsidenten – und wirft unter anderem die Frage auf, ob Helmut Schleweis der größten aller Herausforderungen gewachsen sein wird. Sprich: der digitalen. SZ

API ante portas: Weshalb die Deutsche Bank sehr gut daran tut, bei PSD2 nicht nur die gesetzlichen Mindeststandards zu erfüllen. Finletter

12 Dinge, die Kunden im Jahr 2017 von ihrer Bank erwarten dürfen (übrigens auch, wenn es sich dabei um eine eher kleine Bank handelt). Der Bank-Blog

News

Bis zu 150 Mio. Euro (mal ganz grob geschätzt) für Frankfurts IPO-Banker: Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers nun tatsächlich in Bembel-Town an die Börse bringen – und nicht in New York, wie auch mal gemutmaßt worden war. Angesichts eines Volumens von angeblich sechs bis zehn Mrd. Euro (zehn Mrd. Euro wären der größte IPO seit dem seligen Manfred Krug) wartet auf die insgesamt sieben Konsortialbanken ein hübscher Geldregen. Hier, welche Institute dabei sind (fünfter Absatz), und weitere Details: Manager Magazin

Der nächste Coup des Höllenhunds: Nach dem Einstieg bei der Coba und der Deutschen Bank steigt Cerberus nun auch noch … nein, nicht direkt bei Santander ein. Aber: Der US-Finanzinvestor kauft der spanischen Großbank ein Immobilien-Paket im Wert von vier Mrd. Euro ab. Vielleicht muss man in die Strategie von Cerberus ja auch gar nicht immer so viel hineindeuten. Vielleicht ist es ja auch schlicht so, dass die Amerikaner ausgerechnet da Opportunitäten vermuten (spanische Häuser, Frankfurter Geldhäuser), wo das Gros der Investoren sie eher nicht vermutet. Reuters/HB

Was macht Ihr da, liebe deutsche Fondsmanager? Wer dem „Capital“-Kollegen Christian Kirchner nicht auf Twitter folgt (was man freilich tun sollte), der hat dessen Tweet-Storm gestern Vormittag verpasst, in dem es um Liquiditäts-Risiken bei deutschen Investmentfonds ging. Auf den Punkt gebracht (Quelle: der Finanzstabilität-Bericht der Buba) ist es offenbar so, dass immer mehr hiesige Fondsmanager nichts Besseres zu tun haben, als ihr Geld in die Fonds anderer Manager zu stecken (und vice versa, nehmen wir an). Klingt nicht gut. Kirchner-Tweet, Buba-Bericht (PDF)

Zur Abwechslung mal keine Horrornachrichten: Das „Handelsblatt“ erklärt, warum die Neun-Monats-Zahlen von NordLB und HSH Nordbank vergleichsweise okay aussehen. Handelsblatt

Kauft ein No-Name die HSH Nordbank? Laut „Reuters“ sind noch drei Bieter im Rennen, nämlich Apollo, das Konsortium aus Cerberus und  Flowers sowie ebenjener Londoner Finanzinvestor Socrates, dessen Namen bis vor wenigen Wochen noch niemand kannte – und der nun angeblich das interessanteste Angebot vorgelegt hat. Reuters

ETF-Boom bei Deutschlands Direktbanken: Die Zahl der ETF-Sparpläne ist zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf 476.000 gestiegen, zeigt eine Auswertung des „Extra-Magazins“. Börsen-Zeitung

Was ist los im Staate Berenberg, nächster Teil: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, hat der Umbau der Vermögensverwaltung zu einem mittelschweren Exodus geführt. So habe der Ex-Chef der VV, Tindaro Siragusano, mit sieben weiteren Ex-Berenberg-Bankern einen eigenen Vermögensverwalter gegründet, der just heute unter dem Namen 7Orca in Hamburg offiziell an den Start gehen soll (wem die Story bekannt vorkommen sollte: ansatzweise hat das Ganze neulich auch schon bei „Institutional Money“ gestanden). Handelsblatt (Print)

Beyond .de

Polnische Steuerreform belastet Brexit-Banker: … was man aber jetzt, liebe Main-Finance-Leute, vermutlich nicht gleich dahingehend interpretieren sollte, dass JP Morgan, die UBS und Goldman Sachs (die allesamt planen, ihre polnischen Standorte auszuweiten) die entsprechenden Jobs  stattdessen nach Frankfurt verpflanzen. Oder etwa doch? Bloomberg

Beyond Banking

Aktien sind so teuer wie zuletzt vor 117 Jahren: … behauptet zumindest der „Chief Global Equity Strategist“ von Goldman Sachs (wie auch immer er das errechnet haben will). Bloomberg

Ignoriert

Wer bei der Buba-Immobilien-Warnung, die gestern zumindest über manche Websites lief („Rund 15 bis 30 Prozent des Preisanstiegs in den Städten im Jahr 2016 können unsere Modelle nicht erklären“) ein Deja-vu-Erlebnis hatte: Die Zahlen sind tatsächlich nicht frisch, wie man wiederum dem Twitter-Account des Kollegen Kirchner entnehmen kann. Kirchner-Tweet

Karriere:

Zehn Frankfurter M&A-Banker, die jeder kennen sollte, der selber einer werden will: Wir gehen jetzt einfach mal gutgläubig davon aus, dass es sich bei der Liste, die der Kollege von „efinancialcareers“ erstellt hat, nicht um das handelt, was man im Journalismus „Quellenpflege“ nennt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Robo Advisor der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter wie ein morgendlicher Espresso ist: kurz aber so gehaltvoll, dass man den gewissen „Kick“ für den Tag mitnimmt.

Karsten Junge, Partner bei der Frankfurter Beraterfirma Consileon

Newsletter 30/11/17: Ist „Robin“ ein Plagiat?, HSH-Favorit, Frankfurts heißeste M&A-Banker

Hat die Deutsche Bank (ein ganz klein wenig) bei Scalable Capital abgekupfert?

Leser mit krassem Kurzzeitgedächtnis werden sich erinnern: In unserer gestrigen Berichterstattung über den neuen Robo Advisor der Deutschen Bank deuteten wir bereits an, dass das „Robin“ getaufte Angebot beim ersten Durchklicken ein wenig an den Münchner Marktführer Scalable Capital erinnerte. Wie Sie sich vorstellen können, hat uns die Sache keine Ruhe gelassen. Darum haben wir nach streng wissenschaftlichen Kriterien den ersten „Plagiats-Test“ in der Geschichte von „Finanz-Szene.de“ durchgeführt. Die sechs Kategorien lauteten „Anlagestrategie“, „Optische Darstellung“, „Slogan“, „Kundenansprache“, „Pricing“ und „Promi-Faktor“. Dabei kamen wir zu teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Lesen Sie hier, wie die Sache ausgegangen ist:

Finanz-Szene.de (ausnahmsweise empfiehlt sich die Lektüre am Desktop, weil man dann die vergleichenden Screenshots besser erkennt)

News

Bis zu 150 Mio. Euro (mal ganz grob geschätzt) für Frankfurts IPO-Banker: Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers nun tatsächlich in Bembel-Town an die Börse bringen – und nicht in New York, wie auch mal gemutmaßt worden war. Angesichts eines Volumens von angeblich sechs bis zehn Mrd. Euro (zehn Mrd. Euro wären der größte IPO seit dem seligen Manfred Krug) wartet auf die insgesamt sieben Konsortialbanken ein hübscher Geldregen. Hier, welche Institute dabei sind (fünfter Absatz), und weitere Details: Manager Magazin

Der nächste Coup des Höllenhunds: Nach dem Einstieg bei der Coba und der Deutschen Bank steigt Cerberus nun auch noch … nein, nicht direkt bei Santander ein. Aber: Der US-Finanzinvestor kauft der spanischen Großbank ein Immobilien-Paket im Wert von vier Mrd. Euro ab. Vielleicht muss man in die Strategie von Cerberus ja auch gar nicht immer so viel hineindeuten. Vielleicht ist es ja auch schlicht so, dass die Amerikaner ausgerechnet da Opportunitäten vermuten (spanische Häuser, Frankfurter Geldhäuser), wo das Gros der Investoren sie eher nicht vermutet. Reuters/HB

Was macht Ihr da, liebe deutsche Fondsmanager? Wer dem „Capital“-Kollegen Christian Kirchner nicht auf Twitter folgt (was man freilich tun sollte), der hat dessen Tweet-Storm gestern Vormittag verpasst, in dem es um Liquiditäts-Risiken bei deutschen Investmentfonds ging. Auf den Punkt gebracht (Quelle: der Finanzstabilität-Bericht der Buba) ist es offenbar so, dass immer mehr hiesige Fondsmanager nichts Besseres zu tun haben, als ihr Geld in die Fonds anderer Manager zu stecken (und vice versa, nehmen wir an). Klingt nicht gut. Kirchner-Tweet, Buba-Bericht (PDF)

Zur Abwechslung mal keine Horrornachrichten: Das „Handelsblatt“ erklärt, warum die Neun-Monats-Zahlen von NordLB und HSH Nordbank vergleichsweise okay aussehen. Handelsblatt

Kauft ein No-Name die HSH Nordbank? Laut „Reuters“ sind noch drei Bieter im Rennen, nämlich Apollo, das Konsortium aus Cerberus und  Flowers sowie ebenjener Londoner Finanzinvestor Socrates, dessen Namen bis vor wenigen Wochen noch niemand kannte – und der nun angeblich das interessanteste Angebot vorgelegt hat. Reuters

ETF-Boom bei Deutschlands Direktbanken: Die Zahl der ETF-Sparpläne ist zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf 476.000 gestiegen, zeigt eine Auswertung des „Extra-Magazins“. Börsen-Zeitung

Was ist los im Staate Berenberg, nächster Teil: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, hat der Umbau der Vermögensverwaltung zu einem mittelschweren Exodus geführt. So habe der Ex-Chef der VV, Tindaro Siragusano, mit sieben weiteren Ex-Berenberg-Bankern einen eigenen Vermögensverwalter gegründet, der just heute unter dem Namen 7Orca in Hamburg offiziell an den Start gehen soll (wem die Story bekannt vorkommen sollte: ansatzweise hat das Ganze neulich auch schon bei „Institutional Money“ gestanden). Handelsblatt (Print)

Beyond .de

Polnische Steuerreform belastet Brexit-Banker: … was man aber jetzt, liebe Main-Finance-Leute, vermutlich nicht gleich dahingehend interpretieren sollte, dass JP Morgan, die UBS und Goldman Sachs (die allesamt planen, ihre polnischen Standorte auszuweiten) die entsprechenden Jobs  stattdessen nach Frankfurt verpflanzen. Oder etwa doch? Bloomberg

Beyond Banking

Aktien sind so teuer wie zuletzt vor 117 Jahren: … behauptet zumindest der „Chief Global Equity Strategist“ von Goldman Sachs (wie auch immer er das errechnet haben will). Bloomberg

Ignoriert

Wer bei der Buba-Immobilien-Warnung, die gestern zumindest über manche Websites lief („Rund 15 bis 30 Prozent des Preisanstiegs in den Städten im Jahr 2016 können unsere Modelle nicht erklären“) ein Deja-vu-Erlebnis hatte: Die Zahlen sind tatsächlich nicht frisch, wie man wiederum dem Twitter-Account des Kollegen Kirchner entnehmen kann. Kirchner-Tweet

Lesetipps

Warum Cringle sehr wohl einen Business Case hat: Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden. Finanz-Szene.de

Der richtige Mann für das digitale Zeitalter? Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtiert den neuen Sparkassen-Präsidenten – und wirft unter anderem die Frage auf, ob Helmut Schleweis der größten aller Herausforderungen gewachsen sein wird. Sprich: der digitalen. SZ

API ante portas: Weshalb die Deutsche Bank sehr gut daran tut, bei PSD2 nicht nur die gesetzlichen Mindeststandards zu erfüllen. Finletter

12 Dinge, die Kunden im Jahr 2017 von ihrer Bank erwarten dürfen (übrigens auch, wenn es sich dabei um eine eher kleine Bank handelt). Der Bank-Blog

Karriere:

Zehn Frankfurter M&A-Banker, die jeder kennen sollte, der selber einer werden will: Wir gehen jetzt einfach mal gutgläubig davon aus, dass es sich bei der Liste, die der Kollege von „efinancialcareers“ erstellt hat, nicht um das handelt, was man im Journalismus „Quellenpflege“ nennt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Robo Advisor der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter wie ein morgendlicher Espresso ist: kurz aber so gehaltvoll, dass man den gewissen „Kick“ für den Tag mitnimmt.

Karsten Junge, Partner bei der Frankfurter Beraterfirma Consileon

„Wir machen es wie Steve Jobs“ – Die Replik des Cringle-Chefs

Nachdem wir gestern die Kritik des Fintech-Bloggers Leopold Bosankic an den Geschäftsmodellen der deutschen P2P-Payment-Anbieter verlinkten, kam Malte Klussmann, Chef der Berliner Startups Cringle, unserer Bitte nach, ob er nicht eine kurze Replik verfassen könne. So viel sei vorweggenommen: Aus der kurzen Replik ist eine lange geworden:

Von Malte Klussmann, Gründer und Chef von Cringle

Zunächst möchte ich Danke sagen. Denn, so viel sei vorweggenommen, ich gebe Herrn Bosankic Recht, dass im Bereich Mobile Payment insbesondere auf dem deutschen Markt noch ein verstärkter Aufklärungsbedarf besteht. Dieser Artikel leistet hierzu seinen Beitrag, deshalb vielen Dank!

Doch schon bei der Headline „Venmo, MobilePay, Cookies, kwitt, N26’s MoneyBeam, PayPal, Wavy, Lendstar… and now Cringle” zuckte ich kurz zusammen. Warum? Hierfür würde ich mit Ihnen gerne ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen, ins Jahr 2014. Das Jahr, welches als Datengrundlage für die Beschreibung der P2P-Situation im Jahr 2017 im genannten Blog-Eintrag von Leopold Bosankic dient.

Im Jahr 2014 haben wir Cringle offiziell gestartet und unsere Kooperation mit der Deutschen Kreditbank AG öffentlich bekannt gegeben. Ein junges Fintech und eine der größten Direktbanken Deutschlands arbeiten zusammen. Das war in dem damaligen „Banken vs Fintechs“-Umfeld ein echtes Novum. In einer Zeit VOR Cookies, Kwitt, MoneyBeam und Wavy.

Wir haben Cringle gestartet, weil uns eine mobile Alternative zu Bargeld und Online-Überweisung fehlte. Denn, wie Herr Bosankic richtig herausstellt, dominierte im Jahr 2014 das Bargeld. Doch der Bedarf nach einer einfachen, digitalen Lösung schien schon damals vorhanden zu sein. Ich krame auch mal eine alte Statistik hervor und werfe „Mobile Wallet: Erfolgsfaktoren für das digitale Portemonnaie“ (2013) von PwC in den Raum. So würde der Großteil die mobile Wallet dafür einsetzen, Geld einfach an andere Personen zu senden. Auch die Technologie für alternativen zum Bargeld und Online-Banking war gegeben, doch es gab jedoch noch keine Umsetzung einer an dieses Bedürfnis ausgerichteten, einfachen Lösung. Bargeld bleibt die einzige Möglichkeit.

Bosankic zeigt auch den Rückgang der Bargeldzahlungen auf, von 2008 bis 2014. In der Tat scheint es nur eine langsame Veränderung zu sein. Doch die Adaptionsrate neuer Technologien ist meiner Meinung nach kein linearer Prozess, sondern nimmt immer mehr Momentum mit fortschreitender Entwicklung auf. So prognostiziert die Bundesbank 2014 in ihrer Studie selbst mittelfristig einen wertmäßigen Rückgang des Barzahlungsanteils unter die 50%-Marke, getrieben von der „heranwachsenden technikaffinen Generation“. Mittelfristig wird definiert als „ein bis fünf Jahre“, es liegt also eine spannende Zeit vor uns.

Und damit würde ich sagen, haben wir genug in Erinnerungen an vergangene Zeiten geschwelgt. Springen wir wieder ins heute, denn es hat sich in der Zwischenzeit viel getan.

Beiträge wie der von Leopold Bosankic zeigen, dass Mobile Payment / P2P mit dem Smartphone und dem damit einhergehenden Komfort schneller Transaktionen inzwischen ins Bewusstsein der Masse rücken. Immerhin 55% der Bankkunden empfehlen Freunden und Familie ihre Fintech-Lösung, nur 32% empfehlen ihre Bank weiter (2017). Ebenfalls wünscht sich jeder zweite Privatkunde von seiner Bank eine engere Zusammenarbeit mit Fintechs, insbesondere verstärkt im Bereich P2P-Zahlungen (2017).

Es folgen weitere Unternehmen Cringles Beispiel, und neue Anbieter erscheinen nun auf dem Spielfeld, wie die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken, Cookies/Wavy und auch Paydirekt mit seiner neuen P2P-Funktionalität!

Natürlich gilt für alle: „Having a customer base is important“, wie Bosankic herausstellt. Aber eben für alle, nicht nur für Cringle. Diesbezüglich stellt Bosankic berechtigterweise die Frage, ob P2P-Lösungen überhaupt Anwendung in Deutschland finden, da der deutsche Markt nicht mit dem dänischen vergleichbar ist. Doch gibt es mit Mobile Pay eben seit 2013 eine Lösung, die sich über vier Jahre zum Branchenprimus entwickelt hat. Es ist also nicht immer nur die „fehlende Mentalität“ der Deutschen, sondern auch die fehlenden technologischen Möglichkeiten zu einem gewissen Zeitpunkt. Wenn mir digitale Alternativen fehlen, habe ich keine andere Wahl, als Bargeld zu nutzen. Dies zählt vonseiten des Angebots, als auch der Akzeptanzstellen. Wo einige Länder bereits ein Reifestadium für Mobile Payment erreicht haben, steckt Deutschland in den Kinderschuhen. Erst wenn ich ein umfangreiches Angebot an digitalen Lösungen habe, kann ich tatsächlich eine bewusste Entscheidung für oder wider Bargeld treffen.

Wir machen es einfach wie Steve Jobs und sagen „You can’t just ask customers what they want and then try to give that to them. By the time you get it built, they’ll want something new.”

Dann bleibt abschließend natürlich noch der Ansatz, mit dem das Ziel erreicht werden soll.

Dass der pan-europäische Ansatz von Cringle eine Fehleinschätzung ist, sehe ich naturgemäß anders. Viele unserer Nutzer haben im Ausland mobile P2P Lösungen kennen und lieben gelernt. In Deutschland sind sie auf dann auf Cringle gestoßen. Sie haben viele Freunde und Bekannte im europäischen Ausland, viele sind berufsbedingt oft innerhalb Europas unterwegs. Sie freuen sich, Cringle in ganz Europa als einheitliche Lösung nutzen zu können.

Kontextbasierte Zahlungen sind absolut ein Zukunftsthema. Diesen Ansatz verfolgen wir unter anderem mit unserer Cringle API, über die sich die Cringle-P2P-Funktionalität in Apps dritter Anbieter integrieren lässt.

Die Frage, ob P2P ein Produkt oder eine Funktion ist, stellt sich mir nicht.

„What this implies is that P2P payments are a use case too small to merit an own app and are thus a feature and not an app.” ist aus meiner Sicht eine ziemlich gewagte Aussage von Herrn Bosankic.Gibt es mit Venmo, Swish und Zelle doch durchaus Anbieter, die P2P als Produkt sehr erfolgreich gemacht haben. Genauso haben integrierte P2P-Funktionen wie die der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sicher auch Befürworter, sind am Beispiel paym aber bisher weniger erfolgreich.

Für mich stellen sich hier andere Fragen.

Ist P2P überhaupt ein „Winner-takes-it-all“-Markt? Ein klares Nein gibt es hier vom PayPal CEO.

Sind nicht die Ansprüche der Nutzer an Zahlungslösungen so vielfältig wie die Zahlungslösungen selbst? Macht nicht genau dies den Erfolg von App-Stores aus, dass ich mir selbst die Lösungen installieren kann, die mir gefallen? Sollte nicht vielmehr darüber nachgedacht werden, die Lösungen interoperabel zu gestalten?

Genauso wenig wie Bosankics Kennzahlen für den aus seiner Sicht richtigen Ansatz für P2P-Zahlungen nennt, kann ich es an dieser Stelle tun.

Daher würde ich diese Entscheidung doch einfach den Nutzern überlassen.

Newsletter 29/11/17: Der Robo der Deutschen Bank ist da, Cringle-Bashing, Screen Scraping

Exklusiv: Der Robo der Deutschen Bank ist da – und trägt den Namen „Robin“

Die Deutsche Bank ist als erste Großbank hierzulande mit einem eigenen Robo Advisor livegegangen – diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ gestern Nachmittag gemacht. Der digitale Vermögensverwalter, der eigentlich schon für den Spätsommer angekündigt war, trägt den Namen „Robin“ und wurde offenbar Anfang der Woche freigeschaltet. Auf der Startseite der Deutschen Bank findet sich allerdings noch kein Hinweis, ebenso wenig wie auf der Startseite des hauseigenen Brokers Maxblue. Stattdessen ist der Link, der zu dem neuen Angebot führt, einigermaßen gut versteckt worden. Allem Anschein nach wollte die DBank mit ihrem Online-Vermögensverwalter also zunächst  unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben – womöglich, um erst einmal einen Testlauf unter Live-Bedingungen zu absolvieren. Was „Robin“ kann, welche Anlagestrategie er verfolgt und ob auch Nicht-Deutsche-Bank-Kunden ein Depot eröffnen können, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Wer ist der neue Sparkassen-Präsident? Helmut Schleweis, bislang Chef der Sparkasse Heidelberg, soll schnellstmöglich als Nachfolger von Georg Fahrenschon an die DSGV-Spitze rücken – das haben die sogenannten Sparkassen-Verbandsvorsteher gestern beschlossen. Bekannt ist über den 63-Jährigen so gut wie gar nichts. Mal abgesehen davon, dass es in seiner Vita praktische keine Einträge mehr gäbe, würde man das Wort „Sparkasse“ aus ihr eliminieren. Ausbildung bei der Sparkasse Heidelberg. Sparkassen-Fachlehrgang an der Sparkassen-Akademie in Rastatt. Weiterbildung an der Deutschen Sparkassen-Akademie in Bonn. Und schließlich Aufstieg in den Vorstand ebenjener Sparkasse Heidelberg, bei der er schon die Ausbildung gemacht hatte. Beim DSGV übrigens amtierte Schleweis zuletzt als Bundesobmann der Sparkassenvorstände, was auch immer das sein mag. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche Bank vertröstet ihre Aktionäre: Bis der Umbau des Investmentbankings abgeschlossen sei, „wird es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern“, haben die beiden zuständigen Vorstände Markus Schenck und Garth Ritchie dem „Handelsblatt“ gestanden. Vorabmeldung (frei zugänglich)Das komplette Interview (Paywall)

HNA versucht liquide zu bleiben (oder zu werden?): Der umstrittene Knapp-10-Prozent-Aktionär der Deutschen Bank will offenbar sein Portfolio ausdünnen – und auf diesem Wege die Kasse aufbessern. An der Beteiligung an der DBank indes wird allem Anschein nach nicht gerüttelt. Reuters

Beyond .de

Der Bitcoin überspringt die 10.000-Dollar-Marke: … naja, zumindest hat er das gestern an einzelnen Börsen getan. Mehr zum Thema weiter unten bei den „Lesetipps“. Spiegel Online

Britische Banken würden harten Brexit überstehen: Das zumindest ist bei einem Stresstest der britischen Notenbank herausgekommen. Guardian

Lesetipps

Warum das Geschäftsmodell von Cringle (und anderen P2P-Payment-Fintechs) nicht funktionieren kann: Der mysteriöse Leopold Bosankic hat die nächste als Blog-Eintrag getarnte Master-Thesis verfasst. Diesmal knöpft er sich insbesondere das Berliner Fintech Cringle vor und erklärt unter Bezugnahme u.a. auf Bundesbank-Statistiken („bis zu 90 % aller Zahlungen unter 20 Euro werden in Deutschland cash abgewickelt“), warum sich P2P-Payment hierzulande vermutlich auch auf Jahre hinaus nicht durchsetzen wird. Für aussichtsreicher hält Bosankic übrigens den Weg, den Lendstar geht – nämlich ganz gezielt digitalaffine Communities anzusprechen, statt gleich den Gesamtmarkt (den es sozusagen gar nicht gibt) ins Visier zu nehmen. Das ändert freilich nichts daran, dass am Ende auch Lendstar vor dem gleichen Problem steht wie alle anderen P2P-Payment-Anbieter hierzulande: Deutschland ist nicht Dänemark. leobosankic.com

Wie sich Banken gegen Fintechs wehren: Ein Werkstattbesuch in der Digitalfabrik der Deutschen Bank. Wirtschaftswoche

Warum der Bitcoin bald crashen wird: Weil er im Zuge des technologischen Fortschritt bei Kryptowährungen durch effizientere Alternativen ersetzt werden wird – so sieht das jedenfalls Daniel Pfändler, Portfoliostratege beim Vermögensverwalter Main Sky. Manager Magazin

„Alle reden über Bitcoin – nur unsere Banken nicht“: … und das sei ein gewaltiges Problem, findet Frank Schmiechen, der Chefredakteur von „Gründerszene“.

Screen Scraping ist nicht gleich Screen Scraping: Und damit sei auch nicht jede Form des Screen Scrapings tot, erläutert Ralf Ohlhausen, Business Development Director beim Payment-Spezialisten PPRO. IT-Finanzmagazin

Was ist los im Staate Berenberg? Die „Wirtschaftswoche“ hat ihren jüngsten Print-Artikel, in dem  Christof Schürmann ganz schön austeilt gegen die Hamburger Privatbank, online gestellt (allerdings hinter einer Paywall). Der Bericht greift  die bereits bekannten Ermittlungen wegen umstrittener Aktiendeals auf, ergänzt das Ganze um einen vermeintlichen „Fall Vossloh“,  kocht ein bisschen in der Gerüchteküche – und hat zum Schluss noch einen ziemlichen Kracher parat. Demnach sollen die in den vergangenen Jahren so hervorragenden Berenberg-Zahlen zuletzt alles andere als hervorragend gewesen sein.  Wirtschaftswoche (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Cerberus-Reportage aus dem „Manager Magazin“.

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

dieser Newsletter Fintech-Themen mit klassischen Bank-Themen zusammenbringt, was es sonst so nicht gibt. Und das alles auf prägnante Art und Weise.

Martin Setzer, ehem. COO und Senior Advisor Digitalisierung bei der LBBW

Newsletter 29/11/17: „Robin“ von der Deutschen Bank, HNA macht Kasse, Der neue DSGV-Chef

Exklusiv: Der Robo der Deutschen Bank ist da – und trägt den Namen „Robin“

Die Deutsche Bank ist als erste Großbank hierzulande mit einem eigenen Robo Advisor livegegangen – diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ gestern Nachmittag gemacht. Der digitale Vermögensverwalter, der eigentlich schon für den Spätsommer angekündigt war, trägt den Namen „Robin“ und wurde offenbar Anfang der Woche freigeschaltet. Auf der Startseite der Deutschen Bank findet sich allerdings noch kein Hinweis, ebenso wenig wie auf der Startseite des hauseigenen Brokers Maxblue. Stattdessen ist der Link, der zu dem neuen Angebot führt, einigermaßen gut versteckt worden. Allem Anschein nach wollte die DBank mit ihrem Online-Vermögensverwalter also zunächst  unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben – womöglich, um erst einmal einen Testlauf unter Live-Bedingungen zu absolvieren. Was „Robin“ kann, welche Anlagestrategie er verfolgt und ob auch Nicht-Deutsche-Bank-Kunden ein Depot eröffnen können, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

Wer ist der neue Sparkassen-Präsident?

Helmut Schleweis, bislang Chef der Sparkasse Heidelberg, soll schnellstmöglich als Nachfolger von Georg Fahrenschon an die DSGV-Spitze rücken – das haben die sogenannten Sparkassen-Verbandsvorsteher gestern beschlossen. Bekannt ist über den 63-Jährigen so gut wie gar nichts. Mal abgesehen davon, dass es in seiner Vita praktische keine Einträge mehr gäbe, würde man das Wort „Sparkasse“ aus ihr eliminieren. Ausbildung bei der Sparkasse Heidelberg. Sparkassen-Fachlehrgang an der Sparkassen-Akademie in Rastatt. Weiterbildung an der Deutschen Sparkassen-Akademie in Bonn. Und schließlich Aufstieg in den Vorstand ebenjener Sparkasse Heidelberg, bei der er schon die Ausbildung gemacht hatte. Beim DSGV übrigens amtierte Schleweis zuletzt als Bundesobmann der Sparkassenvorstände, was auch immer das sein mag. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paywall)

News

Deutsche Bank vertröstet ihre Aktionäre: Bis der Umbau des Investmentbankings abgeschlossen sei, „wird es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern“, haben die beiden zuständigen Vorstände Markus Schenck und Garth Ritchie dem „Handelsblatt“ gestanden. Vorabmeldung (frei zugänglich)Das komplette Interview (Paywall)

HNA versucht liquide zu bleiben (oder zu werden?): Der umstrittene Knapp-10-Prozent-Aktionär der Deutschen Bank will offenbar sein Portfolio ausdünnen – und auf diesem Wege die Kasse aufbessern. An der Beteiligung an der DBank indes wird allem Anschein nach nicht gerüttelt. Reuters

Beyond .de

Der Bitcoin überspringt die 10.000-Dollar-Marke: … naja, zumindest hat er das gestern an einzelnen Börsen getan. Mehr zum Thema weiter unten bei den „Lesetipps“. Spiegel Online

Britische Banken würden harten Brexit überstehen: Das zumindest ist bei einem Stresstest der britischen Notenbank herausgekommen. Guardian

Lesetipps

Warum das Geschäftsmodell von Cringle (und anderen P2P-Payment-Fintechs) nicht funktionieren kann: Der mysteriöse Leopold Bosankic hat die nächste als Blog-Eintrag getarnte Master-Thesis verfasst. Diesmal knöpft er sich insbesondere das Berliner Fintech Cringle vor und erklärt unter Bezugnahme u.a. auf Bundesbank-Statistiken („bis zu 90 % aller Zahlungen unter 20 Euro werden in Deutschland cash abgewickelt“), warum sich P2P-Payment hierzulande vermutlich auch auf Jahre hinaus nicht durchsetzen wird. Für aussichtsreicher hält Bosankic übrigens den Weg, den Lendstar geht – nämlich ganz gezielt digitalaffine Communities anzusprechen, statt gleich den Gesamtmarkt (den es sozusagen gar nicht gibt) ins Visier zu nehmen. Das ändert freilich nichts daran, dass am Ende auch Lendstar vor dem gleichen Problem steht wie alle anderen P2P-Payment-Anbieter hierzulande: Deutschland ist nicht Dänemark. leobosankic.com

Was ist los im Staate Berenberg? Die „Wirtschaftswoche“ hat ihren jüngsten Print-Artikel, in dem  Christof Schürmann ganz schön austeilt gegen die Hamburger Privatbank, online gestellt (allerdings hinter einer Paywall). Der Bericht greift  die bereits bekannten Ermittlungen wegen umstrittener Aktiendeals auf, ergänzt das Ganze um einen vermeintlichen „Fall Vossloh“,  kocht ein bisschen in der Gerüchteküche – und hat zum Schluss noch einen ziemlichen Kracher parat. Demnach sollen die in den vergangenen Jahren so hervorragenden Berenberg-Zahlen zuletzt alles andere als hervorragend gewesen sein.  Wirtschaftswoche (Paywall)

Wie sich Banken gegen Fintechs wehren: Ein Werkstattbesuch in der Digitalfabrik der Deutschen Bank. Wirtschaftswoche

Warum der Bitcoin bald crashen wird: Weil er im Zuge des technologischen Fortschritt bei Kryptowährungen durch effizientere Alternativen ersetzt werden wird – so sieht das jedenfalls Daniel Pfändler, Portfoliostratege beim Vermögensverwalter Main Sky. Manager Magazin

„Alle reden über Bitcoin – nur unsere Banken nicht“: … und das sei ein gewaltiges Problem, findet Frank Schmiechen, der Chefredakteur von „Gründerszene“.

Screen Scraping ist nicht gleich Screen Scraping: Und damit sei auch nicht jede Form des Screen Scrapings tot, erläutert Ralf Ohlhausen, Business Development Director beim Payment-Spezialisten PPRO. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war gestern die Cerberus-Reportage aus dem „Manager Magazin“.

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

dieser Newsletter Fintech-Themen mit klassischen Bank-Themen zusammenbringt, was es sonst so nicht gibt. Und das alles auf prägnante Art und Weise.

Martin Setzer, ehem. COO und Senior Advisor Digitalisierung bei der LBBW

Exklusiv: Der Robo der Deutschen Bank ist da – und trägt den Namen „Robin“

Von Heinz-Roger Dohms

Die Deutsche Bank ist als erste Großbank hierzulande mit einem eigenen Robo Advisor live – diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ gestern Nachmittag gemacht. Der digitale Vermögensverwalter, der eigentlich schon für den Spätsommer angekündigt war, trägt den Namen „Robin“ und ist offenbar Anfang der Woche freigeschaltet worden. Auf der Website der Deutschen Bank findet sich allerdings noch kein Hinweis auf den Robo, ebensowenig wie auf der Startseite des Onlinebrokers Maxblue. Stattdessen ist der Link, der zu dem neuen Angebot führt, einigermaßen gut versteckt. Allem Anschein nach wollte das Frankfurter Institut mit ihrem Robo zunächst  unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben – womöglich, um erst einmal einen Testlauf unter Live-Bedingungen zu absolvieren.

Um eine Beta-Version allerdings scheint es sich bei „Robin“ nicht zu handeln. Gestern Abend jedenfalls funktionierte die Antragsstrecke einwandfrei, auch als Nicht-Deutsche-Bank-Kunde konnte man sich in wenigen Minuten problemlos bis zur Depoteröffnung durchklicken. Dazu muss der User genau wie bei anderen Robo Advisern zunächst ein paar Angaben zu seiner Liquiditätssituation, zu seinen Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren und zu seiner persönlichen Risikoneigung machen. Dann heißt es schließlich: „Auf Basis der Angaben wird die Anlagestrategie ermittelt“ – bevor der Robo Advisor dem Kunden einen konkreten Vorschlag für die Portfolio-Struktur macht und ihn danach einlädt, ein Depot zu eröffnen.

Dabei erinnert „Robin“ nicht nur vom Look & Feel stark an Scalable Capital, den Münchner Robo Advisor, der mit einem verwalteten Vermögen von gut 500 Mio. Euro als klarer Marktführer hierzulande gilt. Denn genau wie Scalable, allerdings im Unterschied zu fast allen anderen deutschen Robo Advisern, hat sich die Deutsche Bank gegen eine starre Gewichtung der Assetklassen  im Sinne von beispielsweise „50 % Aktien, 30 % Anleihen und 20 % Rohstoffen“ entschieden. Stattdessen stützt sich die DBank analog zu Scalable auf ein Risikomaß, das „Value at Risk“ genannt wird – und das eng mit der Volatilität zusammenhängt. Bei Scalable wirkt der Ansatz so, dass das Risiko (sprich: die Aktienquote) in ruhigen Marktphasen aggressiv erhöht wird, in turbulenten Zeiten allerdings ebenso radikal wieder sinkt. Zumindest vom Prinzip her setzt die Deutsche Bank auf die gleiche, unter Experten übrigens nicht unumstrittene Strategie.

Dem Start von „Robin“ war ein jahrelanges strategisches Hin und Her vorausgegangen. So hatte die Deutsche Bank Ende 2015 schon einmal den Start eines hauseigenen Robo Advisors verkündet. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich jedoch, dass das „AnlageFinder“ getaufte Produkt mit einer modernen, kostengünstigen digitalen Vermögensverwaltung eher wenig zu tun hatte. Wohl auch deshalb fiel das Angebot beim Kunden durch, bevor es schließlich sogar eingestellt wurde. Zur Verwirrung trug zudem bei, dass die Deutsche AM – also der Asset Manager der Deutschen Bank – im Sommer ebenfalls eine Art Robo Advisor startete. Dabei handelte es sich allerdings um kein klassisches Angebot für den Endkunden, sondern um ein Tool für Finanzberater.

Auch die übrigen privaten Großbanken tun sich mit dem Thema bislang schwer. Die Commerzbank schickte zunächst ihre Tochter Comdirect vor – arbeitet inzwischen aber auch an eigenen Plänen für einen digitalen Vermögensverwalter; die HVB hält sich in Sachen Robo auffällig zurück; und die ING Diba verzichtet auf ein eigenes Tool und leitet ihre Kunden stattdessen zu Scalable Capital weiter. Während Scalable die Gebühr für die Vermögensverwaltung erhält, fließen der ING die Gebühren für Handel, Konto und Depot zu.

Newsletter 28/11/17: Der Sandkasten-Mythos, Lobby-Schlappe für Fintechs, PSD2

Exklusiv: „Der fehlende Sandkasten ist ein großer Wettbewerbsvorteil“

Der fehlende regulatorische Sandkasten als Standortnachteil für deutsche Fintechs – das war in den vergangenen Jahren eine weit verbreitete Klage in der  hiesigen Startup-Szene. Tenor: Wenn die Bafin keine Sonderregeln für junge Finanzfirmen erlässt, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn die deutschen Player im europäischen Vergleich den Anschluss verlieren. Nun dreht der Chef eines des spannendsten deutschen B2B-Fintechs die Argumentation plötzlich um. Nämlich Sascha Dewald, Geschäftsführer des Berliner Kontowechsel-Spezialisten Finreach. Seine Firma ist in Österreich erfolgreich unterwegs, hat gerade die erste größere Bank außerhalb der DACH-Region als Kunden gewonnen (die spanische Self Bank) – und will als nächstes nach Italien expandieren. Dewalds Credo: Weil die Sandkiste hierzulande fehle, würden Deutschlands Fintechs schneller erwachsen. „Insbesondere mit Blick auf die Internationalisierung von Produkten ist das ein Wettbewerbsvorteil.“ Lesen Sie hier das komplette Interview:

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Banken feiern Lobby-Sieg über Fintechs: War’s letztlich die „Bild“-Zeitung („WARUM IHRE KONTODATEN IN HÖCHSTER GEFAHR SIND“), die den Ausschlag gab? Wie auch immer: Die EU-Kommission hat dem umstrittenen maschinengesteuerten Auslesen des Girokontos gestern endgültig eine Absage erteilt. Die Screen Scraping genannte Methode werde nach den neuen technischen Standards für die PSD2-Richtlinie nicht mehr erlaubt sein, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die Deutsche Kreditwirtschaft – also der Zusammenschluss sämtlicher Bankenverbände – feierte den Erfolg angemessen: „Dies ist im Sinne des Kunden und stärkt sowohl die Sicherheit des Onlinebankings als auch die Transparenz über die Weitergabe von Daten.“ Schöner hätte die „Bild“ es auch nicht ausdrücken können. Börsenzeitung (Paywall), DK-Stellungnahme

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Deutsche Bank hat gestern offiziell das PSD2-Zeitalter eingeläutet. Nach einjähriger Testphase ist ihre Schnittstelle „dbAPI“ nun für Fintechs und andere Drittanbieter zugänglich (um an dieser Stelle vielleicht auch endlich mal die Nicht-Nerds mit ins Boot zu holen: Die in der Fachwelt auch „dedizierte Schnittstelle“ genannte API verhält sich zum Screen Scraping in etwa so wie der Kuschelsex zum außerehelichen Bordellbesuch). IT-Finanzmagazin, Börsenzeitung (Paywall)

Kaufgerüchte lassen Coba-Aktie nur kurzzeitig steigen: Die NZZ hatte am Wochenende berichtet, dass die UBS eine Teilübernahme der Commerzbank erwäge. Tagesspiegel, Handelsblatt

IFRS 9 kostet deutsche Banken dreistelligen Mio-Betrag: Diese Rechnung hat gestern zumindest der private Bankenverband BdB aufgemacht.  Der von 2018 an geltende Bilanz-Standard läuft darauf hinaus, dass die Banken auch dann schon Risikovorsorge für mögliche Ausfälle bilden müssen, wenn sie einen Kredit gerade erst ausgereicht haben. Banken, die nur nach HGB bilanzieren (also z.B. die allermeisten Sparkassen und Genobanken), sind nicht betroffen. Reuters

Und noch eine News für die Networking-Fetischisten: Gerd Häusler, der sich soeben erst mit einer Pressemitteilung, in der der Jargon-Begriff „Riegler“ nicht ein einzige Mal vorkam, von der BayernLB verabschiedete, hat laut „SZ“ eine Anschlussverwendung im Aufsichtsrat der Deutschen Börse gefunden. Wenn man bedenkt, dass diesem Gremium auch Frau AKA (also known as Ann-Kristin Achleitner) und ihr Münchner Büro-Kompagnon Joachim Faber  angehören, und wenn man darüber hinaus auch noch bedenkt, dass der ebenfalls münchnerisch angehauchte Theo Weimer demnächst Chef der Deutschen Börse wird … dann könnte man tatsächlich überlegen, ob der Name „Bayerische Börse“ nicht langsam angemessener wäre. Süddeutsche (Print, Seite 20)

Flossbach-Jungs hängen Robo Adviser ab: Für diejenigen Leser, die uns vorwerfen, wir würden die (vermeintlichen) Erfolge deutscher Robo-Startups nicht oft genug in Relation setzen … Heute tun wir’s mal: Zwei Flossbach-Jüngelchen, deren Name niemand kennt, haben mit einem Fonds, dessen Namen niemand aussprechen kann, binnen kürzester Zeit mal eben 102 Mio. Euro eingesammelt – und damit mehr als die meisten der medial gehypten Robo Adviser in den Jahren seit ihrer Gründung (was unserer Meinung nach allerdings nichts daran ändert, dass sich das Konzept der digitalen VV durchsetzen wird. Aber wen da draußen interessiert schon unsere Meinung?). Fondsprofessionell

Neues vom Deutsche-Bank-Ankeraktionär: Die HNA-Chinesen (nicht zu verwechseln mit den Han-Chinesen) müssen in der Schweiz 50.000 Franken „Gebühr“ bezahlen, weil die dortige Übernahme-Kommission die Eigentümerstruktur des Konglomerats für nicht nachvollziehbar hält (in dem konkreten Fall ging es um die Akquisition einer schweizerischen Flug-Catering-Firma durch HNA). Süddeutsche

Bausparkassen bekommen eigenes Kernbanksystem: Wüstenrot, die BHW Schwäbisch Hall und kooperieren dabei mit SAP. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Ist der Bitcoin schon bei 10.000 Dollar? Nee, aber fast. Spiegel Online

Der große Collardiral-Schaden: Der Schweizer Privatbank Julius Bär kommt überraschend ihr Vorstandschef Boris Collardi abhanden – der stattdessen Teilhaber der Pictet-Gruppe wird. Zum neuen CEO wird der bisherige Risikochef berufen, die Aktie bricht ein. NZZ (News), Bloomberg (Collardi-Porträt)

Europäischer Rat rüffelt EZB: Laut einer Rechtseinschätzung der EU-Regierungen haben die vermeintlichen Allesdürfer aus dem Frankfurter Ostend jüngst ihre Kompetenzen überschritten, als sie Europas Banken vorschreiben wollten, wie viele Rückstellungen diese zu bilden haben. Reuters/HB

Lesetipps

Und nach dem Hack (von 31 deutschen Finanz-Apps)? Während der Berater und Blogger Maik Klotz glaubt, dass das Vertrauen in Mobile-Banking „erschüttert“ worden sei, sieht die FAZ die Sache gelassener: Wenn sich die Kunden an ein paar einfache Regeln hielten, seien digitale Finanzgeschäfte weiterhin sicher. Paymentandbanking, FAZ

Per Bastelspiel zum eigenen Fintech: Was wir schon immer vermuteten, ist jetzt sozusagen wissenschaftlich belegt – es braucht nicht viel, um ein Finanz-Startup zu gründen.  Der Bank-Blog

Was der Höllenhund mit der Commerzbank vorhat: Das „Manager Magazin“ hat sein großes Cerberus-Porträt aus der vorletzten Ausgabe online gestellt. Der Artikel ist zwar veraltet in dem Sinne, dass der Einstieg bei der Deutschen Bank seinerzeit noch nicht bekannt war – doch das macht das Stück kaum weniger lesenswert. Manager Magazin

Hosenträger schlagen künstliche Intelligenz: Warum der Roboter zumindest den Investmentbanker nicht ersetzen wird. Bloomberg

Klickfavorit

… war am Freitag das Stück über die gehackten Finanz-Apps. Süddeutsche

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… alle relevanten Brancheninformationen kurz und knapp mit einer vergnüglichen Note präsentiert werden. Dazu gibt es on top tiefere und bessere Informationen als in den klassischen Medien.

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender Quirin Bank

Newsletter 28/11/17: Die Bafin als Standortvorteil, Deutsche Bank, Posten-Geschacher bei der Börse?

Exklusiv: „Der fehlende Sandkasten ist ein großer Wettbewerbsvorteil“

Der fehlende regulatorische Sandkasten als Standortnachteil für deutsche Fintechs – das war in den vergangenen Jahren eine weit verbreitete Klage in der  hiesigen Startup-Szene. Tenor: Wenn die Bafin keine Sonderregeln für junge Finanzfirmen erlässt, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn die deutschen Player im europäischen Vergleich den Anschluss verlieren. Nun dreht der Chef eines des spannendsten deutschen B2B-Fintechs die Argumentation plötzlich um. Nämlich Sascha Dewald, Geschäftsführer des Berliner Kontowechsel-Spezialisten Finreach. Seine Firma ist in Österreich erfolgreich unterwegs, hat gerade die erste größere Bank außerhalb der DACH-Region als Kunden gewonnen (die spanische Self Bank) – und will als nächstes nach Italien expandieren. Dewalds Credo: Weil die Sandkiste hierzulande fehle, würden Deutschlands Fintechs schneller erwachsen. „Insbesondere mit Blick auf die Internationalisierung von Produkten ist das ein Wettbewerbsvorteil.“ Lesen Sie hier das komplette Interview:

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Banken feiern Lobby-Sieg über Fintechs: War’s letztlich die „Bild“-Zeitung („WARUM IHRE KONTODATEN IN HÖCHSTER GEFAHR SIND“), die den Ausschlag gab? Wie auch immer: Die EU-Kommission hat dem umstrittenen maschinengesteuerten Auslesen des Girokontos gestern endgültig eine Absage erteilt. Die Screen Scraping genannte Methode werde nach den neuen technischen Standards für die PSD2-Richtlinie nicht mehr erlaubt sein, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die Deutsche Kreditwirtschaft – also der Zusammenschluss sämtlicher Bankenverbände – feierte den Erfolg angemessen: „Dies ist im Sinne des Kunden und stärkt sowohl die Sicherheit des Onlinebankings als auch die Transparenz über die Weitergabe von Daten.“ Schöner hätte die „Bild“ es auch nicht ausdrücken können. Börsenzeitung (Paywall), DK-Stellungnahme

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Deutsche Bank hat gestern offiziell das PSD2-Zeitalter eingeläutet. Nach einjähriger Testphase ist ihre Schnittstelle „dbAPI“ nun für Fintechs und andere Drittanbieter zugänglich (um an dieser Stelle vielleicht auch endlich mal die Nicht-Nerds mit ins Boot zu holen: Die in der Fachwelt auch „dedizierte Schnittstelle“ genannte API verhält sich zum Screen Scraping in etwa so wie der Kuschelsex zum außerehelichen Bordellbesuch). IT-Finanzmagazin, Börsenzeitung

Kaufgerüchte lassen Coba-Aktie nur kurzzeitig steigen: Die NZZ hatte am Wochenende berichtet, dass die UBS eine Teilübernahme der Commerzbank erwäge. Tagesspiegel, Handelsblatt

IFRS 9 kostet deutsche Banken dreistelligen Mio-Betrag: Diese Rechnung hat gestern zumindest der private Bankenverband BdB aufgemacht.  Der von 2018 an geltende Bilanz-Standard läuft darauf hinaus, dass die Banken auch dann schon Risikovorsorge für mögliche Ausfälle bilden müssen, wenn sie einen Kredit gerade erst ausgereicht haben. Banken, die nur nach HGB bilanzieren (also z.B. die allermeisten Sparkassen und Genobanken), sind nicht betroffen. Reuters

Und noch eine News für die Networking-Fetischisten: Gerd Häusler, der sich soeben erst mit einer Pressemitteilung, in der der Jargon-Begriff „Riegler“ nicht ein einzige Mal vorkam, von der BayernLB verabschiedete, hat laut „SZ“ eine Anschlussverwendung im Aufsichtsrat der Deutschen Börse gefunden. Wenn man bedenkt, dass diesem Gremium auch Frau AKA (also known as Ann-Kristin Achleitner) und ihr Münchner Büro-Kompagnon Joachim Faber  angehören, und wenn man darüber hinaus auch noch bedenkt, dass der ebenfalls münchnerisch angehauchte Theo Weimer demnächst Chef der Deutschen Börse wird … dann könnte man tatsächlich überlegen, ob der Name „Bayerische Börse“ nicht langsam angemessener wäre. Süddeutsche (Print, Seite 20)

Flossbach-Jungs hängen Robo Adviser ab: Für diejenigen Leser, die uns vorwerfen, wir würden die (vermeintlichen) Erfolge deutscher Robo-Startups nicht oft genug in Relation setzen … Heute tun wir’s mal: Zwei Flossbach-Jüngelchen, deren Name niemand kennt, haben mit einem Fonds, dessen Namen niemand aussprechen kann, binnen kürzester Zeit mal eben 102 Mio. Euro eingesammelt – und damit mehr als die meisten der medial gehypten Robo Adviser in den Jahren seit ihrer Gründung (was unserer Meinung nach allerdings nichts daran ändert, dass sich das Konzept der digitalen VV durchsetzen wird. Aber wen da draußen interessiert schon unsere Meinung?). Fondsprofessionell

Neues vom Deutsche-Bank-Ankeraktionär: Die HNA-Chinesen (nicht zu verwechseln mit den Han-Chinesen) müssen in der Schweiz 50.000 Franken „Gebühr“ bezahlen, weil die dortige Übernahme-Kommission die Eigentümerstruktur des Konglomerats für nicht nachvollziehbar hält (in dem konkreten Fall ging es um die Akquisition einer schweizerischen Flug-Catering-Firma durch HNA). Süddeutsche

Euler Hermes geht in der Allianz auf: Der Münchner Versicherungskonzern schluckt den Kreditausfall-Versicherer komplett. Welt

Bausparkassen bekommen eigenes Kernbanksystem: Wüstenrot, die BHW Schwäbisch Hall und kooperieren dabei mit SAP. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Der große Collardiral-Schaden: Der Schweizer Privatbank Julius Bär kommt überraschend ihr Vorstandschef Boris Collardi abhanden – der stattdessen Teilhaber der Pictet-Gruppe wird. Zum neuen CEO wird der bisherige Risikochef berufen, die Aktie bricht ein. NZZ (News), Bloomberg (Collardi-Porträt)

Europäischer Rat rüffelt EZB: Laut einer Rechtseinschätzung der EU-Regierungen haben die vermeintlichen Allesdürfer aus dem Frankfurter Ostend jüngst ihre Kompetenzen überschritten, als sie Europas Banken vorschreiben wollten, wie viele Rückstellungen diese zu bilden haben. Reuters/HB

Ist der Bitcoin schon bei 10.000 Dollar? Nee, aber fast. Spiegel Online

Lesetipps

Was der Höllenhund mit der Commerzbank vorhat: Das „Manager Magazin“ hat sein großes Cerberus-Porträt aus der vorletzten Ausgabe online gestellt. Der Artikel ist zwar veraltet in dem Sinne, dass der Einstieg bei der Deutschen Bank seinerzeit noch nicht bekannt war – doch das macht das Stück kaum weniger lesenswert. Manager Magazin

Hosenträger schlagen künstliche Intelligenz: Warum der Roboter zumindest den Investmentbanker nicht ersetzen wird. Bloomberg

Und nach dem Hack (von 31 deutschen Finanz-Apps)? Während der Berater und Blogger Maik Klotz glaubt, dass das Vertrauen in Mobile-Banking „erschüttert“ worden sei, sieht die FAZ die Sache gelassener: Wenn sich die Kunden an ein paar einfache Regeln hielten, seien digitale Finanzgeschäfte weiterhin sicher. Paymentandbanking, FAZ

Per Bastelspiel zum eigenen Fintech: Was wir schon immer vermuteten, ist jetzt sozusagen wissenschaftlich belegt – es braucht nicht viel, um ein Finanz-Startup zu gründen.  Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag das Stück über die gehackten Finanz-Apps. Süddeutsche

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… alle relevanten Brancheninformationen kurz und knapp mit einer vergnüglichen Note präsentiert werden. Dazu gibt es on top tiefere und bessere Informationen als in den klassischen Medien.

Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender Quirin Bank

„Der fehlende Sandkasten ist ein großer Wettbewerbsvorteil“

Von Heinz-Roger Dohms

Die fehlende regulatorische Sandkiste als Standortnachteil für hiesige Finanz-Startups – das war in den vergangenen Jahren ein weitverbreitetes Narrativ in der deutschen Fintech-Szene. Sascha Dewald, CEO des Berliner Kontowechsel-Spezialisten Finreach, dreht das Ganze nun um. Seine Firma ist in Österreich erfolgreich unterwegs, hat gerade die erste größere Bank außerhalb der Dach-Region als Kunden gewonnen (nämlich die spanische Self Bank) – und will als nächstes nach Italien expandieren. Dewalds Botschaft: Wer keine Sandkiste hat, wird schneller erwachsen.

Herr Dewald, wir dachten immer, die spanischen Banken seien in puncto Digitalisierung weit vorne. Warum braucht ein dortiges Kreditinstitut dann einen deutschen Dienstleister für den Kontowechsel?

Sascha Dewald:  Es stimmt zwar, dass  viele spanische Banker deutlich digitalaffiner sind als wir das aus Deutschland kennen. Grundsätzlichen kämpfen die iberischen Institute allerdings mit den gleichen Problemen wie die hiesigen Banken – vom Niedrigzins bis zur IT-Legacy. Nicht einmal große Player wie die BBVA oder Santander können darum alle digitalen Projekte selbst umsetzen. Es heißt also auch hier: ‚Make or buy‘ – bzw. im Falle des Kontowechsels: „Buy!“ Denn: Den digitalen Kontowechsel ohne Medienbruch innerhalb von wenigen Minuten – das gab es in Spanien bisher weder bei den Banken  noch vonseiten eines externen Dienstleisters.

Das Thema Kontowechsel hat durch das im vergangenen Jahr erlassene neue Zahlungskontengesetz (ZKG) einen gewaltigen Schieb erhalten – wovon Anbieter wie Finreach oder Ihr Kasseler Konkurrent Fino stark profitiert haben. Allerdings: Ursprünglich basierte die gesetzliche vorgeschriebene Kontowechselhilfe ja auf einer EU-Richtlinie – müsste es darum in anderen Ländern nicht längst ähnliche Anbieter wie Finreach oder Fino geben?

Dewald: In der Tat beruht das Zahlungskontengesetz auf der europäischen PAD-Direktive, die bis Mitte September 2016 in nationales Recht umgesetzt sein sollte. In Ländern wie Frankreich, Österreich oder eben Deutschland ist dies auch geschehen – wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. In Spanien hingegen gibt es bis heute keine entsprechendes Gesetz. Die Regierung in Madrid ist deshalb auch schon zweimal von der EU-Kommission verwarnt worden.

Heißt das, dass die beflissentliche deutsche Gesetzgebung in diesem Fall einen Wettbewerbsvorteil für hiesige Fintechs kreiert hat?

Dewald: Dazu ist zunächst einmal zu sagen, dass das deutsche ZKG teilweise an die Steinzeit erinnert – mit der sogenannten „Schriftform-Erfordernis“ oder dem guten alten „Fax-Gerät“ als Medium der Wahl. Da war uns zum Beispiel Frankreich deutlich voraus. Nichtsdestotrotz hat das Gesetz aber natürlich bei allen Banken und Sparkassen in 2016 einen Run auf Wechselservices wie Finreach ausgelöst, denn die Integration solcher Prozesse in die bestehenden Backend-Strukturen schien katastrophal. Hinzu kamen die zahlreichen Medienberichte, durch die die Wechselquote merklich gestiegen ist. Was nun die Situation in Spanien angeht: Trotz des schleppenden Gesetzgebungsverfahrens sind sich die dortigen Banken sehr  wohl bewusst, dass das Thema auf sie zurollt. Und davon profitieren wir nun.

Also gibt es letzten Endes tatsächlich so etwas wie eine Regulierungs-Dividende?

Dewald: Was in Deutschland jedenfalls fehlt, das ist der vielbeschworene  regulatorische Sandkasten für Finanz-Startups. Die Folge: Fintechs werden automatisch mit den großen Banken und ihren Dienstleistern gleichgestellt. Und das ist – insbesondere mit Blick auf die Internationalisierung von Produkten – ein Wettbewerbsvorteil. Schauen Sie sich doch einfach mal die erfolgreichen deutschen B2B-Fintechs an, die eine Nische in der Wertschöpfungskette für sich entdeckt und digitalisiert haben – das sind alles Firmen, die Themen wie Regulierung und Datenschutz quasi mit der Muttermilch aufgenommen haben. Wenn wir da – dieser Wechsel in den Fachjargon sei erlaubt – mit unserer Dokumentation von OHB*, Penetrationstests, Report von Audits oder frühzeitig abgeschlossener DSGVO-Tauglichkeit um die Ecke kommen, verstimmen die Kritiker – das ist man im Ausland oft nicht gewöhnt.

Um vom Fachjargon zurück in den Holzschnitt-Modus zu wechseln: Deutschlands B2B-Fintechs rollen jetzt Europa auf?

Dewald: Ich kann nur für uns sprechen. Natürlich ist das langfristige Ziel, so viele europäische Länder wie möglich mit unseren Produkten auszustatten. Allerdings legen wir Wert auf eine extrem gründliche Vorbereitung. Wir wollen Märkte nicht scheinbar aufschließen und dann nach sechs Monaten feststellen, das war eine Schnapsidee. 2018 nehmen wir darum nur eine kleine Handvoll an weiteren Ländern in den Fokus. Nachdem wir nun in Österreich und Spanien Fuß gefasst haben, starten wir mit unserem Kontowechsel als nächstes in Italien.

*Organisationshandbuch in Banken

Newsletter 24/11/17: Apps von 31 dt. Banken gehackt, ID Now, Digitale Mastercard

Müssen wir jetzt alle unsere Banking-Apps löschen und wieder in die Filiale marschieren?

Erinnert sich noch jemand an Vincent Haupert? Das ist der gutartige Hacker, der N26 vor knapp einem Jahr einen heftigen (wenn auch nicht nachhaltigen) Imageschaden zufügte. Er war damals nämlich zu dem Schluss gekommen, die App der Berliner Smartphone Bank weise massive Sicherheitsprobleme auf. Jedenfalls: Nun hat Haupert wieder zugeschlagen. Und diesmal geht es nicht nur um eine Bank. Sondern gleich um 31 (!). Von der Commerzbank bis zur Comdirect. Von den Sparkassen bis zu Fidor. Denn wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute Morgen berichtet, soll es dem IT-Spezialisten gelungen sein, deren Banking-Apps allesamt zu knacken. Wenn wir die Sache richtig verstehen, dann bestehen an dem „Hack“ als solchem wenig Zweifel. Allerdings: Es scheint nun auch nicht so zu sein, dass jeder, der weiß, wie man „codieren“ schreibt, das Ganze gleich nachmachen kann. Zumal der Angriff an ein paar Voraussetzungen geknüpft ist (z.B.: Banking-App und Tan-App werden auf demselben Smartphone verwendet). Und so dürfte die Lektüre des Artikels wie fast immer beim Thema IT-Sicherheit ein geteiltes Echo hervorrufen. Ein paar wenige schlagen die Hände vorm Gesicht zusammen. Und die meisten zucken mit den Schultern.

Süddeutsche

Omniturm oder Marienturm – wohin ziehen die Asset Manager der Deutschen Bank?

Ob nun 10.000 Brexit-Banker kommen oder doch ein paar weniger – fest steht jedenfalls, dass im Frankfurter Bankenviertel in den nächsten Jahren viel eingezogen, ausgezogen, umgezogen sowie hin- und hergezogen werden wird. Anders gesagt: Die Turmbauten zu Bembel sind in vollem Gange. Und nachdem neulich durchsickerte, dass sich Goldman Sachs schon ein paar Stockwerke im neuen Marienturm reserviert hat, schält sich nun auch die künftige Wirkungsstätte der Deutschen Asset Management heraus (deren Umzug freilich nicht dem Brexit, sondern dem IPOxit geschuldet ist. Denn im Zuge des geplanten Börsengangs sollen die verstreuten Mitarbeiter endlich an einem Ort zusammengezogen werden, wie Yasmin Osman neulich im „Handelsblatt“ beschrieben hat ). Jedenfalls: Glaubt man „Bloomberg“, dann stehen nur noch zwei Standorte zur Auswahl. Entweder, die DeAM zieht ebenfalls in den Marienturm (bzw. ins angeschlossene Marienforum). Das hätte den Vorteil, dass man sich das Goldman-Research allmorgendlich Mifid-II-konform im Foyer zustecken lassen könnte.  Oder: Es geht in den Omniturm – womit sich ähnliche Synergien ergäben. Denn dorthin zieht es ja bekanntlich auch Morgan Stanley.

Bloomberg

News

M.M. Warburg zieht sich nun auch noch weitgehend aus der Schweiz zurück: Das hat Bankchef Joachim Olearius der „Börsenzeitung“ erzählt (nachdem „Finanz-Szene.de“ Anfang der Woche exklusiv berichtet hatte, dass das komplette Luxemburg-Geschäft verkauft wird). Eingedenk unserer Recherchen aus dem Sommer stellt sich allmählich dann doch mal die Frage: Haben wir es hier wirklich nur mit dem nächsten wohlüberlegten strategischen Move zu tun? Oder riecht das alles nicht auch ein ganz klein bisschen nach der Veräußerung von Tafelsilber? Börsenzeitung

Eine Designforschungs-Professorin für die ING Diba: Gesche Joost, die übrigens nicht nur Prof. ist, sondern auch SAP-Kontrolleurin und Internetbotschafterin der Bundesregierung, wird nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ Aufsichtsrätin bei der Oranje-Bank ein. Wiwo

DZ-Bank zieht offenbar Konsequenzen aus „HSH light“-Debakel: Die Krisentochter DVB hat sich von ihrem für  Schiffsfinanzierungen zuständigen Vorstand Bart Veldhuizen getrennt. Reuters

Lesetipps

Werden Sie bei den Stichwörtern „Kernbanksysteme“ und „Paypal-Käuferschutz“ auch ganz wuschig? Wenn ja, dann hätten wir eigentlich zwei entsprechende Artikel auf „Paymentandbanking“ für Sie im Angebot gehabt. Bloß: Als wir diese Nacht die Links setzen wollten, war plötzlich die Website der Kollegen down (Herr Haupert, Sie schon wieder?). Da sich unter den fünf Jungs von „Paymentandbanking“ aber mindestens sechs befinden, die angeblich wissen, wie man „codieren“ schreibt, könnte es sein, dass die Seite bis heute Morgen schon wieder geflickt ist. Hat Jochen Siegert (das ist einer der sechs) jedenfalls kurz vor Mitternacht via Twitter so angekündigt. Paymentandbanking 

Ganz fieser Verdacht: Oder war es etwa Herr Jürschick vom „IT-Finanzmagazin“, der die Seite von „Paymentandbanking“ gehackt hat? Denn was da draußen ja leider niemand weiß: Wir hier in der Finanz-Blogger-Szene bekämpfen uns mit allen Mitteln! Wie auch immer: Die Seite des „IT-Finanzmagazins“ funktionierte diese Nacht jedenfalls wie immer einwandfrei. Und der Beitrag mit dem größten „Wuschig-mach-Faktor“ war zweifelsohne der über die österreichische Großsparkasse „Erste Bank“, die jetzt die digitale Mastercard aufs  Handy bringt. IT-Finanzmagazin (@lieber Herr Jürschick: Das mit dem „gehackt“ war natürlich nur ein Scherz!)

Und, wie hältst Du es mit dem Bitcoin? Der unbescholtene Felix Holtermann vom „Handelsblatt“ hat aufgezäumt, welche Banken in der Krypto-Währung Teufelszeug sehen (zum Beispiel die Deutsche Bank) – und welche doch nicht die Finger davonlassen können. Handelsblatt

Warum die UBS jetzt ganz, ganz doll auf künstliche Intelligenz setzt … erklärt Innovationschefin Veronica Lange bei Bloomberg.

Ein subkritisches Porträt über den Münchner Video-Ident-Spezialisten IDNow … findet sich auf dem Investigativ-Portal Munich Startups.

Und um bösen Anrufen seitens der DZ Bank aufgrund der penetranten Verwendung des Begriffs „HSH light“ in Bezug auf die DVB vorzubeugen … verweisen wir auch an diesem Freitag wieder untertänigst auf das wunderbare „Was wir lesen“-Kompendium der Digitalisierungsexperten des DZ-Innovationsblogs. Was wir lesen

Karriere

Aufseher müsste man sein: Die EZB will nicht nur, aber auch wegen des Brexits nochmal 170 Mitarbeiter für die Aufsicht einstellen. Bloomberg/HB

Aus diesem Anlass … haben die Kollegen von „efinancialcareers“ mal wieder ihren zeitlos informativen Artikel über die vielfältigen Privilegien der EZB-Mitarbeiter hervorgekramt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Mutation der HSH Nordbank zum Zinsjäger-Institut. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier jeden Morgen die besten Informationen zu Fintechs und den Internet-Aktivitäten der Banken erhalte. Zudem ist der Newsletter qualitativ hochwertig und ab und zu mit viel Humor geschrieben.“

Henrich Blase, Gründer und Chef von Check24

Newsletter 24/11/17: Deutsche AM in den Omniturm?, Banking-Apps gehackt, DZ Bank

Omniturm oder Marienturm – wohin ziehen die Asset Manager der Deutschen Bank?

Ob nun 10.000 Brexit-Banker kommen oder doch ein paar weniger – fest steht jedenfalls, dass im Frankfurter Bankenviertel in den nächsten Jahren viel eingezogen, ausgezogen, umgezogen sowie hin- und hergezogen werden wird. Anders gesagt: Die Turmbauten zu Bembel sind in vollem Gange. Und nachdem neulich durchsickerte, dass sich Goldman Sachs schon ein paar Stockwerke im neuen Marienturm reserviert hat, schält sich nun auch die künftige Wirkungsstätte der Deutschen Asset Management heraus (deren Umzug freilich nicht dem Brexit, sondern dem IPOxit geschuldet ist. Denn im Zuge des geplanten Börsengangs sollen die verstreuten Mitarbeiter endlich an einem Ort zusammengezogen werden, wie Yasmin Osman neulich im „Handelsblatt“ beschrieben hat ). Jedenfalls: Glaubt man „Bloomberg“, dann stehen nur noch zwei Standorte zur Auswahl. Entweder, die DeAM zieht ebenfalls in den Marienturm (bzw. ins angeschlossene Marienforum). Das hätte den Vorteil, dass man sich das Goldman-Research allmorgendlich Mifid-II-konform im Foyer zustecken lassen könnte.  Oder: Es geht in den Omniturm – womit sich ähnliche Synergien ergäben. Denn dorthin zieht es ja bekanntlich auch Morgan Stanley.

Bloomberg

Müssen wir jetzt alle unsere Banking-Apps löschen und wieder in die Filiale marschieren?

Erinnert sich noch jemand an Vincent Haupert? Das ist der gutartige Hacker, der N26 vor knapp einem Jahr einen heftigen (wenn auch nicht nachhaltigen) Imageschaden zufügte. Er war damals nämlich zu dem Schluss gekommen, die App der Berliner Smartphone Bank weise massive Sicherheitsprobleme auf. Jedenfalls: Nun hat Haupert wieder zugeschlagen. Und diesmal geht es nicht nur um eine Bank. Sondern gleich um 31 (!). Von der Commerzbank bis zur Comdirect. Von den Sparkassen bis zu Fidor. Denn wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute Morgen berichtet, soll es dem IT-Spezialisten gelungen sein, deren Banking-Apps allesamt zu knacken. Wenn wir die Sache richtig verstehen, dann bestehen an dem „Hack“ als solchem wenig Zweifel. Allerdings: Es scheint nun auch nicht so zu sein, dass jeder, der weiß, wie man „codieren“ schreibt, das Ganze gleich nachmachen kann. Zumal der Angriff an ein paar Voraussetzungen geknüpft ist (z.B.: Banking-App und Tan-App werden auf demselben Smartphone verwendet). Und so dürfte die Lektüre des Artikels wie fast immer beim Thema IT-Sicherheit ein geteiltes Echo hervorrufen. Ein paar wenige schlagen die Hände vorm Gesicht zusammen. Und die meisten zucken mit den Schultern. Süddeutsche

News

M.M. Warburg zieht sich nun auch noch weitgehend aus der Schweiz zurück: Das hat Bankchef Joachim Olearius der „Börsenzeitung“ erzählt (nachdem „Finanz-Szene.de“ Anfang der Woche exklusiv berichtet hatte, dass das komplette Luxemburg-Geschäft verkauft wird). Eingedenk unserer Recherchen aus dem Sommer stellt sich allmählich dann doch mal die Frage: Haben wir es hier wirklich nur mit dem nächsten wohlüberlegten strategischen Move zu tun? Oder riecht das alles nicht auch ein ganz klein bisschen nach der Veräußerung von Tafelsilber? Börsenzeitung

Eine Designforschungs-Professorin für die ING Diba: Gesche Joost, die übrigens nicht nur Prof. ist, sondern auch SAP-Kontrolleurin und Internetbotschafterin der Bundesregierung, wird nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ Aufsichtsrätin bei der Oranje-Bank ein. Wiwo

DZ-Bank zieht offenbar Konsequenzen aus „HSH light“-Debakel: Die Krisentochter DVB hat sich von ihrem für  Schiffsfinanzierungen zuständigen Vorstand Bart Veldhuizen getrennt. Reuters

Lesetipps

Werden Sie bei den Stichwörtern „Kernbanksysteme“ und „Paypal-Käuferschutz“ auch ganz wuschig? Wenn ja, dann hätten wir eigentlich zwei entsprechende Artikel auf „Paymentandbanking“ für Sie im Angebot gehabt. Bloß: Als wir diese Nacht die Links setzen wollten, war plötzlich die Website der Kollegen down (Herr Haupert, Sie schon wieder?). Da sich unter den fünf Jungs von „Paymentandbanking“ aber mindestens sechs befinden, die angeblich wissen, wie man „codieren“ schreibt, könnte es sein, dass die Seite bis heute Morgen schon wieder geflickt ist. Hat Jochen Siegert (das ist einer der sechs) jedenfalls kurz vor Mitternacht via Twitter so angekündigt. Paymentandbanking 

Ganz fieser Verdacht: Oder war es etwa Herr Jürschick vom „IT-Finanzmagazin“, der die Seite von „Paymentandbanking“ gehackt hat? Denn was da draußen ja leider niemand weiß: Wir hier in der Finanz-Blogger-Szene bekämpfen uns mit allen Mitteln! Wie auch immer: Die Seite des „IT-Finanzmagazins“ funktionierte diese Nacht jedenfalls wie immer einwandfrei. Und der Beitrag mit dem größten „Wuschig-mach-Faktor“ war zweifelsohne der über die österreichische Großsparkasse „Erste Bank“, die jetzt die digitale Mastercard aufs  Handy bringt. IT-Finanzmagazin (@lieber Herr Jürschick: Das mit dem „gehackt“ war natürlich nur ein Scherz!)

Und, wie hältst Du es mit dem Bitcoin? Der unbescholtene Felix Holtermann vom „Handelsblatt“ hat aufgezäumt, welche Banken in der Krypto-Währung Teufelszeug sehen (zum Beispiel die Deutsche Bank) – und welche doch nicht die Finger davonlassen können. Handelsblatt

Warum die UBS jetzt ganz, ganz doll auf künstliche Intelligenz setzt … erklärt Innovationschefin Veronica Lange bei Bloomberg.

Ein subkritisches Porträt über den Münchner Video-Ident-Spezialisten IDNow … findet sich auf dem Investigativ-Portal Munich Startups.

Und um bösen Anrufen seitens der DZ Bank aufgrund der penetranten Verwendung des Begriffs „HSH light“ in Bezug auf die DVB vorzubeugen … verweisen wir auch an diesem Freitag wieder untertänigst auf das wunderbare „Was wir lesen“-Kompendium der Digitalisierungsexperten des DZ-Innovationsblogs. Was wir lesen

Karriere

Aufseher müsste man sein: Die EZB will nicht nur, aber auch wegen des Brexits nochmal 170 Mitarbeiter für die Aufsicht einstellen. Bloomberg/HB

Aus diesem Anlass … haben die Kollegen von „efinancialcareers“ mal wieder ihren zeitlos informativen Artikel über die vielfältigen Privilegien der EZB-Mitarbeiter hervorgekramt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Mutation der HSH Nordbank zum Zinsjäger-Institut. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier jeden Morgen die besten Informationen zu Fintechs und den Internet-Aktivitäten der Banken erhalte. Zudem ist der Newsletter qualitativ hochwertig und ab und zu mit viel Humor geschrieben.“

Henrich Blase, Gründer und Chef von Check24

Newsletter 23/11/2017: Der HSH-Coup von Deposit Solutions, Solaris vs N26, Das Manifest des Liqid-Chefs

Exklusiv: Deposit Solutions macht aus der HSH Nordbank eine Retailbank

Paukenschlag in Hamburg: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ wagt sich die HSH Nordbank als erste Landesbank überhaupt ins Einlagengeschäft für Retailkunden – und das mitten im Privatisierungs-Prozess. Bestandskunden der Einlagenplattform „Zinspilot.de“ können demnach offenbar schon seit einigen Wochen Festgelder mit Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten bei der HSH anlegen. Am heutigen Donnerstag werde das Angebot nun für sämtliche Anleger freigeschaltet, sagte Tim Sievers, CEO des Hamburger Fintechs Deposit Solutions (das hinter „Zinspilot“ steht), auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“. Die Zinsen sind erstaunlich hoch. So erhalten Anleger für einjähriges Festgeld 0,95 Prozent – so viel bietet momentan keine andere Bank. Alle weiteren Details (und warum der Schritt in direktem Zusammenhang mit den Privatisierungs-Plänen stehen dürfte) lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Jobkahlschlag bei Deutschlands größter kommunaler Sparkasse: In Köln-Bonn sollen in den nächsten fünf Jahren 850 Stellen (gemessen in „Mitarbeiterkapazitäten“) wegfallen. Setzt man diese Zahl in Relation zu den derzeit rund 4200 Beschäftigen (gemessen in „Köpfen“, also auch viel Teilzeit darunter), dann geht es jetzt also tatsächlich ans Eingemachte. Die Begründung für die massiven Einschnitte lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Digitalisierung. Kölner Stadtanzeiger

Eine halbe Milliarde für die Anleger: Der DWS Top-Dividende kehrt in diesem Jahr 500 Mio. Euro aus. Das riecht nach einem All-Time-High für deutsche Publikumsfonds  (wobei wir uns von Ihnen, liebe Leser, auch in diesem Fall gern eines Besseren belehren lassen). Fondsprofessionell

Eine halbe Milliarde für den Fiskus: So viel Geld haben Deutschlands Banken für mögliche Straf- und Nachzahlungen in Sachen „Cum-Cum“ zurückgestellt. Reuters

Ist Paypals „Käuferschutz“ nichts wert? Naja, ganz so ist es nicht. Jedoch: Das gestrige Paypal-Urteil des BGH stärkt eindeutig die Online-Händler im Vergleich zu den Kunden. Zeit

Doppelrolle für DeAM-Chef: Nicolas Moreau darf auch nach dem Börsengang der Deutschen Asset Management noch im Führungszirkel der Deutschen Bank mitmischen – das hätten die Bafin und EZB gegenüber der Bank durchblicken lassen, berichtet Yasmin Osman im Handelsblatt (Paywall).

Lesetipps

Warum die Solarisbank sexy ist, N26 aber nicht unbedingt: Das erklärt ein gewisser Leopold Bosankic (der ein heller Kopf zu sein scheint, den wir aber ansonsten null einordnen können) in seinem persönlichen Blog. Leider lassen sich die Gedanken des jungen Mannes in einem Satz nicht wirklich zusammenfassen. Außer wir verkürzen einfach mal brutalstmöglich: Weil N26 in letzter Konsequenz gegen die ING Diba antritt (also in einem extrem umkämpften Markt agiert), die Solarisbank hingegen so unique ist, dass sie quasi keine Konkurrenz hat. Leobosankic.com

Ist ein 150-Mio-Euro-Fintech tatsächlich 150 Mio. Euro wert? Der Innovationsblog der DZ Bank befasst sich mit der ewig jungen Frage, wie sich ein (Finanz-)Startup überhaupt bewerten lässt. DZ Bank

Was kann die Kette wirklich? Die Blockchain habe bislang nur eines wirklich verändert – sich selbst, ätzt der Alphaville-Blog der „Financial Times“. Und fragt: Ist die Technologie wirklich so revolutionär, wie immer wieder behauptet wird? FT-Alphaville (anmelde-, aber nicht bezahlpflichtig)

Wir sind gekommen, um zu bleiben: Liqid-Chef Christian Schneider-Sickert wehrt sich gegen den (von ihm selbst so wahrgenommenen) Abgesang auf die Robo Adviser. Finletter

Die Deutschland-Sachs-AG: Weimer-Goldman-Achleitner-Achleitner-Kengeter-Löscher-Diekmann-Börse-Bank-Dalfa-German-Old-Boys-Schenck-McKinsey … Irgendwie hängt wieder alles mit allem und jeder mit jedem zusammen, findet die Welt.

Der künftige Sparkassen-Präsident sollte vor allem eines: … endlich mal aufräumen, findet Meike Schreiber. Süddeutsche

Die sechs Fehler des Georg Fahrenschon: Der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann erklärt, warum der Versuch des DSGV-Präsidenten, sich doch noch im Amt zu halten, scheitern musste. Der Bank-Blog

Mehr Geld, mehr Gewinn, mehr Jobs: Der unwirkliche Erfolg der deutschen Industriebanken. efinancialcareers

Was machen die amerikanischen Banken denn da? Sie vergeben immer langfristigere Kredite – und das immer häufiger zu festen Zinssätzen. Kann das gutgehen? Financial Times (Paywall)

Karriere

Die Sprache ist das kleinste Problem: Was Londoner Finanzdienstleister an deutschen Bewerbern stört. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu Commerzbank/Bafin, knapp gefolgt vom Artikel über die Bewertung von Scalable Capital

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier quick – not dirty – Insights erhalte in das, was am Tag davor in der Branche passiert ist, und mit Impulsen, was uns am neuen Tag erwartet. Kurzum: Eine interessante Lektüre am Morgen, kurzweilig geschrieben.“

Marcus W Mosen, CEO von Concardis

(Hinweis: In dieser und den nächsten vier Wochen erklärt täglich ein Leser, warum er „Finanz-Szene.de“ liest. Die Serie ist auf 20 Ausgaben begrenzt)

Newsletter 23/11/2017: HSH wird zur Retailbank, Sparkassen-Jobkahlschlag, DWS

Exklusiv: Die HSH Nordbank wird zur Retailbank

Paukenschlag in Hamburg: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ wagt sich die HSH Nordbank als erste Landesbank überhaupt ins Einlagengeschäft für Retailkunden – und das mitten im Privatisierungs-Prozess. Bestandskunden der Einlagenplattform „Zinspilot.de“ können demnach offenbar schon seit einigen Wochen Festgelder mit Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten bei der HSH anlegen. Am heutigen Donnerstag werde das Angebot nun für sämtliche Anleger freigeschaltet, sagte Tim Sievers, CEO des Hamburger Fintechs Deposit Solutions (das hinter „Zinspilot“ steht), auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“. Die Zinsen sind erstaunlich hoch. So erhalten Anleger für einjähriges Festgeld 0,95 Prozent – so viel bietet momentan keine andere Bank. Alle weiteren Details (und warum der Schritt in direktem Zusammenhang mit den Privatisierungs-Plänen stehen dürfte) lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Jobkahlschlag bei Deutschlands größter kommunaler Sparkasse: In Köln-Bonn sollen in den nächsten fünf Jahren 850 Stellen (gemessen in „Mitarbeiterkapazitäten“) wegfallen. Setzt man diese Zahl in Relation zu den derzeit rund 4200 Beschäftigen (gemessen in „Köpfen“, also auch viel Teilzeit darunter), dann geht es jetzt also tatsächlich ans Eingemachte. Die Begründung für die massiven Einschnitte lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Digitalisierung. Kölner Stadtanzeiger

Eine halbe Milliarde für die Anleger: Der DWS Top-Dividende kehrt in diesem Jahr 500 Mio. Euro aus. Das riecht nach einem All-Time-High für deutsche Publikumsfonds  (wobei wir uns von Ihnen, liebe Leser, auch in diesem Fall gern eines Besseren belehren lassen). Fondsprofessionell

Eine halbe Milliarde für den Fiskus: So viel Geld haben Deutschlands Banken für mögliche Straf- und Nachzahlungen in Sachen „Cum-Cum“ zurückgestellt. Reuters

Ist Paypals „Käuferschutz“ nichts wert? Naja, ganz so ist es nicht. Jedoch: Das gestrige Paypal-Urteil des BGH stärkt eindeutig die Online-Händler im Vergleich zu den Kunden. Zeit

Doppelrolle für DeAM-Chef: Nicolas Moreau darf auch nach dem Börsengang der Deutschen Asset Management noch im Führungszirkel der Deutschen Bank mitmischen – das hätten die Bafin und EZB gegenüber der Bank durchblicken lassen, berichtet Yasmin Osman im Handelsblatt (Paywall).

Lesetipps

Warum die Solarisbank sexy ist, N26 aber nicht unbedingt: Das erklärt ein gewisser Leopold Bosankic (der ein heller Kopf zu sein scheint, den wir aber ansonsten null einordnen können) in seinem persönlichen Blog. Leider lassen sich die Gedanken des jungen Mannes in einem Satz nicht wirklich zusammenfassen. Außer wir verkürzen einfach mal brutalstmöglich: Weil N26 in letzter Konsequenz gegen die ING Diba antritt (also in einem extrem umkämpften Markt agiert), die Solarisbank hingegen so unique ist, dass sie quasi keine Konkurrenz hat. Leobosankic.com

Ist ein 150-Mio-Euro-Fintech tatsächlich 150 Mio. Euro wert? Der Innovationsblog der DZ Bank befasst sich mit der ewig jungen Frage, wie sich ein (Finanz-)Startup überhaupt bewerten lässt. DZ Bank

Was kann die Kette wirklich? Die Blockchain habe bislang nur eines wirklich verändert – sich selbst, ätzt der Alphaville-Blog der „Financial Times“. Und fragt: Ist die Technologie wirklich so revolutionär, wie immer wieder behauptet wird? FT-Alphaville (anmelde-, aber nicht bezahlpflichtig)

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Die Deutschland-Sachs-AG: Weimer-Goldman-Achleitner-Achleitner-Kengeter-Löscher-Diekmann-Börse-Bank-Dalfa-German-Old-Boys-Schenck-McKinsey … Irgendwie hängt wieder alles mit allem und jeder mit jedem zusammen, findet die Welt.

Der künftige Sparkassen-Präsident sollte vor allem eines: … endlich mal aufräumen, findet Meike Schreiber. Süddeutsche

Die sechs Fehler des Georg Fahrenschon: Der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann erklärt, warum der Versuch des DSGV-Präsidenten, sich doch noch im Amt zu halten, scheitern musste. Der Bank-Blog

Mehr Geld, mehr Gewinn, mehr Jobs: Der unwirkliche Erfolg der deutschen Industriebanken. efinancialcareers

Was machen die amerikanischen Banken denn da? Sie vergeben immer langfristigere Kredite – und das immer häufiger zu festen Zinssätzen. Kann das gutgehen? Financial Times (Paywall)

Karriere

Die Sprache ist das kleinste Problem: Was Londoner Finanzdienstleister an deutschen Bewerbern stört. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu Commerzbank/Bafin, knapp gefolgt vom Artikel über die Bewertung von Scalable Capital

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… ich hier quick – not dirty – Insights erhalte in das, was am Tag davor in der Branche passiert ist, und mit Impulsen, was uns am neuen Tag erwartet. Kurzum: Eine interessante Lektüre am Morgen, kurzweilig geschrieben.“

Marcus W Mosen, CEO von Concardis

(Hinweis: In dieser und den nächsten vier Wochen erklärt täglich ein Leser, warum er „Finanz-Szene.de“ liest. Die Serie ist auf 20 Ausgaben begrenzt)