Exklusiv: Commerzbank versetzt Bereichsvorstand Laber in den Nahen Osten

Von Heinz-Roger Dohms

Die personellen Rochaden bei der Commerzbank gehen weiter. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der langjährige Topmanager Bernd Laber seinen Posten als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management abgegeben. Er wechselt stattdessen als Standortleiter nach Dubai – was einen Abstieg aus der ersten in die zweite Führungsebene bedeutet. Bis auf weiteres soll Nikolaus Giesbert, Chef des Fixed-Income-Bereichs, die bisherigen Aufgaben Labers in Personalunion mitverantworten. Ob diese Lösung dauerhaft sein wird, ist noch unklar. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Labers Posten galt in den vergangenen Jahren als außerordentlich relevant für die Bank – denn zu seinem Aufgabenbereich gehörte auch das Financial-Institutions-Geschäft,  das als heikel galt, seit die Commerzbank in den USA wegen Sanktionsverstößen und Geldwäschevorwürfen eine Strafe von 1,2 Mrd. Euro blechen musste. Das „Manager Magazin“ hatte Anfang 2016 berichtet, dass für den Posten eigentlich der Amerikaner Michael Kotzbauer vorgesehen gewesen sei – man dann aber vor dem Hintergrund der Probleme mit den US-Behörden umgeplant habe. Angeblich trug die Handhabung der Personalie dazu bei, dass der damalige Firmenkundenchef Markus Beumer die Commerzbank im vergangenen Jahr verließ. Er heuerte stattdessen bei der BHF Bank an.

Im Coba-Umfeld wurde die Personalie gestern unterschiedlich interpretiert. Einer, der in der Bank bestens verdrahtet ist, meinte gegenüber „Finanz-Szene.de“, es handle sich „um eine Degradierung, die Bernd Laber sicher nicht geschmeckt haben wird“. Demgegenüber gibt es allerdings auch die Deutung, die neue Position entspreche den privaten Lebensplanungen. An der fachlichen Qualifikation Labers jedenfalls, der der Commerzbank seit den 90ern angehört, bestehen keine Zweifel.  Übrigens: Auch was eine eng mit Bernd Laber verknüpfte Coba-Personalie angeht, herrscht nun Klarheit. Wie „Finanz-Szene.de“ erfuhr, hat sein Vorgänger als Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management, Gabriel Maetze, das Institut inzwischen definitiv verlassen. In seinem Linkedin-Profil firmiert er jetzt als Senior Advisor in Diensten der Boston Consulting Group.

Was weitere hochrangige personelle Veränderungen bei der Commerzbank in den vergangenen Wochen angeht, verweisen wir Sie auf folgende Archiv-Berichte:

Exklusiv: Commerzbank verpflichtet Lendico-Gründer Dominik Steinkühler

Exklusiv: Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank

Exklusiv: Die Digitalisierung des Commerzbank-Firmenkundengeschäfts – ein Trauerspiel in fünf Akten

Exklusiv: Billpay-Gründer Holzner ist bei Aevi schon wieder raus

Von Heinz-Roger Dohms

Es war eine der spannendsten Fintech-Personalien des Jahres: Im Mai heuerte Nelson Holzner,  Gründer des Berliner 70-Mio.-Euro-Startups Billpay, als CEO beim Paderborner Konzern-Fintech Aevi an. Nun jedoch, gerade mal sechs Monate, ist Holzner schon wieder raus bei der Diebold-Nixdorf-Tochter. Das geht sowohl aus seinem Linkedin-Profil als auch aus dem Impressum des Unternehmens hervor.

Marktkenner vermuten, dass die kulturellen Unterschiede zwischen dem Machertypen Holzner und dem  Geldautomaten-Riesen Diebold-Nixdorf dann doch größer waren als gedacht. Eine Aevi-Sprecherin wies gestern Abend darauf hin, dass man Anfang der Woche eine entsprechende Pressmeldung rausgeschickt habe. Fraglich bleibt, wen die erreicht haben soll – denn in deutschen Medien tauchte die Personalie nirgends auf, auch nicht im Handelsblatt, das bei der Ernennung Holzners noch groß berichtet hatte.

Kommentar: Die (zu) große Wette von N26

Von Heinz-Roger Dohms

Erst wenige Monate ist es her, da durfte man in N26 mit guten Gründen den kommenden deutschen Banken-Champion sehen. Das Berliner Fintech hatte 1.) in nur zwei Jahren mehrere hunderttausend Kunden gewonnen, war 2.) ausnehmend gut gefunded und schien 3.) auf gutem Wege, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln (ein digitaler Banking-Supermarkt, in dem der Kunde alle notwendigen Finanzprodukte findet und N26 die Händlermarge einstreicht).

Seitdem allerdings haben sich die Parameter deutlich verschoben. Denn nun will N26 plötzlich den US-Markt, den britischen Markt und offenbar im Vorbeigehen neben Deutschland noch 16 weitere Eurozonen-Länder erobern. Das heißt: N26 mutiert zu einem globalen Unternehmen, das 1.) sehr viel schwerer als bislang zu managen sein wird, das 2.) sehr viel mehr Geld für Marketing in die Hand nehmen muss (denn so viel kostenlose Presse wie hierzulande wird es anderswo sicher nicht geben) und das 3.) vor diesem Hintergrund nun gar nicht mehr so gut gefunded scheint.

Natürlich kann die Strategie aufgehen. Aber: Aus einer kalkulierbaren Wette auf einen künftigen nationalen Banken-Champion ist eine kaum zu kalkulierende Wette auf ein künftiges internationales Super-Fintech geworden. Oder anders ausgedrückt: N26 geht jetzt den Weg von Kreditech. Also den eines Venture-Capital-getriebenen Alles-oder-Nichts-Unternehmens.

Newsletter 08/11/2017: Rekord-Funding für N26, Fintech-Karrieren, BS Payone

Ad-hoc: N26 arbeitet an Rekord-Finanzierung

Das ist eine starke Geschichte, die der Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene“ da ausgegraben und diese Nacht live gestellt hat: Seinen Informationen zufolge arbeitet die Berliner Smartphone-Bank N26 an einer Mega-Finanzierung irgendwo in der Größenordnung von 50 Mio. bis 75 Mio. Dollar. Wenn uns nicht alles täuscht, wäre das (abgesehen von Kreditech) ein neuer Rekord für ein deutsches Finanz-Startup. N26 wollte sich zu den Informationen nicht äußern – auch nicht zu der sehr konkreten Information, dass Gründer Valentin Stalf kürzlich in den USA auf Roadshow gewesen sei. Indes: Plausibel erscheint der Artikel allemal. Schließlich verging zuletzt ja kaum ein Monat, ohne dass N26 den Eintritt in irgendeinen neuen Markt verkündet hätte. Lesen Sie dazu (wenn Sie mögen) auch unseren Kurzkommentar weiter unten auf der Seite.

Gründerszene.de

War’s das für den Sparkassen-Präsidenten?

Als Freiberufler, der regelmäßig sein Fastbill-Passwort vergisst, hat man ja jedes Verständnis für Menschen, die mit ihrer Steuererklärung nicht zu Potte kommen. Andererseits: Ein Sparkassen-Präsident und Ex-Finanzminister, der sich jahrelang außerstande sieht, seine Steuern vollständig abzuführen … Mmmhhh. Die Geschichte klingt jedenfalls unglaublich. Und was Georg Fahrenschon heute früh im „Handelsblatt“-Interview zur Begründung anführt – das klingt schon fast kurios. (Tenor: Hatte immer viel zu tun, bin nie dazu gekommen.) Was heißt das nun für die eigentlich beim heutigen Sparkassen-Tag geplante Wiederwahl? Glaubt man dem „Manager Magazin“ und der „SZ“, dann könnte der betreffende TOP auf Betreiben der Regionalfürsten kurzfristig von der Tagesordnung verschwinden. Und danach? War’s das dann für den Sparkassen-Präsidenten? Immerhin hätte er endlich Zeit für seine Steuererklärung.

Manager Magazin, Süddeutsche

News

Bain und Advent greifen nach Sparkassen-Acquirer: Ähem, ist die Story nur uns durchgerutscht –  oder allen anderen auch? Oder war das längst bekannt? Oder ist es gar keine Story? Jedenfalls: Beim fröhlichen Durch-die-Finanzwelt-Googeln landeten wir gestern bei den „Private Equity News“. Und dort stand unter dem Datum des 3. November, dass die US-Investoren Bain und Advent (die sich  bereits Concardis und Ratepay unter den Nagel gerissen haben) nun auch für BS Payone bieten wollen.  Ein Knackpunkt könnte sein, dass die Sparkassen nur einen Minderheitsanteil abgeben wollen, Bain und Advent aber angeblich eine Komplettübernahme favorisieren. Private Equity News, Flensburger Tagblatt

Unterstützen deutsche Großbanken illegale Online-Kasinos? So zumindest stellen es die „Paradise Papers“-Medien dar. Demnach nehmen u.a. die DZ Bank, die Postbank und die Hypo-Vereinsbank Geld für unerlaubte Glücksspielangebote entgegen. Die Wirecard Bank führe für Offshore-Glücksspielanbieter sogar Konten, über die Auszahlungen an Spieler abgewickelt würden. Süddeutsche

Philipp Rösler (also der Ex-Minister) heuert (quasi) beim Deutsche-Bank-Ankeraktionär an: Und zwar soll er die Leitung der Hainan Cihang Charity Foundation übernehmen, die knapp 30 Prozent an HNA hält. Süddeutsche, Bloomberg

Mit litauischer Lizenz auf den deutschen Markt: Wird eine hippe Aufsicht jetzt zum Standortfaktor? Die britische Fintech-Bank Revolut jedenfalls (das seit kurzm auch hierzulande tätig ist) hat gestern angekündigt, kurz vor dem Erwerb einer Banklizenz zu stehen – und zwar in Vilnius. Dort bekämen Finanz-Startups „eine stetige Begleitung und Beratung in allen regulatorischen Fragen“, sagte Deutschland-Chef Claudia Wilhelmer zu „Finanz-Szene.de“. Und das Schönste: Via „Passporting“ lassen sich mit der Lizenz dann Geschäfte in der gesamten EU betreiben.

Beyond .de

Britisches N26-Pendant sammelt 71 Millionen Pfund ein: Dafür, dass es eine Zeitlang hieß, der Brexit werde die Fintechs reihenweise aus UK vertreiben (und zwar nach Berlin), fühlen sich die Fintechs in UK immer noch verdammt wohl. Nach dem Riesen-Funding für Transferwise letzte Woche streicht diesmal Monzo viel, viel Geld ein. Finextra

Schlägt jetzt die Stunde der unabhängigen Analyse-Häuser? Das asiatische Research-Startup Smartkarma hat schon wieder ordentlich gefunded. Wenn man davon ausgeht, dass Mifid II der Grund dafür ist, dann … Vorsicht, ungeprüfte  These … dann könnten für Buden wie „Fairesearch“ aus Kronberg oder „Independent Research“ aus FFM jetzt ja vielleicht auch die fetten Jahre beginnen. Bloomberg

Lesetipps

Wie bewertet man als Kaufinteressant eigentlich ein Fintech? Darüber hat der Bank-Blog mit Antoine Baschiera von Early Metrics, einer Ratingagentur für Startups, gesprochen. Der Bank-Blog

Karriere

„Ein Informatik-Studium reicht nicht aus“: Christiane Kiefer von den „Fintech-Ladies“ erläutert, welche Bewerber bei Finanz-Startups Karriere machen (und welche eher nicht). Wirtschaftswoche

Klickfavorit

… war gestern unser Hintergrund-Stück „Acht Dinge, die Sie noch zur Silicon Valley Bank wissen sollten“. Finanz-Szene.de

Kommentar: „Die (zu) große Wette von N26“

Von Heinz-Roger Dohms

Erst wenige Monate ist es her, da durfte man in N26 mit guten Gründen den kommenden deutschen Banken-Champion sehen. Das Berliner Fintech hatte 1.) in nur zwei Jahren mehrere hunderttausend Kunden gewonnen, war 2.) ausnehmend gut gefunded und schien 3.) auf gutem Wege, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln (ein digitaler Banking-Supermarkt, in dem der Kunde alle notwendigen Finanzprodukte findet und N26 die Händlermarge einstreicht).

Seitdem allerdings haben sich die Parameter deutlich verschoben. Denn nun will N26 plötzlich den US-Markt, den britischen Markt und offenbar im Vorbeigehen neben Deutschland noch 16 weitere Eurozonen-Länder erobern. Das heißt: N26 mutiert zu einem globalen Unternehmen, das 1.) sehr viel schwerer als bislang zu managen sein wird, das 2.) sehr viel mehr Geld für Marketing in die Hand nehmen muss (denn so viel kostenlose Presse wie hierzulande wird es anderswo sicher nicht geben) und das 3.) vor diesem Hintergrund nun gar nicht mehr so gut gefunded scheint.

Natürlich kann die Strategie aufgehen. Aber: Aus einer kalkulierbaren Wette auf einen künftigen nationalen Banken-Champion ist eine kaum zu kalkulierende Wette auf ein künftiges internationales Super-Fintech geworden. Oder anders ausgedrückt: N26 geht jetzt den Weg von Kreditech. Also den eines Venture-Capital-getriebenen Alles-oder-Nichts-Unternehmens.

Newsletter 08/11/2017: Rekord-Funding für N26, Fahrenschon vor dem Aus?, BS Payone

Ad-hoc: N26 arbeitet an Rekord-Finanzierung

Das ist eine starke Geschichte, die der Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene“ da ausgegraben und diese Nacht live gestellt hat: Seinen Informationen zufolge arbeitet die Berliner Smartphone-Bank N26 an einer Mega-Finanzierung irgendwo in der Größenordnung von 50 Mio. bis 75 Mio. Dollar. Wenn uns nicht alles täuscht, wäre das (abgesehen von Kreditech) ein neuer Rekord für ein deutsches Finanz-Startup. N26 wollte sich zu den Informationen nicht äußern – auch nicht zu der sehr konkreten Information, dass Gründer Valentin Stalf kürzlich in den USA auf Roadshow gewesen sei. Indes: Plausibel erscheint der Artikel allemal. Schließlich verging zuletzt ja kaum ein Monat, ohne dass N26 den Eintritt in irgendeinen neuen Markt verkündet hätte. Lesen Sie dazu (wenn Sie mögen) auch unseren Kurzkommentar weiter unten auf der Seite.

Gründerszene.de

War’s das für den Sparkassen-Präsidenten?

Als Freiberufler, der regelmäßig sein Fastbill-Passwort vergisst, hat man ja jedes Verständnis für Menschen, die mit ihrer Steuererklärung nicht zu Potte kommen. Andererseits: Ein Sparkassen-Präsident und Ex-Finanzminister, der sich jahrelang außerstande sieht, seine Steuern vollständig abzuführen … Mmmhhh. Die Geschichte klingt jedenfalls unglaublich. Und was Georg Fahrenschon heute früh im „Handelsblatt“-Interview zur Begründung anführt – das klingt schon fast kurios. (Tenor: Hatte immer viel zu tun, bin nie dazu gekommen.) Was heißt das nun für die eigentlich beim heutigen Sparkassen-Tag geplante Wiederwahl? Glaubt man dem „Manager Magazin“ und der „SZ“, dann könnte der betreffende TOP auf Betreiben der Regionalfürsten kurzfristig von der Tagesordnung verschwinden. Und danach? War’s das dann für den Sparkassen-Präsidenten? Immerhin hätte er endlich Zeit für seine Steuererklärung.

Manager Magazin, Süddeutsche

News

Bain und Advent greifen nach Sparkassen-Acquirer: Ähem, ist die Story nur uns durchgerutscht –  oder allen anderen auch? Oder war das längst bekannt? Oder ist es gar keine Story? Jedenfalls: Beim fröhlichen Durch-die-Finanzwelt-Googeln landeten wir gestern bei den „Private Equity News“. Und dort stand unter dem Datum des 3. November, dass die US-Investoren Bain und Advent (die sich  bereits Concardis und Ratepay unter den Nagel gerissen haben) nun auch für BS Payone bieten wollen.  Ein Knackpunkt könnte sein, dass die Sparkassen nur einen Minderheitsanteil abgeben wollen, Bain und Advent aber angeblich eine Komplettübernahme favorisieren. Private Equity News, Flensburger Tagblatt

Unterstützen deutsche Großbanken illegale Online-Kasinos? So zumindest stellen es die „Paradise Papers“-Medien dar. Demnach nehmen u.a. die DZ Bank, die Postbank und die Hypo-Vereinsbank Geld für unerlaubte Glücksspielangebote entgegen. Die Wirecard Bank führe für Offshore-Glücksspielanbieter sogar Konten, über die Auszahlungen an Spieler abgewickelt würden. Süddeutsche

Philipp Rösler (also der Ex-Minister) heuert (quasi) beim Deutsche-Bank-Ankeraktionär an: Und zwar soll er die Leitung der Hainan Cihang Charity Foundation übernehmen, die knapp 30 Prozent an HNA hält. Süddeutsche, Bloomberg

Mit litauischer Lizenz auf den deutschen Markt: Wird eine hippe Aufsicht jetzt zum Standortfaktor? Die britische Fintech-Bank Revolut jedenfalls (das seit kurzm auch hierzulande tätig ist) hat gestern angekündigt, kurz vor dem Erwerb einer Banklizenz zu stehen – und zwar in Vilnius. Dort bekämen Finanz-Startups „eine stetige Begleitung und Beratung in allen regulatorischen Fragen“, sagte Deutschland-Chef Claudia Wilhelmer zu „Finanz-Szene.de“. Und das Schönste: Via „Passporting“ lassen sich mit der Lizenz dann Geschäfte in der gesamten EU betreiben.

Beyond .de

Britisches N26-Pendant sammelt 71 Millionen Pfund ein: Dafür, dass es eine Zeitlang hieß, der Brexit werde die Fintechs reihenweise aus UK vertreiben (und zwar nach Berlin), fühlen sich die Fintechs in UK immer noch verdammt wohl. Nach dem Riesen-Funding für Transferwise letzte Woche streicht diesmal Monzo viel, viel Geld ein. Finextra

Schlägt jetzt die Stunde der unabhängigen Analyse-Häuser? Das asiatische Research-Startup Smartkarma hat schon wieder ordentlich gefunded. Wenn man davon ausgeht, dass Mifid II der Grund dafür ist, dann … Vorsicht, ungeprüfte  These … dann könnten für Buden wie „Fairesearch“ aus Kronberg oder „Independent Research“ aus FFM jetzt ja vielleicht auch die fetten Jahre beginnen. Bloomberg

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Karriere

„Ein Informatik-Studium reicht nicht aus“: Christiane Kiefer von den „Fintech-Ladies“ erläutert, welche Bewerber bei Finanz-Startups Karriere machen (und welche eher nicht). Wirtschaftswoche

Klickfavorit

… war gestern unser Hintergrund-Stück „Acht Dinge, die Sie noch zur Silicon Valley Bank wissen sollten“. Finanz-Szene.de

Kommentar: „Die (zu) große Wette von N26“

Von Heinz-Roger Dohms

Erst wenige Monate ist es her, da durfte man in N26 mit guten Gründen den kommenden deutschen Banken-Champion sehen. Das Berliner Fintech hatte 1.) in nur zwei Jahren mehrere hunderttausend Kunden gewonnen, war 2.) ausnehmend gut gefunded und schien 3.) auf gutem Wege, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln (ein digitaler Banking-Supermarkt, in dem der Kunde alle notwendigen Finanzprodukte findet und N26 die Händlermarge einstreicht).

Seitdem allerdings haben sich die Parameter deutlich verschoben. Denn nun will N26 plötzlich den US-Markt, den britischen Markt und offenbar im Vorbeigehen neben Deutschland noch 16 weitere Eurozonen-Länder erobern. Das heißt: N26 mutiert zu einem globalen Unternehmen, das 1.) sehr viel schwerer als bislang zu managen sein wird, das 2.) sehr viel mehr Geld für Marketing in die Hand nehmen muss (denn so viel kostenlose Presse wie hierzulande wird es anderswo sicher nicht geben) und das 3.) vor diesem Hintergrund nun gar nicht mehr so gut gefunded scheint.

Natürlich kann die Strategie aufgehen. Aber: Aus einer kalkulierbaren Wette auf einen künftigen nationalen Banken-Champion ist eine kaum zu kalkulierende Wette auf ein künftiges internationales Super-Fintech geworden. Oder anders ausgedrückt: N26 geht jetzt den Weg von Kreditech. Also den eines Venture-Capital-getriebenen Alles-oder-Nichts-Unternehmens.