Analyse: Fintech entwickelt sich zur „Winner takes it all“-Branche

Von Heinz-Roger Dohms

Während N26 an einem Funding von mindestens 50 Mio. Dollar bastelt, wird Outbank für eine (wenn denn überhaupt) niedrige siebenstellige Summe an Verivox verscherbelt. Und während Scalable Capital bei den eingesammelten Kundengeldern die 500-Mio-Euro-Grenze knackt, kommen die meisten anderen deutschen Robo-Adviser nicht einmal auf eine dreistellige Millionensumme. Soll heißen:  Die hiesige Fintech-Branche scheint sich zumindest in den B2C-Segmenten endgültig zu einer „Winner takes it all“-Industrie zu entwickeln. „Finanz-Szene.de“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Bereiche:

1.) Einlagenvermittlung

Hier haben sich die Verhältnisse ziemlich eindeutig geklärt.  Raisin („Weltsparen“) ist mit mehr als vier Mrd. Euro  vermittelten Tages- und Festgeldern der klare Marktführer, expandiert nun nach Großbritannien. Daneben hat sich auch Deposit Solutions („Zinspilot“) mit mehr als zwei Mrd. Euro (Stand: Juni 2017) am Markt etabliert; für die Hamburger spricht zudem die gute Positionierung im B2B-Bereich, denn Deposit Solutions steht auch hinter der „Zinsmarkt“ genannten Einlagenplattform der Deutschen Bank. Der große Verlierer ist dagegen Savedo. Die Plattform der Berliner Company-Builders Finleap war am Markt praktisch chancenlos und flüchtete sich im Sommer in eine Fusion mit Deposit Solutions.

Siehe hierzu auch unsere Analyse neulich in der „Süddeutschen Zeitung“

2.) Smartphone-Banken

Was angesichts des Erfolgs von N26 (über 500.000 Kunden) leicht in Vergessenheit gerät: Bislang hat sich keine andere Challenger-Bank bzw. keiner anderer Multibanking-Anbieter im deutschen Endkundengeschäft wirklich etablieren können. Das Outbank-Tool wurde zwar vielfach gelobt, ließ sich aber nicht monetarisieren. Von Centralway Numbrs wiederum hört man trotz großer Ankündigungen wenig. Figo wechselte rechtzeitig ins B2B-Geschäft, Treefin gelang immerhin der Verkauf an die Wüstenrot & Württembergische.

3.) Robo-Advisory

Scalable Capital ist der Konkurrenz weit einteilt. Als die Researcher von Techfluence zuletzt einen Marktüberblick gaben (Ende Juli), war ansonsten nur Liqid bereits über der 100-Mio.-Euro-Marke. Angesichts von mittlerweile mehr als 20 Robo-Advisern hierzulande wird den meisten nur der Weg in Kooperationen bleiben. Zumal: Auch die Banken (Comdirect, ING Diba, Quirin) entdecken das Segment ja mittlerweile für sich.

Siehe hierzu unsere Marktanalyse kürzlich:

Exklusiv: ING Diba und Scalable Capital knacken im Eiltempo die 100-Millionen-Euro-Marke

4.) Marketplace-Lending

Der Düsseldorfer Marktführer Auxmoney wächst stetig und vermittelte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr rund 135 Mio. Euro (nach knapp 80 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum); zusätzlichen Rückenwind erhält die Plattform durch die Kooperation mit dem niederländischen Versicherungskonzern Aegon. Aber sonst? Funding Circle (also das frühere Zencap) versucht unter neuer Führung einen Neustart. Im ersten Halbjahr verliehen die Briten hierzulande trotzdem nur rund 15 Mio. Euro. Naja.

5.) Crowdinvesting

Der Crowdinvesting-Boom (337 Prozent Wachstum in den ersten neun Monaten dieses Jahres) ist bei Lichte betrachtet ein reiner Exporo-Boom. Den Mehr als 60 Prozent des vermittelten Volumens entfielen auf den Anbieter aus Hamburg. Und ebenfalls bemerkenswert: Immobilien machen mittlerweile rund 80 Prozent des gesamten Crowdinvesting-Markts aus. Von Januar bis September flossen nämlich nur 17,0 Mio. Euro in Startups (plus 28 Prozent), in Energieprojekte steckte der Schwarm 8,1 Mio. Euro (plus 161 Prozent).

Siehe hierzu unseren Marktüberblick neulich:

Exklusiv: Immo-Crowd-Markt knackt 100-Mio-Marke

6.) Kreditvergleiche

Ob man klassische Finanz-Vergleichsportale noch der Fintech-Sphäre zurechnen mag, ist sicherlich Geschmackssache. Interessant: Einerseits ist dieser Markt so groß, dass auf Dauer ganz sicher mehr als ein Wettbewerber von ihm wird leben können. Andererseits tummelt sich im Vergleichsmarkt mit Check24 ein solcher Moloch, dass abzuwarten bleibt, ob die beiden größten reinen Finanz-Portale (nämlich Smava und Finanzcheck) wirklich beide eigenständig überleben werden.

Siehe hierzu auch unsere Smava-Analyse von neulich:

Exklusiv: Warum die Behauptungen von Smava teilweise hanebüchen sind

 

Newsletter 13/11/17: Käufer für Outbank, P2P = Subprime?, Headhunter sucht Paydirekt-Retter

Exklusiv: Verivox schluckt Outbank – und will jetzt Banken und Fintechs angreifen

Das bislang vor allem für seine Strom- und Kreditvergleiche bekannte Internetportal Verivox bläst zum Angriff auf Banken und Fintechs. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ steht das Heidelberger Unternehmen unmittelbar vor der Übernahme des Dachauer Finanz-Startups Outbank, das kürzlich in die Insolvenz gerutscht war. Die Idee dahinter: Mithilfe des Multibanking-Tools von Outbank könnte Verivox nicht mehr nur Preisvergleiche anbieten, sondern für seine Kunden eine Art digitaler Finanzassistent werden. In eine ähnliche Richtung geht wohl auch die bereits am Freitag verkündete Übernahme des Vertragsmanagers Aboalarm, der darauf spezialisiert ist, Girokonten auf überteuerte Verträge zu scannen. Spannend: Auch Check24 hatte zuletzt verschiedenste neue Tools eingeführt, die genau im Spannungsfeld von Banken und Finanz-Startups angesiedelt sind. Damit droht den Fintechs nun gleich von zwei großen Vergleichsportalen verschärfte Konkurrenz – während die Retailbanken stärker denn je darum kämpfen müssen, die primäre Anlaufstelle für den Endkunden zu bleiben. Finanz-Szene.de (News und Analyse), Capital (Archiv, zu den Check24-Plänen), Blog-Beitrag von Figo-Chef Bajorat (über die neue Konkurrenz durch die Vergleichsportale)

Fahrenschon vor dem Aus – Vize Mang könnte neuer Sparkassen-Präsident werden

Nun dürfte alles ganz schnell gehen: Nach übereinstammenden Medienberichten will das Präsidium des deutschen Sparkassenverbands am morgigen Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die mögliche Ablösung von DSGV-Chef Georg Fahrenschon zu beraten – falls der nicht vorher schon zurücktreten sollte. „Er hat das klare Signal erhalten, dass es so nicht weitergeht“, zitiert die Deutsche Presseagentur einen Insider. Innerhalb des Sparkassensektors wird Fahrenschon nicht nur seine Steueraffäre als solches vorgehalten – sondern vor allem, dass er den Strafbefehl gegen sich offenbar monatelang verheimlichte. Wie Meike Schreiber heute Früh in der „Süddeutschen“ schreibt, schält sich auch schon ein möglicher Nachfolger heraus – nämlich Fahrenschons bisheriger Vize, der Chef des niedersächsischen Regionalverbandes Thomas Mang.

dpa/MM, Süddeutsche (Print, Seite 18)

Exklusiv: Banken halten Ausschau nach neuem (bzw.: weiterem) Paydirekt-Chef

Deutschlands Banken halten Ausschau nach einem neuen (bzw. weiteren) Chef für ihren Zahlungsdienstleister Paydirekt. Das hat „Finanz-Szene.de“ aus Branchenkreisen erfahren. Bei ersten Kandidaten sei bereits vorgefühlt worden – wobei tendenziell eher nach Experten aus den Bereichen Payment Service Provider bzw. Online-Payment gesucht werde als nach Managern mit Banken-Hintergrund. Unklar ist, ob es darum geht, die aktuelle Führung abzulösen oder lediglich zu ergänzen. Hierzu gebe es innerhalb des Bankenkonsortiums unterschiedliche Vorstellungen, heißt es. Anfang letzter Woche hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon überraschend das aktuelle Management angezählt („Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“). Da wusste freilich noch niemand, dass Fahrenschon nur einen Tag später ebenfalls angezählt sein würde. Übrigens: Laut „Handelsblatt“ sind die Pläne für das Mega-Funding für Paydirekt (wir berichteten neulich exklusiv) nun zumindest bei den Sparkassen  offizielle Beschlusslage. Dossier (unsere Berichte aus den vergangenen Wochen auf einen Klick); Handelsblatt (News von Freitag)

News

NPL-Fintech Debitos expandiert nach Südeuropa: Das Frankfurter Startup vermittelt über seinen Online-Marktplatz faule Kredite an risikofreudige Investoren. Laut „Handelsblatt“ geht das 2010 gegründete Unternehmen nun (sinnigerweise) dorthin, wo es tendenziell ein deutlich größeres Angebot an offenen Forderungen geben dürfte als in Deutschland- nämlich nach Spanien und Portugal. Handelsblatt

12 Mio. Dollar für „SAP-Fintech“: Das Startup namens TIS („Treasury Intelligence Solutions“) hat eine Cloud-Plattform entwickelt, mit der Unternehmen ihre Zahlungsströme überwachen und verwalten können. Hinter der Firma stehen drei frühere Manager des Software-Riesen SAP. Gründerszene

Cum-Cum und Cum-Ex erwischt Coba mit doppelter Wucht: Was ist denn da los – dachte man  am Donnerstag, als in den Q3-Zahlen der Commerzbank völlig unvermittelt eine 10-Mio.-Euro-Rückstellung für mögliche Steuernachforderungen in Sachen Cum-Cum (das ist das lateinische Vulgär-Synonym für „hochelegante, maximal legale Aktiengeschäfte“) auftauchte. Und das war noch nicht alles: Denn wie der Branchendienst „Juve“ am Freitag scoopte, hatten Steuerfahnder bereits am Dienstag bei der Commerzbank eine ordentliche Razzia veranstaltet, hier allerdings wegen Cum-Ex. Der Vorwurf, laut „Juve“: schwere Steuerhinterziehung. Juve

Neuer Chef für Deutschlands größte kommunale Sparkasse: Die Findungskommission bei den Köln-Bonnern ist fündig geworden. Und hat sich unter den drei verblieben Kandidaten tatsächlich für einen der beiden externen entschieden. Kölner Stadt-Anzeiger

Deutsche Bank benennt IPO-Banken für DeAM-Börsengang: Dabei ist die Liste der Bookrunner so lang geraten, das fast spannender ist, welche Institute nicht drauf sind – nämlich Goldman Sachs und JP Morgan.Wer draufsteht, erfahren Sie hier: Bloomberg, Reuters

Beyond. de

Sind P2P-Kredite das neue Subprime? Diese These vertritt zumindest eine Studie der Cleveland Federal Reserve. Demnach treiben Peer-to-Peer-Kredite bonitätsschwache Konsumenten in die Verschuldung – und weisen, was die Performance angeht, „bemerkenswerte Ähnlichkeiten“ mit jenen minderwertigen Hypothekenkrediten auf, die 2007 die Finanzkrise auslösten. Finextra

Wollen sich US-Banken um den Brexit herumtricksen? Laut „Financial Times“ wollen Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America und weitere US-Institute die Folgen des britischen EU-Austritts abmildern, indem sie Aufgaben nicht etwa an ihre europäischen Töchter übertragen – sondern an die Londoner Büros dieser europäischen Töchter. Ob die EU-Aufseher dabei mitspielen, bleibt allerdings abzuwarten. FT (Paywall)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück „Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?“. Finanz-Szene.de

Kommentar: Die Karikatur einer Lobby

Von Heinz-Roger Dohms

„Cool“ sei er ja, der Georg Fahrenschon – so kommentierte die „Börsenzeitung“ am Wochenende die Tatsache, dass der Sparkassen-Präsident trotz seiner jüngsten Steueraffäre am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt als Redner auftrat. Cool? Vielleicht. Aber auch klug? Bezeichnend jedenfalls war, welchen (unfreiwillig?) witzigen nachrichtlichen Kern ebenfalls die „Börsenzeitung“ aus Fahrenschons Auftritt extrahierte: „Sparkassen drohen neuem Bundestag.“

Sparkassen drohten Bundestag? Hihi. Ebenjene Sparkassen, deren höchster Repräsentant jahrelang seine Steuern nur unzureichend abführte? Jene Sparkassen, deren Landesbanken bei Cum-Cum/Cum-Ex munter mitmischten? Und apropos Cum-Ex: Auch das war ja am Freitag wieder mal ein großes Thema, diesmal allerdings im Zusammenhang mit einer der großen Privatbanken (siehe oben). Dazu passte dann wiederum, dass ebenfalls am Freitag im „Handelsblatt“ noch mal schön durchgekaut wurde, wie sich der der private Bankenverband BdB derzeit selbst zerlegt.

So viel also zum Zustand der deutschen Bankenlobby im Herbst 2017. Und nun die Preisfrage: Welches Drohpotenzial, bitteschön, hat auf einer Skala von 1 bis 10 die einst mächtige Bankenlobby momentan gegenüber den  Volksvertretern?

Newsletter 13/11/17: Fahrenschon vor dem Aus, Käufer für Outbank, Headhunter sucht Paydirekt-Retter

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Nun dürfte alles ganz schnell gehen: Nach übereinstammenden Medienberichten will das Präsidium des deutschen Sparkassenverbands am morgigen Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die mögliche Ablösung von DSGV-Chef Georg Fahrenschon zu beraten – falls der nicht vorher schon zurücktreten sollte. „Er hat das klare Signal erhalten, dass es so nicht weitergeht“, zitiert die Deutsche Presseagentur einen Insider. Innerhalb des Sparkassensektors wird Fahrenschon nicht nur seine Steueraffäre als solches vorgehalten – sondern vor allem, dass er den Strafbefehl gegen sich offenbar monatelang verheimlichte. Wie Meike Schreiber heute Früh in der „Süddeutschen“ schreibt, schält sich auch schon ein möglicher Nachfolger heraus – nämlich Fahrenschons bisheriger Vize, der Chef des niedersächsischen Regionalverbandes Thomas Mang.

dpa/MM, Süddeutsche (Print, Seite 18)

Exklusiv: Verivox schluckt Outbank – und will jetzt Banken und Fintechs angreifen

Das bislang vor allem für seine Strom- und Kreditvergleiche bekannte Internetportal Verivox bläst zum Angriff auf Banken und Fintechs. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ steht das Heidelberger Unternehmen unmittelbar vor der Übernahme des Dachauer Finanz-Startups Outbank, das kürzlich in die Insolvenz gerutscht war. Die Idee dahinter: Mithilfe des Multibanking-Tools von Outbank könnte Verivox nicht mehr nur Preisvergleiche anbieten, sondern für seine Kunden eine Art digitaler Finanzassistent werden. In eine ähnliche Richtung geht wohl auch die bereits am Freitag verkündete Übernahme des Vertragsmanagers Aboalarm, der darauf spezialisiert ist, Girokonten auf überteuerte Verträge zu scannen. Spannend: Auch Check24 hatte zuletzt verschiedenste neue Tools eingeführt, die genau im Spannungsfeld von Banken und Finanz-Startups angesiedelt sind. Damit droht den Fintechs nun gleich von zwei großen Vergleichsportalen verschärfte Konkurrenz – während die Retailbanken stärker denn je darum kämpfen müssen, die primäre Anlaufstelle für den Endkunden zu bleiben. Finanz-Szene.de (News und Analyse), Capital (Archiv, zu den Check24-Plänen), Blog-Beitrag von Figo-Chef Bajorat (über die neue Konkurrenz durch die Vergleichsportale)

Exklusiv: Banken halten Ausschau nach neuem (bzw.: weiterem) Paydirekt-Chef

Deutschlands Banken halten Ausschau nach einem neuen (bzw. weiteren) Chef für ihren Zahlungsdienstleister Paydirekt. Das hat „Finanz-Szene.de“ aus Branchenkreisen erfahren. Bei ersten Kandidaten sei bereits vorgefühlt worden – wobei tendenziell eher nach Experten aus den Bereichen Payment Service Provider bzw. Online-Payment gesucht werde als nach Managern mit Banken-Hintergrund. Unklar ist, ob es darum geht, die aktuelle Führung abzulösen oder lediglich zu ergänzen. Hierzu gebe es innerhalb des Bankenkonsortiums unterschiedliche Vorstellungen, heißt es. Anfang letzter Woche hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon überraschend das aktuelle Management angezählt („Paydirekt ist bisher kein Erfolg, wir müssen bitteres Lehrgeld zahlen“). Da wusste freilich noch niemand, dass Fahrenschon nur einen Tag später ebenfalls angezählt sein würde. Übrigens: Laut „Handelsblatt“ sind die Pläne für das Mega-Funding für Paydirekt (wir berichteten neulich exklusiv) nun zumindest bei den Sparkassen  offizielle Beschlusslage. Dossier (unsere Berichte aus den vergangenen Wochen auf einen Klick); Handelsblatt (News von Freitag)

News

Cum-Cum und Cum-Ex erwischt Coba mit doppelter Wucht: Was ist denn da los – dachte man  am Donnerstag, als in den Q3-Zahlen der Commerzbank völlig unvermittelt eine 10-Mio.-Euro-Rückstellung für mögliche Steuernachforderungen in Sachen Cum-Cum (das ist das lateinische Vulgär-Synonym für „hochelegante, maximal legale Aktiengeschäfte“) auftauchte. Und das war noch nicht alles: Denn wie der Branchendienst „Juve“ am Freitag scoopte, hatten Steuerfahnder bereits am Dienstag bei der Commerzbank eine ordentliche Razzia veranstaltet, hier allerdings wegen Cum-Ex. Der Vorwurf, laut „Juve“: schwere Steuerhinterziehung. Juve

Neuer Chef für Deutschlands größte kommunale Sparkasse: Die Findungskommission bei den Köln-Bonnern ist fündig geworden. Und hat sich unter den drei verblieben Kandidaten tatsächlich für einen der beiden externen entschieden. Kölner Stadt-Anzeiger

Deutsche Bank benennt IPO-Banken für DeAM-Börsengang: Dabei ist die Liste der Bookrunner so lang geraten, das fast spannender ist, welche Institute nicht drauf sind – nämlich Goldman Sachs und JP Morgan.Wer draufsteht, erfahren Sie hier: Bloomberg, Reuters

NPL-Fintech Debitos expandiert nach Südeuropa: Das Frankfurter Startup vermittelt über seinen Online-Marktplatz faule Kredite an risikofreudige Investoren. Laut „Handelsblatt“ geht das 2010 gegründete Unternehmen nun (sinnigerweise) dorthin, wo es tendenziell ein deutlich größeres Angebot an offenen Forderungen geben dürfte als in Deutschland- nämlich nach Spanien und Portugal. Handelsblatt

12 Mio. Dollar für „SAP-Fintech“: Das Startup namens TIS („Treasury Intelligence Solutions“) hat eine Cloud-Plattform entwickelt, mit der Unternehmen ihre Zahlungsströme überwachen und verwalten können. Hinter der Firma stehen drei frühere Manager des Software-Riesen SAP. Gründerszene

Beyond. de

Sind P2P-Kredite das neue Subprime? Diese These vertritt zumindest eine Studie der Cleveland Federal Reserve. Demnach treiben Peer-to-Peer-Kredite bonitätsschwache Konsumenten in die Verschuldung – und weisen, was die Performance angeht, „bemerkenswerte Ähnlichkeiten“ mit jenen minderwertigen Hypothekenkrediten auf, die 2007 die Finanzkrise auslösten. Finextra

Wollen sich US-Banken um den Brexit herumtricksen? Laut „Financial Times“ wollen Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America und weitere US-Institute die Folgen des britischen EU-Austritts abmildern, indem sie Aufgaben nicht etwa an ihre europäischen Töchter übertragen – sondern an die Londoner Büros dieser europäischen Töchter. Ob die EU-Aufseher dabei mitspielen, bleibt allerdings abzuwarten. FT (Paywall)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück „Haben Deutschlands Banken gar kein Kostenproblem?“. Finanz-Szene.de

Kommentar: Die Karikatur einer Lobby

Von Heinz-Roger Dohms

„Cool“ sei er ja, der Georg Fahrenschon – so kommentierte die „Börsenzeitung“ am Wochenende die Tatsache, dass der Sparkassen-Präsident trotz seiner jüngsten Steueraffäre am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt als Redner auftrat. Cool? Vielleicht. Aber auch klug? Bezeichnend jedenfalls war, welchen (unfreiwillig?) witzigen nachrichtlichen Kern ebenfalls die „Börsenzeitung“ aus Fahrenschons Auftritt extrahierte: „Sparkassen drohen neuem Bundestag.“

Sparkassen drohten Bundestag? Hihi. Ebenjene Sparkassen, deren höchster Repräsentant jahrelang seine Steuern nur unzureichend abführte? Jene Sparkassen, deren Landesbanken bei Cum-Cum/Cum-Ex munter mitmischten? Und apropos Cum-Ex: Auch das war ja am Freitag wieder mal ein großes Thema, diesmal allerdings im Zusammenhang mit einer der großen Privatbanken (siehe oben). Dazu passte dann wiederum, dass ebenfalls am Freitag im „Handelsblatt“ noch mal schön durchgekaut wurde, wie sich der der private Bankenverband BdB derzeit selbst zerlegt.

So viel also zum Zustand der deutschen Bankenlobby im Herbst 2017. Und nun die Preisfrage: Welches Drohpotenzial, bitteschön, hat auf einer Skala von 1 bis 10 die einst mächtige Bankenlobby momentan gegenüber den  Volksvertretern?