Exklusiv: Die HSH Nordbank mutiert zur Retailbank

Von Heinz-Roger Dohms

Paukenschlag in Hamburg: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ wagt sich die HSH Nordbank als erste Landesbank überhaupt ins Einlagengeschäft für Retailkunden – und das mitten im Privatisierungs-Prozess. Bestandskunden der Einlagenplattform „Zinspilot.de“ können demnach offenbar schon seit einigen Wochen Festgelder mit Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten bei der HSH anlegen. Am heutigen Donnerstag werde das Angebot nun für sämtliche Anleger freigeschaltet, sagte Tim Sievers, CEO des Hamburger Fintechs Deposit Solutions (das hinter „Zinspilot“ steht), auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“.

Die Konditionen sind erstaunlich. So bringt das einjährige Festgeld den Nutzern eine Verzinsung von 0,95 Prozent – das ist mehr, als irgendeine andere deutsche Bank den Kunden bei gleicher Laufzeit momentan auf Portalen wie Zinspilot, Weltsparen, Check24, Verivox, Biallo oder FMH bietet. Und selbst, wer seine Ersparnisse nur für drei Monate bei der HSH Nordbank deponieren möchte, wird noch mit 0,85 Prozent entschädigt.  Angesichts der relativ hohen Zinsen scheint nicht ausgeschlossen, dass nach Öffnung des Angebots für sämtliche Anleger nun sogar ein kleiner Run auf die Festgeld-Angebote des Instituts einsetzt.

Die HSH Nordbank muss bekanntlich bis Ende Februar 2018 privatisiert werden. Misslingt der Verkauf, droht die EU-Kommission mit der Abwicklung des krisengeplagten Instituts. Vor drei Wochen hatten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein erklärt, dass aus dem Kreis der potenziellen Bieter  erste verbindliche Kaufofferten eingegangen seien. „Nach erster Sichtung bieten diese eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess fortsetzen zu können”, hieß es in der Mitteilung.

Dem Vernehmen nach stehen die Retail-Pläne in direktem Zusammenhang mit der angestrebten Privatisierung. Hintergrund: Als Landesbank gehört das Institut bislang dem Einlagensicherungs-System des öffentlich-rechtlichen Bankensektors an. Dieses müsste die HSH allerdings nach dem Verkauf verlassen – womit als Alternative lediglich das freiwillige Sicherungssystem der Privatbanken bliebe.

Beim privaten Bankenverband BdB indes, der die freiwillige Einlagensicherung betreibt, soll sich die Vorfreude auf das mögliche neue Mitglied in Grenzen halten. So meinte BdB-Präsident Hans-Walter Peters kürzlich: „Die Glaubwürdigkeit der Einlagensicherung lebt von den hohen Standards, die sich die privaten Banken selbst gesetzt haben.“ Die Aussage war zwar nicht explizit, vermutlich aber implizit auf die HSH gemünzt. 

Das Einwerben normaler Spareinlagen hat für die HSH Nordbank den großen Vorteil, dass Depositen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro vom gesetzlichen Einlagenschutz gedeckt sind. Zudem bieten einfache Kundengelder auch einen regulatorischen Vorteil: Sie wirken sich positiv auf die Liquiditäts-Kennziffern aus, weil die Aufseher dieses Geld für stabiler halten als Wholesale-Funding, das von großen Anleihegläubigern kommt.

Deposit Solutions darf es unterdessen als Prestigeerfolg verbuchen, einen großen Player wie die HSH Nordbank auf seinen „Zinspilot“-Markplatz gelockt zu haben. Das Hamburger Fintech hatte als reiner B2B-Dienstleister zuletzt auch schon die „Zinsmarkt“ genannte Einlagenplattform der Deutschen Bank gebaut. Dem größten Geldhaus hierzulande geht es bei dem Tool allerdings darum, seinen eigenen Kunden die Möglichkeit zu geben, ihre Geld bei anderen Banken zu parken; also sozusagen die gegenteilige Motivlage im Vergleich zur HSH. „Finanz-Szene.de“ hatte zudem neulich exklusiv berichtet, dass auch die Sparkassen überlegen, die Technologie von Deposit Solutions zu nutzen. Hier dürfte es allerdings in erster Linie um verbundinterne Lösungen gehen.

Newsletter 22/11/17: Coba zu Bafin-Buße verdonnert, Deutsche Bank öffnet Zinsmarkt, Wie viel Scalable wert ist

Exklusiv: Bafin verdonnert Commerzbank wegen Kontowechsel-Pannen zu Geldbuße

Peinlicher Vorgang für die Commerzbank: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ ist das zweitgrößte deutsche Geldinstitut von der Bafin zu einer Geldbuße verdonnert worden. Der Grund: Technische Pannen bei der Kontowechselhilfe. Laut Schilderungen von Insidern monierten die Aufseher, dass es der Commerzbank – anders, als seit Herbst 2016 gesetzlich vorgeschrieben – in einer Reihen von Fällen nicht gelungen sei, den Wechsel des Girokontos innerhalb von zwölf Tagen abzuwickeln. Stattdessen habe das Prozedere teilweise bis zu vier Wochen gedauert. Die Vorkommnisse werfen nicht nur auf die Commerzbank ein schlechtes Licht – sondern auch auf den Kontowechsel-Dienstleister Fino. Lesen Sie hier die weiteren Details:

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Scalable Capital ist jetzt mehr als 150 Mio. Euro wert

Scalable Capital zählt nach dem Einstieg des US-Vermögensverwalters Blackrock zu den wertvollsten deutschen Fintech-Startups – das geht aus Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ auf Basis jüngst veröffentlichter Handelsregister-Einträge hervor. Bei der Finanzierungsrunde im Frühjahr waren nach offiziellen Aussagen 30 Mio. Euro in den Münchner Robo-Advisor geflossen. Laut Handelsregister erhöhte sich im Zuge der Funding-Maßnahme das Stammkapital um 30.000 Euro auf nunmehr 153.759 Euro. Daraus ergibt sich für Scalable Capital nun eine Post-Money-Bewertung von gut 150 Mio. Euro. Lesen Sie hier weitere Details – und welche fünf anderen deutschen Finanz-Startups ebenfalls auf eine dreistellige Millionenbewertung kommen. Finanz-Szene.de

News

Exklusiv: Deutsche Bank öffnet „Zinsmarkt“ für alle Kunden: Bis gestern war die Einlagenplattform – eines der digitalen Prestigeprojekte des größten deutschen Geldhauses – lediglich für die Klientel des hauseigenen Online-Brokers Maxblue zugelassen. Nun hat die DBank das Tool (ohne dies öffentlich mitzuteilen) offenbar für sämtliche Kunden zugänglich gemacht. Sinn des „Zinsmarkts“ ist es, Spareinlagen bei Geldhäusern zu parken, die höhere Zinsen bieten als die Deutsche Bank selbst. Allerdings machen bislang nur zwei Institute mit, nämlich die Deutsche Pfandbriefbank und die französische Money Bank. Website

HVB startet Instant-Pressemitteilungs-Angebot: Kaum dass die Echtzeit-Zahlungsplattform der Eba Clearing gestern freigeschaltet war, landete in unserem Postfach auch schon die Nachricht, die HVB habe „als erste Bank im deutschen Markt“ ihr Instant-Payments-Angebot gestartet. Konkret sei eine „Zahlung von Deutschland nach Italien ausgeführt worden“. Ob es sich dabei um die Dividende für die Unicredit handelte, blieb unklar. HVB-Presse 

„Cover your ass“: Zur Abwechslung hat es gestern mal nicht die Deutsche Bank oder JP Morgan erwischt – sondern Christel Augenstein, die ehemalige Oberbürgermeisterin von Pforzheim, die wegen verlorener Zinswetten (bzw.: wegen Untreue) zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Süddeutsche Zeitung

Robos? ETFs? Pfffffffffffff: Die Dekabank hat ihr Neunmonats-Ergebnis um 18 Prozent auf 412 Mio. Euro gesteigert. Dazu trugen vor allem die guten Absatzzahlen bei Fonds und Zertifikaten bei. Reuters

Fonds? Zertifikate? Mmmhhh …: Bei der Helaba hat sich das Neunmonats-Ergebnis um 9 Prozent auf 381 Mio. Euro verschlechtert. Dazu trug vor allem der deutliche Rückgang beim Zinsüberschuss bei. Reuters

Erste deutsche Crowd-Plattform pleite: Erwischt hat es den Berliner Anbieter Innovestment. Gründerszene

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Kleine Großbanken erhalten mehr Zeit für MREL-Puffer: Das berichtet zumindest „Reuters“. Betroffen sind jene rund 35 bis 40  Euro-Zonen-Banken, die zwar nicht global systemrelevant sind (wie die Deutsche Bank, die den Puffer bis 2019 bilden muss), deren Abwicklung im Krisenfall aber dennoch zu Verwerfungen führen könnte. HB/Reuters

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Deutsche Bank hat es erneut auf die Liste der wichtigsten (vulgo: gefährlichsten) Institute der Welt  geschafft. Noch systemrelevanter ist allerdings  JP Morgan – während die Chinesen kräftig aufholen. Hier das Ranking (und die mit der Platzierung verbundenen Kapitalauflagen) auf einen Blick: PDF

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Mehr Karten, als das Portemonnaie Schlitze hat: Die Macher des Paymentandbanking-Blogs erklären, wie sie selber es mit Payment und Banking halten. PAB-Blog

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Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter das wirklich Wichtige und Aktuelle aus der Bankenszene bringt, insbesondere (aber nicht nur) zum Thema Digitalisierung. Zudem ist er nicht so dröge geschrieben wie manch anderer Blog.“

Gerhard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung bei der Helaba

(Hinweis: In dieser und den nächsten vier Wochen erklärt täglich ein Leser, warum er „Finanz-Szene.de“ liest. Die Serie ist auf 20 Ausgaben begrenzt)

Newsletter 22/11/17: Wie viel Scalable wert ist, Kontowechsel-Pannen, Crowd-Plattform pleite

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Exklusiv: Bafin verdonnert Commerzbank wegen Kontowechsel-Pannen zu Geldbuße

Von Heinz-Roger Dohms

Peinlicher Vorgang für die Commerzbank: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ ist das zweitgrößte deutsche Geldinstitut von der Bafin zu einer Geldbuße verdonnert worden. Der Grund: Technische Pannen bei der Kontowechselhilfe. Laut Schilderungen von Insidern monierten die Aufseher, dass es der Commerzbank – anders, als seit Herbst 2016 gesetzlich vorgeschrieben – in einer Reihen von Fällen nicht gelungen sei, den Wechsel des Girokontos innerhalb von zwölf Tagen abzuwickeln. Stattdessen habe das Prozedere teilweise bis zu vier Wochen gedauert.

Die Commerzbank bestätigte gegenüber „Finanz-Szene.de“ die Zahlung der Geldbuße. Mutmaßungen aus der Branche, wonach Hunderte Kunden betroffen waren, wies ein Sprecher des Instituts allerdings zurück: „Es ging um eine kleine zweistellige Zahl von Fällen.“ Diese hätten sich Ende vergangenen Jahres – also unmittelbar nach der Gesetzesänderung – zugetragen. Die Commerzbank, die mit ihrem kostenlosen Girokonto vor allem um Kunden von Sparkassen und Volksbanken  buhlt, hatte damals offenbar mit einem besonders großen Andrang zu kämpfen. „Die Probleme wurden rasch behoben, seitdem laufen die Prozesse wieder einwandfrei“, sagte der Sprecher.

Mit dem neuen Zahlungskonten-Gesetz – das am 18. September 2016 in Kraft trat – verfolgt die Politik das Ziel, dem Kunden den Wechsel von einer Bank zur anderen zu erleichtern. Laut der Regelung stehen sowohl das alte als auch das neue Institut in der Pflicht sicherzustellen, dass der  Anbieterwechsel innerhalb der Zwölf-Tages-Frist vollzogen wird. Dabei ist es in der Regel die neue Bank, die dem Kunden alle wesentlichen Formalitäten abnimmt.

Die Commerzbank lässt diesen Service vom  Fintech Fino erledigen – es gilt hierzulande neben dem Berliner Anbieter Finreach und der Bertelsmann-Tochter Arvato als führender Spezialist für das Thema Kontowechsel. In Finanzkreisen heißt es, dass die Fehler aus 2016, die schließlich zur Geldbuße durch die Bafin führten, weniger bei der Commerzbank zu suchen seien – sondern bei Fino. Florian Christ, Gründer und Chef von Fino, räumte auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ ein, dass es „in der Anfangsphase aufgrund fehlender Vorgaben in der Gesetzgebung einige Anpassungen der Prozesse“ gegeben habe – allerdings: „Das war in den ersten Wochen nicht nur bei uns, sondern überall in der Branche der Fall.“

Im Frühjahr dieses Jahres hatte bereits das „Handelsblatt“ über Probleme beim Kontowechselservice der Commerzbank berichtet. In dem Artikel ging es um einen Beschwerdebrief, den zwei Vorstände der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld seinerzeit an Coba-Chef Martin Zielke geschrieben hatten. Darin hieß es, Kunden, die zur Commerzbank wechseln wollten, verursachten bei der Sparkasse immer wieder einen unnötig großen Aufwand. Allerdings soll dieser „Fall“ nicht in Verbindung stehen mit der Geldbuße durch die Bafin. Unklar ist, wie hoch die Zahlung ausfiel. Die Summe soll allerdings vergleichsniedrig sein. Das Ärgerliche sei in solchen Fällen nicht der finanzielle Schaden – sondern dass man es als Bank überhaupt so weit kommen lasse, die Aufsicht wegen vermeintlicher Lappalien gegen sich aufzubringen, heißt es in Finanzkreisen.

Exklusiv: Scalable Capital ist jetzt mehr als 150 Mio. Euro wert

Von Heinz-Roger Dohms

Scalable Capital zählt nach dem Einstieg des US-Vermögensverwalters Blackrock zu den wertvollsten deutschen Fintech-Startups – das geht aus Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ auf Basis jüngst veröffentlichter Handelsregister-Einträge hervor. Bei der Finanzierungsrunde im Frühjahr waren nach offiziellen Aussagen 30 Mio. Euro in den Münchner Robo-Advisor geflossen. Laut Handelsregister erhöhte sich im Zuge der Funding-Maßnahme das Stammkapital um 30.000 Euro auf nunmehr 153.759 Euro. Daraus ergibt sich eine Post-Money-Bewertung von gut 150 Mio. Euro. Scalable Capital gab zu den Berechnungen keinen Kommentar ab, dementierte sie allerdings auch nicht.

Im inoffiziellen Ranking der höchstbewerteten deutschen Finanz-Startups gehört Scalable nach Kalkulationen von „Finanz-Szene.de“ nun zu den Top-5. An der Spitze dürfte weiterhin der Kreditspezialist Kreditech stehen. Hier berichten Insider, das die Bewertung vor dem Einstieg des südafrikanischen Medienunternehmens Naspers bei ziemlich genau 300 Mio. Euro gelegen habe; die Post-Money-Bewertung soll höher, aber auch nicht sehr viel höher sein. Eine dreistellige Bewertung darf man daneben auch der Smartphone-Bank N26, dem Einlagenvermittler Raisin („Weltsparen.de“), der Solarisbank und womöglich auch dem Hamburger Raisin-Konkurrenten Deposit Solutions („Zinspilot“) zutrauen. Darüber hinaus dürfte auch Finleap auf eine Bewertung von mehr als 100 Mio. Euro kommen. Ob man einen Fintech-Inkubator allerdings selber als Fintech bezeichnen will, ist Geschmackssache.

Unicorns finden sich in Deutschland dagegen bislang nur, wenn man auch jene Finanztechnologie-Unternehmen in die Rechnung einbezieht, die schon weit vor dem eigentlichen Fintech-Boom gegründet wurden. In diese Kategorie gehören Check24, Interhyp und – schließt man auch börsennotierte Unternehmen ein – natürlich Wirecard mit einer Marktkapitalisierung von mittlerweile fast 11 Mrd. Euro. Der Berliner Baugeldvermittler Hypoport liegt mit derzeit 830 Mio. Euro unter der Einhorn-Schwelle (übrigens auch, wenn man in Dollar rechnet, denn dann waren es Stand gestern rund 970 Millionen). Der bis heute höchstdotierte Exit eines deutschen „Ur-Fintechs“ gelang der Devisen-Plattform 360T, die 2015 für 725 Mio. Euro von der Deutschen Börse übernommen wurde.

Hinter Scalable Capital stehen die beiden früheren Goldman-Sachs-Banker Florian Prucker und Erik Podzuweit. Das Unternehmen wurde Ende 2014 gegründet – und ging Anfang 2016 offiziell an den Start. Kürzlich hatte das Münchner Unternehmen mitgeteilt, auch dank einer jüngst geschlossenen Kooperation mit der Online-Bank ING Diba die Schwelle von 500 Mio. Euro bei den Assets under Management geknackt zu haben. Damit ist Scalable hierzulande der klare Marktführer – während viele andere Robo-Adviser sich  weiterhin schwertun, überhaupt auf eine dreistellige Millionensumme bei den AuMs zu kommen.

Newsletter 21/11/17: Der Alexa-Schock, Fintech-CEO-Biografien, Robo Adviser

Amazon bremst Alexa-Pläne der deutschen Banken (und speziell der Sparkassen) aus

Voice-Banking als besonders hippe Form des Mobile-Banking – das ist die große Zukunftsvision der deutschen Bankenbranche. Nun haben diese Ambitionen allerdings einen herben Rückschlag erlitten. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Amazon in den vergangenen Tagen gegenüber mehreren Instituten durchblicken lassen, vorerst keinen entsprechenden „Banking Skill“ auf seiner Sprachassistenz-Plattform Alexa zuzulassen. Dies sei mit rechtlichen Problemen aufgrund der Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 begründet worden, sagte am Wochenende eine mit den Vorgängen vertraute Person gegenüber „Finanz-Szene.de“. Aus Bankenkreisen wurden die Informationen gestern bestätigt. Das „Handelsblatt“ hatte in seiner gestrigen Ausgabe als erstes über Probleme der Banken mit Amazon berichtet.

Finanz-Szene.de, Handelsblatt (Paywall)

Bankenbehörde Eba kommt nicht nach Frankfurt – sondern geht nach Paris

Am Sonntag keimte nochmal Hoffnung auf – denn da hieß es plötzlich in Medienberichten, Frankfurt sei nun doch der Favorit bei der  Wahl für den künftigen Standort der EU-Bankenbehörde Eba. In Wirklichkeit war dann alles ganz anders: Bei der geheimen Abstimmung im EU-Ministerrat schied Frankfurt gestern Abend bereits im zweiten Wahldurchgang aus. Stattdessen kam es zum Showdown zwischen Paris und Dublin, den die Franzosen – nachdem es in der dritten Runde zu einem Gleichstand gekommen war – schließlich per Los für sich entschieden (aus irischer Sicht übrigens fast so bitter wie Thierry Henrys berühmtes Handtor in der WM-Quali 2009). FAZ

Exklusiv: Hamburger Privatbank Warburg trennt sich von ihrem kompletten Luxemburg-Geschäft

Großer Kehraus in Hamburg: Die Privatbank M.M. Warburg trennt sich laut Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und „Fondsprofessionell“ von ihrem kompletten Luxemburg-Geschäft – und damit von einem ihrer lediglich zwei ausländischen Standorte. Konkret geht es bei dem Verkauf um die Kapitalverwaltungsgesellschaft Warburg Invest Luxembourg sowie um die auf Depot-Administration spezialisierte Bank M.M. Warburg & Co. Luxembourg. Ein Warburg-Sprecher bestätigte gestern Abend gegenüber „Finanz-Szene.de“ und „Fondsprofessionell“ die Verkaufspläne – und auch, dass das Vorhaben schon weit fortgeschritten ist. Hier lesen Sie alle Details: Finanz-Szene.de, Fondsprofessionell

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Es gibt ein Leben nach dem Fintech-C-Level-Dasein: Nachdem Sebastian Diemer (Ex-Kreditech-Chef) ohnehin stets auf die Füße fällt, Christoph Samwer (Ex-Lendico-Chef) bei Baloise angeheuert hat, Nelson Holzner (Ex-Billpay-Chef) es zumindest für sechs Monate bei Diebold-Nixdorf aushielt, Christine Kiefer (Ex-Pair-Finance-Geschäftsführerin) jetzt eine „Fintech-Lady“ ist, die Commerzbank Herrn Dr. Dominik Steinkühler (noch ein Ex-Lendico-Chef) Unterschlupf gewährte und sich für Georg Schardt (Ex-Sofort-Chef) dieser Tage bei Heidelpay eine Anschlussverwendung auftat … hat sich nun auch ein warmes Plätzchen für Ex-Savedo-COO Björn Jüngerkes gefunden. Er firmiert seit gestern offiziell als „Head of Digital Business“ bei der Dr. Peters GmbH & Co. KG, einer Dortmunder Spezialfirma für Sachwert-Investments. Hört sich jetzt nicht soooo spannend an – andererseits: Wer weiß, was uns erwartet, wenn „Finanz-Szene.de“ eines traurigen Tages die Biege macht? Pressemitteilung

Apropos, wie lange … sucht Kreditech jetzt eigentlich schon einen neuen „Head of Communications (m/f)“? Stellenanzeige

Deutsche-Bank-Ankeraktionär in Liquiditätsnot? Um den China-Investor HNA steht es offenbar noch schlimmer als befürchtet. Wie „Reuters“ gestern Abend meldet, tut sich der Hauptaktionär des größten deutschen Geldhauses schwer, einen umgerechnet 380 Mio. Euro schweren Kredit (für ein Grundstück in Hongkong) fristgerecht zurückzuzahlen. HB/Reuters

Blankfeins Zückerchen für Frankfurt: Goldman Sachs möchte nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU gleich zwei neue Hauptsitze in Europa einrichten – nämlich einen in FFM und einen in Paris. Reuters

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Robert Haselsteiner, Co-CEO HW Capital und Gründer von Interhyp

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Newsletter 21/11/17: Warburgs fetter Deal, Eba-Frust, Amazon bremst deutsche Banken aus

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Bankenbehörde Eba kommt nicht nach Frankfurt – sondern geht nach Paris

Am Sonntag keimte nochmal Hoffnung auf – denn da hieß es plötzlich in Medienberichten, Frankfurt sei nun doch der Favorit bei der  Wahl für den künftigen Standort der EU-Bankenbehörde Eba. In Wirklichkeit war dann alles ganz anders: Bei der geheimen Abstimmung im EU-Ministerrat schied Frankfurt gestern Abend bereits im zweiten Wahldurchgang aus. Stattdessen kam es zum Showdown zwischen Paris und Dublin, den die Franzosen – nachdem es in der dritten Runde zu einem Gleichstand gekommen war – schließlich per Los für sich entschieden (aus irischer Sicht übrigens fast so bitter wie Thierry Henrys berühmtes Handtor in der WM-Quali 2009). Eine der Fragen, die sich nun stellen: Was ist mit den 10.000 neuen Bankenjobs, die Frankfurt im Zuge des Brexits bekommen sollte? Denn: Dass die Eba nach FFM kommt, war eine der drei Prämissen, auf denen die diesbezügliche Prognose der Finanzplatz-Lobby Main Finance explizit beruhte. FAZ

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Exklusiv: Warburg trennt sich von Luxemburg-Geschäft

Von Heinz-Roger Dohms

Großer Kehraus in Hamburg: Die Privatbank M.M. Warburg trennt sich nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“und „Fondsprofessionell“ von ihren kompletten Luxemburg-Geschäft – und damit von einem ihrer lediglich zwei ausländischen Standorte. Konkret geht es bei dem Verkauf um die Kapitalverwaltungsgesellschaft Warburg Invest Luxembourg sowie um die auf Depotadministration spezialisierte Bank M.M. Warburg & Co. Luxembourg. Der Deal erinnert an eine ähnlich geartete Transaktion aus dem vergangenen Jahr – da hatten Warburgs Hamburger Erzrivale Berenberg und das Düsseldorfer Bankhaus Lampe ihre Fondsgesellschaft Universal für eine dreistellige Millionensumme an den Finanzinvestor Montagu veräußert.

Ein Warburg-Sprecher bestätigte gestern Abend gegenüber „Finanz-Szene.de“ und „Fondsprofessionell“ die Verkaufspläne – und auch, dass das Vorhaben schon weit fortgeschritten ist. Man prüfe momentan einen Verkauf der beiden Luxemburger Töchter „an eine amerikanische Investorengruppe, die die guten Perspektiven für das weitere Wachstum der Gesellschaften erkannt hat. Mit der Veräußerung würde die Warburg Bank sich auf den Ausbau des deutschen Asset Managements konzentrieren und regulatorische Komplexität abbauen.“

Die Luxemburg-Pläne rücken M.M. Warburg – eine der klandestinsten deutschen Banken – zum zweiten Mal binnen weniger Wochen in den Blickpunkt. Denn Anfang September zeigten Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und der „Zeit“, dass M.M. Warburg im vergangenen Jahr im großen Stil an die Reserven gegangen war. Dabei ging es erstens um einen gut 44 Mio. Euro hohen Sonderertrag „im Zusammenhang mit der Veräußerung von Immobilien“. Zudem löste Warburg Reserven nach § 340f in Höhe von gut 20 Mio. Euro auf.

Der Finanzanalyst Stefan Best kam damals zu dem Schluss, dass M.M. Warburg im vergangenen Jahr einen operativen Verlust vor Steuern in Höhe von rund 35 Mio. Euro erlitten habe; auch 2015 seien die Zahlen schon deutlich rot gewesen. Warburg-Chef Joachim Olearius wies dies zurück. „Verluste machen wir definitiv keine. Unsere operativen Erträge sind konstant und erfreulich“, sagte er. Schon im Mai hatte Warburg eine Kapitalerhöhung in Höhe von 53 Mio. Euro bekanntgegeben. Das Geld kam in Form einer Bareinlage vonseiten der Gesellschafter – also in erster Linie von den Familien Warburg und Olearius, die zusammen rund 80 Prozent an der Bank halten sollen.

Mit einer möglichen weiteren Kapitalstärkung habe der Luxemburg-Deal allerdings nichts zu tun, heißt es nun bei Warburg. Stattdessen soll der Erlös dazu dienen, das Kerngeschäft hierzulande zu stärken. Wörtlich sagte der Sprecher: „In Deutschland verzeichnet das Asset Management von Warburg ein überdurchschnittliches organisches Wachstum. Daneben kommen aber auch strategische Akquisitionen in Betracht. In Luxemburg erfolgte in den vergangenen Jahren das starke Wachstum vor allem im Bereich Alternative Investments mit dem Schwerpunkt Administration. Diese Ausrichtung steht zukünftig nicht mehr im Fokus der Warburg-Strategie, kann aber mit dem Käufer als strategischem und langfristigem Partner sehr erfolgreich fortgesetzt werden.“

Amazon bremst Alexa-Pläne der deutschen Banken aus

Von Heinz-Roger Dohms

Voice-Banking als besonders hippe Form des Mobile-Banking – das ist die große Zukunftsvision der deutschen Bankenbranche. Nun haben diese Ambitionen allerdings einen herben Rückschlag erlitten. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Amazon in den vergangenen Tagen gegenüber mehreren Instituten durchblicken lassen, vorerst keinen entsprechenden „Banking Skill“ auf seiner Sprachassistenz-Plattform Alexa zuzulassen. Dies sei mündlich („schriftlich gibt es bislang nichts“) mit rechtlichen Problemen aufgrund der Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 begründet worden, sagte am Wochenende eine mit den Vorgängen vertraute Person gegenüber „Finanz-Szene.de“. Aus Bankenkreisen wurden die Informationen heute Vormittag bestätigt. Offiziell äußern wollte sich niemand, auch Amazon nicht. Das „Handelsblatt“ hatte in seiner heutigen Ausgabe als erstes über Probleme der Banken mit Amazon berichtet.

Sollte Amazon diese Position beibehalten, wäre das für die betroffenen Institute „eine große Enttäuschung“, wie ein Bankenvertreter es heute ausdrückte. Denn: Voice-Banking ist einer der wenigen neuen Technologien, bei denen die deutschen Finanzwirtschaft tatsächlich weit vorne dabei ist. Dahinter steckt der strategische Gedanke, dass es in wenigen Jahren genauso üblich sein könnte, seine Bankgeschäfte per Stimme zu erledigen, wie es jetzt schon viele Menschen über die Tasten ihres Smartphones tun. Indes: Dafür müssten die Institute mit ihren „Skills“ auf der Alexa-Plattform zugelassen werden, genauso wie es für Bankservices auf dem Smartphone eine App braucht, die sich die Kunden via Apple oder aus dem Google-Store runterladen.

Große Alexa-Ambitionen hegen zum Beispiel die Sparkassen. So hatte Bernd Wittkamp, der Chef des „Sparkassen Innovation Hubs“, Mitte September in einem Interview mit „Finanz-Szene.de“ gesagt: „Technisch sind wir auf einem sehr guten Weg“. Ziel sei es, Alexa den einzelnen Sparkassen noch in diesem Jahr anzubieten. Neben den öffentlich-rechtlichen Instituten hatten zuletzt aber auch die Volks- und Raiffeisenbanken ihre Alexa-Pläne vorangetrieben, bei einigen großen Privatbanken soll es ähnlich sein. Die Comdirect bietet sogar schon einen „Skill“ für Alexa an, über den Kunden zum Beispiel die Kurse von Aktien, Derivaten, Fonds oder Währungen im Wortsinne „abrufen“ können. Diese Funktionen gelten als datenschutzrechtlich unkompliziert, weil es nur um die Weitergabe öffentlicher Informationen geht.

Die eigentlichen Voice-Banking-Strategien gehen weit darüber hinaus. So schwebt den Instituten eigentlich vor, alle gängigen Bankdienstleistungen, die der Kunde bereits online oder mobil erledigt, in Zukunft auch über Alexa anzubieten – vom Abruf des Kontostands bis hin zu Überweisungen. Darüber hinaus soll es auch Pläne geben, sogenannte Multibanking-Tools irgendwann Alexa-fähig zu machen. Multibanking bedeutet, dass  der Kunde alle seine Finanzgeschäfte möglichst über die Anwendung eines einzigen Anbieters erledigt. Ein Kenner der Materie sagt: „Das ist einer der Gründe, warum so viele Institute beim Voice-Banking so früh dran sein wollten. Es geht darum, sich auf der Alexa-Plattform rechtzeitig als das Multibanking-Skill zu etablieren.“

Amazon bremst diese Ideen nun erst einmal aus. Zwar heißt es aus den Banken, man könne auch mit anderen Anbietern zusammenarbeiten – bislang fokussierten sich die Pläne allerdings eindeutig auf Alexa. Unklar bleibt, was die Motive des US-Konzerns sind. Bis zuletzt ging man in den Banken fest davon aus, dass die Alexa-Plattform nichts anderes als ein technischer Dienstleister ist und somit nicht selber der Finanzregulierung unterliegt. Glaubt man den jüngsten Einlassungen der Amerikaner, dann sehen die das aber offenkundig anders. Der Insider sagt gegenüber „Finanz-Szene.de“: „Es heißt, man fürchte, durch die ‚Banking Skills‘ plötzlich selber als sogenannter ‚Account Aggregation Service Provider‘ unter die PSD2-Richtlinie zu fallen.“

Freilich ist auch schon eine Art Verschwörungstheorie in Umlauf: Demnach schiebt Amazon die Bedenken nur vor, weil man sich zu einem späteren Zeitpunkt lieber selber im Bankgeschäft ausbreiten will. Von Playern, die mit den Amerikanern in den letzten Wochen in direktem Kontakt standen, wird das aber zurückgewiesen: „Uns überraschen die rechtlichen Bedenken zwar – allerdings müsste Amazon grundsätzlich daran gelegen sein, die Alexa-Plattform mit möglichst umfangreichen Banking-Skills zu stärken, anstatt genau das zu verhindern.“

Newsletter 17/11/17: Thiel erhöht bei N26, The Bit Short, Fünf deutsche Fintechs unter den globalen Top 100

Exklusiv: Peter Thiel stockt bei N26 auf

Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 stärkt still und heimlich seine Kapitalbasis. Nachdem kürzlich bereits die auf Guernsey beheimatete HS Investments ihre Anteile an der Berliner Mobile-Bank aufgestockt hatte, hat nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ nun auch Starinverstor Peter Thiel sein Engagement ausgeweitet. Wie im Handelsregister nachzulesen ist, hält der Deutsch-Amerikaner über seine Investmentfirmen Valar Global Fund und Valar Global Principals nun weitere rund zwei Prozent an N26. Die Anteile dürften einen Gegenwert im grob geschätzt mittleren einstelligen Millionenbereich haben. Unklar bleibt, ob die Kapitalerhöhung noch mit der letztjährigen Finanzierungsrunde in Zusammenhang steht (und es sich womöglich auch nur um eine Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital handelt) – oder ob sie etwas zu tun hat mit dem laut „Gründerszene“ angeblich geplanten neuen Mega-Funding. N26 wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Dossier (alle Texte zu N26 bei „Finanz-Szene.de“ auf einen Klick)

Das ist der neue Chef der Hypo-Vereinsbank

Offenbar war Mailand vorbereitet. Und zwar so gut, dass die Unicredit gestern Abend – kaum dass HVB-Chef Theodor Weimer zum künftigen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse gekürt worden war – gleich den Nachfolger an der Spitze ihrer deutschen Tochter präsentierte: Michael Diederich, 52 Jahre, bislang verantwortlich für das Investment- und Corporate Banking der Unicredit in Deutschland.  Tatsächlich ist Diederich, genau wie sein Vorgänger Weimer, von Haus aus Investmentbanker. Mitte der 90er begann seine Karriere bei der späteren HVB als Trainee im Kapitalmarkt-Geschäft. Nach einem kurzen Abstecher zu einer Private-Equity-Firma Anfang der Nullerjahre kehrte der gebürtige Koblenzer 2003 zur  HVB zurück und arbeitete zunächst wieder im Investmentbanking, bevor er von 2009 bis 2015 als Bereichsvorstand das Firmenkundengeschäft im süddeutschen Raum leitete. Dann verließ Diederich die HVB ein zweites Mal, diesmal um Chef des Kreditversicherers Euler Hermes zu werden. Nach wenigen Monate allerdings kehrte er zur HVB (bzw. zur Unicredit) zurück.

Die News bei Reuters, Diederich bei LinkedIn, Diederichs Vita auf der HVB-Homepage

News

Fünf deutsche Fintechs unter den globalen Top 100: Jedenfalls laut der Liste, die KPMG regelmäßig auf Basis objektiver Kriterien, angereichert mit Gutdünken, veröffentlicht. Am besten schnitt aus deutscher Sicht mit Platz 7 Kreditech ab (übrigens als bestplatziertes Fintech, das weder aus den USA noch aus China  stammt). Die übrigen Namen erfahren Sie  hier (einfach auf Seite 9 und 10 scrollen): Top-100 als PDF

Ist das jetzt ernst gemeint? Der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon (lesen Sie hier unser Archivstück „Wie viel Geld verwaltet Ginmon wirklich?) expandiert nach China, berichten die Kollegen von Fondsprofessionell

Lufthansas kleine Lieblinge: Irgendwer bei Deutschlands größter Airline muss wahnsinnig auf Fintechs abfahren. Denn als x-tes deutsches Finanz-Startup wird nun auch der Hamburger Immo-Crowd-Spezialist Exporo ins „Miles & More“-Programm der Fluglinie aufgenommen. Pressemitteilung

Antwort 3: Manche Meldungen klingen so schräg, dass man sie am besten betont sachlich behandelt. Also: Kai Diekmann, Ex-Chef der „Bild“, und Lenny Fischer, Ex-Chef von Dresdner Kleinwort Benson Wasserstein Perella Goldman Stanley, wollen zusammen einen digitalen Vermögensverwalter gründen, der als „Zukunftsfonds“ die Sparprobleme des deutschen Michel lösen und alsbald auf ein Volumen von 20 Mrd. Euro kommen soll (zum Vergleich: der momentan größte deutsche Mischfonds ist der von Union und bringt laut HB zurzeit knapp 15 Mrd. Euro auf die Waage). „Genial, größenwahnsinnig oder Midlife-Crisis?“, fragt bei Twitter der geschätzte Vizechef des „Manager Magazins“, das die Geschichte gestern in Umlauf brachte. Wir entscheiden uns für Antwort 3.  Manager Magazin

Das muss man auch erst mal schaffen: Trotz bester konjunktureller Lage hat die BayernLB in Q3 im Firmenkundengeschäft einen Verlust von 31 Mio. Euro erlitten. Finanzvorstand Markus Wiegelmann (oder Abwiegelmann?) begründete dies laut „Börsenzeitung“ mit „kleineren Risikovorsorgen“ bei „einzelnen Kunden mit spezifischen Problemen“. Na denn. Am Ziel fürs Gesamtjahr (halbe Milliarde vor Steuern) hält das Münchener Power-Institut jedenfalls fest. Börsenzeitung (Paywall), Reuters

Lesenswert

Stütze bei Rossmann: Wie die Behörden das Bargeld aus ihren Rämlichkeiten verbannen. Welt

Was Banken von … lernen können: Nein, zur Abwechslung soll man nicht Apple als Blaupause für die Finanzwirtschaft dienen. Sondern, und die These ist nicht uninteressant: Nike. Finextra

The Bit Short: Die Schweizer Vontobel Bank will heute zwei Derivate lancieren, mit denen Anleger gegen den Bitcoin wetten können. Handelsblatt

Mit Bitcoin bei Tante Emma? Ein britisches Krypto-Startup will eine Visa-launchen, mit der man angeblich an der Supermarktkasse mit Bitcoin zahlen kann. Telegraph

Und wem das immer noch nicht genug Stoff ist: … den verweisen wir auch zum Abschluss dieser Woche wieder auf die „Was wir lesen“-Liste des DZ Bank Innovationsblogs.

Höllenhund-Exegese I: Der Einstieg von Cerberus ist aus mindestens drei Gründen ein Segen für die Deutsche Bank, findet MM-Redakteur Tim Bartz. Manager Magazin

Höllenhund-Exegese II: Mit einer ungeliebten, kaum profitablen deutschen Bank (sprich: mit der Commerzbank) hat Cerberus ja schon einen Wahnsinns-Schnitt gemacht. Warum also nicht auch noch mit einer zweiten? Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern die Meldung über die ETF-Pläne der ING Diba. Fondsprofessionell

Back-End

„Finanz-Szene.de“ ist seit dieser Woche süße drei Monate alt. Wenn wir uns zum Viertelgeburtstag was wünschen dürfen, dann dies:

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2.) Kopieren Sie Ihren größtmöglichen Adressverteiler in die „Cc.“- oder in die „Bcc.“-Zeile

3.) Schreiben Sie nun in die Betreffzeile „Unbedingt abonnieren!“

4.) Und jetzt bitte auf „Senden“ drücken.

Wir sind am Dienstag wieder für Sie da, vielleicht sogar mit einer hübschen, kleinen Exklusiv-Geschichte über eine große deutsche Bank. Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 17/11/17: Der neue HVB-Chef, Cerberus-Exegese, Die Problemkunden der BayernLB

Das ist der neue Chef der Hypo-Vereinsbank

Offenbar war Mailand vorbereitet. Und zwar so gut, dass die Unicredit gestern Abend – kaum dass HVB-Chef Theodor Weimer zum künftigen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse gekürt worden war – gleich den Nachfolger an der Spitze ihrer deutschen Tochter präsentierte: Michael Diederich, 52 Jahre, bislang verantwortlich für das Investment- und Corporate Banking der Unicredit in Deutschland.  Tatsächlich ist Diederich, genau wie sein Vorgänger Weimer, von Haus aus Investmentbanker. Mitte der 90er begann seine Karriere bei der späteren HVB als Trainee im Kapitalmarkt-Geschäft. Nach einem kurzen Abstecher zu einer Private-Equity-Firma Anfang der Nullerjahre kehrte der gebürtige Koblenzer 2003 zur  HVB zurück und arbeitete zunächst wieder im Investmentbanking, bevor er von 2009 bis 2015 als Bereichsvorstand das Firmenkundengeschäft im süddeutschen Raum leitete. Dann verließ Diederich die HVB ein zweites Mal, diesmal um Chef des Kreditversicherers Euler Hermes zu werden. Nach wenigen Monate allerdings kehrte er zur HVB (bzw. zur Unicredit) zurück. Übrigens: Auch nachdem Diederich Anfang 2018 seinen Posten als HVB-Chef antritt, soll er seinen jetzigen Job als Leiter des Investment- und Corporate Bankings fürs erste weiterhin ausüben.

Die News bei Reuters, Diederich bei LinkedIn, Diederichs Vita auf der HVB-Homepage

News

Exklusiv – Starinvestor Peter Thiel stockt bei N26 auf: Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 stärkt still und heimlich seine Kapitalbasis. Nachdem kürzlich bereits die auf Guernsey beheimatete HS Investments ihre Anteile an der Berliner Mobile-Bank aufgestockt hatte, hat nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ nun auch Starinverstor Peter Thiel sein Engagement ausgeweitet. Wie im Handelsregister nachzulesen ist, hält der Deutsch-Amerikaner über seine Investmentfirmen Valar Global Fund und Valar Global Principals nun weitere rund zwei Prozent an N26. Finanz-Szene.de

Antwort 3: Manche Meldungen klingen so schräg, dass man sie am besten betont sachlich behandelt. Also: Kai Diekmann, Ex-Chef der „Bild“, und Lenny Fischer, Ex-Chef von Dresdner Kleinwort Benson Wasserstein Perella Goldman Stanley, wollen zusammen einen digitalen Vermögensverwalter gründen, der als „Zukunftsfonds“ die Sparprobleme des deutschen Michel lösen und alsbald auf ein Volumen von 20 Mrd. Euro kommen soll (zum Vergleich: der momentan größte deutsche Mischfonds ist der von Union und bringt laut HB zurzeit knapp 15 Mrd. Euro auf die Waage). „Genial, größenwahnsinnig oder Midlife-Crisis?“, fragt bei Twitter der geschätzte Vizechef des „Manager Magazins“, das die Geschichte gestern in Umlauf brachte. Wir entscheiden uns für Antwort 3.  Manager Magazin

Das muss man auch erst mal schaffen: Trotz bester konjunktureller Lage hat die BayernLB in Q3 im Firmenkundengeschäft einen Verlust von 31 Mio. Euro erlitten. Finanzvorstand Markus Wiegelmann (oder Abwiegelmann?) begründete dies laut „Börsenzeitung“ mit „kleineren Risikovorsorgen“ bei „einzelnen Kunden mit spezifischen Problemen“. Na denn. Am Ziel fürs Gesamtjahr (halbe Milliarde vor Steuern) hält das Münchener Power-Institut jedenfalls fest. Börsenzeitung (Paywall), Reuters

Cerberus will in Deutschland weiter zukaufen: … wenn auch nicht direkt, sondern über die Ösi-Beteiligung Bawag (die ja neulich schon die Südwestbank gekauft hat und deren Direktbank-Tochter Easybank in Deutschland demnächst unter dem Namen Qlick an den Start geht). Interessant in Deutschland sei alles mit einer Bilanzsumme zwischen 500 Mio. und 10 Mrd. Euro, sagte Bawag-Chef Anas Abuzaakouk gestern zu „Reuters“. Reuters, Börsenzeitung (Paywall)

Fünf deutsche Fintechs unter den globalen Top 100: Jedenfalls laut der Liste, die KPMG regelmäßig auf Basis objektiver Kriterien, angereichert mit Gutdünken, veröffentlicht. Am besten schnitt aus deutscher Sicht mit Platz 7 Kreditech ab (übrigens als bestplatziertes Fintech, das weder aus den USA noch aus China  stammt). Die übrigen Namen erfahren Sie  hier (einfach auf Seite 9 und 10 scrollen): Top-100 als PDF

Ist das jetzt ernst gemeint? Der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon (lesen Sie hier unser Archivstück „Wie viel Geld verwaltet Ginmon wirklich?) expandiert nach China, berichten die Kollegen von Fondsprofessionell

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Höllenhund-Exegese I: Der Einstieg von Cerberus ist aus mindestens drei Gründen ein Segen für die Deutsche Bank, findet MM-Redakteur Tim Bartz. Manager Magazin

Höllenhund-Exegese II: Mit einer ungeliebten, kaum profitablen deutschen Bank (sprich: mit der Commerzbank) hat Cerberus ja schon einen Wahnsinns-Schnitt gemacht. Warum also nicht auch noch mit einer zweiten? Bloomberg

Stütze bei Rossmann: Wie die Behörden das Bargeld aus ihren Rämlichkeiten verbannen. Welt

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Klickfavorit

… war gestern die Meldung über die ETF-Pläne der ING Diba. Fondsprofessionell

Back-End

„Finanz-Szene.de“ ist seit dieser Woche süße drei Monate alt. Wenn wir uns zum Viertelgeburtstag was wünschen dürfen, dann dies:

1.) Klicken Sie jetzt auf „Mail weiterleiten“

2.) Kopieren Sie Ihren größtmöglichen Adressverteiler in die „Cc.“- oder in die „Bcc.“-Zeile

3.) Schreiben Sie nun in die Betreffzeile „Unbedingt abonnieren!“

4.) Und jetzt bitte auf „Senden“ drücken.

Wir sind am Dienstag wieder für Sie da, vielleicht sogar mit einer hübschen, kleinen Exklusiv-Geschichte über eine große deutsche Bank. Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Exklusiv: Starinvestor Peter Thiel stockt bei N26 auf

Von Heinz-Roger Dohms

Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 stärkt still und heimlich seine Kapitalbasis. Nachdem kürzlich bereits die auf Guernsey beheimatete HS Investments ihre Anteile an der Berliner Mobile-Bank aufgestockt hatte, hat nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ nun auch Starinverstor Peter Thiel sein Engagement ausgeweitet.

Wie im Handelsregister nachzulesen ist, hält der Deutsch-Amerikaner über seine Investmentfirmen Valar Global Fund und Valar Global Principals nun weitere rund zwei Prozent an N26. Die Anteile dürften einen Gegenwert im grob geschätzt mittleren einstelligen Millionenbereich haben.

Unklar bleibt, ob die Kapitalerhöhung noch mit der letztjährigen Finanzierungsrunde in Zusammenhang steht (und es sich womöglich auch nur um eine Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital handelt) – oder ob sie etwas zu tun hat mit dem laut „Gründerszene“ angeblich geplanten neuen Mega-Funding. N26 wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Newsletter 16/11/17: Cash-Back ohne Einkauf, Noch’n Fintech, Warum der Bitcoin Quatsch ist

Was geschieht da mit der Deutschen Bank?

Wer böse sein will, könnte jetzt sagen: Jedes Unternehmen bekommt das Aktionariat, das es verdient. Halten wir also fest: Bei der Deutschen Bank sind jetzt die seltsamen HNA-Chinesen  mit knapp 10 % im Boot, die Katarer (ach ja, die Katarer …) mit ebenfalls knapp 10 % und Blackrock mit rund 6 %. Zudem, wie man seit vorgestern weiß: Morgan Stanley in wessen Auftrag und warum auch immer mit 7 %. Und, wie man seit gestern weiß: Cerberus mit 3 %. Eine hübsche Gemengelage ist das, die zu allerlei Spekulationen anregt, wobei der erstbeste Gedanke (will Cerberus jetzt die DBank und die Coba zusammenfügen?) nicht unbedingt der schlüssigste ist. Was man auf jeden Fall festhalten kann: Der Höllenhund sieht irgendwas in deutschen Banken, das andere nicht sehen. Denn: Warum sonst wäre er bei DBank und Coba eingestiegen, warum sonst hätte  er die Südwestbank gekauft, warum sonst war er an der Postbank und ist er an der HSH Nordbank interessiert? Was man aber auch festhalten muss: Trotz der spektakulären Meldungen der vergangenen beiden Tage notierte die Deutsche-Bank-Aktie gestern  Abend nur unwesentlich höher, als sie das am Montagabend getan hatte. Es ist also nicht so, als würden jetzt plötzlich alle auf die Cerberus-Wette aufspringen.

  • Rechnet man die Beteiligungen an der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Bawag zusammen, dann hat Cerberus jetzt 3,8 Mrd. Dollar seiner insgesamt rund 30 Mrd. Dollar AuMs in Banken aus der DACH-Region stecken. Ufff, was für eine Wette, findet Breakingviews
  • Warum alle Indizien dafür sprechen, dass die 3 % von Cerberus den 7 % von Morgan Stanley zuzurechnen sind (Börsenzeitung/Paywall)
  • Warum das glatte Gegenteil richtig ist und die Transaktionen von Morgan Stanley und Cerberus „aller Wahrscheinlichkeit nach“ nichts miteinander zu tun haben (Handelsblatt/Paywall)

News

Fällt beim Cash-Back bald die Mindesteinkaufssumme? Letzte Woche hatte wir berichtet, dass Kunden bei Rossmann (oder war’s DM? Ja, es war DM) jetzt schon bei einem Einkauf von 10 Euro Geld abheben dürfen. Die Sparda-Banken München und Augsburg setzen  jetzt noch eins drauf – und bieten ihren Kunden in einem Pilotprojekt (Partner: u.a. Rewe und bald auch, jawoll, Rossmann) „Geldabhaben im Supermarkt auch ohne Einkauf“ an. Und bevor uns unsere Fintech-Leser  vorwerfen, wir würden die B2B-Fintechs, die solche Dinge als gefügige Dienstleister erst möglich machen, immer verschweigen … Tun wir doch gar nicht. Es ist Barzahlen. IT-Finanzmagazin

Die mit ihrer Passivseite augenscheinlich etwas unglückliche ING Diba … lässt nichts unversucht, ihre Kunden endlich dazu zu bewegen, überschüssiges Geld nicht länger auf dem Extra-Konto liegen zu lassen (und das Geld auch nicht für Sondertilgungen bei der Baufinanzierung zu verwenden) – sondern: es doch bitteschön anzulegen. Oder etwas nachrichtlicher ausgedrückt: Nach der Kooperation mit dem Robo-Advisor Scalable beginnt die Oranje-Bank nun auch noch, eigene ETF-Portfolios aufzusetzen. Fondsprofessionell

Noch’n Fintech: Das Schweizer Finanz-Startup Creditgate24 hat in Berlin ein Team installiert, das (so schreibt Finews) „Kreditanfragen von Privaten, Selbststandigerwerbenden und KMU prüft und mit potentiellen Geldgebern zusammenbringt“. Mmmhhh, ist das wirklich noch ne Marktlücke? Finews

Wird Theodor Weimer doch noch Dax-Chef? Der HVB-Chef war vieles in seinem Leben (Meckie, Goldmann, Großbank-CEO) – aber nie Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns, obwohl er das dem Vernehmen nach immer werden wollte. Das Schöne: Es ist noch nicht zu spät. Denn der gerade mal 57-Jährige gilt nun als Top-Favorit auf die Kengeter-Nachfolge als Chef der Deutschen Börse. Und das Allerschönste: Bei dem Job würde ihm Mailand zur Abwechslung mal nicht reinreden. Manager Magazin, SZ (Weimer-Porträt)

Wie man als deutsche Landesbank mit einem 08/15-Geschäftsmodell in neuen Monaten dann doch erstaunliche 447 Mio. Euro Gewinn machen kann:  Zur Begründung sagt die LBBW laut „Reuters“, sie habe „insbesondere von der ‚lebhaften Nachfrage‘ nach Instrumenten zur Absicherung von Zinsrisiken und nach Anlageprodukten sowie von der Begleitung von Wertpapieremissionen profitiert …“ Nun denn, wenn das so ist, dann ist es so. Reuters/HB

Wirecard wie immer mit exzellenten Zahlen: Der Gewinn des Münchner Zahlungsdienstleisters mit der schwer zu durchschauenden Bilanz entwickelt sich weiterhin wie mit dem Lineal gezogen. In Q3 stand unterm Strich ein Plus von fast 30 Prozent. Manager Magazin

Beyond. de

Der Bitcoin und die Panzer: Die Krypto-Währung notierte nach ihrem zwischenzeitlichen Absturz gestern schon wieder bei mehr als 7000 Dollar – wobei: An einer Börse in Simbabwe wurde sie sogar zu mehr als 13.000 Dollar gehandelt. Der Bitcoin als „failed state“-Währung? Das wäre dann die nächste Geschichte, auf die alle abfahren. Bloomberg

Lesetipps

Warum der Bitcoin Quatsch ist: … erklärt der meinungsfreudige Payment-Experte Jochen Siegert leider nicht exklusiv bei „Finanz-Szene.de“, sondern in seinem eigenen Blog (dabei hätten wir die Klicks ganz gut gebrauchen können, aber sei’s drum). Äh, und warum ist der Bitcoin jetzt Quatsch? Weil die Blockgröße des Bitcoin schlicht dessen Skalierung limitiere. Ein Einsatz als Massenzahlverfahren sei damit „bis auf weiteres unmöglich“. Paymentandbanking

Banking im Kontext: … das sei das Gebot der Stunde, schreibt der Blogger und Haspa-Digital-Vordenker Tobias Baumgarten. Was genau er damit meint, lesen Sie hier: About Fintech

Warum Twint (das ist stakeholder-strukturell gesehen sozusagen das „Paydirekt der Schweiz“) vor dem Scheitern steht: … erklärt sehr anschaulich der frühere Saxo-Banker und heutige Finanzprofessor Patrick Schüffel. Der Bank-Blog

Knallhart und klandestin: Wie der US-Investor Cerberus zum Machtfaktor in der europäischen Bankenindustrie wurde (Manager Magazin, letztes Heft, Paywall)

Noch mehr zu Lukasz Opoka: Oh Gott, die Schweizer Kollegen von „Finews“ haben dem bedauernswerten Herrn Opoka (das ist der junge Commerzbanker, dessen Wechsel zur UBS wir gestern vermeldet hatten) jetzt eine Mischung aus Biographie und Hagiographie gewidmet. Wir fürchten, diese Zweite-Reihe-Personalie läuft jetzt gerade etwas aus dem Ruder. Also, liebe Schweizer, nur zur Einordnung: Über Wasser laufen kann er nicht. Finews

Karriere:

Noch mal was Richtiges machen: Aus Anlass der Personalie Alexander Doll (das ist der langjährige Barclays-Deutschland-Chef, der jetzt Logistikchef bei der Bahn wird) erklärt „efinancialcareers“, welche Karriere-Optionen (Investment-)Banker in der deutschen Industrie haben. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern die Reportage, wie deutsche Banken und Versicherer ihre Mitarbeiter auf das digitale Zeitalter vorbereiten. Welt

Newsletter 16/11/17: Alles auf Deutsche Bank, Die Diba-Passivseite, Cash-Back ohne Einkauf

Was geschieht da mit der Deutschen Bank?

Wer böse sein will, könnte jetzt sagen: Jedes Unternehmen bekommt das Aktionariat, das es verdient. Halten wir also fest: Bei der Deutschen Bank sind jetzt die seltsamen HNA-Chinesen  mit knapp 10 % im Boot, die Katarer (ach ja, die Katarer …) mit ebenfalls knapp 10 % und Blackrock mit rund 6 %. Zudem, wie man seit vorgestern weiß: Morgan Stanley in wessen Auftrag und warum auch immer mit 7 %. Und, wie man seit gestern weiß: Cerberus mit 3 %. Eine hübsche Gemengelage ist das, die zu allerlei Spekulationen anregt, wobei der erstbeste Gedanke (will Cerberus jetzt die DBank und die Coba zusammenfügen?) nicht unbedingt der schlüssigste ist. Was man auf jeden Fall festhalten kann: Der Höllenhund sieht irgendwas in deutschen Banken, das andere nicht sehen. Denn: Warum sonst wäre er bei DBank und Coba eingestiegen, warum sonst hätte  er die Südwestbank gekauft, warum sonst war er an der Postbank und ist er an der HSH Nordbank interessiert? Was man aber auch festhalten muss: Trotz der spektakulären Meldungen der vergangenen beiden Tage notierte die Deutsche-Bank-Aktie gestern  Abend nur unwesentlich höher, als sie das am Montagabend getan hatte. Es ist also nicht so, als würden jetzt plötzlich alle auf die Cerberus-Wette aufspringen.

  • Rechnet man die Beteiligungen an der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Bawag zusammen, dann hat Cerberus jetzt 3,8 Mrd. Dollar seiner insgesamt rund 30 Mrd. Dollar AuMs in Banken aus der DACH-Region stecken. Ufff, was für eine Wette, findet Breakingviews
  • Warum alle Indizien dafür sprechen, dass die 3 % von Cerberus den 7 % von Morgan Stanley zuzurechnen sind (Börsenzeitung/Paywall)
  • Warum das glatte Gegenteil richtig ist und die Transaktionen von Morgan Stanley und Cerberus „aller Wahrscheinlichkeit nach“ nichts miteinander zu tun haben (Handelsblatt/Paywall)

News

Wird Theodor Weimer doch noch Dax-Chef? Der HVB-Chef war vieles in seinem Leben (Meckie, Goldmann, Großbank-CEO) – aber nie Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns, obwohl er das dem Vernehmen nach immer werden wollte. Das Schöne: Es ist noch nicht zu spät. Denn der gerade mal 57-Jährige gilt nun als Top-Favorit auf die Kengeter-Nachfolge als Chef der Deutschen Börse. Und das Allerschönste: Bei dem Job würde ihm Mailand zur Abwechslung mal nicht reinreden. Manager Magazin, SZ (Weimer-Porträt)

Die mit ihrer Passivseite augenscheinlich etwas unglückliche ING Diba … lässt nichts unversucht, ihre Kunden endlich dazu zu bewegen, überschüssiges Geld nicht länger auf dem Extra-Konto liegen zu lassen (und das Geld auch nicht für Sondertilgungen bei der Baufinanzierung zu verwenden) – sondern: es doch bitteschön anzulegen. Oder etwas nachrichtlicher ausgedrückt: Nach der Kooperation mit dem Robo-Advisor Scalable beginnt die Oranje-Bank nun auch noch, eigene ETF-Portfolios aufzusetzen. Fondsprofessionell

Fällt beim Cash-Back bald die Mindesteinkaufssumme? Letzte Woche hatte wir berichtet, dass Kunden bei Rossmann (oder war’s DM? Ja, es war DM) jetzt schon bei einem Einkauf von 10 Euro Geld abheben dürfen. Die Sparda-Banken München und Augsburg setzen  jetzt noch eins drauf – und bieten ihren Kunden in einem Pilotprojekt (Partner: u.a. Rewe und bald auch, jawoll, Rossmann) „Geldabhaben im Supermarkt auch ohne Einkauf“ an. Und bevor uns unsere Fintech-Leser  vorwerfen, wir würden die B2B-Fintechs, die solche Dinge als gefügige Dienstleister erst möglich machen, immer verschweigen … Tun wir doch gar nicht. Es ist Barzahlen. IT-Finanzmagazin

Noch ein Corporate-Banking-Player am deutschen Markt: Die ABN Amro (die hierzulande ja sonst gern unter falschem Namen auftritt, siehe Bethmann, siehe MoneyYou) will ihr deutsches Firmenkundengeschäft deutlich ausbauen. Börsenzeitung (Paywall)

Wie man als deutsche Landesbank mit einem 08/15-Geschäftsmodell in neuen Monaten dann doch erstaunliche 447 Mio. Euro Gewinn machen kann:  Zur Begründung sagt die LBBW laut „Reuters“, sie habe „insbesondere von der ‚lebhaften Nachfrage‘ nach Instrumenten zur Absicherung von Zinsrisiken und nach Anlageprodukten sowie von der Begleitung von Wertpapieremissionen profitiert …“ Nun denn, wenn das so ist, dann ist es so. Reuters/HB

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Was für eine lange Überschrift: Gerd Häusler hat seinen Rückzug vom Aufsichtsratsvorsitz der BayernLB bekanntgegeben. Dass der Schritt aus freiestmöglichen Stücken erfolgt – daran lässt die Pressemitteilung schon in der Überschrift keinerlei Zweifel. Pressemitteilung

Beyond. de

Der Bitcoin und die Panzer: Die Krypto-Währung notierte nach ihrem zwischenzeitlichen Absturz gestern schon wieder bei mehr als 7000 Dollar – wobei: An einer Börse in Simbabwe wurde sie sogar zu mehr als 13.000 Dollar gehandelt. Der Bitcoin als „failed state“-Währung? Das wäre dann die nächste Geschichte, auf die alle abfahren. Bloomberg

Lesetipps

Noch mehr zu Lukasz Opoka: Oh Gott, die Schweizer Kollegen von „Finews“ haben dem bedauernswerten Herrn Opoka (das ist der junge Commerzbanker, dessen Wechsel zur UBS wir gestern vermeldet hatten) jetzt eine Mischung aus Biographie und Hagiographie gewidmet. Wir fürchten, diese Zweite-Reihe-Personalie läuft jetzt gerade etwas aus dem Ruder. Also, liebe Schweizer, nur zur Einordnung: Über Wasser laufen kann er nicht. Finews

Knallhart und klandestin: Wie der US-Investor Cerberus zum Machtfaktor in der europäischen Bankenindustrie wurde (Manager Magazin, letztes Heft, Paywall)

Warum der Bitcoin Quatsch ist: … erklärt der meinungsfreudige Payment-Experte Jochen Siegert leider nicht exklusiv bei „Finanz-Szene.de“, sondern in seinem eigenen Blog (dabei hätten wir die Klicks ganz gut gebrauchen können, aber sei’s drum). Äh, und warum ist der Bitcoin jetzt Quatsch? Weil die Blockgröße des Bitcoin schlicht dessen Skalierung limitiere. Ein Einsatz als Massenzahlverfahren sei damit „bis auf weiteres unmöglich“. Paymentandbanking

Banking im Kontext: … das sei das Gebot der Stunde, schreibt der Blogger und Haspa-Digital-Vordenker Tobias Baumgarten. Was genau er damit meint, lesen Sie hier: About Fintech

Warum Twint (das ist stakeholder-strukturell gesehen sozusagen das „Paydirekt der Schweiz“) vor dem Scheitern steht: … erklärt sehr anschaulich der frühere Saxo-Banker und heutige Finanzprofessor Patrick Schüffel. Der Bank-Blog

Karriere:

Noch mal was Richtiges machen: Aus Anlass der Personalie Alexander Doll (das ist der langjährige Barclays-Deutschland-Chef, der jetzt Logistikchef bei der Bahn wird) erklärt „efinancialcareers“, welche Karriere-Optionen (Investment-)Banker in der deutschen Industrie haben. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern die Reportage, wie deutsche Banken und Versicherer ihre Mitarbeiter auf das digitale Zeitalter vorbereiten. Welt

Exklusiv: Zinspilot sammelt in nur fünf Monaten > 1 Mrd. Euro ein

Von Heinz-Roger Dohms

in unserer gestrigen Fintech-Analyse war davon die Rede, dass die Hamburger Einlagenplattform Zinspilot per Juni bereits Spargelder in Höhe von zwei Mrd. Euro an vorwiegend ausländische Hochzinsbanken vermittelt habe. Jetzt ist November – und wie uns CEO Tim Sievers gestern zurief, steht Zinspilot nun schon bei 3,5 Mrd. Euro. Zieht man davon die <500 Mio des kürzlich übernommenen Konkurrenten Savedo ab, dann lässt sich eine interessante Rechnung aufmachen: Für die erste Milliarde brauchte Zinspilot 13 Monate, für die zweite Milliarde 7 Monate und für die dritte Milliarde noch 5 Monate.