Newsletter 20/12/17: Paypal kapert das deutsche Retail-Banking, Weltsparen-Coup, Lizenz für Krypto-Fintech?

Paypal steigt mithilfe von Weltsparen ins deutsche Retail-Banking ein

Wann steigt Paypal ins klassische Bankgeschäft ein – und wie? Seit Jahren wird über diese Frage diskutiert und spekuliert, nun gibt es die Antwort. Denn: Der US-Payment-Riese hat ganz offensichtlich vor, mithilfe des Berliner Fintechs Raisin („Weltsparen“) demnächst in Deutschland, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern Tages- und Festgelder anzubieten. Explizit bestätigen wollte Weltsparen-Gründer Tamaz Georgadze dies gestern im Gespräch mit„Finanz-Szene.de“ zwar noch nicht. Allerdings verriet er, dass Paypal kürzlich als Investor bei Raisin eingestiegen sein. Zudem sagte Georgadze kaum verklausuliert: “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit PayPal.“ Das Ziel seines Unternehmens sei es nun, „unsere Produkte für Hunderte Millionen Europäer zugänglicher zu machen.“ Lesen Sie hier die ganze Geschichte – und warum die Kooperation eine Zäsur für das europäische Retail-Banking bedeuten könnte:

Finanz-Szene.de

News

Die Bonitätsprobleme des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs werden immer offenkundiger: Zum dritten Mal in diesem Monat hat eine HNA-Tochterfirma kurzfristig eine geplante Emission von Schuldpapieren abgesagt, berichtet „Bloomberg“. Müssen die Chinesen, um wieder liquide zu werden, ihren zehnprozentigen DBank-Anteil verkaufen?, fragt die „Börsen-Zeitung“ – und gibt selber die Antwort: Das Szenario sei zwar nicht auszuschließen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Denn im Zweifel werde HNA erst einmal andere Assets abstoßen. Bloomberg, Börsen-Zeitung (Paywall), Manager Magazin

Kritik an europäischer Abwicklungsbehörde: Das „Single Resolution Board“ sei „nicht ausreichend auf die Wahrnehmung seiner Aufgaben vorbereitet“, heißt es in einem Sonderbericht des europäischen Rechnungshofs – wohlgemerkt nur einen Tag, nachdem der Vertrag von Chefabwicklerin Elke König um fünf Jahre verlängert wurde. Reuters, Handelsblatt (Paywall), Börsen-Zeitung (Paywall)

Dombret plädiert für „Lex Förderbanken“: Institute wie die NRW.Bank, die L-Bank oder die Landwirtschaftliche Rentenbank (Jepp, liebe Fintech-Nerds, es gibt eine „Landwirtschaftliche Rentenbank“ da draußen, hättet Ihr nicht gedacht, oder?) sollen von den Eigenkapitalvorgaben der CRD/CRR-Dingens ausgenommen werden, fordert der Bundesbank-Vize. Zur Einordnung: Die KfW hat diesen Sonderstatus eh schon. Börsen-Zeitung (Paywall)

Beyond .de

Wo soll das nur hinführen … wenn die Krypto-Fintechs jetzt sogar Banklizenzen beantragen? In der Schweiz ist genau das gestern passiert. Darüber hinaus gab Crypto Finance eine Finanzierung über immerhin 16 Mrd. Franken bekannt. Finews.ch

US-Behörde sieht Mängel im Goldman-Sachs-Testament: Auch drei weitere Banken sollen bei ihren Plänen zur Notfall-Abwicklung nachbessern. Handelsblatt

Lesetipps

Jenseits des Hypes: Wie der Bitcoin eines Tages doch zu einem weltweit anerkannten Zahlungsmittel werden könnte. Paymentandbanking

Von Jahr zu Jahr weniger Pünktchen: In der Schweiz hat in den vergangenen 15 Jahren jede fünfte Bankfiliale geschlossen. Die Kollegen der „Handelszeitung“ haben das Phänomen in einer animierten Grafik sehr eindrücklich aufbereitet. Handelszeitung

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Warum deutsche Trader nicht vom Brexit profitieren: … erklären die Karriereexperten von „efinancialcareers“

Klickfavorit

… war gestern unsere exklusive Analyse zu den Gewinnen von Sparkassen und Volksbanken über die vergangenen 50 Jahre. Finanz-Szene.de

Sie lesen „Finanz-Szene.de“ wieder am …

Liebe Leserinnen und Leser, machen wir uns nichts vor – das Jahr ist rum, wie es rummer kaum sein könnte. Ohne die „Paypal-Nummer“ wäre unser Newsletter ja schon heute gähnend leer gewesen, und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns kolossal täuschen: Spätestens morgen wird es nichts mehr zu berichten geben, außer der 26. Wiederholung der immergleichen Bitcoin-Analyse. (und, entre nous: Die 2-3 Geschichten, an denen wir selber in aller Bescheidenheit werkeln, sind erstens noch nicht ausrecherchiert und werden zweitens hoffentlich auch im neuen Jahr noch frisch sein). Drum, kurz und knapp: Danke an die rund 150 Leser, die uns vom Start weg (man schrieb den 15. August) die Treue halten. Danke an die rund 2500 Leser, die seitdem hinzugekommen sind. Und der allergrößte Dank an die Teilzeit-Lektorin, die wir im richtigen Leben „Mama“ nennen und die von der Finanzbranche längst so viel versteht, dass sie aus „10 Mio. Euro gefunded“ nicht mehr „10 Mio. Euro gefunden“ macht.

Schönes Fest, guten Rutsch! Wir werden versuchen, am 9. Januar wieder da zu sein, selbst wenn wir bis dahin noch immer nicht gefunden haben.

Heinz-Roger Dohms

Newsletter 20/12/17: Paypal kapert das deutsche Retail-Banking, HNA in Not, Filialsterben

Paypal steigt mit klassischen Sparprodukten ins deutsche Retail-Banking ein

Wann steigt Paypal ins klassische Bankgeschäft ein – und wie? Seit Jahren wird über diese Frage diskutiert und spekuliert, nun gibt es die Antwort. Denn: Der US-Payment-Riese hat ganz offensichtlich vor, mithilfe des Berliner Fintechs Raisin („Weltsparen.de“) demnächst in Deutschland, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern Tages- und Festgelder anzubieten. Explizit bestätigen wollte Raisin-Gründer Tamaz Georgadze dies gestern im Gespräch mit„Finanz-Szene.de“ zwar noch nicht. Allerdings verriet er, dass Paypal kürzlich als Investor bei Raisin eingestiegen sein. Zudem sagte Georgadze kaum verklausuliert: “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit PayPal.“ Das Ziel seines Unternehmens sei es nun, „unsere Produkte für Hunderte Millionen Europäer zugänglicher zu machen.“ Lesen Sie hier die ganze Geschichte – und warum die Kooperation eine Zäsur für das europäische Retail-Banking bedeuten könnte:

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News

Die Bonitätsprobleme des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs werden immer offenkundiger: Zum dritten Mal in diesem Monat hat eine HNA-Tochterfirma kurzfristig eine geplante Emission von Schuldpapieren abgesagt, berichtet „Bloomberg“. Müssen die Chinesen, um wieder liquide zu werden, ihren zehnprozentigen DBank-Anteil verkaufen?, fragt die „Börsen-Zeitung“ – und gibt selber die Antwort: Das Szenario sei zwar nicht auszuschließen, aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Denn im Zweifel werde HNA erst einmal andere Assets abstoßen. Bloomberg, Börsen-Zeitung (Paywall), Manager Magazin

Kritik an europäischer Abwicklungsbehörde: Das „Single Resolution Board“ sei „nicht ausreichend auf die Wahrnehmung seiner Aufgaben vorbereitet“, heißt es in einem Sonderbericht des europäischen Rechnungshofs – wohlgemerkt nur einen Tag, nachdem der Vertrag von Chefabwicklerin Elke König um fünf Jahre verlängert wurde. Reuters, Handelsblatt (Paywall), Börsen-Zeitung (Paywall)

Dombret plädiert für „Lex Förderbanken“: Institute wie die NRW.Bank, die L-Bank oder die Landwirtschaftliche Rentenbank (Jepp, liebe Fintech-Nerds, es gibt eine „Landwirtschaftliche Rentenbank“ da draußen, hättet Ihr nicht gedacht, oder?) sollen von den Eigenkapitalvorgaben der CRD/CRR-Dingens ausgenommen werden, fordert der Bundesbank-Vize. Zur Einordnung: Die KfW hat diesen Sonderstatus eh schon. Börsen-Zeitung (Paywall)

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Wo soll das nur hinführen … wenn die Krypto-Fintechs jetzt sogar Banklizenzen beantragen? In der Schweiz ist genau das gestern passiert. Darüber hinaus gab Crypto Finance eine Finanzierung über immerhin 16 Mrd. Franken bekannt. Finews.ch

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Klickfavorit

… war gestern unsere exklusive Analyse zu den Gewinnen von Sparkassen und Volksbanken über die vergangenen 50 Jahre. Finanz-Szene.de

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Liebe Leserinnen und Leser, machen wir uns nichts vor – das Jahr ist rum, wie es rummer kaum sein könnte. Ohne die „Paypal-Nummer“ wäre unser Newsletter ja schon heute gähnend leer gewesen, und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns kolossal täuschen: Spätestens morgen wird es nichts mehr zu berichten geben, außer der 26. Wiederholung der immergleichen Bitcoin-Analyse. (und, entre nous: Die 2-3 Geschichten, an denen wir selber in aller Bescheidenheit werkeln, sind erstens noch nicht ausrecherchiert und werden zweitens hoffentlich auch im neuen Jahr noch frisch sein). Drum, kurz und knapp: Danke an die rund 150 Leser, die uns vom Start weg (man schrieb den 15. August) die Treue halten. Danke an die rund 2500 Leser, die seitdem hinzugekommen sind. Und der allergrößte Dank an die Teilzeit-Lektorin, die wir im richtigen Leben „Mama“ nennen und die von der Finanzbranche längst so viel versteht, dass sie aus „10 Mio. Euro gefunded“ nicht mehr „10 Mio. Euro gefunden“ macht.

Schönes Fest, guten Rutsch! Wir werden versuchen, am 9. Januar wieder da zu sein, selbst wenn wir bis dahin noch immer nicht gefunden haben.

Heinz-Roger Dohms

Paypal steigt bei Weltsparen ein

Von Heinz-Roger Dohms

Wann entert Paypal das klassische Bankgeschäft – und wie? Seit Jahren wird über diese Frage diskutiert und spekuliert, nun bahnt sich eine Antwort geben. Denn: Der US-Payment-Riese ist beim Berliner Fintech Raisin („Weltsparen.de“) eingestiegen, wie Raisin-Gründer Tamaz Georgadze diese Woche im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ verriet. Schon  das Investment als solches ist spektakulär. Noch spannender sind allerdings die Interpretationen, die nun in der Branche kursieren.

Die naheliegende Vermutung lautet nämlich, dass Paypal die Kooperation mit dem Berliner Zinsportal dazu nutzen könnte, demnächst in Deutschland, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern Tages- und Festgelder anzubieten. Äußern wollte sich Georgadze dazu nicht. Stattdessen formulierte er eher allgemein: “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit PayPal.“ Das Ziel seines Unternehmens sei es, „unsere Produkte für Hunderte Millionen Europäer zugänglicher zu machen.“

Steigt Paypal wirklich ins Zinsgeschäft ein, würde das für die europäische Bankenbranche eine Zäsur bedeuten. Denn es wäre das erste Mal, dass Paypal seinen Kunden diesseits des Atlantiks ein eigenständiges Sparprodukt anbietet. Zwar unterhält der US-Riese, der an der Börse mehr wert ist als die Deutsche Bank und die Commerzbank zusammen, auch jetzt schon die Paypal Bank in Luxemburg. Deren Produktpalette ist allerdings sehr überschaubar und beschränkt sich zum Beispiel auf einen Händlerkredit, mit dem Paypal kleinen Shops, die die Bezahllösung nutzen, den Wareneinkauf vorfinanziert.

Auch in den USA hielt sich Paypal mit herkömmlichen Bankdienstleistungen bis vor kurzem zurück. Einzige nennenswerte Ausnahme war lange Zeit die Möglichkeit, überschüssige Liquidität auf dem Paypal-Konto in einen Geldmarktfonds zu überführen. Kürzlich allerdings ändert der Payment-Konzern seine Strategie und nahm die digitale Vermögensverwaltung des Robo-Advisors Acorn in sein Angebot auf. Der frühere Paypal-Manager Jochen Siegert deutete das Vorgehen darum gegenüber „Finanz-Szene.de“ wie folgt: „Offensichtlich soll Weltsparen für Paypal in Europa das werden, was Acorn für Paypal in den USA ist – nämlich der Einstieg ins klassische Retail-Banking jenseits des Zahlungsverkehrs, allerdings nicht als eigenes Angebot, sondern mithilfe eines Produktpartners.“

Für „Weltsparen.de“ kommt die Kooperation mit Paypal einem Ritterschlag gleich, zumal der US-Konzern, der bislang nicht wirklich als Startup-Investor aufgefallen ist, den Pakt durch das Funding bekräftigt. Zur Höhe der Finanzierung machte Georgadze keine genauen Angaben, sie dürfte allerdings im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen. Die bislang letzte Finanzierungsrunde hatte Raisin Anfang des Jahres verkündet. Damals spülten klassische Venture-Capital-Fonds 30 Mio. Euro in das Unternehmen. Zur Bewertung sagten die Berliner damals nichts. Allerdings dürfte Raisin genauso wie N26, die Solarisbank oder Deposit Solutions zu jenen deutschen Fintechs gehören, die zwar die 100-Mio.-Grenze bereits deutlich geknackt haben, von einer 500-Mio.-Bewertung allerdings noch ein gutes Stück entfernt sind.

„Es macht uns stolz, dass sich Paypal für uns als Partner entschieden hat“, sagte Georgadze. Der Kontakt sei vor rund einem Jahr zustande gekommen und vonseiten der Amerikaner ausgegangen. „Über die vergangen Monaten ist das dann immer konkreter geworden.“ Vor diesem Hintergrund erscheint auch die vor wenigen Wochen verkündete Expansion nach UK in neuem Licht; dort übernahm Raisin für einen nicht genannten Kaufpreis das britische Pendant PBF Solutions. „Natürlich spielt es für einen Konzern wie Paypal eine Rolle, dass potenzielle Partner möglichst international aufgestellt sind“, meinte Georgadze gestern. Als weiteren wichtigen Faktor nannte er die sogenannte „API“ – also die technische Schnittstelle, über die große Finanzkonzerne die Dienstleistungen von Finanz-Startups integrieren.

Die große Frage wird nun sein, wie die etablierte Finanzbranche auf die Kooperation reagiert. Als Schwäche der Fintechs galt bislang, dass ihnen der direkte Zugang zu größeren Kundengruppen fehle – und sie deshalb zwingend auf die Zusammenarbeit mit klassischen Banken angewiesen seien. Paypal könnte für Raisin eine Möglichkeit sein, Zinsprodukte in den Massenmarkt zu schleusen und dabei die Banken als Vertriebsweg zu umgehen. Der Konkurrent Deposit Solutions („Zinspilot“) hat sich zwar ebenfalls darauf spezialisiert, Spar- und Festgelder zu vermitteln. Allerdings gehen die Hanseaten einen anderen Weg und bieten ihre technische Lösung verstärkt als B2B-Dienstleistung den Banken an.

Newsletter 19/12/17: Chaos bei Fidor und IDNow, N26-Chef wehrt sich, Was die Sparkassen verdienen

Analyse: Wie viel Geld Sparkassen und Volksbanken wirklich verdienen

Neun von zehn deutsche Banken verdienen nicht einmal mehr ihre Kapitalkosten – mit dieser provokanten These brachte die US-Consultingfirma Bain vergangene Woche die Sparkassen und Volksbanken gegen sich auf. „Finanz-Szene.de“ hat die Kontroverse zum Anlass genommen, die Ertragskraft der deutschen Kleinbanken auf Basis offizieller Bundesbank-Zahlen unter die Lupe zu nehmen und in historische Perspektive zu setzen. Unterstützt haben uns dabei die Daten-Spezialisten von Barkow Consulting, die aus den Zahlenkolonnen der Notenbanker die Vorsteuergewinne von Sparkassen und Volksbanken seit 1968 extrahiert haben. Hier lesen Sie, was dabei herausgekommen ist – und welche Lehren sich aus der Gewinnhistorie für die Zukunft ziehen lassen.

Finanz-Szene.de, Barkow Consulting

Bitcoin-Boom überfordert Fidor und IDNow

Die Partnerschaft mit der Krypto-Börse „Bitcoin.de“ sollte der Fidor-Bank eigentlich  einen USP verschaffen. Stattdessen, so berichtet die „Wirtschaftswoche“, sorge der Zulauf immer neuer Bitcoin-Jünger dafür, dass der Kundenservice „völlig überlastet“ sei. Zudem gebe es weitere Probleme. So hätten „etliche Kunden“ tagelang kein Geld abheben können, zudem hätten Kartenzahlungen nicht funktioniert (ob das eine Problem mit den anderen zusammenhängt, ist unklar). Sorgen bereitet der Bitcoin-Boom laut „Wiwo“ auch dem Münchner Fintech IDNow, das unter anderem für Fidor das Video-Identverfahren übernimmt. „Die Zahl der täglichen Idents erhöht sich ständig, da immer neue Bitcoin-Anbieter dazukommen“, sagte Marketingchefin Danielle Rietsch. Wirtschaftswoche

News

„Wir haben mehr aktive Neukunden und deutlich höhere Transaktions-Volumina“: N26-Chef Valentin Stalf wehrt sich gegen den Eindruck, der britische Erzrivale Revolut wachse schneller als seine eigene Mobile-Only-Bank. IT-Finanzmagazin

Jetzt ist die „Lex Techie“ offiziell: Die munteren Spekulationen in unserem Freitags-Newsletter haben sich als verblüffend substanzhaltig erwiesen. Will heißen: Die Finanzaufsicht ebnet IT-Experten tatsächlich den Weg in die Bankvorstände – selbst bei sehr überschaubarer Krediterfahrung . Hier lesen Sie die Details: Bafin Journal (Dezember-Ausgabe)

Hamburger Fintech Naga nimmt 50 Mio. Dollar über ICO ein: … weshalb uns wenig anderes übrig bleibt, als den 63.000 Zeichnern (sagt man „Zeichner“? Egal.) der sogenannten Token alles Gute zu wünschen und noch einmal auf einen wohlmeinenden Naga-Bericht aus Anlass des Börsengangs vor einigen Monaten zu verweisen. Börsen-Zeitung (News, Paywall), Manager Magazin (Archivbericht zum Börsengang).

Die Einhaltung der Corporate Governance bei Deutschlands größtem Geldhaus obliegt in Zukunft den lupenreinen Weltverbesserern aus Katar: Okay, okay – das war vielleicht etwas unnachrichtlich ausgedrückt, sorry. Noch ein Versuch, diesmal gemäß „Reuters“: Stefan Simon, der Vertreter des Großaktionärs Katar im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, übernimmt zum Jahreswechsel den Vorsitz des zum Kontrollgremium gehörenden Integritätsausschusses. HB/Reuters

Elke König bleibt oberste europäische Bankenabwicklerin: Die frühere Bafin-Chefin wurde von den EU-Staaten für fünf weitere Jahre als Vorsitzende des „Single Resolution Mechanism“ bestätigt. Reuters

Beyond .de

Bitte kein Bit: … doch, es muss leider sein. Also: Die Kryptowährung lugt über die 20.000-Dollar-Marke, hat angeblich ein Kurspotenzial von 100.000 Dollar und soll jetzt staatlich reguliert werden, zumindest wünschen sich das die Europäer. Prost.

Lesetipps

Die Europäer haben Basel III zu stark verwässert … meint zumindest das „Editorial Board“ von Bloomberg (lustig manchmal, wer da draußen einer schärferen Regulierung das Wort redet). Bloomberg

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Debit Mastercard und der Maestro Card? (und warum, in aller Welt, schickt ein US-Kreditkarten-Konzern zwei Debitkarten in den deutschen Markt?). IT-Finanzmagazin

Wie schlimm steht es wirklich um HNA? Das fragt die „Süddeutsche Zeitung“, nachdem am Wochenende ein bekanntes chinesisches Geldhaus Zweifel an der Bonität des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs geäußert hatte. Süddeutsche

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… war am Freitag unser Stück „Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked?“ Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… die Meldungen nicht nur sehr gut recherchiert, sondern auch angenehm amüsant geschrieben sind.“

Florian Prucker, Gründer und Co-Chef von Scalable Capital

Newsletter 19/12/17: Was die Sparkassen wirklich verdienen, Deutsche Bank, Chaos bei Fidor

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Finanz-Szene.de, Barkow Consulting

News

Die Einhaltung der Corporate Governance bei Deutschlands größtem Geldhaus obliegt in Zukunft den lupenreinen Weltverbesserern aus Katar: Okay, okay – das war vielleicht etwas unnachrichtlich ausgedrückt, sorry. Noch ein Versuch, diesmal gemäß „Reuters“: Stefan Simon, der Vertreter des Großaktionärs Katar im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, übernimmt zum Jahreswechsel den Vorsitz des zum Kontrollgremium gehörenden Integritätsausschusses. HB/Reuters

Elke König bleibt oberste europäische Bankenabwicklerin: Die frühere Bafin-Chefin wurde von den EU-Staaten für fünf weitere Jahre als Vorsitzende des „Single Resolution Mechanism“ bestätigt. Reuters

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Bitte kein Bit: … doch, es muss leider sein. Also: Die Kryptowährung lugt über die 20.000-Dollar-Marke, hat angeblich ein Kurspotenzial von 100.000 Dollar und soll jetzt staatlich reguliert werden, zumindest wünschen sich das die Europäer. Prost.

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… die Meldungen nicht nur sehr gut recherchiert, sondern auch angenehm amüsant geschrieben sind.“

Florian Prucker, Gründer und Co-Chef von Scalable Capital

Analyse: Wie viel Geld die Sparkassen und Volksbanken wirklich verdienen

Von Heinz-Roger Dohms

Neun von zehn deutschen Banken verdienen nicht einmal mehr ihre Kapitalkosten – mit dieser provokanten These, verbreitet unter anderem via FAZ und Börsen-Zeitung, hat die US-Consultingfirma Bain vergangene Woche die Sparkassen und Volksbanken gegen sich aufgebracht (die Details der Auseinandersetzung können Sie hier nachlesen). „Finanz-Szene.de“ hat den Zwist zum Anlass genommen, die Ertragskraft der deutschen Kleinbanken auf Basis offizieller Bundesbank-Zahlen unter die Lupe zu nehmen – und in historische Perspektive zu setzen. Unterstützt haben uns dabei die Daten-Spezialisten von Barkow Consulting, die aus den Zahlenkolonnen der Notenbanker die Vorsteuergewinne von Sparkassen und Volksbanken seit 1968 extrahiert haben.

Vier Erkenntnisse fanden wir dabei bemerkenswert – nicht etwa, weil sie allesamt „neu“ wären, wohl aber, weil sie vielleicht helfen, die teils wilden Debatten um die Ertragskraft der deutschen Bankenbranche besser einzuordnen.

1.) Sparkassen und Volksbanken haben – zumindest in absoluten Zahlen – noch nie so viel Geld verdient wie in den vergangenen Jahren. 2016 waren es bei den einen 10,2 Mrd. Euro, bei den anderen 7,7 Mrd. Euro. Dafür gibt es im Eesentlichen drei Erklärungen: Erstens sind die Zinserträge zwar brutal eingebrochen, bislang gehen die Zinskosten allerdings in ähnlichem Maße zurück (was allerdings, siehe weiter unten, schon bald anders sein könnte). Zweitens sind die Kreditausfälle aufgrund der seit Jahren robusten Konjunktur (und natürlich auch aufgrund des Zinsniveaus) so niedrig wie nie zuvor. Und zum dritten haben Sparkassen und Volksbanken ihre Kreditvolumina über die vergangenen Jahre deutlich ausgedehnt, sie drehen also in vielen Bereichen ein immer größeres Rad, zum Beispiel in der Baufinanzierung.

2.) Der langfristige Zahlenvergleich zeigt, dass der Finanz-GAU 2008 auch bei den Kleinbanken zu drastischen Gewinneinbrüchen führte. Zum einen lag das an Wertberichtigungen im Eigengeschäft (Depot A), zum anderen daran, dass die zeitweise inverse Zinsstruktur (die Kurzfristzinsen lagen über den Langfristzinsen) die Fristentransformation sozusagen außer Kraft setzte. Dementsprechend brach der Zinsüberschuss ein. Die Lehre für die Zukunft: Trotz ihres kleinteiligen Geschäftsmodells sind Sparkassen und Volksbanken nicht immun gegenüber externen Schocks.

3.) Die wirklich fetten Jahre der Kleinbanken waren (gemessen an den damaligen Bilanzsummen) die 80er und 90er. Das lag natürlich am Wettbewerbsumfeld (keine Onlinebanken …) – vor allem aber an den damals deutlich höheren Zinsen. Dies beschreibt schon die Herausforderungen für die nächsten Jahre: Gelingt es Sparkassen und Volksbanken, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, dass auch in Zeiten niedriger Zinsen trägt? Denn …

4.) … worüber die Gewinne der vergangenen Jahre nicht hinwegtäuschen dürfen: 2016 könnte der Zenit gewesen sein. Während die Zinserträge weiter unter Druck stehen (immer mehr langfristige, gut verzinste Aktiva laufen aus), ist bei den Zinsaufwendungen kaum noch Einsparpotenzial (schließlich sind die Einlagenzinsen ja längst bei Null). Der Warnruf von Bain mag in seiner Zuspitzung fragwürdig gewesen sein – in seiner Substanz ist er es nicht.

Newsletter 15/12/17: Die neue Fintech-Zielgruppe, Treefin-Scoop, Bafin protegiert IT-Nerds

Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked?

Hat der deutsche Bankenmarkt einen blinden Fleck? Diese Frage drängt sich am Ende dieser Woche geradezu auf. Denn nach dem Markstart von Penta gibt es hierzulande nun ein halbes Dutzend neue Player (darunter auch, siehe gestern: Finiata), die es auf eine ganz spezielle Zielgruppe abgesehen haben: nämlich auf Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer. Zwei Dinge lassen sich über diese Zielgruppe sagen: 1.) Im Vergleich zu Retailkunden ist diese Klientel schwerer zu standardisieren. Und 2.) Im Vergleich zu „richtigen“ Unternehmenskunden sind die Losgrößen in diesem Bereich sehr klein. Doch was folgt hieraus? Heißt das a), dass sich in diesem Geschäft kein Geld verdienen lässt? Oder heißt das b), dass sich sehr wohl Geld verdienen lässt – aber die Banken sehen es nicht? Oder gibt es c) den blinden Fleck womöglich gar nicht? Jedenfalls: Wir haben die CEOs der neuen Anbieter gebeten, uns zu erklären, was ihr Geschäftsmodell ist, wo genau sie ihre Marktlücke sehen und was die Banken (angeblich) falsch machen. Hier lesen Sie, was dabei herausgekommen ist:

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Bafin will IT-Nerds den Aufstieg in die Bankvorstände erleichtern

Die Bafin will IT-Experten den Aufstieg in die Vorstände deutscher Banken und Versicherungen erleichtern – das zeigen Recherchen von „Finanz-Szene.de“. Neben einer Reihe weiterer Indizien findet sich ein klarer Hinweis hierauf seit einigen Tagen auf der Website des BMF. Dort heißt es (als Reaktion auf einen diesbezüglichen Vorschlag des Fintech-Rats) wörtlich, die Bafin werde künftig „einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen“ legen. Theoretisch ließe sich dieser Satz zwar auch dahingehend deuten, dass alle Vorstände bzw. Geschäftsleiter mehr digitale Fähigkeiten nachweisen müssen. Aufsichtsexperten deuten die Formulierung allerdings eindeutig andersrum – nämlich so, dass IT-Experten der Weg in den Vorstand auch dann geebnet werden soll, wenn sie über eine vergleichsweise geringe Erfahrung im klassischen Kreditgeschäft verfügen. Wie die neue Regelung im Detail aussehen wird, ist unklar. Aufschluss könnte womöglich die nächste Ausgabe des Bafin-Journals geben, die heute erscheinen soll. Weitere Hintergründe (und was die Bafin selber sagt) lesen Sie hier: Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – Treefin-Gründern gelingt der Komplett-Exit: Der im S-Dax notierte Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ nun auch die verbliebenen 25 Prozent an dem Finanz-App-Spezialisten gekauft. Der bisherige CEO Reinhard Tahedl (der Treefin aufgebaut hatte) scheidet per Jahresende aus und dürfte sich fortan komplett auf seinen kürzlich gestarteten Company-Builder Finconomy konzentrieren.

Rocket Internet gründet Spezialbank für Startup-Schulden: Laut „Manager Magazin“ hat die Samwer-Holding unter dem Namen „Global Growth Capital“ ein Tochterunternehmen in London gegründet, das mit Hochzins-Krediten für Start-ups Geld verdienen soll. Einer Präsentation zufolge stehe ein Finanzierungs-Volumen von 500 Mio. Euro zur Verfügung, wobei einzelne Unternehmen bis zu 30 Mio. Euro abrufen können. Manager Magazin

Funding Circle Deutschland durchbricht die 100-Mio-Marke: … freilich nicht beim Umsatz oder gar beim Gewinn, sondern beim Finanzierungs-Volumen. Vermeldenswert fanden wir das Ganze heute trotzdem, weil Funding Circle, siehe oben, einer der  Player ist, die die „Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked“-Klientel im Fokus haben. Pressemitteilung

Blessing bringt sich als Ermotti-Kronprinz in Stellung: Der frühere Commerzbank-Chef steigt bei der Schweizer Großbank UBS zum Leiter der Vermögensverwaltung  auf. Damit wird der 54-Jährige nun als Favorit für die Nachfolge von Vorstandschef Sergio Ermotti gehandelt (wobei der Sessel natürlich nicht heute und morgen frei wird sondern irgendwann mal). Manager Magazin (News), Blessing-Porträt SZ, Blessing-Porträt im MM (Paywall), Blessing-Porträt in der Handelszeitung (aus 2016)

Bawag setzt Einkaufstour in Deutschland fort: Die österreichische Großbank (hinter der trotz Börsengang ja weiterhin der „Überall-die-Finger-drin-Finanzinvestor“ Cerberus steht) schnappt sich nach der Südwestbank nun auch noch die Deutsche Ring Bausparkasse. @Diejenigen Leser, die sich jetzt fragen, warum sich irgendwer da draußen im Jahr 2017 freiwillig eine Bausparkasse ans Bein bindet … Genau das fragen wir uns auch. Vermutlich alles eine Frage des Preises (über den wohlweislich Stillschweigen vereinbart wurde). Reuters/HB

Deutsche Bank casht 305 Mio. Euro ein: … und zwar für das polnische Privat- und Firmenkundengeschäft, das an eine dortige Tochter der spanischen Santander verkauft wird. An ihren übrigen Geschäften im östlichen Nachbarland will die DBank festhalten. Reuters, Financial Times (Paywall)

Lesetipps

Die Zähmung des Sebastian Diemer: Die Wandlung des Kreditech-Gründers steht stellvertrend für die Entwicklung der deutschen Fintech-Branche. Sexy und B2C war gestern. Heute ist seriös und B2B. Und warum sollte nicht auch Factoring Spaß machen? Finanz-Szene.de

Mal angenommen, Bitcoin ist mehr als Blase … was bedeutet der Aufstieg der Kryptowährungen dann für unser Geldsystem?, fragt Dirk Elsner. DZ-Innovationsblog

Naaaa, lieber Herr Reichert, wann besorgen Sie sich denn eine Banklizenz? Diese und andere spannende Fragen hat Boris Janek dem Geschäftsführer für den Bereich „Kredite“ bei Check24 gestellt. Finanzzweinull

Robo, was soll nur aus Dir werden? Fünf Thesen zur Zukunft der digitalen Vermögensberatung. Der Bank-Blog

Und wie jeden Freitag … wollen wir Ihnen, liebe Bildungsbanker, auch heute wieder die „Was wir lesen“-Linkliste ans Herz legen. DZ-Innovationsblogs

Welche Pläne Firmenkundenchef Markus Beumer mit Oddo-BHF verfolgt … hat der frühere Commerzbank-Vorstand dem „Handelsblatt“ erklärt. Eine Komponente der strategischen Modifikation scheint zu sein: Noch mehr komplexe Geschäfte, noch weniger Bilanzsumme. Handelsblatt (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern mit überwältigender Mehrheit unser Stück über die Schulhof-Keilerei zwischen DSGV/BVR auf der einen Seite und Bain auf der anderen. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… Informationen Vorsprung  bedeuten.

Matthias-F. Saenger,  Saenger Advisory – Executive Search Consultants

Newsletter 15/12/17: Bafin-Paukenschlag, Der blinde Fleck der dt. Banken, Blessing

Exklusiv: Bafin will IT-Nerds den Aufstieg in die Bankvorstände erleichtern

Die Bafin will IT-Experten den Aufstieg in die Vorstände deutscher Banken und Versicherungen erleichtern – das zeigen Recherchen von „Finanz-Szene.de“. Neben einer Reihe weiterer Indizien findet sich ein klarer Hinweis hierauf seit einigen Tagen auf der Website des BMF. Dort heißt es (als Reaktion auf einen diesbezüglichen Vorschlag des Fintech-Rats) wörtlich, die Bafin werde künftig „einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen“ legen. Theoretisch ließe sich dieser Satz zwar auch dahingehend deuten, dass alle Vorstände bzw. Geschäftsleiter mehr digitale Fähigkeiten nachweisen müssen. Aufsichtsexperten deuten die Formulierung allerdings eindeutig andersrum – nämlich so, dass IT-Experten der Weg in den Vorstand auch dann geebnet werden soll, wenn sie über eine vergleichsweise geringe Erfahrung im klassischen Kreditgeschäft verfügen. Wie die neue Regelung im Detail aussehen wird, ist unklar. Aufschluss könnte womöglich die nächste Ausgabe des Bafin-Journals geben, die heute erscheinen soll. Weitere Hintergründe (und was die Bafin selber sagt) lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked?

Hat der deutsche Bankenmarkt einen blinden Fleck? Diese Frage drängt sich am Ende dieser Woche geradezu auf. Denn nach dem Markstart von Penta gibt es hierzulande nun ein halbes Dutzend neue Player (darunter auch, siehe gestern: Finiata), die es auf eine ganz spezielle Zielgruppe abgesehen haben: nämlich auf Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer. Zwei Dinge lassen sich über diese Zielgruppe sagen: 1.) Im Vergleich zu Retailkunden ist diese Klientel schwerer zu standardisieren. Und 2.) Im Vergleich zu „richtigen“ Unternehmenskunden sind die Losgrößen in diesem Bereich sehr klein. Doch was folgt hieraus? Heißt das a), dass sich in diesem Geschäft kein Geld verdienen lässt? Oder heißt das b), dass sich sehr wohl Geld verdienen lässt – aber die Banken sehen es nicht? Oder gibt es c) den blinden Fleck womöglich gar nicht? Jedenfalls: Wir haben die CEOs der neuen Anbieter gebeten, uns zu erklären, was ihr Geschäftsmodell ist, wo genau sie ihre Marktlücke sehen und was die Banken (angeblich) falsch machen. Hier lesen Sie, was dabei herausgekommen ist: Finanz-Szene.de

News

Blessing bringt sich als Ermotti-Kronprinz in Stellung: Der frühere Commerzbank-Chef steigt bei der Schweizer Großbank UBS zum Leiter der Vermögensverwaltung  auf. Damit wird der 54-Jährige nun als Favorit für die Nachfolge von Vorstandschef Sergio Ermotti gehandelt (wobei der Sessel natürlich nicht heute und morgen frei wird sondern irgendwann mal). Manager Magazin (News), Blessing-Porträt SZ, Blessing-Porträt im MM (Paywall), Blessing-Porträt in der Handelszeitung (aus 2016)

Bawag setzt Einkaufstour in Deutschland fort: Die österreichische Großbank (hinter der trotz Börsengang ja weiterhin der „Überall-die-Finger-drin-Finanzinvestor“ Cerberus steht) schnappt sich nach der Südwestbank nun auch noch die Deutsche Ring Bausparkasse. @Diejenigen Leser, die sich jetzt fragen, warum sich irgendwer da draußen im Jahr 2017 freiwillig eine Bausparkasse ans Bein bindet … Genau das fragen wir uns auch. Vermutlich alles eine Frage des Preises (über den wohlweislich Stillschweigen vereinbart wurde). Reuters/HB

Deutsche Bank casht 305 Mio. Euro ein: … und zwar für das polnische Privat- und Firmenkundengeschäft, das an eine dortige Tochter der spanischen Santander verkauft wird. An ihren übrigen Geschäften im östlichen Nachbarland will die DBank festhalten. Reuters, Financial Times (Paywall)

Exklusiv – Treefin-Gründern gelingt der Komplett-Exit: Der im S-Dax notierte Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ nun auch die verbliebenen 25 Prozent an dem Finanz-App-Spezialisten gekauft. Der bisherige CEO Reinhard Tahedl (der Treefin aufgebaut hatte) scheidet per Jahresende aus und dürfte sich fortan komplett auf seinen kürzlich gestarteten Company-Builder Finconomy konzentrieren.

Rocket Internet gründet Spezialbank für Startup-Schulden: Laut „Manager Magazin“ hat die Samwer-Holding unter dem Namen „Global Growth Capital“ ein Tochterunternehmen in London gegründet, das mit Hochzins-Krediten für Start-ups Geld verdienen soll. Einer Präsentation zufolge stehe ein Finanzierungs-Volumen von 500 Mio. Euro zur Verfügung, wobei einzelne Unternehmen bis zu 30 Mio. Euro abrufen können. Manager Magazin

Funding Circle Deutschland durchbricht die 100-Mio-Marke: … freilich nicht beim Umsatz oder gar beim Gewinn, sondern beim Finanzierungs-Volumen. Vermeldenswert fanden wir das Ganze heute trotzdem, weil Funding Circle, siehe oben, einer der  Player ist, die die „Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked“-Klientel im Fokus haben. Pressemitteilung

Lesetipps

Welche Pläne Firmenkundenchef Markus Beumer mit Oddo-BHF verfolgt … hat der frühere Commerzbank-Vorstand dem „Handelsblatt“ erklärt. Eine Komponente der strategischen Modifikation scheint zu sein: Noch mehr komplexe Geschäfte, noch weniger Bilanzsumme. Handelsblatt (Paywall)

Die Zähmung des Sebastian Diemer: Die Wandlung des Kreditech-Gründers steht stellvertrend für die Entwicklung der deutschen Fintech-Branche. Sexy und B2C war gestern. Heute ist seriös und B2B. Und warum sollte nicht auch Factoring Spaß machen? Finanz-Szene.de

Mal angenommen, Bitcoin ist mehr als Blase … was bedeutet der Aufstieg der Kryptowährungen dann für unser Geldsystem?, fragt Dirk Elsner. DZ-Innovationsblog

Naaaa, lieber Herr Reichert, wann besorgen Sie sich denn eine Banklizenz? Diese und andere spannende Fragen hat Boris Janek dem Geschäftsführer für den Bereich „Kredite“ bei Check24 gestellt. Finanzzweinull

Robo, was soll nur aus Dir werden? Fünf Thesen zur Zukunft der digitalen Vermögensberatung. Der Bank-Blog

Und wie jeden Freitag … wollen wir Ihnen, liebe Bildungsbanker, auch heute wieder die „Was wir lesen“-Linkliste ans Herz legen. DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit überwältigender Mehrheit unser Stück über die Schulhof-Keilerei zwischen DSGV/BVR auf der einen Seite und Bain auf der anderen. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… Informationen Vorsprung  bedeuten.

Matthias-F. Saenger,  Saenger Advisory – Executive Search Consultants

Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked?

Von Heinz-Roger Dohms

Hat der deutsche Bankenmarkt einen blinden Fleck? Diese Frage drängt sich am Ende dieser Woche geradezu auf. Denn nach dem Markstart von Penta gibt es hierzulande nun ein halbes Dutzend neue Player (darunter auch, siehe gestern: Finiata), die es auf eine ganz spezielle Zielgruppe abgesehen haben: nämlich auf Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer. Zwei Dinge lassen sich über diese Zielgruppe sagen: 1.) Im Vergleich zu Retailkunden ist diese Klientel schwerer zu standardisieren. Und 2.) Im Vergleich zu „richtigen“ Unternehmenskunden sind die Losgrößen in diesem Bereich sehr klein. Doch was folgt hieraus? Heißt das a), dass sich in diesem Geschäft kein Geld verdienen lässt? Oder heißt das b), dass sich sehr wohl Geld verdienen lässt- aber die Banken sehen es nicht? Oder gibt es c) den blinden Fleck womöglich gar nicht? Jedenfalls: Wir haben die CEOs der neuen Anbieter gebeten, uns zu erklären, was ihr Geschäftsmodell ist, wo genau sie ihre Marktlücke sehen und was die Banken (angeblich) falsch machen. Hier lesen Sie, was dabei herausgekommen ist:

Christoph Plantener, CEO von Kontist (Fintech-Bank)

„Für Freelancer und Selbständige ist der Zeitaufwand für die eigene Finanzverwaltung enorm und der fehlende Überblick in Sachen Liquidität ist nicht selten ein Grund für Insolvenz. Leider wurden Selbstständige bisher nicht nur von den klassischen Banken stiefmütterlich behandelt, sondern auch die Fintech- und Digital-Industrie hat dieser Gruppe nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Traditionelle Banken sind schon mit der Frage überfordert, wie Solo-Selbständige eigentlich einzuordnen sind- denn es handelt sich bei ihnen weder um Konsumenten mit regelmäßigen Einkommen, noch um klassisch bilanzierende große Unternehmen. Und aus diesem Unverständnis und Misstrauen gegenüber der finanziellen Volatilität, die im Rahmen selbständigen Arbeitens zur Norm gehört, heraus machen sie Selbständigen das Leben mit bürokratischen Dokumentationspflichten und Prüfungen noch schwerer. Dabei steigt die Bedeutung von Solo-Selbstständigen in der digitalen Ökonomie. Arbeit verändert sich und die Digitalisierung bringt neue Formen von Arbeit hervor, in denen Abläufe flexibler, mobiler, schneller und individueller gestaltet werden. Bei Kontist geht es um die erste digitale Banking-Lösung für diese Berufsgruppe, die für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands immer wichtiger wird. Mit einer unkomplizierten, schnellen Anmeldung über das Smartphone und einer einfachen, papierlosen Handhabung berechnet unser Geschäftskonto für Selbständige zudem automatisch die Einkommen- und Umsatzsteuer unserer Nutzer und legt diese auf ein Unterkonto. Unsere Banking-App reduziert so den organisatorischen Aufwand und schafft für Selbständige einen Echtzeit-Überblick und somit volle Kontrolle über die eigenen Finanzen.

Thorsten Seeger, CEO von Funding Circle Deutschland (Kreditmarktplatz)

„Über die letzte Dekade haben sich die Finanzierungsbedingungen für kleine Unternehmen verschlechtert – und sind zu einem der größten Innovations- und Wachstumshemmnisse geworden. Je jünger und kleiner das Unternehmen, desto höher sind die Hürden, trotz guter Bonität. 27% der Unternehmen bis 1 Mio. EUR Umsatz berichten hierzulande berichten laut „KfW Unternehmensbefragung 2017″ von gestiegenen Schwierigkeiten beim Kreditzugang. Für diese Entwicklung gibt es strukturelle, regulatorische und technologische Gründe – eine Schieflage, die Banken alleine nicht begradigen werden. Seit 2000 wurde bundesweit jede vierte Bankfiliale geschlossen und diese Ausdünnung nicht adäquat durch digitale Angebote aufgefangen. Die überproportionale Regulierung seit der Finanzkrise macht die Kreditvergabe an kleine Unternehmen für Banken unattraktiv und führt zu hohem Mehraufwand für Unternehmer. Zudem halten Banken an den langsamen und komplizierten Antragsprozessen des letzten Jahrhunderts fest. Kreditmarktplätze wie Funding Circle sanieren ein überholtes System und mindern die Abhängigkeit kleiner Unternehmen vom traditionellen Bankensystem. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen ist klar: Indem wir Anlagen von Privatpersonen in Firmenkredite erstmals auch kleinen Unternehmen zugänglich machen, kurbeln wir Investitionen, Innovation und die Schaffung von Arbeitsplätzen an.“

Antti-Jussi Suominen, CEO von Holvi (Fintech-Bank)

„Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Selbstständigen in Deutschland in Zukunft weiter steigen wird. Diese Zielgruppe benötigt flexible Werkzeuge, um Geld aus verschiedenen Quellen zu sammeln, während sie an einer Reihe von Projekten für verschiedene Arbeitgeber arbeiten. Derzeit werden sie von traditionellen Banken und anderen Anbietern schlecht betreut, das machen wir anders. Holvi ist digitales Banking, das von Selbstständigen für Selbstständige entwickelt wurde. Wir kombinieren Bankgeschäfte mit Business-Tools in einer maßgeschneiderten Lösung für Freiberufler, Selbständige und Kleinunternehmer. Unser Fokus liegt darauf, unseren Kunden dabei zu helfen, alle administrativen Aufgaben zu automatisieren, die nicht zum Wachstum ihres Unternehmens beitragen.

Sebastian Diemer, CEO von Finiata (Factoring-Fintech)

„Wer als Freiberufler oder Selbstständiger für einen Moment nicht liquide ist, der ruft bei seiner Bank an und erhält mit etwas Pech erst nach einigen Wochen einen Termin. Das Ärgerliche: Banken selber treffen häufig ja überhaupt keine Risikoentscheidungen. Also sammelt der Freiberufler alle möglichen Unterlagen von Schufa bis Crefo und verschickt sie per Post. Irgendwann, wenn er höchst wahrscheinlich längst kein Geld mehr braucht, erhält er eine Kreditzusage – oder wie in den meisten Fällen eine Absage. Das Ganze ist doch völlig absurd! Alle Beteiligten verschwenden wertvolle Arbeitszeit – vom Bankmitarbeiter, über den Selbstständigen zum Schufa-Angestellten. Das ist wie mit Tinte auf tote Bäume zu schreiben. Besonders ärgerlich an teuren altbackenen Scoring-Verfahren: Gerade die „Kleinen“, die durch ausstehende Rechnungen in Existenznot geraten können, fallen permanent durchs Raster. Traditionelle Banken vergeben Kredite nicht an diejenige, die sie am dringendsten brauchen, sondern an diejenigen, die sich am meisten rechnen – und glauben dabei, dass Beträge von einigen zehntausend Euro zu marginal sind. Ein gewaltiger Irrtum, wenn man nicht wer weiß wie viel Manpower verschwendet: Denn der Aufwand ist minimal, wenn man beim Scoring basierend auf fundierten Datenquellen auf selbstlernende Algorithmen und Machine Learning setzt – statt auf sinnlose Zeitverschwendung und überflüssigen Papierkram. Wir sind sozusagen eine Bank inklusive automatisiertem Kreditbüro. Unsere variablen Kosten laufen dank des eigenen Risikomodells gegen Null, was sich entsprechend in günstigen Finanzierungskonditionen wiederspiegelt. Zusammengefasst sind kleine KMU, Selbstständige und Freiberufler für neue digitale Player also aus zwei Gründen so lukrativ: Erstens ist die potenzielle Zielgruppe riesig, zweitens ist die Nachfrage nach effizienten Online-Lösungen immens.“

Rafal Lipinski, CEO Hufsy (Fintech-Bank)
Hufsy ist eine Finanzmanagement- und Business-Bankinglösung, die vor allem Start-ups, mittelständische Unternehmen und Freelancern hilft, ihre Geldgeschäfte einfacher und schneller zu tätigen. Unser Geschäftsmodell umfasst zwei Preismodelle: Nutzer wählen zwischen Basic und Pro, je nachdem welche Funktionen sie brauchen und welche nicht. Die Marktlücke sehen wir darin, dass es in Deutschland viele Anbieter gibt, die nicht genau definieren, was sie eigentlich sind und keine wirklich kostengünstigen und simplen Banking-Lösungen anbieten. Uns ist wichtig, dass wir uns mit Hufsy auf das Wesentliche fokussieren. Der Bankensektor ist eine traditionelle Branche, die langsam arbeitet. Aufgrund von Regulierungen und Gesetzen ist es schwer Innovationen voranzutreiben. FinTech-Start-ups sind mit ihren Ideen viel agiler und müssen Banken antreiben – ähnlich wie ein Speedboat, dass einen Dampfer mitzieht. Das deutsche Bankenwesen muss in Zukunft offener für Veränderungen sein und neue Wege gehen: Produkte und Prozesse müssen digitaler und die Bürokratie abgebaut werden.

Exklusiv: Bafin will IT-Nerds den Aufstieg in die Bankvorstände erleichtern

Von Heinz-Roger Dohms

Die allmonatliche Veröffentlichung des „Bafin Journals“ ist normalerweise kein Ereignis, dem die Finanz-Community entgegenbibbert (sieht man mal ab von ein paar Regulierungs-Nerds). Diesmal jedoch ist alles ein bisschen anders. Denn Eingeweihte halten es für denkbar, dass sich die Bonner Behörde in ihrer Dezember-Ausgabe – die heute oder in den nächsten Tagen erscheinen dürfte – endlich zu einer Frage äußert, die zumindest die Digital-Menschen unter Deutschlands Bankern seit langem brennend interessiert: Schafft die Bafin eine Regelung, die IT-Experten mit begrenzter Bankerfahrung den Aufstieg in die Vorstände erleichtert? (als Hintergrund-Lektüre zu der grundsätzlichen Problematik empfehlen wir unseren Artikel neulich in der „Süddeutschen Zeitung“)

Die Hinweise, dass sich die Finanzaufsicht zu solch einer „Lex Techie“ durchringen könnte, haben sich in den vergangenen Wochen jedenfalls immer mehr verdichtet. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gibt es bei der Bafin schon seit längerem  die Überlegung, die Eignungsprüfung für Vorstände dahingehend zu modifizieren, dass mehr IT-Kompetenz in die Gremien einzieht. Genau in diese Richtung hatte sich Anfang des Monats dann auch der beim Bundesfinanzministerium angesiedelte „Fintech-Rat“ in einem Thesen-Papier geäußert. Wichtig in diesem Zusammenhang:  Hinter das damalige „Manifest“ hatten sich explizit zwar nur die „Wirtschafts- und Wissenschaftsvertreter“ im Fintech-Rat gestellt. Allerdings gehört auch Bafin-Chef Felix Hufeld dem Gremium an. Man darf davon ausgehen, dass der Rat keine Position bezieht, die den Ansichten eines seiner  Mitglieder zuwiderläuft.

Und wo wir schon mal dabei sind, die Indizienkette zu knüpfen: In der offiziellen Stellungsnahme des BMF zum Positionspapier des Fintech-Rats findet sich der verräterische Satz:

„Das Bundesfinanzministerium wird insbesondere die Empfehlungen, die die eigene Zuständigkeit betreffen, sogfältig prüfen. Bei einigen Empfehlungen sind wir bereits tätig. So richtet die BaFin-Aufsicht künftig einen stärkeren Fokus auf die IT-Kompetenz in Geschäftsleitungen.“ (!!!)

Damit ist eigentlich nicht mehr die Frage, ob die „Lex Techie“ kommt, sondern nur noch wann und in welcher Form. Denkbar sind zwei Ansätze:

1.) Die Bafin bezieht sich bei ihrer Eignungsprüfung nicht mehr auf den einzelnen Vorstand, sondern auf das Gremium als Ganzes. Das hieße: Sitzen dann schon zwei Kreditexperten im Vorstand, dann könnte das dritte Mitglied ruhig ein reiner Techie sein, weil das Gremium als Ganzes dann ja trotzdem über genug klassisches Banken-Knowhow verfügt. Eine solche Änderung der Verwaltungspraxis käme freilich einer Revolution gleich.

2.) Die Bafin hält grundsätzlich an der Einzelfallprüfung fest, gibt aber ausgewiesenen IT-Kennern im Vergleich zu anderen Kandidaten einen gewissen Discount. Dies könnte in der Praxis zum Beispiel so aussehen, dass die sogenannte „Ehrenrunde“ (die Vorstandskandidaten mit fehlender Krediterfahrung normalerweise drehen müssen) verkürzt wird. Das wäre dann zwar keine Revolution, aber immerhin ein Revolutiönchen.

Die Bafin wäre nicht die Bafin, würde sie sich zu dieser Frage in irgendeiner Form vorab positionieren. Eines aber immerhin ließ sich ein Sprecher gestern doch entlocken: Die nächste Ausgabe des „Bafin-Journals“ soll am heutigen Freitag auf der Website veröffentlich werden.

Unsexy, aber erfolgreich: Der Wandel der deutschen Fintech-Branche

Von Heinz-Roger Dohms

Jahrelang war Sebastian Diemer nicht nur der Poster-Boy der deutschen Fintech-Szene – sondern auch ihr Enfant terrible. Der Kreditech-Gründer verglich das eigene Startup großmäulig mit Amazon, verbrachte angeblich zu viel Zeit beim Motocross-Fahren und musste sich für eine unflätige E-Mail an eine Mitarbeiterin rechtfertigen.

Eine Demission (2015 bei Kreditech) und einen Fußbruch (2016 vom Motocross) später ist Diemer nun wieder da. Geläutert? Das wäre zu viel gesagt. Aber doch deutlich ruhiger als in den wilden Anfangsjahren bei Kreditech. Während er damals noch die Finanzwelt revolutionieren wollte, konzentriert sich der 30-Jährige mit seinem neuen Fintech – es heißt „Finiata“ – auf eine eher dröge Randdisziplin des Bankgeschäfts: das Factoring. Trotzdem zeigen sich die Venture-Capital-Investoren auch diesmal wieder spendabel. Nachdem Finiata vor einigen Monaten bereits eine ungewöhnlich hohe Seed-Finanzierung von 5,5 Mio. Euro einstrich, geben Investoren nun weitere 10 Mio. Euro Eigenkapital plus 8 Mio. Euro Fremdkapital. Viel Geld für einen reichen Nischenplayer.

Unsexy, aber erfolgreich. Das scheint nicht nur das neue Motto des Sebastian Diemer zu sein, sondern passt ganz gut zum Zustand der deutschen Fintech-Branche insgesamt. Anders als in Großbritannien, wo mindestens halbes Dutzend sogenannte Challenger-Banken wie Monzo, Revolut oder Starling den Großangriff auf die etablierte Finanzbranche planen, scheint sich die deutschen Fintechs eher in Richtung „schwäbischer Mittelstand“ zu bewegen.

Da ist zum Beispiel der Hamburger Tagesgeldvermittler Deposit Solutions, der sich jüngst bei Investoren wie Peter Thiel rund 17 Mio. Euro sicherte und die Bewertung auf angeblich 220 Mio. Euro verdoppelte. Zwar betreiben die Hanseaten auch ein eigenes B2C-Angebot („Zinspilot“).

Ansonsten konzentrieren sie sich aber vor allem darauf, die eigene Technologie wie eine Zulieferfirma bei den Banken unterzubringen. Mit der Deutschen Bank hat Deposit Solutions bereits einen prominenten Kunden gewonnen (das entsprechende Tool für die Deutschen-Banken heißt „Zinsmarkt“). Ähnliche Modelle betreibt das Fintech mit rund ein Dutzend kleineren Instituten. Zuletzt bandelte Deposit-Solutions-Gründer Tim Sievers sogar mit den Sparkassen an.

Andere Beispiele für B2B-Fintechs, die in diesem Quartal ordentliche Finanzierungen einheimsten, waren Compeon (eine Art Interhyp für Unternehmenskredite) oder der Technologie-Dienstleister FintecSystems, bei dem ein Zweig der Milliardärsfamilie Reimann einstieg. Billie – ebenso wie Diemers Finiata ein Factoring-Spezialist – bekam fast aus dem Stand heraus 10 Mio. Euro.

Sehr umtriebig zeigt sich auch die erst 2015 gegründete Solarisbank, deren Geschäftsmodell unter anderem darin besteht, ihre Bafin-Lizenz anderen Firmen für deren Finanzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Nach außen tritt Solaris fast nie in Erscheinung – doch unter Experten gilt das Schatten-Start-ups längst als das deutsche Fintech mit dem vielleicht größten Potenzial. Was es hingegen hierzulande kaum gibt, das sind Frontalangreifer wie in Großbritannien. Abgesehen von Kreditech fällt einem eigentlich nur die Berliner Smartphone-Bank N26 ein. Und vielleicht der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital.

Ist das schlimm? Sebastian Diemer jedenfalls macht nicht den Eindruck, als würde es ihn langweilen, dass sich sein Arbeitsalltag jetzt um Vorfinanzierungen für Kleinunternehmer dreht. Es ist überzeugt, ein Segment entdeckt zu haben, „das so noch niemand abdeckt“. Revolution? Ach was. „Die Fintech-Branche hat einen Entwicklungsgrad erreicht, in dem es darum geht, nachhaltige Geschäftsmodelle aufzubauen.“

Newsletter 14/12/17: Nächster Diemer-Coup, Robos knacken 1-Mrd.-Marke, Banken vs. Bain

Exklusiv: Kreditech-Gründer Diemer sichert sich 10 Mio. Euro für sein neues Fintech

Der Kreditech-Gründer Sebastian Diemer bestätigt auch mit seinem neuen Fintech „Finiata“ seinen Ruf als Liebling der Venture-Capital-Investoren: Rund ein Jahr nach dem 5,5 Mio. Euro schweren Seed-Funding hat sich das Berliner Startup jetzt eine Serie-A-Finanzierung über 10 Mio. Euro gesichert, verriet Diemer gestern im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“. Finiata betreibt Factoring – finanziert Unternehmen also Rechnungen vor. Der Schwerpunkt liegt dabei allerdings, anders als im Factoring üblich, nicht auf Mittelständlern und Großkonzernen, sondern auf Selbständigen und Freiberuflern.  „Wir fokussieren uns  auf die wirklich kleinen Kunden, die man nur durch Automatisierung und den Aufbau eines eigenen Risikosystems bedienen kann“, sagte Diemer. Hier die ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Sparkassen und Volksbanken schießen gegen Beraterfirma Bain

Es ist beinahe wie ein Ritus: Jahr für Jahr präsentiert die Consultingfirma Bain eine umfangreiche Studie, die den deutschen Banken im Allgemeinen und den Sparkassen und Volksbanken im Besonderen attestiert, sie würden schlecht wirtschaften. So war das auch in dieser Woche wieder: „Nur jede zehnte deutsche Bank verdient ihre Eigenkapitalkosten“, lautete diesmal die Schlagzeile. In den vergangenen Jahren haben die Banken und ihre Verbandsvertreter in Berlin dieses Bashing über sich ergehen lassen oder allenfalls mit einem leichten Grummeln quittiert. Nun aber feuern sie zurück. So kritisierte der DSGV gegenüber „Finanz-Szene.de“, dass die Daten von Bain von den offiziellen Werten der Bundesbank abwichen. Und der BVR wirft der renommierten Beraterfirma sogar vor, sie lasse  „einen Teil unserer Gewinnverwendung unter den Tisch fallen“. Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

News

Upps, da war ja noch was: In Anbetracht der vielen bösen Schlagzeilen über die DVB Bank (vulgo: „HSH Light“) gerät leicht in Vergessenheit, dass die DZ Bank ja noch eine zweite Problemtochter in ihren Reihen hat – nämlich die VR Leasing, der, wie sich mancher erinnern wird, vor wenigen Jahren sogar mal das Eigenkapital ausging. Jedenfalls: Ebenjene VR Leasing soll nun ein weiteres Mal tiefgreifend umstrukturiert werden. Börsen-Zeitung (frei zugängliche News), Börsen-Zeitung (Interview hinter Paywall)

Deutscher Robo-Markt durchbricht die Milliarden-Grenze: Das zumindest schreiben die Researcher von Techfluence, die zwar über keine exakten Zahlen verfügen, ihr Ohr aber mehr oder weniger dicht an der Branche haben. Das Gros der Zuwächse kommt dabei erwartungsgemäß von Scalable Capital. Und sehr bemerkenswert: Wenn stimmt, was Techfluence schreibt, dann wachsen viele Robos praktisch gar nicht mehr (das erkennen Sie, wenn Sie auf den Link klicken und die aktuellen Zahlen, die sich in der Tabelle oben links befinden, mit den Juli-Zahlen vergleichen, für die Sie ein bisschen runterscrollen müssen). Techfluence, Börsen-Zeitung (Paywall)

Robo-Markt mal 1000 ist gleich Publikumsfonds-Markt: Damit Sie den direkten Vergleich zwischen alter und neuer Finanzwelt haben, statten wir Sie auch gleich mit den Oktober-Zahlen des BVI aus. Demnach verwaltet die deutsche Fondsbranche erstmals mehr als drei Billionen Euro, wovon ziemlich genau ein Drittel auf Publikumsfonds entfällt. Börsen-Zeitung Fondsprofessionell

Wenn es hierzulande eine Bankengruppe gibt … , bei der man nun definitiv nicht zu streiten braucht, ob sie ihre Kapitalkosten verdient, dann sind das die Autobanken (bzw. die „Captives“, wie Menschen sagen, die auch „OEMs“ sagen).  Jüngstes Beispiel: Die Volkswagen Financial Services wird ihren 2016er-Rekordgewinn vor Steuern (2,1 Mrd. Euro !!!) in diesem Jahr nochmals toppen (!!!). Börsen-Zeitung (Paywall)Automobilwoche

Deutsche Börse denkt über Bitcoin-Future und Krypto-Index nach: Das ist definitiv kein Scherz. Sonst würden es die seriösen Kollegen von „Reuters“ und der „Wirtschaftswoche“ (von der die News ursprünglich kam) ja nicht schreiben. Reuters

Fintech Vexcash wird nach Lettland veräußert: Beim Käufer handelt es sich um ein Unternehmen namens 4finance, das den (nicht unumstrittenen) Berliner Kurzfristkredit-Vermittler offenbar als Brückenkopf zum deutschen Markt nutzen will. Gründerszene

Lesetipps

„Es war verlockend“: Philipp Rösler (also der frühere Vizekanzler) erklärt im Interview mit dem „Handelsblatt“, warum er beim grundsoliden Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA angeheuert hat. HB (Paywall)

Die gefährliche Macht der Bitcoin-Oligarchen: Holger Zschäpitz erläutert, was es bedeutet, dass 20 Prozent an der digitalen Währung in den Händen von nur 112 Investoren liegen. Welt

Kommen jetzt die „Vertikalen Banken“? Diese Frage wirft Kollege Jürschick am Beispiel von „Sumo“ auf, einer Urlaubs-Bank-App von Thomas Cook. IT-Finanzmagazin

… oder ist alles ganz anders … – und anstelle von „Vertikalen Banken“, „Horizontalen Banken“ und „Doppel-Sechs-Banken“ wird es endlich Zeit für eine „Meta Bank“ (die dann übrigens auch Apple oder Facebook heißen kann …)? Dieser Frage geht der frühere Paypal-Deutschland-Chef Arnulf Keese im Paymentandbanking-Blog seines Kumpels André Bajorat nach. PAB 

Den Wert der Filiale in Zeiten der Digitalisierung … versucht der Blog des Kollegen Leichsenring zu ermitteln. Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern das Stück zu der Frage, ob die Blockchain das lästige „Know Your Customer“-Procedere vereinfachen kann. Der Bank-Blog

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… hier erfrischend bodenständig und gut informiert die Brücke zwischen alter und neuer Finanzwelt geschlagen wird – und das oft mit einem Augenzwinkern.“

Dirk Elsner, Senior Manager Innovation und Digitalisierung bei der DZ Bank

Newsletter 14/12/17: Banken moppern gegen Bain, Robo-Rekord, Noch ein DZ-Bank-Problem?

Exklusiv: Sparkassen und Volksbanken schießen gegen Beraterfirma Bain

Es ist beinahe wie ein Ritus: Jahr für Jahr präsentiert die Consultingfirma Bain eine umfangreiche Studie, die den deutschen Banken im Allgemeinen und den Sparkassen und Volksbanken im Besonderen attestiert, sie würden schlecht wirtschaften. So war das auch in dieser Woche wieder: „Nur jede zehnte deutsche Bank verdient ihre Eigenkapitalkosten“, lautete diesmal die Schlagzeile. In den vergangenen Jahren haben die Banken und ihre Verbandsvertreter in Berlin dieses Bashing über sich ergehen lassen oder allenfalls mit einem leichten Grummeln quittiert. Nun aber feuern sie zurück. So kritisierte der DSGV gegenüber „Finanz-Szene.de“, dass die Daten von Bain von den offiziellen Werten der Bundesbank abwichen. Und der BVR wirft der renommierten Beraterfirma sogar vor, sie lasse  „einen Teil unserer Gewinnverwendung unter den Tisch fallen“. Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Kreditech-Gründer Diemer sichert sich 10 Mio. Euro für sein neues Fintech

Der Kreditech-Gründer Sebastian Diemer bestätigt auch mit seinem neuen Fintech „Finiata“ seinen Ruf als Liebling der Venture-Capital-Investoren: Rund ein Jahr nach dem 5,5 Mio. Euro schweren Seed-Funding hat sich das Berliner Startup jetzt eine Serie-A-Finanzierung über 10 Mio. Euro gesichert, verriet Diemer gestern im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“. Finiata betreibt Factoring – finanziert Unternehmen also Rechnungen vor. Der Schwerpunkt liegt dabei allerdings, anders als im Factoring üblich, nicht auf Mittelständlern und Großkonzernen, sondern auf Selbständigen und Freiberuflern.  „Wir fokussieren uns  auf die wirklich kleinen Kunden, die man nur durch Automatisierung und den Aufbau eines eigenen Risikosystems bedienen kann“, sagte Diemer. Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

News

Upps, da war ja noch was: In Anbetracht der vielen bösen Schlagzeilen über die DVB Bank (vulgo: „HSH Light“) gerät leicht in Vergessenheit, dass die DZ Bank ja noch eine zweite Problemtochter in ihren Reihen hat – nämlich die VR Leasing, der, wie sich mancher erinnern wird, vor wenigen Jahren sogar mal das Eigenkapital ausging. Jedenfalls: Ebenjene VR Leasing soll nun ein weiteres Mal tiefgreifend umstrukturiert werden. Börsen-Zeitung (frei zugängliche News), Börsen-Zeitung (Interview hinter Paywall)

Deutscher Robo-Markt durchbricht die Milliarden-Grenze: Das zumindest schreiben die Researcher von Techfluence, die zwar über keine exakten Zahlen verfügen, ihr Ohr aber mehr oder weniger dicht an der Branche haben. Das Gros der Zuwächse kommt dabei erwartungsgemäß von Scalable Capital. Und sehr bemerkenswert: Wenn stimmt, was Techfluence schreibt, dann wachsen viele Robos praktisch gar nicht mehr (das erkennen Sie, wenn Sie auf den Link klicken und die aktuellen Zahlen, die sich in der Tabelle oben links befinden, mit den Juli-Zahlen vergleichen, für die Sie ein bisschen runterscrollen müssen). Techfluence, Börsen-Zeitung (Paywall)

Robo-Markt mal 1000 ist gleich Publikumsfonds-Markt: Damit Sie den direkten Vergleich zwischen alter und neuer Finanzwelt haben, statten wir Sie auch gleich mit den Oktober-Zahlen des BVI aus. Demnach verwaltet die deutsche Fondsbranche erstmals mehr als drei Billionen Euro, wovon ziemlich genau ein Drittel auf Publikumsfonds entfällt. Börsen-Zeitung Fondsprofessionell

Wenn es hierzulande eine Bankengruppe gibt … , bei der man nun definitiv nicht zu streiten braucht, ob sie ihre Kapitalkosten verdient, dann sind das die Autobanken (bzw. die „Captives“, wie Menschen sagen, die auch „OEMs“ sagen).  Jüngstes Beispiel: Die Volkswagen Financial Services wird ihren 2016er-Rekordgewinn vor Steuern (2,1 Mrd. Euro !!!) in diesem Jahr nochmals toppen (!!!). Börsen-Zeitung (Paywall)Automobilwoche

Deutsche Börse denkt über Bitcoin-Future und Krypto-Index nach: Das ist definitiv kein Scherz. Sonst würden es die seriösen Kollegen von „Reuters“ und der „Wirtschaftswoche“ (von der die News ursprünglich kam) ja nicht schreiben. Reuters

Fintech Vexcash wird nach Lettland veräußert: Beim Käufer handelt es sich um ein Unternehmen namens 4finance, das den (nicht unumstrittenen) Berliner Kurzfristkredit-Vermittler offenbar als Brückenkopf zum deutschen Markt nutzen will. Gründerszene

Lesetipps

„Es war verlockend“: Philipp Rösler (also der frühere Vizekanzler) erklärt im Interview mit dem „Handelsblatt“, warum er beim grundsoliden Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA angeheuert hat. HB (Paywall)

Die gefährliche Macht der Bitcoin-Oligarchen: Holger Zschäpitz erläutert, was es bedeutet, dass 20 Prozent an der digitalen Währung in den Händen von nur 112 Investoren liegen. Welt

Kommen jetzt die „Vertikalen Banken“? Diese Frage wirft Kollege Jürschick am Beispiel von „Sumo“ auf, einer Urlaubs-Bank-App von Thomas Cook. IT-Finanzmagazin

… oder ist alles ganz anders … – und anstelle von „Vertikalen Banken“, „Horizontalen Banken“ und „Doppel-Sechs-Banken“ wird es endlich Zeit für eine „Meta Bank“ (die dann übrigens auch Apple oder Facebook heißen kann …)? Dieser Frage geht der frühere Paypal-Deutschland-Chef Arnulf Keese im Paymentandbanking-Blog seines Kumpels André Bajorat nach. PAB 

Den Wert der Filiale in Zeiten der Digitalisierung … versucht der Blog des Kollegen Leichsenring zu ermitteln. Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern das Stück zu der Frage, ob die Blockchain das lästige „Know Your Customer“-Procedere vereinfachen kann. Der Bank-Blog

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… hier erfrischend bodenständig und gut informiert die Brücke zwischen alter und neuer Finanzwelt geschlagen wird – und das oft mit einem Augenzwinkern.“

Dirk Elsner, Senior Manager Innovation und Digitalisierung bei der DZ Bank

Exklusiv: Neues Diemer-Fintech sichert sich 10 Mio. Euro

Von Heinz-Roger Dohms

Kreditech-Gründer Sebastian Diemer bestätigt auch mit seinem neuen Fintech „Finiata“ seinen Ruf als Liebling der Venture-Capital-Investoren: Rund ein Jahr nach dem 5,5 Mio. Euro schweren Seed-Funding hat sich das Berliner Startup jetzt eine Serie-A-Finanzierung über satte 10 Mio. Euro gesichert, verriet Diemer gestern im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“. Zu den Altinvestoren wie DN Capital, Point9 capital oder Redalpine gesellen sich diesmal auch zwei osteuropäische Geldgeber – nämlich der tschechische Private-Equity-Fonds „Enern“ und das polnische Family Office „Kulczyk Investments“.

Finiata betreibt Factoring, also ein traditionelles Bankgeschäft, das darauf hinausläuft, dass ein Finanzdienstleister einem Unternehmen dessen Rechnungen vorzufinanziert. Der Fokus des letztes Jahr zunächst als „Bezahlt.de“ gestarteten Diemer-Fintechs liegt dabei allerdings  – anders als im Factoring üblich – nicht auf Mittelständlern und Großkonzernen, sondern auf Selbständigen und Freiberuflern.  „Wir fokussieren uns  auf die wirklich kleinen Kunden, die man nur durch Automatisierung und den Aufbau eines eigenen Risikosystems bedienen kann“, sagte Diemer. Dies sei ein Segment, „in dem einem Schufa, Creditreform usw. nicht helfen – eben weil noch nie jemand diesen Kunden einen Kredit gegeben hat.“

Finiata ist nicht das einzige Factoring-Fintech, das dieser Tage für Aufsehen sorgt. So hatte sich jüngst bereits der ebenfalls in Berlin ansässige Konkurrent „Billie“ 10 Mio. Euro gesichert. Auffällige Parallele: Auch hinter Billie stehen prominente Gründer aus der ursprünglichen Fintech-Welle: Matthias Knecht und Christian Grobe, die damals unter dem Dach von Rocket Internet den inzwischen an Funding Circle verkauften Marketplace-Lender Zencap gestartet hatten. Daneben haben sich auch weitere Fintechs wie Fundflow oder Innolend aufs Factoring spezialisiert.

Wie hoch Finiata nach der Serie-A-Runde bewertet ist, wollte Diemer nicht sagen: Zu den Geschäftszahlen verriet er immerhin so viel: Das Finanzierungsvolumen belaufe sich momentan auf annualisiert 20 Mio. Euro, das monatlich Wachstum habe zuletzt rund 35 Prozent betragen. Neben den 10 Mio. Euro Eigenkapital fließen Finiata weitere 8 Mio. Euro in Form von Fremdmitteln zu, mit dem das Unternehmen vor allem sein Wachstum in Polen (dem bislang einzigen Markt neben Deutschland) beschleunigen will. Hierzulande unterliegt Finiata übrigens deutlich strengeren aufsichtsrechtlichen Vorgaben als im östlichen Nachbarland. Weil das Diemer-Startup über keine eigene Banklizenz verfügt, läuft das deutsche Factoring über die Bücher der Berliner Solarisbank.