Liebe deutsche Banker, kriegt Ihr mit, wie Amazon Euch gerade Eure Kunden ausspannen will?

Von Heinz-Roger Dohms

Was hat es zu bedeuten, wenn Amazon dieser Tage in einem Jobportal nach einem Kreditanalysten für seine deutsche Dependance sucht? Und wie kommt es, dass ein langjähriger, renommierter Mitarbeiter einer bekannten Ratingagentur auf seinem LinkedIn-Profil als neuen Arbeitgeber plötzlich „Amazon Lending Germany“ angibt? Macht der amerikanische E-Commerce-Riese nun also ernst und tut, was in manchen Finanz-Blogs ja gern mal prophezeit wird – steigt er also ins deutsche Banking ein? Um es kurz zu machen: Nein, ganz so ist es nicht. Aber fast. Denn: Amazon schickt sich offenbar an, Händler seines Marktplatzes auch hierzulande mit Finanzierungen zu versorgen (angekündigt wurden die Pläne schon vor längerer Zeit). Nun mag man sagen: So what? Man kann darin aber auch den Eintritt der Tech-Giganten ins deutsche Kreditgeschäft sehen (zumal Paypal das gleiche macht). Welche Folgen das möglicherweise nach sich zieht, dies hat „Finanz-Szene.de“ den Payment-Experten und früheren Paypal-Manager Jochen Siegert gefragt:

Herr Siegert, Amazon sucht offenbar in Deutschland nach Kreditanalysten. Was hat das zu bedeuten?

Jochen Siegert: Die machen exakt das Gleiche, was ich einst für Paypal als Produkt in Europa initiiert habe – und was Paypal letztes Jahr endlich auch in Deutschland ausgerollt hat. Nämlich Finanzierungsangebote für kleine Händler. Amazon und Paypal haben das beide in UK getestet und kommen damit jetzt langsam auch nach Deutschland.

Was sind das für Kredite?

Siegert: Im Grunde klassisches Merchant Lending. Die Kreditnehmer sind kleine Verkäufer auf dem Amazon-Marktplatz.

Wird diese Klientel von den Banken nicht bedient?

Siegert: Zu wenig. Manchen Banken verstehen dieses Geschäft nicht richtig, anderen sind die Volumina zu klein, wieder andere fühlen sich unwohl dabei, weil gerade junge Händler noch keine BWA-Historie vorweisen können, also keine Betriebswirtschaftlichen Analysen, die lange genug zurückreichen.

Und Amazon glaubt, die Risiken solcher Händler besser einschätzen zu können als die Sparkassen oder Volksbank vor Ort?  

Siegert: Amazon kennt – im Gegensatz zu den Banken – die komplette Geschäftsentwicklung auf Tagesebene, die kennen die Margen, können den in den nächsten Monaten zu erwartenden Umsatz relativ präzise vorhersagen. Amazon sieht, ob die Produkte des Händlers nachgefragt werden, Amazon weiß, wie sich Händler entwickeln, die im gleichen Segment tätig sind, Amazon hat Einblick in alle relevanten Prozesse – also Reklamationen, Kundenfeedback, Lieferungsverzögerungen etc. pp. Daher ist es für Amazon (genau wie für Paypal) fast schon trivial, das Risiko des Kredits einzuschätzen. Hinzu kommt: Amazon kann sich mit dem zukünftigen Umsatz absichern. Wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt wird, werden die Erlöse des Händlers eingefroren. Also ein fast risikoloses Geschäft.

Wie können sich die Banken dagegen wehren?

Siegert: Gerade bei kleinen KMUs haben die Banken ein wirkliches Wettbewerbsproblem: Die Datenbasis ist schlechter, die Prozesses sind komplizierter – und die klassischen Firmenkundenberater verfügen oftmals nur über begrenztes Wissen, was die Dynamik des Online-Geschäfts betrifft. Nicht von ungefähr stürzen sich ja auch viele Fintechs genau in dieses Segment. Hinzukommt, dass viele Kreditinstitute gerade diese Klientel – also die kleinen KMUs – in der Vergangenheit stark vernachlässigt haben. Das macht es für Amazon und PayPal vergleichsweise leicht, das Segment zu besetzen. Die können es sich sogar leisten, relativ hohe Zinsen zu nehmen und ihr eigenes Working Capital entsprechend satt zu verzinsen.

Wenn viele Banken dieses Segment ohnehin vernachlässigt haben – lässt sich dann nicht argumentieren, dass gar nicht so viel Geschäft verloren gehen kann?

Siegert: Das ist zu kurz gedacht. Denken Sie daran, wie es bei Paypal war: Die haben sich zunächst an die kleinen Händler rangemacht, die von den Kreditkarten-Anbietern mangels Größe und Bonität und wegen des vermeintlich hohen Risiko des Onlinehandels damals meist abgelehnt wurden. Und mit der Zeit hat sich Paypal dann in der Wertschöpfung zu den Top-Händlern hochgearbeitet. Meines Erachtens könnte dieser Weg, der im Payment-Bereich wunderbar funktioniert hat, als Blaupause für das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden von Amazon und PayPal dienen: Erst die Kleinen. Und irgendwann die Großen. Und das täte den Banken dann richtig weh.

Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht. Die Oranje-Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern, ebensowenig wie Scalable.

Die mutmaßlichen 300 Mio. Euro der ING Diba sind vor allem interessant, wenn man diese mit den Zahlen der Comdirect vergleicht. Denn auch die Broker-Tochter der Commerzbank hatte mit ihrem bereits im vergangenen Mai gestarteten Robo-Advisor zunächst einen Blitzstart hingelegt (> 100 Mio Euro bis Ende Juni), konnte dieses Tempo dann aber nicht mehr halten. So standen die Quickborner Ende des dritten Quartals bei 150 Mio. Euro und zum 31. Dezember dann bei gut 200 Mio. Euro (allerdings: Die ING Diba muss Gebühreneinnahmen mit Scalable teilen, die Comdirect wirtschaftet komplett auf eigene Rechnung, sodass die Coba-Tochter bei den Umsätzen noch vor der Oranje-Bank liegen sollte).

Tatsächlich waren die ING Diba und die Deutsche Bank  die ersten ganz großen Player am deutschen Markt, der sich offensiv zum Robo-Geschäft bekennen. Die Volks- und Raiffeisenbanken (über ihren Fondsdienstleister Union Investment) und die Sparkassen (über die Deka) haben zwar längst eigene Robo-Adviser gegründet – bewerben diese aber praktisch gar nicht, vermutich weil sie nicht riskieren wollen, das einträglichere Geschäft mit klassischen Investmentfonds und Zertifikaten zu kannibalisieren.

Die Commerzbank werkelt an ihrem Robo noch, dürfte in den nächsten Monaten aber livegehen; die HVB wiederum hält sich bei den Thema bislang erstaunlich bedeckt. Von den Fintech-Robotern m kommt bislang abgesehen von Scalable (dürfte inklusive der Diba-Millionen auf die 750 Mio. Euro zugehen) nur Liqid (steht nach „Finanz-Szene.de“-Infos aktuell bei 195 Mio. Euro) auf nennenswerte Volumina. Daneben dürfte es am deuschen Markt allenfalls 2-3 weitere Player geben, die schon dreistellig sind – einer davon vermutlich der Robo „Quirion“ von der Berliner Quirin-Bank.

Newsletter 31/01/18: Scalable bald bei 1 Mrd. €, Lana Labs, Gebühren-Kamikaze

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

Beyond .de

Was machen Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway denn da? Naja, sie haben sich zusammengetan, um „eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter“ zu gründen, wie es die Kollegen von „Spiegel Online“ in ihrem unnachahmlichen „Jeder-soll-es-verstehen-Deutsch“ formulieren. Nun ist „eine Art Krankenkasse“ noch nicht „Amazon Insurance“, und „Amazon Insurance“ wäre noch nicht „Amazon Bank“. Aber lesen Sie’s vielleicht trotzdem mal. Spiegel-Online, Wall Street Journal (Paywall)

Lesetipps

Warum die Kunden beim Erstkonto weiterhin auf Banken (und nicht auf Fintechs) setzen … erläutert Remigiusz Smolinski, Business-Development-Vordenker bei der von uns sehr geschätzten Comdirect. Der Bank-Blog

Warum Banking das neue Payment ist (oder werden könnte) … dröseln die Kollegen des Paymentandbanking-Blogs auf. Paymentandbanking 

Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de

Newsletter 31/01/18: Für die DBank wird’s ernst, Gebühren-Kamikaze, Scalable bald bei 1 Mrd. €

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

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Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

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Und noch eine Meldung, die einige von Ihnen tangieren oder wenigstens irgendwie interessieren könnte: Blackstone kauft das Kerngeschäft (sprich: Börsen- und Wirtschaftsdaten) von Thomson Reuters. Handelsblatt

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Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de

Newsletter 30/01/18: Nächster Meilenstein für N26, Die Metabank, Fintech-Ausblick

Exklusiv: N26 hat in Frankreich ein Jahr nach dem Launch mehr als 200.000 Kunden

N26 steht nach dem Blitzstart in Deutschland auch in Frankreich an der Schwelle zum Massenmarkt. Wie Gründer Valentin Stalf gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ verriet, hat die Berliner Mobile-Bank im Nachbarland ein Jahr nach dem Launch bereits mehr als 200.000 Kunden gewonnen. Besonders erstaunlich: Offensichtlich kommt N26 in Frankreich mit der Akquise sogar schneller voran als in Deutschland, wo das Fintech nach dem Marktstart im Frühjahr 2015 schätzungsweise anderthalb Jahre brauchte, bis die 200.000er-Marke durchbrochen war. Aus Sicht von Stalf ist damit die – unter anderem von „Finanz-Szene.de“ aufgestellte – These widerlegt, wonach für N26 die Kundengewinnung im Ausland deutlich teurer werden dürfte als hierzulande. Denn: In Frankreich liege der Anteil viral (sprich: ohne Marketingkosten) gewonnener Kunden „bei über 50 Prozent“, so Stalf. Wie er das begründet, lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank schließt nächsten Millionenvergleich in den USA:  Diesmal geht es um die (angebliche) Manipulation von Edelmetallpreisen. Die Höhe der Zahlung? 30 Mio. Dollar. Klingt einerseits verkraftbar. Andererseits: Der wievielte Vergleich in dieser Größenordnung ist das jetzt eigentlich? Wiwo

Hessen will „Hire and Fire“-Gesetz für Brexit-Banker: … naja, natürlich nicht nur für Brexit-Banker. Sondern, um es korrekt zu sagen: Das hessische Finanzministerium arbeitet an einem Gesetz, dass den Kündigungsschutz für Spitzenverdiener lockern soll. Das Kalkül dahinter: Durch solch ein Gesetz  könnte es Londons Banken leichter fallen, hochbezahltes Personal nach Frankfurt zu verlagern. Reuters/HB

Wirecard wieder mal mit exzellenten Zahlen: Indien? War da war? Der bayerische Zahlungsdienstleister kontert die jüngsten Vorwürfe  mit gewohnt starken Zahlen. Das heißt konkret: 45 Prozent mehr Umsatz und 34 Prozent mehr Ebitda. Wow. FAZ

Beyond .de

Der nächste dicke Payment-Deal: Diesmal ist es der ING-Konzern, der zu einer Gesamtbewertung von 360  Mio. Euro den PSP Payvision mehrheitlich übernimmt. Financial Times (Paid)

Jamie Dimon bleibt weitere fünf Jahre JP-Morgan-Chef: Das lief noch über die Ticker, als wir eigentlich längst im Bett liegen wollten. CNN Money

Ignoriert

Wundern Sie sich auch, dass die Geschichte von den Milliarden-Boni bei der Deutschen Bank jetzt schon seit drei Tagen die Schlagzeilen beherrscht? Denn: Ist überhaupt neu, was die wackeren Kollegen von der FAZ da „ausgegraben“ haben? Nun: Die „Wiwo“ berichtete schon am 5. Januar, dass Deutsche-Bank-Vize Schenck für die Investmentbanker-Truppe Sonderzahlungen von 1,2 Mrd. Euro gefordert habe. Und das „Handelsblatt“ schrieb am 9. Januar: „Inzwischen hat das Topmanagement [der Deutschen Bank] eine Einigung erreicht, die Finanzkreisen zufolge in der Größenordnung von einer Milliarde Euro liegen soll.“ Vergleich Sie das bitte jetzt mal mit der „Exklusiv“-Geschichte der Kluge-Köpfe-Fraktion von diesem Wochenende: „Die Deutsche Bank zahlt nach einem Bericht der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘ für das Jahr 2017 trotz eines Verlustes mehr als eine Milliarde Euro Boni.“ Na, sehen Sie, was wir sehen?

Lesetipps

Ein kleiner Willkommensgruß an unseren neuen Abonnenten Arnulf Keese: Im Podcast mit Figo-Mann André Bajorat erklärt der frühere Paypal-Deutschland-Chef, warum der „Metabank“ die Zukunft gehören könnte – und was eine „Metabank“ überhaupt ist. Paymentandbanking

Oh nein, bitte nicht noch ein Fintech-Jahresausblick … ach, was soll’s, einer noch: Diesmal hat das „“IT-Finanzmagazin“ diverse Branchenkenner gefragt, welche Trends die kommenden Monate prägen werden. IT-Finanzmagazin

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun), finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen.

  • Union Investment prophezeit Zerschlagung der Deutschen Bank. Die Welt
  • Landgericht erklärt Negativzinsen für unzulässig. Manager Magazin

Klickfavorit

… war am Freitag die Deutsche-Bank-Präsentation, die wir gewohnt effekthascherich in unserer Kurzanalyse „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“ verlinkt hatten.

Newsletter 30/01/18: DBank muss wieder blechen, Martin Blessing, Nächster Meilenstein für N26

Exklusiv: N26 hat in Frankreich ein Jahr nach dem Launch mehr als 200.000 Kunden

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Ignoriert

Wundern Sie sich auch, dass die Geschichte von den Milliarden-Boni bei der Deutschen Bank jetzt schon seit drei Tagen die Schlagzeilen beherrscht? Denn: Ist überhaupt neu, was die wackeren Kollegen von der FAZ da „ausgegraben“ haben? Nun: Die „Wiwo“ berichtete schon am 5. Januar, dass Deutsche-Bank-Vize Schenck für die Investmentbanker-Truppe Sonderzahlungen von 1,2 Mrd. Euro gefordert habe. Und das „Handelsblatt“ schrieb am 9. Januar: „Inzwischen hat das Topmanagement [der Deutschen Bank] eine Einigung erreicht, die Finanzkreisen zufolge in der Größenordnung von einer Milliarde Euro liegen soll.“ Vergleich Sie das bitte jetzt mal mit der „Exklusiv“-Geschichte der Kluge-Köpfe-Fraktion von diesem Wochenende: „Die Deutsche Bank zahlt nach einem Bericht der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘ für das Jahr 2017 trotz eines Verlustes mehr als eine Milliarde Euro Boni.“ Na, sehen Sie, was wir sehen?

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Ganz ehrlich, hätten Sie’s ihm zugetraut? Martin Blessings erstaunlicher Aufstieg zum möglicherweise künftigen Chef der UBS. Handelsblatt (Paywall)

Ein kleiner Willkommensgruß an unseren neuen Abonnenten Arnulf Keese: Im Podcast mit Figo-Mann André Bajorat erklärt der frühere Paypal-Deutschland-Chef, warum der „Metabank“ die Zukunft gehören könnte – und was eine „Metabank“ überhaupt ist. Paymentandbanking

Oh nein, bitte nicht noch ein Fintech-Jahresausblick … ach, was soll’s, einer noch: Diesmal hat das „“IT-Finanzmagazin“ diverse Branchenkenner gefragt, welche Trends die kommenden Monate prägen werden. IT-Finanzmagazin

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… war am Freitag die Deutsche-Bank-Präsentation, die wir gewohnt effekthascherich in unserer Kurzanalyse „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“ verlinkt hatten.

Exklusiv: N26 durchbricht in Frankreich die 200.000-Kunden-Marke

Von Heinz-Roger Dohms

N26 steht nach dem Blitzstart in Deutschland auch in Frankreich an der Schwelle zum Massenmarkt. Wie Gründer Valentin Stalf heute Vormittag auf dem Pariser Fintech-Forum verkünden will, hat die Berliner Mobile-Bank im Nachbarland ein Jahr nach dem Launch bereits mehr als 200.000 Kunden gewonnen. Besonders erstaunlich: Offensichtlich kommt N26 in Frankreich mit der Akquise sogar schneller voran als in Deutschland, wo das Fintech nach dem Marktstart im Frühjahr 2015 schätzungsweise anderthalb Jahre brauchte, bis die 200.000er-Marke durchbrochen war.

Aus Sicht von Stalf ist damit die – unter anderem von „Finanz-Szene.de“ aufgestellte – These widerlegt, wonach für N26 die Kundengewinnung im Ausland deutlich teurer werden dürfte als hierzulande. In Frankreich liege der Anteil viral (sprich: ohne Marketingkosten) gewonnener Kunden „bei über 50 Prozent“, sagte der 32-Jährige gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. „Dabei kommt uns zugute, dass wir durch unseren erfolgreichen Start in Deutschland bereits über einen entsprechenden Track Record verfügen. Das macht uns auch für potenzielle Kunden in Frankreich interessant. Zudem haben unsere Produkte heute deutlich mehr Features, als sie das zum vergleichbaren Zeitpunkt in Deutschland hatten.“ Stalf betonte abermals, dass N26 mit seinen Bestandskunden bereits operativ Geld verdiene – eine Behauptung, die sich schwer überprüfen lässt, weil das Fintech bislang keine detaillierten Geschäftsberichte zu veröffentlichen braucht.

Unabhängig davon ist das Tempo, mit dem die Berliner neue Kunden akquirieren, verblüffend. So brauchte die Smartphone-Bank (wenn man den offiziellen Verlautbarungen glauben darf) in Frankreich nur gut vier Monate, um die Kundenzahl von 100.000 auf 200.000 zu steigern. Halten die Berliner, die mittlerweile knapp 350 Leute beschäftigen, diese Schlagzahl bei, dürfte in diesem Jahr – alle Märkte addiert – sogar die Ein-Millionen-Marke fallen. Zugleich steht in den kommenden Monaten allerdings auch der nächste Lackmustest an. So geht Marktkenner davon aus, dass N26 dieses Jahr in jedem Fall seine nächste Funding-Runde abschließen will. Ausgang? Offen.

(Zum Thema N26/Funding empfehlen wir einen Artikel, der vor einigen Monaten bei den Kollegen von Gründerszene erschien).

Newsletter 26/01/18: Fintech-Manifest, Friday, Ist die DWS wirklich IPO-reif?

Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?

Wenn es das Ziel der Deutschen-Bank-PR ist, alle 48 Stunden eine positive News zu platzieren – dann darf dieses Sollziel für den gestrigen Tag als erfüllt gelten. Denn da vermeldeten verschiedene Medien, dass die DWS (sprich: der Asset Manager der Blaubank) pünktlich zum geplanten Börsengang wieder kräftig Kundengelder eingesammelt habe. Doch stimmt das wirklich? Naja, zumindest verdient die Präsentation, die den Meldungen zugrunde liegt, einen zweiten Blick. Denn dann erkennt man (Seite 81), dass die Zuflüsse in 2017 ein gutes Stück hinter denen aus 2014 und 2015 zurückgeblieben sind (und bei weitem nicht ausreichten, um die Abflüsse aus 2016 zu egalisieren). Und wenn man dann auf Seite 89/90 scrollt, sieht man, dass die Kosten zwischen 9M16 und 9M17 eher nicht gesunken sind, und das bei einer Cost-Income-Ratio von 68. Zum Vergleich: Der börsennotierte französische Konkurrent Amundi, dessen Aktie übrigens neulich von einem Deutsche-Bank-Analysten  downgegraded wurde, kam zuletzt auf eine CIR von 53. Und dann noch ein Lektüretipp: Mitte Januar hat das Research der Deutschen Bank einen Großreport herumgeschickt, der sich „13 Tipping points in 2018“ nennt. Lesen Sie da mal die Seiten 52-55, die sich dem Thema „Asset Manager“ widmen. Klingt gar nicht gut.

Finanz-Szene.de (Dokumentation der wichtigste Aussagen der „Tipping-Point-Studie“); „13 Tipping points in 2018“; „DWS Company Presentation“

News

Schwere technische Störungen gestern bei der Sparkasse Düsseldorf: … aber bevor Ihnen jetzt vor Schreck das Smartphone in den Kaffee fällt: Ursache war kein Hacker-Angriff, sondern eine „Fehlkonfiguration bei einer zentralen Netzwerkkomponente“. Puh. Rheinische Post, BÖZ (Paywall)

Goldman Sachs greift nach ETF-Sparte der Commerzbank: „Wir glauben, dass es vermutlich bessere Eigentümer für diese Einheit gibt“ – mit diesen Worten stellte Coba-Chef Martin Zielke vor gut einem Jahr die „Equity Markets & Commodities“-Sparte zum Verkauf (abgesehen vom Comstage genannten ETF-Bereich zählt auch das Geschäft mit Aktienderivaten und Zertifikaten dazu). Laut „Handelsblatt“ rückt der angestrebte Deal nun näher. Zu den Interessenten gehören demnach Goldman, die Société Générale und Barclays. Handelsblatt (Paywall)

Neues vom grundsoliden Deutsche-Bank-Ankeraktionär: Die PR-Politik von HNA scheint es zu sein, alle 48 Stunden ein negative Nachricht zu platzieren. Worum es diesmal ging? Um eine Tochter, deren Konten vorübergehend eingefroren wurden. Bloomberg

Und auch heute wieder was aus der Insurtech-Ecke: Der vor neun Monaten gestartete Digital-Versicherer Friday (der zur Baloise gehört) hat bereits mehr als 15.000 Kfz-Policen verkauft – offenbar auch dank klug gewählter Vertriebskooperationen, etwa mit der Carsharing-Plattform Drivy. Ähnelt der „Borussia Dortmund / Finleap“-Meldung von gestern: Die Fintechs zielen auf den Point of Sale. Procontra Online

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„Hört auf, an die Fintech-Revolution zu glauben“: Carolin Neumann und Clas Beese vom „Finletter“ geben Maik Klotz (das ist der Blogger von Paymentandbanking, der dieser Tage eine Art Abgesang auf die Fintech-Branche verfasst hatte  …) ordentlich Kontra. Die These ihres kleinen Manifests: Die Finanz-Startups werden langsam erwachsen – und das ist gut so. Finletter

Warum die digitale Geldbörse der Banking-App überlegen ist: Unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic hat sich (in gewohnt ausufernder Manier) mit der Zukunft des mobilen Bezahlens befasst – und kommt, wie immer, zu sehr spannenden Schlussfolgerungen. leobosankic.com

Wieso sich viele Banken immer noch mit dem Online-Vertrieb schwer tun: Der Kunde will sich im Internet nicht nur informieren – er will dort auch kaufen. Auf diese simple Maxime aus dem E-Commerce hat sich die Finanzbranche viel zu spät eingelassen. Der Bank-Blog

Wie sich die Schweizer als Krypto-Versteher positionieren: Während anderswo die Politiker und Aufseher vor Gefahren warnen, sagt der eidgenössische Wirtschaftsminister Schneider-Ammann: „Wir wollen die Krypto-Nation sein.“ Der Erfolg gibt ihm offenbar Recht. Denn von den bislang weltweit zehn größten ICOs fanden vier in der Schweiz statt. Financial Times (Paywall)

Der 80-Mrd-Dollar-Schatz: Wenn Sie immer noch keinen Overkill an unglaublich klingenden Krypto-Geschichten verspüren, dann lesen Sie doch einfach mal, was die Kollegen von „Businessweek“ über den XRP-Token von Ripple zu erzählen haben (und was die Banken damit zu tun haben). Businessweek

„Average Return“ geteilt durch „Average Volatility“: Der Comdirect-Manager Hach erklärt, wie der hauseigene Robo Advisor funktioniert. IT-Finanzmagazin

London vs. Aschheim: Der notorisch Wirecard-kritische Dan McCrum vom Alphaville-Blog der „Financial Times“ befasst sich nach längerer Pause mal wieder mit dem bayerischen Payment-Konzern. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber anmeldepflichtig)

Und falls Ihnen unsere Lektüre-Auswahl auch diesmal wieder zu mainstreamig ist … dann empfehlen wir Ihnen als Alternative wie immer freitags an dieser Stelle die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zur Berenberg-GuV. Finanz-Szene.de

Newsletter 26/01/18: Ist die DWS wirklich IPO-reif?, Goldman/Coba, Der 80-Mrd.-Schatz

Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?

Wenn es das Ziel der Deutschen-Bank-PR ist, alle 48 Stunden eine positive News zu platzieren – dann darf dieses Sollziel für den gestrigen Tag als erfüllt gelten. Denn da vermeldeten verschiedene Medien, dass die DWS (sprich: der Asset Manager der Blaubank) pünktlich zum geplanten Börsengang wieder kräftig Kundengelder eingesammelt habe. Doch stimmt das wirklich? Naja, zumindest verdient die Präsentation, die den Meldungen zugrunde liegt, einen zweiten Blick. Denn dann erkennt man (Seite 81), dass die Zuflüsse in 2017 ein gutes Stück hinter denen aus 2014 und 2015 zurückgeblieben sind (und bei weitem nicht ausreichten, um die Abflüsse aus 2016 zu egalisieren). Und wenn man dann auf Seite 89/90 scrollt, sieht man, dass die Kosten zwischen 9M16 und 9M17 eher nicht gesunken sind, und das bei einer Cost-Income-Ratio von 68. Zum Vergleich: Der börsennotierte französische Konkurrent Amundi, dessen Aktie übrigens neulich von einem Deutsche-Bank-Analysten  downgegraded wurde, kam zuletzt auf eine CIR von 53. Und dann noch ein Lektüretipp: Mitte Januar hat das Research der Deutschen Bank einen Großreport herumgeschickt, der sich „13 Tipping points in 2018“ nennt. Lesen Sie da mal die Seiten 52-55, die sich dem Thema „Asset Manager“ widmen. Klingt gar nicht gut.

Finanz-Szene.de (Dokumentation der wichtigste Aussagen der „Tipping-Point-Studie“); „13 Tipping points in 2018“; „DWS Company Presentation“

News

Goldman Sachs greift nach ETF-Sparte der Commerzbank: „Wir glauben, dass es vermutlich bessere Eigentümer für diese Einheit gibt“ – mit diesen Worten stellte Coba-Chef Martin Zielke vor gut einem Jahr die „Equity Markets & Commodities“-Sparte zum Verkauf (abgesehen vom Comstage genannten ETF-Bereich zählt auch das Geschäft mit Aktienderivaten und Zertifikaten dazu). Laut „Handelsblatt“ rückt der angestrebte Deal nun näher. Zu den Interessenten gehören demnach Goldman, die Société Générale und Barclays. Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank sieht sich für (siehe oben) die DWS nach Übernahme-Kandidaten in London um: Das berichtet heute Morgen zumindest die „Börsen-Zeitung“. Demnach geht es darum, die Lücke, die auf der Insel mit dem Verkauf früherer Aktivitäten an Aberdeen 2005 entstand, so ein bisschen zu schließen. Börsen-Zeitung

Schwere technische Störungen gestern bei der Sparkasse Düsseldorf: … aber bevor Ihnen jetzt vor Schreck das Smartphone in den Kaffee fällt: Ursache war kein Hacker-Angriff, sondern eine „Fehlkonfiguration bei einer zentralen Netzwerkkomponente“. Puh. Rheinische Post, BÖZ (Paywall)

Britischer Finanzminister ätzt gegen FFM: Wenn die Banker aus London abwandern, dann nicht nach Frankfurt, sondern nach New York oder Singapur, meint Schatzkanzler Hammonds. Spiegel Online

Neues vom grundsoliden Deutsche-Bank-Ankeraktionär: Die PR-Politik von HNA scheint es zu sein, alle 48 Stunden ein negative Nachricht zu platzieren. Worum es diesmal ging? Um eine Tochter, deren Konten vorübergehend eingefroren wurden. Bloomberg

Und auch heute wieder was aus der Insurtech-Ecke: Der vor neun Monaten gestartete Digital-Versicherer Friday (der zur Baloise gehört) hat bereits mehr als 15.000 Kfz-Policen verkauft – offenbar auch dank klug gewählter Vertriebskooperationen, etwa mit der Carsharing-Plattform Drivy. Ähnelt der „Borussia Dortmund / Finleap“-Meldung von gestern: Die Fintechs zielen auf den Point of Sale. Procontra Online

Lesetipps

Warum die digitale Geldbörse der Banking-App überlegen ist: Unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic hat sich (in gewohnt ausufernder Manier) mit der Zukunft des mobilen Bezahlens befasst – und kommt, wie immer, zu sehr spannenden Schlussfolgerungen. leobosankic.com

Wieso sich viele Banken immer noch mit dem Online-Vertrieb schwer tun: Der Kunde will sich im Internet nicht nur informieren – er will dort auch kaufen. Auf diese simple Maxime aus dem E-Commerce hat sich die Finanzbranche viel zu spät eingelassen. Der Bank-Blog

„Hört auf, an die Fintech-Revolution zu glauben“: Carolin Neumann und Clas Beese vom „Finletter“ geben Maik Klotz (das ist der Blogger von Paymentandbanking, der dieser Tage eine Art Abgesang auf die Fintech-Branche verfasst hatte  …) ordentlich Kontra. Ihre These: Die Finanz-Startups werden langsam erwachsen – und das ist gut so. Finletter

Wie sich die Schweizer als Krypto-Versteher positionieren: Während anderswo die Politiker und Aufseher vor Gefahren warnen, sagt der eidgenössische Wirtschaftsminister Schneider-Ammann: „Wir wollen die Krypto-Nation sein.“ Der Erfolg gibt ihm offenbar Recht. Denn von den bislang weltweit zehn größten ICOs fanden vier in der Schweiz statt. Financial Times (Paywall)

Der 80-Mrd-Dollar-Schatz: Wenn Sie immer noch keinen Overkill an unglaublich klingenden Krypto-Geschichten verspüren, dann lesen Sie doch einfach mal, was die Kollegen von „Businessweek“ über den XRP-Token von Ripple zu erzählen haben (und was die Banken damit zu tun haben). Businessweek

„Average Return“ geteilt durch „Average Volatility“: Der Comdirect-Manager Hach erklärt, wie der hauseigene Robo Advisor funktioniert. IT-Finanzmagazin

London vs. Aschheim: Der notorisch Wirecard-kritische Dan McCrum vom Alphaville-Blog der „Financial Times“ befasst sich nach längerer Pause mal wieder mit dem bayerischen Payment-Konzern. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber anmeldepflichtig)

Und falls Ihnen unsere Lektüre-Auswahl auch diesmal wieder zu mainstreamig ist … dann empfehlen wir Ihnen als Alternative wie immer freitags an dieser Stelle die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

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… war gestern unsere Analyse zur Berenberg-GuV. Finanz-Szene.de

Die Deutsche Bank, das Asset Management und die apokalyptischen Reiter

Von Heinz-Roger Dohms

Die Deutsche Bank will in diesem Jahr ihren Asset Manager DWS an die Börse bringen. Vor diesem Hintergrund ist nicht ganz uninteressant, wie kritisch das hauseigene Research die Perspektiven der Branche sieht. So ist in der Mitte Januar erschienenen DBank-Studie „13 Tipping points in 2018“  von den „vier (apokalyptischen) Reitern“ die Rede, die die Profitablität  unter Druck setzten. „Finanz-Szene.de“dokumentiert die wichtigsten Aussagen der Untersuchung:

  • „With threats from the rise of passive products, regulation, technology and a possible downturn on the horizon, active investment is already on its way to becoming significantly less profitable.“
  • „The question is what asset managers will do in response to this threat and whether 2018 will see a tipping point that leads the most exposed players – bank and insurance-owned asset managers, here known as proprietary asset managers – to pursue consolidation or specialisation. Either way, the status quo is increasingly unviable“
  • „The first threat to asset management’s profitability comes from passive products. The trend is as predictable as any in financial services. In early 1995, passive investment was just three per cent of funds under management. By 2005, that figure had grown to 15 per cent and is now double that. Current trends imply a shift to 40-50 per cent by the end of the decade. That would imply further fee pressures, pushing industry earnings down a further 12 per cent over the next three years. There is probably an upper limit to the passive juggernaut, but there is no indication it will be reached anytime soon.“
  • „The second threat is a regulatory shift in most major jurisdictions from suitability to fiduciary metrics. Suitability asks whether the product makes sense for a client whereas a fiduciary criterion would ascertain whether there are better alternatives. Regulatory developments, like the UK’s Retail Distribution Review, are attempting to reduce conflicts of interest whereby an asset manager rewards their distributor for pushing their product over those of a competitor. Even the US Department of Labour, under the deregulatory impetus of President Trump, does not appear to have backtracked on its instatement of a fiduciary responsibility for asset managers.“
  • „The third is the push towards transparency from technology, globalisation and regulation across many industries. The possibility of an Amazon-type investment platform could appear. If it gained prominence, it would increase pressure on margins. Moreover, the implementation of Mifid II regulations is also increasing disclosure on costs, allowing clients to better understand their cumulative net returns on investment. Over time, this greater transparency is also likely to weigh on returns.“
  • „Finally, after eight years of a bull market adding natural buoyancy to assets under management, earnings cyclicality can be underestimated. Look at what happened in 2008-2009. Profits halved for the major US asset managers. The cost-to-income ratio (operating costs / operating income) increased to 63 per cent from 55 per cent, while pre-tax margins declined to 37 per cent from 53 per cent. Following an extended bull market it is sometimes difficult to differentiate between an alpha and beta of the industry cycle.“

Newsletter 25/01/18: Finleap & Borussia Dortmund, Berenbergs GuV-Kosmetik, Ein „N26“ für die Schweiz

Analyse: Wie in der Berenberg-Bilanz aus einem 92-prozentigen Einbruch ein Rekordjahr wurde

Berenberg? Das ist nicht nur die Bank des BdB-Präsidenten – es ist auch die Bank, die 2016 den vielleicht höchsten Return on Equity erzielte, den jemals ein hiesiges Geldhaus erzielt hat. Unfassbare 95,8 Prozent betrug die Eigenkapitalrendite laut Einzelabschluss; der ohnehin satte Gewinn stieg nochmals um 56 Mio. Euro auf 161 Mio. Euro. Kein Wunder also, dass sich die Traditionsbank  für das „höchste Ergebnis in der 427-jährigen Geschichte“ feierte. Doch ist der Jubel wirklich berechtigt? Animiert von der „Wirtschaftswoche“, die neulich bereits Zweifel an den Berenberg-Zahlen anmeldete, haben wir uns Einzel- und Konzernabschluss noch einmal ganz genau angeschaut. Unterstützt wurden wir dabei vom Finanzanalysten Stefan Best, der zu ein paar erstaunlichen Schlussfolgerungen kommt. So entstammten zum Beispiel auf Einzelebene mehr als 90 Prozent des Ergebnisses Sondereffekten. Operativ hingegen entpuppte sich das vermeintliche Rekordjahr als große Enttäuschung – vor allem die Provisionen brachen regelrecht ein. Lesen Sie hier unsere komplette Analyse (und warum 2017 wieder besser gelaufen sein müsste):

Finanz-Szene.de

News

Ist Borussia Dortmund der neue Fintech-Point-of-Sale? Wie Kollege Herbert Fromme berichtet, will der Fußball-Bundesligist seinen Fans über die eigene Homepage künfig Haftpflicht- und Hausrat-Versicherungen offerieren. Hinter dem Angebot soll angeblich das Finleap-Insurtech Element stehen. Süddeutsche Zeitung

Was die BIZ-Zahlen über die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Banken verraten: Daten-Guru Peter Barkow hat aus dem gestrigen BIZ-Report eine eindrückliche Grafik destilliert. Sie zeigt zum einen, wie viel besser sich die US-Institute von der großen Finanzkrise erholt haben als die europäischen; sie zeigt zum anderen aber auch, dass Europas Banken (wenn man mal zurückblickt in die Jahre 2000-2004) auch früher deutlich weniger Rendite erwirtschafteten als die US-Konkurrenz. Besonders interessant: Damals war die Differenz sogar größer als heute. Doch sehen Sie selbst: Barkow-Grafik

„Nullrunde“ bei der DZ Bank: Die in den vergangenen Jahren üblichen Gehaltssteigerungen für die außertariflich bezahlten Mitarbeiter fallen in diesem Jahr aus, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Meldung im Intranet des genossenschaftlichen Zentralinstituts. Als Grund führe die Bankspitze die gestiegenen Ausgaben für Regulierung und Digitalisierung an. Handelsblatt

Warum Investoren die Q4-Zahlen fürchten sollten: Am 2. Februar läutet die Deutsche Bank die Bilanzsaison der großen europäischen Geldhäuser ein. Die Kollegen von „Bloomberg“ erklären, was diesmal so alle an Unheil dräut – von Steinhoff bis Handelsflaute. Bloomberg

Banken stellen HNA eine „Unbedenklichkeits-Bescheinung“ aus: Zu den Instituten, die sich für den Deutsche-Bank-Ankeraktionär verbürgen, gehören die UBS, die Credit Suisse, JP Morgan und Nomura (falls Sie den ganzen Vorgang irgendwie schräg finden … das tun wir auch … aber was soll man machen?). Reuters

Beyond .de

Die Schweiz bekommt ihr eigenes „N26“: Bei unseren Nachbarn geht die erste rein mobile Bank an den Start (ihr Name: Cler).  Finanz und Wirtschaft

Planen Bain Capital und Advent den DACH-Region-Mega-Payment-Anbieter? Naja, zumindest interessieren sich die beiden Finanzinvestoren jetzt auch noch für die zum Verkauf stehende, angeblich 2 Mrd. Franken schwere Zahlungsdienste-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX – und das, nachdem sich das Duo ja bereits Concardis und Ratepay einverleibt hat und angeblich auch für BS Payone (also für den Sparkassen-Acquirer) bietet. Spannend, das. Finews

Lesetipps

Wie die Deutsche Bank aus schlechter Presse das Beste macht: Der Kommunikationsexperte Jorg Forthmann hat die PR-Politik des größten deutschen Geldinstituts analysiert – und lobt vor allem den (offenbar aufgegangenen) Plan von Kommunikationschef Eigendorf, es binnen 100 Tagen mit 50 selbst  gesetzten Ereignissen in die Medien zu schaffen. Der Bank-Blog

Von Whitelabel-Finanz-Hubs bis GAA-Infrastruktur: … diese fünf Trends könnten das Banking-Jahr 2018 prägen. Der Bank-Blog

„In drei bis fünf Jahren werden alle Transaktionen auf Blockchain basieren“: Boris Collardi, der zu seinen Julius-Bär-Zeiten eher nicht als Tech-Apostel auffiel, nutzt seine Auszeit (bevor er bei Pictet  einsteigt) offenbar zur persönlichen Weiterbildung. Noch eine Kostprobe gefällig? „Die Technologie wird entscheiden, ob ein Unternehmen überlebt oder scheitert.“ Finanz und Wirtschaft

Die Astrophysikerin: Sowohl die FAZ (Print, Seite 20) als auch die „Süddeutsche Zeitung“ widmen sich der scheidenden Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder, die es, wie gestern berichtet, zum Wohnkonzern Vonovia zieht. Süddeutsche

Beginnt jetzt der Kampf um die Fintech-Talente? Diese Beobachtung macht zumindest „Bloomberg“ am Beispiel des britischen Markts. Bloomberg

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… war gestern die „Wie und mit wem Paypal seine Kundendaten teilt“-Grafik. rebecca-ricks.com

Newsletter 25/01/18: Berenbergs GuV-Kosmetik, Nullrunde bei der DZ, Warum die DBank gute PR macht

Analyse: Wie in der Berenberg-Bilanz aus einem 92-prozentigen Einbruch ein Rekordjahr wurde

Berenberg? Das ist nicht nur die Bank des BdB-Präsidenten – es ist auch die Bank, die 2016 den vielleicht höchsten Return on Equity erzielte, den jemals ein hiesiges Geldhaus erzielt hat. Unfassbare 95,8 Prozent betrug die Eigenkapitalrendite laut Einzelabschluss; der ohnehin satte Gewinn stieg nochmals um 56 Mio. Euro auf 161 Mio. Euro. Kein Wunder also, dass sich die Traditionsbank  für das „höchste Ergebnis in der 427-jährigen Geschichte“ feierte. Doch ist der Jubel wirklich berechtigt? Animiert von der „Wirtschaftswoche“, die neulich bereits Zweifel an den Berenberg-Zahlen anmeldete, haben wir uns Einzel- und Konzernabschluss noch einmal ganz genau angeschaut. Unterstützt wurden wir dabei vom Finanzanalysten Stefan Best, der zu ein paar erstaunlichen Schlussfolgerungen kommt. So entstammten zum Beispiel auf Einzelebene mehr als 90 Prozent des Ergebnisses Sondereffekten. Operativ hingegen entpuppte sich das vermeintliche Rekordjahr als große Enttäuschung – vor allem die Provisionen brachen regelrecht ein. Lesen Sie hier unsere komplette Analyse (und warum 2017 wieder besser gelaufen sein müsste):

Finanz-Szene.de

News

Was die BIZ-Zahlen über die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Banken verraten: Daten-Guru Peter Barkow hat aus dem gestrigen BIZ-Report eine eindrückliche Grafik destilliert. Sie zeigt zum einen, wie viel besser sich die US-Institute von der großen Finanzkrise erholt haben als die europäischen; sie zeigt zum anderen aber auch, dass Europas Banken (wenn man mal zurückblickt in die Jahre 2000-2004) auch früher deutlich weniger Rendite erwirtschafteten als die US-Konkurrenz. Besonders interessant: Damals war die Differenz sogar größer als heute. Doch sehen Sie selbst: Barkow-Grafik

„Nullrunde“ bei der DZ Bank: Die in den vergangenen Jahren üblichen Gehaltssteigerungen für die außertariflich bezahlten Mitarbeiter fallen in diesem Jahr aus, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Meldung im Intranet des genossenschaftlichen Zentralinstituts. Als Grund führe die Bankspitze die gestiegenen Ausgaben für Regulierung und Digitalisierung an. Handelsblatt

Warum Investoren die Q4-Zahlen fürchten sollten: Am 2. Februar läutet die Deutsche Bank die Bilanzsaison der großen europäischen Geldhäuser ein. Die Kollegen von „Bloomberg“ erklären, was diesmal so alle an Unheil dräut – von Steinhoff bis Handelsflaute. Bloomberg

Banken stellen HNA eine „Unbedenklichkeits-Bescheinung“ aus: Zu den Instituten, die sich für den Deutsche-Bank-Ankeraktionär verbürgen, gehören die UBS, die Credit Suisse, JP Morgan und Nomura (falls Sie den ganzen Vorgang irgendwie schräg finden … das tun wir auch … aber was soll man machen?). Reuters

Ist Borussia Dortmund der neue Fintech-Point-of-Sale? Wie Kollege Herbert Fromme berichtet, will der Fußball-Bundesligist seinen Fans über die eigene Homepage künfig Haftpflicht- und Hausrat-Versicherungen offerieren. Hinter dem Angebot soll angeblich das Finleap-Insurtech Element stehen (ja, auch das klingt erstmal schrägt, aber vielleicht sieht sie so ja aus, die schöne neue Welt). Süddeutsche Zeitung

Beyond .de

Die Schweiz bekommt ihr eigenes „N26“: Bei unseren Nachbarn geht die erste rein mobile Bank an den Start (ihr Name: Cler).  Finanz und Wirtschaft

Planen Bain Capital und Advent den DACH-Region-Mega-Payment-Anbieter? Naja, zumindest interessieren sich die beiden Finanzinvestoren jetzt auch noch für die zum Verkauf stehende, angeblich 2 Mrd. Franken schwere Zahlungsdienste-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX – und das, nachdem sich das Duo ja bereits Concardis und Ratepay einverleibt hat und angeblich auch für BS Payone (also für den Sparkassen-Acquirer) bietet. Spannend, das. Finews

Lesetipps

Wie die Deutsche Bank aus schlechter Presse das Beste macht: Der Kommunikationsexperte Jorg Forthmann hat die PR-Politik des größten deutschen Geldinstituts analysiert – und lobt vor allem den (offenbar aufgegangenen) Plan von Kommunikationschef Eigendorf, es binnen 100 Tagen mit 50 selbst  gesetzten Ereignissen in die Medien zu schaffen. Der Bank-Blog

Von Whitelabel-Finanz-Hubs bis GAA-Infrastruktur: … diese fünf Trends könnten das Banking-Jahr 2018 prägen. Der Bank-Blog

„In drei bis fünf Jahren werden alle Transaktionen auf Blockchain basieren“: Boris Collardi, der zu seinen Julius-Bär-Zeiten eher nicht als Tech-Apostel auffiel, nutzt seine Auszeit (bevor er bei Pictet  einsteigt) offenbar zur persönlichen Weiterbildung. Noch eine Kostprobe gefällig? „Die Technologie wird entscheiden, ob ein Unternehmen überlebt oder scheitert.“ Finanz und Wirtschaft

Die Astrophysikerin: Sowohl die FAZ (Print, Seite 20) als auch die „Süddeutsche Zeitung“ widmen sich der scheidenden Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder, die es, wie gestern berichtet, zum Wohnkonzern Vonovia zieht. Süddeutsche

Beginnt jetzt der Kampf um die Fintech-Talente? Diese Beobachtung macht zumindest „Bloomberg“ am Beispiel des britischen Markts. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern die „Wie und mit wem Paypal seine Kundendaten teilt“-Grafik. rebecca-ricks.com

Analyse: Wie in der Berenberg-Bilanz aus einem 92-prozentigen Einbruch ein Rekordjahr wurde

Von Heinz-Roger Dohms

Berenberg? Das ist nicht nur die Bank des BdB-Präsidenten – es ist auch die Bank, die 2016 den vielleicht höchsten Return on Equity erzielte, den jemals ein hiesiges Geldhaus erzielt hat. Unfassbare 95,8 Prozent betrug die Eigenkapitalrendite laut Einzelabschluss. Der ohnehin schon stattliche Gewinn stieg nochmals um 56 Mio. Euro auf 161 Mio. Euro. Kein Wunder also, dass sich die Traditionsbank vergangenes Jahr für das „höchste Ergebnis in der 427-jährigen Geschichte“ feierte.

Dann aber stellte Berenberg vor wenigen Wochen seinen Konzernabschluss für 2016 in den Bundesanzeiger (zum Hintergrund: die vor knapp einem Jahr per Pressemitteilung versendeten Jubelzahlen basierten auf dem Einzelabschluss. Einen besseren und vollständigeren Einblick in die Ertragslage bietet aber der Konzernabschluss). Und da lesen sich die phänomenalen Zahlen plötzlich gar nicht mehr so phänomenal, wie neulich auch schon der „Wirtschaftswoche“ auffiel.

Denn: Im Konzernabschluss ist plötzlich „nur“ noch von einem Jahresüberschuss von 110 Mio. Euro die Rede – was freilich immer noch exzellent wäre, fände sich in der Rubrik „Sonstige betriebliche Erträge“ nicht der Hinweis auf einen „Veräußerungserlös aus dem Abgang einer Beteiligung in Höhe von 103,1 Mio. Euro“ (gemeint ist damit der Verkauf des 50-Prozent-Anteils an der Fondsgesellschaft Universal Investment, also ein Einmalertrag). Was ist also wirklich dran an dem vermeintlichen Rekordgewinn von 161 Mio. Euro?

Um das herauszufinden, bat „Finanz-Szene.de“ den renommierten Finanzanalysten Stefan Best, sich die Gewinn- und Verlustrechnung von Berenberg etwas näher anzusehen. Best lehrt an der Wiesbaden Business School, zuvor war er bei Standard & Poor’s fast zwei Jahrzehnte lang für die Bankenbranche zuständig.

Auf Basis eigener Berechnungen kommt Best für den Berenberg-Konzern zu folgenden Zahlen:

Konzern
2016 2015
70,857 54,154
300,809 367,078
Handel 34,275 36,028
Erträge 405,941 457,26
P.-Aufwand 220,29 215,078
S.-Aufwand 152,724 129,55
Aufwand 373,014 344,628
Ergebnis vor Risiko 32,927 112,632
Risiko 18,642 -1,626
Ergebnis nach Risiko 14,285 114,258
Sonstiges Ergebnis 101,014 -0,221
Ergebnis vor Steuern 115,299 114,037
Steuern 4,859 13,86
Ergebnis nach Steuern 110,44 100,177

Entscheidend ist die fünfte Zeile von unten, also das Ergebnis nach Risiko – sprich: der operative Gewinn vor Steuern. Er lag nach Bests Berechnung bei 14,3 Mio. Euro und wurde erst durch das sonstige Ergebnis (das wesentlich durch der Universal-Deal beeinflusst wurde) auf 115,3 Mio. Euro gepimpt. Nach Abzug der Steuern blieben besagte rund 110 Mio. Euro.

Nun zum Einzelabschluss, den sich Best auf Bitten von „Finanz-Szene.de“ ebenfalls angesehen hat:

Einzel
2016 2015
61,868 56,242
253,63 321,264
Handel 34,275 36,028
Erträge 349,773 413,534
P.-Aufwand 190,5 186,081
S.-Aufwand 132,342 112,69
Aufwand 322,842 298,771
Ergebnis vor Risiko 26,931 114,763
Risiko 17,284 -1,277
Ergebnis nach Risiko 9,647 116,04
Sonstiges Ergebnis 155,341 0,244
Ergebnis vor Steuern 164,988 116,284
Steuern 3,494 12,644
Ergebnis nach Steuern 161,494 103,64

Wieder ist die fünfte Zeile von unten die entscheidende – nämlich das Ergebnis nach Risiko, das auf Einzelebene sogar nur 9,6 Mio. Euro beträgt. Dass Berenberg trotzdem einen Rekordgewinn von besagten 161 Mio. Euro verkünden konnte, lag wiederum am „sonstigen Ergebnis“, wobei dieses im Einzelabschluss nach Berechnungen Bests sogar 155,3 Mio Euro ausmacht. Warum? Weil die Sondererträge aus dem Universal-Verkauf noch nicht alles sind. Hinzukommen nämlich noch Ausschüttungen von Gewinnrücklagen von Berenberg-Töchtern an die Muttergesellschaf (im Konzernabschluss schlagen sich diese Ausschüttungen naturgemäß nicht nieder).

Zusammengefasst: Nimmt man nur den operativ erwirtschafteten Gewinn (also das Ergebnis nach Risiko), dann ergibt sich im Vergleich zu 2015 ein Rückgang von rund 92 Prozent – und eine unspektakuläre Verzinsung auf das haftende Eigenkapital von nur rund fünf Prozent vor Steuern.

Erklären lässt sich das schwache Ergebnis zum einen mit den aufgrund des Expansionskurses stark gestiegenen Kosten (auf Einzelebene ging der Aufwand von 299 Mio. Euro auf 323 Mio Euro hoch, auf Konzernebene von 345 Mio. Euro auf 373 Mio. Euro). Daneben gibt es allerdings noch einen zweiten Grund: Der Provisionsüberschuss brach regelrecht ein, nämlich in der Bank von 321 Mio Euro auf 254 Mio Euro und im Konzern von 367 Mio. Euro auf 301 Mio. Euro. Im Konzernabschluss heißt es hierzu: „In einem sehr volatilen Marktumfeld sank der durch das Wertpapiergeschäft dominierte Provisionsüberschuss […]. Zwar konnten wir im Berichtsjahr weitere Marktanteile gewinnen, insgesamt traf uns hier jedoch auch der schwache Markt für die Begleitung von Kapitalerhöhungen und Börsengängen.“

Berenberg entpuppt sich damit  als fast schon reinrassige Investmentbank: In Jahren, in denen das Geschäft floriert, sind geradezu irrwitzige Renditen möglich (2015). Ist das einmal nicht der Fall – dann implodiert das operative Ergebnis (2016).

Und 2017? Irgendwann im Februar dürfte Berenberg seine neuen Zahlen vorstellen. Was sich in jedem Fall schon mal sagen lässt: Die Zahl der von Berenberg begleiteten Kapitalmarkttransaktionen ist nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ von 21 (in 2016) auf 51 (in 2017) gestiegen. Das heißt: Selbst wenn Berenberg diesmal kein neues „Rekordjahr“ verkündet, stehen die Chancen gut, dass der operative erwirtschaftete Gewinn wieder deutlich gestiegen ist.

Newsletter 24/01/18: Robo-Preiskampf, Wie digital ist der Kunde?, Naga/Easyfolio

Beginnt jetzt der Preiskampf der Robo-Adviser?

Der Robo-Trend der letzten Monate schien eindeutig: Wie schaffe ich es, meine digitale Vermögensverwaltung mit irgendeinem (zumindest gefühlten) Mehrwert zu versehen, um mich a) von der Konkurrenz abzuheben und b) einen Preisaufschlag zu rechtfertigen? Genau diesen Weg geht die Commerzbank, die an einem Hybridmodell werkelt. Diesen Weg geht die Deutsche Bank, deren Digital-Vordenker Markus Pertlwieser sagt: „Wenn wir als Deutsche Bank mit einem digitalen Vermögensverwalter an den Markt gehen, müssen wir mehr bieten als andere.“ Und diesen Weg geht auch ein Anbieter wie Werthstein, dessen Robo-Advisor so menschlich ist, dass man sich fragt, was daran überhaupt noch „robo“ ist. Jedenfalls: Völlig gegen diesen Trend positioniert sich nun die Berliner Quirin-Bank. Die hat nämlich gestern angekündigt, ihren eh schon nicht so wahnsinnig teuren Anlageroboter „Quirion“ nochmals zu verbilligen – die Gesamtkosten sollen von 0,88% auf 0,73% sinken. Gut möglich, dass damit nun der nächste Trend eingeläutet wird. Denn verwundern würde es nicht,  wenn einzelne Robo-Anbieter im verzweifelten Bemühem um Distinktion nun zur großen Rabattschlacht ansetzen.

Fondsprofessionell 

News

Wirecard wird schon wieder attackiert: Diesmal ist es eine selbsternannte Research-Firma namens „Southern Investigative Reporting Foundation“, die die Aktie des bayerischen Zahlungsdienstleisters absacken lässt – wenn auch „nur“ um 12 Prozent und nur vorübergehend (bei Handelsschluss notierten die Papiere noch knapp vier Prozent im Minus). Worum es in dem angeblichen Analysten-Report geht? Darum, dass bei Wirecards großem Indien-Deal 2015 nur ein Teil der Kaufsumme beim Verkäufer angekommen sein soll. „Die Darstellung ist falsch und entbehrt jeglicher Substanz“, erklärte laut „Reuters“ eine Wirecard-Sprecherin. Alles so wie immer also. Manager Magazin

Das ist doch mal ein hübsches Bündnis: Das schillernde Hamburger Fintech Naga beteiligt sich am Paläo-Robo-Advisor Easyfolio. Wer jetzt „Hä, wieso das denn?“ denkt, dem helfen wir gern auf die Sprünge: Hinter Easyfolio steht die sogenannte Privatbank Hauck & Aufhäuser, hinter der wiederum die Chinesen von Fosun stehen, die auch an Naga beteiligt sind. So einfach? So einfach. Und, ach ja: Irgendwie soll der Deal natürlich auch mit der Blockchain und mit „State-of-the-Art-Technologie“ generell zu tun haben. Ad-hoc-Mitteilung

Kehrtwende beim EU-Einlagenschutz: Interims-Finanzminister Peter Altmaier hält es für denkbar, dass der Einstieg in die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung bis Juni beschlossene Sache ist – auch wenn es danach noch viele Jahre dauern soll, bis das Vorhaben finalisiert wird (und das auch nur, falls die Risiken in den Bankbilanzen bis dahin deutlich reduziert werden). „Das deutsche ‚Nein‘ wird zum ‚Ja, aber‘, urteilen die FAZ-Kollegen. FAZ (Print, Seite 15), Börsen-Zeitung

Controlling-Vorstand? Bei einem Wohnungskonzern???  Helene von Roeder, Deutschland-Chefin der Credit Suisse und eine der bekanntesten Bankerinnen hierzulande, wechselt zu Vonovia, um dort oberste Controllerin zu werden. Nun ist Vonovia immerhin Dax-30. Aber trotzdem: Kann es sein, dass die Auslandsbanken auch nicht mehr das sind, was sie mal waren (okay, abgesehen von der BNP Paribas)? Ingrid Hengster: Gab 2013 den Chefsessel bei der RBS auf, um einfacher Vorstand bei der KfW zu werden. Ihr Nachfolger Joachim von Schorlemer: Wechselte bald darauf als einfacher Vorstand zur ING Diba. Vielleicht täte der Auslandsbanken-Verband tatsächlich gut daran, sich demnächst dem BdB anzuschließen. Reuters, Handelsblatt (Print)

HSBC Deutschland will die DWP Bank endgültig hinter sich lassen: Die Übernahme der Wertpapierabwicklung  für die Commerzbank soll nur der Anfang gewesen sein. Weitere Mandate  würden folgen, kündigte Jochen Medler-Ulff, Chef der HSBC Transaction Services GmbH, laut „BÖZ“ in einem Pressegespräch an. Zurzeit kommen die Deutschbriten hierzulande auf 55 Millionen abgewickelte Transaktionen. Mit dem Coba-Geschäft werden es dann schon fast 100 Millionen sein. Börsen-Zeitung

Verschiebt die Deutsche Bank die Boni-Bekanntgabe? Das zumindest spekulieren die Kollegen von „efinancialcareers“ und berufen sich auf das, was „Headhunter“ und „Mitarbeiter“ hinter „vorgehaltener Hand“ angeblich erzählen. efinancialcareers

Beyond .de

JP Morgan zahlt’s Trump heim: Als Konsequenz aus der US-Steuerreform hat die New Yorker Großbank Investitionen von rund 20 Mrd. Dollar sowie die Schaffung von rund 4000 Arbeitsplätzen angekündigt (natürlich beides im Heimatmarkt – wo sonst?). Manager Magazin

Wäre so etwas eigentlich auch in Frankfurt denkbar? Die Geschichte, wie ein hochrangiger Barclays-Banker einem Topjuristen des eigenen Hauses (der ein verstecktes Tonbandgerät mitlaufen lässt) bei einem Drink erzählt, dass er ein für die Bank wichtiges Dokument vernichtet hat. Bloomberg

Lesetipps

Digitalisierung? Ja, aber sensibel: Eine Bank hat wenig davon, wenn sie vor lauter Modernisierung die eigenen Kunden abhängt, meint der Chef der SWK Bank. Der Bank-Blog

Warum es den Commerzbankern in der Schweiz … deutlich besser geht als den Commerzbankern hierzulande. Finews

Wie und mit wem Paypal Ihre Daten teilt: … hat die Bloggerin Rebecca Ricks auf Basis offizieller Unternehmensangaben grafisch nachgezeichnet. rebecca-ricks.com

Karriere

Aus Reutlingen zu Goldman Sachs: Erstaunlich viele Frankfurter Investmentbanker entstammten der „European School of Business (ESB)“, bei der es sich streng genommen nur um die (Fach-)Hochschule Reutlingen handelt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusivmeldung zu Figo. Finanz-Szene.de

Newsletter 24/01/18: Robo-Preiskampf, Wie digital ist der Kunde?, Deutsche-Bank-Boni

Beginnt jetzt der Preiskampf der Robo-Adviser?

Der Robo-Trend der letzten Monate schien eindeutig: Wie schaffe ich es, meine digitale Vermögensverwaltung mit irgendeinem (zumindest gefühlten) Mehrwert zu versehen, um mich a) von der Konkurrenz abzuheben und b) einen Preisaufschlag zu rechtfertigen? Genau diesen Weg geht die Commerzbank, die an einem Hybridmodell werkelt. Diesen Weg geht die Deutsche Bank, deren Digital-Vordenker Markus Pertlwieser sagt: „Wenn wir als Deutsche Bank mit einem digitalen Vermögensverwalter an den Markt gehen, müssen wir mehr bieten als andere.“ Und diesen Weg geht auch ein Anbieter wie Werthstein, dessen Robo-Advisor so menschlich ist, dass man sich fragt, was daran überhaupt noch „robo“ ist. Jedenfalls: Völlig gegen diesen Trend positioniert sich nun die Berliner Quirin-Bank. Die hat nämlich gestern angekündigt, ihren eh schon nicht so wahnsinnig teuren Anlageroboter „Quirion“ nochmals zu verbilligen – die Gesamtkosten sollen von 0,88% auf 0,73% sinken. Gut möglich, dass damit nun der nächste Trend eingeläutet wird. Denn verwundern würde es nicht,  wenn einzelne Robo-Anbieter im verzweifelten Bemühem um Distinktion nun zur großen Rabattschlacht ansetzen.

Fondsprofessionell 

News

Kehrtwende beim EU-Einlagenschutz: Interims-Finanzminister Peter Altmaier hält es für denkbar, dass der Einstieg in die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung bis Juni beschlossene Sache ist – auch wenn es danach noch viele Jahre dauern soll, bis das Vorhaben finalisiert wird (und das auch nur, falls die Risiken in den Bankbilanzen bis dahin deutlich reduziert werden). „Das deutsche ‚Nein‘ wird zum ‚Ja, aber‘, urteilen die FAZ-Kollegen. FAZ (Print, Seite 15), Börsen-Zeitung

Controlling-Vorstand? Bei einem Wohnungskonzern???  Helene von Roeder, Deutschland-Chefin der Credit Suisse und eine der bekanntesten Bankerinnen hierzulande, wechselt zu Vonovia, um dort oberste Controllerin zu werden. Nun ist Vonovia immerhin Dax-30. Aber trotzdem: Kann es sein, dass die Auslandsbanken auch nicht mehr das sind, was sie mal waren (okay, abgesehen von der BNP Paribas)? Ingrid Hengster: Gab 2013 den Chefsessel bei der RBS auf, um einfacher Vorstand bei der KfW zu werden. Ihr Nachfolger Joachim von Schorlemer: Wechselte bald darauf als einfacher Vorstand zur ING Diba. Vielleicht täte der Auslandsbanken-Verband tatsächlich gut daran, sich demnächst dem BdB anzuschließen. Reuters, Handelsblatt (Print)

Wirecard wird schon wieder attackiert: Diesmal ist es eine selbsternannte Research-Firma namens „Southern Investigative Reporting Foundation“, die die Aktie des bayerischen Zahlungsdienstleisters absacken lässt – wenn auch „nur“ um 12 Prozent und nur vorübergehend (bei Handelsschluss notierten die Papiere noch knapp vier Prozent im Minus). Worum es in dem angeblichen Analysten-Report geht? Darum, dass bei Wirecards großem Indien-Deal 2015 nur ein Teil der Kaufsumme beim Verkäufer angekommen sein soll. „Die Darstellung ist falsch und entbehrt jeglicher Substanz“, erklärte laut „Reuters“ eine Wirecard-Sprecherin. Alles so wie immer also. Manager Magazin

Das ist doch mal ein hübsches Bündnis: Das schillernde Hamburger Fintech Naga beteiligt sich am Paläo-Robo-Advisor Easyfolio. Wer jetzt „Hä, wieso das denn?“ denkt, dem helfen wir gern auf die Sprünge: Hinter Easyfolio steht die sogenannte Privatbank Hauck & Aufhäuser, hinter der wiederum die Chinesen von Fosun stehen, die auch an Naga beteiligt sind. So einfach? So einfach. Und, ach ja: Irgendwie soll der Deal natürlich auch mit der Blockchain und mit „State-of-the-Art-Technologie“ generell zu tun haben. Ad-hoc-Mitteilung

HSBC Deutschland will die DWP Bank endgültig hinter sich lassen: Die Übernahme der Wertpapierabwicklung  für die Commerzbank soll nur der Anfang gewesen sein. Weitere Mandate  würden folgen, kündigte Jochen Medler-Ulff, Chef der HSBC Transaction Services GmbH, laut „BÖZ“ in einem Pressegespräch an. Zurzeit kommen die Deutschbriten hierzulande auf 55 Millionen abgewickelte Transaktionen. Mit dem Coba-Geschäft werden es dann schon fast 100 Millionen sein. Börsen-Zeitung

Verschiebt die Deutsche Bank die Boni-Bekanntgabe? Das zumindest spekulieren die Kollegen von „efinancialcareers“ und berufen sich auf das, was „Headhunter“ und „Mitarbeiter“ hinter „vorgehaltener Hand“ angeblich erzählen. efinancialcareers

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JP Morgan zahlt’s Trump heim: Als Konsequenz aus der US-Steuerreform hat die New Yorker Großbank Investitionen von rund 20 Mrd. Dollar sowie die Schaffung von rund 4000 Arbeitsplätzen angekündigt (natürlich beides im Heimatmarkt – wo sonst?). Manager Magazin

Wäre so etwas eigentlich auch in Frankfurt denkbar? Die Geschichte, wie ein hochrangiger Barclays-Banker einem Topjuristen des eigenen Hauses (der ein verstecktes Tonbandgerät mitlaufen lässt) bei einem Drink erzählt, dass er ein für die Bank wichtiges Dokument vernichtet hat. Bloomberg

Lesetipps

Digitalisierung? Ja, aber sensibel: Eine Bank hat wenig davon, wenn sie vor lauter Modernisierung die eigenen Kunden abhängt, meint der Chef der SWK Bank. Der Bank-Blog

Warum es den Commerzbankern in der Schweiz … deutlich besser geht als den Commerzbankern hierzulande. Finews

Wie und mit wem Paypal Ihre Daten teilt: … hat die Bloggerin Rebecca Ricks auf Basis offizieller Unternehmensangaben grafisch nachgezeichnet. rebecca-ricks.com

Karriere

Aus Reutlingen zu Goldman Sachs: Erstaunlich viele Frankfurter Investmentbanker entstammten der „European School of Business (ESB)“, bei der es sich streng genommen nur um die (Fach-)Hochschule Reutlingen handelt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusivmeldung zu Figo. Finanz-Szene.de