Die Deutsche Bank, das Asset Management und die apokalyptischen Reiter

Von Heinz-Roger Dohms

Die Deutsche Bank will in diesem Jahr ihren Asset Manager DWS an die Börse bringen. Vor diesem Hintergrund ist nicht ganz uninteressant, wie kritisch das hauseigene Research die Perspektiven der Branche sieht. So ist in der Mitte Januar erschienenen DBank-Studie „13 Tipping points in 2018“  von den „vier (apokalyptischen) Reitern“ die Rede, die die Profitablität  unter Druck setzten. „Finanz-Szene.de“dokumentiert die wichtigsten Aussagen der Untersuchung:

  • „With threats from the rise of passive products, regulation, technology and a possible downturn on the horizon, active investment is already on its way to becoming significantly less profitable.“
  • „The question is what asset managers will do in response to this threat and whether 2018 will see a tipping point that leads the most exposed players – bank and insurance-owned asset managers, here known as proprietary asset managers – to pursue consolidation or specialisation. Either way, the status quo is increasingly unviable“
  • „The first threat to asset management’s profitability comes from passive products. The trend is as predictable as any in financial services. In early 1995, passive investment was just three per cent of funds under management. By 2005, that figure had grown to 15 per cent and is now double that. Current trends imply a shift to 40-50 per cent by the end of the decade. That would imply further fee pressures, pushing industry earnings down a further 12 per cent over the next three years. There is probably an upper limit to the passive juggernaut, but there is no indication it will be reached anytime soon.“
  • „The second threat is a regulatory shift in most major jurisdictions from suitability to fiduciary metrics. Suitability asks whether the product makes sense for a client whereas a fiduciary criterion would ascertain whether there are better alternatives. Regulatory developments, like the UK’s Retail Distribution Review, are attempting to reduce conflicts of interest whereby an asset manager rewards their distributor for pushing their product over those of a competitor. Even the US Department of Labour, under the deregulatory impetus of President Trump, does not appear to have backtracked on its instatement of a fiduciary responsibility for asset managers.“
  • „The third is the push towards transparency from technology, globalisation and regulation across many industries. The possibility of an Amazon-type investment platform could appear. If it gained prominence, it would increase pressure on margins. Moreover, the implementation of Mifid II regulations is also increasing disclosure on costs, allowing clients to better understand their cumulative net returns on investment. Over time, this greater transparency is also likely to weigh on returns.“
  • „Finally, after eight years of a bull market adding natural buoyancy to assets under management, earnings cyclicality can be underestimated. Look at what happened in 2008-2009. Profits halved for the major US asset managers. The cost-to-income ratio (operating costs / operating income) increased to 63 per cent from 55 per cent, while pre-tax margins declined to 37 per cent from 53 per cent. Following an extended bull market it is sometimes difficult to differentiate between an alpha and beta of the industry cycle.“

Newsletter 25/01/18: Finleap & Borussia Dortmund, Berenbergs GuV-Kosmetik, Ein „N26“ für die Schweiz

Analyse: Wie in der Berenberg-Bilanz aus einem 92-prozentigen Einbruch ein Rekordjahr wurde

Berenberg? Das ist nicht nur die Bank des BdB-Präsidenten – es ist auch die Bank, die 2016 den vielleicht höchsten Return on Equity erzielte, den jemals ein hiesiges Geldhaus erzielt hat. Unfassbare 95,8 Prozent betrug die Eigenkapitalrendite laut Einzelabschluss; der ohnehin satte Gewinn stieg nochmals um 56 Mio. Euro auf 161 Mio. Euro. Kein Wunder also, dass sich die Traditionsbank  für das „höchste Ergebnis in der 427-jährigen Geschichte“ feierte. Doch ist der Jubel wirklich berechtigt? Animiert von der „Wirtschaftswoche“, die neulich bereits Zweifel an den Berenberg-Zahlen anmeldete, haben wir uns Einzel- und Konzernabschluss noch einmal ganz genau angeschaut. Unterstützt wurden wir dabei vom Finanzanalysten Stefan Best, der zu ein paar erstaunlichen Schlussfolgerungen kommt. So entstammten zum Beispiel auf Einzelebene mehr als 90 Prozent des Ergebnisses Sondereffekten. Operativ hingegen entpuppte sich das vermeintliche Rekordjahr als große Enttäuschung – vor allem die Provisionen brachen regelrecht ein. Lesen Sie hier unsere komplette Analyse (und warum 2017 wieder besser gelaufen sein müsste):

Finanz-Szene.de

News

Ist Borussia Dortmund der neue Fintech-Point-of-Sale? Wie Kollege Herbert Fromme berichtet, will der Fußball-Bundesligist seinen Fans über die eigene Homepage künfig Haftpflicht- und Hausrat-Versicherungen offerieren. Hinter dem Angebot soll angeblich das Finleap-Insurtech Element stehen. Süddeutsche Zeitung

Was die BIZ-Zahlen über die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Banken verraten: Daten-Guru Peter Barkow hat aus dem gestrigen BIZ-Report eine eindrückliche Grafik destilliert. Sie zeigt zum einen, wie viel besser sich die US-Institute von der großen Finanzkrise erholt haben als die europäischen; sie zeigt zum anderen aber auch, dass Europas Banken (wenn man mal zurückblickt in die Jahre 2000-2004) auch früher deutlich weniger Rendite erwirtschafteten als die US-Konkurrenz. Besonders interessant: Damals war die Differenz sogar größer als heute. Doch sehen Sie selbst: Barkow-Grafik

„Nullrunde“ bei der DZ Bank: Die in den vergangenen Jahren üblichen Gehaltssteigerungen für die außertariflich bezahlten Mitarbeiter fallen in diesem Jahr aus, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Meldung im Intranet des genossenschaftlichen Zentralinstituts. Als Grund führe die Bankspitze die gestiegenen Ausgaben für Regulierung und Digitalisierung an. Handelsblatt

Warum Investoren die Q4-Zahlen fürchten sollten: Am 2. Februar läutet die Deutsche Bank die Bilanzsaison der großen europäischen Geldhäuser ein. Die Kollegen von „Bloomberg“ erklären, was diesmal so alle an Unheil dräut – von Steinhoff bis Handelsflaute. Bloomberg

Banken stellen HNA eine „Unbedenklichkeits-Bescheinung“ aus: Zu den Instituten, die sich für den Deutsche-Bank-Ankeraktionär verbürgen, gehören die UBS, die Credit Suisse, JP Morgan und Nomura (falls Sie den ganzen Vorgang irgendwie schräg finden … das tun wir auch … aber was soll man machen?). Reuters

Beyond .de

Die Schweiz bekommt ihr eigenes „N26“: Bei unseren Nachbarn geht die erste rein mobile Bank an den Start (ihr Name: Cler).  Finanz und Wirtschaft

Planen Bain Capital und Advent den DACH-Region-Mega-Payment-Anbieter? Naja, zumindest interessieren sich die beiden Finanzinvestoren jetzt auch noch für die zum Verkauf stehende, angeblich 2 Mrd. Franken schwere Zahlungsdienste-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX – und das, nachdem sich das Duo ja bereits Concardis und Ratepay einverleibt hat und angeblich auch für BS Payone (also für den Sparkassen-Acquirer) bietet. Spannend, das. Finews

Lesetipps

Wie die Deutsche Bank aus schlechter Presse das Beste macht: Der Kommunikationsexperte Jorg Forthmann hat die PR-Politik des größten deutschen Geldinstituts analysiert – und lobt vor allem den (offenbar aufgegangenen) Plan von Kommunikationschef Eigendorf, es binnen 100 Tagen mit 50 selbst  gesetzten Ereignissen in die Medien zu schaffen. Der Bank-Blog

Von Whitelabel-Finanz-Hubs bis GAA-Infrastruktur: … diese fünf Trends könnten das Banking-Jahr 2018 prägen. Der Bank-Blog

„In drei bis fünf Jahren werden alle Transaktionen auf Blockchain basieren“: Boris Collardi, der zu seinen Julius-Bär-Zeiten eher nicht als Tech-Apostel auffiel, nutzt seine Auszeit (bevor er bei Pictet  einsteigt) offenbar zur persönlichen Weiterbildung. Noch eine Kostprobe gefällig? „Die Technologie wird entscheiden, ob ein Unternehmen überlebt oder scheitert.“ Finanz und Wirtschaft

Die Astrophysikerin: Sowohl die FAZ (Print, Seite 20) als auch die „Süddeutsche Zeitung“ widmen sich der scheidenden Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder, die es, wie gestern berichtet, zum Wohnkonzern Vonovia zieht. Süddeutsche

Beginnt jetzt der Kampf um die Fintech-Talente? Diese Beobachtung macht zumindest „Bloomberg“ am Beispiel des britischen Markts. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern die „Wie und mit wem Paypal seine Kundendaten teilt“-Grafik. rebecca-ricks.com

Newsletter 25/01/18: Berenbergs GuV-Kosmetik, Nullrunde bei der DZ, Warum die DBank gute PR macht

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