Liebe deutsche Banker, kriegt Ihr mit, wie Amazon Euch gerade Eure Kunden ausspannen will?

Von Heinz-Roger Dohms

Was hat es zu bedeuten, wenn Amazon dieser Tage in einem Jobportal nach einem Kreditanalysten für seine deutsche Dependance sucht? Und wie kommt es, dass ein langjähriger, renommierter Mitarbeiter einer bekannten Ratingagentur auf seinem LinkedIn-Profil als neuen Arbeitgeber plötzlich „Amazon Lending Germany“ angibt? Macht der amerikanische E-Commerce-Riese nun also ernst und tut, was in manchen Finanz-Blogs ja gern mal prophezeit wird – steigt er also ins deutsche Banking ein? Um es kurz zu machen: Nein, ganz so ist es nicht. Aber fast. Denn: Amazon schickt sich offenbar an, Händler seines Marktplatzes auch hierzulande mit Finanzierungen zu versorgen (angekündigt wurden die Pläne schon vor längerer Zeit). Nun mag man sagen: So what? Man kann darin aber auch den Eintritt der Tech-Giganten ins deutsche Kreditgeschäft sehen (zumal Paypal das gleiche macht). Welche Folgen das möglicherweise nach sich zieht, dies hat „Finanz-Szene.de“ den Payment-Experten und früheren Paypal-Manager Jochen Siegert gefragt:

Herr Siegert, Amazon sucht offenbar in Deutschland nach Kreditanalysten. Was hat das zu bedeuten?

Jochen Siegert: Die machen exakt das Gleiche, was ich einst für Paypal als Produkt in Europa initiiert habe – und was Paypal letztes Jahr endlich auch in Deutschland ausgerollt hat. Nämlich Finanzierungsangebote für kleine Händler. Amazon und Paypal haben das beide in UK getestet und kommen damit jetzt langsam auch nach Deutschland.

Was sind das für Kredite?

Siegert: Im Grunde klassisches Merchant Lending. Die Kreditnehmer sind kleine Verkäufer auf dem Amazon-Marktplatz.

Wird diese Klientel von den Banken nicht bedient?

Siegert: Zu wenig. Manchen Banken verstehen dieses Geschäft nicht richtig, anderen sind die Volumina zu klein, wieder andere fühlen sich unwohl dabei, weil gerade junge Händler noch keine BWA-Historie vorweisen können, also keine Betriebswirtschaftlichen Analysen, die lange genug zurückreichen.

Und Amazon glaubt, die Risiken solcher Händler besser einschätzen zu können als die Sparkassen oder Volksbank vor Ort?  

Siegert: Amazon kennt – im Gegensatz zu den Banken – die komplette Geschäftsentwicklung auf Tagesebene, die kennen die Margen, können den in den nächsten Monaten zu erwartenden Umsatz relativ präzise vorhersagen. Amazon sieht, ob die Produkte des Händlers nachgefragt werden, Amazon weiß, wie sich Händler entwickeln, die im gleichen Segment tätig sind, Amazon hat Einblick in alle relevanten Prozesse – also Reklamationen, Kundenfeedback, Lieferungsverzögerungen etc. pp. Daher ist es für Amazon (genau wie für Paypal) fast schon trivial, das Risiko des Kredits einzuschätzen. Hinzu kommt: Amazon kann sich mit dem zukünftigen Umsatz absichern. Wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt wird, werden die Erlöse des Händlers eingefroren. Also ein fast risikoloses Geschäft.

Wie können sich die Banken dagegen wehren?

Siegert: Gerade bei kleinen KMUs haben die Banken ein wirkliches Wettbewerbsproblem: Die Datenbasis ist schlechter, die Prozesses sind komplizierter – und die klassischen Firmenkundenberater verfügen oftmals nur über begrenztes Wissen, was die Dynamik des Online-Geschäfts betrifft. Nicht von ungefähr stürzen sich ja auch viele Fintechs genau in dieses Segment. Hinzukommt, dass viele Kreditinstitute gerade diese Klientel – also die kleinen KMUs – in der Vergangenheit stark vernachlässigt haben. Das macht es für Amazon und PayPal vergleichsweise leicht, das Segment zu besetzen. Die können es sich sogar leisten, relativ hohe Zinsen zu nehmen und ihr eigenes Working Capital entsprechend satt zu verzinsen.

Wenn viele Banken dieses Segment ohnehin vernachlässigt haben – lässt sich dann nicht argumentieren, dass gar nicht so viel Geschäft verloren gehen kann?

Siegert: Das ist zu kurz gedacht. Denken Sie daran, wie es bei Paypal war: Die haben sich zunächst an die kleinen Händler rangemacht, die von den Kreditkarten-Anbietern mangels Größe und Bonität und wegen des vermeintlich hohen Risiko des Onlinehandels damals meist abgelehnt wurden. Und mit der Zeit hat sich Paypal dann in der Wertschöpfung zu den Top-Händlern hochgearbeitet. Meines Erachtens könnte dieser Weg, der im Payment-Bereich wunderbar funktioniert hat, als Blaupause für das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden von Amazon und PayPal dienen: Erst die Kleinen. Und irgendwann die Großen. Und das täte den Banken dann richtig weh.

Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht. Die Oranje-Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern, ebensowenig wie Scalable.

Die mutmaßlichen 300 Mio. Euro der ING Diba sind vor allem interessant, wenn man diese mit den Zahlen der Comdirect vergleicht. Denn auch die Broker-Tochter der Commerzbank hatte mit ihrem bereits im vergangenen Mai gestarteten Robo-Advisor zunächst einen Blitzstart hingelegt (> 100 Mio Euro bis Ende Juni), konnte dieses Tempo dann aber nicht mehr halten. So standen die Quickborner Ende des dritten Quartals bei 150 Mio. Euro und zum 31. Dezember dann bei gut 200 Mio. Euro (allerdings: Die ING Diba muss Gebühreneinnahmen mit Scalable teilen, die Comdirect wirtschaftet komplett auf eigene Rechnung, sodass die Coba-Tochter bei den Umsätzen noch vor der Oranje-Bank liegen sollte).

Tatsächlich waren die ING Diba und die Deutsche Bank  die ersten ganz großen Player am deutschen Markt, der sich offensiv zum Robo-Geschäft bekennen. Die Volks- und Raiffeisenbanken (über ihren Fondsdienstleister Union Investment) und die Sparkassen (über die Deka) haben zwar längst eigene Robo-Adviser gegründet – bewerben diese aber praktisch gar nicht, vermutich weil sie nicht riskieren wollen, das einträglichere Geschäft mit klassischen Investmentfonds und Zertifikaten zu kannibalisieren.

Die Commerzbank werkelt an ihrem Robo noch, dürfte in den nächsten Monaten aber livegehen; die HVB wiederum hält sich bei den Thema bislang erstaunlich bedeckt. Von den Fintech-Robotern m kommt bislang abgesehen von Scalable (dürfte inklusive der Diba-Millionen auf die 750 Mio. Euro zugehen) nur Liqid (steht nach „Finanz-Szene.de“-Infos aktuell bei 195 Mio. Euro) auf nennenswerte Volumina. Daneben dürfte es am deuschen Markt allenfalls 2-3 weitere Player geben, die schon dreistellig sind – einer davon vermutlich der Robo „Quirion“ von der Berliner Quirin-Bank.

Newsletter 31/01/18: Scalable bald bei 1 Mrd. €, Lana Labs, Gebühren-Kamikaze

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

Beyond .de

Was machen Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway denn da? Naja, sie haben sich zusammengetan, um „eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter“ zu gründen, wie es die Kollegen von „Spiegel Online“ in ihrem unnachahmlichen „Jeder-soll-es-verstehen-Deutsch“ formulieren. Nun ist „eine Art Krankenkasse“ noch nicht „Amazon Insurance“, und „Amazon Insurance“ wäre noch nicht „Amazon Bank“. Aber lesen Sie’s vielleicht trotzdem mal. Spiegel-Online, Wall Street Journal (Paywall)

Lesetipps

Warum die Kunden beim Erstkonto weiterhin auf Banken (und nicht auf Fintechs) setzen … erläutert Remigiusz Smolinski, Business-Development-Vordenker bei der von uns sehr geschätzten Comdirect. Der Bank-Blog

Warum Banking das neue Payment ist (oder werden könnte) … dröseln die Kollegen des Paymentandbanking-Blogs auf. Paymentandbanking 

Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de

Newsletter 31/01/18: Für die DBank wird’s ernst, Gebühren-Kamikaze, Scalable bald bei 1 Mrd. €

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

Beyond .de

Was machen Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway denn da? Naja, sie haben sich zusammengetan, um „eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter“ zu gründen, wie es die Kollegen von „Spiegel Online“ in ihrem unnachahmlichen „Jeder-soll-es-verstehen-Deutsch“ formulieren. Nun ist „eine Art Krankenkasse“ noch nicht „Amazon Insurance“, und „Amazon Insurance“ wäre noch nicht „Amazon Bank“. Aber lesen Sie’s vielleicht trotzdem mal. Spiegel-Online, Wall Street Journal (Paywall)

Und noch eine Meldung, die einige von Ihnen tangieren oder wenigstens irgendwie interessieren könnte: Blackstone kauft das Kerngeschäft (sprich: Börsen- und Wirtschaftsdaten) von Thomson Reuters. Handelsblatt

Lesetipps

Warum die Kunden beim Erstkonto weiterhin auf Banken (und nicht auf Fintechs) setzen … erläutert Remigiusz Smolinski, Business-Development-Vordenker bei der von uns sehr geschätzten Comdirect. Der Bank-Blog

Warum Banking das neue Payment ist (oder werden könnte) … dröseln die Kollegen des Paymentandbanking-Blogs auf. Paymentandbanking 

Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de