Newsletter 23/01/18: UBS vs. Deutsche Bank, Kreditkarte mit Gesichtserkennung, KfW

Die UBS-Zahlen zeigen, wie gut es der Deutschen Bank theoretisch gehen könnte

Okay, auch bei der UBS ist der Gewinn aufgrund der Trump’schen Steuerreform eingebrochen (und zwar auf netto 1,2 Mrd. Franken). Davon abgesehen unterstreichen die gestern präsentierten 2017er-Zahlen allerdings wieder einmal, wie viel die Schweizer Großbank seit der Finanzkrise richtig gemacht hat. So verzeichnete das Wealth Management einen Nettozufluss von 44,3 Mrd. Franken – womit die UBS nun Kundengelder von mehr als 2300 Mrd. Franken verwaltet. Bereinigt um Sondereffekte erzielte die Sparte einen um 14 Prozent gesteigerten Vorsteuergewinn von 4,1 Mrd. Franken. Da verwundert es kaum, dass die Bank ihre Aktionäre nicht nur mit einem 2 Mrd. Franken teuren Aktienrückkauf, sondern auch noch mit einer um acht Prozent erhöhten Dividende beglücken kann. Und überhaupt die Investoren: Die UBS-Papiere sind in den vergangenen fünf Jahren doppelt so stark gestiegen wie der Stoxx Europe 600 Banks – und notieren nun mit dem 1,5-Fachen des Buchwerts. Vergleichen Sie das mal mit der Deutschen Bank.

Breakingviews, NZZ, Reuters, FT Lex (Paywall), FAZ (Print, Seite 22),

News

Ist das jetzt gut oder schlecht für Blessing? Noch eine UBS-Notiz am Rande: Die Schweizer legen ihr US-amerikanisches und ihr sonstiges Wealth Management zusammen, wodurch Martin Blessing (der erst jüngst an die Spitze von letzterem berufen wurde) nun nicht mehr alleiniger Chef einer sehr, sehr wichtigen UBS-Sparte ist, sondern Co-Chef einer sehr, sehr, sehr, sehr wichtigen UBS-Sparte. Die Kollegen von „Finews“ wähnen den Ex-Coba-Chef nun endgültig im „Olymp“, während die „Handelszeitung“ das Ganze deutlich negativer beurteilt. Finews.ch, Handelszeitung

KfW braucht jetzt doch wieder einen IT-Vorstand: Wie das „Handelsblatt“ berichtet, soll das Führungsgremium der Staatsbank von fünf auf sechs Mitglieder erweitert werden. Grund: Nachdem das IT-Ressort vor drei Jahren dem Finanzbereich zugeschlagen worden war, hält die KfW nun doch wieder nach einem eigenständen „Chief Information Officer/Chief Operating Officer“ Ausschau. Handelsblatt (Paywall)

Exklusiv: Fintech Figo wird zu „Solaris light“: Der Hamburger API-Spezialist will nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sein Geschäftsmodell erweitern – nämlich um einen Lizenzschutz für Buchhaltungsdienste, Vertragsoptimierer und andere Firmen, die künftig unter die PSD2-Richtlinie fallen und damit deutlich strenger als bislang reguliert werden. Wie sich eine Bafin-Lizenz zu Geld machen lässt, hatte hierzulande zuletzt bereits die Berliner Solarisbank vorexerziert. Finanz-Szene.de

Mastercard kündigt biometrische Authentifizierung an: Von April 2019 an  sollen Kunden ihre Identität per Fingerabdruck- oder Gesichts­er­kennung nachweisen können. IT-Finanzmagazin

Lupus Alpha knackt 10-Mrd.-Euro-Marke: Der Frankfurter Spezialfonds-Anbieter hat seine Assets under Management 2017 um knapp ein Viertel gesteigert. Fondsprofessionell

Holtzbrinck Ventures legt Rekordfonds auf: Mit Referenzen wie Scalable Capital, SumUp oder Exporo gehört der VC schon jetzt zu den wichtigsten Fintech-Investoren hierzulande. Nun hat Holtzbrinck einen neuen Fonds über 306 Mio. Euro aufgelegt (freilich nicht nur für Investitionen in Finanz-Startups). Pressemitteilung

Lesetipps

Die fünf wichtigsten Fintech-Trends 2018: … glaubt Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth identifiziert zu haben. Welt

Wie wenig von der Fintech-Revolution übrig geblieben ist: … beklagt der Blogger Maik Klotz unter anderem am Beispiel von N26 (biete letztlich nur ein Konto), Smava (sei am Ende nicht mehr als ein Kreditvermittler) oder Mobile Payment (habe sich bislang nur in Asien wirklich durchgesetzt). Paymentandbanking

Apple? Orange! Die „Financial Times“ sieht erste Indizien dafür, dass der französische Telekomkonzern mit seiner kürzlich gestarteten „Orange Bank“ tatsächlich Erfolg haben könnte. FT (Paywall)

Fast alles, was Sie zu PSD2 wissen müssen: … hat Kollege Leichsenring in einer kleinen Linkliste zusammengetragen. Der Bank-Blog

Die große Insurtech-Welle: … ruft das „Handelsblatt“ heute Morgen aus (äh, das Korrektorat merkt zu Recht an, dass genau genommen natürlich das „Handelsblatt“ die Insurtech-Welle ausruft und nicht umgekehrt).  Handelsblatt (Paywall)

Und wenn Sie glauben, Sie müssten in Sachen Apple Pay aus irgendeinem Grund à jour sein: … dann lesen Sie doch einfach die jüngste Kolumne von Tobias Baumgarten. About Fintech

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun) finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen. Aber sei’s drum.

  • Deutsche Bank findet Hinweise auf verdächtige Geschäfte von Trump-Schwiegersohn (Manager Magazin)
  • USA wollen Investitionen von Deutsche-Bank-Großaktionär HNA stoppen (Handelsblatt)

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse zu Auxmoney. Finanz-Szene.de

Newsletter 23/01/18: Figo imitiert Solarisbank, Fintech-Trends 2018, Kreditkarte mit Gesichtserkennung

Exklusiv: Hamburger Fintech Figo will zur „Solarisbank light“ werden

Der Hamburger API-Spezialist Figo will sein Geschäftsmodell um eine zweite Säule erweitern – nämlich um einen Lizenzschutz für Buchhaltungsdienste, Vertragsoptimierer und andere Firmen, die künftig unter die PSD2-Richtlinie fallen und damit deutlich strenger als bislang reguliert werden. Um diesen von Figo als „RegShield“ bezeichneten Service anbieten zu dürfen, brauchen die Hanseaten freilich erst einmal selbst eine Zahlungsinstitut-Lizenz. „Den entsprechenden Antrag werden wir noch im Januar stellen. Wir hoffen, dass uns die Bafin die Lizenz dann bis spätestens Juni erteilen wird“, sagte Figo-Chef André Bajorat gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Die Idee, eine Bafin-Lizenz zum Geschäftsmodell zu machen, erinnert an Whitelabel-Anbieter wie die Hamburger Sutor-Bank oder das Berliner Vorzeige-Fintech Solarisbank. Was das Figo-Modell von diesen Anbietern unterscheidet, lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

Die UBS-Zahlen zeigen, wie gut es der Deutschen Bank theoretisch gehen könnte

Okay, auch bei der UBS ist der Gewinn aufgrund der Trump’schen Steuerreform eingebrochen (und zwar auf netto 1,2 Mrd. Franken). Davon abgesehen unterstreichen die gestern präsentierten 2017er-Zahlen allerdings wieder einmal, wie viel die Schweizer Großbank seit der Finanzkrise richtig gemacht hat. So verzeichnete das Wealth Management einen Nettozufluss von 44,3 Mrd. Franken – womit die UBS nun Kundengelder von mehr als 2300 Mrd. Franken verwaltet. Bereinigt um Sondereffekte erzielte die Sparte einen um 14 Prozent gesteigerten Vorsteuergewinn von 4,1 Mrd. Franken. Da verwundert es kaum, dass die Bank ihre Aktionäre nicht nur mit einem 2 Mrd. Franken teuren Aktienrückkauf, sondern auch noch mit einer um acht Prozent erhöhten Dividende beglücken kann. Und überhaupt die Investoren: Die UBS-Papiere sind in den vergangenen fünf Jahren doppelt so stark gestiegen wie der Stoxx Europe 600 Banks – und notieren nun mit dem 1,5-Fachen des Buchwerts. Vergleichen Sie das mal mit der Deutschen Bank.

Breakingviews, NZZ, Reuters, FT Lex (Paywall), FAZ (Print, Seite 22),

News

Mastercard kündigt biometrische Authentifizierung an: Von April 2019 an  sollen Kunden ihre Identität per Fingerabdruck- oder Gesichts­er­kennung nachweisen können. IT-Finanzmagazin

Holtzbrinck Ventures legt Rekordfonds auf: Mit Referenzen wie Scalable Capital, SumUp oder Exporo gehört der VC schon jetzt zu den wichtigsten Fintech-Investoren hierzulande. Nun hat Holtzbrinck einen neuen Fonds über 306 Mio. Euro aufgelegt (freilich nicht nur für Investitionen in Finanz-Startups). Pressemitteilung

KfW braucht jetzt doch wieder einen IT-Vorstand: Wie das „Handelsblatt“ berichtet, soll das Führungsgremium der Staatsbank von fünf auf sechs Mitglieder erweitert werden. Grund: Nachdem das IT-Ressort vor drei Jahren dem Finanzbereich zugeschlagen worden war, hält die KfW nun doch wieder nach einem eigenständen „Chief Information Officer/Chief Operating Officer“ Ausschau. Handelsblatt (Paywall)

Ist das jetzt gut oder schlecht für Blessing? Noch eine UBS-Notiz am Rande: Die Schweizer legen ihr US-amerikanisches und ihr sonstiges Wealth Management zusammen, wodurch Martin Blessing (der erst jüngst an die Spitze von letzterem berufen wurde) nun nicht mehr alleiniger Chef einer sehr, sehr wichtigen UBS-Sparte ist, sondern Co-Chef einer sehr, sehr, sehr, sehr wichtigen UBS-Sparte. Die Kollegen von „Finews“ wähnen den Ex-Coba-Chef nun endgültig im „Olymp“, während die „Handelszeitung“ das Ganze deutlich negativer beurteilt. Finews.ch, Handelszeitung

Lesetipps

Die fünf wichtigsten Fintech-Trends 2018: … glaubt Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth identifiziert zu haben. Welt

Wie wenig von der Fintech-Revolution übrig geblieben ist: … beklagt der Blogger Maik Klotz unter anderem am Beispiel von N26 (biete letztlich nur ein Konto), Smava (sei am Ende nicht mehr als ein Kreditvermittler) oder Mobile Payment (habe sich bislang nur in Asien wirklich durchgesetzt). Paymentandbanking

Apple? Orange! Die „Financial Times“ sieht erste Indizien dafür, dass der französische Telekomkonzern mit seiner kürzlich gestarteten „Orange Bank“ tatsächlich Erfolg haben könnte. FT (Paywall)

Fast alles, was Sie zu PSD2 wissen müssen: … hat Kollege Leichsenring in einer kleinen Linkliste zusammengetragen. Der Bank-Blog

Die große Insurtech-Welle: … ruft das „Handelsblatt“ heute Morgen aus (äh, das Korrektorat merkt zu Recht an, dass genau genommen natürlich das „Handelsblatt“ die Insurtech-Welle ausruft und nicht umgekehrt).  Handelsblatt (Paywall)

Und wenn Sie glauben, Sie müssten in Sachen Apple Pay aus irgendeinem Grund à jour sein: … dann lesen Sie doch einfach die jüngste Kolumne von Tobias Baumgarten. About Fintech

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun) finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen. Aber sei’s drum.

  • Deutsche Bank findet Hinweise auf verdächtige Geschäfte von Trump-Schwiegersohn (Manager Magazin)
  • USA wollen Investitionen von Deutsche-Bank-Großaktionär HNA stoppen (Handelsblatt)

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse zu Auxmoney. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Figo will zur „Solarisbank light“ werden

Von Heinz-Roger Dohms

Der Hamburger API-Spezialist Figo will sein Geschäftsmodell um eine zweite Säule erweitern – nämlich um einen Lizenzschutz für Buchhaltungsdienste, Vertragsoptimierer und andere Firmen, die künftig unter die PSD2-Richtlinie fallen und damit deutlich strenger als bislang reguliert werden. Um diesen von Figo als „RegShield“ bezeichneten Service anbieten zu dürfen, brauchen die Hanseaten freilich erst einmal selbst eine Zahlungsinstitut-Lizenz (ZAD und KID). „Den entsprechenden Antrag werden wir noch im Januar stellen. Wir hoffen, dass uns die Bafin die Lizenz dann bis spätestens Juni erteilen wird“, sagte Figo-Chef André Bajorat gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de„.

Die Idee, eine Bafin-Lizenz zum Geschäftsmodell zu machen, erinnert an Whitelabel-Anbieter wie die Hamburger Sutor-Bank oder das Berliner Vorzeige-Fintech Solarisbank. Einen entscheidenden Unterschied zu diesen beiden Anbietern allerdings gibt es: Sutor und Solaris operieren mit einer Vollbank-Lizenz, während Figo lediglich eine Art „Light-Lizenz“ anstrebt. Dadurch kann Solaris zum Beispiel die Freelancer-Spezialisten Penta oder Kontist bedienen, die ihren Kunden ein eigenes Geschäftskonto anbieten. Ein typischer Kunde für Figo wäre hingegen ein Fintech wie der Buchhaltungsdienst Fastbill, der zwar auf das Geschäftskonto seiner Klienten zugreift, allerdings selber kein Konto im Angebot hat.

Trotz dieses „Light-Modells“ ist Bajorat überzeugt, dass Figo mit der neuen Dienstleistung auf starke Nachfrage treffen wird: „Es gibt viele Firmen, die PSD2-relevante Dienstleistungen anbieten, den Aufwand einer eigenen Lizenz allerdings scheuen – sei es, weil sie dafür zu klein sind, oder sei es, weil die regulierungspflichtigen Kontodienste nur einen kleinen Teil ihres Geschäftsmodells ausmachen. Diesen Unternehmen wollen wir einen maßgeschneiderten Schutz liefern – und damit nicht mehr nur als technischer, sondern auch als regulatorischer Dienstleister auftreten.“

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch das für seinen Kontowechselservice bekannte Kasseler Fintech Fino eine KAD- und ZID-Lizenz anstrebt. Branchenkenner gehen davon aus, dass auch andere Finanz-Startups dieser Tage entsprechende Anträge stellen – auch wenn sie das noch nicht öffentlich gemacht haben.

Newsletter 19/01/18: Das Auxmoney-Wunder, Paydirekt frohlockt, Mega-Funding in Frankreich

Warum Sie, liebe Banker, den Kredit-Vermittler Auxmoney allmählich ernst nehmen sollten

Auxmoney? Das war mal jenes deutsche Ur-Fintech, das irgendwie nie richtig aus den Puschen zu kommen schien. Nehmen wir das Jahr 2014. Da steigerte die auf Konsumentenkredite spezialisierte Lending-Plattform das vermittelte Volumen gerade mal von 25 auf 33 Mio. Euro – verbrannte im gleichen Jahr aber satte 8,5 Mio. Euro. Eine Million Cashburn für jede Million zusätzliches Volumen? Und das im immerhin schon siebten Jahr  nach der Gründung? Prost, Mahlzeit! Dachte man. Dieser Tage jedoch hat Auxmoney im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlicht. Damit lässt sich nun (wenn man ein bisschen recherchiert und einen Casio hat) die gleiche Rechnung nochmal aufmachen. Und siehe da: Während sich das Volumen versechsfacht hat, fällt der Cashburn kaum höher aus – und 2017, so zumindest wird im Markt gemunkelt, hat sich der positive Trend klar fortgesetzt. Ist aus der Lame Duck der deutschen Fintech-Branche einer der Frontrunner geworden? Sieht so aus. Und noch mehr: Soooo viel fehlt Auxmoney auch nicht mehr zu den Banken. Lesen Sie hier unsere Analyse:

Finanz-Szene.de

News

Edelberater investieren in Kölner Fintech: Das Finanz-Startup Entrafin, das KMUs deren Einkäufe vorfinanziert, hat ein siebenstelliges Funding eingeworben. Unter den Investoren sind neben dem Altinvestor DVH Ventures auch Bernd Rolfes, Stefan Kirmße und Patrick Tegeder von der Bankenberatung ZEB. Gründerszene

Deutschbanker suchen das Weite: Ist das jetzt ein Erfolg? Oder nicht doch eher bedenklich (auch für die Branche als Ganze)? Jedenfalls: Wie die Kollegin Osman heute Morgen im „Handelsblatt“ berichtet, wird das „Wenn Sie freiwillig gehen, kriegen Sie ordentlich Asche“-Programm der Deutschen Bank (und ihrer Tochter Postbank) wirklich super angenommen. Zur Erinnerung: Bis zu 1000 Stellen sollten eingespart werden. Vier Wochen später haben sich aber schon 1800 Interessenten gemeldet. Vielleicht kann sich Herr Cryan die Abfindungen das nächste Mal ja sogar sparen. Handelsblatt (Paywall)

Commerzbank bangt um Großkredit: Das Institut sei mit einer dreistelligen Millionensumme beim Krisenkonzern Steinhoff engagiert, berichtet das „Manager Magazin“. Bei der Gelbbank wird allerdings betont, dass man an der Risikovorsorge von rund 800 Mio. Euro festhalte. MM, dpa-afx

Immer noch fast eine Milliarde NPLs bei Europas Banken: … aber immerhin, der konjunkturelle Aufschwung hinterlässt dann doch seine Spuren. So ist der Anteil fauler Kredite in den Bilanzen zuletzt um einen Punkt auf 4,6 Prozent gesunken (bei den Banken hierzulande sind es übrigens 2,3 Prozent). Reuters , Börsen-Zeitung

Achtungserfolge für Paydirekt: Der Paypal-Klon der deutschen Banken hat den Weltbild-Verlag und Mobilcom-Debitel als neue Kunden gewonnen. Zudem hat sich die Zahl der öffentlichen Kunden (also Städte, Landkreise etc.pp.) 2017 knapp vervierfacht, allerdings auch von einem sehr bescheidenen Niveau aus: Börsen-Zeitung (Paywall), Onlinehändler-News

Wenn Kleinbanken mit Einlagen überschwemmt werden: Die Volksbank Westmünsterland hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Depositen um 3,4 Prozent zurückgehen würden – stattdessen sind sie im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent gestiegen. Wird im Zuge der Veröffentlichungen der 2017er-Zahlen spannend zu sehen sein, ob andere VR-Banken (und Sparkassen) vor dem gleichen Problem stehen. Börsen-Zeitung (Paywall)

Kreditech würdigt Verdienste von Griemens: Das Hamburger Groß-Fintech hat den Abgang seines Finanzchefs gestern auch noch mal per PM verkündet – und dabei dessen „äußerst erfolgreiche“ Arbeit betont. So sei die Bewertung seit Griemens‘ Eintritt ins Unternehmen von 11 Mio. Euro auf „weit über 300 Mio. Euro“ gestiegen. Im Umfeld des Finanz-Startups heißt es: Dass der Abgang in derselben Woche öffentlich wurde, in der Kreditech seine (verlustreichen) 2016-Zahlen im Bundesanzeiger publizierte, sei Zufall gewesen. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Pressemitteilung (englische Fassung)

Beyond .de

Bitcoin-Geldbörsen-Startup Ledger sammelt 75 Mio. Dollar ein: … und zwar richtiges Geld von richtigen Investoren in einer richtigen Finanzierungsrunde. Das ist nicht nur eine Ansage, sondern angeblich auch das bislang höchte Krypto-Fintech-Funding überhaupt, wenn man mal alles, was unter „ICO“ fällt, außen vorlässt (und weil Ledger, ganz nebenbei bemerkt, ein französisches Unternehmen ist, dürfte es sich zugleich – behaupten wir jetzt einfach mal ganz leger – um die bislang größte Serie-B-Finanzierung eines Fintechs in Mitteleuropa handeln) . TechCrunch

Lesetipps

Wer die große Frankfurt-Brexit-Reportage im jüngsten „Spiegel“ noch nicht gelesen hat … kann das jetzt bei „Spiegel-Online“ mit 2-3 Klicks nachholen. Kostet 39 Cent, was für die Geschichte nun wirklich mal kleines Geld ist. Spiegel-Online (Paywallchen)

Wir selber sind diese Woche – ehrlich gesagt – in den einschlägigen Medien, Blogs und Portalen auf eher wenige Geschichten gestoßen, die wir wirklich lesenswert fanden … aber falls Sie uns nicht trauen (und das sollten Sie nie tun), dann gleichen Sie unsere karge Auswahl doch einfach mal mit der „Was wir lesen“-Linkliste  des DZ-Innovationsblogs ab. Vielleicht finden Sie da noch was, was am Samstag um 16.15 Uhr zur Halbzeitlektüre auf dem Smartphone taugt. DZ-Innovationsblog

Aus der Szene

Als Medium für Verbraucherfragen hat sich „Finanz-Szene.de“ bislang noch nicht hervorgetan – dabei sind doch auch Banker beschützenswerte Wesen! Das gilt vor allem für jene deutschen Banker, die mal in London gearbeitet haben und nun wegen des Brexits so ein  bisserl um damals erworbene Pensionsansprüche fürchten. Genau solche Banker (die sich via Linkedin leicht ausfindig machen lassen) erhielten zuletzt Avancen einer britischen Firma, die Unterstützung in der Pensions-Causa anbot. Zu den Betroffenen gehört auch „Leser H.“, der bei einer bekannten hiesigen Bank in exponierter Position arbeitet. Sein dringender Rat: Nicht drauf eingehen.

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu Kreditech. Finanz-Szene.de

 

Newsletter 19/01/18: Deutschbanker suchen das Weite, Coba/Steinhoff, Das Auxmoney-Wunder

Warum Sie, liebe Banker, den Kredit-Vermittler Auxmoney allmählich ernst nehmen sollten

Auxmoney? Das war mal jenes deutsche Ur-Fintech, das irgendwie nie richtig aus den Puschen zu kommen schien. Nehmen wir das Jahr 2014. Da steigerte die auf Konsumentenkredite spezialisierte Lending-Plattform das vermittelte Volumen gerade mal von 25 auf 33 Mio. Euro – verbrannte im gleichen Jahr aber satte 8,5 Mio. Euro. Eine Million Cashburn für jede Million zusätzliches Volumen? Und das im immerhin schon siebten Jahr  nach der Gründung? Prost, Mahlzeit! Dachte man. Dieser Tage jedoch hat Auxmoney im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlicht. Damit lässt sich nun (wenn man ein bisschen recherchiert und einen Casio hat) die gleiche Rechnung nochmal aufmachen. Und siehe da: Während sich das Volumen versechsfacht hat, fällt der Cashburn kaum höher aus – und 2017, so zumindest wird im Markt gemunkelt, hat sich der positive Trend klar fortgesetzt. Ist aus der Lame Duck der deutschen Fintech-Branche einer der Frontrunner geworden? Sieht so aus. Und noch mehr: Soooo viel fehlt Auxmoney auch nicht mehr zu den Banken. Lesen Sie hier unsere Analyse:

Finanz-Szene.de

News

Deutschbanker suchen das Weite: Ist das jetzt ein Erfolg? Oder nicht doch eher bedenklich (auch für die Branche als Ganze)? Jedenfalls: Wie die Kollegin Osman heute Morgen im „Handelsblatt“ berichtet, wird das „Wenn Sie freiwillig gehen, kriegen Sie ordentlich Asche“-Programm der Deutschen Bank (und ihrer Tochter Postbank) wirklich super angenommen. Zur Erinnerung: Bis zu 1000 Stellen sollten eingespart werden. Vier Wochen später haben sich aber schon 1800 Interessenten gemeldet. Vielleicht kann sich Herr Cryan die Abfindungen das nächste Mal ja sogar sparen. Handelsblatt (Paywall)

Commerzbank bangt um Großkredit: Das Institut sei mit einer dreistelligen Millionensumme beim Krisenkonzern Steinhoff engagiert, berichtet das „Manager Magazin“. Bei der Gelbbank wird allerdings betont, dass man an der Risikovorsorge von rund 800 Mio. Euro festhalte. MM, dpa-afx

Immer noch fast eine Milliarde NPLs bei Europas Banken: … aber immerhin, der konjunkturelle Aufschwung hinterlässt dann doch seine Spuren. So ist der Anteil fauler Kredite in den Bilanzen zuletzt um einen Punkt auf 4,6 Prozent gesunken (bei den Banken hierzulande sind es übrigens 2,3 Prozent). Reuters , Börsen-Zeitung

Deutsche-Bank-Ankeraktionär räumt Liquiditätsengpass erstmals offen ein: Er sei aber überzeugt, dass sein Unternehmen weiterhin das Vertrauen der Kreditgeber genieße, sagte HNA-Chef Chen Feng zu „Reuters“. FAZ, Reuters

Achtungserfolge für Paydirekt: Der Paypal-Klon der deutschen Banken hat den Weltbild-Verlag und Mobilcom-Debitel als neue Kunden gewonnen. Zudem hat sich die Zahl der öffentlichen Kunden (also Städte, Landkreise etc.pp.) 2017 knapp vervierfacht, allerdings auch von einem sehr bescheidenen Niveau aus: Börsen-Zeitung (Paywall), Onlinehändler-News

Was hinter der iranischen Milliardenklage gegen die Deutsche-Börse-Tochter steckt: Ist das ernst zu nehmen, wenn die Mullahs 4,9 Mrd. Dollar von Cleastream wollen? Die „Wirtschaftswoche“ klärt auf: Wiwo

Wenn Kleinbanken mit Einlagen überschwemmt werden: Die Volksbank Westmünsterland hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Depositen um 3,4 Prozent zurückgehen würden – stattdessen sind sie im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent gestiegen. Wird im Zuge der Veröffentlichungen der 2017er-Zahlen spannend zu sehen sein, ob andere VR-Banken (und Sparkassen) vor dem gleichen Problem stehen. Börsen-Zeitung (Paywall)

Kreditech würdigt Verdienste von Griemens: Das Hamburger Groß-Fintech hat den Abgang seines Finanzchefs gestern auch noch mal per PM verkündet – und dabei dessen „äußerst erfolgreiche“ Arbeit betont. So sei die Bewertung seit Griemens‘ Eintritt ins Unternehmen von 11 Mio. Euro auf „weit über 300 Mio. Euro“ gestiegen. Im Umfeld des Finanz-Startups heißt es: Dass der Abgang in derselben Woche öffentlich wurde, in der Kreditech seine (verlustreichen) 2016-Zahlen im Bundesanzeiger publizierte, sei Zufall gewesen. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun. Pressemitteilung (englische Fassung)

Edelberater investieren in Kölner Fintech: Das Finanz-Startup Entrafin, das KMUs deren Einkäufe vorfinanziert, hat ein siebenstelliges Funding eingeworben. Unter den Investoren sind neben dem Altinvestor DVH Ventures auch Bernd Rolfes, Stefan Kirmße und Patrick Tegeder von der Bankenberatung ZEB. Gründerszene

Beyond .de

Bitcoin-Geldbörsen-Startup Ledger sammelt 75 Mio. Dollar ein: … und zwar richtiges Geld von richtigen Investoren in einer richtigen Finanzierungsrunde. Das ist nicht nur eine Ansage, sondern angeblich auch das bislang höchte Krypto-Fintech-Funding überhaupt, wenn man mal alles, was unter „ICO“ fällt, außen vorlässt (und weil Ledger, ganz nebenbei bemerkt, ein französisches Unternehmen ist, dürfte es sich zugleich – behaupten wir jetzt einfach mal ganz leger – um die bislang größte Serie-B-Finanzierung eines Fintechs in Mitteleuropa handeln) . TechCrunch

Lesetipps

Wer die große Frankfurt-Brexit-Reportage im jüngsten „Spiegel“ noch nicht gelesen hat … kann das jetzt bei „Spiegel-Online“ mit 2-3 Klicks nachholen. Kostet 39 Cent, was für die Geschichte nun wirklich mal kleines Geld ist. Spiegel-Online (Paywallchen)

Wir selber sind diese Woche – ehrlich gesagt – in den einschlägigen Medien, Blogs und Portalen auf eher wenige Geschichten gestoßen, die wir wirklich lesenswert fanden … aber falls Sie uns nicht trauen (und das sollten Sie nie tun), dann gleichen Sie unsere karge Auswahl doch einfach mal mit der „Was wir lesen“-Linkliste  des DZ-Innovationsblogs ab. Vielleicht finden Sie da noch was, was am Samstag um 16.15 Uhr zur Halbzeitlektüre auf dem Smartphone taugt. DZ-Innovationsblog

Aus der Szene

Als Medium für Verbraucherfragen hat sich „Finanz-Szene.de“ bislang noch nicht hervorgetan – dabei sind doch auch Banker beschützenswerte Wesen! Das gilt vor allem für jene deutschen Banker, die mal in London gearbeitet haben und nun wegen des Brexits so ein  bisserl um damals erworbene Pensionsansprüche fürchten. Genau solche Banker (die sich via Linkedin leicht ausfindig machen lassen) erhielten zuletzt Avancen einer britischen Firma, die Unterstützung in der Pensions-Causa anbot. Zu den Betroffenen gehört auch „Leser H.“, der bei einer bekannten hiesigen Bank in exponierter Position arbeitet. Sein dringender Rat: Nicht drauf eingehen.

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu Kreditech. Finanz-Szene.de

 

Exklusiv: Kreditmarktplatz Auxmoney steht an der Schwelle zum Massenmarkt

Von Heinz-Roger Dohms

Auxmoney? Das war mal jenes deutsche Ur-Fintech, das  (obwohl schon 2007 gegründet) irgendwie nie richtig aus den Puschen zu kommen schien. Nehmen wir das Jahr 2014. Da steigerte die auf Konsumentenkredite spezialisierte Lending-Plattform das vermittelte Kreditvolumen lediglich von 25 auf 33 Mio. Euro – verbrannte im gleichen Jahr aber satte 8,5 Mio. Euro.

Eine Million Cashburn für jede Million zusätzliches Volumen. Und das im immerhin schon siebten Jahr  nach der Gründung. Prost, Mahlzeit. Dachte man.

Dieser Tage nun hat Auxmoney im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlicht. Und auch wenn die Zahlen mangels  GuV (zu Gewinnen und Verlusten braucht Auxmoney als „kleine Gesellschaft“ keine expliziten Angaben zu machen) auf den ersten Blick wenig Aussagekraft besitzen – auf den zweiten sind sie hochinteressant. Um das zu verstehen, sollten Sie sich folgende, auf eigenen Recherchen beruhende Tabelle anschauen:

Neugeschäft in Mio. Fehlbetrag in Mio.
2007-2012 25-35* 4,7
2013 25 6
2014 33,12 8,5
2015 99,91 13,1
2016 181,48 9,4
2017 >300*? <9,4*?

*Schätzungen

Die hochinteressante Zahl, die sich im 2016er-Abschluss findet, ist der Jahresfehlbetrag von 9,4 Mio. Euro. Stellt man diese Summe dem im gleichen Jahr vermittelten Kreditvolumen gegenüber (die 181,48 Mio. Euro lassen sich aus Auxmoney-Veröffentlichungen errechnen), dann sieht man erstens: Mit einem nur unwesentlich höheren Cashburn als 2014 hat Auxmoney 2016 fast sechsmal so viel Volumen gemacht. Und zweitens: Mit einem deutlich geringeren Cashburn als 2015 hat Auxmoney 2016 rund 80 Prozent mehr Volumen gemacht.

Nun existieren zwar noch keine Zahlen für 2017. Marktkenner halten es jedoch für realitisch, das Auxmoney sein Volumen nochmals signifikant gesteigert hat, womöglich bereits auf mehr als 300 Mio. Euro. Zugleich spreche wenig dafür, dass die Düsseldorfer wieder mehr Cash verbrennen, heißt es. Denn: Auxmoney ist zuletzt weder durch übermäßige Recruiting-Kampagnen noch durch exzessives Markting aufgefallen – während die Provisionseinnahmen für die über die Plattform vermittelten Kredite weiter gestiegen sein dürften.

Kurzum:

1.) Ist aus der Lame Duck der deutschen Fintech-Szene plötzlich einer der Frontrunner geworden? Es sieht so aus – jedenfalls wenn sich der in 2016 erkennbare Trend 2017 fortgesetzt hat (wofür, siehe oben, einiges spricht)

2.) Wie war das möglich binnen so kurzer Zeit? Den entscheidenden Schub hat offenkundig die Öffnung der einst reinen P2P-Plattform für institutionelle Investoren 2015 gebracht. Damit hat Auxmoney nun eine ganz andere Funding-Power (siehe auch die Ankündigung des niederländischen Versicherers Aegon von Anfang 2017, insgesamt 1,5 Mrd. Euro via Auxmoney verleihen zu wollen)

3.) Warum hat Auxmoney damit solange gewartet? Womöglich haben die Auxmoney-Macher tatsächlich zu lange an das P2P-Modell geglaubt. Vermutlich ist es aber eher so, dass das Portal zunächst eine Kredithistorie aufbauen musste (sprich: zeigen musste, dass man die Risiken einigermaßen im Griff hat), um für institutionelle Investoren überhaupt zu werden

4.) Ist Auxmoney damit auch schon ein ernsthafter Konkurrent für die Banken? Gemessen am Neugeschäftsvolumen bei Konsumentenkrediten in Deutschland (laut Barkow 102 Mrd. Euro in 2017) ist der Marktanteil immer noch winzig. Allerdings: Vergleicht man die vermuteten mehr als 300 Mio. Euro mit dem Neugeschäft von etablierten Playern wie Creditplus (1,3 Mrd. Euro in 2016) oder der Commerzbank (2,3 Mrd. Euro in 2016) – dann könnte Auxmoney bei konstantem Wachstum schon bald in einer Liga mit den Großen spielen. Zwei Fußnoten sollten man zu diese Frage übrigens machen: a) Auxmoney war lange Zeit vor allem im „Subprime“-Segment stark, also bei Krediten, die Banken gar nicht erst vergeben und wo demnach kein direkter Konkurrenzkampf herrschte. b) Als möglicher Whitelable-Anbieter wäre Auxmoney zumindest theoretisch für Banken auch ein guter Partner.

5.) Kann Auxmoney das Wachstumstempo denn realistischerweise überhaupt halten? Zumindest ist das auf der Plattform-Idee gründende Geschäftsmodell sehr gut skalierbar – zumal wenn finanzkräftige Investoren wir Aegon den Druck hochhalten. Das Funding jedenfalls scheint nicht mehr der limitierende Faktor zu sein. Eher geht es jetzt darum, in einem hart umkämpften Markt genügend Kreditnehmer zu finden.

6.) Und die Gretchenfrage: Hat Auxmoney seine Risiken tatsächlich im Griff? Das ist tatsächlich die große Unbekannte – denn was die Ausfallraten angeht, spricht Auxmoney zwar von „durchschnittlich 4,0 Prozent“, gibt aber (anders als zum Beispiel die deutsche Tochter von Funding Circle) keine weiteren Details bekannt. Wovon man freilich ausgehen darf: Die Aegon-Leute werden sich mit derart dürren Angaben nicht zufriedengegeben haben.

7.) Inwieweit ist Auxmoney selbst von anderen Fintechs angreifbar? Schwer zu sagen. Zumindest scheinen die Eintrittsbarrieren für ausländische Wettbewerber hoch zu sein – so kommt Funding Circle, der Riese aus UK, in Deutschland bislang nicht mal annähernd an die Volumina von Auxmoney. Womöglich verkehrt sich die jahrelange Schwäche der Plattform (ohne Kredithistorie keine großen Investoren) jetzt in eine Stärke: Auch potenzielle neue Player werden nicht von heute auf morgen erfolgreich sein. Vielleicht muss es sich bei potenziellen Fintech-Konkurrenten aber auch gar nicht um Kreditplattformen handeln. Ein Beispiel für einen potenziellen Widersacher, an den man nicht unbedingt gleich denkt: Der Payment-Spezialist Klarna, der in der Absatzfinanzierung bereits ziemlich umtriebig unterwegs sind.

Newsletter 18/01/18: Deutsche Bank, Gewieftes Kontenmodell, Kreditech versenkt 114 Mio. €

Kreditech versenkt in nur 24 Monaten knapp 115 Millionen Euro

Kreditech – das mit mehr als 300 Mio. Euro mutmaßlich höchstbewertete deutsche Finanz-Startup – hat mit riesigen Verlusten zu kämpfen. Wie aus dem diese Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbericht hervorgeht, verloren die Hanseaten 2016 knapp 59 Mio. Euro; 2017 seien dann nach vorläufigen Zahlen weitere rund 55 Mio. Euro hinzugekommen, sagte Gründer Alexander Graubner-Müller gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Er bestätigte zudem, dass Finanzvorstand René Griemens – der eine Zeitlang als wichtigster Manager bei Kreditech galt – das Unternehmen verlassen wird. Das „Handelsblatt“ hatte zuerst über die Demission berichtet. Die Verluste von zusammen rund 114 Mio. Euro binnen 24 Monaten werfen grundsätzliche Fragen nach der finanziellen Verfassung von Kreditech auf, zumal das Unternehmen zumindest bis Ende 2016 auch beim Wachstum deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Lesen Sie die hier ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

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Finanzaufsicht lässt bei „Mifid II“ Gnade vor Recht walten: „Wer sich ernsthaft bemüht, neue Regeln fristgerecht umzusetzen, es aber nicht schafft, etwa weil die IT Probleme bereitet, dem reißen wir nicht den Kopf ab“, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld gestern Abend laut Redemanuskript beim Neujahrsempfang der Behörde in Frankfurt. Handelsblatt

Das All-inclusive-Konto, in dem nicht alles drin ist: Falls Sie, liebe Filialbanker, ein paar Anregungen für die nächste Kontogebühren-Erhöhungs-Runde suchen, dann schauen Sie doch mal, wie die Sparkasse Oberhausen das jetzt macht. Dort hat man sich nämlich  das Pauschalpreis-Modell „Giro inklusiv“ ausgedacht, bei dem die Kreditkarte 30 Euro im Jahr extra kostet. Der Westen

Wird das Chaos beim Deutsche-Bank-Ankeraktionär jemals enden? Innerhalb einer Woche hat nun bereits die dritte HNA-Tochter den Handel der eigenen Wertpapiere ausgesetzt – diesmal geht es um eine Leasingfirma, die den für rheinische Ohren sehr assoziationsreichen Namen Bohai Capital Holding trägt. Handelsblatt

Und zur Abwechslung mal zwei Personalien: Dirk Schmitz, langjähriger Chef des hiesigen Deutsche-Bank-Investmentbankings, wird neuer Deutschland-Chef von Blackrock. Und Thomas Schweppe, bekannt als einer der Top-Dealmaker bei Goldman Sachs, gründet „Bloomberg“ zufolge eine eigene Investmentgesellschaft, die Hedgefonds und große Famliy Offices  mit Beteiligungen an börsennotierten deutschen Unternehmen beraten soll.  Handelsblatt, Bloomberg/Welt

Sind schlechte Nachrichten für US-Banken eigentlich gute Nachrichten für deutsche Banken? Nein, vermutlich nicht. Aber der ein oder andere hiesige Firmenkundenbanker wird sich (sofern er selbst nicht auch  betroffen ist) ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn er liest, wie sich die großen US-Institute am semi-deutschen Möbelkonzern Steinhoff reihenweise die Finger verbrannt haben. Manager Magazin

Deutsche Bank bereitet sich mit Hochdruck auf Brexitchen vor: Die 20.000 institutionellen Kunden im Wertpapierhandel, die bislang in London betreut wurden, werden nach Frankfurt umgebucht. Zu einem Jobwunder wird allerdings auch das nicht führen: Es gehe unterm Strich nicht um Tausende, sondern um Hunderte Arbeitsplätze, die nach FFM verlegt würden, sagte Deutschland-Chef Hoops – ähnlich hatte sich CEO Cryan die Tage auch schon geäußert. Reuters

Beyond .de

Goldman erleidet den ersten Quartalsverlust seit 2011: Und zwar in erster Linie, aber – und hier wird’s interessant – nicht nur wegen der US-Steuerreform. Doch lesen Sie selbst: Reuters

Beyond Banking

Der Bitcoin hat sich gestern Abend etwas erholt … nachdem er zwischenzeitlich und unerhörterweise unter 10.000 Dollar gerutscht war. Bloomberg

Lesetipps

Wer mit wem rummacht: Die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog haben ihre Übersicht über Kooperationen zwischen Banken und Fintechs im deutschen Markt aktualisiert. PAB

„Die Blockchain ist keine Wundertechnologie“: Das war jedenfalls laut „HB“ der Tenor bei einer Konferenz diese Woche, auf der es um Chancen und Risiken der Distributed-Ledger-Technologie bei Kreditverbriefungen ging. Handelsblatt

Wer in der Innovationsabteilung einer mittelgroßen deutschen Bank arbeitet … und vom Vorstand den Auftrag erhalten hat, „bis nächste Woche mal was zu dieser Blog-Chain“ zusammenzustellen, dem empfehlen wir die jüngste Blockchain-Studie der LBBW zur Lektüre („Blockchain 1.0, 2.0, 3.0 – ein Überblick“, 52 nicht zu eng beschriebene Seiten). Ging gestern, soweit wir das sehen, zwar erstmal nur an einen ausgewählten Kundenkreis, aber mit ein bisschen Geschick kriegt man’s ja hin, dass so ein PDF irgendwie auch mal im eigenen E-Mail-Eingang landet.

Karriere

Wo arbeiten die Finanz-Streber? Unsere Freunde von efinancialcareers dröseln auf, welche deutschen Unternehmen die meisten CFAs beschäftigten. Überraschung: Auf Rang eins liegt keine Bank (aber zum Beispiel auf Platz 2, 5, 6 und 7 …). efinancialcareers

Klickfavoriten

… waren gestern praktisch gleichauf mit jeweils gut 400 Klicks die Millionärs-Tabelle, der Bitcoin-Crash und die Kernbanksysteme (das ist übrigens ein Grund, warum wir unsere Leser so mögen: Da crasht der Bitcoin – doch was denken die „Finanz-Szene.de“-Abonnenten morgens um 05.43 Uhr? „Hey, geil, da ist was zu Fiducia-GAD, muss ich lesen!“)

Back-End

Ab und zu fragt uns ein Leser, warum die „Back-End“-Rubrik so selten Teil des Programms ist. Nun: Weil die Hürden wirklich extrem hoch sind.  Wer hier Erwähnung finden möchte, der muss es mindestens so weit treiben wie die Sparkasse Oberhessen! Die hat nämlich dieser Tage im Lokalblatt einen Nachruf auf ihren früheren Filialleiter Hermann R. platziert – was der allerdings überhaupt nicht zu schätzen wusste. Hermann R. lebt nämlich noch. Oberhessen live

Newsletter 18/01/18: Kreditech versenkt 114 Mio., Gewieftes Kontenmodell, Fintech-Übersicht

Kreditech versenkt in nur 24 Monaten knapp 115 Millionen Euro

Kreditech – das mit mehr als 300 Mio. Euro mutmaßlich höchstbewertete deutsche Finanz-Startup – hat mit riesigen Verlusten zu kämpfen. Wie aus dem diese Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbericht hervorgeht, verloren die Hanseaten 2016 knapp 59 Mio. Euro; 2017 seien dann nach vorläufigen Zahlen weitere rund 55 Mio. Euro hinzugekommen, sagte Gründer Alexander Graubner-Müller gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Er bestätigte zudem, dass Finanzvorstand René Griemens – der eine Zeitlang als wichtigster Manager bei Kreditech galt – das Unternehmen verlassen wird. Das „Handelsblatt“ hatte zuerst über die Demission berichtet. Die Verluste von zusammen rund 114 Mio. Euro binnen 24 Monaten werfen grundsätzliche Fragen nach der finanziellen Verfassung von Kreditech auf, zumal das Unternehmen zumindest bis Ende 2016 auch beim Wachstum deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Lesen Sie die hier ganze Geschichte:

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Finanzaufsicht lässt bei „Mifid II“ Gnade vor Recht walten: „Wer sich ernsthaft bemüht, neue Regeln fristgerecht umzusetzen, es aber nicht schafft, etwa weil die IT Probleme bereitet, dem reißen wir nicht den Kopf ab“, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld gestern Abend laut Redemanuskript beim Neujahrsempfang der Behörde in Frankfurt. Handelsblatt

Das All-inclusive-Konto, in dem nicht alles drin ist: Falls Sie, liebe Filialbanker, ein paar Anregungen für die nächste Kontogebühren-Erhöhungs-Runde suchen, dann schauen Sie doch mal, wie die Sparkasse Oberhausen das jetzt macht. Dort hat man sich nämlich  das Pauschalpreis-Modell „Giro inklusiv“ ausgedacht, bei dem die Kreditkarte 30 Euro im Jahr extra kostet. Der Westen

Wird das Chaos beim Deutsche-Bank-Ankeraktionär jemals enden? Innerhalb einer Woche hat nun bereits die dritte HNA-Tochter den Handel der eigenen Wertpapiere ausgesetzt – diesmal geht es um eine Leasingfirma, die den für rheinische Ohren sehr assoziationsreichen Namen Bohai Capital Holding trägt. Handelsblatt

Und zur Abwechslung mal zwei Personalien: Dirk Schmitz, langjähriger Chef des hiesigen Deutsche-Bank-Investmentbankings, wird neuer Deutschland-Chef von Blackrock. Und Thomas Schweppe, bekannt als einer der Top-Dealmaker bei Goldman Sachs, gründet „Bloomberg“ zufolge eine eigene Investmentgesellschaft, die Hedgefonds und große Famliy Offices  mit Beteiligungen an börsennotierten deutschen Unternehmen beraten soll.  Handelsblatt, Bloomberg/Welt

Sind schlechte Nachrichten für US-Banken eigentlich gute Nachrichten für deutsche Banken? Nein, vermutlich nicht. Aber der ein oder andere hiesige Firmenkundenbanker wird sich (sofern er selbst nicht auch  betroffen ist) ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn er liest, wie sich die großen US-Institute am semi-deutschen Möbelkonzern Steinhoff reihenweise die Finger verbrannt haben. Manager Magazin

Deutsche Bank bereitet sich mit Hochdruck auf Brexitchen vor: Die 20.000 institutionellen Kunden im Wertpapierhandel, die bislang in London betreut wurden, werden nach Frankfurt umgebucht. Zu einem Jobwunder wird allerdings auch das nicht führen: Es gehe unterm Strich nicht um Tausende, sondern um Hunderte Arbeitsplätze, die nach FFM verlegt würden, sagte Deutschland-Chef Hoops – ähnlich hatte sich CEO Cryan die Tage auch schon geäußert. Reuters

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Goldman erleidet den ersten Quartalsverlust seit 2011: Und zwar in erster Linie, aber – und hier wird’s interessant – nicht nur wegen der US-Steuerreform. Doch lesen Sie selbst: Reuters

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Der Bitcoin hat sich gestern Abend etwas erholt … nachdem er zwischenzeitlich und unerhörterweise unter 10.000 Dollar gerutscht war. Bloomberg

Lesetipps

Wer mit wem rummacht: Die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog haben ihre Übersicht über Kooperationen zwischen Banken und Fintechs im deutschen Markt aktualisiert. PAB

„Die Blockchain ist keine Wundertechnologie“: Das war jedenfalls laut „HB“ der Tenor bei einer Konferenz diese Woche, auf der es um Chancen und Risiken der Distributed-Ledger-Technologie bei Kreditverbriefungen ging. Handelsblatt

Wer in der Innovationsabteilung einer mittelgroßen deutschen Bank arbeitet … und vom Vorstand den Auftrag erhalten hat, „bis nächste Woche mal was zu dieser Blog-Chain“ zusammenzustellen, dem empfehlen wir die jüngste Blockchain-Studie der LBBW zur Lektüre („Blockchain 1.0, 2.0, 3.0 – ein Überblick“, 52 nicht zu eng beschriebene Seiten). Ging gestern, soweit wir das sehen, zwar erstmal nur an einen ausgewählten Kundenkreis, aber mit ein bisschen Geschick kriegt man’s ja hin, dass so ein PDF irgendwie auch mal im eigenen E-Mail-Eingang landet.

Karriere

Wo arbeiten die Finanz-Streber? Unsere Freunde von efinancialcareers dröseln auf, welche deutschen Unternehmen die meisten CFAs beschäftigten. Überraschung: Auf Rang eins liegt keine Bank (aber zum Beispiel auf Platz 2, 5, 6 und 7 …). efinancialcareers

Klickfavoriten

… waren gestern praktisch gleichauf mit jeweils gut 400 Klicks die Millionärs-Tabelle, der Bitcoin-Crash und die Kernbanksysteme (das ist übrigens ein Grund, warum wir unsere Leser so mögen: Da crasht der Bitcoin – doch was denken die „Finanz-Szene.de“-Abonnenten morgens um 05.43 Uhr? „Hey, geil, da ist was zu Fiducia-GAD, muss ich lesen!“)

Back-End

Ab und zu fragt uns ein Leser, warum die „Back-End“-Rubrik so selten Teil des Programms ist. Nun: Weil die Hürden wirklich extrem hoch sind.  Wer hier Erwähnung finden möchte, der muss es mindestens so weit treiben wie die Sparkasse Oberhessen! Die hat nämlich dieser Tage im Lokalblatt einen Nachruf auf ihren früheren Filialleiter Hermann R. platziert – was der allerdings überhaupt nicht zu schätzen wusste. Hermann R. lebt nämlich noch. Oberhessen live

Kreditech verliert binnen 24 Monaten fast 115 Millionen Euro

Von Heinz-Roger Dohms

Kreditech – das mit mehr als 300 Mio. Euro mutmaßlich höchstbewertete deutsche Finanz-Startup – hat mit riesigen Verlusten zu kämpfen. Wie aus dem diese Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbericht hervorgeht, verloren die Hanseaten 2016 knapp 59 Mio. Euro; 2017 seien dann nach vorläufigen Zahlen weitere rund 55 Mio. Euro hinzugekommen, sagte Gründer Alexander Graubner-Müller gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Er bestätigte, dass Finanzvorstand Renè Griemens – der eine Zeitlang als wichtigster Mananager bei Kreditech galt – das Unternehmen verlassen wird. Das „Handelsblatt“ hatte gestern Nachmittag zuerst über die Demission berichtet.

Die Verluste von zusammen rund 114 Mio. Euro binnen 24 Monaten werfen grundsätzliche Fragen nach der finanziellen Verfassung von Kreditech auf. So reduzierte sich das Eigenkapital 2016 laut Konzernbilanz von 40,8 Mio. Euro auf nur noch 1,3 Mio. Euro – wobei das Unternehmen hierfür auch buchhalterische Effekte geltend macht (konkret: die Realisierung der kompletten Wertberichtung für den Ausfall von Krediten zum Zeitpunkt der Kreditvergabe).

Im Mai 2017 wurde dann zwar der Einstieg des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers verkündet. Wieviel von den damals kolportierten 110 Mio. Euro aber tatsächlich im Unternehmen landete (und nicht bei Altgesellschaftern, die Anteile verkauften), ist bis heute unklar. Graubner-Müller wollte sich dazu gestern nicht konkret äußern. [Ergänzung, 18. Jan, 12.54 Uhr: Ein Leser machte uns darauf aufmerksam, dass Renè Griemens vor knapp einem Jahr gegenüber „Gründerszene“ gesagt hat, dass weniger als ein Drittel der 110 Mio Euro dazu verwendet worden sei, die Altgesellschafter herauszukaufen.] Fest jedenfalls steht, dass der neuerliche Verlust 2017 auch erneut ins gerade erst aufgepolsterte Eigenkapital ging. Dennoch betonte der 29-Jährige, dass „derzeit kein Kapitalbedarf“ bestehe. Auf die Nachfrage, ob diese Aussage für das gesamte Kalenderjahr 2018 gelte, antwortete Graubner-Müller mit einem klaren „Ja“.

Was auffällt: Gemessen an den Verlusten nehmen sich Kreditechs Umsatzzuwächse zumindest bis Ende 2016 mau aus. Nachdem die Hamburger 2015 ohnehin schon enttäuschende Erlöse von lediglich 39,2 Mio. Euro hingelegt hatten, folgte ein Jahr später gerade mal ein Plus von rund 15 Prozent auf 45,3 Mio. Euro. Graubner-Müller begründete dies mit der „konsequenten Weiterentwicklung des Geschäftsmodells“ weg von kurzfristigen Mikrokrediten hin zu eher klassischen Ratenfinanzierungen. „Letztere sind naturgemäß deutlich niedriger verzinst, was sich plangemäß auf der Umsatzseite bemerkbar gemacht hat.“ 2017 seien die Umsatzerlöse dann aber nach vorläufigen Zahlen um fast 50 Prozent gestiegen, so Graubner-Müller. „Und noch wichtiger: Wir haben unsere Kundenzahl im vergangenen Jahr auf rund 780.000 gesteigert.“

Auf dieser Basis solle Kreditech 2018 nun „einen großen Schritt Richtung Profitabilität gehen“. Konkret kündigte Graubner-Müller an, die Verluste in etwa zu halbieren. „Dafür haben wir 2017 eine sehr gute Grundlage geschaffen.“ Wer René Griemens als Finanzvorstand nachfolgt, steht noch nicht fest. Daneben scheidet auch Technologiechef Michal Panowicz bei Kreditech aus. Für ihn steigt zum 1. Februar Todd Simmermann ein, der bislang Technologie-Vorstand bei Paysbuy war, dem größten Zahlungsanbieter in Thailand.

Newsletter 17/01/18: Friendsurance & Deutsche Bank, Bitcoin-Crash, Gehaltstabelle

„Multi-Finance“ statt Multibanking: Deutsche Bank kündigt digitalen Versicherungsordner an

Hieß es nicht immer, die große Vision von Deutsche-Bank-Digital-Vordenker Markus Pertlwieser sei die Multibanking-Plattform? Nun, in Zukunft spricht man wohl besser von „Multi-Finance“-Plattform. Denn wie die DBank gestern bekanntgab, will sie ab Mitte dieses Jahres den digitalen Versicherungsordner des Vorzeige-Insurtechs Friendsurance in ihr Online-Angebot integrieren. Wenn wir die Konstruktion richtig verstehen, geht es um eine Whitelabel-Lösung – anders als beispielsweise bei der ING Diba, die ihre Kunden zum Insurtech Clark weiterreicht. Für den Kunden läuft’s freilich auf das gleiche hinaus: Er soll sich künftig in sein Online-Banking (respektive: in seine Banking-App) einloggen, um dort neue Versicherungen abzuschließen und bestehende zu verwalten. Allfinanz im Fintech-Zeitalter, wenn man so will. Mal sehen, ob’s funktioniert.

Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall), Versicherungsbote

Beyond Banking

Gibt’s den Bitcoin heute morgen noch? Als wir irgendwann diese Nacht den Deckel draufgemacht haben, lag die Krypto-Währung an der New Yorker Börse bereits mit rund 25 Prozent im Minus.  Der Klick auf den Bloomberg-Link wird Ihnen sagen, ob es dabei geblieben ist. Bloomberg

News

Vielleicht sollte die Deutsche Bank ihre Asset-Management-Sparte vor dem IPO in „Kaldemorgen AM“ umbenennen (statt in DWS) … denn: Anleger haben in den nach dem sog. Starmanager benannten „Deutsche Concept Kaldemorgen“ im vergangenen Jahr stolze 2,3 Mrd. Euro investiert – übrigens trotz enttäuschender Performance. Damit verwaltet der „neue“ Kaldemorgen-Fonds knapp sieben Jahre nach seiner Auflage nunmehr  7,5 Mrd. Euro und damit fast exakt genauso viel Geld wie der „alte“ (sprich: der Deutsche Vermögensbildung I). Bloomberg, Fondsprofessionell

„Die Bitcoin-Regulierung ist nur eine Frage der Zeit“: So sieht das jedenfalls Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling (und er ist mit dieser Ansicht sicher nicht der einzige, siehe oben …). Spiegel Online

Jetzt auch noch der Ahorn-Libor? Ein US-Pensionsfonds wirft mehreren großen Geldhäusern vor, jahrelang den kanadischen Referenzzins manipuliert zu haben. Unter den Beschuldigten: die Deutsche Bank. Reuters

Mmmmhhhhh: Die Marge im Geschäft mit Unternehmenskrediten sei auf 1,9 Prozent gestiegen, meldeten wir gestern – in Wirklichkeit handelte es sich jedoch um die Kreditkosten. Und auch bei der Kurznachricht zu den Mifid-II-Problemen waren wir nicht in Topform, liegen die Probleme doch weniger bei den Banken als bei den Emittenten.  Sorry.

Beyond .de

18,3 Milliarden Dollar Minus: … hat die Citigroup dank der Trump’schen Steuerreform im vierten Quartal verbucht. Wirtschaftswoche

Lesetipps

Tabelle zu den 409 Einkommens-Millionären: Auf vielfachen Leserwunsch hin haben wir den gestern veröffentlichten zweiten Teil unseres „Gehalts-Reports“ auch noch mal grafisch aufbereitet (naja, was heißt „grafisch aufbereitet“ … – wir haben die Excel-Tabelle, die wir ohnehin angefertigt  hatten, einfach zu WordPress rübergeworfen und um ein paar erläuternde Fußnoten ergänzt). Finanz-Szene.de

Hä, es gibt mehr als SAP und Fiducia? Die mit Unmengen überschüssiger Arbeitszeit gesegneten Kollegen vom „Paymentandbanking“-Blog haben ihre Übersicht über die Kernbanksysteme im deutschen Bankenmarkt aktualisiert. Jede Wette: Das wird der meistgeklickte Link heute: PAB 

Schöne Initiative des Kollegen Hansjörg Leichsenring vom Bank-Blog: Er lässt, flankiert von einer nun wirklich mal handverlesenen Jury, das „Finanzwort des Jahres 2017“ suchen. Wenn Sie sich mit Vorschlägen einbringen wollen, dann sehen Sie hier, was Sie tun müssen: Der Bank-Blog

Aus der Szene

Alles auf Paydirekt – so lässt sich die Online-Payment-Strategie der Sparkassen zusammenfassen. Denn, nur zur Erinnerung: Rund 100 Mio. Euro sind die öffentlich-rechtlichen Institute bereit zu investieren, damit aus dem Paypal-Klon endlich ein Paypal-Herausforderer wird. Umso überraschter war dieser Tage ein Kommunalbanker, als er in einem speziellen Online-Shop für Sparkassen-Mitarbeiter auf Einkaufstour ging. Denn welche Bezahlmethode wurde ihm dort angezeigt? Nein, natürlich nicht Paydirekt. Sondern: Paypal.

Karriere

Und noch ein Service für unsere Leserinnen und Leser an der Frankfurt School: Diese Investmentbanking-Praktikumsplätze bei deutschen Banken sind noch frei … efinancialcareers

„Jeder zweite Banker will zu einem Fintech“: Das behauptet zumindest der augenscheinlich sehr thesenfreudige Headhunter Andreas Krischke in einem Interview mit Finance-TV

Klickfavorit

Unser Stück „Welche Deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen“ wurde gestern von fast 600 der mittlerweile annähernd 3000 Abonnenten aufgerufen – das ist Rekord. Insgesamt öffneten knapp 1700 Leser den Newsletter. Auch das: Allzeithoch.

Newsletter 17/01/18: Deutsche Bank goes Insurtech, Gehalts-Tabelle, Bitcoin-Crash

„Multi-Finance“ statt Multibanking: Deutsche Bank kündigt digitalen Versicherungsordner an

Hieß es nicht immer, die große Vision von Deutsche-Bank-Digital-Vordenker Markus Pertlwieser sei die Multibanking-Plattform? Nun, in Zukunft spricht man wohl besser von „Multi-Finance“-Plattform. Denn wie die DBank gestern bekanntgab, will sie ab Mitte dieses Jahres den digitalen Versicherungsordner des Vorzeige-Insurtechs Friendsurance in ihr Online-Angebot integrieren. Wenn wir die Konstruktion richtig verstehen, geht es um eine Whitelabel-Lösung – anders als beispielsweise bei der ING Diba, die ihre Kunden zum Insurtech Clark weiterreicht. Für den Kunden läuft’s freilich auf das gleiche hinaus: Er soll sich künftig in sein Online-Banking (respektive: in seine Banking-App) einloggen, um dort neue Versicherungen abzuschließen und bestehende zu verwalten. Allfinanz im Fintech-Zeitalter, wenn man so will. Mal sehen, ob’s funktioniert.

Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall), Versicherungsbote

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Vielleicht sollte die Deutsche Bank ihre Asset-Management-Sparte vor dem IPO in „Kaldemorgen AM“ umbenennen (statt in DWS) … denn: Anleger haben in den nach dem sog. Starmanager benannten „Deutsche Concept Kaldemorgen“ im vergangenen Jahr stolze 2,3 Mrd. Euro investiert – übrigens trotz enttäuschender Performance. Damit verwaltet der „neue“ Kaldemorgen-Fonds knapp sieben Jahre nach seiner Auflage nunmehr  7,5 Mrd. Euro und damit fast exakt genauso viel Geld wie der „alte“ (sprich: der Deutsche Vermögensbildung I). Bloomberg, Fondsprofessionell

„Die Bitcoin-Regulierung ist nur eine Frage der Zeit“: So sieht das jedenfalls Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling (und er ist mit dieser Ansicht sicher nicht der einzige, siehe weiter unten …). Spiegel Online

Jetzt auch noch der Ahorn-Libor? Ein US-Pensionsfonds wirft mehreren großen Geldhäusern vor, jahrelang den kanadischen Referenzzins manipuliert zu haben. Unter den Beschuldigten: die Deutsche Bank. Reuters

Mmmmhhhhh: Die Marge im Geschäft mit Unternehmenskrediten sei auf 1,9 Prozent gestiegen, meldeten wir gestern – in Wirklichkeit handelte es sich jedoch um die Kreditkosten. Und auch bei der Kurznachricht zu den Mifid-II-Problemen waren wir nicht in Topform, liegen die Probleme doch weniger bei den Banken als bei den Emittenten.  Sorry.

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Gibt’s den Bitcoin heute morgen noch? Als wir irgendwann diese Nacht den Deckel draufgemacht haben, lag die Krypto-Währung an der New Yorker Börse bereits mit rund 25 Prozent im Minus.  Der Klick auf den Bloomberg-Link wird Ihnen sagen, ob es dabei geblieben ist. Bloomberg

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18,3 Milliarden Dollar Minus: … hat die Citigroup dank der Trump’schen Steuerreform im vierten Quartal verbucht. Wirtschaftswoche

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Tabelle zu den 409 Einkommens-Millionären: Auf vielfachen Leserwunsch hin haben wir den gestern veröffentlichten zweiten Teil unseres „Gehalts-Reports“ auch noch mal grafisch aufbereitet (naja, was heißt „grafisch aufbereitet“ … – wir haben die Excel-Tabelle, die wir ohnehin angefertigt  hatten, einfach zu WordPress rübergeworfen und um ein paar erläuternde Fußnoten ergänzt). Finanz-Szene.de

Hä, es gibt mehr als SAP und Fiducia? Die mit Unmengen überschüssiger Arbeitszeit gesegneten Kollegen vom „Paymentandbanking“-Blog haben ihre Übersicht über die Kernbanksysteme im deutschen Bankenmarkt aktualisiert. Jede Wette: Das wird der meistgeklickte Link heute: PAB 

Schöne Initiative des Kollegen Hansjörg Leichsenring vom Bank-Blog: Er lässt, flankiert von einer nun wirklich mal handverlesenen Jury, das „Finanzwort des Jahres 2017“ suchen. Wenn Sie sich mit Vorschlägen einbringen wollen, dann sehen Sie hier, was Sie tun müssen: Der Bank-Blog

Aus der Szene

Alles auf Paydirekt – so lässt sich die Online-Payment-Strategie der Sparkassen zusammenfassen. Denn, nur zur Erinnerung: Rund 100 Mio. Euro sind die öffentlich-rechtlichen Institute bereit zu investieren, damit aus dem Paypal-Klon endlich ein Paypal-Herausforderer wird. Umso überraschter war dieser Tage ein Kommunalbanker, als er in einem speziellen Online-Shop für Sparkassen-Mitarbeiter auf Einkaufstour ging. Denn welche Bezahlmethode wurde ihm dort angezeigt? Nein, natürlich nicht Paydirekt. Sondern: Paypal.

Karriere

Und noch ein Service für unsere Leserinnen und Leser an der Frankfurt School: Diese Investmentbanking-Praktikumsplätze bei deutschen Banken sind noch frei … efinancialcareers

„Jeder zweite Banker will zu einem Fintech“: Das behauptet zumindest der augenscheinlich sehr thesenfreudige Headhunter Andreas Krischke in einem Interview mit Finance-TV

Klickfavorit

Unser Stück „Welche Deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen“ wurde gestern von fast 600 der mittlerweile annähernd 3000 Abonnenten aufgerufen – das ist Rekord. Insgesamt öffneten knapp 1700 Leser den Newsletter. Auch das: Allzeithoch.

 

Exklusiv: Die 409 Einkommens-Millionäre bei Deutschlands Banken auf einen Blick

Bei welcher deutschen Bank arbeiten wie viele Einkommensmillionäre? Hier der tabellarische Überblick (basierend auf den von „Finanz-Szene.de“ analyierten Geschäfts- und Vergütungsberichten aus 2016)

Deutsche Bank 316
DZ Bank 16
Commerzbank* 10
HSBC Trinkaus 9
UBS Deutschland AG* 9
Aareal 9
Hypo-Vereinsbank 7
Hamburger Sparkasse 6
Postbank* 4
LBBW 4
VW Financial Services 4
IKB 3
PBB 3
Apobank 2
Landesbank Berlin 2
Deka 2
KfW* 1
Schwäbisch Hall* 1
Santander 1
Helaba* 1
DKB 0
BayernLB 0
NordLB 0
HSH Nordbank 0
NRW Bank 0
L-Bank 0
Rentenbank 0
Sparkasse Köln-Bonn k.A.
Frankfurter Sparkasse 0
Goldman Sachs Deutschland k.A.
Berenberg k.A.
Metzler k.A.

* Die UBS Deutschland AG wurde mittlerweile in UBS Europe SE umbenannt; die vier Millionäre der Postbank sind NICHT in den 316 der Deutschen Bank enthalten; der Millionär von Schwäbisch Hall IST in den 16 Millionären der DZ Bank enthalten (er taucht hier also zweimal auf); die Helaba spart in ihrem Vergütungsbericht die eigentlich obligatorische Aufzählung der Einkommensmillionäre kurioserweise aus, verspricht aber, das nicht nochmal zu tun; die KfW ist wie immer irgendwie ein Sonderfall (so viel sei gesagt: Würde man die Altersvorsorge einbeziehen, wäre die Zahl der Millionäre vermutlich größer); auch bei der Commerzbank ist der Fall verworren, weil sie im Vergütungsbericht die Vorstandsmillionäre nicht mitzählt (was wir durch Zuhilfenahme des Geschäftsberichts versucht haben zu kompensieren; allerdings sind auch diese Angaben dann nicht zu 100% vergleichbar)

Newsletter 16/01/18: Gehalts-Report, Krach unter Fintechs?, ICOs, Finreach

Gehalts-Report, Teil II: Welche deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen

Welche deutschen Banken zahlen am besten? Wie viel verdienen die Vorstände, wie viel die sonstigen Risikoträger? Und bei welchen Häusern stehen Gehaltsniveau und Geschäftserfolg in einem gesunden Verhältnis zueinander – wo hingegen wird gut kassiert, aber schlecht gewirtschaftet? Diese und andere Fragen zur Vergütungsstruktur in der deutschen Bankenbranche soll der große „Gehalts-Report“ von „Finanz-Szene.de“ beantworten. Nachdem wir vergangene Woche bereits die heimlichen Millionengehälter bei der Hamburger Sparkasse offengelegt haben, folgt heute „Teil II“ unserer Untersuchung. Thema: Wo sonst in der Szene wird immer noch siebenstellig entlohnt? Um dies herauszufinden, hat „Finanz-Szene.de“ die Geschäfts- und Vergütungsberichte von 30 deutschen Banken untersucht, darunter die 25 mit den höchsten Bilanzsummen. Dabei haben wir insgesamt gut 400 Einkommens-Millionäre identifiziert. Leser Sie hier die Ergebnisse im Detail:

Finanz-Szene.de

Aus der Szene

Oha, die mittlerweile sechs Jungs und zwei Mädels vom „Paymentandbanking“-Blog fahren ganz schön schwere Geschütze gegen die eigene Szene (sprich: gegen die Fintech-Szene) auf und bezeichnen ihre “Fintech des Jahres”-Auszeichnung als „den ersten deutschen FinTech Award, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über ‚Sponsoring‘ gekauft werden kann, wie viele andere Awards, die in den letzten Jahren inflationär erfunden wurden“. Sind die „Piep, piep, piep  – wir haben uns alles lieb“-Zeiten unter den deutschen Fintechs vorbei? Wäre fast zu schön, um wahr zu sein. (nebenbei bemerkt: Wenn der „Paymentandbanking“-Blog so weitermacht wie zuletzt, hat er bald mehr Mitarbeiter als die „New York Times“. Da kann man als übermüdeter Einzelkämpfer ja fast Angst kriegen, zumal, falls sich hinter „Arnulf“ wirklich Arnulf Keese verbergen sollte und nicht, sagen wir, Arnulf Baring.) PAB

News

Exklusiv – Finreach gewinnt Postbank als Kunden: Das zur Finleap-Familie gehörende Berliner B2B-Fintech wickelt in Zukunft die Kontowechsel für die Postbank ab. “Dass uns eine weitere große Bank ihr Vertrauen schenkt, freut uns sehr“, sagte Geschäftsführer Sascha Dewald gegenüber „Finanz-Szene.de“ . Finreach hat nach eigenen Angaben schon mehr als 500 Kunden, darunter die Deutsche Bank, die DKB sowie zahlreiche Sparkassen und Volksbanken

HSH-Eigner verhandeln exklusiv mit Cerberus/Flowers: Das zumindest berichten die in Sachen HSH Nordbank meist gut informierten Kollegen von „Reuters“. Ende letzter Woche war bekannt geworden, dass das Konsortium aus den beiden US-Finanzinvestoren mehr als 700 Mio. Euro für die Landesbank bietet. Flowers hält bereits 5% an der HSH, Cerberus besitzt Anteile an der DBank und der Coba. Reuters

Kommt’s für M.M. Warburg jetzt ganz dicke? Wie die „Süddeutsche Zeitung“, „NDR“ und WDR berichten, hat das Bundesfinanzministerium den Hamburger Fiskus angewiesen, in Sachen Dividendentricks gegen die Privatbank vorzugehen. Demnach befürchtete der Bund, das ansonsten Ansprüche von bis zu 190 Mio. Euro hätten verjähren können. Süddeutsche

Firmen fragen wieder mehr Kredite nach: Laut dem entsprechenden KfW-Barometer ist das Neugeschäft in Q3 2017 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Und noch eine gute Nachricht für die Banken: Die durchschnittliche Marge – hat Barkow errechnet – lag zuletzt immerhin wieder bei 1,90 Prozent und damit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Handelsblatt (Paywall), Barkow Consulting (Grafik)

BdB entdeckt versteckte Finanzmetropole: Der Bundesverband deutscher Banken will seine Präsenz in Frankfurt „deutlich ausbauen“. Das hat Geschäftsführer Krautscheid gestern beim BdB-Neujahrempfang in (sic!) Frankfurt betont. Als Begründung führte er (hübsche Argumentation …) den Brexit an.  Dabei gibt es Menschen in der Branche, die sagen, dass Frankfurt auch schon vorher zu den wichtigeren deutschen Finanzzentren gehört habe. Hat sich vermutlich nicht bis Berlin rumgesprochen. Dow Jones

EZB giftet gegen Sparkassen: Die europäische Notenbank – bzw.: deren Volkswirte, die gottlob nicht Besseres zu tun haben – werfen den öffentlich-rechtlichen Instituten vor, dass diese demjenigen Bundesland, in dem sie ihren Sitz haben, immer dann besonders viel Geld leihen, wenn dort gerade die Regierung gewechselt hat (um sich im Gegenzug politische Gewogenheit zu erkaufen?). „Harter Vorwurf, dünne Daten“, kommentiert das „Handelsblatt“. Süddeutsche, HB (Paywall). 

Lesetipps

Wo ist die Ratio hinter Savedroids ICO? Aus gegebenem Anlass (das Frankfurter Hype-Fintech hat am Wochenende den Pre-Sale seines Krypto-IPOs erfolgreich hinter sich gebracht) wollen wir auf einen Aufsatz verweisen (sagt man heutzutage eigentlich noch „Aufsatz“?), den unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic kürzlich zu den ICOs von Savedroid und anderen deutschen Startups verfasst hat. Darin stellt Bosankic ein paar vielleicht nicht ganz unberechtigte Fragen. Zum Beispiel: Sind die „Token“ wirklich ein inhärenter Bestandteil der Geschäftsmodelle von Savedroid & Co. (mithin: Braucht es die „Token“ überhaupt)? Oder wurden die Geschäftsmodelle nicht vielmehr so zurechtgebogen, dass beim Publikum der Eindruck entsteht, die „Token“ seien ein inhärenter Bestandteil? leobosankic.com

Auch sehr intensiv mit dem Savedroid-ICO … hat sich der ebenfalls fast immer lesenswerte Tobias Baumgarten beschäftigt. Sein Urteil fällt deutlich positiver aus, wobei wir ihm einfach mal gutgläubig abnehmen, dass das nichts damit zu tun hat, dass er als „Social Media Supporter“ irgendwie von dem ICO zu profitieren scheint (wie er am Ende seines Artikels offenlegt). About Fintech

Sind manche Payment-Fintechs ein Einfallstor für Kriminelle? Die Ansicht vertritt zumindest die ebenso großartige wie notorisch Finanz-Startup-skeptische Izabella Kaminska von FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Sewing und Schenck für umme: Falls Sie kein Handelsblatt-Abonnent sind, das jüngste Handelsblatt-Interview mit den beiden Deutsche-Bank-Vizes aber trotzdem nachlesen wollen, dann gehen Sie doch einfach auf die DBank-Website. Denn da kriegen Sie es – warum auch immer – umsonst. Deutsche Bank

Karriere

Wenn die Comdirect zur Sackgasse wird … Sehr hübsche Beobachtung der Kollegen von der FAZ: Die Zeiten, in denen der Quickborner Online-Broker das natürlich Sprungbrett in die Commerzbank-Führung war, seien ganz offensichtlich vorbei, wie der Abgang von CMO Sven Deglow zeige. Ebenfalls in diese Liste gehörten Thorsten Reitmeyer (Berg, Lund @ Company), Martina Palte (geht zur Volksbank Berlin) und Holger Hohrein (inzwischen Deposit Solutions). FAZ (Print von Montag), Fondsprofessionell

Welche vier Deutschen es unter die 144 neuen MDs von Morgan Stanley geschafft haben … wissen wie immer die Megainsider von efinancialcareers

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun) finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen. Aber sei’s drum.

  • Deutsche Bank will wesentlich weniger Brexit-Jobs nach Frankfurt verlegen als angenommen bzw. von vielen erhofft (Handelsblatt)
  • Die ING Diba, die Comdirect und die Consorsbank haben offenbar Probleme mit der Umsetzung von Mifid II (Welt am Sonntag)
  • Die NordLB will ihre Vermögensverwaltung verkaufen. Als Favorit gilt M.M. Warburg (Wirtschaftswoche)
  • Die deutsche Santander ist mit zehn Prozent beim Hamburger Payment-Fintech Payever eingesteigen (Deutsche Startups)

Klickfavorit

… waren am Freitag unsere „sieben Fragen an Smava“. Finanz-Szene.de

Newsletter 16/01/18: Großer Gehalts-Report, Warburg, Comdirect als Karrierekiller?

Gehalts-Report, Teil II: Welche deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen

Welche deutschen Banken zahlen am besten? Wie viel verdienen die Vorstände, wie viel die sonstigen Risikoträger? Und bei welchen Häusern stehen Gehaltsniveau und Geschäftserfolg in einem gesunden Verhältnis zueinander – wo hingegen wird gut kassiert, aber schlecht gewirtschaftet? Diese und andere Fragen zur Vergütungsstruktur in der deutschen Bankenbranche soll der große „Gehalts-Report“ von „Finanz-Szene.de“ beantworten. Nachdem wir vergangene Woche bereits die heimlichen Millionengehälter bei der Hamburger Sparkasse offengelegt haben, folgt heute „Teil II“ unserer Untersuchung. Thema: Wo sonst in der Szene wird immer noch siebenstellig entlohnt? Um dies herauszufinden, hat „Finanz-Szene.de“ die Geschäfts- und Vergütungsberichte von 30 deutschen Banken untersucht, darunter die 25 mit den höchsten Bilanzsummen. Dabei haben wir insgesamt gut 400 Einkommens-Millionäre identifiziert. Leser Sie hier die Ergebnisse im Detail:

Finanz-Szene.de

News

HSH-Eigner verhandeln exklusiv mit Cerberus/Flowers: Das zumindest berichten die in Sachen HSH Nordbank meist gut informierten Kollegen von „Reuters“. Ende letzter Woche war bekannt geworden, dass das Konsortium aus den beiden US-Finanzinvestoren mehr als 700 Mio. Euro für die Landesbank bietet. Flowers hält bereits 5% an der HSH, Cerberus besitzt Anteile an der DBank und der Coba. Reuters

Kommt’s für M.M. Warburg jetzt ganz dicke? Wie die „Süddeutsche Zeitung“, „NDR“ und WDR berichten, hat das Bundesfinanzministerium den Hamburger Fiskus angewiesen, in Sachen Dividendentricks gegen die Privatbank vorzugehen. Demnach befürchtete der Bund, das ansonsten Ansprüche von bis zu 190 Mio. Euro hätten verjähren können. Süddeutsche

Firmen fragen wieder mehr Kredite nach: Laut dem entsprechenden KfW-Barometer ist das Neugeschäft in Q3 2017 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Und noch eine gute Nachricht für die Banken: Die durchschnittliche Marge – hat Barkow errechnet – lag zuletzt immerhin wieder bei 1,90 Prozent und damit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Handelsblatt (Paywall), Barkow Consulting (Grafik)

BdB entdeckt versteckte Finanzmetropole: Der Bundesverband deutscher Banken will seine Präsenz in Frankfurt „deutlich ausbauen“. Das hat Geschäftsführer Krautscheid gestern beim BdB-Neujahrempfang in (sic!) Frankfurt betont. Als Begründung führte er (hübsche Argumentation …) den Brexit an.  Dabei gibt es Menschen in der Branche, die sagen, dass Frankfurt auch schon vorher zu den wichtigeren deutschen Finanzzentren gehört habe. Hat sich vermutlich nicht bis Berlin rumgesprochen. Dow Jones

EZB giftet gegen Sparkassen: Die europäische Notenbank – bzw.: deren Volkswirte, die gottlob nicht Besseres zu tun haben – werfen den öffentlich-rechtlichen Instituten vor, dass diese demjenigen Bundesland, in dem sie ihren Sitz haben, immer dann besonders viel Geld leihen, wenn dort gerade die Regierung gewechselt hat (um sich im Gegenzug politische Gewogenheit zu erkaufen?). „Harter Vorwurf, dünne Daten“, kommentiert das „Handelsblatt“. Süddeutsche, HB (Paywall)

Exklusiv – Finreach gewinnt Postbank als Kunden: Das zur Finleap-Familie gehörende Berliner B2B-Fintech wickelt in Zukunft die Kontowechsel für die Postbank ab. “Dass uns eine weitere große Bank ihr Vertrauen schenkt, freut uns sehr“, sagte Geschäftsführer Sascha Dewald gegenüber „Finanz-Szene.de“ . Finreach hat nach eigenen Angaben schon mehr als 500 Kunden, darunter die Deutsche Bank, die DKB sowie zahlreiche Sparkassen und Volksbanken. 

Aus der Szene

Oha, die mittlerweile sechs Jungs und zwei Mädels vom „Paymentandbanking“-Blog fahren ganz schön schwere Geschütze gegen die eigene Szene (sprich: gegen die Fintech-Szene) auf und bezeichnen ihre “Fintech des Jahres”-Auszeichnung als „den ersten deutschen FinTech Award, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über ‚Sponsoring‘ gekauft werden kann, wie viele andere Awards, die in den letzten Jahren inflationär erfunden wurden“. Sind die „Piep, piep, piep  – wir haben uns alles lieb“-Zeiten unter den deutschen Fintechs vorbei? Wäre fast zu schön, um wahr zu sein. (nebenbei bemerkt: Wenn der „Paymentandbanking“-Blog so weitermacht wie zuletzt, hat er bald mehr Mitarbeiter als die „New York Times“. Da kann man als übermüdeter Einzelkämpfer ja fast Angst kriegen, zumal, falls sich hinter „Arnulf“ wirklich Arnulf Keese verbergen sollte und nicht, sagen wir, Arnulf Baring.) PAB

Lesetipps

Sewing und Schenck für umme: Falls Sie kein Handelsblatt-Abonnent sind, das jüngste Handelsblatt-Interview mit den beiden Deutsche-Bank-Vizes aber trotzdem nachlesen wollen, dann gehen Sie doch einfach auf die DBank-Website. Denn da kriegen Sie es – warum auch immer – umsonst. Deutsche Bank

Wo ist die Ratio hinter Savedroids ICO? Aus gegebenem Anlass (das Frankfurter Hype-Fintech hat am Wochenende den Pre-Sale seines Krypto-IPOs erfolgreich hinter sich gebracht) wollen wir auf einen Aufsatz verweisen (sagt man heutzutage eigentlich noch „Aufsatz“?), den unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic kürzlich zu den ICOs von Savedroid und anderen deutschen Startups verfasst hat. Darin stellt Bosankic ein paar vielleicht nicht ganz unberechtigte Fragen. Zum Beispiel: Sind die „Token“ wirklich ein inhärenter Bestandteil der Geschäftsmodelle von Savedroid & Co. (mithin: Braucht es die „Token“ überhaupt)? Oder wurden die Geschäftsmodelle nicht vielmehr so zurechtgebogen, dass beim Publikum der Eindruck entsteht, die „Token“ seien ein inhärenter Bestandteil? leobosankic.com

Auch sehr intensiv mit dem Savedroid-ICO … hat sich der ebenfalls fast immer lesenswerte Tobias Baumgarten beschäftigt. Sein Urteil fällt deutlich positiver aus, wobei wir ihm einfach mal gutgläubig abnehmen, dass das nichts damit zu tun hat, dass er als „Social Media Supporter“ irgendwie von dem ICO zu profitieren scheint (wie er am Ende seines Artikels offenlegt). About Fintech

Sind manche Payment-Fintechs ein Einfallstor für Kriminelle? Die Ansicht vertritt zumindest die ebenso großartige wie notorisch Finanz-Startup-skeptische Izabella Kaminska von FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Karriere

Wenn die Comdirect zur Sackgasse wird … Sehr hübsche Beobachtung der Kollegen von der FAZ: Die Zeiten, in denen der Quickborner Online-Broker das natürlich Sprungbrett in die Commerzbank-Führung war, seien ganz offensichtlich vorbei, wie der Abgang von CMO Sven Deglow zeige. Ebenfalls in diese Liste gehörten Thorsten Reitmeyer (Berg, Lund @ Company), Martina Palte (geht zur Volksbank Berlin) und Holger Hohrein (inzwischen Deposit Solutions). FAZ (Print von Montag), Fondsprofessionell

Welche vier Deutschen es unter die 144 neuen MDs von Morgan Stanley geschafft haben … wissen wie immer die Megainsider von efinancialcareers

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun) finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen. Aber sei’s drum.

  • Deutsche Bank will wesentlich weniger Brexit-Jobs nach Frankfurt verlegen als angenommen bzw. von vielen erhofft (Handelsblatt)
  • Die ING Diba, die Comdirect und die Consorsbank haben offenbar Probleme mit der Umsetzung von Mifid II (Welt am Sonntag)
  • Die NordLB will ihre Vermögensverwaltung verkaufen. Als Favorit gilt M.M. Warburg (Wirtschaftswoche)
  • Die deutsche Santander ist mit zehn Prozent beim Hamburger Payment-Fintech Payever eingesteigen (Deutsche Startups)

Klickfavorit

… waren am Freitag unsere „sieben Fragen an Smava“. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Welche deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen

Von Heinz-Roger Dohms

Trotz der schweren Branchenkrise sind Millionengehälter bei vielen deutschen Banken immer noch an der Tagesordnung – das zeigt der zweite Teil der großen Vergütungsstudie von „Finanz-Szene.de“. Das vielleicht prägnanteste Beispiel hierfür ist die Frankfurter UBS-Dependance, die 2016 zwar zum vierten Mal in Folge rote Zahlen schrieb, neun ihrer Mitarbeiter aber trotzdem ein siebenstelliges Salär gewährte. Sogar auf zehn Einkommens-Millionäre brachte es die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus, obwohl sie mit einer Bilanzsumme von gut 23 Mrd. Euro allenfalls zu den mittelgroßen Instituten hierzulande zählt. Bereits vorige Woche hatte „Finanz-Szene.de“ berichtet, dass sogar bei der Hamburger Sparkasse nicht weniger als sechs Mitarbeiter auf ein Salär von mehr als einer Million Euro kommen.

Insgesamt untersuchte „Finanz-Szene.de“die Geschäfts- und Vergütungsberichte von 30 deutschen Banken, darunter die 25 mit den höchsten Bilanzsummen.* Dabei stießen wir auf mehr als 400 Mitarbeiter mit einer Gesamtvergütung von mindestens einer Million Euro, wobei diese Zahl ein Stück weit durch die Deutsche Bank verzerrt wird. Denn: Allein auf den Marktführer entfielen 316 Topverdiener, von denen die meisten allerdings nicht in Frankfurt, sondern an ausländischen Standorten arbeiten.

16 Einkommens-Millionäre beschäftigte erstaunlicherweise die genossenschaftliche DZ Bank, die eigentlich für ein eher bescheidenes Gehaltsniveau bekannt ist. Der Grund: Neben den Vorständen der Bank selber dürften auch Topmanager bei Töchtern wie der Fondsgesellschaft Union Investment, dem Versicherer R+V oder der Bausparkasse Schwäbisch-Hall siebenstellig verdient haben. Einen markanten Rückgang verzeichnete dagegen die Hypo-Vereinsbank, wo die Zahl der Einkommens-Millionäre von 17 auf nur noch sieben schrumpfte. Bei der Commerzbank kassierten zehn Beschäftigte mehr als eine Million Euro, beim Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal waren es neun.

Frappierend ist ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Blickt man auf die gesamte deutsche Bankenbranche, dann stehen Gehaltsniveau und Geschäftserfolg oftmals nur in entfernter Beziehung zueinander. Ein gutes Beispiel hierfür ist die ING Diba, die seit Jahren ein Rekordergebnis nach dem anderen einfährt, 2016 allerdings trotzdem nur einem Manager ein Millionensalär überwies. Das gleiche galt für die deutsche Santander-Tochter, während die DKB sogar ohne einen einzigen Einkommens-Millionär auskam. Das lag in deren Fall allerdings auch am EU-Gehaltsdeckel für den Mutterkonzern BayernLB.

Die Diskrepanz zwischen Erfolg und Vergütung dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass bei vielen deutschen Banken ausgerechnet das Segment schwächelt, in dem traditionell das meiste Geld fließt – nämlich im Investmentbanking. Offenbar tun sich viele Institute schwer, ihre Gehaltsstruktur den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Das zeigte jüngst auch ein Bericht der „Wirtschaftswoche“, wonach im Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein Streit über die Boni für die Investmentbanker ausgebrochen ist.

Daneben sind Gehälter vermutlich auch ein Ausdruck unterschiedlicher Kulturen. Hier die gewerkschaftlich geprägten Retail-Pietisten von der ING Diba – dort die gefühlten Großbanker von HSBC Trinkaus. Hier die biederen Konsumentenkreditler von Santander – dort die irgendwie immer noch ackermannjainsche Deutsche Bank. Hier die öffentlich-rechtliche Dekabank mit nur zwei Einkommens-Millionären – dort die „Jetzt dürfen wir wieder“-Manager von der Commerzbank.

Alles in allem dürfte die Zahl der Einkommensmillionäre bei Deutschlands Banken über die von „Finanz-Szene.de“ dokumentierten gut 400 Fälle hinausgehen. Nachweisen lässt sich das allerdings nicht in allen Fällen, da für die klassischen Privatbanken und für die deutschen Töchter der Wall-Street-Banken aufgrund ihrer meist geringen Bilanzsummen weniger strenge Offenlegungs-Pflichten gelten.

Einige Beispiele „vermuteter“ Millionenzahlungen:

  • Zu den absoluten Topverdienern in Bankendeutschland dürften die beiden Berenberg-Chefs gehören (siehe hierzu auch ein MM-Artikel aus dem letzten Jahr)
  • Das Bankhaus Metzler schreibt zwar auf seiner Homepage: „Weder bei der Bank noch bei einer der anderen Tochtergesellschaften der Holding erhielten Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2016 eine Vergütung von mehr als 1 Mio. Euro.“ Wie eine Nachfrage von „Finanz-Szene.de“ ergab, gilt der Begriff „Mitarbeiter“ allerdings nicht für die in der Geschäftsleitung versammelten Partner der Bank
  • Die Goldman Sachs Deutschland AG beschäftigte 2016 laut Geschäftsbericht zwar nur 138 Mitarbeiter, kam aber auf einen Personalaufwand von 51 Mio. Euro. Angesichts dieses Verhältnisses liegt die Vermutung nahe, dass einzelne Topmanager auf ein siebenstelliges Salär kamen.

Und noch ein Ergebnis des Gehaltsreports: Nur zwei Landesbanken zahlten 2016 schon wieder siebenstellige Saläre – nämlich die LBBW, wo sich gleich vier Beschäftigte über eine Millionen-Vergütung freuen durften, und die Helaba mit einem Einkommensmillionär.

*Die offiziellen Angaben  sind nicht in allen Fällen zu 100 Prozent vergleichbar, da die Banken die Vorgaben zum Vergütungsbericht teilweise unterschiedlich interpretieren – etwa was die Angaben zu Pensionsrückstellungen betrifft.