Newsletter 12/01/18: Das soll ein Robo sein?, Haspa-Reaktionen, Was können die Deutsche-Bank-Vizes?

Welche Robos da draußen sind wirklich Robos?

Gestern ist er gestartet, der 21. (oder schon der 23., 27. oder 29.?) Robo-Advisor auf dem deutschen Markt. Doch halt! Kommt Robo nicht von Roboter? Und hat Robo-Advisor nicht irgendwas mit regelbasiert, maschinell, standardisiert oder so zu tun? Jedenfalls: Der Chef des „Werthstein“ getauften neuen Anbieters sagt, dass bei seinem Robo „nicht der Algorithmus, sondern der Mensch im Vordergrund steht“. Und damit scheint es ihm sogar ernst zu sein, denn in der Pressemitteilung ist von „erfahrenen Experten und Portfoliomanagern“ die Rede, auf deren „Einschätzungen“ das Produkt offenbar beruht. Was sollen wir damit nun anfangen? 1.) Klar ist natürlich, dass hinter jedem Robo-Advisor Menschen stehen. Und 2.) Nichts gegen „Werthstein“ persönlich. Mag ja sein, dass das Produkt okay ist. ABER, und diese Fragen drängen sich allmählich auf, übrigens auch und gerade bei jenen digitalen Vermögensverwaltern, die jetzt von den Banken an den Start gebracht werden: Welche Robos da draußen sind wirklich noch Robos? Welche Hybrid-Ansätze versprechen tatsächlich einen Mehrwert? Und wann verkommt „Robo“ (endgültig) zum (reinen) Marketingbegriff? Der Markt jedenfalls wird nicht nur immer größer. Er wird auch immer unübersichtlicher.

Fondsprofessionell, Pressemitteilung

News

Haspa-Gehälter erstaunen die deutsche Finanzwelt: Unsere Enthüllung, dass die Hamburger Sparkasse ihren Spitzenmanagern siebenstellige Gehälter zubilligt, sorgt für Kopfschütteln im öffentlich-rechtlichen Bankenlager. „Da fällt einem nichts mehr ein“, kommentiert ein nicht ganz subalterner Sparkassen-Mensch hinter vorgehaltener Hand den „Finanz-Szene.de“-Bericht. „Das können Sie niemandem mehr vermitteln“. Auch Leser jenseits des Sparkassen-Lagers zeigten sich verblüfft, teilweise auch belustigt (das mögen wir übrigens an unseren Lesern: Man empört sich nicht, sondern man lästert ab, wie es neudeutsch heißt). Das „Handelsblatt“ wiederum brachte den Umstand, dass Haspa-Chef Harald Vogelsang zwischen 1,5 und 2,0 Mio. Euro im Jahr kassiert (unter anderem, weil er ein Gehalt der Haspa AG und eines der Haspa Holding erhält) in Zusammenhang mit dessen kolportierter Absage für den Job als DSGV-Präsident: „,Er hat einen Job, in dem er sich sehr wohlfühlt, er will da nicht weg‘, hieß es aus seinem Umfeld. Beim Gehalt hätte er sich Finanzkreisen zufolge als Sparkassenpräsident auch nicht verbessern können.“ Handelsblatt (Paywall) 

Bettscheider-Bank kommt nach Deutschland: Die österreichische Kommunalkredit – hinter der der einigermaßen legendäre Mainfirst-Gründer Patrick Bettscheider steht – buhlt seit dieser Woche um die Einlagen hiesiger Sparer. Das Geld dient als Funding für Infrastruktur-Projekte. Fondsprofessionell, Website

Fintech jetzt auch für die Lehman-Oma: Wären wir gemein, würden wir sagen: „Es gibt die Aktien noch gar nicht. Wohl aber den Fonds.“ Wobei, das wäre nicht nur gemein, sondern auch falsch, denn außerhalb Europas gibt es ja sehr wohl schon ein paar seriöse börsennotierte Finanz-Startups, in die der kürzlich aufgelegte „Global FinTech Equities“ des Fondsanbieters Robeco investieren kann (der Fonds ist jetzt auch für den Vertrieb in Deutschland zugelassen, das ist die eigentliche News). Übrigens: Für den Fall, dass der zuständige  Fondsmanager dann doch schon in „Made in Germany“ investieren möchte: Wir hätten Naga und Niiio im Angebot, zwei grundsolide Dividenbringer mit kugelsicheren Geschäftsmodellen (aber pssst, das sind absolute Insidertipps). Das Investment

Sieben Fragen an das neue deutsche Mega-Fintech

Es war ohne Zweifel die Fintech-Meldung dieser Woche: Das Berliner Kreditportal Smava hat satte 65 Mio. Dollar eingesammelt, das ist das dritthöchste Funding in der noch jungen Geschichte der deutschen Finanztechnologie-Branche. Wobei: Muss es „Das ist“ oder „Das wäre“ heißen? Denn ein paar Fragen stellen sich dann doch. Gleicht man die Pressemitteilung mit jüngsten Eintragungen im Handelsregister ab, dann könnte man auf die Idee kommen, dass Smava nun mit deutlich mehr als 400 Mio. Dollar bewertet wird – kann das sein? Daran angeknüpft stellt sich die Frage: Sind die 65 Mio. Dollar überhaupt komplett Equity – oder wurde versehentlich auch ein bisschen Debt eingerechnet?  Und was hat es eigentlich mit der luxemburgischen „Smart Rate Sarl“ auf sich, die laut Handelsregister plötzlich mehr als 14 Prozent an Smava hält, in der Mitteilung von dieser Woche aber gar nicht auftaucht. Insgesamt haben wir sieben Fragen an Smava formuliert. Diese können Sie hier nachlesen (ebenso wie die vergleichsweise knappe Antwort von Smava): Finanz-Szene.de

Lesetipps

Zwei Kronprinzen – keine Lösung: Schon im letzten Herbst warf das „Manager Magazin“ die Frage auf, ob Christian Sewing und Marcus Schenck tatsächlich die natürlich Kandidaten für die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef John Cryan sind. Nun ist der Artikel in einer aktualisierten Fassung auch online verfügbar. Manager-Magazin.de

Und dazu passend: … ein frisches, aber hinter die Bezahlschranke gepacktes „HB“-Interview mit denselben beiden Deutsche-Bank-Vizes. Handelsblatt (Paywall)

„Frust, Angst – und super Gehälter“: Kollege Stefan Kaiser von „Spiegel Online“ zeichnet ein Sittengemälde der Frankfurter Bankenszene, die er „eine verblassende Welt“ nennt, in der es (Stichwort: Digitalisierung) zwar nicht mehr viel tun gebe, in der aber immer noch fürstlich bezahlt werde. Kurzum, falls Sie ein nettes Wochenende mit den Kindern vor sich haben: Lesen Sie’s nicht, sondern scrollen Sie einfach weiter. Warum am Morgen schon die Laune verderben? Spon

Und das Kontrastprogramm: Die Kollegen von Finews widmen sich einer (parallel offenbar immer noch existenten) Bankenwelt, in der a) Work-Life-Balance ein Schimpfwort ist, in der b) 80-Stunden-Wochen die Regel sind und in der c) mithin: noch alles so ist, wie es sein sollte. Finews

Welche Banker noch gebraucht werden: … vor allem solche, die gar keine richtigen Banken sind, also Security-, Big-Data- oder IoT-Spezialisten, schreibt der Consultant Oliver Voigt. Zudem erklärt er, wie die Banken diese (natürlich nicht nur von Finanzdienstleistern umworbenen Kandidaten) für sich gewinnen. IT-Finanzmagazin

Ganz alte und ganz neue Welt: Warum ein früherer Google-Manager beim Finanzvertrieb JDC ein Blockchain-Lab aufbaut. Bilanz

Und noch was für die richtigen Nerds (also für rund 45 Prozent unserer Leser): Mi­cha­el Ochs vom Fraun­ho­fer IE­SE durchmisst das Spannungsfeld zwischen PS­D2 und DSGVO – und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Kon­to­in­for­ma­ti­ons­diens­te (AIS) und der Kon­to­in­for­ma­ti­ons­dienst­leis­ter (AISP). Da macht das Lesen mal so richtig Spaß. IT-Finanzmagazin

Unser wichtigster Vorsatz für das neue Jahr lautet: … dass wir auch weiterhin jeden Freitag auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs verweisen, weil wir damit dazu beitragen, dass unsere Abonnenten durch gepflegtes sonntägliches Selbststudium zu besseren Bankern werden.  DZ Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Haspa-Vorstandsgehälter. Finanz-Szene.de

Newsletter 12/01/18: Das soll ein Robo sein?, Sieben Fragen an Smava, Fintech-Oma

Welche Robos da draußen sind wirklich Robos?

Gestern ist er gestartet, der 21. (oder schon der 23., 27. oder 29.?) Robo-Advisor auf dem deutschen Markt. Doch halt! Kommt Robo nicht von Roboter? Und hat Robo-Advisor nicht irgendwas mit regelbasiert, maschinell, standardisiert oder so zu tun? Jedenfalls: Der Chef des „Werthstein“ getauften neuen Anbieters sagt, dass bei seinem Robo „nicht der Algorithmus, sondern der Mensch im Vordergrund steht“. Und damit scheint es ihm sogar ernst zu sein, denn in der Pressemitteilung ist von „erfahrenen Experten und Portfoliomanagern“ die Rede, auf deren „Einschätzungen“ das Produkt offenbar beruht. Was sollen wir damit nun anfangen? 1.) Klar ist natürlich, dass hinter jedem Robo-Advisor Menschen stehen. Und 2.) Nichts gegen „Werthstein“ persönlich. Mag ja sein, dass das Produkt okay ist. ABER, und diese Fragen drängen sich allmählich auf, übrigens auch und gerade bei jenen digitalen Vermögensverwaltern, die jetzt von den Banken an den Start gebracht werden: Welche Robos da draußen sind wirklich noch Robos? Welche Hybrid-Ansätze versprechen tatsächlich einen Mehrwert? Und wann verkommt „Robo“ (endgültig) zum (reinen) Marketingbegriff? Der Markt jedenfalls wird nicht nur immer größer. Er wird auch immer unübersichtlicher.

Fondsprofessionell, Pressemitteilung

Sieben Fragen an das neue deutsche Mega-Fintech

Es war ohne Zweifel die Fintech-Meldung dieser Woche: Das Berliner Kreditportal Smava hat satte 65 Mio. Dollar eingesammelt, das ist das dritthöchste Funding in der noch jungen Geschichte der deutschen Finanztechnologie-Branche. Wobei: Muss es „Das ist“ oder „Das wäre“ heißen? Denn ein paar Fragen stellen sich dann doch. Gleicht man die Pressemitteilung mit jüngsten Eintragungen im Handelsregister ab, dann könnte man auf die Idee kommen, dass Smava nun mit deutlich mehr als 400 Mio. Dollar bewertet wird – kann das sein? Daran angeknüpft stellt sich die Frage: Sind die 65 Mio. Dollar überhaupt komplett Equity – oder wurde versehentlich auch ein bisschen Debt eingerechnet?  Und was hat es eigentlich mit der luxemburgischen „Smart Rate Sarl“ auf sich, die laut Handelsregister plötzlich mehr als 14 Prozent an Smava hält, in der Mitteilung von dieser Woche aber gar nicht auftaucht. Insgesamt haben wir sieben Fragen an Smava formuliert. Diese können Sie hier nachlesen (ebenso wie die vergleichsweise knappe Antwort von Smava):

Finanz-Szene.de 

News

Haspa-Gehälter erstaunen die deutsche Finanzwelt: Unsere Enthüllung, dass die Hamburger Sparkasse ihren Spitzenmanagern siebenstellige Gehälter zubilligt, sorgt für Kopfschütteln im öffentlich-rechtlichen Bankenlager. „Da fällt einem nichts mehr ein“, kommentiert ein nicht ganz subalterner Sparkassen-Mensch hinter vorgehaltener Hand den „Finanz-Szene.de“-Bericht. „Das können Sie niemandem mehr vermitteln“. Auch Leser jenseits des Sparkassen-Lagers zeigten sich verblüfft, teilweise auch belustigt (das mögen wir übrigens an unseren Lesern: Man empört sich nicht, sondern man lästert ab, wie es neudeutsch heißt). Das „Handelsblatt“ wiederum brachte den Umstand, dass Haspa-Chef Harald Vogelsang zwischen 1,5 und 2,0 Mio. Euro im Jahr kassiert (unter anderem, weil er ein Gehalt der Haspa AG und eines der Haspa Holding erhält) in Zusammenhang mit dessen kolportierter Absage für den Job als DSGV-Präsident: „,Er hat einen Job, in dem er sich sehr wohlfühlt, er will da nicht weg‘, hieß es aus seinem Umfeld. Beim Gehalt hätte er sich Finanzkreisen zufolge als Sparkassenpräsident auch nicht verbessern können.“ Handelsblatt (Paywall) 

Fintech jetzt auch für die Lehman-Oma: Wären wir gemein, würden wir sagen: „Es gibt die Aktien noch gar nicht. Wohl aber den Fonds.“ Wobei, das wäre nicht nur gemein, sondern auch falsch, denn außerhalb Europas gibt es ja sehr wohl schon ein paar seriöse börsennotierte Finanz-Startups, in die der kürzlich aufgelegte „Global FinTech Equities“ des Fondsanbieters Robeco investieren kann (der Fonds ist jetzt auch für den Vertrieb in Deutschland zugelassen, das ist die eigentliche News). Übrigens: Für den Fall, dass der zuständige  Fondsmanager dann doch schon in „Made in Germany“ investieren möchte: Wir hätten Naga und Niiio im Angebot, zwei grundsolide Dividenbringer mit kugelsicheren Geschäftsmodellen (aber pssst, das sind absolute Insidertipps). Das Investment

Bettscheider-Bank kommt nach Deutschland: Die österreichische Kommunalkredit – hinter der der einigermaßen legendäre Mainfirst-Gründer Patrick Bettscheider steht – buhlt seit dieser Woche um die Einlagen hiesiger Sparer. Das Geld dient als Funding für Infrastruktur-Projekte. Fondsprofessionell, Website

Lesetipps

Und das Kontrastprogramm: Die Kollegen von Finews widmen sich einer (parallel offenbar immer noch existenten) Bankenwelt, in der a) Work-Life-Balance ein Schimpfwort ist, in der b) 80-Stunden-Wochen die Regel sind und in der c) mithin: noch alles so ist, wie es sein sollte. Finews

Welche Banker noch gebraucht werden: … vor allem solche, die gar keine richtigen Banken sind, also Security-, Big-Data- oder IoT-Spezialisten, schreibt der Consultant Oliver Voigt. Zudem erklärt er, wie die Banken diese (natürlich nicht nur von Finanzdienstleistern umworbenen Kandidaten) für sich gewinnen. IT-Finanzmagazin

Ganz alte und ganz neue Welt: Warum ein früherer Google-Manager beim Finanzvertrieb JDC ein Blockchain-Lab aufbaut. Bilanz

Und noch was für die richtigen Nerds (also für rund 45 Prozent unserer Leser): Mi­cha­el Ochs vom Fraun­ho­fer IE­SE durchmisst das Spannungsfeld zwischen PS­D2 und DSGVO – und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Kon­to­in­for­ma­ti­ons­diens­te (AIS) und der Kon­to­in­for­ma­ti­ons­dienst­leis­ter (AISP). Da macht das Lesen mal so richtig Spaß. IT-Finanzmagazin

Zwei Kronprinzen – keine Lösung: Schon im letzten Herbst warf das „Manager Magazin“ die Frage auf, ob Christian Sewing und Marcus Schenck tatsächlich die natürlich Kandidaten für die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef John Cryan sind. Nun ist der Artikel in einer aktualisierten Fassung auch online verfügbar. Manager-Magazin.de

Und dazu passend: … ein frisches, aber hinter die Bezahlschranke gepacktes „HB“-Interview mit denselben beiden Deutsche-Bank-Vizes. Handelsblatt (Paywall)

„Frust, Angst – und super Gehälter“: Kollege Stefan Kaiser von „Spiegel Online“ zeichnet ein Sittengemälde der Frankfurter Bankenszene, die er „eine verblassende Welt“ nennt, in der es (Stichwort: Digitalisierung) zwar nicht mehr viel tun gebe, in der aber immer noch fürstlich bezahlt werde. Kurzum, falls Sie ein nettes Wochenende mit den Kindern vor sich haben: Lesen Sie’s nicht, sondern scrollen Sie einfach weiter. Warum am Morgen schon die Laune verderben? Spon

Unser wichtigster Vorsatz für das neue Jahr lautet: … dass wir auch weiterhin jeden Freitag auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs verweisen, weil wir damit dazu beitragen, dass unsere Abonnenten durch gepflegtes sonntägliches Selbststudium zu besseren Bankern werden.  DZ Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Haspa-Vorstandsgehälter. Finanz-Szene.de

Sieben (kritische) Fragen an das neue Mega-Fintech Smava

Von Heinz-Roger Dohms

Das Berliner Fintech Smava verkündet, eine Finanzierung über 65 Mio. Dollar eingeheimst zu haben – bleibt in der entsprechenden Pressemitteilung allerdings ein wenig im Ungefähren. Wir haben dem Kreditvergleich-Spezialisten darum sieben Fragen gestellt (die Antwort von Smava lesen Sie ganz unten).

Die Fragen an Smava:

1.) Sie sprechen von einer Funding-Runde in Höhe von 65 Mio. Dollar. Ist das alles Equity – oder haben Sie da womöglich auch Debt eingerechnet?

2.) Laut Handelsregister hat Smava seit Ende Dezember einen neuen Gesellschafter namens „Smart Rate Sarl“. Er hält 14,30 % der Anteile. In der Pressemitteilung war hingegen davon die Rede, dass eine Gesellschaft namens „Vitruvian Partners“ die Finanzierung angeführt habe. Reden wir hier von ein- und demselben Funding? Gehe ich Recht in der Annahme, dass „Vitruvian“ hinter der offenbar erst kürzlich gegründeten „Smart Rate Sarl“ steht?

3.) Ebenfalls im Handelsregister heißt es in Bezug auf die Kapitalerhöhung von Ende Dezember: „Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 27.11.2017 ist das Stammkapital um 802.139 EUR auf 5.273.421,00 EUR erhöht und der Gesellschaftsvertrag neu gefasst.“ Das neu hinzugewonnene Kapital macht demnach 15,2 Prozent am gesamten Kapital aus. Einmal angenommen, a) das Funding von Ende Dezember und Ihre Pressemitteilung von dieser Woche beziehen sich auf die gleiche Transaktion und b) die 65 Mio. Dollar waren, wie öffentlich wahrgenommen, tatsächlich komplett Equity – dann komme ich auf eine Post-Money-Bewertung von 428 Mio. Dollar. Ist diese Schlussfolgerung zulässig? Mir schiene das, mit Verlaub, sehr hoch zu sein.

4.) Falls der HR-Eintrag von Dezember und die PM von dieser Woche zwei unterschiedliche Sachverhalte betreffen (oder der Dezember-Deal nur einen Teil der jetzt kommunizierten Runde betrifft), könnten Sie das dann vielleicht alles ein bisschen aufdröseln für meine Leser?

5.) Sie schreiben in Ihrer PM, dass Smava mit dem frischen Geld in neue Marktsegmente expandieren will. Können Sie da noch etwas konkreter werden? Ich höre aus der Branche, dass Smava in Zukunft womöglich auch Kredite ohne Vergleich machen will (oder machen Sie das schon?), also jedenfalls tendenziell stärker Richtung Bank geht. Ist das richtig? Könnte das ein Indiz dafür sein, dass Sie beim Funding evtl. auch stärker Richtung Debt gehen?

6.) In der PM ist von einer Finanzierungsrunde „von Vitruvian mit Beteiligung weiterer Investoren wie Runa Capital“ die Rede. Laut Handelsregister haben Ende Dezember aber nur zwei Investoren Geld geben, nämlich „Smart Rate“ (=Vitruvian?) und eben Runa. Hieße das, dass sich die weiteren Investoren ebenfalls hinter „Smart Rate“ verbergen? Oder sind damit evtl. die Debt-Investoren (wenn denn auch Fremdkapital gefunded wurde) gemeint?

7.) Ihre Pressemitteilung von September war überschrieben: „10 Jahre Smava: Deutschlands erstes Fintech ist das größte Kreditportal“. In der jetzigen PM ist nur noch von „Smava, Deutschlands großes Kreditportal für Verbraucher“ die Rede. Hat da eine Verschiebung stattgefunden? Sind Sie jetzt auch gemäß ihren eigenen Zahlen nicht mehr der größte Anbieter? Oder ist das nur eine sprachliche Variation?

Die Antwort von Smava:

„Da wir ein privat gehaltenes Unternehmen sind, geben wir keine Informationen zur Finanzsituation des Unternehmens, außer zu bestimmten Anlässen wie Finanzierungsrunden. Hierzu bitten wir um Ihr Verständnis.“

Newsletter 11/01/18: Die irren Gehälter der Haspa-Vorstände, Markt schlägt Robos, Die größten Fintech-Deals

Exklusiv: 5,5 Millionen statt 2,9 Millionen – die irren Gehälter der Haspa-Vorstände

Die Vorstände bei Deutschlands größter Sparkasse kassieren weitaus mehr Geld als bislang bekannt – das zeigen exklusive Recherchen von „Finanz-Szene.de“ (übrigens: die Recherche ist Teil eines großen Gehalts-Reports, dessen weitere Ergebnisse wir in den kommenden Tagen und Wochen sukzessive veröffentlichen werden).  Laut dem bislang kaum beachteten Offenlegungsbericht der „Haspa Finanzholding“ kamen 2016 insgesamt sechs Beschäftigte der Hamburger Sparkasse auf eine Gesamtvergütung von mehr als 1 Mio. Euro. Einer davon strich sogar zwischen 1,5 und 2,0 Mio. Euro ein, mutmaßlich Vorstandschef Harald Vogelsang. Zur Einordnung: Bislang ging die Öffentlichkeit davon aus, dass die Topmanager größerer deutscher Sparkassen zwar auf hohe sechsstellige Bezüge kommen – aber allenfalls in Ausnahmefällen auf siebenstellige. Die Recherchen von „Finanz-Szene.de“ ermöglichen nun einen Einblick in die wahren Gehaltsdimensionen zumindest bei der Haspa. Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

News

Ein Deutungsvorschlag für die Fintech-Zahlen 2017: Wie dieser Tage bekannt wurde, haben Deutschlands Finanz-Startups im vergangenen Jahr 716 Mio. Euro eingesammelt – und damit mehr Geld als je zuvor. Trotzdem wurden auf Basis einer kryptischen „dpa“-Meldung mal wieder faktisch falsche Headlines wie „Immer weniger Investorengeld für deutsche Fintechs“ formuliert. Aber sei’s drum. Was ja wirklich stimmt: Das Wachstum ist zurückgegangen, und zwar deutlich. Plus: Die VCs verteilen ihr Geld offenbar nicht mehr mit der Gießkanne, sondern konzentrieren sich bei ihren Finanzierungen immer stärker auf die großen Player. Hierzu haben wir bei Barkow eine erhellende Grafik gefunden, wonach satte 44 % aller Mittel auf die zehn größten Deals entfielen. Der gute Herr Barkow hat die Transaktionen zwar anonymisiert, aber in der Hoffnung, dass er uns nicht den Kopf abreißt, dechiffrieren wir einfach mal die drei größten: Kreditech, Finleap, Scalable. Barkow Consulting

Nur ein einziger deutscher Robo-Advisor hat 2017 den Markt geschlagen: … nämlich der der Sutor-Bank. Alle anderen digitalen Vermögensverwalter schnitten laut dem (angeblich einigemaßen belastbaren) Echtgeldtest von „Brokervergleich.de“ schlechter ab als der entsprechende Referenzindex. Fondsprofessionell

Scalable Capital expandiert in die Schweiz: … und viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Erklärt sich ja selbst, diese Nachricht. Finews.ch

Noch mehr deutsche Banken versenken Geld in England: Neben der Fidor Bank (wir berichteten) haben sich laut „Börsen-Zeitung“ noch zwei weitere deutsche Banken mit dem Kauf von Kreditforderungen gegen britische Konsumenten verspekuliert – nämlich die Deutsche Kontor Privatbank aus Grünwald und die Frankfurter HKB Bank. Während Fidor und die Kontor Privatbank bereits mit Kapitalerhöhungen stabilisiert worden seien, hoffe die HKB Bank nun auf einen Investor aus China (und darauf, dass die Bafin mitspielt). Börsen-Zeitung

Huch, erkennen die Bankenverbände die Zeichen der Zeit? Darauf deutet zumindest eine spannende Geschichte heute Früh im „Handelsblatt“ hin. Demnach wollen der BdB und der Verband der Auslandsbanken einen möglichen Zusammenschluss ausloten. Auslöser der Überlegungen soll der Brexit sein. Die zugehörige Argumentation geht so: Wenn die ausländischen Banken ihre Frankfurter Dependancen massiv aufwerten, dann brauche es mehr Einfluss auf die hiesige Gesetzgebung – und das wiederum sei nur über den BdB zu gewährleisten. Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank bereitet Publikum auf Boni-Erhöhungen vor: Das größte Geldhaus des Landes musste 2017 – wie es aussieht – den dritten Jahresverlust in Folge ertragen. Trotzdem sollen die Sonderzahlungen für die Topmanager steigen (so lässt sich zumindest ein HB-Interview der Vize-Chefs deuten). Manager Magazin

Lesetipps

Die eigentliche Ratio hinter dem Paypal-Raisin-Deal: Der Einstieg des amerikanischen Payment-Riesen bei dem Berliner Depositen-Vermittler (wobei Raisin ja jetzt mehr ist, siehe weiter unten) wurde in den meisten Medien als Angriff auf die traditionellen Banken gedeutet. Unser Lieblings-Blogger Leo Bosankic bietet nun eine darüber hinausgehende Deutung an. Seiner Meinung könnte sich Paypal auch deshalb mit Geldanlage-Tools wie Acorn oder Raisin aufplustern, um sich deutlicher von Wettbewerbern wie Apple Pay abzugrenzen. leobosankic.com

Na toll, jetzt spannt uns die „Wiwo“ schon die Gastautoren aus: Verkommt „Finanz-Szene.de“ zum SC Freiburg der Finanzberichterstattung, sprich: zum Ausbildungsverein für den publizistischen Moloch aus Düsseldorf? Jedenfalls, der Startup-Investor Carsten Maybach, der hier neulich sehr Eindrückliches zum Thema „Nach welchen Kriterien VCs in Fintechs investieren“ schrieb, hat nun bei der „Wirtschaftswoche“ eine Kolumne zum Thema „Warum Banken und Fintechs ideale Partner sind“ verfasst. Da uns Eifersucht fremd ist, empfehlen wir den Artikel natürlich trotzdem zur Lektüre. Und @Düsseldorf: Wenn Ihr wüsstet, was das Breisgau (der Breisgau?) gerade für Pläne schmiedet … Wirtschaftswoche  

Und dann gibt uns die „Wiwo“ gleich noch eins vor den Bug: Die Geschichte, wie die Norisbank zur heimlichen Perle der Deutschen Bank wurde, wollten wir demnächst eigentlich mal selber machen. Können wir uns sparen. Hat der geschätzte Kollege Welp von der „Wirtschaftswoche“ nämlich schon erledigt. Leider hinter der Bezahlschranke. Wiwo (Paywall)

Die Banken sollten sich nicht mit dem Bitcoin beschäftigen: … sondern mit den Tech-Konzernen. Denn die Gefahr, dass die Branche „amazon-iert“ wird ist realer denn je. Schreiben jedenfalls Huw van Steenis und Jesse McWaters in der „Financial Times“ (Paywall)

Wozu Coinbase wirklich gut sein könnte: Die Kryptobörse wird eines Tages zu einer Gefahr für das klassische Brokerage werden, mutmaßen die Vorausdenker von Venturebeat

Heidi lebt: Wenn Schweizer Fintechs in den letzten Wochen bei „Finanz-Szene.de“ auftauchten, dann meist im Kontext von Pleiten, Pech und Pannen. Sehr viel konstruktiver sind da wieder mal die lebensbejahenden Kollegen von „Paymentandbanking“. Sie haben ihre Übersicht über den Schweizer Fintech-Markt aktualisiert und sprechen gar – oha! – von einem „Boom“. PAB

Karriere

Kommt der Brexit schon in FFM an? Laut „efinancialcareers“ schreiben US-Banken zurzeit reihenweise Jobs in Frankfurt aus. efinancialcareers

Während Sie in St. Anton weilten …

Viel ist nicht passiert, seit „Finanz-Szene.de“ am 20. Dezember in die Weihnachtpause ging – ein bisschen was aber doch. Drum hier die wichtigsten News der vergangenen zweieinhalb Wochen kurz zusammengefasst (natürlich auch für jene Frankfurter Leser, die dank „Hessen-Urlaub“ immer noch in St. Anton weilen, heute Früh aber dann doch mal ihre Mails checken):

  • Fünf deutsche Fintechs haben es unter die Top-50 im Wachstums-Ranking unserer Freunde von Gründerszene geschafft (Gründerszene)
  • Smava behauptet, ein Funding über 65 Mio. Dollar gelandet zu haben (dpa-afx)
  • Das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen.de“) steigt nach dem Paypal-Coup nun auch noch ins ETF-Geschäft ein (Pressemitteilung)
  • Der britische Kreditmarktplatz Funding Circle bereitet (angeblich) seinen Börsengang vor. Aus dem Bauch raus: Das würde dann vermutlich der bislang größte Fintech-IPO in Europa. (Sky)
  • Google schmeißt Android Pay und Google Wallet zusammen (Handelsblatt)
  • Die Deutsche Bank hat (u.a. dank Trump) 2017 vermutlich Verluste gemacht (Manager Magazin)
  • Die Deutsche Bank steht darüber hinaus nun im Bann des Steve Bannon (Manager Magazin)
  • Die NordLB bläst den Verkauf der Deutschen Hypo ab (Reuters)
  • Die EZB fordert höhere Kapitalquoten von Blaubank und Gelbbank (Handelsblatt)
  • Cerberus will Blaubank und Gelbbank nach eigener Aussage NICHT fusionieren (Reuters, Handelsblatt/Paywall)
  • Das ist die neue Frau an der Spitze des BVR (Handelsblatt/Paywall)
  • Die Volks- und Raiffeisenbanken haben 2017 ihr Kreditgeschäft deutlich ausgeweitet (Pressemitteilung)
  • Die Aufsichtsräte der Deutsche Bank streiten über die Boni für die Investmentbanker des Hauses (Wirtschaftswoche)
  • Die Deutsche Bank stößt an Investitionsgrenzen (Börsen-Zeitung)
  • Die spanische Caixa eröffnet eine Filiale in Frankfurt (Twitter)
  • Ex-Sal.-Oppenheim-Chef Wolfgang Leoni dockt bei den Quandts an (Private Banking Magazin)
  • Die Comdirect beschränkt das kostenlose Bargeldabheben (FAZ)

Klickfavorit

… war in der letzten Ausgabe vor unserer Winterpause die Hammer-News mit Paypal und Raisin. Finanz-Szene.de

Newsletter 11/01/18: Die irren Gehälter der Haspa-Vorstände, BdB-Coup?, Deutsche Banken mit Desaster in UK

Exklusiv: 5,5 Millionen statt 2,9 Millionen – die irren Gehälter der Haspa-Vorstände

Die Vorstände bei Deutschlands größter Sparkasse kassieren weitaus mehr Geld als bislang bekannt – das zeigen exklusive Recherchen von „Finanz-Szene.de“ (übrigens: die Recherche ist Teil eines großen Gehalts-Reports, dessen weitere Ergebnisse wir in den kommenden Tagen und Wochen sukzessive veröffentlichen werden).  Laut dem bislang kaum beachteten Offenlegungsbericht der „Haspa Finanzholding“ kamen 2016 insgesamt sechs Beschäftigte der Hamburger Sparkasse auf eine Gesamtvergütung von mehr als 1 Mio. Euro. Einer davon strich sogar zwischen 1,5 und 2,0 Mio. Euro ein, mutmaßlich Vorstandschef Harald Vogelsang. Zur Einordnung: Bislang ging die Öffentlichkeit davon aus, dass die Topmanager größerer deutscher Sparkassen zwar auf hohe sechsstellige Bezüge kommen – aber allenfalls in Ausnahmefällen auf siebenstellige. Die Recherchen von „Finanz-Szene.de“ ermöglichen nun einen Einblick in die wahren Gehaltsdimensionen zumindest bei der Haspa. Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

News

Noch mehr deutsche Banken versenken Geld in England: Neben der Fidor Bank (wir berichteten) haben sich laut „Börsen-Zeitung“ noch zwei weitere deutsche Banken mit dem Kauf von Kreditforderungen gegen britische Konsumenten verspekuliert – nämlich die Deutsche Kontor Privatbank aus Grünwald und die Frankfurter HKB Bank. Während Fidor und die Kontor Privatbank bereits mit Kapitalerhöhungen stabilisiert worden seien, hoffe die HKB Bank nun auf einen Investor aus China (und darauf, dass die Bafin mitspielt). Börsen-Zeitung

Huch, erkennen die Bankenverbände die Zeichen der Zeit? Darauf deutet zumindest eine spannende Geschichte heute Früh im „Handelsblatt“ hin. Demnach wollen der BdB und der Verband der Auslandsbanken einen möglichen Zusammenschluss ausloten. Auslöser der Überlegungen soll der Brexit sein. Die zugehörige Argumentation geht so: Wenn die ausländischen Banken ihre Frankfurter Dependancen massiv aufwerten, dann brauche es mehr Einfluss auf die hiesige Gesetzgebung – und das wiederum sei nur über den BdB zu gewährleisten. Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank bereitet Publikum auf Boni-Erhöhungen vor: Das größte Geldhaus des Landes musste 2017 – wie es aussieht – den dritten Jahresverlust in Folge ertragen. Trotzdem sollen die Sonderzahlungen für die Topmanager steigen (so lässt sich zumindest ein HB-Interview der Vize-Chefs deuten). Manager Magazin

Ein Deutungsvorschlag für die Fintech-Zahlen 2017: Wie dieser Tage bekannt wurde, haben Deutschlands Finanz-Startups im vergangenen Jahr 716 Mio. Euro eingesammelt – und damit mehr Geld als je zuvor. Trotzdem wurden auf Basis einer kryptischen „dpa“-Meldung mal wieder faktisch falsche Headlines wie „Immer weniger Investorengeld für deutsche Fintechs“ formuliert. Aber sei’s drum. Was ja wirklich stimmt: Das Wachstum ist zurückgegangen, und zwar deutlich. Plus: Die VCs verteilen ihr Geld offenbar nicht mehr mit der Gießkanne, sondern konzentrieren sich bei ihren Finanzierungen immer stärker auf die großen Player. Hierzu haben wir bei Barkow eine erhellende Grafik gefunden, wonach satte 44 % aller Mittel auf die zehn größten Deals entfielen. Der gute Herr Barkow hat die Transaktionen zwar anonymisiert, aber in der Hoffnung, dass er uns nicht den Kopf abreißt, dechiffrieren wir einfach mal die drei größten: Kreditech, Finleap, Scalable. Barkow Consulting

Nur ein einziger deutscher Robo-Advisor hat 2017 den Markt geschlagen: … nämlich der der Sutor-Bank. Alle anderen digitalen Vermögensverwalter schnitten laut dem (angeblich einigemaßen belastbaren) Echtgeldtest von „Brokervergleich.de“ schlechter ab als der entsprechende Referenzindex. Fondsprofessionell

Scalable Capital expandiert in die Schweiz: … und viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Erklärt sich ja selbst, diese Nachricht. Finews.ch

Lesetipps

Die eigentliche Ratio hinter dem Paypal-Raisin-Deal: Der Einstieg des amerikanischen Payment-Riesen bei dem Berliner Depositen-Vermittler (wobei Raisin ja jetzt mehr ist, siehe weiter unten) wurde in den meisten Medien als Angriff auf die traditionellen Banken gedeutet. Unser Lieblings-Blogger Leo Bosankic bietet nun eine darüber hinausgehende Deutung an. Seiner Meinung könnte sich Paypal auch deshalb mit Geldanlage-Tools wie Acorn oder Raisin aufplustern, um sich deutlicher von Wettbewerbern wie Apple Pay abzugrenzen. leobosankic.com

Na toll, jetzt spannt uns die „Wiwo“ schon die Gastautoren aus: Verkommt „Finanz-Szene.de“ zum SC Freiburg der Finanzberichterstattung, sprich: zum Ausbildungsverein für den publizistischen Moloch aus Düsseldorf? Jedenfalls, der Startup-Investor Carsten Maybach, der hier neulich sehr Eindrückliches zum Thema „Nach welchen Kriterien VCs in Fintechs investieren“ schrieb, hat nun bei der „Wirtschaftswoche“ eine Kolumne zum Thema „Warum Banken und Fintechs ideale Partner sind“ verfasst. Da uns Eifersucht fremd ist, empfehlen wir den Artikel natürlich trotzdem zur Lektüre. Und @Düsseldorf: Wenn Ihr wüsstet, was das Breisgau (der Breisgau?) gerade für Pläne schmiedet … Wirtschaftswoche  

Und dann gibt uns die „Wiwo“ gleich noch eins vor den Bug: Die Geschichte, wie die Norisbank zur heimlichen Perle der Deutschen Bank wurde, wollten wir demnächst eigentlich mal selber machen. Können wir uns sparen. Hat der geschätzte Kollege Welp von der „Wirtschaftswoche“ nämlich schon erledigt. Leider hinter der Bezahlschranke. Wiwo (Paywall)

Die Banken sollten sich nicht mit dem Bitcoin beschäftigen: … sondern mit den Tech-Konzernen. Denn die Gefahr, dass die Branche „amazon-iert“ wird ist realer denn je. Schreiben jedenfalls Huw van Steenis und Jesse McWaters in der „Financial Times“ (Paywall)

Wozu Coinbase wirklich gut sein könnte: Die Kryptobörse wird eines Tages zu einer Gefahr für das klassische Brokerage werden, mutmaßen die Vorausdenker von Venturebeat

Heidi lebt: Wenn Schweizer Fintechs in den letzten Wochen bei „Finanz-Szene.de“ auftauchten, dann meist im Kontext von Pleiten, Pech und Pannen. Sehr viel konstruktiver sind da wieder mal die lebensbejahenden Kollegen von „Paymentandbanking“. Sie haben ihre Übersicht über den Schweizer Fintech-Markt aktualisiert und sprechen gar – oha! – von einem „Boom“. PAB

Karriere

Kommt der Brexit schon in FFM an? Laut „efinancialcareers“ schreiben US-Banken zurzeit reihenweise Jobs in Frankfurt aus. efinancialcareers

Während Sie in St. Anton weilten …

Viel ist nicht passiert, seit „Finanz-Szene.de“ am 20. Dezember in die Weihnachtpause ging – ein bisschen was aber doch. Drum hier die wichtigsten News der vergangenen zweieinhalb Wochen kurz zusammengefasst (natürlich auch für jene Frankfurter Leser, die dank „Hessen-Urlaub“ immer noch in St. Anton weilen, heute Früh aber dann doch mal ihre Mails checken):

  • Die Deutsche Bank hat (u.a. dank Trump) 2017 vermutlich Verluste gemacht (Manager Magazin)
  • Die Deutsche Bank steht darüber hinaus nun im Bann des Steve Bannon (Manager Magazin)
  • Die NordLB bläst den Verkauf der Deutschen Hypo ab (Reuters)
  • Die EZB fordert höhere Kapitalquoten von Blaubank und Gelbbank (Handelsblatt)
  • Cerberus will Blaubank und Gelbbank nach eigener Aussage NICHT fusionieren (Reuters, Handelsblatt/Paywall)
  • Das ist die neue Frau an der Spitze des BVR (Handelsblatt/Paywall)
  • Die Volks- und Raiffeisenbanken haben 2017 ihr Kreditgeschäft deutlich ausgeweitet (Pressemitteilung)
  • Die Aufsichtsräte der Deutsche Bank streiten über die Boni für die Investmentbanker des Hauses (Wirtschaftswoche)
  • Die Deutsche Bank stößt an Investitionsgrenzen (Börsen-Zeitung)
  • Die spanische Caixa eröffnet eine Filiale in Frankfurt (Twitter)
  • Ex-Sal.-Oppenheim-Chef Wolfgang Leoni dockt bei den Quandts an (Private Banking Magazin)
  • Die Comdirect beschränkt das kostenlose Bargeldabheben (FAZ)
  • Fünf deutsche Fintechs haben es unter die Top-50 im Wachstums-Ranking unserer Freunde von Gründerszene geschafft (Gründerszene)
  • Smava behauptet, ein Funding über 65 Mio. Dollar gelandet zu haben (dpa-afx)
  • Das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen.de“) steigt nach dem Paypal-Coup nun auch noch ins ETF-Geschäft ein (Pressemitteilung)
  • Der britische Kreditmarktplatz Funding Circle bereitet (angeblich) seinen Börsengang vor. Aus dem Bauch raus: Das würde dann vermutlich der bislang größte Fintech-IPO in Europa. (Sky)
  • Google schmeißt Android Pay und Google Wallet zusammen (Handelsblatt)

Klickfavorit

… war in der letzten Ausgabe vor unserer Winterpause die Hammer-News mit Paypal und Raisin. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Die irren Vorstands-Gehälter bei der Hamburger Sparkasse

Von Heinz-Roger Dohms

Die Vorstände bei Deutschlands größter Sparkasse verdienen weitaus mehr Geld als bislang bekannt – das zeigen Recherchen von „Finanz-Szene.de“.  Laut dem bislang kaum beachteten Offenlegungsbericht der „Haspa Finanzholding“ kamen 2016 insgesamt sechs Beschäftigte der Hamburger Sparkasse auf eine Gesamtvergütung von mehr als einer Million Euro – wobei einer davon sogar zwischen 1,5 und 2,0 Millionen Euro einstrich. Bei den Managern handelt es sich einer Sprecherin zufolge um die fünf Vorstände der eigentlichen Hamburger Sparkasse AG sowie um einen mittlerweile ausgeschiedenen Vorstand der Haspa Finanzholding, die sämtliche Aktien der AG hält, aber kein operatives Geschäft betreibt.

Bislang ging die Öffentlichkeit davon aus, dass die Topmanager der großen Sparkassen hierzulande zwar auf hohe sechsstellige Bezüge kommen – aber allenfalls in Ausnahmefällen auf siebenstellige. Die Recherchen von „Finanz-Szene.de“ ermöglichen nun einen Einblick in die wahren Gehaltsdimensionen zumindest in der Hansestadt. So erhielten die fünf Vorstände der Hamburger Sparkasse laut Geschäftsbericht scheinbar nur eine Gesamtvergütung von addiert 2,9 Millionen Euro. Laut Offenlegungsbericht kommt dasselbe Quintett aber in Wirklichkeit auf mindestens 5,5 Millionen Euro – wobei es sich bei dem Manager mit den 1,5 Millionen bis 2,0 Millionen Euro mutmaßlich um Vorstandschef Harald Vogelsang handeln dürfte. Die Diskrepanz zwischen den 2,9 Millionen und den mindestens 5,5 Millionen Euro ergibt sich laut der Haspa-Sprecherin zum einen aus der Doppelfunktion der Vorstände in AG und Holding. Anders ausgedrückt: Die Manager bekamen für beide Tätigkeiten Geld. Daneben gibt es allerdings noch einen zweiten Grund: Anders als der Geschäftsbericht berücksichtigt der Offenlegungsbericht auch die Pensionsrückstellungen. Und die scheinen extrem hoch zu sein.

Jenseits des Hamburger Falls könnte der Recherchefund damit auch die Debatte über die Pensionszusagen für deutsche Sparkassen-Manager generell neu entfachen. Hintergrund: Bis Mitte der siebziger Jahre genossen Sparkassen-Vorstände in Deutschland Beamtenstatus. Aus dieser Tradition heraus legen die Institute bis heute vergleichsweise viel Geld für die Altersvorsorge ihrer Spitzenkräfte zurück. So kam der Banken-Professor Ralf Jasny vor einiger Zeit in einer auf das Geschäftsjähr 2013 bezogenen Untersuchung zu dem Schluss, dass die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen erstaunliche 27 Prozent der Gesamtbezüge ihrer Vorstände für Pensionen zurückstellen. Zum Vergleich: Bei der Commerzbank waren es laut Jasny im gleichen Jahr zwei Prozent, bei der Deutschen Bank zehn Prozent.

Die millionenschweren Vergütungen bei der Hamburger Sparkasse werfen nun die Frage auf, ob die hohen Pensionszusagen im öffentlich-rechtlichen Bankensektors angesichts der dauerhaft niedrigen Zinsen überhaupt noch wirtschaftlich verantwortbar sind. Denn: Weil sich das zurückgelegte Geld im Niedrigzinsumfeld immer schwieriger vermehren lässt, müssen die Sparkassen immer höhere Rückstellungen bilden, damit ihre Vorstände im Alter die versprochenen Pensionen erhalten. (Natürlich könnte man auch fragen, warum ein Sparkassen-Manager überhaupt bis zu zwei Millionen Euro verdienen muss – aber das ist eine andere Debatte)

Eine Ausnahme übrigens scheinen die 2016er-Gehälter nicht zu sein. Im Internet ist auch noch der Offenlegungsbericht der Haspa Finanzholding für 2015 einsehbar. Auch da überschritten bereits sechs Hamburger Sparkässler die Ein-Millionen-Euro-Grenze, darunter einer sogar die Marke von 1,5 Millionen Euro.