Exklusiv: Wie die Gebühren-Keule die Bilanzen der Sparkassen und Volksbanken rettet

Von Heinz-Roger Dohms

Kann man mit ein paar Euro mehr eine Bankibilanz zum glänzen bringen? Der Fall der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) zeigt: Ja, das geht. Und wie!

Im Herbst 2016 hatte das in Postdam beheimatete Institut seine Kontogebühren erhöht. Onlinekunden zahlen seitdem 2,50 Euro im Monat (statt gar nichts), der Preis für die Premium-Konto stieg von 6,50 auf 8,50 Euro, Geschäftskunden zahlen 12,50 statt 4,50 Euro, zudem verteuerte sich die Gebühr für die Kreditkarte auf 35 Euro jährlich. Der Effekt: Als die MBS dieser Tage ihr Geschäftsergebnis für 2017 veröffentlichte, war der Provisionsüberschuss – der zeigt, wie viel Geld eine Bank mit ihren Gebühren verdient – um sensationelle 31 Prozent gestiegen. Das habe zwar nicht nur an den höheren Kontoentgelten, heißt es  bei der MBS. Aber sie seien doch „ein wesentlicher Treiber“ gewesen.

Tatsächlich ist die Mittelbrandenburgische Sparkasse zwar ein Extrem-, aber kein Einzelfall. Denn das Gebühren-Wunder ist momentan bei vielen  Sparkassen und Volksbanken zu beobachten. Die Sparkasse München etwa steigerte das Provisionsergebnis um 17 Prozent, bei der Volksbank Hannover waren es 19 Prozent, bei der Sparkasse Essen 8 Prozent und bei der Sparkasse Aachen 13 Prozent. Die Datenspezialisten von Barkow Consulting haben ermittelt: Bei gut 500 Kleinbanken, die zusammen für rund 43 Prozent des öffentlich-rechtlichen und des genossenschaftlichen Bankensektors stehen (die übrigen Resultate sind noch nicht bekannt), erhöhte sich der Provisionsüberschuss im Schnitt um 7,1 Prozent – was den stärksten Anstieg seit 13 Jahren bedeutet.

„Die deutschen Banken sind bei Stärkung ihres generell schwachen Provisionsergebnisses im letzten Jahr einen deutlichen Schritt vorangekommen“, lautet das Fazit von Peter Barkow. Und: „Der Trend wird vermutlich weitergehen. Denn viele Gebührenerhöhungen wurden erst im Laufe des vergangenen Jahres vollzogen, sodass sich der volle Effekt erst in den 2018er-Zahlen zeigen wird.“

Geht die Gebühren-Wette der deutschen Retailbanken also tatsächlich auf? Es scheint so. Rückblick: Um die sinkenden Zinserlöse zu kompensieren, begannen vor ein, zwei Jahren immer mehr Geldinstitute damit, ihre Kontogebühren zu erhöhen. Es schien sich um eine Verzweiflungstat zu handeln. Denn: Traditionell verdienen gerade die Sparkassen und Volksbanken den ganz überwiegenden Teil ihres Ertrags im Zinsgeschäft. Die Provisionen machten und machen bei den allermeisten Kleinbanken weniger als 20 Prozent aus. Mathematisch ist die Sache bei einem Verhältnis von 80:20 somit eindeutig: Für jedes Prozent, mit dem das Zinsergebnis sinkt, muss der Provisionsüberschuss, wenn der Effekt eins zu eins kompensiert werden soll, um vier Prozent steigen. Wie sollte das gehen? Zumal ja auch noch die Frage offen war: Machen die Kunden das überhaupt mit? Oder sucht gerade die lukrative Klientel das Weite?

Nun sieht es  jedoch so aus, dass der Gebühreneffekt den (befürchteten) Zinseffekt 2017 mehr als überkompensiert hat – zumal noch gar nicht klar ist, ob der Zinsüberschuss überhaupt auf breiter Flur zurückgegangen ist. Denn vielen Kleinbanken ist es offenbar durch höhere Volumina und größere Risiken gelungen, das Zinsergebnis zumindest konstant zu halten. Und: Von einer Kundenflucht ist bislang wenig zu sehen. Das einzige prominente Opfer schien die Postbank zu sein, die als erste große Bank ihre Gebühren anhob und darum öffentlich besonders unter Beschuss stand. Sie verlor nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 unterm Strich rund 250.000 Kunden …

Exklusiv: Postbank verliert in 12 Monaten rund 10 % ihrer Giro-Bestandskunden

… doch selbst die Postbank (deren Provisionsüberschuss 2017 übrigens um 12 Prozent wuchs) vermeldet inzwischen, dass sich die Lage stabilisiert habe. Im vierten Quartal sei die Zahl der Girokonten sogar wieder leicht gewachsen. Andernorts klingen die Botschaften ähnlich. So heißt es bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, sie hab Ende 2017 mehr Kunden gehabt als Ende 2016. Das gleiche galt für die Öko-Bank GLS, die ihrer Klientel zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten sogar noch einen jährlichen Solidarbeitrag von 60 Euro abverlangte. 18.000 der 211.000 Kunden flohen zwar. Dafür aber kamen 20.000 neue hinzu.

Aus Sicht von Karsten Junge von der Beraterfirma Consileon haben die Banken sogar noch etwas  Spielraum für weitere Gebührenerhöhungen, ohne dass sie eine Massenflucht der Kunden befürchten müssen.  „Deutschland bildet – neben den Niederlande – in Bezug auf die erzielte Gebührenmarge das Schlusslicht in Europa“, sagt der Experte.  Die Marge sei beispielsweise in Frankreich oder der Schweiz doppelt so hoch wie hierzulande „Da die Deutschen weiterhin nicht besonders wertpapieraffin sind und auch Kreditkarten verhältnismäßig wenig nutzen, ist die Erhöhung der Kontoführungspreise ein probates Mittel, um rasch einen Ergebniseffekt zu erzielen“ so Junge weiter.

Was das Ganze unterm Strich ausmacht? Die GLS Bank kann nun mit knapp  10 Mio. Euro Solidar-Profits jährlich kalkulieren (213.000 Kunden mal 60 Euro abzüglich der Vergünstigungen zum Beispiel für jüngere Kunden). Das ist geradezu existenziell angesichts eines Bilanzgewinns von gerade einmal 7,6 Mio. Euro. Bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse ist die Rechnung wegen der unterschiedlichen Kontenmodelle zwar nicht ganz so transparent. Allerdings lässt sich schätzen: Angesichts von insgesamt rund 470.000 Kunden dürften die Zusatzertäge im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen und somit merklich zum Vorsteuerergbnis von 84 Mio. Euro beigetragen haben.

Alles in allem übrigens schätzt Barkow Consulting, dass die höheren Gebühren den Sparkassen und Volksbank 2017 mehr als 800 Mio. Euro zusätzlich in die Kassen gespült haben. Beziehe man die übrigen Retailbanken in die Rechnung ein, dann steige die Summe sogar auf mehr als eine Mrd. Euro.

28/02/18: Desaster bei der DZ Bank, Der geheime Deutsche-Bank-Aktionär, Fünf Thesen zur HSH-Zukunft

Die DVB Bank hat 2017 mehr Geld verbrannt als die eigentliche DZ Bank verdient hat

War das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Jahr für die DZ-Bank-Gruppe? Klar, die R+V Versicherung (Ergebnisbeitrag: 795 Mio. Euro) hat wieder mal geliefert, genauso wie die bockstarke Fondsgesellschaft Union Investment, die mit 610 Mio. Euro sogar ein neues Rekordergebnis einfuhr. Und dennoch: Was letztlich alles andere überschattet, das ist das desaströse Abschneiden der schiffsgeplagten DVB Bank, die mit einem Vorsteuer-Verlust von 774 Mio. Euro sogar mehr Geld verbrannt hat, als die eigentliche DZ Bank (die ja auch Teil der DZ-Bank-Gruppe ist) verdient hat. Das waren nämlich nur 752 Mio. Euro. Wenn der scheidende Vorstandschef Wolfgang Kirsch also meint, „das erreichte Ergebnis ist Ausdruck der Stabilität“, dann möchte man zaghaft den Finger heben und anmerken, dass man das auch anders sehen kann. Zumal: Dass es auf Gruppenebene letztlich zu einem Vorsteuerplus von 1,8 Mrd. Euro reichte, lag auch daran, dass der Immobilienfinanzierer DG Hyp sein Ergebnis mal eben durch einen Aufholeffekt im Abbauportfolio mehr als verdoppelt hat. Sonst wäre es auf Gruppenebene womöglich sogar mit dem Mindestziel von 1,5 Mrd. Euro knapp geworden.

Finanz-Szene.de (Überblick alle Teilergebnisse), Reuters (News) 

Fünf kritische Thesen zur Zukunft der HSH Nordbank

Die Eilmeldung kam gestern Abend um kurz vor 20 Uhr: Angeblich ist der Verkauf der HSH Nordbank an die Finanzinvestoren Cerberus und Flowers (vorbehaltlich der Zustimmung der beiden Landesregierungen) so gut wie perfekt. Preis: rund eine Milliarde Euro. Ob dem wirklich so ist, dürfte das Publikum schon heute erfahren – schließlich läuft die Frist, die die EU-Kommission den Hamburgern und Schleswig-Holsteinern zum Verkauf ihrer Landesbank  gesetzt hat, um 23.59 Uhr ab. „Finanz-Szene.de“ nimmt den D-Day zum Anlass, das Verkaufsobjekt einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dafür haben wir zwei der renommiertesten europäischen Kreditanalysten gewonnen, nämlich  Guido Versondert (ehemals Senior Analyst für Banken bei Moody’s) und Michael Dawson-Kropf (der frühere Country Head für deutsche Banken bei Fitch). Lesen Sie hier, warum die beiden im fulminanten Neugeschäft der HSH-Kernbank die möglichen Altlasten von morgen sehen: Finanz-Szene.de

News

Was die Banken ärgert, freut Herrn Altmaier: Dank des negativen Einlagenzinses sieht sich die Bundesbank in der Lage, dem Finanzminister 1,9 Mrd. Euro überweisen. Handelsblatt

Genossen wollen sich an Finanzspritze für Paydirekt beteiligen: So zumindest lässt sich eine Aussage von DZ-Bank-Chef Kirsch gestern deuten (sinngemäß: Nachdem die Sparkassen ihr Commitment ausgesprochen hätten, werde man nun im Gesellschafterkreis über notwendige Investitionen beraten).

Jan-Christian Dreesen, Finanzchef des FC Bayern (und: der Mann, der auf der Tribüne immer neben Karl-Heinz Rummenigge sitzen muss) … wird Aufsichtsrat der BayernLB. Behauptet jedenfalls die „BÖZ“. Und klingt auch vollkommen logisch, weil Dreesen ja früher mal Vorstand bei der Landesbank war. Börsen-Zeitung (Paywall)

Das Wachstum von Auxmoney auf einen Blick: Gestern hatten wir ja schon kurz über die beeindruckenden Zahlen des größten deutschen Online-Kreditmarktplatzes berichtet. Hier noch nachgeschoben der Link zur Pressemitteilung mit einer Grafik, die die Verzehnfachung des ausgezahlten Kreditvolumens binnen drei Jahren dokumentiert. Pressemitteilung

Allianz investiert 30 Mio. Dollar in ein US-Fintech namens C2FO: Wenn wir es richtig verstehen, handelt es sich dabei um einen Marktplatz für Working-Capital-Finanzierungen. Pressemitteilung, Bloomberg

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Der geheime Großaktionär der Deutschen Bank: Die Edel-Blogger der „Financial Times“ sind bei der Frage, wer hinter HNA steht, auf eine obskure Firma namens GAR gestoßen. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber anmeldepflichtig)

Warum die Banken die Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava ernst nehmen sollten: … weil es den beiden Vergleichsportalen im Kern darum gehe, der etablierten Kreditwirtschaft die Kundenbasis streitig zu machen, sagt Stefan Graß von Cofinpro – und erklärt, wie die Banken auf diese Herausforderung reagieren müssen. IT-Finanzmagazin

Und noch ein vorerst letzter Beitrag zur „Zins-Schlacht“: Wie Finanzcheck.de mit einem kleinen Gag-Angebot gestern die Konkurrenten Smava und Check24 vorgeführt hat. Handelsblatt

Warum Mobile Payment in Deutschland noch immer ein Nischenthema ist … und was passieren muss, damit sich dieser Dauerbefund irgendwann einmal ändert. Der Bank-Blog

Zur Lektüre des gestern veröffentlichten „World Fintech Report 2018“ von Capgemini … sind wir leider noch nicht gekommen. Aber wäre doch komisch, wenn sich hinter diesem sehr selbstbewussten Titel nicht auch der ein oder andere kluge Gedanke fände. Capgemini

Wem unser Blick auf die DZ Bank zu kritisch ist … dem empfehlen wir den Leitartikel („Kirschs Lebensleistung“) in der Börsen-Zeitung.

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Aus aktuellem Anlass: Die rechtsverbindliche Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“

Liebe LeserInnen, gestern Früh haben wir mal wieder Ihren geballten Widerspruch geerntet, weil wir behauptet hatten, Auxmoney sei das erste größere deutsche Fintech, dass halbwegs schwarze Zahlen schreibe. Denn: Stimmt das überhaupt? Kurze Antwort: Geht so. Lange Antwort: Vielleicht sollten wir einfach mal definieren, was aus unserer Sicht ein Fintech ist (nachdem wir den Begriff bislang bei „Finanz-Szene.de“ immer so definiert haben, wie es uns gerade in den Kram passte). Also: Mit „Fintechs“ meinen wir normalerweise die „Fintechs im engeren Sinne“, d.h. die Raisins, Deposit Solutions, Kreditechs, N26e. Davon würden wir gern die „Fintechs im weiteren Sinne“ unterscheiden, darunter die profitablen „Ur-Fintechs“ wie Check24, Interhyp, Wirecard, 360T oder Interhyp. Und Auxmoney? Ist  insofern ein besonderer Fall, als wir vom Geschäftsmodell her sagen würden: Fintech im engsten Sinne – während die Düsseldorfer vom  Gründungsdatum (2007) her fast zu den „Ur-Fintechs“ gehören. Bleibt die Frage: Was ist mit den kleinen, teils profitablen Technologiedienstleistern wie Fino oder Fincite? Und was mit den (teils ebenfalls profitablen) Payment-Fintechs wie Billpay. Drum, lesen Sie hier die mit lexikalischer Ernsthaftigkeit formulierte ultimative und rechtsverbindliche Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“: Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern der (zugegeben: etwas hinterfotzig angeteaserte) Beitrag zur neuen Anleihen-Plattform Credx. Handelsblatt

 

28/02/18: Unsere Fintech-Definition, Auxmoney als Grafik, Geheimer Deutsche-Bank-Aktionär

Aus aktuellem Anlass: Die rechtsverbindliche Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“

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Finanz-Szene.de 

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Wem unser Blick auf die DZ Bank zu kritisch ist … dem empfehlen wir den Leitartikel („Kirschs Lebensleistung“) in der Börsen-Zeitung.

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Hier kommen zehn Studenten der Frankfurt School …, die angeblich das Zeug zum künftigen Top-Banker haben. efinancialcareers

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Gastbeitrag: Fünf kritische Thesen zur Kernbank der HSH

Von Guido Versondert und Michael Dawson-Kropf*

1.)    Die Kernbank hat wenig Größe, aber viel Wachstum

Die Bilanzsumme der Kernbank betrug per Q3 2017 rund 51 Mrd. Euro – ein Volumen, das die Frage nach der Relevanz aufwirft. Denn alle wichtigen Wettbewerber verfügen über höhere Bilanzsummen, deutlich mehr Kapital, höhere Großkreditgrenzen und i.d.R. eine bessere Risikotragfähigkeit. Was zudem auffällt: Gemessen an der Größe ist die kommerzielle Dynamik geradezu rasant. Denn: Zwischen 2012 und September 2017 hat die HSH Nordbank Neugeschäft im Volumen von 48 (!) Mrd. Euro getätigt. 2016 machte das Neugeschäft fast 19% der Bilanzsumme aus, in den ersten drei Quartalen 2017 knapp 13%. Das sind – gelinde gesagt – erstaunliche Zahlen für eine Bank, die um ihr Überleben kämpft.

2.)    Das Wachstum der HSH steht in einem ungesunden Verhältnis zu dem, was die Realwirtschaft hergibt

Was am Wachstum der HSH Nordbank verdächtig ist: Die Realwirtschaft gibt diese Entwicklung eigentlich nicht her. Seit 2014 ist das deutsche BIP im Schnitt real um 1,9% p.a. gewachsen. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen war lange Zeit verhalten, erst jüngst hat sie zugelegt.  Während die HSH neue Kredite scheinbar ohne Ende schreibt, berichten andere Banken von einer moderaten Nachfrage, weil der Selbstfinanzierungsgrad der Unternehmen hoch und die Liquiditätslage gut sei.  Arbeitet die HSH in einem anderen Markt als die Konkurrenz? Oder ist sie bei der Kreditvergabe schlicht freizügiger?

3.) Die Kernbank der HSH wächst vor allem in schwankungsanfälligen Segmenten

Die Kernbank umfasst im Kreditbereich die Segmente Unternehmenskunden, Immobilienkunden und Shipping (zusammen 59% des regulatorischen Kreditvolumens). Hinzu kommt Treasury & Markets (41%). Den drei Kreditsegmenten ist gemein, dass sie anfällig für ausgeprägte Schwankungen im Verlauf des Konjunkturzyklus sind. Doch statt diese Segmente mit stabilen Geschäftsfeldern zu ergänzen, setzt die HSH obendrein auf das naturgemäß noch volatilere und wenig vorhersagbare Treasury & Markets. Um die Abhängigkeit von dieser Sparte zu verdeutlichen: In den ersten drei Quartalen 2017 stammten 64% des Ertrags und 69% des Ergebnisses vor Steuern aus Treasury & Markets. Bereits 2015 und 2016 hatte die Sparte 79% respektive 47% zum Ergebnis der Kernbank beigetragen.

4.)    Die jüngsten Ergebnisse klingen besser als sie sind

Die Ergebnisse waren zuletzt wesentlich geprägt durch die Realisierung stiller Reserven aus dem Verkauf von Schuldscheindarlehen, mit einmaligen Gewinnen von 142 Mio. in 2016 und sogar 356 Mio. Euro in 2017. Wo man stille Reserven findet, vermutet man als Kreditanalyst auch stille Lasten, IFRS hin oder her. Und: Bereinigt man die Ergebnisse um die genannten Einmalerträge, ist das Bild trotz des forschen Neugeschäfts ungünstig.

5.)    Wenn die nächste Flaute kommt, könnte es wirklich ungemütlich werden

Ist die Perspektive der Kernbank wirklich so überzeugend, wie das Management glauben machen will? Vielleicht kommt der nächste Abschwung erst 2021, 2022 oder mit Glück auch noch etwas später – trotzdem bleibt die Grundkonstellation: Die HSH Nordbank hat ihre Unternehmens- und Immobilienkredite im intensiven Wettbewerb zu einer Zeit mit historisch außergewöhnlich tiefen Risikokosten und einer überbordenden Nachfrage nach Gewerbeimmobilien getätigt. Sie wird mit einem aggressiv aufgebauten Kreditbuch in die nächste Flaute gehen. Wie robust dieser unausgereifte Kreditbestand ist, wird sich erweisen. Unsere Befürchtung jedenfalls ist: dass das Neugeschäft von heute zur Altlast von morgen wird.

*Guido Versondert ist ein ehemaliger Senior Analyst für Banken bei Moody’s, Michael Dawson-Kropf der frühere Country Head für deutsche Banken bei Fitch. Beide arbeiten für die Schweizer Rating-Boutique Independent Credit View. Die Ansicht der beiden Gastautoren ist nicht notwendig die der Redaktion.

Von Ertragsperle bis Totaldesaster: Die Einzelergebnisse der DZ Bank im Überblick

Von Heinz-Roger Dohms

Die DZ Bank ist nicht wirklich eine Bank – sondern ein genossenschaftliches Konglomerat aus Fondsanbieter, Versicherer, Bausparkasse, Spezialbanken und so weiter und so fort. Wer das (letztlich semi-dolle) 2017er-Ergebnis von 1,8 Mrd. Euro vor Steuern richtig einordnen will, muss sich die verschiedenen Gesellschaften der DZ-Bank-Gruppe darum einzeln vorknöpfen. Voilá:

  • DZ Bank AG: Die eigentliche Bank bleibt auch nach der Integration der WGZ eine Ganz-gut-aber-auch-nicht-super-Veranstaltung. 2017 reichte es zu einem Ergebnis von 752 Mio. Euro.
  • Schwäbisch-Hall: Dafür, dass sie im Kern eine Bausparkasse sind, liefern die Schwaben weiterhin einen sehr ordentlich Ergebnisbeitrag von diesmal 334 Mio. Euro. Auffällig: Das Neugeschäft bei Baufinanzierungen (14,6 Mrd. Euro) ist inzwischen halb so groß wie das Neugeschäft mit Bausparverträgen (28,0 Mrd. Euro)
  • DVB Bank: Hat jemand mitgezählt, wie oft die Verkehrsbank jetzt schon ihr Eigenkapital aufgezehrt hat? 2017 führte das Schiffsportfolio zu einem Vorsteuerverlust von unfassbaren 774 Mio. Euro. Ein Desaster.
  • R+V: Der Versicherer steuerte 795 Mio. Euro bei und machte damit mehr Gewinn als die eigentliche Bank.
  • Union Investment: Das Fondsgeschäft läuft weiter auf Hochtouren, das Vorsteuerergebnis stieg von 468 auf 610 Mio. Euro, neuer Rekord.
  • DG Hyp: Durch eine Wertaufholung im Abbauportfolio explodierte das Ergebnis des  Hypothekenfinanzierers von 237 auf 504 Mio. Euro.
  • WL Bank: Beim anderen Immobilienfinanzierer im DZ-Imperium reichte es zu einem Plus von 133 Mio. Euro.
  • TeamBank: Der Ratenkredit-Spezialist („Easycredit“) bleibt eine sichere Wette, 148 Mio. Euro Ergebnisbeitrag.
  • Wenn die DVB Bank das große Sorgenkind ist, dann bleibt die VR Leasing das kleine. Ergebnis: minus 17 Mio. Euro. Begründung: „Rückstellungen für die Transformation des Unternehmens.“
  • DZ Privatbank: 20 Mio. Euro.

 

Die Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“

Von Heinz-Roger Dohms

Was ist ein Fintech? Versuch einer Definition:

1.) Fintechs im engeren Sinne: Technologisch unterfütterte Finanz-Startups, die grob gesagt nach 2011/2012 und damit tendenziell im Bewusstsein gegründet wurden, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind (sprich: Teil des Fintech-Trends).

2.) Fintechs im engestmöglichen Sinne: Technologisch unterfütterte, nach 2011/2012 gegründete Finanz-Startups, die nicht nur ein bisschen IT-Programmier-B2B-Kram machen, sondern die eine klassische Bankdienstleistung quasi 1:1 ersetzen, dabei aber nicht mehr wie eine klassische Bank funktionieren. Aus unserer Sicht sind das in erster Linie die Online-Lender, unabhängig davon, ob P2P-basiert oder mit institutionellen Investoren. Fintech-Banken wie N26 gehören aus unserer Sicht ebenfalls zu den „Fintechs im engestmöglichen Sinne“.

3.) Ur-Fintechs: Zumindest bedingt technologisch unterfütterte Finanz-Startups, für die das mit dem „2011/2012“ nicht gilt. Dazu würden wir Interhyp, T360, Check24, Hypoport und Wirecard zählen.

4.) Reine B2B-Fintechs: Technologisch unterfütterte Finanz-Startups, die grob gesagt nach 2011/2012 gegründet wurden, die man früher aber vermutlich einfach als „IT-Dienstleister für Banken und/oder Versicherer“ bezeichnet hätte.

5.) Irgendwie eine Gruppe für sich: die Payment-Fintechs

27/03/18: Deutsche Bank schon auf Chefsuche?, Die brave Helaba, Kim Hammonds, Das Ende des Bankkontos

Die Deutsche Bank sucht ANGEBLICH bereits nach einem neuen Chef

Es ist nur ein einziger Medienbericht – doch der hat es dermaßen in sich, dass wir Ihnen den heute Früh nicht vorenthalten wollen, auch auf die Gefahr hin, halbgares Zeug zu verbreiten (tun wir ja eh dauernd). Also: Laut der nun nicht ganz unseriösen britischen Zeitung „The Times“ befindet sich die Deutsche Bank bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Vorstandschef John Cryan. Demnach wurden mögliche Kandidaten sogar schon kontaktiert, darunter der Vize-Chairman von Goldman Sachs, Richard Gnodde (der allerdings gleich mal abgewinkt habe). Weitere Namen, die genannt werden, sind Unicredit-CEO Jean Pierre Mustier und der Chef von Standard Chartered, Bill Winters. Laut „Reuters“ war die Deutsche Bank zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Aber was soll sie auch sagen? „Klar, stimmt“ ja wohl kaum.

The Times, Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch ein deutsches Fintech ohne Finanzprofessor als Maskottchen?

Vom spektakulären Angriff des Berliner Tagesgeld-Spezialisten Weltsparen auf den Münchner Robo-Advisor Scalable Capital hatten wir ihnen ja schon am 9. März erzählt (weshalb wir das heute nicht nochmal tun, sondern stattdessen auf den sozusagen aktuellen Bericht im „Handelsblatt“ verweisen).  Was wir aber durchaus spannend  finden an der offiziellen Verlautbarung gestern, das ist der Umstand, dass Weltsparen zum Start seines „Light-Robos“ einen Beirat gegründet hat, dem u.a. Finanzprofessor Weber aus Mannheim angehört. Das trifft sich insofern hervorragend, als Prof. Hackethal von der Goethe-Uni beim Robo Vaamo dem Aufsichtsrat vorsitzt, Prof. Mittnik aus München bei Scalable als  Gründer firmiert, Prof. di Giorgi aus St. Gallen beim Robo Liqid den Beirat schmückt und Hackethals Goethe-Kollege Prof. König beim Robo Ginmon den Titel „Senior Advisor“ trägt. Wie beruhigend, dass man sich um den Praxis-Bezug des  Elfenbeinturms keine Sorgen mehr machen muss. Ginmon, Liqid, Weltsparen, Vaamo, Scalable

News

Deutsche-Bank-Vorstand bringt Ende klassischer Konten ins Spiel: Er halte es für denkbar, dass irgendwann in 5, 10, 15 oder 20 Jahren die Bankkonten „verschwinden und durch etwas Neues ersetzt werden“, hat Marcus Schenck bei einer Konferenz in London gesagt (das war zwar schon Ende letzter Woche. Aber weil die Aussage bemerkenswert ist, sie aber, soweit wir das sehen, von hiesigen Medien nicht groß aufgegriffen wurde, verkaufen wir das jetzt einmal mal als „News“). Business Insider

Ein herzliches Willkommen den Lesern, die wir dieser Tage im Commerzbank Tower hinzugewonnen haben. Leider können wir Ihnen heute aber nur Standardware bieten, nämlich die Verlautbarung ihres Arbeitgebers aus Anlass des gestern vorgestellten Geschäftsberichts. Tenor: 2017 war bekanntermaßen nicht so dolle, 2018 wird aber deutlich besser (weil die Belastungen kleiner werden). Schaun mer mal. Manager Magazin

Formvollendete Posse um Frau Hammonds: Dass die IT-Chefin der Deutschen Bank auf einem wackligen Stuhl sitzt, hatten neulich ja schon die Kollegen von „Bilanz“ geschrieben. Nicht besser wurde die Sache dadurch, dass ein gefühlter Deutschbanker der „FAZ“ steckte, Hammonds habe ihren eigenen Arbeitgeber bei einer Führungskräfte-Tagung jüngst als das “dysfunktionalste Unternehmen” bezeichnet, für das sie je gearbeitet habe. In einem gestern veröffentlichten „Handelsblatt“-Interview versuchte Hammonds zu retten, was zu retten ist. Das war aber gar nicht so leicht, weil sie das ihr zugeschriebene Zitat nicht dementieren konnte/wollte. So gilt bis auf weiteres, was ein Großinvestor gestern in Bezug auf Hammonds berufliche Situation sagte: „Es wird eng.“ Reuters

Dabei sollte die mutmaßliche Personal-Kabale nicht den Blick auf eine interessante Äußerung Hammonds‘ in dem Interview gestern versperren: Dort sagte sie nämlich, man wolle „noch aktiver“ werden, was direkte Investitionen in Fintechs betrifft. Wenn uns nicht alles täuscht, hat die Deutsche Bank in diesem Punkt nun einen kompletten Strategiewechsel vollzogen, nämlich von „Wir investieren nicht direkt in Fintechs“ (2015) über „Naja, vielleicht doch ein bisschen“ (siehe die Investments in TrustBills und Dwins in 2017) hin zu „Jetzt aber mal so richtig“ (2018).

Während die Deutsche Bank ihre Fintech-Strategie adjustiert und die Commerzbank angeblich über die Gründung einer internationalen Online-Bank nachdenkt …, ist die BBVA mal wieder deutlich weiter und lässt ihr Silicon-Valley-Fintech Denizen das (angeblich) weltweit erste Konto mit kostenlosen Cross-Border-Überweisungen launchen. Financial Times (Paywall)Pressemitteilung

Verblüffendes von der Alster: Die Warburg Bank will ihren Robo-Service (von dem man ja eigentlich dachte, er sei eher was für Mass Affluents, die sich endlich mal als richtige Privatbank-Kunden fühlen wollen) jetzt auch für semi-institutionelle Investoren anbieten. Bloomberg

Wie groß muss der Mehrwert sein, den ein Fintech bietet? Diese Frage drängt sich auf, wenn die Berliner KMU-Challenger-Bank Penta jetzt stolz verkündet, Gründer könnten bei ihr binnen 48 Stunden ein Geschäftskonto einrichten und das erforderliche Stammkapital einzahlen. Mal angenommen, bei einer herkömmlichen Bank dauert der Prozess wirklich zwei, drei Tage mehr – schlimm? (Wir sind ja selber selbständig, unsere Einschätzung lautet: Nö, das ist nun wirklich das allerkleinste Problem da draußen.).

… und was einen dann wieder mal an der Ernsthaftigkeit mancher Fintechs zweifeln lässt: Bei Gründerszene ist von „weniger als 48 Stunden“ die Rede, in der Mail, die uns Penta gestern schrieb, steht etwas von „in der Regel in unter 48 Stunden“. Und bei den englischen Kollegen liest man dann (vermutlich wegen der Zeitumstellung), es gehe „in under 24 hours“, ergänzt um die Formulierung, „shortening the overall incorporation process by several weeks“. An manchen Tagen fühlen wir uns bei unserer piefigen  Volksbank immer noch ganz wohl.

Noch eine gute Nachricht: Ayondo hat es in Singapur an die Börse geschafft. The Straits Times

Noch eine schlechte Nachricht: Der Skandal um die estnische Versobank (Lizenzentzug wegen Geldwäsche etc.pp.) wirft kein gutes Licht auf das Fintech Savedo/Deposit Solutions, das deutsche Spareinlagen an die estnische Bank vermittelte. Handelsblatt (Paywall)

Linktipps

Da ja jetzt überall von Yes, Verimi usw. die Rede ist: Sind die Banken (und ihre kleinen Helferlein, die ID-Fintechs) überhaupt prädestiniert für die Verwaltung digitaler Identitäten?, fragt der Blogger und Berater Ralf Keuper. Bankstil

Dazu passend, aber leider hinter der Paywall, ein „Special Report“ der „Financial Times“ zu mehr oder weniger dem gleichen Thema. FT

Und wenn Sie jetzt schon den PR-igsten PR-Text des Jahres lesen wollen: … dann schauen Sie doch mal, wie sich die Marktforscher von Yougov auf „wiwo.de“ bei der Commerzbank einschmeicheln dürfen (dabei hat Yougov doch neulich schon den Auftrag für die große Coba-Studie zur Altersvorsorge gekriegt, reicht das nicht?). Wirtschaftswoche 

Aus der Szene

Ach herrje, was sind die Helaba und die LBBW skrupulös: Sind die Helaba und die LBBW die neuen Low-Performer unter den Landesbanken (jedenfalls unter denen südlich von Norddeutschland)? Sieht so aus, wenn man die 2017er-Ergebnisse der Frankfurter (447 Mio. Euro) und der Stuttgarter (515 Mio. Euro) mit dem der BayernLB (677 Mio. Euro) vergleicht. Nun gibt es für dieses Abschneiden eine Reihe von Gründen, und einige dieser Gründe mögen sogar „operativer“ Natur sein. Bevor sich die Herren Grüntker und Neske (@Fintech-Nerds: Das sind die Chefs von Helaba und LBBW) jetzt aber nicht mehr zum nächsten VÖB-Meeting trauen, wollen wir mal eine Lanze für die beiden brechen. Denn das als schwach empfundene 2017er-Abschneiden hatte nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ mit gewissen, nun ja: bilanz-de-optimierenden Skrupeln zu tun, die die BayernLB eher nicht kennt … Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über das Tafelsilber der Commerzbank. Finanz-Szene.de

Verstorben

Der langjährige KfW-Chef Ulrich Schröder ist tot. Wie die Förderbank gestern mitteilte, starb der Bankmanager am Sonntag knapp eine Woche nach seinem 66. Geburtstag. Schröder stand seit 2008 an der Spitze der KfW. Bereits 2015 hatte er ein Krebsleiden öffentlich gemacht, das ihn Ende vergangenen Jahres zwang, von seinem Posten zurückzutreten. Schröder hinterlässt seine Frau und drei Kinder. FAZ

27/02/18: Zins-Schlacht eskaliert, Noch mehr Brexit-Banker, Kim Hammonds, DWS

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte  und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief. Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse

Die Deutsche Bank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Wo dann die Kursfantasie herkommen soll? „Business Week“ verweist auf das Beispiel des französischen Asset-Managers Amundi, der sich mit dem Kauf von Pioneer unter die globalen Top-10 katapultierte: „Genau so einen transformativen Deal braucht die DWS auch.“

Businessweek, Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

News

Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

 

Klickfavorit

… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de

 

27/02/18: Check24 vs. Smava eskaliert, Auxmoney macht Gewinn, Noch’n Fintech

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief (bevor wiederum Check24 um kurz vor Mitternacht mit ebenfalls 5,0 Prozent gleichzog, was man fast schon als Friedensangebot deuten kann). Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

News

Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse: Die Blaubank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

Klickfavorit

… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de

Kopie von: 27/02/18: Zins-Schlacht eskaliert, Noch mehr Brexit-Banker, Kim Hammonds, DWS

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief (bevor wiederum Check24 um kurz vor Mitternacht mit ebenfalls 5,0 Prozent gleichzog, was man fast schon als Friedensangebot deuten kann). Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse

Die Deutsche Bank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Wo dann die Kursfantasie herkommen soll? „Business Week“ verweist auf das Beispiel des französischen Asset-Managers Amundi, der sich mit dem Kauf von Pioneer unter die globalen Top-10 katapultierte: „Genau so einen transformativen Deal braucht die DWS auch.“

Businessweek, Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

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Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

 

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… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de

 

26/02/18: Check24 mit Frontalangriff auf Smava, Niemand kennt N26, Was ist los bei Savedroid?

Exklusiv: Check24 provoziert mit „Minus 1,5 %“-Kredit die deutsche Bankenbranche

Die sonntägliche Fußball-Talkshow „Doppelpass“ bei Sport 1 steht normalerweise für eher abgestandene Kost. Gestern allerdings förderte sie eine krachende News zutage – wenn auch nicht in der eigentlichen Sendung, sondern in den Reklamepausen. Da nämlich warb das Vergleichsportal Check24 plötzlich mit einem „Minus 1,5 Prozent“-Kredit. Dass das Angebot ernst gemeint ist, bekräftigte ein Sprecher exklusiv gegenüber „Finanz-Szene.de“: Die Offerte gelte zunächst bis Mitte März, die Anzahl der Kredite sei unbegrenzt – „sofern es sich um Kunden mit sehr guter Bonität handelt“. Der Darlehensnehmer stottert den Kredit demnach in zwölf monatlichen Tranchen zu jeweils 82,65 Euro ab, so dass der Kunde de facto 1000 Euro erhält, aber nur rund 992 Euro zurückzahlt. Was das soll? Zunächst dürfte es sich bei dem scheinbar irrationalen Angebot um die ultimative Kampfansage an den Rivalen Smava handeln. Darüber hinaus hält der „Minus 1,5 Prozent“-Kredit aber auch eine Botschaft an die Banken parat: Check24 vergleicht den Markt nicht mehr nur, sondern macht ihn mittlerweile selbst. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, wieviel Geld Check24 mit der Aktion verbrennen dürfte):

Finanz-Szene.de

News

Sparkassen setzen bei „Voice Banking“ auf Google statt auf Amazon: Wie kürzlich berichtet, zeigt sich Amazon sehr restriktiv, wenn es darum geht, den Sprachassistenten Alexa für deutsche Banken zu öffnen. Trotzdem können erste Sparkassen-Kunden jetzt ihren Kontostand abfragen – nämlich mithilfe des Alexa-Pendants von Google. Bei der Sparkasse Stade-Altes Land ist bereits ein Pilotprojekt gestartet, demnächst sollen weitere Sparkassen folgen.  Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Nicht mal fünf Prozent der Deutschen wissen, wer oder was „N26“ ist: Das hat Gründer Valentin Stalf in einem Interview offenbart. Deshalb werde sein Unternehmen jetzt stärker in die Markenbildung investieren (die entsprechende Meldung haben wir der Vollständigkeit halber zwar verlinkt, sie enthält ansonsten allerdings nichts wirklich Neues). dpa/Welt

Kann es sein, dass der seit Wochen überall im Internet (und nicht nur dort) beworbene und teils euphorisch gefeierte Token-Sale des mit staatlicher Anschubhilfe gepamperten Frankfurter Finanz-Startups Savedroid in Wirklichkeit immer schleppender verläuft? Denn, wenn wir das richtig verstehen: Nach einer halben Stunde waren eine Milliarde Token verkauft,  fünf Tage später wurde die Drei-Milliarden-Grenze geknackt, und gestern Abend (nochmals elf Tage später) waren es 3,65 Milliarden. Sehr fraglich, ob das Ziel von sechs Millionen Token bis zum Ende des ICOs in elf Tagen noch erreicht wird. Aber vielleicht verwechseln wir da ja auch einfach nur was.

Die Deutsche Asset Management a.k.a DWS wirft noch eine Jubelnachricht in die Manege, bevor diese Woche vermutlich die heiße Phase des Börsengange beginnt … und zwar: Im europäischen ETF-Geschäft hat die Fondstochter der Deutschen Bank Platz zwei von Lyxor zurückerobert. Nachdem 2016 mehr oder weniger desaströs verlaufen war, verbuchte die DeAM 2017 ETF-Nettozuflüsse, die doppelt so hoch waren wie im Jahr zuvor die Abflüsse. Börsen-Zeitung

Ex-Händler der Deutschen Bank kommen im Euribor-Skandal um eine Auslieferung herum: … weil ihre Taten mittlerweile verjährt sind. Bloomberg, Reuters

Linktipps

Gut beraten? Bei der Hamburger Sparkasse können sich Online-Kunden neuerdings per Fintech-Tool ihren Wunschberater aussuchen. IT-Finanzmagazin

Welcher der großen Tech-Konzerne wird den Banken am gefährlichsten werden? Es ist Amazon, glaubt der Fintech-Blogger Tobias Baumgarten und erklärt warum. About Fintech

Wie weit ist eigentlich die deutsche Versicherungswirtschaft bei der Digitalisierung vorangekommen? Das erläutern Torsten Oletzky vom InsurLab-Germany und der R+V-Manager Stefan Cahill im Fintech-Podcast von Paymentandbanking.

Karriere

Würden Sie Ihren Kindern Ihren eigenen Job empfehlen? Banken und Sparkassen werden in den nächsten Jahren allein in Deutschland Zehntausende Jobs streichen. Wie fühlt sich das für junge Menschen an, die gerade eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen? Handelsblatt Orange

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse, wie wenig Geld (nämlich knapp 20 Mio. Euro) N26 gebraucht hat, um die erste deutsche Fintech-Bank aufzubauen. Finanz-Szene.de

26/02/18: Kredit mit minus 1,5 % Zinsen, Sparkassen/Google, DWS, Die Ängste der Bank-Azubis

Exklusiv: Check24 provoziert mit „Minus 1,5 %“-Kredit die deutsche Bankenbranche

Die sonntägliche Fußball-Talkshow „Doppelpass“ bei Sport 1 steht normalerweise für eher abgestandene Kost. Gestern allerdings förderte sie eine krachende News zutage – wenn auch nicht in der eigentlichen Sendung, sondern in den Reklamepausen. Da nämlich warb das Vergleichsportal Check24 plötzlich mit einem „Minus 1,5 Prozent“-Kredit. Dass das Angebot ernst gemeint ist, bekräftigte ein Sprecher exklusiv gegenüber „Finanz-Szene.de“: Die Offerte gelte zunächst bis Mitte März, die Anzahl der Kredite sei unbegrenzt – „sofern es sich um Kunden mit sehr guter Bonität handelt“. Der Darlehensnehmer stottert den Kredit demnach in zwölf monatlichen Tranchen zu jeweils 82,65 Euro ab, so dass der Kunde de facto 1000 Euro erhält, aber nur rund 992 Euro zurückzahlt. Was das soll? Zunächst dürfte es sich bei dem scheinbar irrationalen Angebot um die ultimative Kampfansage an den Rivalen Smava handeln. Darüber hinaus hält der „Minus 1,5 Prozent“-Kredit aber auch eine Botschaft an die Banken parat: Check24 vergleicht den Markt nicht mehr nur, sondern macht ihn mittlerweile selbst. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, wieviel Geld Check24 mit der Aktion verbrennen dürfte):

Finanz-Szene.de

News

Sparkassen setzen bei „Voice Banking“ auf Google statt auf Amazon: Wie kürzlich berichtet, zeigt sich Amazon sehr restriktiv, wenn es darum geht, den Sprachassistenten Alexa für deutsche Banken zu öffnen. Trotzdem können erste Sparkassen-Kunden jetzt ihren Kontostand abfragen – nämlich mithilfe des Alexa-Pendants von Google. Bei der Sparkasse Stade-Altes Land ist bereits ein Pilotprojekt gestartet, demnächst sollen weitere Sparkassen folgen.  Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Nicht mal fünf Prozent der Deutschen wissen, wer oder was „N26“ ist: Das hat Gründer Valentin Stalf in einem Interview offenbart. Deshalb werde sein Unternehmen jetzt stärker in die Markenbildung investieren (die entsprechende Meldung haben wir der Vollständigkeit halber zwar verlinkt, sie enthält ansonsten allerdings nichts wirklich Neues). dpa/Welt

Die Deutsche Asset Management a.k.a DWS wirft noch eine Jubelnachricht in die Manege, bevor diese Woche vermutlich die heiße Phase des Börsengange beginnt … und zwar: Im europäischen ETF-Geschäft hat die Fondstochter der Deutschen Bank Platz zwei von Lyxor zurückerobert. Nachdem 2016 mehr oder weniger desaströs verlaufen war, verbuchte die DeAM 2017 ETF-Nettozuflüsse, die doppelt so hoch waren wie im Jahr zuvor die Abflüsse. Börsen-Zeitung

Ex-Händler der Deutschen Bank kommen im Euribor-Skandal um eine Auslieferung herum: … weil ihre Taten mittlerweile verjährt sind. Bloomberg, Reuters

Kann es sein, dass der seit Wochen überall im Internet (und nicht nur dort) beworbene und teils euphorisch gefeierte Token-Sale des mit staatlicher Anschubhilfe gepamperten Frankfurter Finanz-Startups Savedroid in Wirklichkeit immer schleppender verläuft? Denn, wenn wir das richtig verstehen: Nach einer halben Stunde waren eine Milliarde Token verkauft,  fünf Tage später wurde die Drei-Milliarden-Grenze geknackt, und gestern Abend (nochmals elf Tage später) waren es 3,65 Milliarden. Sehr fraglich, ob das Ziel von sechs Millionen Token bis zum Ende des ICOs in elf Tagen noch erreicht wird. Aber vielleicht verwechseln wir da ja auch einfach nur was.

Beyond .de

Die EZB lässt die lettische Skandalbank ABLV abwickeln: … derweil rankt sich um den dortigen Notenbankchef die nächste Merkwürdigkeit. FAZ

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Gut beraten? Bei der Hamburger Sparkasse können sich Online-Kunden neuerdings per Fintech-Tool ihren Wunschberater aussuchen. IT-Finanzmagazin

Welcher der großen Tech-Konzerne wird den Banken am gefährlichsten werden? Es ist Amazon, glaubt der Fintech-Blogger Tobias Baumgarten und erklärt warum. About Fintech

Wie weit ist eigentlich die deutsche Versicherungswirtschaft bei der Digitalisierung vorangekommen? Das erläutern Torsten Oletzky vom InsurLab-Germany und der R+V-Manager Stefan Cahill im Fintech-Podcast von Paymentandbanking.

Karriere

Würden Sie Ihren Kindern Ihren eigenen Job empfehlen? Banken und Sparkassen werden in den nächsten Jahren allein in Deutschland Zehntausende Jobs streichen. Wie fühlt sich das für junge Menschen an, die gerade eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen? Handelsblatt Orange

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse, wie wenig Geld (nämlich knapp 20 Mio. Euro) N26 gebraucht hat, um die erste deutsche Fintech-Bank aufzubauen. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Check24 fordert mit „Minus 1,5% Kredit“ die Finanzbranche heraus

Von Heinz-Roger Dohms

Check24 fordert mit einem scheinbar völlig irrationalen Angebot die deutschen Banken heraus. Seit Sonntagvormittag schaltet das Vergleichsportal auf verschiedenen TV-Sendern Werbespots für einen 1000-Euro-Kredit mit einem effektiven Zinssatz von minus 1,5 Prozent; die Spots waren unter anderem im Rahmen der „Sport 1“-Talkshow „Doppelpass“ zu sehen. Der seit Monaten grassierende Marketing-Kampf um „Deutschlands günstigsten Online-Kredit“ erreicht damit eine neue Dimension.

Ein Check24-Sprecher sagte gegenüber „Finanz-Szene.de“, das Angebot gelte zunächst bis Mitte März, die Anzahl der Kredite sei unbegrenzt – „sofern es sich um Kunden mit sehr guter Bonität handelt“. Der Darlehensnehmer stottert den Kredit demnach in zwölf monatlichen Tranchen zu jeweils 82,65 Euro ab, so dass der Kunde de facto 1000 Euro erhält, aber nur rund 992 Euro zurückzahlt. Weil der Münchner Vergleichsriese über keine eigene Banklizenz verfügt, werde das Angebot über die rheinland-pfälzische SWK Bank abgewickelt.

Natürlich kann sich das Angebot für Check24 nicht rechnen. Im Gegenteil, zu den Mindestkosten von acht Euro je Kredit kommen ja auch noch mögliche Ausfälle, der operationelle Aufwand und die Kosten für die Werbekampagnen. Unterm Strich dürfte das größte europäische Vergleichsportal also mit jedem vergebenen Darlehen eine grob geschätzt mittlere zweistellige Summe verlieren. Alles in allem werden die Kosten in die Millionen gehen: Fragt sich: Warum machen die Münchner das?

Hintergrund ist die erbitterte Auseinandersetzung, die sich Check24 seit Jahren mit dem Berliner Konkurrenten Smava liefert. Die Ausgangslage:  Check24 ist ein profitables Unternehmen, nicht zuletzt dank der starken Stellung im ursprünglichen Kerngeschäft, nämlich dem Vergleich von Versicherungen. Im Kreditbereich ist Check24 zwar ebenfalls die Nummer eins, muss sich hier allerdings mit zwei ernstzunehmenden, dank Wagniskapital gut finanzierten Fintechs auseinandersetzen – nämlich Finanzcheck aus Hamburg und eben Smava.

Seit Smava 2015 erstmals mit einem „Null-Prozent-Kredit“ auf den Markt kam, unterbieten sich vor allem Check24 und Smava immer weiter. Die einen (nämlich Check24) gleichen die dabei entstehenden Verluste aus dem erwirtschafteten Gewinn aus, die anderen (nämlich Smava) mutmaßlich mit dem Geld der Venture-Capital-Investoren (wobei Smava-Chef Alexander Artopé behauptet, auch sein Unternehmen sei profitabel, wofür er allerdings keinerlei Beleg liefert). Erst jüngst berichteten die Berliner von einer Finanzierungsrunde in Höhe von fast 55 Millionen Euro. Unklar blieb allerdings, ob es sich dabei komplett um Eigenkapital handelt.

Während sich der Kampf um den billigsten Online-Kredit bislang im Zehntel-Prozent-Bereich abspielt (das aktuelle Angebot von Smava liegt bei minus 0,4 Prozent für einen 1000-Euro-Kredit mit dreijähriger Laufzeit), will Check24 mit der neuen Offerte offenbar sicherstellen, dass die Konkurrenz das Angebot kaum noch unterbieten kann – es sei denn, sie greift noch tiefer ins Marketingbudget. „Die Botschaft, die wir aussenden wollen, ist ganz klar: Wir sind es, die dem Kunden grundsätzlich das günstigste Angebot am Markt bieten“, sagte der Sprecher. „Koste es, was es wolle“, sagte er zwar nicht – aber diese Ergänzung darf man sich vermutlich hinzudenken.

Verbraucherschützer sahen ähnliche Angebote in der Vergangenheit zwiespältig. Was gegen den 1000-Euro-Kredit mit einjähriger Laufzeit spricht, das sind die starren Bedingungen, die bei vielen Kreditnehmern schlicht nicht zum Bedarf passen. Andererseits: Wer nicht mehr als 1000 Euro und das Geld für einen überschaubaren Zeitraum braucht (etwa, um einen Dispo abzulösen) – warum sollte der sich die Chance entgehen lassen? Klar ist aber auch: Von der ursprünglichen Rolle als reines Vergleichsportal entfernt sich Check24 immer weiter. Die Münchner vergleichen den Markt nicht mehr nur – sie machen ihn auch. Das ist die Botschaft, den der „Minus 1,5-Kredit-Prozent“ an die Banken aussendet.

Wie hoch (bzw. niedrig) der Cash-burn von N26 wirklich ist

Von Heinz-Roger Dohms

Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 hat für den Aufbau einer Direktbank mit eigener IT-Infrastruktur, Bafin-Lizenz, 150 Mitarbeitern und 300.000 Kunden noch nicht einmal 20 Mio. Euro gebraucht. Diese spektakuläre Rechnung lässt sich aufmachen, nachdem das Berliner Startup dieser Tage im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlich hat. Addiert man den Fehlbetrag jenes Jahres mit den Verlusten aus 2013 bis 2015, so zeigt sich, dass N26 in den ersten knapp vier Jahren seines Bestehens gerade einmal 19,6 Mio. Euro verbrannt hat. Das heißt, runtergebrochen auf den einzelnen in dieser Zeit gewonnenen Kunden lag der Cash-burn bei lediglich rund 65 Euro.

Zwar lässt sich daraus nicht automatisch auf die Akquisitionskosten pro Kunde schließen, plausiblerweise dürften diese allerdings deutlich unter den 65 Euro liegen. Zum Vergleich: Etablierte Banken lassen sich die Gewinnung eines Kunden nach Angaben aus der Branche grob gesagt zwischen 100 und 300 Euro kosten, teilweise angeblich sogar noch mehr. Ein prominentes Beispiel ist die Commerzbank, die Neukunden seit Jahren mit Direktzahlungen von zeitweise bis zu 150 Euro lockt. Bei der Postbank sollen sich die diversen Prämien aus Kundensicht sogar mal auf 250 Euro addiert haben.

Nun ist Kunde natürlich nicht gleich Kunde. Und über die Frage, wie viele User ihr N26-Konto wirklich als primäre (und damit für die Bank meist lukrative) Bankverbindung nutzen, wird in der Branche viel spekuliert. Hinzu kommt:  Da N26 noch keine Gewinn- und Verlustrechnung zu veröffentlichen braucht, lässt sich nicht nachzuvollziehen, ob N26 mit seinen Stammkunden wirklich schon Geld verdient, wie Gründer Valentin Stalf gern behauptet. Doch trotz alledem: Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass die Kundenakquisitions-Kosten bei dem Berliner Fintech gemessen an der übrigen Bankenbranche extrem niedrig sein müssen.

Wie war es 2017? Dafür, dass die Kosten pro Kunden dramatisch raufgegangen sind, spricht wenig – in absoluten Zahlen allerdings dürfte sich der Cash-burn im Vergleich zum Vorjahr ein gutes Stück erhöht haben, zumal N26 ja einen recht aggressiven internationalen Expansionskurs fährt und mittlerweile rund 350 Mitarbeiter hat und nach Berechnungen von „Finanz-Szene“ mehr als 750.000 Kunden haben müsste. In diesem Zusammenhang allerdings kommt eine zweite Kennziffer aus dem 2016er-Abschluss ins Spiel: Zum Jahresende verfügte N26 immer noch über eine Eigenkapitaldecke von gut 26 Mio. Euro, eine Folge der rund 35 Millionen Euro schweren „Serie B“-Finanzierungsrunde Mitte des Jahres. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt war das Berliner also sehr auskömmlich kapitalisiert.

23/02/18: Der Cash-burn von N26, Alles auf Kwitt, Gini hilft Smava

Exklusiv: Wie N26 mit nicht mal 20 Mio. Euro eine Direktbank mit 300.000 Kunden aufbaute

Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 hat für den Aufbau einer Direktbank mit eigener IT-Infrastruktur, Bafin-Lizenz, 150 Mitarbeitern und 300.000 Kunden noch nicht einmal 20 Mio. Euro gebraucht. Diese spektakuläre Rechnung lässt sich aufmachen, nachdem das Berliner Startup dieser Tage im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlich hat. Addiert man den Fehlbetrag jenes Jahres mit den Verlusten aus 2013 bis 2015, so zeigt sich, dass N26 in den ersten knapp vier Jahren seines Bestehens gerade einmal 19,6 Mio. Euro verbrannt hat. Das heißt, runtergebrochen auf den einzelnen in dieser Zeit gewonnenen Kunden lag der Cash-burn bei lediglich rund 65 Euro. Zwar lässt sich daraus nicht automatisch auf die Akquisitionskosten pro Kunde schließen, plausiblerweise dürften diese allerdings deutlich unter den 65 Euro liegen. Zum Vergleich: Etablierte Banken lassen sich die Gewinnung eines Kunden nach Schätzungen aus der Branche grob gesagt zwischen 100 und 300 Euro kosten, teils angeblich sogar mehr. Lesen Sie hier die komplette Analyse:

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News

Die Sparkassen sind jetzt Kwitt: Paydirekt? Yomo? Ach, Schnee von gestern. Stattdessen scheint nun das P2P-Payment-App Kwitt zum digitalen Lieblings-Tools des öffentlich-rechtlichen Bankensektors zu avancieren. „Wir wollen das Bezahlsystem zum Marktstandard machen“, sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis gestern bei einer „Handelsblatt“-Veranstaltung. Der erste Schritt: Kwitt soll mit dem P2P-Payment-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken verknüpft werden. Handelsblatt

Und noch mal die Sparkassen: Bei der gleichen Veranstaltung hat der gleiche Herr Schleweis gesagt, dass das Zinsergebnis der kommunalen Banken 2017 besser ausgefallen sei als erwartet (Zahlen allerdings gibt es erst im März). Zu den Gründen meinte der Sparkassen-Präsident, die  Vorstände der Sparkassen-Finanzgruppe hätten „entschlossen und unternehmerisch erfolgreich gehandelt“. Wenn wir übersetzen dürfen: Sie haben Volumina und Risiko hochgefahren. Handelsblatt (Paywall)

Union Investment hängt DWS ab: Der Fondsanbieter der Genobanken hat im vergangenen Jahr einen Nettozufluss von 25,1 Mrd. Euro generiert – und damit fast zehn Mrd. Euro mehr als der Asset Manager der Deutschen Bank (15,8 Mrd. Euro). Soll aber jetzt nicht heißen, dass wir schon wieder an der IPO-Reife der DWS zweifeln wollen. Pressemitteilung, Börsen-Zeitung

Helaba muss ihren 36(!!!)-köpfigen Verwaltungsrat verkleinern: Darauf jedenfalls drängt die EZB-Bankenaufsicht, die argumentiert, die Größe des Gremiums verhindere zielführende Diskussionen und effiziente Entscheidungen. Ähnlich kritisch sieht die EZB laut „Handelsblatt“ den Verwaltungsrat der Rentenbank. Grund: Unter den 18 Mitgliedern befinden sich nur Leute vom Fach. Handelsblatt  (Paywall)

Wolf Schumacher, Ex-Chef der Aareal und „Deutschlands bestbezahlter Banker 2016“ wird Aufsichtsratschef bei der BayernLB. Süddeutsche

Lesetipps

Wie das B2B-Fintech Gini dem Kredit-Vergleichsportal Smava hilft, die Bearbeitung von Konsumentenkrediten möglichst vollständig zu digitalisieren. IT-Finanzmagazin

Und je dürrer unsere eigenen Lesetipps ausfallen (sorry, wir wollten diese Woche wenigstens einmal vor 3 Uhr ins Bett …), desto dankbarer sind wir, dass die DZ Bank einen Gutteil ihres sicherlich auch in 2017 wieder extrem üppigen Jahresgewinns darauf verwendet, immer neue, sehr ausgeruhte  Digitalisierung-Experten anzuheuern, die dann Woche für Woche die weltweit umfangreichste Linkliste zum Thema „Zukunft des Bankings“ zusammenstellen. DZ Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern mit weitem Abstand unsere Exklusivgeschichte über das Ende des Frankfurter Fintechs Fintura. Finanz-Szene.de