Gastbeitrag: Fünf kritische Thesen zur Kernbank der HSH

Von Guido Versondert und Michael Dawson-Kropf*

1.)    Die Kernbank hat wenig Größe, aber viel Wachstum

Die Bilanzsumme der Kernbank betrug per Q3 2017 rund 51 Mrd. Euro – ein Volumen, das die Frage nach der Relevanz aufwirft. Denn alle wichtigen Wettbewerber verfügen über höhere Bilanzsummen, deutlich mehr Kapital, höhere Großkreditgrenzen und i.d.R. eine bessere Risikotragfähigkeit. Was zudem auffällt: Gemessen an der Größe ist die kommerzielle Dynamik geradezu rasant. Denn: Zwischen 2012 und September 2017 hat die HSH Nordbank Neugeschäft im Volumen von 48 (!) Mrd. Euro getätigt. 2016 machte das Neugeschäft fast 19% der Bilanzsumme aus, in den ersten drei Quartalen 2017 knapp 13%. Das sind – gelinde gesagt – erstaunliche Zahlen für eine Bank, die um ihr Überleben kämpft.

2.)    Das Wachstum der HSH steht in einem ungesunden Verhältnis zu dem, was die Realwirtschaft hergibt

Was am Wachstum der HSH Nordbank verdächtig ist: Die Realwirtschaft gibt diese Entwicklung eigentlich nicht her. Seit 2014 ist das deutsche BIP im Schnitt real um 1,9% p.a. gewachsen. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen war lange Zeit verhalten, erst jüngst hat sie zugelegt.  Während die HSH neue Kredite scheinbar ohne Ende schreibt, berichten andere Banken von einer moderaten Nachfrage, weil der Selbstfinanzierungsgrad der Unternehmen hoch und die Liquiditätslage gut sei.  Arbeitet die HSH in einem anderen Markt als die Konkurrenz? Oder ist sie bei der Kreditvergabe schlicht freizügiger?

3.) Die Kernbank der HSH wächst vor allem in schwankungsanfälligen Segmenten

Die Kernbank umfasst im Kreditbereich die Segmente Unternehmenskunden, Immobilienkunden und Shipping (zusammen 59% des regulatorischen Kreditvolumens). Hinzu kommt Treasury & Markets (41%). Den drei Kreditsegmenten ist gemein, dass sie anfällig für ausgeprägte Schwankungen im Verlauf des Konjunkturzyklus sind. Doch statt diese Segmente mit stabilen Geschäftsfeldern zu ergänzen, setzt die HSH obendrein auf das naturgemäß noch volatilere und wenig vorhersagbare Treasury & Markets. Um die Abhängigkeit von dieser Sparte zu verdeutlichen: In den ersten drei Quartalen 2017 stammten 64% des Ertrags und 69% des Ergebnisses vor Steuern aus Treasury & Markets. Bereits 2015 und 2016 hatte die Sparte 79% respektive 47% zum Ergebnis der Kernbank beigetragen.

4.)    Die jüngsten Ergebnisse klingen besser als sie sind

Die Ergebnisse waren zuletzt wesentlich geprägt durch die Realisierung stiller Reserven aus dem Verkauf von Schuldscheindarlehen, mit einmaligen Gewinnen von 142 Mio. in 2016 und sogar 356 Mio. Euro in 2017. Wo man stille Reserven findet, vermutet man als Kreditanalyst auch stille Lasten, IFRS hin oder her. Und: Bereinigt man die Ergebnisse um die genannten Einmalerträge, ist das Bild trotz des forschen Neugeschäfts ungünstig.

5.)    Wenn die nächste Flaute kommt, könnte es wirklich ungemütlich werden

Ist die Perspektive der Kernbank wirklich so überzeugend, wie das Management glauben machen will? Vielleicht kommt der nächste Abschwung erst 2021, 2022 oder mit Glück auch noch etwas später – trotzdem bleibt die Grundkonstellation: Die HSH Nordbank hat ihre Unternehmens- und Immobilienkredite im intensiven Wettbewerb zu einer Zeit mit historisch außergewöhnlich tiefen Risikokosten und einer überbordenden Nachfrage nach Gewerbeimmobilien getätigt. Sie wird mit einem aggressiv aufgebauten Kreditbuch in die nächste Flaute gehen. Wie robust dieser unausgereifte Kreditbestand ist, wird sich erweisen. Unsere Befürchtung jedenfalls ist: dass das Neugeschäft von heute zur Altlast von morgen wird.

*Guido Versondert ist ein ehemaliger Senior Analyst für Banken bei Moody’s, Michael Dawson-Kropf der frühere Country Head für deutsche Banken bei Fitch. Beide arbeiten für die Schweizer Rating-Boutique Independent Credit View. Die Ansicht der beiden Gastautoren ist nicht notwendig die der Redaktion.

Von Ertragsperle bis Totaldesaster: Die Einzelergebnisse der DZ Bank im Überblick

Von Heinz-Roger Dohms

Die DZ Bank ist nicht wirklich eine Bank – sondern ein genossenschaftliches Konglomerat aus Fondsanbieter, Versicherer, Bausparkasse, Spezialbanken und so weiter und so fort. Wer das (letztlich semi-dolle) 2017er-Ergebnis von 1,8 Mrd. Euro vor Steuern richtig einordnen will, muss sich die verschiedenen Gesellschaften der DZ-Bank-Gruppe darum einzeln vorknöpfen. Voilá:

  • DZ Bank AG: Die eigentliche Bank bleibt auch nach der Integration der WGZ eine Ganz-gut-aber-auch-nicht-super-Veranstaltung. 2017 reichte es zu einem Ergebnis von 752 Mio. Euro.
  • Schwäbisch-Hall: Dafür, dass sie im Kern eine Bausparkasse sind, liefern die Schwaben weiterhin einen sehr ordentlich Ergebnisbeitrag von diesmal 334 Mio. Euro. Auffällig: Das Neugeschäft bei Baufinanzierungen (14,6 Mrd. Euro) ist inzwischen halb so groß wie das Neugeschäft mit Bausparverträgen (28,0 Mrd. Euro)
  • DVB Bank: Hat jemand mitgezählt, wie oft die Verkehrsbank jetzt schon ihr Eigenkapital aufgezehrt hat? 2017 führte das Schiffsportfolio zu einem Vorsteuerverlust von unfassbaren 774 Mio. Euro. Ein Desaster.
  • R+V: Der Versicherer steuerte 795 Mio. Euro bei und machte damit mehr Gewinn als die eigentliche Bank.
  • Union Investment: Das Fondsgeschäft läuft weiter auf Hochtouren, das Vorsteuerergebnis stieg von 468 auf 610 Mio. Euro, neuer Rekord.
  • DG Hyp: Durch eine Wertaufholung im Abbauportfolio explodierte das Ergebnis des  Hypothekenfinanzierers von 237 auf 504 Mio. Euro.
  • WL Bank: Beim anderen Immobilienfinanzierer im DZ-Imperium reichte es zu einem Plus von 133 Mio. Euro.
  • TeamBank: Der Ratenkredit-Spezialist („Easycredit“) bleibt eine sichere Wette, 148 Mio. Euro Ergebnisbeitrag.
  • Wenn die DVB Bank das große Sorgenkind ist, dann bleibt die VR Leasing das kleine. Ergebnis: minus 17 Mio. Euro. Begründung: „Rückstellungen für die Transformation des Unternehmens.“
  • DZ Privatbank: 20 Mio. Euro.

 

Die Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“

Von Heinz-Roger Dohms

Was ist ein Fintech? Versuch einer Definition:

1.) Fintechs im engeren Sinne: Technologisch unterfütterte Finanz-Startups, die grob gesagt nach 2011/2012 und damit tendenziell im Bewusstsein gegründet wurden, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind (sprich: Teil des Fintech-Trends).

2.) Fintechs im engestmöglichen Sinne: Technologisch unterfütterte, nach 2011/2012 gegründete Finanz-Startups, die nicht nur ein bisschen IT-Programmier-B2B-Kram machen, sondern die eine klassische Bankdienstleistung quasi 1:1 ersetzen, dabei aber nicht mehr wie eine klassische Bank funktionieren. Aus unserer Sicht sind das in erster Linie die Online-Lender, unabhängig davon, ob P2P-basiert oder mit institutionellen Investoren. Fintech-Banken wie N26 gehören aus unserer Sicht ebenfalls zu den „Fintechs im engestmöglichen Sinne“.

3.) Ur-Fintechs: Zumindest bedingt technologisch unterfütterte Finanz-Startups, für die das mit dem „2011/2012“ nicht gilt. Dazu würden wir Interhyp, T360, Check24, Hypoport und Wirecard zählen.

4.) Reine B2B-Fintechs: Technologisch unterfütterte Finanz-Startups, die grob gesagt nach 2011/2012 gegründet wurden, die man früher aber vermutlich einfach als „IT-Dienstleister für Banken und/oder Versicherer“ bezeichnet hätte.

5.) Irgendwie eine Gruppe für sich: die Payment-Fintechs

27/03/18: Deutsche Bank schon auf Chefsuche?, Die brave Helaba, Kim Hammonds, Das Ende des Bankkontos

Die Deutsche Bank sucht ANGEBLICH bereits nach einem neuen Chef

Es ist nur ein einziger Medienbericht – doch der hat es dermaßen in sich, dass wir Ihnen den heute Früh nicht vorenthalten wollen, auch auf die Gefahr hin, halbgares Zeug zu verbreiten (tun wir ja eh dauernd). Also: Laut der nun nicht ganz unseriösen britischen Zeitung „The Times“ befindet sich die Deutsche Bank bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Vorstandschef John Cryan. Demnach wurden mögliche Kandidaten sogar schon kontaktiert, darunter der Vize-Chairman von Goldman Sachs, Richard Gnodde (der allerdings gleich mal abgewinkt habe). Weitere Namen, die genannt werden, sind Unicredit-CEO Jean Pierre Mustier und der Chef von Standard Chartered, Bill Winters. Laut „Reuters“ war die Deutsche Bank zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Aber was soll sie auch sagen? „Klar, stimmt“ ja wohl kaum.

The Times, Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch ein deutsches Fintech ohne Finanzprofessor als Maskottchen?

Vom spektakulären Angriff des Berliner Tagesgeld-Spezialisten Weltsparen auf den Münchner Robo-Advisor Scalable Capital hatten wir ihnen ja schon am 9. März erzählt (weshalb wir das heute nicht nochmal tun, sondern stattdessen auf den sozusagen aktuellen Bericht im „Handelsblatt“ verweisen).  Was wir aber durchaus spannend  finden an der offiziellen Verlautbarung gestern, das ist der Umstand, dass Weltsparen zum Start seines „Light-Robos“ einen Beirat gegründet hat, dem u.a. Finanzprofessor Weber aus Mannheim angehört. Das trifft sich insofern hervorragend, als Prof. Hackethal von der Goethe-Uni beim Robo Vaamo dem Aufsichtsrat vorsitzt, Prof. Mittnik aus München bei Scalable als  Gründer firmiert, Prof. di Giorgi aus St. Gallen beim Robo Liqid den Beirat schmückt und Hackethals Goethe-Kollege Prof. König beim Robo Ginmon den Titel „Senior Advisor“ trägt. Wie beruhigend, dass man sich um den Praxis-Bezug des  Elfenbeinturms keine Sorgen mehr machen muss. Ginmon, Liqid, Weltsparen, Vaamo, Scalable

News

Deutsche-Bank-Vorstand bringt Ende klassischer Konten ins Spiel: Er halte es für denkbar, dass irgendwann in 5, 10, 15 oder 20 Jahren die Bankkonten „verschwinden und durch etwas Neues ersetzt werden“, hat Marcus Schenck bei einer Konferenz in London gesagt (das war zwar schon Ende letzter Woche. Aber weil die Aussage bemerkenswert ist, sie aber, soweit wir das sehen, von hiesigen Medien nicht groß aufgegriffen wurde, verkaufen wir das jetzt einmal mal als „News“). Business Insider

Ein herzliches Willkommen den Lesern, die wir dieser Tage im Commerzbank Tower hinzugewonnen haben. Leider können wir Ihnen heute aber nur Standardware bieten, nämlich die Verlautbarung ihres Arbeitgebers aus Anlass des gestern vorgestellten Geschäftsberichts. Tenor: 2017 war bekanntermaßen nicht so dolle, 2018 wird aber deutlich besser (weil die Belastungen kleiner werden). Schaun mer mal. Manager Magazin

Formvollendete Posse um Frau Hammonds: Dass die IT-Chefin der Deutschen Bank auf einem wackligen Stuhl sitzt, hatten neulich ja schon die Kollegen von „Bilanz“ geschrieben. Nicht besser wurde die Sache dadurch, dass ein gefühlter Deutschbanker der „FAZ“ steckte, Hammonds habe ihren eigenen Arbeitgeber bei einer Führungskräfte-Tagung jüngst als das “dysfunktionalste Unternehmen” bezeichnet, für das sie je gearbeitet habe. In einem gestern veröffentlichten „Handelsblatt“-Interview versuchte Hammonds zu retten, was zu retten ist. Das war aber gar nicht so leicht, weil sie das ihr zugeschriebene Zitat nicht dementieren konnte/wollte. So gilt bis auf weiteres, was ein Großinvestor gestern in Bezug auf Hammonds berufliche Situation sagte: „Es wird eng.“ Reuters

Dabei sollte die mutmaßliche Personal-Kabale nicht den Blick auf eine interessante Äußerung Hammonds‘ in dem Interview gestern versperren: Dort sagte sie nämlich, man wolle „noch aktiver“ werden, was direkte Investitionen in Fintechs betrifft. Wenn uns nicht alles täuscht, hat die Deutsche Bank in diesem Punkt nun einen kompletten Strategiewechsel vollzogen, nämlich von „Wir investieren nicht direkt in Fintechs“ (2015) über „Naja, vielleicht doch ein bisschen“ (siehe die Investments in TrustBills und Dwins in 2017) hin zu „Jetzt aber mal so richtig“ (2018).

Während die Deutsche Bank ihre Fintech-Strategie adjustiert und die Commerzbank angeblich über die Gründung einer internationalen Online-Bank nachdenkt …, ist die BBVA mal wieder deutlich weiter und lässt ihr Silicon-Valley-Fintech Denizen das (angeblich) weltweit erste Konto mit kostenlosen Cross-Border-Überweisungen launchen. Financial Times (Paywall)Pressemitteilung

Verblüffendes von der Alster: Die Warburg Bank will ihren Robo-Service (von dem man ja eigentlich dachte, er sei eher was für Mass Affluents, die sich endlich mal als richtige Privatbank-Kunden fühlen wollen) jetzt auch für semi-institutionelle Investoren anbieten. Bloomberg

Wie groß muss der Mehrwert sein, den ein Fintech bietet? Diese Frage drängt sich auf, wenn die Berliner KMU-Challenger-Bank Penta jetzt stolz verkündet, Gründer könnten bei ihr binnen 48 Stunden ein Geschäftskonto einrichten und das erforderliche Stammkapital einzahlen. Mal angenommen, bei einer herkömmlichen Bank dauert der Prozess wirklich zwei, drei Tage mehr – schlimm? (Wir sind ja selber selbständig, unsere Einschätzung lautet: Nö, das ist nun wirklich das allerkleinste Problem da draußen.).

… und was einen dann wieder mal an der Ernsthaftigkeit mancher Fintechs zweifeln lässt: Bei Gründerszene ist von „weniger als 48 Stunden“ die Rede, in der Mail, die uns Penta gestern schrieb, steht etwas von „in der Regel in unter 48 Stunden“. Und bei den englischen Kollegen liest man dann (vermutlich wegen der Zeitumstellung), es gehe „in under 24 hours“, ergänzt um die Formulierung, „shortening the overall incorporation process by several weeks“. An manchen Tagen fühlen wir uns bei unserer piefigen  Volksbank immer noch ganz wohl.

Noch eine gute Nachricht: Ayondo hat es in Singapur an die Börse geschafft. The Straits Times

Noch eine schlechte Nachricht: Der Skandal um die estnische Versobank (Lizenzentzug wegen Geldwäsche etc.pp.) wirft kein gutes Licht auf das Fintech Savedo/Deposit Solutions, das deutsche Spareinlagen an die estnische Bank vermittelte. Handelsblatt (Paywall)

Linktipps

Da ja jetzt überall von Yes, Verimi usw. die Rede ist: Sind die Banken (und ihre kleinen Helferlein, die ID-Fintechs) überhaupt prädestiniert für die Verwaltung digitaler Identitäten?, fragt der Blogger und Berater Ralf Keuper. Bankstil

Dazu passend, aber leider hinter der Paywall, ein „Special Report“ der „Financial Times“ zu mehr oder weniger dem gleichen Thema. FT

Und wenn Sie jetzt schon den PR-igsten PR-Text des Jahres lesen wollen: … dann schauen Sie doch mal, wie sich die Marktforscher von Yougov auf „wiwo.de“ bei der Commerzbank einschmeicheln dürfen (dabei hat Yougov doch neulich schon den Auftrag für die große Coba-Studie zur Altersvorsorge gekriegt, reicht das nicht?). Wirtschaftswoche 

Aus der Szene

Ach herrje, was sind die Helaba und die LBBW skrupulös: Sind die Helaba und die LBBW die neuen Low-Performer unter den Landesbanken (jedenfalls unter denen südlich von Norddeutschland)? Sieht so aus, wenn man die 2017er-Ergebnisse der Frankfurter (447 Mio. Euro) und der Stuttgarter (515 Mio. Euro) mit dem der BayernLB (677 Mio. Euro) vergleicht. Nun gibt es für dieses Abschneiden eine Reihe von Gründen, und einige dieser Gründe mögen sogar „operativer“ Natur sein. Bevor sich die Herren Grüntker und Neske (@Fintech-Nerds: Das sind die Chefs von Helaba und LBBW) jetzt aber nicht mehr zum nächsten VÖB-Meeting trauen, wollen wir mal eine Lanze für die beiden brechen. Denn das als schwach empfundene 2017er-Abschneiden hatte nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ mit gewissen, nun ja: bilanz-de-optimierenden Skrupeln zu tun, die die BayernLB eher nicht kennt … Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über das Tafelsilber der Commerzbank. Finanz-Szene.de

Verstorben

Der langjährige KfW-Chef Ulrich Schröder ist tot. Wie die Förderbank gestern mitteilte, starb der Bankmanager am Sonntag knapp eine Woche nach seinem 66. Geburtstag. Schröder stand seit 2008 an der Spitze der KfW. Bereits 2015 hatte er ein Krebsleiden öffentlich gemacht, das ihn Ende vergangenen Jahres zwang, von seinem Posten zurückzutreten. Schröder hinterlässt seine Frau und drei Kinder. FAZ

27/02/18: Zins-Schlacht eskaliert, Noch mehr Brexit-Banker, Kim Hammonds, DWS

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte  und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief. Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse

Die Deutsche Bank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Wo dann die Kursfantasie herkommen soll? „Business Week“ verweist auf das Beispiel des französischen Asset-Managers Amundi, der sich mit dem Kauf von Pioneer unter die globalen Top-10 katapultierte: „Genau so einen transformativen Deal braucht die DWS auch.“

Businessweek, Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

News

Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

 

Klickfavorit

… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de

 

27/02/18: Check24 vs. Smava eskaliert, Auxmoney macht Gewinn, Noch’n Fintech

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief (bevor wiederum Check24 um kurz vor Mitternacht mit ebenfalls 5,0 Prozent gleichzog, was man fast schon als Friedensangebot deuten kann). Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

News

Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse: Die Blaubank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

Klickfavorit

… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de