29/03/18: Ist N26 jetzt über 500 Mio. wert?, ING Diba/myPension, „Dick und analog“

Wo liegt die Bewertung von N26? Unser Tipp: Bei mehr als 500 Millionen Euro

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding wert? So lautet aktuell die Lieblingsfrage der deutschen Fintech-Community – wobei allerdings nur die Beteiligten selber die Antwort wissen. Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die exakte Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns seeeehr sicher, dass N26 den Konkurrenten Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech abgelöst hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist. Wie wir drauf kommen? Erfahren Sie hier:

Finanz-Szene

Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Haben Sie in der Flut der 2017er-Ergebnisse auch ein wenig den Überblick verloren? Uns ging es jedenfalls so. Darum haben wir die Zahlen gestern einfach noch mal ein wenig aufbereitet: Welche Banken haben besonders gut abgeschnitten? Und welche besonders schlecht? Wen traf das Zinstief am härtesten? Und wer konnte es kompensieren? Welche großen (oder zumindest mittelgroßen) Linien lassen sich erkennen? Und was heißt das alles für das laufende Geschäftsjahr? Lesen Sie also hier: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken. Finanz-Szene.de

News

Von sich aus, das dürfte nun feststehen, wird John Cryan die Deutsche Bank nicht verlassen: Der angezählte Vorstandschef hat sich gestern nämlich mit einem Brief an die Belegschaft gewandt – und wer will, kann in dem Schreiben vielleicht sogar eine Kampfansage an AR-Chef Achleitner sehen. Wörtlich heißt es: „Ich möchte Ihnen versichern, dass ich mich weiterhin mit aller Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weitergehen werde, den wir vor drei Jahren angetreten haben.“ Reuters (News), Welt (Interpretation)

Deutsche Bank will im Investmentbanking sparen … und sucht deshalb nun nach schwachen Geschäftsfeldern (Anm.: die finden sich bestimmt!), um dort gezielt den Rotstift anzusetzen. Bloomberg

Drehen die Ösi-Banker jetzt völlig durch? Scheint so. Denn nicht genug damit, dass sich die Bawag (angetrieben durch Cerberus) in Deutschland auf Akquisitionstour befindet. Und nicht genug damit, dass jüngst die Wiener Easybank hierzulande an den Start ging. Sondern: Jetzt meldet sich auch noch die Linzer Oberbank zu Wort und kündigt „eine regelrechte Deutschland-Offensive“ an, unter anderem mit Filialen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle. Sind wir Piefkes womöglich underbanked? Und keiner merkt’s, außer den Österreichern? Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch irgendein Fintech da draußen, mit dem die ING Diba nicht kooperiert? Naja, jedenfalls arbeitet sie im Bereich Altersvorsorge jetzt mit myPension zusammen. Extra-Funds

Linktipps

„Dick und analog“: Warum sich die Commerzbank bei der Digitalisierung schwerer tut als sie zugeben mag. Wirtschaftswoche

Daten sind nicht das neue Öl … sondern das neue Geld, schreibt der Blogger Ralf Keuper. Und davon sei eine Branche ganz besonders betroffen – die Banken. Bankstil

Warum die Banken vor den Gafas (angeblich) keine Angst haben müssen … erklärt Star-Finanz-Geschäftsführer Christian Kastner. Der Bank-Blog

Gegen die Selbstverzwergung der Deutschen Bank: Ein Rückzug aus dem Investmentbanking käme einem Selbstmord gleich, schreibt der Publizist Bernd Ziesemer. Capital

Der Abstieg der Deutschen Bank als Director’s Cut: Das „HB“ widmet sich heute in einer langen, langen Reportage der blauen Katastrophe (hier der Text, allerdings hinter der Paywall) und gibt seinen Abonnenten noch ein fettes Cryan-Porträt obendrauf (ebenfalls hinter Paywall)

Und wie immer freitags, halt nur diesmal schon am Donnerstag, weil an diesem Freitag ja das Leben ruht: Die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere kleine Analyse zur DKB. Finanz-Szene

Warum „Finanz-Szene.de“ Fehler macht, müde ist und  schöne Ostern wünscht

Liebe LeserInnen, vielleicht ist Ihnen gestern der Bock mit der Bundesbank (wir schrieben „Bundesbank“, wo wir „Bundesregierung“ meinten) ja gar nicht aufgefallen. Schließlich liest man über solche Sachen ja manchmal drüber, genau wie man Sachen manchmal schreibt, ohne es zu merken. Trotzdem: Dummer Fehler. Nächster Anklagepunkt, nächstes Geständnis: Ja, der Newsletter kam gestern und vorgestern erst um 6 Uhr statt um 5 Uhr. Lag daran, dass wir tagelang versäumt haben, einen simplen Haken bei Mailchimp neu zu setzen. Vielleicht nehmen wir die beiden Fauxpässe dann auch gleich mal zum Anlass, eine beliebte Leserfrage zu beantworten: „Wie groß ist eigentlich das Team von ‚Finanz-Szene.de‘?“Antwort: Es gibt kein Team. Drum: Bleiben Sie uns doch bitte trotz aller Unzulänglichkeiten gewogen. Wir schlafen jetzt mal ein paar Tage und sind dann Mittwoch, spätestens aber Donnerstag in alter Frische wieder für Sie da. Bis dahin: Schöne Ostern, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

P.S.: Und wenn Sie „Finanz-Szene.de“ trotz allem empfehlen wollen, dann leiten Sie den Newsletter doch bitte einfach weiter. Die Adressaten brauchen dann nur noch hier zu klicken und sind mit zwei weiteren Klicks kostenlos an Bord.

29/03/18: Der Brief des Cryan, Große Analyse zu 2017er-Zahlen, Noch mehr Ösi-Banker

Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Haben Sie in der Flut der 2017er-Ergebnisse auch ein wenig den Überblick verloren? Uns ging es jedenfalls so. Darum haben wir die Zahlen gestern einfach noch mal ein wenig aufbereitet: Welche Banken haben besonders gut abgeschnitten? Und welche besonders schlecht? Wen traf das Zinstief am härtesten? Und wer konnte es kompensieren? Welche großen (oder zumindest mittelgroßen) Linien lassen sich erkennen? Und was heißt das alles für das laufende Geschäftsjahr? Lesen Sie also hier: Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken.

Finanz-Szene.de

News

Von sich aus, das dürfte nun feststehen, wird John Cryan die Deutsche Bank nicht verlassen: Der angezählte Vorstandschef hat sich gestern nämlich mit einem Brief an die Belegschaft gewandt – und wer will, kann in dem Schreiben vielleicht sogar eine Kampfansage an AR-Chef Achleitner sehen. Wörtlich heißt es: „Ich möchte Ihnen versichern, dass ich mich weiterhin mit aller Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weitergehen werde, den wir vor drei Jahren angetreten haben.“ Reuters (News), Welt (Interpretation)

Deutsche Bank will im Investmentbanking sparen … und sucht deshalb nun nach schwachen Geschäftsfeldern (Anm.: die finden sich bestimmt!), um dort gezielt den Rotstift anzusetzen. Bloomberg

Drehen die Ösi-Banker jetzt völlig durch? Scheint so. Denn nicht genug damit, dass sich die Bawag (angetrieben durch Cerberus) in Deutschland auf Akquisitionstour befindet. Und nicht genug damit, dass jüngst die Wiener Easybank hierzulande an den Start ging. Sondern: Jetzt meldet sich auch noch die Linzer Oberbank zu Wort und kündigt „eine regelrechte Deutschland-Offensive“ an, unter anderem mit Filialen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle. Sind wir Piefkes womöglich underbanked? Und keiner merkt’s, außer den Österreichern? Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch irgendein Fintech da draußen, mit dem die ING Diba nicht kooperiert? Naja, jedenfalls arbeitet sie im Bereich Altersvorsorge jetzt mit myPension zusammen. Extra-Funds

Analyse: Wie hoch ist die Bewertung von N26?

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding wert? So lautet aktuell die Lieblingsfrage der deutschen Fintech-Community – wobei allerdings nur die Beteiligten selber die Antwort wissen. Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die exakte Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns seeeehr sicher, dass N26 den Konkurrenten Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech abgelöst hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist. Wie wir drauf kommen? Erfahren Sie hier: Finanz-Szene

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Gegen die Selbstverzwergung der Deutschen Bank: Ein Rückzug aus dem Investmentbanking käme einem Selbstmord gleich, schreibt der Publizist Bernd Ziesemer. Capital

Der Abstieg der Deutschen Bank als Director’s Cut: Das „HB“ widmet sich heute in einer langen, langen Reportage der blauen Katastrophe (hier der Text, allerdings hinter der Paywall) und gibt seinen Abonnenten noch ein fettes Cryan-Porträt obendrauf (ebenfalls hinter Paywall)

„Dick und analog“: Warum sich die Commerzbank bei der Digitalisierung schwerer tut als sie zugeben mag. Wirtschaftswoche

Daten sind nicht das neue Öl … sondern das neue Geld, schreibt der Blogger Ralf Keuper. Und davon sei eine Branche ganz besonders betroffen – die Banken. Bankstil

Warum die Banken vor den Gafas (angeblich) keine Angst haben müssen … erklärt Star-Finanz-Geschäftsführer Christian Kastner. Der Bank-Blog

Und wie immer freitags, halt nur diesmal schon am Donnerstag, weil an diesem Freitag ja das Leben ruht: Die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere kleine Analyse zur DKB. Finanz-Szene

Warum „Finanz-Szene.de“ Fehler macht, müde ist und  schöne Ostern wünscht

Liebe LeserInnen, vielleicht ist Ihnen gestern der Bock mit der Bundesbank (wir schrieben „Bundesbank“, wo wir „Bundesregierung“ meinten) ja gar nicht aufgefallen. Schließlich liest man über solche Sachen ja manchmal drüber, genau wie man Sachen manchmal schreibt, ohne es zu merken. Trotzdem: Dummer Fehler. Nächster Anklagepunkt, nächstes Geständnis: Ja, der Newsletter kam gestern und vorgestern erst um 6 Uhr statt um 5 Uhr. Lag daran, dass wir tagelang versäumt haben, einen simplen Haken bei Mailchimp neu zu setzen. Vielleicht nehmen wir die beiden Fauxpässe dann auch gleich mal zum Anlass, eine beliebte Leserfrage zu beantworten: „Wie groß ist eigentlich das Team von ‚Finanz-Szene.de‘?“Antwort: Es gibt kein Team. Drum: Bleiben Sie uns doch bitte trotz aller Unzulänglichkeiten gewogen. Wir schlafen jetzt mal ein paar Tage und sind dann Mittwoch, spätestens aber Donnerstag in alter Frische wieder für Sie da. Bis dahin: Schöne Ostern, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

P.S.: Und wenn Sie „Finanz-Szene.de“ trotz allem empfehlen wollen, dann leiten Sie den Newsletter doch bitte einfach weiter. Die Adressaten brauchen dann nur noch hier zu klicken und sind mit zwei weiteren Klicks kostenlos an Bord.

Analyse: Ist das Vorzeige-Fintech N26 jetzt mehr als 500 Mio. Euro wert?

Von Heinz-Roger Dohms

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding (durch die Allianz, Tencent und weitere Investoren) wert? Diese Frage stellt die momentan die Fintech-Community. Die Antwort jedoch wissen bislang nur  die Beteiligten selber.

Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns ziiiemlich sicher, dass N26 das Hamburger Startup Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech überholt hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist (jedenfalls wenn man Ur-Fintechs wie Hypoport, 360T oder Check24 mal ausklammert).

Hier kommt unsere Argumentationskette:

  • Die Runde war 130 Millionen Euro schwer (offizielle Verlautbarung)
  • Die Kollegen von Juve schreiben: „Wegen der hohen Bewertung der bestehenden Gesellschafteranteile verändert sich mit den 130 Millionen Euro Neukapital die Gesellschafterstruktur nicht grundlegend. So bleiben etwa die Allianz X-Anteile im einstelligen Prozentbereich“ (eine offizielle Quelle gibt er hierfür zwar nicht, aber da die Zahl mutmaßlich von einem nicht nur beteiligten, sondern auch plappernden Anwalt kam, erscheint und die Angabe sehr glaubhaft)
  • Wir selber wiederum hören, dass der Anteil der Allianz an den 130 Millionen Euro irgendwo bei 30 bis 35 Millionen Euro gelegen haben soll
  • Nehmen wir einmal an, mit dem „einstelligen Prozentbereich“ wären 9,99 Prozent gemeint, dann läge die Post-Money-Bewertung also bei etwa 300 bis 350 Millionen Euro
  • Nun hören wir allerdings fernerhin, dass die Allianz zwar irgendwas zwischen 5% und 10% an N26 halten soll (und nicht etwa unter 5% …), allerdings: Die Beteiligung liege nicht unbedingt näher an 10% als an 5%.
  • Gehen wir also, gefühlt und konservativ, mal von 6,5% aus, dann käme man auf eine Bewertung irgendwo zwischen 462 Millionen und 538 Millionen Euro.

Wie gesagt, wissen tun wir’s nicht. Aber wir würden fast drauf wetten, dass wir so falsch nicht liegen.

Acht Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Von Heinz-Roger Dohms

Die meisten Banken haben ihre 2017er-Zahlen (und ihren 2018er-Ausblick) inzwischen veröffentlicht – die anderen werden es demnächst tun.  Zeit für ein Fazit: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

1.) Vielen Sparkassen und Volksbanken geht es immer noch erstaunlich gut

… jedenfalls oberflächlich betrachtet und gemessen an den düsteren Weissagungen der vergangenen Jahre. Die Sparkassen haben 2,2 Milliarden Euro verdient (plus 7,4 Prozent), bei den Volksbanken waren es 1,6 Milliarden Euro (plus 4,5 Prozent), und das wohlgemerkt jeweils nach Steuern und unter Berücksichtigung der Abführungen in den sogenannten „Fonds für Allgemeine Bankrisiken“ (was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier).

2.) … was nicht ausschließlich, aber doch in erster Linie am „Provisionswunder“ liegt

Die Erhöhung der Kontoführungs-Gebühren macht sich für den Moment bezahlt. So haben die Volks- und Raiffeisenbanken das kleine Kunststück vollbracht, den Provisionsüberschuss so stark zu steigern (8,1 Prozent), dass sie damit den in diesen Zeiten fast unvermeidlichen Rückgang beim Zinsergebnis überkompensieren. Bei den Sparkassen (Provisionsergebnis plus 8,4 Prozent) war es ähnlich. Und: Natürlich profitieren nicht nur die Ortsbanken von höheren Gebühren, sondern auch andere Retailinstitute, die Postbank etwa, deren Provisionsüberschuss um 12,0 Prozent stieg. Bemerkenswert: Die allermeisten Kunden scheinen die höheren Gebühren zu akzeptieren (oder sie bemerken sie nicht oder sie sind zu faul zum Wechseln).

3.) Banken, die kein Retailgeschäft betreiben, kriegen den Zinsschwund hingegen so richtig zu spüren

Beispielhaft sei hier zum einen auf die Aareal Bank verwiesen, deren Betriebsergebnis von 366 Mio. Euro auf 328 Mio. Euro sank – und die für dieses Jahr nur noch mit 260 bis 300 Mio. Euro rechnet. Ähnlich sieht es bei der Pfandbriefbank aus, deren Gewinn von 301 auf 204 Mio. Euro fiel und die für 2018 nur mehr von 150 bis 170 Mio. Euro ausgeht.

4.) Die Deutsche Bank hat in den „Alles oder Nichts“-Modus geschaltet

Schon krass, die Investmentbanker-Boni-Sache bei der Deutschen Bank, oder? Der Noch-Vorstand macht sich freiwillig zur Geisel jener Sparte, die in den vergangenen 10 bis 15 fast nur Unheil über das Institut gebracht hat (und die ein Geschäft betreibt, dass bei den großen Wall-Street-Häusern zu funktionieren scheint, mit dem aber, so weit wir das sehen, keine einzige größere europäische Bank in den letzten Jahren so richtig glücklich geworden ist – naja, vielleicht die französischen so ein bisschen). Der eigentliche Wahnsinn ist allerdings nicht der Wahnsinn als solcher, sondern dass dieser Wahnsinn strategisch alternativlos zu sein scheint. Gütiger Herrhausen.

5.) Die Commerzbank hat derweil gar keinen Modus

… außer, dass Sie (anders als die Sparkassen) auf höhere Gebühren verzichtet (tut die ING Diba ja auch), während sie sich zugleich (anders als die ING Diba) eine Cost-Income-Ratio wie im vordigitalen Zeitalter leistet (tun die Sparkassen ja auch). Oder anders gesagt: Die Commerzbank hat sich für den Moment das Schlechteste aus zwei Welten ausgesucht. Das muss freilich nicht so bleiben, denn das strategische Kalkül scheint ja zu sein, dass es nach der Dürre plötzlich heißen wird: Mehr digital. Weniger Kosten. Restrukturierung abgeschlossen. Und jetzt mit breiter Kundenbasis so richtig durchstarten. Irgendwann ab 2020 oder so. Womöglich dann ja auch immer noch eigenständig.

6.) Die Wucht der Digitalisierung zeigt sich im Kleinen

Lassen wir N26 mal außen vor. Und die neuesten Fintech-Studien von McKinsey, Capgemini und wem auch immer ebenso. Schauen wir nur mal auf drei vermeintlich unspektakuläre Zahlen zur Baufinanzierung: a) Bei den Sparkassen ist das Baufi-Volumen 2017 trotz Immobilienbooms um 1,8 Prozent gesunken. b) Bei den PSD-Banken kommt inzwischen 61 Prozent des Geschäfts über Plattformen wie Interhyp, Europace (dahinter steht Hypoport) oder Planethome. c) Interhyp hat seinen Marktanteil derweil um einen Punkt auf 8,4 Prozent gesteigert. Das mag alles nicht erdrutschartig sein. Und ein bisschen vergleichen wir auch Äpfel mit Birnen. Aber doch zeigt sich hier aus unserer Sicht im Kleinen die Wucht der Digitalisierung. Und Interhyp vermittelt ja nur, geht also gar nicht erst ins Risiko. Was für ein Geschäftsmodell, wenn’s einmal funktioniert.

7.) Auf den Point of Sale kommt es an

Neulich hatten wir ja berichtet, dass die beiden gewinnträchtigsten deutschen Banken des vergangenen Jahres Volkswagen und Mercedes heißen (dahinter übrigens dürfte gleich BMW kommen). Gründe dafür gibt es, wie dargelegt, viele. Ein ganz entscheidender aber scheint zu sein: Die Autobanken beherrschen den Point of Sale. Und genau das fällt vielen klassischen Banken immer schwerer.

8.) Die Schiffskrise führt zur endgültigen Neuordnung der Landesbanken-Szene

Die HSH Nordbank ist schon privatisiert, die NordLB (inklusive BLB) könnte laut „Spiegel“ folgen (bzw.: Sie überlegt zumindest, sich für private Investoren zu öffnen). Gut möglich also, dass es demnächst nördlich der Mainlinie keine einzige reinrassige Landesbank mehr gibt. Und das alles nicht nur, aber in erster Linie wegen der Schiffkrise (die darüber hinaus 2017 ja auch bei der DZ Bank tobte, wobei die natürlich keine Landesbank ist).