07/03/18: DWS gewinnt Ankeraktionär aus Japan, Deutsche Bank, Sparkassen, Probleme am „Point of Sale“

Japanischer Versicherer soll Großaktionär bei der DWS werden

Der japanische Lebensversicherer Nippon Life soll Großaktionär bei der DWS werden. Ein entsprechender Bericht der „FAZ“ wurde „Finanz-Szene.de“ gestern Abend aus Finanzkreisen bestätigt – wobei der Anteil allerdings ein gutes Stück unter den von den Kollegen aufgerufenen zehn Prozent liegen dürfte.  Denn: Nach jetzigem Stand will die Deutsche Bank im Zuge des geplanten Börsengangs ohnehin nur 25 Prozent der Aktien abgeben; würden dann gleich zehn Prozent bei einem einzigen Investor landen, wäre das der Liquidität eher abträglich. Kommt es zu einer Einigung mit Nippon Life (nochmal zur Klarstellung: Die Sache ist noch nicht perfekt), wäre das nicht nur ein Signal an andere potenzielle Großinvestoren, sondern womöglich auch in strategischer Hinsicht ein kluger Schritt. Denn: So breitbeinig der Asset Manager der Deutschen Bank momentan hierzulande auftritt – so dünnbrüstig ist er bislang im asiatischen Markt aufgestellt (laut „Handelsblatt“ kommen von dort nur 5% der Kundengelder, während es beim französischen Rivalen Amundi schon 12% sind). Mit starken Vertriebspartnern vor Ort ließe sich das Geschäft vermutlich deutlich ankurbeln.

FAZ, Handelsblatt

News

Blaubank gibt Wasserstandsmeldung in Sachen „Zinsmarkt“ ab: Falls Sie sich fragen sollten, wie viele Partnerbanken sich mittlerweile auf der Einlagen-Plattform der Deutschen Bank befinden (und wer fragt sich das nicht von Zeit zu Zeit?) – es sind immer noch genauso viele, wie es waren, als wir das Fass im Oktober zum bislang letzten Mal aufgemacht haben, nämlich zwei. Und zwar: die Deutsche Pfandbriefbank und die zum Finanzinvestor Cerberus gehörende französische Money Bank. Allerdings, laut Deutsche-Bank-Digitalchef Pertlwieser sollen „demnächst“ zwei weitere Institute hinzukommen. Dann wären’s schon vier. Handelsblatt (Paywall)

Eigner zweifeln gehörig am Geschäftsmodell der NordLB: So jedenfalls darf man Äußerungen des niedersächsischen Sparkassen-Präsidenten Mang deuten, der gestern u.a. meinte, man arbeite „an einer neuen Ausrichtung“, es handele sich um einen „sensiblen Prozess“ und die Bank sei „angesichts des drückenden Schiffsportfolios in einer durchaus schwierigen Lage“. Dass die öffentliche Hand die NordLB ein weiteres Mal mit Eigenkapital wird stützen müssen, sagte Herr Mang zwar nicht. Er schloss es aber auch nicht aus. Reuters, Weser-Zeitung

Wo wir schon mal beim Thema Eigenkapital sind: Die sieben wichtigsten deutschen Banken haben ihre harte KK-Quote zuletzt um 0,1 Punkte auf 12,8 Prozent aufgestockt, die übrigen 29 von der Bundesbank untersuchten Institute kamen auf 17,1 Prozent (statt zuvor 15,7%). Bundesbank

Und wo wir schon mal bei den niedersächsischen Sparkassen waren: Die haben gestern neues Futter für unsere Lieblingsthese geliefert, wonach die höheren Provisionserträge die (tendenziell) sinkenden Zinsüberschüsse 2017 mehr als kompensiert haben. Konkret: Einem Minus bei den Zinsen in Höhe von 45,9 Mio. Euro stand ein Plus bei den Provisionen in Höhe von 69 Mio. Euro gegenüber (wenn man die Ergebnisse der 43 Sparkassen in Niedersachsen addiert). Ähnlich sah es bei der Kreissparkasse Köln aus, die gestern ebenfalls Zahlen präsentierte. Provisionen: 10 Mio. Euro Plus. Zinsen: 1 Mio. Euro Minus (tüchtig gerundet).  Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall, zur KSK Köln)

Ein frisches Beispiel für den Trend, dass sich immer mehr Player zwischen die Banken und den Endkunden schieben: Die größte Gebrauchtwagen-Plattform des Landes, nämlich Mobile.de, kooperiert (jetzt auch offiziell) mit dem Kreditvergleichsportal Smava. Nun ist die Zusammenarbeit nicht exklusiv (Mobile.de paktiert zum Beispiel auch mit Santander) – und ganz neu sind solche Kooperationen per se natürlich auch nicht, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Mobile.de-Rivalen Autoscout24 mit dem Smava-Rivalen Finanzcheck zeigt. Und doch: Während der klamme Gebrauchtwagenkäufer klassischerweise in die nächste Bank ging, um sich einen Kredit geben zu lassen, sind jetzt im für die Bank ungünstigsten Fall  zwei Instanzen zwischengeschaltet, nämlich das Gebrauchtwagenportal und das Vergleichsportal. Wobei, wenn es ganz blöd läuft, dann kommt der Kredit gar nicht mehr von einer klassischen Bank, sondern von einem Fintech (siehe hierzu die schon vor längerer Zeit gestartete Kooperation zwischen Autoscout24 und Solaris). Pressemitteilung Smava

In dem Zusammenhang dann noch was: Ist Ihnen in den letzten Tagen mal der Name „Hey Car“ untergekommen? (das ist ein kürzlich gestartetes weiteres Gebrauchtwagen-Portal, das momentan eine ganz groß angelegte Werbekampage fährt). Hinter „Hey Car“ steht die Finanzsparte von Volkswagen, was sich einerseits so deuten lässt, dass die Wolfsburger (Stichwort: Diesel) ihren Gebrauchtwagen-Absatz ankurbeln wollen – was andererseits aber auch zu folgender These einlädt: Die VW-Bank baut sich den Point of Sale für ihre Kredite einfach selbst.

Linktipps

Warum Mobile Payment in Deutschland zwar in der Theorie funktioniert, in der Praxis dann aber irgendwie doch nicht, erklärt Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth. Bilanz

Künstliche Intelligenz wird das Banking verändern: … aber wie genau? Das erläutert der Blogger Tobias Baumgarten. About Fintech

Warum Banken (bildlich gesprochen) über Kaugummi nachdenken sollten: Weil digitale Technologien die Erschließung neuer Ertragsquellen durch zusätzliche Produkte und Leistungen ermöglichen, so Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Und dann noch ein Link, über den sich manche unserer Leser so richtig ereifern werden: Warum die Blockchain (meint jedenfalls Nouriel Roubini) total überschätzt wird. Project Syndicate

Karriere

Sieben Tipps … wie deutschen Bankern die Rückkehr von London nach Frankfurt gelingt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu den profitablen (oder auch nicht profitablen) Fintechs. Finanz-Szene.de

„Finanz-Szene.de“ hat gut sechs Monate nach dem Start mehr als 4000 Abonnenten

Von Heinz-Roger Dohms

Eigentlich hatte sich unsere Marketing-Agentur, der wir Monat für Monat eine fünfstellige Summe überweisen, für diese Woche eine tolle Aktion ausgedacht: Der 4000. „Finanz-Szene.de“-Abonnent sollte eine Restsaison-Dauerkarte des Hamburger SV gewinnen (oder alternativ ein vierwöchiges Praktikum bei der Degussa Bank).

Dann allerdings haben uns die Ereignisse wieder mal überholt: Denn der 4000. Abonnent hat sich dummerweise schon übers Wochenende hier angemeldet. Und am Montagabend waren wir dann schon bei 4092 Abonnenten – übrigens bei einer nahezu unveränderten „Open Rate“ von immer noch 56,5 Prozent.

Allen Lesern, den alten wie den neuen: Herzlichen Dank!

06/03/18: Neuer Job für Fitschen, DZ-Bank-Drama, Amazon macht ernst, Wie profitabel sind die Fintechs wirklich?

Exklusiv: Welche deutschen Fintechs wirklich schwarze Zahlen schreiben – und welche nur so tun

Huch, verbrennen die deutschen Fintechs gar kein Geld mehr? Sind sie urplötzlich allesamt profitabel? Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt hat, konnte diesen Eindruck durchaus gewinnen. Eine Überschrift lautete: „N26 mit schwarzen Zahlen.“ Eine andere versprach: „Auxmoney erreicht im zweiten Halbjahr 2017 Profitabilität.“  Und selbst Revolut – das angebliche britische Super-Fintech mit den angeblich mehr als 100.000 Kunden allein in Deutschland – tat kund, den Break-Even erreicht zu haben. Höchste Zeit, mal ein bisschen Ordnung in die Sache zu bringen. Welche Fintechs verdienen tatsächlich schon Geld? Welche tun nur so? Bei welchen ist es eine Definitionsfrage? Und wo sind die Dinge, warum auch immer, einfach nur ein bisschen durcheinander geraten? Hier unser Überblick:

Finanz-Szene.de

News

Wird die „digitale Bilanz“ zum Kredit-Beschleuniger im Firmenkundengeschäft von Banken und Sparkassen? Diese Hoffnung scheint zumindest Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling zu hegen. „Der Mehrwert ist enorm, viel größer, als man auf den ersten Blick denken mag“, kündigte er gestern bei einer Veranstaltung in Berlin an. Anfang April wird der neue Standard eingeführt. Er sieht (wenn wir es richtig verstehen) vor, dass Firmen (die einen Kredit wollen) ihre Bilanzen direkt in ein IT-Tool ihrer Hausbank hochladen können. FAZ (Seite 25), Reuters/Handelsblatt

Herr Fitschen folgt auf Frau von Roeder (und die wird mehr als gedacht): Der frühere Deutsche-Bank-Chef wird Aufsichtsrats-Vorsitzender bei Vonovia. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass der Wohnungsbau-Konzern einen hochrangigen Banker (resp.: eine hochrangige Bankerin) für sich gewinnt. Denn: Schon im Januar war bekannt geworden, dass die bisherige Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder zur Jahresmitte bei Vonovia anheuert. Zunächst hatte es geheißen, sie würde dort lediglich Controlling-Vorstand. Seit gestern weiß man: Sie übernimmt auch und vor allem das Finanz-Ressort. Manager Magazin

Anleihegläubiger kündigen Widerstand gegen HSH-Verkauf an: … allerdings ist ihre Stellungnahme so unkonkret und pseudo-juristisch formuliert, dass wir es mit der kurzen Meldung dann auch gleich wieder auf sich beruhen lassen wollen. Pressemitteilung

Saftige Strafe für Ex-Händler der Deutschen Bank: Die britische Finanzaufsicht hat den von britischen Medien mit dem Spitznamen „Gollum“ belegten Banker wegen dessen Beteiligung an den Libor-Manipulationen nicht nur zu einer Strafzahlung von umgerechnet rund 200.000 Euro verdonnert, sondern darüber hinaus ein Berufsverbot ausgesprochen. Reuters, Financial Times (Paywall)

Beyond.de

Amazon macht ernst: Der US-Technologiekonzern bastelt laut „Wall Street Journal“ an einem eigenen Girokonto – und spricht diesbezüglich unter anderem mit JP Morgan über eine mögliche Kooperation. Ein Kalkül hinter den Plänen scheint zu sein: Wenn Kunden bei Amazon mit ihrem Amazon-Guthaben statt per Kreditkarte einkaufen, spart sich Amazon die Kreditkarten-Gebühren. Bloomberg, FAZ, Wall Street Journal (Paywall), Financial Times (Paywall)

Linktipps

Was die Datenschutz-Grundverordnung für Europas Banken bedeutet … erläutert Marco Bosma, Innovationschef der niederländischen Rabobank (zusammengefasst sagt er: Banken, die sich nicht gründlich genug auf die DSGVO vorbereiten, droht Überforderung – während sich Banken, die die DSGVO zu nutzen wissen, sogar ein neues Geschäftsfeld erschließen können, nämlich das Datenmanagement).  Linkedin Pulse

Auf lange Sicht werden womöglich nur zwei Arten von Banken überleben: … nämlich die, die besonders preiswerte Produkte kreieren, und die, die es schaffen, durch sinnvolle Produkt- und Vertriebspartnerschaften  ein eigenes Banking-Ökosystem zu errichten. Der Bank-Blog

Bloggt die DZ Bank eigentlich immer nur zum Thema „Innovation“, oder tut sie auch was in die Richtung? … Sie tut was! Konkret: Gruppenweit ist das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisen bislang rund 20 Fintech-Kooperationen eingegangen. Welche das sind, erfahren Sie hier: DZ-Innovationsblog

Ist Payment das neue Banking? Warum JP Morgan hohe Summen in neue Zahlungsverkehrs-Lösungen investiert. Tearsheet

Willkommen bei der Bank of Amazon: Passend zur Amazon-News hat sich die SZ einmal angeschaut, wo die Gafas den Banken sonst schon überall Konkurrenz machen. Süddeutsche

That’s not news

Weil wir montags auch weiterhin nur in Ausnahmefällen erscheinen, hier wie gewohnt der Überblick, was die letzten Tage passiert ist:

  • Die DZ Bank will bei ihrer verlustträchtigen Tochter DVB Bank 30 Prozent der Stellen streichen – wohl auch, weil die Lage laut „BÖZ“ noch prekärer sein soll als bekannt. Börsen-Zeitung
  • Hypoport hat 2017 beim Ebit stagniert. Die Aktie des Baugeld-Vermittlers brach daraufhin zunächst ein, erholte sich gestern aber wieder.  DGAP, Aktie
  • Hessische Landesregierung zweifelt (im Zusammenhang mit dem Flughafen Hahn) an der Zuverlässigkeit von Deutsche-Bank-Aktionär HNA. dpa-afx
  • Der Frankfurter Broker Equinet wird von einer norwegischen Investment-Boutique namens Pareto übernommen. Finance Magazin 

Klickfavorit

… war am Freitag mit großem Abstand der Link auf die Fintech-Studie von McKinsey

Mehr als 4000 Abonnenten

Eigentlich hatte sich unsere Marketing-Agentur, der wir Monat für Monat eine fünfstellige Summe überweisen, für diese Woche eine tolle Aktion ausgedacht: Der 4000. „Finanz-Szene.de“-Abonnent sollte eine Restsaison-Dauerkarte des Hamburger SV gewinnen (oder alternativ ein vierwöchiges Praktikum bei der Degussa Bank). Dann allerdings haben uns die Ereignisse wieder mal überholt: Denn der 4000. Abonnent hat sich dummerweise schon übers Wochenende hier angemeldet. Und gestern Abend waren wir dann schon bei 4092 Abonnenten – übrigens bei einer nahezu unveränderten „Open Rate“ von immer noch 56,5 Prozent.

Allen Lesern, den alten wie den neuen: Herzlichen Dank!

06/03/18: Welche Fintechs sind wirklich profitabel?, Amazons Girokonto, Hypoport

Exklusiv: Welche deutschen Fintechs wirklich schwarze Zahlen schreiben – und welche nur so tun

Huch, verbrennen die deutschen Fintechs gar kein Geld mehr? Sind sie urplötzlich allesamt profitabel? Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt hat, konnte diesen Eindruck durchaus gewinnen. Eine Überschrift lautete: „N26 mit schwarzen Zahlen.“ Eine andere versprach: „Auxmoney erreicht im zweiten Halbjahr 2017 Profitabilität.“  Und selbst Revolut – das angebliche britische Super-Fintech mit den angeblich mehr als 100.000 Kunden allein in Deutschland – tat kund, den Break-Even erreicht zu haben. Höchste Zeit, mal ein bisschen Ordnung in die Sache zu bringen. Welche Fintechs verdienen tatsächlich schon Geld? Welche tun nur so? Bei welchen ist es eine Definitionsfrage? Und wo sind die Dinge, warum auch immer, einfach nur ein bisschen durcheinander geraten? Hier unser Überblick:

Finanz-Szene.de

News

Wird die „digitale Bilanz“ zum Kredit-Beschleuniger im Firmenkundengeschäft von Banken und Sparkassen? Diese Hoffnung scheint zumindest Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling zu hegen. „Der Mehrwert ist enorm, viel größer, als man auf den ersten Blick denken mag“, kündigte er gestern bei einer Veranstaltung in Berlin an. Anfang April wird der neue Standard eingeführt. Er sieht (wenn wir es richtig verstehen) vor, dass Firmen (die einen Kredit wollen) ihre Bilanzen direkt in ein IT-Tool ihrer Hausbank hochladen können. FAZ (Seite 25), Reuters/Handelsblatt

Herr Fitschen folgt auf Frau von Roeder (und die wird mehr als gedacht): Der frühere Deutsche-Bank-Chef wird Aufsichtsrats-Vorsitzender bei Vonovia. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass der Wohnungsbau-Konzern einen hochrangigen Banker (resp.: eine hochrangige Bankerin) für sich gewinnt. Denn: Schon im Januar war bekannt geworden, dass die bisherige Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder zur Jahresmitte bei Vonovia anheuert. Zunächst hatte es geheißen, sie würde dort lediglich Controlling-Vorstand. Seit gestern weiß man: Sie übernimmt auch und vor allem das Finanz-Ressort. Manager Magazin

Beyond.de

Amazon macht ernst: Der US-Technologiekonzern bastelt laut „Wall Street Journal“ an einem eigenen Girokonto – und spricht diesbezüglich unter anderem mit JP Morgan über eine mögliche Kooperation. Ein Kalkül hinter den Plänen scheint zu sein: Wenn Kunden bei Amazon mit ihrem Amazon-Guthaben statt per Kreditkarte einkaufen, spart sich Amazon die Kreditkarten-Gebühren. Bloomberg, FAZ, Wall Street Journal (Paywall), Financial Times (Paywall)

Linktipps

Was die Datenschutz-Grundverordnung für Europas Banken bedeutet … erläutert Marco Bosma, Innovationschef der niederländischen Rabobank (zusammengefasst sagt er: Banken, die sich nicht gründlich genug auf die DSGVO vorbereiten, droht Überforderung – während sich Banken, die die DSGVO zu nutzen wissen, sogar ein neues Geschäftsfeld erschließen können, nämlich das Datenmanagement).  Linkedin Pulse

Auf lange Sicht werden womöglich nur zwei Arten von Banken überleben: … nämlich die, die besonders preiswerte Produkte kreieren, und die, die es schaffen, durch sinnvolle Produkt- und Vertriebspartnerschaften  ein eigenes Banking-Ökosystem zu errichten. Der Bank-Blog

Bloggt die DZ Bank eigentlich immer nur zum Thema „Innovation“, oder tut sie auch was in die Richtung? … Sie tut was! Konkret: Gruppenweit ist das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisen bislang rund 20 Fintech-Kooperationen eingegangen. Welche das sind, erfahren Sie hier: DZ-Innovationsblog

Ist Payment das neue Banking? Warum JP Morgan hohe Summen in neue Zahlungsverkehrs-Lösungen investiert. Tearsheet

Willkommen bei der Bank of Amazon: Passend zur Amazon-News hat sich die SZ einmal angeschaut, wo die Gafas den Banken sonst schon überall Konkurrenz machen. Süddeutsche

That’s not news

Weil wir montags auch weiterhin nur in Ausnahmefällen erscheinen, hier wie gewohnt der Überblick, was die letzten Tage passiert ist:

  • Die DZ Bank will bei ihrer verlustträchtigen Tochter DVB Bank 30 Prozent der Stellen streichen – wohl auch, weil die Lage laut „BÖZ“ noch prekärer sein soll als bekannt. Börsen-Zeitung
  • Hypoport hat 2017 beim Ebit stagniert. Die Aktie des Baugeld-Vermittlers brach daraufhin zunächst ein, erholte sich gestern aber wieder.  DGAP, Aktie
  • Hessische Landesregierung zweifelt (im Zusammenhang mit dem Flughafen Hahn) an der Zuverlässigkeit von Deutsche-Bank-Aktionär HNA. dpa-afx
  • Der Frankfurter Broker Equinet wird von einer norwegischen Investment-Boutique namens Pareto übernommen. Finance Magazin 

Klickfavorit

… war am Freitag mit großem Abstand der Link auf die Fintech-Studie von McKinsey

Mehr als 4000 Abonnenten

Eigentlich hatte sich unsere Marketing-Agentur, der wir Monat für Monat eine fünfstellige Summe überweisen, für diese Woche eine tolle Aktion ausgedacht: Der 4000. „Finanz-Szene.de“-Abonnent sollte eine Restsaison-Dauerkarte des Hamburger SV gewinnen (oder alternativ ein vierwöchiges Praktikum bei der Degussa Bank). Dann allerdings haben uns die Ereignisse wieder mal überholt: Denn der 4000. Abonnent hat sich dummerweise schon übers Wochenende hier angemeldet. Und gestern Abend waren wir dann schon bei 4092 Abonnenten – übrigens bei einer nahezu unveränderten „Open Rate“ von immer noch 56,5 Prozent.

Allen Lesern, den alten wie den neuen: Herzlichen Dank!

Exklusiv: Welche Fintechs wirklich schon Gewinn machen (und welche nicht)

Von Heinz-Roger Dohms

Huch, verbrennen die Fintechs gar kein Geld mehr? Sind sie urplötzlich allesamt profitabel? Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt hat, konnte diesen Eindruck durchaus gewinnen. „N26 mit schwarzen Zahlen“, war  zu lesen, „Auxmoney erreicht im zweiten Halbjahr 2017 Profitabilität“, lautete eine Überschrift, und selbst Revolut – das angebliche britische Super-Fintech mit den angeblich mehr als 100.000 Kunden allein in Deutschland – tat kund, den Break-Even erreicht zu haben. Höchste Zeit, mal ein bisschen Ordnung in die Sache zu bringen. Welche Fintechs verdienen tatsächlich schon Geld? Welche tun nur so? Bei welchen ist es eine Definitionsfrage? Und wo sind die Dinge, warum auch immer, einfach nur ein bisschen durcheinander geraten? Ein skizzenhafter Überblick (der naturgemäß nicht vollständig ist):

1.) Tiefschwarz

… sind selbstverständlich die großen Ur-Fintechs:

  • Check24:  Das Vergleichsportal machte im Geschäftsjahr 2015/16 rund 500 Mio. Euro Umsatz. Das Ebitda dürfte im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gelegen haben (also bei mind. 50 Mio.  Euro)
  • Hypoport: Der Berliner Baugeldvermittler (der auch noch andere Sachen macht) hat Ende vergangener Woche seine vorläufigen Zahlen für 2017 bekanntgegeben. Das Ebit lag demnach bei rund 23 Mio. Euro
  • Interhyp: Der Münchner Baugeldvermittler kam 2016 auf ein Ebit von 67,7 Mio. Euro
  • 360T: Wenn wir uns im  Geflecht aus Konzerngesellschaften, Gewinnabführungsverträgen usw. nicht verheddert haben, dann dürfte die Devisenplattform im letzten vollständigen Geschäftsjahr vor der Übernahme durch die Deutsche Börse (sprich: in 2014) einen operativen Gewinn im Umfang von rund 20 Mio. Euro erwirtschaftet haben
  • Wirecard: Hat nach vorläufigen Angaben das Ebitda 2017 um rund ein Drittel auf fulminante 412,2 Mio. Euro gesteigert (wobei hinzugefügt sei, dass wir die Bilanzierung von Wirecard eher kritisch sehen).
2.) Frischschwarz

… scheinen eine ganze Reihe von Payment-Fintechs* zu sein – und zwar auch solche, die noch gar nicht so alt sind:

  • Billpay: Der 2009 gegründete, auf Rechnungskauf spezialisierte E-Payment-Spezialist hat 2016 einen Jahresüberschuss von 1,3 Mio. Euro erwirtschaftet (und wurde kurz darauf für angeblich 70 Mio. Euro von Klarna übernommen)
  • Ratepay: Ging ebenfalls 2009 an den Start, macht im Grunde dasselbe wie Billpay,  wurde im vergangenen Jahr ebenfalls übernommen (und zwar von den Finanzinvestoren Bain und Advent, die Ratepay bei Concardis integrieren wollen) – und wies im Geschäftsjahr 2016/2017 zumindest einen homöopathischen Überschuss von gut 80.000 Euro aus
  • Sum-up: Auch der 2011 gegründete britisch-deutsche Spezialist für Karten-Lesegeräte arbeitet nach eigener Aussage profitabel. Nachvollziehen lässt sich das aufgrund der komplexen Firmenarchitektur zwar nicht, es klingt nach allem, was aus dem Markt zu hören ist, aber nicht unplausibel
3.) Mattschwarz

… sind einige B2B-Fintechs, die (weil sie kein Endkundengeschäft betreiben) als reine Technologiedienstleister mit überschaubarem Marketingbudget auskommen:

  • Fino: Das 2015 gegründete Fintech arbeitet nach eigenen Angaben „seit dem dritten Monat profitabel“. Überprüfen lässt sich die Aussage mangels veröffentlichtem Jahresabschluss zwar noch nicht. Plausibel klingt das Ganze aber trotzdem – denn die anfangs auf Kontowechsel-Service spezialisierte Kasseler Firma kam mit einem quasi fertigen Produkt auf den Markt und verfügte recht früh über einen beachtlichen Kundenstamm
  • Fincite: Das Mühlheimer Finanz-Startup – spezialisiert auf den Bau von Tools für Banken und Vermögensverwalter – hat 2017 (wie auch schon 2016) einen sechsstelligen Überschuss erwirtschaftet
4.) Grauschwarz

… ist allem Anschein nach …

  • Auxmoney: Im dritten und vierten Quartal hat der Marketplace-Lender nach eigenen Angaben profitabel gearbeitet, gut möglich, dass das Düsseldorfer Fintech in diesem Jahr auch erstmals auf 12-Monats-Basis schwarze Zahlen ausweist
5.) Schwarz wie der Tag

… dürften allen Jubelmeldungen zum Trotz weiterhin die meisten deutschen Fintechs sein (was per se ja aber gar nicht schlimm ist). Das gilt entgegen anders lautender Meldungen unserer Ansicht nach auch für …

  • N26: Die Berliner Smartphone-Bank verbrennt zwar erstaunlich wenig Kapital – allerdings verbrennt sie natürlich trotzdem welches (wobei wir davon ausgehen, dass die Verluste 2017 höher waren als die für 2016 ausgewiesenen 14,7 Mio. Euro). Warum vergangene Woche trotzdem überall zu lesen war, N26 sei jetzt schwarz? Weil die „dpa“ eine Aussage von Gründer Valentin Stalf sehr steil interpretiert und praktisch alle Medien die Interpretation 1:1 übernommen hatten. Das Statement lautete: „Heute verdienen wir mit jedem Kunden Geld“ (was etwas anderes ist als „Wir schreiben schwarze Zahlen)
  • Smava: „Wir sind profitabel“, erklärte der Chef des Kredit-Vergleichsportals, Alexander Artopé, im September im „Handelsblatt“. Einen Beleg für diese Aussage blieb er gegenüber „Finanz-Szene.de“ schuldig, auch bei der Definition, was er mit „Profitabilität“ genau gemeint hat (bzw.: um welchen Zeitraum es womöglich ging), blieb Artopé vage. Trotzdem: Daran, dass die Berliner wachsen, gibt es eigentliche leine Zweifel, und auch die Marketingausgaben scheint Smava im Griff zu haben. Nicht auszuschließen, dass der Vergleichs-Spezialist seine Behauptungen demnächst auch mal mit nachprüfbaren Zahlen unterfüttert.

*Anmerkung: Mangels Zeit haben wir nicht alle deutschen Payment-Fintechs, bei denen wir schwarze Zahlen vermuten, auch tatsächlich überprüft. Falls Sie es selber tun wollen: Auf unserer „Verdachtsliste“ standen u.a. noch Payone (gehört inzwischen den Sparkassen), Pay.On (gehört inzwischen zu ACI Worldwide) und Sofortüberweisung (gehört inzwischen zu Klarna).

*Und gleich noch eine Anmerkung: Auch der jüngste Podcast des „Paymentandbanking“-Blogs befasst sich mit dem Thema „Schwarze Fintechs“. Wenn Sie noch nicht genug haben, hier der Link: PAB 

02/03/18: Bankensterben in Zahlen, Ist die Coba die bessere Sparkasse?, LBBW glänzt

Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich?

… und noch eine Frage: Einmal angenommen, die aktuelle Sterberate ließe sich bis 2030 fortschreiben, gäbe es in Deutschland dann wirklich nur noch 150 bis 300 Banken, wie die Consultants von Oliver Wyman neulich behauptet haben? Wer heute Früh die „SZ“, die frischesten Barkow-Zahlen und einen CAGR-tauglichen Taschenrechner in die Hand nimmt, der kommt zu folgenden Antworten: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Banken um hochgerechnet 4,7 Prozent auf rund 1800 zurückgegangen (warum hochgerechnet? Weil die Zahl auf „nur“ 91 Prozent des Marktes beruht). Diese 4,7 Prozent bedeuteten zwar die höchste Sterberate seit 2003, würden aber bei einer entsprechenden Fortschreibung trotzdem nicht einmal annähernd ausreichen, um auf die Zahlen von Wyman zu kommen. Sondern: Man würde bei rund 960 Banken landen. Wollte man bei 300 Banken landen, dann müsste man stattdessen von einer Sterberate von rund 13 Prozent ausgehen. Und um auf 150 zu kommen, wären es sogar rund 17,5 Prozent. Nun sei hinzugefügt: Der Ausgangswert von Wyman (1600 Banken) ist, warum auch immer, nicht der der Bundesbank (rund 1900 Banken per Ende 2016). Und: Wyman geht – was per se nicht unplausibel ist – von einer „Beschleunigung des Prozesses“ aus. Diese Beschleunigung müsste dann aber i.d.T. seeehr kräftig sein.

Süddeutsche, Barkow Consulting, CAGR-tauglicher Taschenrechner

News

Wie sich die Commerzbank regional als bessere Sparkasse positionieren will … zeigt das Beispiel Stuttgart, wo die Coba 2017 in der Baufinanzierung um 20 Prozent gewachsen ist und im KMU-Bereich mit Kampfkonditionen wirbt. Stuttgarter Zeitung

Ösi-Hedge-Fonds legt nach gegen die Comdirect: Seit dem ersten Brandbrief im vergangenen September sei bei der Tochter nichts passiert, wettert der aktivistische Investor „Petrus Advisers“ in einem Schreiben an Commerzbank-Chef Zielke. „Sie haben unseren Brief sowie die von uns öffentlich bereitgestellten Unterlagen zu den nicht genutzten Potenzialen bei Comdirect ignoriert. Ihr Comdirect-Management-Team brüstet sich mit Erfolgen, die es nicht gibt.“ Handelsblatt (Paywall)

Die großen Beratungshäuser bauen ihre deutschen Banking-Teams wegen des Brexits deutlich aus: Neben den „Big Four“ – also PwC, EY, Deloitte und KPMG – werden auch die klassischen Strategie-Consultants in den nächsten Jahren stark auf das Thema Brexit-Beratung setzen, schreibt das Finance-Magazin.

Frohe Botschaft für die HSH: Moody’s prüft, die Landesbank, die demnächst keine Landesbank mehr ist, heraufzustufen. Begründung: Durch den Verkauf könne sich das Finanzprofil womöglich deutlich verbessern, unter anderem, weil die Ratingagentur davon ausgeht, dass die neuen Eigner die Risiken deutlich abbauen werden. (Falls Sie sich fragen, wo das Rating im Moment steht: Baa3. Also so gerade noch Investmentgrad) Handelsblatt

Und nun noch der Wetterbericht für Süddeutschland: Während das Vorsteuerergebnis der Münchner PBB im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel gesunken ist (auch weil es 2016 einen satten Sonderertrag gegeben hatte), hat sich der Vorsteuergewinn der Stuttgarter LBBW mehr als verdreifacht (auch weil es 2016 Sonderabschreibungen auf die SachsenLB gegeben hatte). Auffällig: Das Kapitalmarktgeschäft trug bei der LBBW satte 194 Mio. Euro zum Ergebnis bei. Vielleicht ein Vorbild für die ein oder andere Bank im Verbreitungsgebiet Hessen? dpa/HB (PBB), Handelsblatt (LBBW), Börsen-Zeitung (LBBW), Finance-Magazin (mit einem kritischen Blick auf das Firmenkundengeschäft der LBBW)

Beyond.de

Credit Suisse und ING Groep feiern sich für geglückte Blockchain-Transaktion: Die beiden Großbanken haben auf Basis der „Distributed Ledger Technologie“ Staatsanleihen  im Wert von 25 Mio. Euro hin- und hergeschoben. Die CS nennt das Experiment „bahnbrechend“. Finews

Lesetipps

Warum sich nicht nur die Credit Suisse … sondern auch die LBBW als Blockchain-Innovationsführer sieht. Stuttgarter Zeitung, Börsen-Zeitung (Paywall), FAZ (Seite 20)

Die Blockchain in 20 Minuten: Der Payment-Experte Kilian Thalhammer gibt eine hilfreiche Einführung ins Thema (dankenswerterweise mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Anwendungen im Finanzbereich). Paymentandbanking

Die Blockchain an einem Tag: Wer etwas mehr Zeit mitbringt und Zugang zum Research von Berenberg hat (oder jemanden kennt, der Zugang zum Research von Berenberg hat und es mit Copyright-Disclaimern nicht ganz so genau nimmt) …, den wollen wir auf die dieser Tage an ausgewählte Berenberg-Kunden verschickte 75-Seiten-Studie „Blockchain: challenging long power, short payments“ aufmerksam machen.

Kann es sein, dass McKinsey noch gar nicht begonnen hat, seine gestern ins Netz gestellte Fintech-Studie im deutschsprachigen Raum zu vermarkten? Na, dann übernehmen wir das mal. Es geht, kurz gesagt, um den Nutzen von neuer Finanztechnologie in der Kapitalmarkt-Infrastruktur. Wenn das ein Thema ist, von dem Ihr Chef meint, Sie müssten sich damit auskennen … voilà: McKinsey (PDF)

„Wir müssen Ähnliches bieten können wie Google“: Wie Postbank-Chef Frank Strauß sein Institut auf den Kampf mit den Tech-Giganten vorbereitet. Handelsblatt (Paywall)

Und wenn Sie dem inneren Nerd auch an diesem Wochenende wieder nachgeben wollen, … dann haben wir (wie immer freitags und wie immer frisch gebügelt) auch heute wieder die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs für Sie. DZ Bank

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück, wie die höheren Kontogebühren die Bilanzen der deutschen Retailbanken retten. Finanz-Szene.de

02/03/18: Bankensterben in Zahlen, Fintech-Studie von McKinsey, Blockchain-Coup

Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich?

… und noch eine Frage: Einmal angenommen, die aktuelle Sterberate ließe sich bis 2030 fortschreiben, gäbe es in Deutschland dann wirklich nur noch 150 bis 300 Banken, wie die Consultants von Oliver Wyman neulich behauptet haben? Wer heute Früh die „SZ“, die frischesten Barkow-Zahlen und einen CAGR-tauglichen Taschenrechner in die Hand nimmt, der kommt zu folgenden Antworten: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Banken um hochgerechnet 4,7 Prozent auf rund 1800 zurückgegangen (warum hochgerechnet? Weil die Zahl auf „nur“ 91 Prozent des Marktes beruht). Diese 4,7 Prozent bedeuteten zwar die höchste Sterberate seit 2003, würden aber bei einer entsprechenden Fortschreibung trotzdem nicht einmal annähernd ausreichen, um auf die Zahlen von Wyman zu kommen. Sondern: Man würde bei rund 960 Banken landen. Wollte man bei 300 Banken landen, dann müsste man stattdessen von einer Sterberate von rund 13 Prozent ausgehen. Und um auf 150 zu kommen, wären es sogar rund 17,5 Prozent. Nun sei hinzugefügt: Der Ausgangswert von Wyman (1600 Banken) ist, warum auch immer, nicht der der Bundesbank (rund 1900 Banken per Ende 2016). Und: Wyman geht – was per se nicht unplausibel ist – von einer „Beschleunigung des Prozesses“ aus. Diese Beschleunigung müsste dann aber i.d.T. seeehr kräftig sein.

Süddeutsche, Barkow Consulting, CAGR-tauglicher Taschenrechner

News

Das hat man davon, wenn man einen kleinen Fintech-Scoop wochenlang in der Ablage versauern lässt … Irgendwann kommt einem die Konkurrenz (in diesem Fall ein Branchenportal namens „Der Neue Finanzberater“) mit der News zuvor. Worum es geht? Der Frankfurter Robo-Advisor Vaamo stellt seine „Ahorn“-Plattform ein. Diese war eigentlich als Kooperationsbasis für das Geschäft mit Finanzberatern gedacht. Fondsprofessionell

Ach, unsere kleinen Fintechs werden so schnell groß: Die Niiio Finance AG (Niiio mit drei „i“) und Fincompare sind jetzt sogar Mitglied im BdB. Irgendwann wird die Frage sein, welches Finanz-Startups eigentlich noch nicht im Bankenverband ist. Pressemitteilung

Wie sich die Commerzbank regional als bessere Sparkasse positionieren will … zeigt das Beispiel Stuttgart, wo die Coba 2017 in der Baufinanzierung um 20 Prozent gewachsen ist und im KMU-Bereich mit Kampfkonditionen wirbt. Stuttgarter Zeitung

Die großen Beratungshäuser bauen ihre deutschen Banking-Teams wegen des Brexits deutlich aus: Neben den „Big Four“ – also PwC, EY, Deloitte und KPMG – werden auch die klassischen Strategie-Consultants in den nächsten Jahren stark auf das Thema Brexit-Beratung setzen, schreibt das Finance-Magazin.

Und nun noch der Wetterbericht für Süddeutschland: Während das Vorsteuerergebnis der Münchner PBB im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel gesunken ist (auch weil es 2016 einen satten Sonderertrag gegeben hatte), hat sich der Vorsteuergewinn der Stuttgarter LBBW mehr als verdreifacht (auch weil es 2016 Sonderabschreibungen auf die SachsenLB gegeben hatte). dpa/HB (PBB), Handelsblatt (LBBW), Börsen-Zeitung (LBBW), Finance-Magazin (mit einem kritischen Blick auf das Firmenkundengeschäft der LBBW)

Beyond.de

Credit Suisse und ING Groep feiern sich für geglückte Blockchain-Transaktion: Die beiden Großbanken haben auf Basis der „Distributed Ledger Technologie“ Staatsanleihen  im Wert von 25 Mio. Euro hin- und hergeschoben. Die CS nennt das Experiment „bahnbrechend“. Finews

Lesetipps

Warum sich nicht nur die Credit Suisse … sondern auch die LBBW als Blockchain-Innovationsführer sieht. Stuttgarter Zeitung, Börsen-Zeitung (Paywall), FAZ (Seite 20)

Die Blockchain in 20 Minuten: Der Payment-Experte Kilian Thalhammer gibt eine hilfreiche Einführung ins Thema (dankenswerterweise mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen und Anwendungen im Finanzbereich). Paymentandbanking

Die Blockchain an einem Tag: Wer etwas mehr Zeit mitbringt und Zugang zum Research von Berenberg hat (oder jemanden kennt, der Zugang zum Research von Berenberg hat und es mit Copyright-Disclaimern nicht ganz so genau nimmt) …, den wollen wir auf die dieser Tage an ausgewählte Berenberg-Kunden verschickte 75-Seiten-Studie „Blockchain: challenging long power, short payments“ aufmerksam machen.

Kann es sein, dass McKinsey noch gar nicht begonnen hat, seine gestern ins Netz gestellte Fintech-Studie im deutschsprachigen Raum zu vermarkten? Na, dann übernehmen wir das mal. Es geht, kurz gesagt, um den Nutzen von neuer Finanztechnologie in der Kapitalmarkt-Infrastruktur. Wenn das ein Thema ist, von dem Ihr Chef meint, Sie müssten sich damit auskennen … voilà: McKinsey (PDF)

„Wir müssen Ähnliches bieten können wie Google“: Wie Postbank-Chef Frank Strauß sein Institut auf den Kampf mit den Tech-Giganten vorbereitet. Handelsblatt (Paywall)

Und wenn Sie dem inneren Nerd auch an diesem Wochenende wieder nachgeben wollen, … dann haben wir (wie immer freitags und wie immer frisch gebügelt) auch heute wieder die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs für Sie. DZ Bank

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück, wie die höheren Kontogebühren die Bilanzen der deutschen Retailbanken retten. Finanz-Szene.de

Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich?

Von Heinz-Roger Dohms

Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich? Und einmal angenommen, die aktuelle Sterberate ließe sich bis 2030 fortschreiben, gäbe es in Deutschland dann wirklich nur noch 150 bis 300 Banken, wie die Consultants von Oliver Wyman neulich behauptet haben?

Wer heute Früh die „SZ“, die frischesten Barkow-Zahlen und einen CAGR-tauglichen Taschenrechner in die Hand nimmt, der kommt zu folgenden Antworten: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Banken um hochgerechnet 4,7 Prozent auf rund 1800 zurückgegangen (warum hochgerechnet? Weil die Zahl auf „nur“ 91 Prozent des Marktes beruht). Diese 4,7 Prozent bedeuteten zwar die höchste Sterberate seit 2003, würden aber bei einer entsprechenden Fortschreibung trotzdem nicht einmal annähernd ausreichen, um auf die Zahlen von Wyman zu kommen. Sondern: Man würde bei rund 960 Banken landen. Wollte man bei 300 Banken landen, dann müsste man stattdessen von einer Sterberate von rund 13 Prozent ausgehen. Und um auf 150 zu kommen, wären es sogar rund 17,5 Prozent.

Nun sei hinzugefügt: Der Ausgangswert von Wyman (1600 Banken) ist, warum auch immer, nicht der der Bundesbank (rund 1900 Banken per Ende 2016). Und: Wyman geht – was per se nicht unplausibel ist – von einer „Beschleunigung des Prozesses“ aus. Diese Beschleunigung müsste dann aber i.d.T. seeehr kräftig sein.

01/03/18: Gebühren-Keule rettet Bankbilanzen, HSH-Schwerpunkt, Deutsche Bank/Kushner

Exklusiv: Gebühren-Keule hat den Retailbanken 2017 mehr als 1 Mrd. Euro Zusatzertrag beschert

Die fast flächendeckende Erhöhung der Kontogebühren hat den Sparkassen und Volksbanken die größte Steigerung des Provisionsergebnisses seit mehr als zehn Jahren beschert. Das zeigen Berechnungen von Barkow Consulting, die „Finanz-Szene.de“ gestern exklusiv vorlagen. Wie der Datenspezialist auf Basis der 2017er-Zahlen von mehr als 500 Ortsbanken ermittelt hat, stieg der Provisionsüberschuss im Schnitt um 7,1 Prozent; das größte Plus verbuchte dabei mit 31 Prozent die Mittelbrandenburgische Sparkasse. Hochgerechnet auf sämtliche Sparkassen und Genobanken liegt der Zusatzertrag laut Barkow bei mehr als 800 Mio. Euro; bezieht man die übrigen Retailbanken in die Kalkulation mit ein, dürfte sich der Zuwachs sogar auf mehr als eine Mrd. Euro belaufen. Bemerkenswert: Trotz Gebühren-Keule halten die allermeisten Kunden ihrer Hausbank offenbar weiterhin die Treue. Warum, das erfahren Sie in unserer großen Analyse – und dort erfahren Sie auch, ob sich der 2017er-Trend in diesem Jahr fortsetzen wird:

Finanz-Szene.de

Schwerpunkt HSH Nordbank

Der Verkauf der HSH Nordbank ist beschlossene Sache. Wie gestern offiziell verkündet wurde, soll ein Konsortium um die Finanzinvestoren Cerberus und Flowers für rund 1 Mrd. Euro knapp 95 Prozent der Anteile erhalten (den Rest hielt Flowers eh schon). Hier die wichtigsten Links:

  • Wer sind die Investoren neben Cerberus und Flowers? Reuters
  • Warum jetzt vor allem in Kiel viele Jobs auf dem Spiel stehen (und nicht so sehr in Hamburg): Wirtschaftswoche, efinancialcareers
  • „Ohne EU-Kommission wäre es noch schlimmer gekommen“, kommentiert Tim Bartz. Spiegel-Online
  • So teuer wird das HSH-Debakel die Steuerzahler im Norden letzllich kommen. Manager Magazin

News

Bei der Aareal Bank bröckelt der Gewinn: Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer hat 2017 ein Betriebsergebnis von 328 Mio. Euro erwirtschaftet. Das ist weniger als im Jahr zuvor (360 Mio. Euro) und sogar deutlich weniger als im Rekordjahr 2015 (470 Mio. Euro). Und für dieses Jahr? Rechnet der Vorstand, weil die Zinsen so sind, wie sie sind, nur mehr mit 260 bis 300 Mio. Euro. Trotzdem steigt die Dividende: Reuters/HB

Bei der Commerzbank geht der Verkauf der ETF-Sparte in die entscheidende Phase: Laut „Bloomberg“ haben zwei Interessenten ein Gebot abgegeben, nämlich Goldman Sachs und die Société Générale. Bloomberg

Die Deutsche Bank latzt die nächste Viertelmilliarde: Es geht mal wieder um den Libor, geklagt hatten diverse  Hedge-Fonds, die zu zahlende Summe beläuft sich auf exakt 240 Mio. Dollar – und unser Lieblingssatz in der betreffen Reuters-Meldung lautet auch diesmal wieder: „Laut den (Gerichts-)Unterlagen wies die Deutsche Bank jegliches Fehlverhalten zurück.“ Wie tröstlich. Reuters

Zudem soll das größte deutsche Geldhaus Auskunft über seine Geschäfts-Beziehungen zu Trump-Schwiegersohn Kushner geben: Das fordert laut „Bloomberg“ und „FT“ (Paywall) die New Yorker Bankenaufsicht.

Klarna steigert Umsatz in der DACH-Region um 47 Prozent: Damit ist der schwedische Payment-Riese (der hierzulande durch die Übernahme von Sofortüberweisung und Billpay für Aufsehen sorgte) im deutschsprachigen Raum sogar etwas stärker gewachsen als insgesamt. Mutmaßung: Das dürfte mit Billpay zusammenhängen. Pressemitteilung

Wie ist jetzt eigentlich nochmal die Zins-Schlacht ausgegangen? Mit einem vorläufigen Waffenstillstand. Gestern Abend boten sowohl Smava als auch Check24 weiterhin einen 1000-Kredit zu minus fünf Prozent an.

Linktipps

Im Twitter-Feed von André Bajorat sind wir auf einen Link zur mutmaßlich voluminösesten Fintech-Grafik aller Zeiten gestoßen. ipfconline.fr

Wie der Baugeldvermittler Hypoport (bzw. dessen Vertriebsgesellschaft Starpool Finanz) das Hypothekengeschäft per elektronischer Akte noch stärker digitalisieren will,  erklärt Geschäftsführer Christian Niemand. IT-Finanzmagazin

Nicht, dass wir uns genötigt sähen, hier jeden Tag ein B2B-Fintech vorzustellen … aber wonach der Leser lechzt, das kriegt er. Also, heute, die Firma Qplix (die irgendwas mit IT-Plattformen für Family Offices macht). Handelsblatt

Die Gerüchte um einen Verkauf des (auch in Deutschland sehr umtriebigen) Schweizer IT-Dienstleister Crealogix … und was die Hauptaktionäre dazu sagen. Finews

Klickfavorit

… war gestern der Gastbeitrag von Guido Versondert und Michael Dawson-Kropf zur HSH Nordbank. Finanz-Szene.de

01/03/18: Große Fintech-Grafik, Gebühren-Keule rettet Bankbilanzen, Hypoport, Qplix

Exklusiv: Gebühren-Keule hat den Retailbanken 2017 mehr als 1 Mrd. Euro Zusatzertrag beschert

Die fast flächendeckende Erhöhung der Kontogebühren hat den Sparkassen und Volksbanken die größte Steigerung des Provisionsergebnisses seit mehr als zehn Jahren beschert. Das zeigen Berechnungen von Barkow Consulting, die „Finanz-Szene.de“ gestern exklusiv vorlagen. Wie der Datenspezialist auf Basis der 2017er-Zahlen von mehr als 500 Ortsbanken ermittelt hat, stieg der Provisionsüberschuss im Schnitt um 7,1 Prozent; das größte Plus verbuchte dabei mit 31 Prozent die Mittelbrandenburgische Sparkasse. Hochgerechnet auf sämtliche Sparkassen und Genobanken liegt der Zusatzertrag laut Barkow bei mehr als 800 Mio. Euro; bezieht man die übrigen Retailbanken in die Kalkulation mit ein, dürfte sich der Zuwachs sogar auf mehr als eine Mrd. Euro belaufen. Bemerkenswert: Trotz Gebühren-Keule halten die allermeisten Kunden ihrer Hausbank offenbar weiterhin die Treue. Warum, das erfahren Sie in unserer großen Analyse – und dort erfahren Sie auch, ob sich der 2017er-Trend in diesem Jahr fortsetzen wird:

Finanz-Szene.de

News

Klarna steigert Umsatz in der DACH-Region um 47 Prozent: Damit ist der schwedische Payment-Riese (der hierzulande durch die Übernahme von Sofortüberweisung und Billpay für Aufsehen sorgte) im deutschsprachigen Raum sogar etwas stärker gewachsen als insgesamt. Mutmaßung: Das dürfte mit Billpay zusammenhängen. Pressemitteilung

Wie ist jetzt eigentlich nochmal die Zins-Schlacht ausgegangen? Mit einem vorläufigen Waffenstillstand. Gestern Abend boten sowohl Smava als auch Check24 weiterhin einen 1000-Kredit zu minus fünf Prozent an.

Bei der Aareal Bank bröckelt der Gewinn: Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer hat 2017 ein Betriebsergebnis von 328 Mio. Euro erwirtschaftet. Das ist weniger als im Jahr zuvor (360 Mio. Euro) und sogar deutlich weniger als im Rekordjahr 2015 (470 Mio. Euro). Und für dieses Jahr? Rechnet der Vorstand, weil die Zinsen so sind, wie sie sind, nur mehr mit 260 bis 300 Mio. Euro. Trotzdem steigt die Dividende: Reuters/HB

Bei der Commerzbank geht der Verkauf der ETF-Sparte in die entscheidende Phase: Laut „Bloomberg“ haben zwei Interessenten ein Gebot abgegeben, nämlich Goldman Sachs und die Société Générale. Bloomberg

Die Deutsche Bank latzt die nächste Viertelmilliarde: Es geht mal wieder um den Libor, geklagt hatten diverse  Hedge-Fonds, die zu zahlende Summe beläuft sich auf exakt 240 Mio. Dollar – und unser Lieblingssatz in der betreffen Reuters-Meldung lautet auch diesmal wieder: „Laut den (Gerichts-)Unterlagen wies die Deutsche Bank jegliches Fehlverhalten zurück.“ Wie tröstlich. Reuters

Zudem soll das größte deutsche Geldhaus Auskunft über seine Geschäfts-Beziehungen zu Trump-Schwiegersohn Kushner geben: Das fordert laut „Bloomberg“ und „FT“ (Paywall) die New Yorker Bankenaufsicht.

Linktipps

Im Twitter-Feed von André Bajorat sind wir auf einen Link zur mutmaßlich voluminösesten Fintech-Grafik aller Zeiten gestoßen. ipfconline.fr

Wie der Baugeldvermittler Hypoport (bzw. dessen Vertriebsgesellschaft Starpool Finanz) das Hypothekengeschäft per elektronischer Akte noch stärker digitalisieren will,  erklärt Geschäftsführer Christian Niemand. IT-Finanzmagazin

Nicht, dass wir uns genötigt sähen, hier jeden Tag ein B2B-Fintech vorzustellen … aber wonach der Leser lechzt, das kriegt er. Also, heute, die Firma Qplix (die irgendwas mit IT-Plattformen für Family Offices macht). Handelsblatt

Die Gerüchte um einen Verkauf des (auch in Deutschland sehr umtriebigen) Schweizer IT-Dienstleister Crealogix … und was die Hauptaktionäre dazu sagen. Finews

Schwerpunkt HSH Nordbank

Der Verkauf der HSH Nordbank ist beschlossene Sache. Wie gestern offiziell verkündet wurde, soll ein Konsortium um die Finanzinvestoren Cerberus und Flowers für rund 1 Mrd. Euro knapp 95 Prozent der Anteile erhalten (den Rest hielt Flowers eh schon). Hier die wichtigsten Links:

  • Wer sind die Investoren neben Cerberus und Flowers? Reuters
  • Warum jetzt vor allem in Kiel viele Jobs auf dem Spiel stehen (und nicht so sehr in Hamburg): Wirtschaftswoche, efinancialcareers
  • „Ohne EU-Kommission wäre es noch schlimmer gekommen“, kommentiert Tim Bartz. Spiegel-Online
  • So teuer wird das HSH-Debakel die Steuerzahler im Norden letzllich kommen. Manager Magazin

Klickfavorit

… war gestern der Gastbeitrag von Guido Versondert und Michael Dawson-Kropf zur HSH Nordbank. Finanz-Szene.de