Exklusiv: Schon jetzt kommen mehr als 50% der Scalable-(Bestands!!!-)Kunden von der ING Diba

Von Heinz-Roger Dohms

Dass Scalable Capital (also Deutschlands größter Robo-Advisor) schon mehr als 20.000 Kunden hat, wird Eingeweihte nicht überraschen – schließlich wurde die Zahl vor ein paar Wochen mal öffentlich kommuniziert. Was aber nie kommuniziert wurde: Wie viele dieser Kunden kommen von Scalables prominentem Kooperationspartner, der ING Diba?

Nun, wir wollen kein Rätsel draus machen, sondern sagen es Ihnen einfach. Es waren, als die 20.000 kommuniziert wurden, rund 10.000, sagen unsere Quellen. Und jetzt sind es, wenn man die beiden Dynamiken einfach fortschreibt, merklich mehr als 10.000 von merklich mehr als 20.000. Und das, obwohl Scalable ja 2015 gegründet wurde, die ING Diba aber erst Mitte September 2017 ins Boot stieg.

Was folgt daraus? 1.) Manche Fintech-Produkte sind tatsächlich massentauglich. 2.) Um den Massenmarkt schon heute und nicht erst in Zukunft zu erreichen, braucht es aber tendenziell die Vertriebskraft bzw. die Kundenbasis einer Bank. 3.) Die Bank muss die Sache pushen anstatt zwar lauthals „Kooperation“ zu rufen, den Kooperationspartner dann aber lediglich klein links unten auf der vierten Unterseite der eigenen Homepage zu integrieren.

Mehr zum Thema in unserem üppigen Archiv

Wie die PR-Strategen der Deutschen Bank den neuen CEO positionierten

Von Heinz-Roger Dohms

Kennen Sie Christian Sewing, den neuen Chef der Deutschen Bank? Nein? Kein Problem. Denn um den Manager zu beschreiben, reicht offenbar ein einziges Wort: bodenständig. Eine Dokumentation von Finanz-Szene.de

„Sewing dagegen ist beides: Bodenständig, schon durch seine Herkunft, aber zugleich freundlich und offen“ (Spiegel online, 9. April)
„Bodenständiger Westfale mit Fingerspitzengefühl“ (Deutschlandfunk, 9. April)
„Der neue Chef der Deutschen Bank ist ein bodenständiger Manager, der auf einmal Angriffslust verkörpern soll“ (Zeit, 11. April)
„Bodenständigkeit soll den Erfolg bringen“ (Süddeutsche Zeitung, 10. April)
„Vor dem bodenständigen Westfalen steht eine …“ (ARD, 9. April)
„Er ist bodenständig, hat dennoch eine internationale Karriere hinter sich“ (Handelsblatt, 8. April)
„Geboren und aufgewachsen in einer deutschen Kleinstadt – das wirkt wohltuend bodenständig“ (SWR, 9. April)
„Der als bodenständig geltende Christian Sewing aus Westfalen ist sozusagen ein Eigengewächs“ (ZDF, 9. April)
„Vor dem bodenständigen Westfalen steht eine Herkulesaufgabe“ (SRF, Schweiz, 9. April)
„Der Weg nach oben führte den als bodenständig und kühl beschriebenen Banker …“ (Standard, Österreich. 9. April
„Nach dem indischstämmigen Investmentbanker Anshu Jain und anschließend dem britischen Sanierer John Cryan soll nun der bodenständige Ostwestfale …“ (Neue Westfälische, 9. April)
„Von Beobachtern wird er als bodenständig und durchsetzungsfähig beschrieben“ (NZZ, Schweiz, 10. April)
„Er gilt als nahbar, debattenfähig und bodenständig“ (Berliner Zeitung, 10. April)
„Stephan Szukalski, Chef der Bankengewerkschaft DBV, lobt den Manager als ‚bodenständigen, zuverlässigen jungen Mann'“ (Handelsblatt, 10. April)
„Zumindest gilt Sewing nicht als Hasardeur, sondern eher als bodenständiger Kosmopolit“ (NOZ, 8. April)

12/04/18: Fintechs bleiben börsenabstinent, Fast Follower, Finleap, Deutsche-Bank-PR

Steckt hinter dem großen Revirement bei Concardis vielleicht eine kleine Botschaft?

Liebe LeserInnen, nach drei Tagen voller krachender Neuigkeiten steht die heutige Ausgabe angesichts dramatischer Nachrichten-Armut unter dem Motto „Nischen, Nerds & Non-Events“. Das beginnt schon damit, dass wir uns für eine Aufmacher-News entschieden haben, die scheinbar gar nicht neu ist, nämlich: Der Ex-CEO der Internetfirma 1&1, Robert Hoffmann, wird Chef des Payment-Konglomerats Concardis (das hatten wir im März bereits gescooped). Doch aufgepasst, das Interessante liegt im Detail, denn: Der bisherige Concardis-CEO Marcus Mosen bleibt dem Unternehmen, anders als geplant, nun doch nicht operativ erhalten, sondern zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Warum, wissen wir zwar nicht, allerdings haben wir eine Vermutung im Angebot: Mosen, der in den vergangenen Jahren erkennbar Freude an seiner Rolle als Concardis-Buy-and-Build-Mann gefunden hatte, hätte seinem Neo-Konglomerat dem Vernehmen nach auch gern noch die zum Verkauf stehende Payment-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX hinzugefügt. Könnte Mosens Rückzug bedeuten, dass die Concardis-Eigner, also die beiden US-Finanzinvestoren Bain und Advent, aus dem Bieterverfahren ausgeschieden sind? Wir haben gestern überall freundlich nachgefragt. Kein Kommentar.

Finextra (News)Archiv (unsere große Concardis-Story von neulich)

News

Geben Sie doch mal bitte die Begriffe „Sewing“ und „bodenständig“ bei Google ein …, dann werden Sie feststellen, dass die PR-Abteilung der Deutschen Bank, so schwankend ihre Performance in den vergangenen Tagen auch gewesen sein mag, noch nicht alles verlernt hat. Google

Je reifer das Fintech, desto entfernter die Börse: Das scheint uns hierzulande jedenfalls das Motto zu sein. Denn während man auf der Suche nach börsennotierten deutschen Fintechs bei irgendwelchen Nagas und Niiios landet, hat nach Weltsparen-Chef Tamaz Georgadze nun auch Auxmoney-Gründer Raffael Johnen klargestellt, dass das Thema IPO keine Priorität hat. Zugegeben: Bei N26-Chef Valentin Stalf klang das neulich ein ganz klein bisschen anders. Aber vermutlich hat der junge Mann das auch nur gesagt, weil er meint, seine angelsächsischen Geldgeber würden das von ihm hören wollen (womit er freilich nicht mal so falsch liegen dürfte). Börsen-Zeitung (zu Auxmoney)

Apropos Naga: Liebe Deutsche Börse, hast Du Dir eigentlich mal den Kursverlauf der Naga AG angeschaut, eines Unternehmens, das ja nicht nur bei Dir gelistet ist, sondern mit dem Du auch noch nebenbei ein kleines Küddelchen unterhältst (Küddelchen ist Aachener Mundart und bedeutet so viel wie Joint Venture). Nein, hast Du nicht? Voilà. So sieht gelebte Aktienkultur aus. Naga-Kurs (bitte als Börse „Tradegate“ auswählen und als Zeitraum „1 Jahr“ einstellen, dann siehst Du, was wir meinen)

Imitiert die deutsche BNP jetzt die deutsche ING? Scheint so. Denn nachdem die Diba neulich den auf Firmenkunden ausgerichteten Lending-Marktplatz Lendico gekauft hat, kündigt BNP-Paribas-Deutschland-Chef Diederichs nun im FAZ-Interview an: „Wir prüfen ein digitales Angebot für kleinere Firmenkunden.“ Dazu passt, dass die Commerzbank neulich ja ebenfalls eine Online-Offensive genau für diese Zielgruppe angekündigt hatte (wobei dafür bei der Coba passenderweise der einstige Lendico-Gründer Dominik Steinkühler verantwortlich zeichnet, so klein ist die Welt). Keine Frage: Die Digitalisierung des KMU-Geschäfts ist ein, wenn nicht das große Trend-Thema dieses Jahres. Wobei der Fokus noch auf dem „K“ liegt.  Aber das „M“ wird folgen. Fondsprofessionell

Wäre mal interessant zu untersuchen, wo Finleap eigentlich mehrheitlich seine Manager herholt … eher aus der Banken-/Versicherungsbranche, eher aus der Consulting-Szene oder eher aus dem E-Commerce-Umfeld? Wobei, soooooo interessant ist es vielleicht auch wieder nicht. Wie wir drauf kommen? Element hat jetzt einen CEO. Hier erfahren Sie, wer er ist, und vor allem auch, woher er kommt. Versicherungsbote, Versicherungsmonitor (Paywall)

Linktipps

Nicht die Fintechs werden den Markt erobern, sondern die Fast Follower: So sieht das jedenfalls der Consultant Oevermann, und plausibel scheint uns der Gedanke allemal (dagegen würden wir seiner Behauptung, es gebe in Sachen profitable Fintechs keine Tendenz zum Trendwechsel, in dieser Absolutheit sachte widersprechen). IT-Finanzmagazin

Wie die P2P-Payment-Allianz zwischen Sparkassen und Genossen allmählich Fahrt aufnimmt…, zeichnet das IT-Finanzmagazin nach.

Emotionale Mehrwerte öffnen im Bankgeschäft den Weg zu höheren Margen, behauptet der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann – was sein Artikel dann zwar nicht wirklich belegt, uns aber trotzdem schlüssig erscheint, wenn man bedenkt, welche Hammergebühren die ökologisch durchhauchte GLS Bank ihren Kunden letztes Jahr auferlegen durfte, ohne dass eine Massenflucht eingesetzt hätte. Der Bank-Blog (Forthmann), Archiv (alter Newsletter mit Meldung zur GLS)

Und da unsere Abo-Kündigungs-Quote unter den Bitcoin-Bewegten ohnehin schon bei 96,2 Prozent liegt …, verlinken wir jetzt auch noch auf ein Stück zur einer Barclays-Studie. These: Mit dem Bitcoin verhält es sich wie mit einer Grippewelle. Bloomberg, Manager Magazin

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück über die Fintech-Filiale. Finanz-Szene

12/04/18: Deutsche-Bank-PR, Digitalwelle im KMU-Geschäft, Sparkassen-Geno-Allianz

Steckt hinter dem großen Revirement bei Concardis vielleicht eine kleine Botschaft?

Liebe LeserInnen, nach drei Tagen voller krachender Neuigkeiten steht die heutige Ausgabe angesichts dramatischer Nachrichten-Armut unter dem Motto „Nischen, Nerds & Non-Events“. Das beginnt schon damit, dass wir uns für eine Aufmacher-News entschieden haben, die scheinbar gar nicht neu ist, nämlich: Der Ex-CEO der Internetfirma 1&1, Robert Hoffmann, wird Chef des Payment-Konglomerats Concardis (das hatten wir im März bereits gescooped). Doch aufgepasst, das Interessante liegt im Detail, denn: Der bisherige Concardis-CEO Marcus Mosen bleibt dem Unternehmen, anders als geplant, nun doch nicht operativ erhalten, sondern zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Warum, wissen wir zwar nicht, allerdings haben wir eine Vermutung im Angebot: Mosen, der in den vergangenen Jahren erkennbar Freude an seiner Rolle als Concardis-Buy-and-Build-Mann gefunden hatte, hätte seinem Neo-Konglomerat dem Vernehmen nach auch gern noch die zum Verkauf stehende Payment-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX hinzugefügt. Könnte Mosens Rückzug bedeuten, dass die Concardis-Eigner, also die beiden US-Finanzinvestoren Bain und Advent, aus dem Bieterverfahren ausgeschieden sind? Wir haben gestern überall freundlich nachgefragt. Kein Kommentar.

Finextra (News)Archiv (unsere große Concardis-Story von neulich)

News

Geben Sie doch mal bitte die Begriffe „Sewing“ und „bodenständig“ bei Google ein …, dann werden Sie feststellen, dass die PR-Abteilung der Deutschen Bank, so schwankend ihre Performance in den vergangenen Tagen auch gewesen sein mag, noch nicht alles verlernt hat. Google

Imitiert die deutsche BNP jetzt die deutsche ING? Scheint so. Denn nachdem die Diba neulich den auf Firmenkunden ausgerichteten Lending-Marktplatz Lendico gekauft hat, kündigt BNP-Paribas-Deutschland-Chef Diederichs nun im FAZ-Interview an: „Wir prüfen ein digitales Angebot für kleinere Firmenkunden.“ Dazu passt, dass die Commerzbank neulich ja ebenfalls eine Online-Offensive genau für diese Zielgruppe angekündigt hatte (wobei dafür bei der Coba passenderweise der einstige Lendico-Gründer Dominik Steinkühler verantwortlich zeichnet, so klein ist die Welt). Keine Frage: Die Digitalisierung des KMU-Geschäfts ist ein, wenn nicht das große Trend-Thema dieses Jahres. Wobei der Fokus noch auf dem „K“ liegt.  Aber das „M“ wird folgen. Fondsprofessionell

Ach ja, der gute Herr Diederichs hat auch noch etwas anderes gesagt in dem Interview … nämlich dass Paris ihm aufgetragen habe, er solle die Erträge in diesem Jahr mal eben von 1,65 Mrd. Euro auf 2,0 Mrd. Euro steigern. Na, das wird ein Hauen und Stechen im deutschen Firmenkundengeschäft (wobei hier der Fokus natürlich in erster Linie auf dem „M“ liegt, weniger auf dem „K“).

3x die Farbe rot und 1x die Farbe blau: Wahllos zusammengewürfelt haben wir hier drei simple Nachrichten des gestrigen Tages, nämlich dass Ex-DSGV-Chef Fahrenschon der Prozess gemacht wird (muss das eigentlich sein?), dass sich der SPD-Finanzminister Scholz zur Deutschen Bank geäußert hat (oha!) und dass der neue Blaubank-Chef Sewing eine SPD-Delegation empfangen hat (oha, oha!).

Je reifer das Fintech, desto entfernter die Börse: Das scheint uns hierzulande jedenfalls das Motto zu sein. Denn während man auf der Suche nach börsennotierten deutschen Fintechs bei irgendwelchen Nagas und Niiios landet, hat nach Weltsparen-Chef Tamaz Georgadze nun auch Auxmoney-Gründer Raffael Johnen klargestellt, dass das Thema IPO keine Priorität hat. Zugegeben: Bei N26-Chef Valentin Stalf klang das neulich ein ganz klein bisschen anders. Aber vermutlich hat der junge Mann das auch nur gesagt, weil er meint, seine angelsächsischen Geldgeber würden das von ihm hören wollen (womit er freilich nicht mal so falsch liegen dürfte). Börsen-Zeitung (zu Auxmoney)

Apropos Naga: Liebe Deutsche Börse, hast Du Dir eigentlich mal den Kursverlauf der Naga AG angeschaut, eines Unternehmens, das ja nicht nur bei Dir gelistet ist, sondern mit dem Du auch noch nebenbei ein kleines Küddelchen unterhältst (Küddelchen ist Aachener Mundart und bedeutet so viel wie Joint Venture). Nein, hast Du nicht? Voilà. So sieht gelebte Aktienkultur aus. Naga-Kurs (bitte als Börse „Tradegate“ auswählen und als Zeitraum „1 Jahr“ einstellen, dann siehst Du, was wir meinen)

Linktipps

Nicht die Fintechs werden den Markt erobern, sondern die Fast Follower: So sieht das jedenfalls der Consultant Oevermann, und plausibel scheint uns der Gedanke allemal (dagegen würden wir seiner Behauptung, es gebe in Sachen profitable Fintechs keine Tendenz zum Trendwechsel, in dieser Absolutheit sachte widersprechen). IT-Finanzmagazin

Wie die P2P-Payment-Allianz zwischen Sparkassen und Genossen allmählich Fahrt aufnimmt…, zeichnet das IT-Finanzmagazin nach.

Emotionale Mehrwerte öffnen im Bankgeschäft den Weg zu höheren Margen, behauptet der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann – was sein Artikel dann zwar nicht wirklich belegt, uns aber trotzdem schlüssig erscheint, wenn man bedenkt, welche Hammergebühren die ökologisch durchhauchte GLS Bank ihren Kunden letztes Jahr auferlegen durfte, ohne dass eine Massenflucht eingesetzt hätte. Der Bank-Blog (Forthmann), Archiv (alter Newsletter mit Meldung zur GLS)

Wie die Private Equity-Branche bei der Bafin salonfähig wurde (Süddeutsche) … und wie die Finanzinvestoren vorgehen, wenn sie zur Due Diligence anrücken (ebenfalls Süddeutsche)

Ach ja, den gibt’s ja auch noch: Ein langes, langes „Zeit“-Interview mit Klaus-Peter Müller, dem Paul Achleitner der Commerzbank. Zeit

Und da unsere Abo-Kündigungs-Quote unter den Bitcoin-Bewegten ohnehin schon bei 96,2 Prozent liegt …, verlinken wir jetzt auch noch auf ein Stück zur einer Barclays-Studie. These: Mit dem Bitcoin verhält es sich wie mit einer Grippewelle. Bloomberg, Manager Magazin

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück über die Fintech-Filiale. Finanz-Szene