„So geht es nicht“ – Offener Brief deutscher Fintech-Firmen zur Savedroid-Affäre

Eine Reihe deutscher Fintech-Vertreter hat einen „Offenen Brief“ zur Savedroid-Affäre verfasst. „Finanz-Szene.de“ veröffentlicht die Stellungnahme zum Zwecke der Dokumentation (was nicht bedeutet, dass wir uns mit dem Schreiben oder den Unterzeichnern gemein machen. Oder im Fintech-Deutsch gesagt: RT ≠ Endorsement, aber natürlich auch nicht das Gegenteil):

Von André Bajorat et al.

In den letzten Jahren hat sich eine Menge im Finanzsektor getan. Wo sich anfangs die Diskussion „um Banken vs. Fintechs” spannte, die etablierten Unternehmen in Fintechs eher lästigen Wettbewerbsahen und die Fintechs den Corporates oftmals falschen Kundenzugang vorwarfen, hat sich das
Verhältnis über die Zeit größtenteils zu einem kooperativen und vertrauensvollen Miteinander entwickelt.

Heute arbeiten Fintechs mit Banken zusammen, sind teils selbst Banken, engagieren sich imBanken v erband und anderen Institutionen, stellen sich der Regulierung und plädieren auch hierfür. Dies alles war und ist nur möglich durch Vertrauen. Vertrauen der Kunden und Nutzer, der Banken,
der Verbände, des Gesetzgebers und weiteren Partnern. Vertrauen, das die Fintechs schätzen und von dem sie wissen, dass es die wichtigste Grundlage für gute Kundenbeziehungen, Partnerschaften und einen funktionierenden Finanzsektor ist.

Ohne Vertrauen ist alles nichts. Daher ist es uns völlig unverständlich  und wir sind entsetzt  , wie man Kunden, Partner, Regulatoren und die Öffentlichkeit durch PR-Aktionen in die Irre führen kann, die mit diesem Vertrauen spielen. So geht es nicht! Von so einem Vorgehen distanzieren wir uns. Die unterzeichnenden Fintechs und Partner stehen für das Wohl des Kunden, seriöse Geschäftspraktiken und jederzeitige Transparenz. Vertrauen ist unsere Geschäftsbasis, und wirwerden auch künftig hart daran arbeiten, dass dieses gerechtfertigt ist.

(Hinweis der Redaktion: Wer sich den Unterzeichnern anschließen möchte, soll sich bei André Bajorat melden, aber bittebitte nicht bei „Finanz-Szene.de“, wir haben nämlich Wochenende)

Unterzeichner:
Aboalarm – Bernd Storm
Auxmoney – Raffael Johnen
collectAI – Mirko Krauel
Cringle – Malte Klussmann, Joschka Friedag, Alexander Nehls, Konrad Maruszewski
Elinvar – Chris Bartz, Dr. Marco Neuhaus und Sebastian Böttner
figo – André M. Bajorat
FinCompare – Stephan Heller
fino – Florian Christ
Fincite – Ralf Heim
Finleap – Ramin Niroumand
Finreach – Sascha Dewald
floribus – Matthias Maehner und Marco Puhlmann
Kontist – Christopher Plantener
Lendstar – Jennifer Fizia, Florian Breunig und Christopher Kampshoff
optiopay – Marcus Börner
OWNLY – Nicholas Ziegert
Raisin – Dr. Tamaz Georgadze, Dr. Frank Freund und Michael Stephan
Ratepay – Miriam Wohlfahrt

20/04/18: Die Wutrede des Finleap-Chefs, 28-Mrd.-Panne bei der Dt. Bank, Erfolg für Berliner Immo-Fintech

„Mit dieser Aktion hat Savedroid nicht nur sich selbst, sondern allen Fintechs geschadet“

Die Fintech-Community hat gestern die Antwort auf unsere boulevardeske Schlagzeile („Liebe deutsche Fintech-Community, ist es das, wofür Ihr stehen wollt?“) gegeben – und sich von der PR-Aktion von Savedroid fast schon so brutalstmöglich distanziert, dass es einem beinah schon wieder leidtut. Wir selber erwischten den vielleicht einflussreichsten Vertreter der Fintech-Szene, nämlich Finleap-Chef Ramin Niroumand, am Telefon, als der sich gerade auf den Weg von New York nach San Francisco machte (wir vermuten: Investoren-Gespräche). Savedroid habe mit der Aktion nicht nur sich selbst, sondern allen deutschen Fintechs geschadet, meinte Niroumand. Ähnlich äußerte sich Figo-Chef André Bajorat, der gegenüber dem „Handelsblatt“ meinte, das Vertrauen, das die Branche seit Jahren aufgebaut habe, drohe durch die „egoistische Aktion“ erodiert zu werden. Und die Nachrichtenlage? Geschäftspartner von Savedroid sind „zum Teil regelrecht pissed“, wie uns zugetragen wurde (die Ausdrucksweise ist nicht unsere eigene, wir geben nur wider). Und: Die Staatsanwaltschaft interessiert sich jetzt auch für den Fall. Finanz-Szene.de (Niroumand-Protokoll), Handelsblatt (Bajorat mit Paywall), Süddeutsche (News)

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Kann ja mal passieren: Die 28-Milliarden-Euro-Panne der Deutschen Bank

Liebe LeserInnen, wundert sie eigentlich noch irgendetwas da draußen? Uns hier jedenfalls wundert nichts mehr,  auch nicht, dass die Deutsche Bank mal eben versehentlich in einer einzigen Transaktion 28 Mrd. Euro auf ein Konto der Derivate-Börse Eurex überwiesen hat, wie „Bloomberg“ berichtet. Kann ja mal passieren. Zumal: Was sind schon 28 Mrd. Euro? Ist ja nur unwesentlich mehr als die Marktkapitalisierung der Blaubank. „Es handelte sich um einen operationalen Fehler bei der Überweisung von Sicherheiten zwischen den Hauptkonten der Deutschen Bank und dem Eurex-Konto der Deutschen Bank“, erklärte ein Sprecher gegenüber „Bloomberg“. Sprich: Alles halb so wild. „Der Fehler wurde binnen Minuten identifiziert und behoben. Wir haben die Gründe für diesen Fehler gründlich geprüft und Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung zu verhindern.“ Na bitte. Ereignet haben soll sich die kleine Panne kurz vor Ostern, also in einer Zeit, in der die Deutsche Bank genügend andere Sorgen hatte, was aus unserer Sicht als zusätzlicher entlastender Umstand zu werten ist. Ein finanzieller Schaden soll nicht entstanden sein. Warum auch? Bloomberg

News

Wie gut die Deutsche Bank operational aufgestellt ist …, ist ja bekannt (siehe oben). Insofern scheint nur folgerichtig, dass das wichtigste Geldhaus des Landes offenbar überlegt, den durch das Ausscheiden von Kim Hammonds freiwerdenden IT-Vorstandsposten gar nicht mehr neu zu besetzen, sondern die Verantwortlichkeit einem anderen Vorstand zuzuschlagen und stattdessen ein IT-Chefchen unterhalb des Boards zu installieren. Frage eins: Macht die Aufsicht das mit? Frage zwei: Gibt es irgendeinen Deutsche-Bank-Vorstand, der sich mit IT auskennt? (der Diplom-Informatiker Neske ist ja nicht mehr da, oder?) Wirtschaftswoche

So, Ironie-Modus aus, jetzt wird es ernst: Das Eigenkapital der Deutschen Bank ist IFRS-9-bedingt gesunken, und zwar offenbar stärker, als die Blaubank gedacht hatte. Börsen-Zeitung (Paywall), Handelsblatt

Die Deutsche Bank bekommt einen neuen Aufsichtsrats-Vize …, und zwar vermutlich Herrn Polaschek, schreibt das Manager Magazin.

Ertragserosion bei den Sparkassen? Sollte irgendwer im öffentlich-rechtlichen Lager (oder überhaupt unter den deutschen Retailbankern) glauben, die Sache mit dem Zinsschock sei letztlich halb so wild … dann empfehlen wir die Einschätzung von Markus Schnabel, seines Zeichens Vorstandschef der Sparkasse Münsterland-Ost. Der sagt nämlich: „Unsere Zinserträge werden in den kommenden Jahren weiter und zudem schneller (!!!) als bisher sinken.“ Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall)

Deutsche Bank und Commerzbank beteiligen sich an 4-Mio.-Euro-Funding-Runde von „vermietet.de“: … was man ungestraft als Achtungserfolg für das Berliner Immobilien-Fintech werten darf, das bei der Verwaltung von Wohnungen und speziell bei der Synchronisierung von Buchhaltung und Bankkonto hilft. Wiwo

5000 bis 10.000 abzüglich Dublin, Paris, Amsterdam, Madrid etc. pp ist weniger als 10.000: Laut britischer Notenbank wird der Brexit die Londoner Finanzindustrie weniger Jobs kosten als bislang befürchtet, nämlich nur 5000 bis 10.000. Sollte das so sein, dann wird es (rein mathematisch und auch sonst) schwer mit den erhofften 10.000 Brexit-Jobs für Frankfurt. (kleine Einschränkung: Wir sind uns nicht ganz sicher, ob sich die Einschätzung der BoE auf einen kurzen oder einen langen Zeitraum bezieht, wobei, auf lange Sicht sind wir ja eh alle …). Handelsblatt

Linktipps

Mal jenseits persönlicher Grabenkämpfe und der aus unserer Sicht ein bisserl aufgebauschten „dysfunctional“-Affäre: Wie fällt eigentlich das Fazit der „Ära Hammonds“ aus, gemessen an ihrer eigenen  Zielsetzung, die Zahl der IT-Systeme innerhalb der Deutschen Bank von 45 auf vier zu reduzieren. Süddeutsche (3. Absatz)

Kleines Zugeständnis an die Grammatik-Fetischisten unter unseren Lesern: Ja, wenn wir von „ihren eigenen Zielsetzungen“ reden, dann ist das womöglich missverständlich, weil wir ja die „Zielsetzungen der Frau Hammonds“ meinen, nicht die „Zielsetzungen der Ära“. Sorry!!! Kommt nicht wieder vor.

Wer sich für die Tiefenrecherche der „Financial Times“ in Sachen Deutsche Bank und HNA interessiert … voilà (ist aber wirklich nur was für Connaisseure, wir selber sind ehrlich gesagt schon ausgestiegen bei dem Thema): FT Alphaville (anmelde-, aber nicht kostenpflichtig)

Warum Amazon womöglich doch nicht ins Bankgeschäft einsteigt … weil, in unseren eigenen Worten, das Bankgeschäft so wenig abwirft, dass es sich für Amazon gar nicht wirklich lohnt. IB Times

… dazu zumindest ein ganz klein bisschen passend ein Traktat von Fintech-Vordenker Chris Skinner, … der sich wieder einmal ausführliche Gedanken zum Thema „Open Banking“ gemacht hat, dabei aber letztlich zu dem Schluss kommt, dass die „Big Banks“ in 2025, trotz aller Veränderungen da draußen, immer noch die „Big Banks“ sein werden. The Finanser

Und für alle Leser, die es ein bisschen handfester mögen: Hier sind ein paar konkrete Anwendungs-Szenarien für die Blockchain im Bankbetrieb. Bankinghub

Und für alle Leser, denen das noch nicht genug intellektueller Input für ihr privat finanziertes Fortbildungs-Wochenende in einem nicht zu teuren Landschaftshotel im Vordertaunus ist … hier noch, wie immer freitags, die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern die Savedroid-Homepage, wobei wir nicht wissen, was passiert, wenn Sie heute nochmal auf denselben Link klicken: Savedroid.de

20/04/18: Die 28-Mrd.-Panne der Dt. Bank, Ertragsschock bei den Sparkassen?, Hammonds-Nachfolge

Kann ja mal passieren: Die 28-Milliarden-Euro-Panne der Deutschen Bank

Liebe LeserInnen, wundert sie eigentlich noch irgendetwas da draußen? Uns hier jedenfalls wundert nichts mehr,  auch nicht, dass die Deutsche Bank mal eben versehentlich in einer einzigen Transaktion 28 Mrd. Euro auf ein Konto der Derivate-Börse Eurex überwiesen hat, wie „Bloomberg“ berichtet. Kann ja mal passieren. Zumal: Was sind schon 28 Mrd. Euro? Ist ja nur unwesentlich mehr als die Marktkapitalisierung der Blaubank. „Es handelte sich um einen operationalen Fehler bei der Überweisung von Sicherheiten zwischen den Hauptkonten der Deutschen Bank und dem Eurex-Konto der Deutschen Bank“, erklärte ein Sprecher gegenüber „Bloomberg“. Sprich: Alles halb so wild. „Der Fehler wurde binnen Minuten identifiziert und behoben. Wir haben die Gründe für diesen Fehler gründlich geprüft und Maßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung zu verhindern.“ Na bitte. Ereignet haben soll sich die kleine Panne kurz vor Ostern, also in einer Zeit, in der die Deutsche Bank genügend andere Sorgen hatte, was aus unserer Sicht als zusätzlicher entlastender Umstand zu werten ist. Ein finanzieller Schaden soll nicht entstanden sein. Warum auch? Bloomberg

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Aus der Szene

Die Fintech-Community hat gestern die Antwort auf unsere boulevardeske Schlagzeile („Liebe deutsche Fintech-Community, ist es das, wofür Ihr stehen wollt?“) gegeben – und sich von der PR-Aktion von Savedroid fast schon so brutalstmöglich distanziert, dass es einem beinah schon wieder leidtut. Wir selber erwischten den vielleicht einflussreichsten Vertreter der Fintech-Szene, nämlich Finleap-Chef Ramin Niroumand, am Telefon, als der sich gerade auf den Weg von New York nach San Francisco machte (wir vermuten: Investoren-Gespräche). Savedroid habe mit der Aktion nicht nur sich selbst, sondern allen deutschen Fintechs geschadet, meinte Niroumand. Ähnlich äußerte sich Figo-Chef André Bajorat, der gegenüber dem „Handelsblatt“ meinte, das Vertrauen, dass die Branche seit Jahren aufgebaut habe, drohe durch die „egoistische Aktion“ erodiert zu werden. Und die Nachrichtenlage? Geschäftspartner von Savedroid sind „zum Teil regelrecht pissed“, wie uns zugetragen wurde (die Ausdrucksweise ist nicht unsere eigene, wir geben nur wider). Und: Die Staatsanwaltschaft interessiert sich jetzt auch für den Fall. Finanz-Szene.de (Niroumand-Protokoll), Handelsblatt (Bajorat mit Paywall), Süddeutsche (News)

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Kleines Zugeständnis an die Grammatik-Fetischisten unter unseren Lesern: Ja, wenn wir von „ihren eigenen Zielsetzungen“ reden, dann ist das womöglich missverständlich, weil wir ja die „Zielsetzungen der Frau Hammonds“ meinen, nicht die „Zielsetzungen der Ära“. Sorry!!! Kommt nicht wieder vor.

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Und für alle Leser, die es ein bisschen handfester mögen: Hier sind ein paar konkrete Anwendungs-Szenarien für die Blockchain im Bankbetrieb. Bankinghub

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… war gestern die Savedroid-Homepage, wobei wir nicht wissen, was passiert, wenn Sie heute nochmal auf denselben Link klicken: Savedroid.de

„Mit dieser Aktion hat Savedroid nicht nur sich selbst, sondern allen Fintech-Firmen geschadet“

Von Ramin Niroumand, CEO Finleap

Was Savedroid gemacht hat, schadet nicht nur dem Unternehmen selbst, sondern allen Fintechs. Denn genau das ist es, was wir nicht gebrauchen können – dass wir jetzt wieder in die Rubrik „Kindergarten“ gesteckt werden. Und es ist ja sogar noch schlimmer: Ich werde im Zusammenhang mit manchen ICOs gefragt, ob da nicht Dinge passieren, die man eigentlich im Zusammenhang mit Graumarkt, Front-Running, Börsenbriefen usw. vermuten würden.

Dabei steht Fintech doch für etwas ganz anderes. Wir streben eine Demokratisierung des Finanzwesens an – ermöglicht durch Technologie – und wollen die Kunden mit besseren Produkten versorgen. Für dieses Ziel arbeiten wir, und zwar hart. Die meisten von uns gehen dabei nicht den einfachen, sondern den schweren Weg, setzen sich mit komplexen Themen wie Regulatorik oder Datenschutz intensiv auseinander, entwickeln Lösungen, die verhindern sollen, dass die großen amerikanischen Technologiekonzern in ein paar Jahren die europäische Finanzindustrie beherrschen. Wir bauen Beziehungen zu der BaFin-Aufsicht auf und sind im engen Austausch mit etablierten Verbänden … Und dann kommen die Kollegen von Savedroid mit solch einer Nummer. Als könnte man für hochsensible Finanzprodukte dasselbe Marketing betreiben wie für x-beliebige Konsumgüter. Die Intention kann ich nicht nachvollziehen, es ist meines Erachtens viel zu kurz gedacht und schadet mehr, als dass es uns hilft.

Irgendwie ist das aber typisch für ein Denkmuster, das in einigen wenigen Ecken der Fintech-Branche noch vorzuherrschen scheint. Statt an den Verbraucher zu denken und an guten Produkten zu arbeiten, legt man sich selbst – und allen anderen – mit solchen Aktionen Steine in den Weg. Und die Leute in der Branche, die in den letzten Jahren ein Vertrauen zu Partnern und Kunden aufgebaut haben, sind jetzt damit beschäftigt, die Wogen zu glätten. Dabei hätten wir nun wirklich Besseres zu tun.

Wir haben schon einiges erreicht in „Fintech-Deutschland“ – darauf können wir stolz sein -, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir müssen dran bleiben, die Zeit rennt und der globale Wettbewerb steht schon vor bzw. in der Tür. Das heißt auch: Jetzt erst recht! Und nicht von dieser einmaligen Aktion in altes Bedenkenträgertum zurückfallen.

Protokoll: Heinz-Roger Dohms