Ist Hessen das Versuchsfeld für die Zukunft der deutschen Kleinbanken?

Von Heinz-Roger Dohms

Natürlich haben die Entscheidungsträger den Zusammenschluss gestern mit den üblichem Narrativ begleitet: „Größe haben wir mit der Fusion nicht angestrebt“, sagte Eva Wunsch-Weber, die Chefin der Frankfurter Volksbank. Vielmehr sei es um Themen wie Niedrigzins, Digitalisierung und Regulierung gegangen, die den Ausschlag für den Zusammenschluss ihres Instituts mit der Vereinigten Volksbank Maingau und der Volksbank Griesheim gegeben hätten.

Doch ist das die Wahrheit? Naja, vielleicht die halbe. Mehr aber auch nicht. Denn schaut man sich die Geschichte der Frankfurter Volksbank etwas genauer an, dann fällt auf, dass auch schon fusioniert wurde (oder soll man juristisch inkorrekt, aber faktisch zutreffend „übernommen wurde“ sagen), als Bankenregulierung hierzulande noch eine Laissez-faire-Veranstaltung war:

Fusionen der Volksbank FFM in den 90ern
1990 Volksbank Vortaunus
1994 Königsteiner Volksbank
1998 Raiffeisenbank Maintal
1999 BVB Volksbank (Bad Vilbel)

Das Ganze setzte sich dann fort in den Nullerjahren, als zwar Basel schon ein Thema war, aber noch nicht wirklich über die sog. Regulierungswut geklagt wurde:

Fusionen in den Nullerjahren
2000 Volksbank Raiffeisenbank Hanau
Volksbank Usinger Land
2002 Volksbank Mörfelden-Walldorf
Volksbank Kelsterbach
2003 Offenbacher Volksbank
Volks- und Raiffeisenbank Weilmünster
2004 Raiffeisenbank Bruchköbel
2006 Volksbank Egelsbach
2009 Volksbank Main-Taunus

Verglichen damit ging die Zahl der Fusion im laufenden Jahrzehnt sogar leicht zurück (wobei, die Dekade ist ja noch nicht vorbei …):

Fusionen in den 2010er Jahren
2012 Vereinigte Volksbank Griesheim-Weiterstadt
2016 Volksbank Höchst a. M.
2018 Volksbank Griesheim
Vereinigte Volksbank Maingau

Unterm Strich bleibt damit festzuhalten, dass die Frankfurter Volksbank seit nunmehr 30 Jahren fröhlich vor sich hinwächst und (rechnet man die Volksbanken Maingau und Griesheim ein) nun bei einer  Bilanzsumme von 11,6 Milliarden Euro angekommen ist, was das einst beschauliche Institut zur Nummer zwei unter den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken macht, hinter der Volksbank Berlin.

Und dann fällt noch etwas auf: Wenn man das offizielle Genobanken-Ranking des BVR einfach mal um die Kirchenbanken, die Sparda-Banken, die PSD-Banken und sonstige Sonderlinge bereinigt, dann stellt man fest, dass unter den zwölf größten deutschen Volks- und Raiffeisenbanken vier sind, die man dem kulturellen Einflussraum der Finanzmetropole Frankfurt zurechnen könnte, nämlich neben der Frankfurter Volksbank noch die Volksbank Mittelhessen, die Mainzer Volksbank und die Wiesbadener Volksbank (nicht weit weg ist mit einer Bilanzsumme von 4,1 Mrd. Euro übrigens auch noch die Volksbank Darmstadt-Südhessen).

Die größten Volks- und Raiffeisenbanken Bilanzsumme
Berliner Volksbank 13.550.668
Frankfurter Volksbank (Hessen!) *9.486.361
Volksbank Mittelhessen (Hessen!) 7.203.555
Dortmunder Volksbank 6.835.581
Volksbank Stuttgart 6.805.999
VerbundVolksbank OWL 6.224.739
Mainzer Volksbank (gefühlt Hessen!) 6.221.595
Hannoversche Volksbank 5.417.577
Volksbank Köln Bonn 5.077.711
VR-Bank Rosenheim-Chiemsee 5.023.771
Wiesbadener Volksbank (Hessen!) 4.428.322
VB Villingen-Schwenningen 4.369.919
 (Ende 2016)
*demnächst 11,6 Mrd. Euro in tausend Euro

Nun hat die Redaktion von „Finanz-Szene.de“ die Vorlesung zur genossenschaftlichen Bankenhistorie im Rhein-Main-Gebiet leider geschwänzt, sodass wir die Gründe für die auffällige Dichte großer Kleinbanken in der Region nicht kennen. Aber: Könnte es sein, dass die Volksbanker in besagtem kulturellen Einflussraum der Finanzmetropole Frankfurt schon immer ein bisschen großbankiger waren als anderswo in der Republik? Und kann es sein, dass die hessischen Volksbanken davon in den nächsten Jahren – jetzt, wo die Zeiten ja tatsächlich härter werden –  profitieren dürften?

Wenn wir richtig gezählt haben (wobei wir hier als Quelle auf die Schnelle nur einen dürren Wikipedia-Eintrag gefunden haben), dann gibt es in Hessen nur noch gut 30 Volks- und Raiffeisenbanken. Sollte die Frankfurter Volksbank weiterhin alles wegfusionieren und sollten die übrigen drei bzw. vier großen Volksbanken im Rhein-Main-Gebiet mitmachen, dann kann man sich leicht ausrechnen, wie die Volksbanken-Karte in der Region in fünf bis zehn Jahren aussehen wird.

Bliebe nur noch die Frage, ob die Frankfurter, Mainzer, Wiesbadener, Gießener und Darmstädter irgendwann auch untereinander fusionieren – oder ob eine Bilanzsumme irgendwo zwischen 5 und 15 Mrd. Euro genau das ist, was die Volksbank der Zukunft auf die Waage bringen sollte.

Fünf Thesen: Was das 30-Mio.-Funding für Clark über den deutschen Fintech-Markt sagt

Von Heinz-Roger Dohms

Die Versicherungsbranche ist ja einerseits nicht so unser Thema. Andererseits: Wer Fintech sagt, kann bei Insurtech nicht immer nur schweigen. Zumal  es ja kluge Köpfe gibt, die spätestens seit der N26/Allianz-Nummer sagen, die Dinge gehen wieder mehr in Richtung Allfinanz. Drum also auch unser Senf (in Form von fünf Thesen) zur diese Woche verkündeten 30-Millionen-Dollar-Finanzierung für den Online-Versicherungsmakler Clark:

1.) Die „Winner takes it all“-Tendenz, die in vielen anderen Fintech-Kategorien zu beobachten ist (siehe z.B. Scalable bei den Robos), scheint auch für die Insurtech-Makler zu gelten. Denn die einstigen Rivalen Knip und Getsafe dürfte Clark jetzt endgültig abgehängt haben.

2.) Trotzdem gilt für Clark als Insurtech natürlich in hochdosierter Form, was in niedrigerer Dosierung auch für manche Banken-Fintechs gilt: Der eigentliche Gegner sind nicht die Knips dieser Welt, sondern Check24. In diesem Kontext zeigt das Clark-Funding: Es gibt Investoren da draußen, die den Münchner Riesen für angreifbar halten bzw. die davon ausgehen, dass es sich für deutsche Insurtechs durchaus auch neben Check24 leben lässt.

3.) Nicht alles, was der Fintech-Inkubator Finleap macht, wird zu Gold (siehe Savedo), aber gemessen an den jüngsten Funding-Runden (erst Solarisbank, jetzt Clark …) wird doch mehr zu Gold, als man statistisch vermuten würde. Nicht die schlechteste Nachricht für den Fintech-Standort Deutschland.

4.) Der 2018er-Trend, dass deutsche Fintechs endlich auch mal richtig fett funden  (N26, Solarisbank), setzt sich mit Clark zumindest so ein bisschen fort. Auch das, siehe oben, ist eine gute Nachricht für den Fintech-Standort.

5.) Eingedenk der Tatsache, dass dieser Tage auch ein anderes Insurtech (nämlich Ottonova) ein (weiteres) zweistelliges Millionen-Funding angekündigt hat, stellt sich bald ja auch vielleicht mal die Kardinalfrage: Steckt in der Versicherungsbranche am Ende vielleicht ein höheres Disruptionspotanzial als in der Bankenindustrie?

25/04/18: Der Siegeszug der Girokarte, Imitiert Paydirekt jetzt Amazon?, So funktioniert Traxpay

Im deutschen Einzelhandel werden nur noch 50% des Umsatzes in bar bezahlt

Bargeldlose Zahlungen haben 2017 erstmals die Hälfte des stationären Umsatzes im deutschen Einzelhandel ausgemacht – das geht aus den gestern vorgestellten Zahlen des EHI Retail Instituts hervor. Besonders prägnant ist dabei das Wachstum der Girokarte, die mittlerweile für 26,3 Prozent des Umsatzes steht (Vorjahr: 24,6 Prozent); dagegen kommt die Kreditkarte gerade mal auf 6,5 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Spannend: Nur noch 33,8 Prozent der Händler planen in diesem Jahr Investitionen in ihre Payment-Infrastruktur  – ein krasser Einbruch im Vergleich zum Vorjahr (47,2 Prozent). Diese Zurückhaltung dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass viele Händler den Glauben an einen baldigen Durchbruch von Mobile Payment verloren haben. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft präsentierte gestern Zahlen zur Girokarte Demnach stieg die Zahl der Transaktionen um 8,7 Prozent auf 3,18 Milliarden, der Umsatz um 7,7 Prozent auf 162,8 Milliarden Euro. Finanz-Szene.de

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News

Das ist der neue IT-Chef der Deutschen Bank: Er heißt Frank Kuhnke, folgt auf Kim Hammonds, wurde bemerkenswert schnell ernannt (der gute Herr Sewing macht ganz schön Tempo …), gilt als Vertrauter ebendieses Herrn Sewings, wird wie Frau Hammonds den Titel „Chief Operating Officer“ tragen, wird im Gegensatz zu dieser aber nicht im Vorstand sitzen, darf als Generalbevollmächtigter gleichwohl an Vorstandssitzungen teilnehmen. Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall), Bloomberg (Video)

Apropos Tempo: Die Anzeichen verdichten sich, dass die Deutsche Bank bereits an diesem Donnerstag (Anlass: Präsentation der Q1-Zahlen) erste Maßnahmen zur Restrukturierung des US-Investmentbankings verkünden wird (siehe unser gestriger Aufmacher). So hat Vorstandschef Sewing laut „Financial Time“ die explizite Unterstützung von Aufsichtsratschef Achleitner für entsprechende Schritte. FT (Paywall)

Fahrenschon akzeptiert in seiner Steuersache einen Strafbefehl …, womit der Ex-Präsident der Deutschen Sparkassen nun vorbestraft ist, allerdings um einen Prozess umhinkommt. Süddeutsche

Ist es das, was der Höllenhund in letzter Konsequenz mit der Deutschen Bank und der Commerzbank vorhat? Nach einem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ soll die Belegschaft der Südwestbank bis Ende 2019 von kürzlich noch rund 600 Mitarbeitern auf nur noch 350 Beschäftigte schrumpfen (was das Institut so nicht bestätigt). Die Meldung ist insofern interessant, als die Südwestbank ja neuerdings zur österreichischen Bawag gehört, hinter der wiederum der US-Finanzinvestor Cerberus steht, der wiederum zu den größten Aktionären sowohl der Blaubank als auch der Gelbbank gehört. Schwäbische Zeitung

Herr Weimer krempelt den halben Vorstand um …, womit die neue Deutsche Börse in personeller Hinsicht inzwischen nicht mehr viel zu tun hat mit der Deutschen Börse seines Vorgängers Kengeter, wie das Handelsblatt erklärt.

Die DWP Bank ist nicht nur das Institut mit der höchsten Finanz-Szene.de-Abonnenten-Dichte aller deutschen Banken (nicht die geringste Ahnung, warum) …, sondern hat 2017 ihren Vorsteuergewinn mehr als verdoppelt.  Wenn Sie, liebe LeserInnen, einen Zusammenhang konstruieren wollen, dann sind wir die letzten, die Sie davon abhalten. Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (Paywall)

Ist der HSH-Nordbank-Verkauf der Startschuss für eine Konsolidierung nicht nur der Landesbanken, sondern der gesamten deutschen Bankenbranche? So (oder so ähnlich) scheint das jedenfalls der scheidende Bundesbank-Vize Dombret zu sehen. Manager Magazin

Linktipps

Warum die Pläne der Deutschen Bank für ihr US-Investmentbanking nur der Anfang sein können: … jedenfalls aus Sicht der Kollegen von Bloomberg

Warum Paydirekt nicht nur Paypal, sondern jetzt auch Amazon kopiert: … weiß das IT-Finanzmagazin

Wie das irgendwie spannende, aber doch auch sehr komplexe Frankfurter Fintech Traxpay funktioniert, haben wir bis heute nicht richtig verstanden – vielleicht haben Sie ja mehr Glück! Erklärvideo bei Vimeo

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Bei HSBC Trinkaus haben die 333 Risikoträger im vergangenen Jahr im Schnitt 245.000 Euro verdient …, und auch die Zahl der Einkommens-Millionäre ist durchaus imposant. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unsere Prognose zu der Frage, wie es bei Savedroid weitergeht. Finanz-Szene.de

25/04/18: Der Siegeszug der Girokarte, Neuer IT-Chef bei der Deutschen Bank, Die Methode Cerberus?

Im deutschen Einzelhandel werden nur noch 50% des Umsatzes in bar bezahlt

Bargeldlose Zahlungen haben 2017 erstmals die Hälfte des stationären Umsatzes im deutschen Einzelhandel ausgemacht – das geht aus den gestern vorgestellten Zahlen des EHI Retail Instituts hervor. Besonders prägnant ist dabei das Wachstum der Girokarte, die mittlerweile für 26,3 Prozent des Umsatzes steht (Vorjahr: 24,6 Prozent); dagegen kommt die Kreditkarte gerade mal auf 6,5 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Spannend: Nur noch 33,8 Prozent der Händler planen in diesem Jahr Investitionen in ihre Payment-Infrastruktur  – ein krasser Einbruch im Vergleich zum Vorjahr (47,2 Prozent). Diese Zurückhaltung dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass viele Händler den Glauben an einen baldigen Durchbruch von Mobile Payment verloren haben. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft präsentierte gestern Zahlen zur Girokarte Demnach stieg die Zahl der Transaktionen um 8,7 Prozent auf 3,18 Milliarden, der Umsatz um 7,7 Prozent auf 162,8 Milliarden Euro. Finanz-Szene.de

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Ist es das, was der Höllenhund in letzter Konsequenz mit der Deutschen Bank und der Commerzbank vorhat? Nach einem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ soll die Belegschaft der Südwestbank bis Ende 2019 von kürzlich noch rund 600 Mitarbeitern auf nur noch 350 Beschäftigte schrumpfen (was das Institut so nicht bestätigt). Die Meldung ist insofern interessant, als die Südwestbank ja neuerdings zur österreichischen Bawag gehört, hinter der wiederum der US-Finanzinvestor Cerberus steht, der wiederum zu den größten Aktionären sowohl der Blaubank als auch der Gelbbank gehört. Schwäbische Zeitung

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Bei HSBC Trinkaus haben die 333 Risikoträger im vergangenen Jahr im Schnitt 245.000 Euro verdient …, und auch die Zahl der Einkommens-Millionäre ist durchaus imposant. efinancialcareers

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… war gestern unsere Prognose zu der Frage, wie es bei Savedroid weitergeht. Finanz-Szene.de

Im stationären Einzelhandel werden nur noch 50% des Umsatzes bar bezahlt

Von Heinz-Roger Dohms

Bargeldlose Zahlungen machen erstmals die Hälfte des stationären Umsatzes im deutschen Einzelhandel aus – das geht aus den 2017er-Zahlen des EHI Retail Instituts hervor. Besonders prägnant ist dabei das Wachstum der Girocard, die mittlerweile für 26,3 Prozent des Umsatzes steht. Hier die wichtigsten Ergebnisse der EHI-Studie im Überblick:

  • Der Anteil der Barzahlungen am Umsatz ist 2017 von 51,3 Prozent auf nur mehr 50,0 Prozent gesunken
  • Dagegen legte nicht nur die Girocard (von 24,6 auf 26,3 Prozent), sondern auch die Kreditkarte (von 6,1 Prozent auf 6,5 Prozent zu)
  • Dagegen ging der SEPA/Lastschrift-Anteil von 13,4 Prozent auf 12,6 Prozent zurück
  • Die übrigens Anteile entfielen auf Handelskarten (unverändert bei 0,6 Prozent), Maestro/V-Pay (unverändert bei 0,9 Prozent), Rechnung/Finanzkauf (unverändert bei 2,5 Prozent) und „Sonstige“ (unverändert bei 0,6 Prozent)
  • Geht man nicht nach dem Umsatz, sondern nach der Zahl der Transaktionen, dann werden immer noch 77,2 Prozent aller Einkäufe in bar beglichen (Vorjahr: 77,9 Prozent)
  • Nur noch 33,8 Prozent der Händler planen in diesem Jahr Investitionen in ihre Payment-Infrastruktur  – ein krasser Einbruch im Vergleich zum Vorjahr (47,2 Prozent). Das dürfte in erster Linie damit zu tun haben, dass viele Händler den Glauben an einen baldigen Durchbruch von Mobile Payment verloren haben

Parallel zu den EHI-Zahlen hat die Deutsche Kreditwirtschaft gestern ihre eigenen Zahlen veröffentlicht. Demnach wurden mit der Girocard 2017 erstmals mehr als drei Milliarden Transaktionen getätigt, nämlich genau genommen 3,18 Milliarden Stück – was einem Umsatz von 162,8 Milliarden Euro entsprochen haben. Diese Zahl weicht von der des EHI ab (110,3 Milliarden Euro Umsatz), was damit zusammenhängen dürfte, dass die EHI-Studie nur noch „Einzelhandelsumsätze im engeren Sinne“ erfasst (wozu z.B. weder Sprit noch Medikamente gehören).