30/05/18: Umsätze großer deutscher Fintechs, Will Rocket doch wieder? Allianz/Moneyfarm

Mal ein paar begründete Annahmen zu den Umsatzzahlen großer deutscher Fintechs

Eher durch Zufall fiel uns gestern ein Ranking in der „Financial Times“ auf, demzufolge „Finanzcheck.de“ das am schnellsten wachsende deutsche Finanz-Startup sein soll. Interessanter als die relativen fanden wir allerdings die absoluten Zahlen: 26 Mio. Euro hat das Hamburger Kredit-Vergleichsportal  in 2016 umgesetzt. Das Wachstum plausibel fortgeschrieben, dürften es 2017 mithin rund 40 Mio. gewesen sein. Geht man davon aus, dass Konkurrent Smava nicht viel kleiner ist (sagen wir: knapp 40 Mio.), und geht man ferner davon aus, dass das Ur-Fintech Check24 im Konsumentenkreditbereich 2,5-mal so groß ist (also rund 100 Mio), dann sind wir schon bei 180 Mio. Euro.  Von zwei weiteren Ur-Fintechs kennt man die Umsätze (Hypoport: 103 Mio, Interhyp: 194 Mio Euro), also ist man schon bei rund 475 Mio. Euro. Dazu kommen die großen reinrassigen Fintechs (Auxmoney, Kreditech, N26, Weltsparen, Deposit Solutions …), die bei allem Cashburn ja doch auch  ein paar Erträge erwirtschaften. Schließlich sollte man sich noch die wackeren B2B-Enabler-Fintechs wie Fincite, Fino oder Gini hinzudenken. Et voilà: Schon ist man so ungefähr bei den 900 Mio. Euro von Oliver Wyman von neulich. Financial Times (Paywall)

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Italien-Krise trifft deutsche Banken – Aktien von Coba und Blaubank im freien Fall

Was passiert mit den deutschen Banken, wenn es dann doch mal zu einem exogenen Schock kommen sollte (Immobilienblase platzt, Konjunktur trübt sich ein,  Eurokrise kehrt zurück, Trump löst irgendwo auf der Welt versehentlich einen Krieg aus …)??? Diese Frage stellen sich vor dem Hintergrund der Staatskrise in Italien offenkundig auch die Investoren. Jedenfalls krachte die Aktie der Deutschen Bank gestern um weitere 4,6% ein, die der Commerzbank um 4,1%. Nun ist ja unbestritten, dass sich die Eigenkapital-Kennziffern seit der Finanzkrise verbessert haben. Bloß: Wer würde behaupten, dass die deutschen Banken deshalb aus einer Position der Stärke in die nächste Krise gehen? An Problemen (Niedrigzins, hohe Kosten, digitale Konkurrenz) herrscht schließlich kein Mangel. Und noch was, selbes Thema, anderer Aspekt: Schräg, dass Analysten und Investoren  (siehe heutiger „Handelsblatt“-Artikel) jetzt erst aufgeht, was „Finanz-Szene.de“ schon unmittelbar nach Vorstellung der Q1-Zahlen schrieb – nämlich dass die Commerzbank ein massives Ertragsproblem hat. Wer waren eigentlich die Investoren, die die Coba-Aktie damals kurzzeitig steil nach oben geschickt haben?

News

„Wir schauen uns Fintechs an“ … hat Rocket-Chef Oliver Samwer gestern gesagt. Bleibt angesichts des bislang eher durchwachsenen Track Records im Finanzbereich die Frage, ob das eher eine Verheißung oder eine Drohung sein soll (nebenbei gefragt: Was ist eigentlich aus den Banklizenz-Plänen von Rocket Internet geworden?) Tagesspiegel

Die Allianz investiert auch weiterhin munter in Fintechs … und hat ihren Anteil an Moneyfarm, einem digitalen Vermögensverwalter mit italienischen Wurzeln, aufgestockt. Reuters

Was gibt’s Neues von den Sparplänen der Deutschen Bank? Die Blaubank schließt ihr Aktienresearch in Dubai (von dessen Existenz wir, ehrlich gesagt, noch nie etwas gehört haben), zudem hat Vorstandschef Sewing auf einer Konferenz in New York angekündigt, dass es schon bis Juli konkrete Ansagen geben soll, welche Jobs im Investmentbanking tatsächlich gestrichen werden. Bloomberg (Dubai), Bloomberg (Sewing)

Und die nächste Landesbank, die sich gegen Niedrigzins und Margendruck nicht so recht zu wehren weiß: … nämlich (nach der Helaba gestern) heute die LBBW. Welt/Bloomberg

Wenn man der Kurzfassung eines Geschäftsberichts einer Privatbank eine Aussagekraft zubilligen möchte, … dann scheinen die 2017er-Zahlen von Metzler wieder mal ganz okay gewesen zu sein. Der Gewinn sank zwar, aber wichtiger ist vermutlich, dass es dem Institut gelang, seinen Provisionsüberschuss merklich zu steigern (wenn auch vor dem Hintergrund ebenfalls steigender Kosten). Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (Paywall)

Linktipps

Das hier dürfte eines der großen Themen der nächsten Jahre werden: Was heißt es eigentlich für die Aufsicht, wenn es in den Banken nicht mehr nur Menschen zu beaufsichtigen gilt, sondern auch Roboter (und womöglich sogar solche, die dank künstlicher Intelligenz irgendwann meinen, sie wüssten alles besser). Einen Vorgeschmack, in welche Richtung diese Debatte führen könnte, findet sich bei Bloomberg.

Bei aller Euphorie um Scalable Capital: Nicht zu Unrecht dröselt die SZ nochmal auf, warum der größte Robo des Landes auch der war, der beim Aktiencrash im Februar  mit am stärksten gelitten hat. Süddeutsche

Von DKB über Yomo bis Marcus: Welche digitalen Banken gibt es schon in Deutschland, und welche stehen in den Startlöchern? Eine Einführung. Manager Magazin

Bei manchem Fintech weiß man schon beim ersten Besuch auf der Landingpage, dass das nichts werden wird, meint der thesenfreudige Blogger Maik Klotz (wenn wir mit einer eigenen sehr gewagten These dagegenhalten dürfen: Manchmal merkt man es auch schon beim ersten Interview). Paymentandbanking

Nicht nur, aber vielleicht auch was für die Commerzbank: Ein paar Tipps gegen die Ertragsprobleme, vom (selbsternannten?) Banking-Vordenker Brett King. Der Bank-Blog

Karriere

Kaum zu glauben, aber es stimmt wohl: Rund 110.000 Studenten haben sich in diesem Jahr um einen Job bei der Deutschen Bank beworben. Financial Times (Paywall), efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter eine echte Lücke füllt: Er bringt zwei Sphären zusammen, die lange zu Unrecht als getrennte Welten wahrgenommen wurden, nämlich die ‚alte‘ der Banken und Versicherungen und die ’neue‘ der Fin- und Insurtechs.“

Sibylle Strack ist Payment-Expertin, Beraterin, ehemalige Leiterin der Karten- und Zahlungsverkehrsstrategie beim DSGV – und eine von mittlerweile mehr als 6000 Abonnentinnen und Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Um-die-Ecke-Vergleich zwischen Scalable Capital und der V-Bank. Finanz-Szene.de

Hinweis: Wegen des Feiertags kommt morgen kein Newsletter, dafür sind wir am Freitag wieder für Sie da (und zwar, das versprechen wir hoch und heilig, ohne Otmar-Issing-, ohne Jürgen-Stark- und erst Recht ohne Yves-Mersch-Interview zu „20 Jahre EZB“)

30/05/18: Wackeln bald die Banken wieder? Fintech-Umsätze, 110.000 Deutsche-Bank-Bewerber

Italien-Krise trifft deutsche Banken – Aktien von Coba und Blaubank im freien Fall

Was passiert mit den deutschen Banken, wenn es dann doch mal zu einem exogenen Schock kommen sollte (Immobilienblase platzt, Konjunktur trübt sich ein,  Eurokrise kehrt zurück, Trump löst irgendwo auf der Welt versehentlich einen Krieg aus …)??? Diese Frage stellen sich vor dem Hintergrund der Staatskrise in Italien offenkundig auch die Investoren. Jedenfalls krachte die Aktie der Deutschen Bank gestern um weitere 4,6% ein, die der Commerzbank um 4,1%. Nun ist ja unbestritten, dass sich die Eigenkapital-Kennziffern seit der Finanzkrise verbessert haben. Bloß: Wer würde behaupten, dass die deutschen Banken deshalb aus einer Position der Stärke in die nächste Krise gehen? An Problemen (Niedrigzins, hohe Kosten, digitale Konkurrenz) herrscht schließlich kein Mangel. Und noch was, selbes Thema, anderer Aspekt: Schräg, dass Analysten und Investoren  (siehe heutiger „Handelsblatt“-Artikel) jetzt erst aufgeht, was „Finanz-Szene.de“ schon unmittelbar nach Vorstellung der Q1-Zahlen schrieb – nämlich dass die Commerzbank ein massives Ertragsproblem hat. Wer waren eigentlich die Investoren, die die Coba-Aktie damals kurzzeitig steil nach oben geschickt haben?

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Mal ein paar begründete Annahmen zu den Umsatzzahlen großer deutscher Fintechs

Eher durch Zufall fiel uns gestern ein Ranking in der „Financial Times“ auf, demzufolge „Finanzcheck.de“ das am schnellsten wachsende deutsche Finanz-Startup sein soll. Interessanter als die relativen fanden wir allerdings die absoluten Zahlen: 26 Mio. Euro hat das Hamburger Kredit-Vergleichsportal  in 2016 umgesetzt. Das Wachstum plausibel fortgeschrieben, dürften es 2017 mithin rund 40 Mio. gewesen sein. Geht man davon aus, dass Konkurrent Smava nicht viel kleiner ist (sagen wir: knapp 40 Mio.), und geht man ferner davon aus, dass das Ur-Fintech Check24 im Konsumentenkreditbereich 2,5-mal so groß ist (also rund 100 Mio), dann sind wir schon bei 180 Mio. Euro.  Von zwei weiteren Ur-Fintechs kennt man die Umsätze (Hypoport: 103 Mio, Interhyp: 194 Mio Euro), also ist man schon bei rund 475 Mio. Euro. Dazu kommen die großen reinrassigen Fintechs (Auxmoney, Kreditech, N26, Weltsparen, Deposit Solutions …), die bei allem Cashburn ja doch auch  ein paar Erträge erwirtschaften. Schließlich sollte man sich noch die wackeren B2B-Enabler-Fintechs wie Fincite, Fino oder Gini hinzudenken. Et voilà: Schon ist man so ungefähr bei den 900 Mio. Euro von Oliver Wyman von neulich. Financial Times (Paywall)

News

Was gibt’s Neues von den Sparplänen der Deutschen Bank? Die Blaubank schließt ihr Aktienresearch in Dubai (von dessen Existenz wir, ehrlich gesagt, noch nie etwas gehört haben), zudem hat Vorstandschef Sewing auf einer Konferenz in New York angekündigt, dass es schon bis Juli konkrete Ansagen geben soll, welche Jobs im Investmentbanking tatsächlich gestrichen werden. Bloomberg (Dubai), Bloomberg (Sewing)

Und die nächste Landesbank, die sich gegen Niedrigzins und Margendruck nicht so recht zu wehren weiß: … nämlich (nach der Helaba gestern) heute die LBBW. Welt/Bloomberg

Noch eine Landesbank, ganz anderes Thema: HSH-Aufsichtsratschef Thomas Mirow glaubt offenbar nicht mehr, dass der Verkaufsprozess bis Jahresmitte über die Bühne ist (was Vorstandschef Stefan Ermisch ja eigentlich angekündigt hatte). Wobei:  Gemessen daran, dass die „BÖZ“ neulich ein Scheitern des ganzen Prozesses prognostiziert hat, kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger vermutlich nicht an. Welt

Wenn man der Kurzfassung eines Geschäftsberichts einer Privatbank eine Aussagekraft zubilligen möchte, … dann scheinen die 2017er-Zahlen von Metzler wieder mal ganz okay gewesen zu sein. Der Gewinn sank zwar, aber wichtiger ist vermutlich, dass es dem Institut gelang, seinen Provisionsüberschuss merklich zu steigern (wenn auch vor dem Hintergrund ebenfalls steigender Kosten). Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (Paywall)

„Wir schauen uns Fintechs an“ … hat Rocket-Chef Oliver Samwer gestern gesagt. Bleibt angesichts des bislang eher durchwachsenen Track Records im Finanzbereich die Frage, ob das eher eine Verheißung oder eine Drohung sein soll (nebenbei gefragt: Was ist eigentlich aus den Banklizenz-Plänen von Rocket Internet geworden?) Tagesspiegel

Die Allianz investiert auch weiterhin munter in Fintechs … und hat ihren Anteil an Moneyfarm, einem digitalen Vermögensverwalter mit italienischen Wurzeln, aufgestockt. Reuters

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Das hier dürfte eines der großen Themen der nächsten Jahre werden: Was heißt es eigentlich für die Aufsicht, wenn es in den Banken nicht mehr nur Menschen zu beaufsichtigen gilt, sondern auch Roboter (und womöglich sogar solche, die dank künstlicher Intelligenz irgendwann meinen, sie wüssten alles besser). Einen Vorgeschmack, in welche Richtung diese Debatte führen könnte, findet sich bei Bloomberg.

Bei aller Euphorie um Scalable Capital: Nicht zu Unrecht dröselt die SZ nochmal auf, warum der größte Robo des Landes auch der war, der beim Aktiencrash im Februar  mit am stärksten gelitten hat. Süddeutsche

Von DKB über Yomo bis Marcus: Welche digitalen Banken gibt es schon in Deutschland, und welche stehen in den Startlöchern? Eine Einführung. Manager Magazin

Bei manchem Fintech weiß man schon beim ersten Besuch auf der Landingpage, dass das nichts werden wird, meint der thesenfreudige Blogger Maik Klotz (wenn wir mit einer eigenen sehr gewagten These dagegenhalten dürfen: Manchmal merkt man es auch schon beim ersten Interview). Paymentandbanking

Nicht nur, aber vielleicht auch was für die Commerzbank: Ein paar Tipps gegen die Ertragsprobleme, vom (selbsternannten?) Banking-Vordenker Brett King. Der Bank-Blog

Karriere

Kaum zu glauben, aber es stimmt wohl: Rund 110.000 Studenten haben sich in diesem Jahr um einen Job bei der Deutschen Bank beworben. Financial Times (Paywall), efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter eine echte Lücke füllt: Er bringt zwei Sphären zusammen, die lange zu Unrecht als getrennte Welten wahrgenommen wurden, nämlich die ‚alte‘ der Banken und Versicherungen und die ’neue‘ der Fin- und Insurtechs.“

Sibylle Strack ist Payment-Expertin, Beraterin, ehemalige Leiterin der Karten- und Zahlungsverkehrsstrategie beim DSGV – und eine von mittlerweile mehr als 6000 Abonnentinnen und Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Um-die-Ecke-Vergleich zwischen Scalable Capital und der V-Bank. Finanz-Szene.de

Hinweis: Wegen des Feiertags kommt morgen kein Newsletter, dafür sind wir am Freitag wieder für Sie da (und zwar, das versprechen wir hoch und heilig, ohne Otmar-Issing-, ohne Jürgen-Stark- und erst Recht ohne Yves-Mersch-Interview zu „20 Jahre EZB“)

29/05/18: Scalable erreicht 1 Mrd. Euro, Decimos falsches Funding, Doch keine blaue Digitalbank

Kein Scherz: Deutsche Bank begräbt nach nur sieben Monaten ihre Digitalbank-Pläne

Erinnern Sie sich noch, wie die Deutsche Bank im Oktober kundtat, bis Ende 2018 eine eigene Digitalbank zu starten, „in deren Zentrum ein kostenfreies Girokonto“ stehen sollte? Nun: Sieben Monate später, so hat die wunderbare Kollegin Meike Schreiber von der „SZ“ herausgefunden, hat das wichtigste (und seltsamste) Geldhaus des Landes diesen Plan bereits wieder zu den Akten gelegt. Weil: Man sei zu dem Schluss gekommen, dass hierzulande keine weitere digitale Bank gebraucht werde (eine Erkenntnis, zu der man im Herbst offenbar noch nicht gelangt war). Kollegin Schreiber kommt unter Einrechnung der „Deutschen Bank 24“ und der „Ritchotte-Digitalbank“ nun auf drei blaue Digitalbanken in nur 20 Jahren, die entweder dicht- oder niemals aufgemacht wurden. Wir würden noch Moneyshelf hinzuzählen. Dann sind es vier. Und dann klingt es noch unglaublicher. Süddeutsche Zeitung, Reuters

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Scalable Capital knackt „die Milliarde“ – doch wie ist diese Zahl einzuordnen?

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbachs dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt? Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt – dabei aber, hoffen wir zumindest, zu sehr spannenden Erkenntnissen führt: Finanz-Szene.de

News

Da haben sich echt mal zwei gefunden: Der Zins-Streit zwischen Check24 und Smava geht in die nächste Runde … Chip Online

Wenn Sie gestern irgendwo über die Nachricht eines 12-Mio.-Euro-Fundings beim Berliner Factoring-Startup Decimo gestolpert sein sollten (so stand es z.B. in der „Wirtschaftswoche“): Lassen Sie sich nicht hinter die Fichte (bzw. hinters Fintech) führen. Wir verwetten ein paar Scheibenwischer (brauchen wir eh neue, merkten wir gestern …) darauf, dass da das eigentliche Funding mal wieder hübsch mit einer dicken Ladung Fremdkapital (braucht so ein Factoring-Fintech vermutlich zur Refi) angereichert wurde. In der rheinischen Startup-Szene würde man von einem „Futel-Funding“ sprechen. Pressemitteilung

Upps, die Helaba verliert in Q1 mal eben gut ein Drittel an Neugeschäft: … wobei wir diese Nacht gerätselt haben, ob der Einbruch allein auf das Immobiliengeschäft zurückzuführen ist (Rückgang des mittel- und langfristigen Abschluss-Volumens von 2,2 Mrd. Euro auf 1,1 Mrd. Euro), oder ob auch der Corporates-Bereich betroffen ist. Denn einerseits schreibt die „Börsen-Zeitung“, das Neugeschäft habe nach 1,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr diesmal „die gleiche Höhe erreicht“, was sich mit der qualitativen Darstellung der Helaba-Pressemitteilung deckt („nahezu stabil“).  Andererseits ist dem quantitativen Teil der Helaba-PM zu entnehmen, dass das Volumen auf 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen sei. Das wäre dann „nicht die gleiche Höhe“, sondern ein bemerkenswertes Minus von je nach Rundungseffekt etwa 20% und somit „nahezu instabil“, zumal wenn man die „minus  20%“ vor dem Hintergrund betrachtete, dass die Kreditnachfrage im KMU-Geschäft laut eines gestrigen Eintrags im Blog des Bankenverbands relativ intakt zu sein scheint. Helaba-PM, BdB

Was das Thema „Italien“ angeht, sind Sie bei so ziemlich jedem Medium in diesem Land besser aufgehoben als bei „Finanz-Szene.de“: … allerdings wollen wir Sie heute Früh zumindest darauf hinweisen, dass die Deutsche-Bank-Aktie gestern Richtung 10 Euro getaumelt ist, die Commerzbank-Aktie Richtung 9 Euro, und dass selbst die Aareal-Aktie von ihrem Jahreshoch am 24. April inzwischen mehr als zehn Prozent entfernt ist. Unschöne „Auch das noch“-Effekte sind das.  FAZ (Analyse zur Deutsche-Bank-Aktie)

Linktipps:

Falls Sie den (uns selbst eher fremden) Ehrgeiz verspüren sollten, heute Abend ein kleines bissschen schlauer zu sein als heute Morgen, dann gehen Sie heute Mittag doch einfach mal alleine essen – und dann lesen Sie, während Sie essen, auf Ihrem Smartphone die Trilogie (oder soll man sagen: das Oeuvre?) des Bankstil-Bloggers Ralf Keuper mit dem  Titel „Industrie- und Technologiestandards beschleunigen die Bankendämmerung“. Teil I, Teil II, Teil III

Wie digitalisiert man eine Landesbank? Darüber hat Gerhard Kebbel, der Digitalchef der Helaba, mit den Podcast-Menschen von Axel Springer gesprochen. Hy/Soundcloud

Was die Deutsche Börse mit dem Bitcoin vorhat: … hat Vorstand Jeffrey Tessler den Kollegen von Bloomberg erzählt.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich den kompakten, fundierten und zugleich unterhaltsamen Stil schätze.“

Dr. Jochen Heimann ist Leiter des Digitalisierungsmanagements bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… waren gestern quasi gleichauf unser Mercedes-Pay-Scoop und der Artikel über neue Organisationsdesigns für Banken

29/05/18: Dt. Bank vollführt 180-Grad-Wende, Helaba-Rätsel, Scalable erreicht 1 Mrd. Euro

Kein Scherz: Deutsche Bank begräbt nach nur sieben Monaten ihre Digitalbank-Pläne

Erinnern Sie sich noch, wie die Deutsche Bank im Oktober kundtat, bis Ende 2018 eine eigene Digitalbank zu starten, „in deren Zentrum ein kostenfreies Girokonto“ stehen sollte? Nun: Sieben Monate später, so hat die wunderbare Kollegin Meike Schreiber von der „SZ“ herausgefunden, hat das wichtigste (und seltsamste) Geldhaus des Landes diesen Plan bereits wieder zu den Akten gelegt. Weil: Man sei zu dem Schluss gekommen, dass hierzulande keine weitere digitale Bank gebraucht werde (eine Erkenntnis, zu der man im Herbst offenbar noch nicht gelangt war). Kollegin Schreiber kommt unter Einrechnung der „Deutschen Bank 24“ und der „Ritchotte-Digitalbank“ nun auf drei blaue Digitalbanken in nur 20 Jahren, die entweder dicht- oder niemals aufgemacht wurden. Wir würden noch Moneyshelf hinzuzählen. Dann sind es vier. Und dann klingt es noch unglaublicher. Süddeutsche Zeitung, Reuters

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Scalable Capital knackt „die Milliarde“ – doch wie ist diese Zahl einzuordnen?

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbachs dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt? Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt – dabei aber, hoffen wir zumindest, zu sehr spannenden Erkenntnissen führt: Finanz-Szene.de

News

Upps, die Helaba verliert in Q1 mal eben gut ein Drittel an Neugeschäft: … wobei wir diese Nacht gerätselt haben, ob der Einbruch allein auf das Immobiliengeschäft zurückzuführen ist (Rückgang des mittel- und langfristigen Abschluss-Volumens von 2,2 Mrd. Euro auf 1,1 Mrd. Euro), oder ob auch der Corporates-Bereich betroffen ist. Denn einerseits schreibt die „Börsen-Zeitung“, das Neugeschäft habe nach 1,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr diesmal „die gleiche Höhe erreicht“, was sich mit der qualitativen Darstellung der Helaba-Pressemitteilung deckt („nahezu stabil“).  Andererseits ist dem quantitativen Teil der Helaba-PM zu entnehmen, dass das Volumen auf 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen sei. Das wäre dann „nicht die gleiche Höhe“, sondern ein bemerkenswertes Minus von je nach Rundungseffekt etwa 20% und somit „nahezu instabil“, zumal wenn man die „minus  20%“ vor dem Hintergrund betrachtete, dass die Kreditnachfrage im KMU-Geschäft laut eines gestrigen Eintrags im Blog des Bankenverbands relativ intakt zu sein scheint. Helaba-PM, BdB

Was das Thema „Italien“ angeht, sind Sie bei so ziemlich jedem Medium in diesem Land besser aufgehoben als bei „Finanz-Szene.de“: … allerdings wollen wir Sie heute Früh zumindest darauf hinweisen, dass die Deutsche-Bank-Aktie gestern Richtung 10 Euro getaumelt ist, die Commerzbank-Aktie Richtung 9 Euro, und dass selbst die Aareal-Aktie von ihrem Jahreshoch am 24. April inzwischen mehr als zehn Prozent entfernt ist. Unschöne „Auch das noch“-Effekte sind das.  FAZ (Analyse zur Deutsche-Bank-Aktie)

Da haben sich echt mal zwei gefunden: Der Zins-Streit zwischen Check24 und Smava geht in die nächste Runde … Chip Online

Wenn Sie gestern irgendwo über die Nachricht eines 12-Mio.-Euro-Fundings beim Berliner Factoring-Startup Decimo gestolpert sein sollten (so stand es z.B. in der „Wirtschaftswoche“): Lassen Sie sich nicht hinter die Fichte (bzw. hinters Fintech) führen. Wir verwetten ein paar Scheibenwischer (brauchen wir eh neue, merkten wir gestern …) darauf, dass da das eigentliche Funding mal wieder hübsch mit einer dicken Ladung Fremdkapital (braucht so ein Factoring-Fintech vermutlich zur Refi) angereichert wurde. In der rheinischen Startup-Szene würde man von einem „Futel-Funding“ sprechen. Pressemitteilung

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Falls Sie den (uns selbst eher fremden) Ehrgeiz verspüren sollten, heute Abend ein kleines bissschen schlauer zu sein als heute Morgen, dann gehen Sie heute Mittag doch einfach mal alleine essen – und dann lesen Sie, während Sie essen, auf Ihrem Smartphone die Trilogie (oder soll man sagen: das Oeuvre?) des Bankstil-Bloggers Ralf Keuper mit dem  Titel „Industrie- und Technologiestandards beschleunigen die Bankendämmerung“. Teil I, Teil II, Teil III

Wie digitalisiert man eine Landesbank? Darüber hat Gerhard Kebbel, der Digitalchef der Helaba, mit den Podcast-Menschen von Axel Springer gesprochen. Hy/Soundcloud

Was die Deutsche Börse mit dem Bitcoin vorhat: … hat Vorstand Jeffrey Tessler den Kollegen von Bloomberg erzählt.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich den kompakten, fundierten und zugleich unterhaltsamen Stil schätze.“

Dr. Jochen Heimann ist Leiter des Digitalisierungsmanagements bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… waren gestern quasi gleichauf unser Mercedes-Pay-Scoop und der Artikel über neue Organisationsdesigns für Banken

Analyse: Wie „die Milliarde“ von Scalable Capital einzuordnen ist

Von Heinz-Roger Dohms

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbach dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt?

Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt. Wir haben nämlich die Kennziffern von Scalable denen der V-Bank gegenübergestellt. Auf den ersten Blick mag der Vergleich ein bisschen schräg anmuten, weil Scalable ein digitaler Vermögensverwalter ist, die  V-Bank hingegen eine Depotbank. Indes: Auf den zweiten Blick  macht die Gegenüberstellung durchaus Sinn (hoffen wir zumindest). Denn die V-Bank ist so etwas wie die Hausbank von rund 380 Vermögensverwaltern und  Familiy Offices hierzulande – und damit ein Spiegel der klassischen (sprich: analogen) VV-Branche.

Wie also fällt der Vergleich zwischen dem größten digitalen VV und der großem Depotbank der klassischen VVs aus?

Scalable Capital V-Bank
gegründet 2015 2008
Kunden bzw. Depots 30.000 24.000
AuMs bzw. Mandantengelder 1,0 Mrd. Euro 17,9 Mrd. Euro
Durchschnittliche Depotgröße 32.000 Euro 730.000 Euro
12-Monats-Wachstum 306% (AuMs)* 15-20% (M-Gelder)*
*letzte 12 Monate *Planung nächste 12 Monate

Nun ist es natürlich jedem Leser freigestellt, aus der Tabelle seine jeweils eigenen Schlüsse zu ziehen. Wir selbst allerdings finden vor allem drei Erkenntnisse spannend:

1.) Beim durchschnittlichen Depotvolumen hängt Scalable Capital mit 32.000 Euro weit hinter den klassischen VVs zurück.

2.) Was die Zahl der Kunden angeht, ist Scalable dagegen schon jetzt größer als ein großer Teil der klassischen VVs zusammen.

3.) Und nimmt man „die Milliarde“ von Scalable Capital und hält sie nicht „den 17,9 Mrd. Euro“ entgegen, sondern den durchschnittlichen Assets eines klassischen VV (17,9 Mrd. Euro durch 380 VVs = 47 Millionen)

… dann kommt man zu folgendem Schluss: Scalable Capital ist vermutlich jetzt schon einer der größten unabhängigen Vermögensverwalter hierzulande. Und vor allem ist der Münchner Robo mit seinen 30.000 (!) Kunden ein gigantischer Kleinvermögens-Verwalter.

28/05/18: Robos knacken 2-Mrd.-Marke, Unruhe bei Mercedes Pay, 10 Regeln für Fintech-VCs

Exklusiv: Daimler wechselt Mercedes-Pay-Chef aus. Was wird jetzt aus den Wallet-Plänen?

Immerhin – eine Homepage gibt es schon. Das ist aber auch alles, knapp anderthalb Jahre, nachdem Daimler mit beachtlichem Aplomb seinen Einstieg ins Payment-Geschäft und den Start einer eigenen eWallet verkündet hat. „Mercedes Pay – Coming Soon“ steht in fetten Lettern auf der Website, und darunter steht in klein: „Mercedes pay is your wallet for the next generation of mobility services by Daimler. Join us and discover a whole new world of opportunities beyond your driving experience.“ Zu joinen gibt es dann aber nichts. Die whole world besteht nur aus dem Impressum, das dann gleichwohl eine dicke Überraschung offenbart: Daimler hat den Chef von Mercedes Pay ausgetauscht! Was ist da los? Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene

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Exklusiv: Deutsche Robo-Anbieter knacken die 2-Milliarden-Euro-Marke

Die digitalen Vermögensverwalter entwachsen der Nische – und werden zu einem echten Herausforderer für die klassische Finanzindustrie. Das zeigen Berechnungen von Barkow Consulting, die „Finanz-Szene.de“ bereits am Sonntag exklusiv vorlagen. Der Datenspezialist stützt sich dabei auf die Angaben jener vier Robo-Adviser, die regelmäßig ihre „Assets under Management“ veröffentlichen, darunter Scalable Capital und Cominvest. Deren Wachstum hat Barkow fortgeschrieben- und seine Rechnung dann mit Annahmen über die sonstigen Wettbewerber angereichert. Die Conclusio: Die deutschen Robos müssten die 2-Milliarden-Euro-Grenze inzwischen mit einiger Sicherheit geknackt haben. Hier alle Details (und warum die 2 Mrd. Euro sogar noch untertrieben sein könnten!!): Finanz-Szene.de, Barkow

News

Deutsche Bank will nach der (seit Freitag auch offiziell abgeschlossenen) Postbank-Integration zunächst in der Zentrale sparen: Angedacht sei ein Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent, berichtet das „HB“. Das deckt sich so ungefähr mit früheren Angaben, wonach in der Privatkundensparte auf längere Sicht insgesamt rund 6000 Jobs wegfallen könnten (die nicht zu verwechseln sind mit den 7000 Jobs, um die es letzte Woche ging und die vor allem das Investmentbanking betreffen). Im dritten Quartal sollen die ersten Gespräche mit Arbeitnehmervertretern stattfinden. Handelsblatt (Paywall)

Steigt Wirecard jetzt auch noch (oder anders formuliert: Steigt jetzt auch noch Wirecard) in die Händlerfinanzierung ein? Die Pressemitteilung, die Ende letzter Woche rumgeschickt wurde, liest sich jedenfalls so. Und eine Banklizenz hat der Münchner Payment-Konzern (Marktkapitalisierung übrigens inzwischen 16 Mrd Euro und damit mehr als die Commerzbank) über seine hauseigene Wirecard Bank ja ohnehin schon seit Jahren. Pressemitteilung

Apropos – kann es sein, dass wir zuletzt ein bisschen zu viel auf die Deutsche Bank und ein bisschen zu wenig auf die Commerzbank geachtet haben? Die Aktie hat seit dem Zwischenhoch Mitte Januar jedenfalls schon wieder mehr als 30 Prozent (!!!) verloren. Aktienkurs

EU-Staaten einigen sich auf Bail-in-Puffer: Das sogenannte MREL-Kapital (also nicht nur das ganze harte Zeugs, sondern alles, was irgendwie haftbar zu machen ist …) soll in Zukunft mindestens 8% der gesamten (also nicht bloß der risikogewichteten … ) Vermögenswerte betragen. Damit geht Europa über den G20-Beschluss hinaus. Dort hatte man sich auf 6,75% verständigt, wobei die Kennziffer auf globaler Ebene nicht MREL, sondern TLAC genannt wird, was  zwar fast, aber nicht komplett dasselbe ist, meinen wir zu erinnern. Egal. Zudem verständigten sich die Finanzminister auf Erleichterungen für Kleinbanken und auf Ausnahmen, die darauf hinauslaufen könnten, dass die Rentenbank, die  L-Bank und die NRW-Bank der direkten EZB-Aufsicht entkommen. Börsen-Zeitung, Handelsblatt (Paywall)

Linktipps

10 Regeln für Fintech-VC-Investoren: … aufgestellt von einem, der selber Fintech-VC-Investor ist, nämlich Jan-Maarten Mulder. Linkedin

Geht es Ihnen auch so, dass Sie unwillentlich zu gähnen beginnen, sobald Ihnen das Wort „Agilität“ unterkommt? Absolut nachvollziehbar. Und trotzdem: Manchmal können Texte, in denen es um „agile Organisationen“ geht, auch ganz interessant sein, wie dieser Artikel hier, der unter anderem beschreibt, wie die niederländische ING ihr Organisationsdesign radikal veränderte: Private Banking Magazin

Ist es wirklich eine gute Idee, dass der frühere Merrill-Lynch-Chef John Thain nun als Neu-Aufsichtsrat und Leiter des neuen „Strategie-Ausschusses“ der Dt. Bank die Verkleinerung des Investmentbankings begleiten soll? Dieser Frage ist Arvid Kaiser vom „MM“ nachgegangen. Hier seine interessante, detaillierte und ausgewogene Antwort: Manager Magazin

Warum um alles in der Welt hat sich die Profitabilität der europäischen Banken in 2017 verbessert und nicht verschlechtert? Über diese Frage unterhielten sich am Wochenende (statt sich einfach mal in die Sonne zu legen) der Großprofessor Bofinger, die Großprofessorin Schnabel, der Nicht-ganz-so-groß-Professor Steffen und der Beinahe-Professor Storbeck. Wo? Bei: Twitter

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… mir gleich am Morgen ein fundierter, kritischer und unterhaltsamer Überblick der wichtigsten News aus Banking und Fintech geliefert wird. Und weil auch die gut recherchierten Hintergrund-Stories immer wieder spannende Insights hervorbringen.“

Ramin Niroumand ist CEO von Finleap – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… war am Freitag unser Einblick in die Geschäftszahlen eines deutschen Durchschnitts-Fintechs. Finanz-Szene.de

Sonst noch was? Ja: Falls Ihr Vorgesetzter  (oder gerne auch Ihr subalterner Associate) Sie zufällig fragen sollte, wie er/sie sich bei „Finanz-Szene.de“ anmelden kann … Das hier ist der Link: http://finanz-szene.de/newsletter/

28/05/18: Scheitern Daimlers Payment-Pläne?, Robos knacken 2-Mrd.-Marke, Commerzbank-Baisse

Exklusiv: Daimler wechselt Mercedes-Pay-Chef aus. Was wird jetzt aus den Wallet-Plänen?

Immerhin – eine Homepage gibt es schon. Das ist aber auch alles, knapp anderthalb Jahre, nachdem Daimler mit beachtlichem Aplomb seinen Einstieg ins Payment-Geschäft und den Start einer eigenen eWallet verkündet hat. „Mercedes Pay – Coming Soon“ steht in fetten Lettern auf der Website, und darunter steht in klein: „Mercedes pay is your wallet for the next generation of mobility services by Daimler. Join us and discover a whole new world of opportunities beyond your driving experience.“ Zu joinen gibt es dann aber nichts. Die whole world besteht nur aus dem Impressum, das dann gleichwohl eine dicke Überraschung offenbart: Daimler hat den Chef von Mercedes Pay ausgetauscht! Was ist da los? Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene

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Exklusiv: Deutsche Robo-Anbieter knacken die 2-Milliarden-Euro-Marke

Die digitalen Vermögensverwalter entwachsen der Nische – und werden zu einem echten Herausforderer für die klassische Finanzindustrie. Das zeigen Berechnungen von Barkow Consulting, die „Finanz-Szene.de“ bereits am Sonntag exklusiv vorlagen. Der Datenspezialist stützt sich dabei auf die Angaben jener vier Robo-Adviser, die regelmäßig ihre „Assets under Management“ veröffentlichen, darunter Scalable Capital und Cominvest. Deren Wachstum hat Barkow fortgeschrieben- und seine Rechnung dann mit Annahmen über die sonstigen Wettbewerber angereichert. Die Conclusio: Die deutschen Robos müssten die 2-Milliarden-Euro-Grenze inzwischen mit einiger Sicherheit geknackt haben. Hier alle Details (und warum die 2 Mrd. Euro sogar noch untertrieben sein könnten!!): Finanz-Szene.de, Barkow

News

Deutsche Bank will nach der (seit Freitag auch offiziell abgeschlossenen) Postbank-Integration zunächst in der Zentrale sparen: Angedacht sei ein Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent, berichtet das „HB“. Das deckt sich so ungefähr mit früheren Angaben, wonach in der Privatkundensparte auf längere Sicht insgesamt rund 6000 Jobs wegfallen könnten (die nicht zu verwechseln sind mit den 7000 Jobs, um die es letzte Woche ging und die vor allem das Investmentbanking betreffen). Im dritten Quartal sollen die ersten Gespräche mit Arbeitnehmervertretern stattfinden. Handelsblatt (Paywall)

Steigt Wirecard jetzt auch noch (oder anders formuliert: Steigt jetzt auch noch Wirecard) in die Händlerfinanzierung ein? Die Pressemitteilung, die Ende letzter Woche rumgeschickt wurde, liest sich jedenfalls so. Und eine Banklizenz hat der Münchner Payment-Konzern (Marktkapitalisierung übrigens inzwischen 16 Mrd Euro und damit mehr als die Commerzbank) über seine hauseigene Wirecard Bank ja ohnehin schon seit Jahren. Pressemitteilung

Apropos – kann es sein, dass wir zuletzt ein bisschen zu viel auf die Deutsche Bank und ein bisschen zu wenig auf die Commerzbank geachtet haben? Die Aktie hat seit dem Zwischenhoch Mitte Januar jedenfalls schon wieder mehr als 30 Prozent (!!!) verloren. Aktienkurs

EU-Staaten einigen sich auf Bail-in-Puffer: Das sogenannte MREL-Kapital (also nicht nur das ganze harte Zeugs, sondern alles, was irgendwie haftbar zu machen ist …) soll in Zukunft mindestens 8% der gesamten (also nicht bloß der risikogewichteten … ) Vermögenswerte betragen. Damit geht Europa über den G20-Beschluss hinaus. Dort hatte man sich auf 6,75% verständigt, wobei die Kennziffer auf globaler Ebene nicht MREL, sondern TLAC genannt wird, was  zwar fast, aber nicht komplett dasselbe ist, meinen wir zu erinnern. Egal. Zudem verständigten sich die Finanzminister auf Erleichterungen für Kleinbanken und auf Ausnahmen, die darauf hinauslaufen könnten, dass die Rentenbank, die  L-Bank und die NRW-Bank der direkten EZB-Aufsicht entkommen. Börsen-Zeitung, Handelsblatt (Paywall)

Linktipps

Ist es wirklich eine gute Idee, dass der frühere Merrill-Lynch-Chef John Thain nun als Neu-Aufsichtsrat und Leiter des neuen „Strategie-Ausschusses“ der Dt. Bank die Verkleinerung des Investmentbankings begleiten soll? Dieser Frage ist Arvid Kaiser vom „MM“ nachgegangen. Hier seine interessante, detaillierte und ausgewogene Antwort: Manager Magazin

Eine der (vielen) Schwächen der Deutschen Bank … ist deren schwaches Aktionariat, meint Meike Schreiber von der Süddeutschen Zeitung

Warum um alles in der Welt hat sich die Profitabilität der europäischen Banken in 2017 verbessert und nicht verschlechtert? Über diese Frage unterhielten sich am Wochenende (statt sich einfach mal in die Sonne zu legen) der Großprofessor Bofinger, die Großprofessorin Schnabel, der Nicht-ganz-so-groß-Professor Steffen und der Beinahe-Professor Storbeck. Wo? Bei: Twitter

10 Regeln für Fintech-VC-Investoren: … aufgestellt von einem, der selber Fintech-VC-Investor ist, nämlich Jan-Maarten Mulder. Linkedin

Geht es Ihnen auch so, dass Sie unwillentlich zu gähnen beginnen, sobald Ihnen das Wort „Agilität“ unterkommt? Absolut nachvollziehbar. Und trotzdem: Manchmal können Texte, in denen es um „agile Organisationen“ geht, auch ganz interessant sein, wie dieser Artikel hier, der unter anderem beschreibt, wie die niederländische ING ihr Organisationsdesign radikal veränderte: Private Banking Magazin

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… mir gleich am Morgen ein fundierter, kritischer und unterhaltsamer Überblick der wichtigsten News aus Banking und Fintech geliefert wird. Und weil auch die gut recherchierten Hintergrund-Stories immer wieder spannende Insights hervorbringen.“

Ramin Niroumand ist CEO von Finleap – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… war am Freitag unser Einblick in die Geschäftszahlen eines deutschen Durchschnitts-Fintechs. Finanz-Szene.de

Sonst noch was? Ja: Falls Ihr Vorgesetzter  (oder gerne auch Ihr subalterner Associate) Sie zufällig fragen sollte, wie er/sie sich bei „Finanz-Szene.de“ anmelden kann … Das hier ist der Link: http://finanz-szene.de/newsletter/

Exklusiv: Deutsche Robo-Adviser durchbrechen 2-Mrd.-Euro-Grenze

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitalen Vermögensverwalter entwachsen der Nische – und werden zu einem echten Herausforderer für die klassische Finanzindustrie. Das zeigen Berechnungen von Barkow Consulting, die „Finanz-Szene.de“ bereits am Sonntag exklusiv vorlagen. Der Düsseldorfer Datenspezialist stützt sich dabei auf die Angaben jener vier Robo-Adviser, die regelmäßig ihre „Assets under Management“ veröffentlichen, nämlich Scalable Capital, Liqid, Quirion und Cominvest. Deren Wachstum hat Barkow über die vergangenen Wochen fortgeschrieben – und seine Rechnung dann mit plausibel klingenden Annahmen über die sonstigen Wettbewerber angereichert. Die Conclusio: Die deutschen Robos müssten die 2-Milliarden-Euro-Grenze inzwischen mit einiger Sicherheit geknackt haben.

Öffentlich sind bislang folgende Angaben:

  • Scalable Capital: 600 Millionen Euro, Stand Anfang 2018
  • Cominvest: über 300 Millionen Euro, Stand Ende März 2018
  • Liqid: 200 Millionen Euro, Stand Anfang März 2018
  • Quirion: gut 100 Millionen Euro, Stand Ende 2017

Barkow schreibt nun:

This leads us to assume that the above Top4 German Robos manage a total of €1.5bn already. We consider this to be a conservative number as we feel that major cooperations are running extremely well providing upside to our number.

Tatsächlich dürften die 1,5 Mrd. Euro eher unter- als übertrieben sein, weil speziell Scalable Capital und Cominvest stabil zu wachsen scheinen. So schrieb Finanz-Szene.de bereits Ende Januar, dass Scalable zum damaligen Zeitpunkt auf die 750-Mio.-Euro-Marke zugesteuert sei „und schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen dürfte“.

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Mitte April analysierten wird in einem weiteren Artikel, wie sehr vor allem die Kooperation mit der ING Diba (u.a. darauf dürfte sich auch Barkows Anspielung mit den „major cooperations“ beziehen …) das Wachstum von Scalable treibt:

Exklusiv: Schon jetzt kommen mehr als 50% der Scalable-(Bestands!!!-)Kunden von der ING Diba

Barkow setzt seine Analyse nun wie folgt fort:

  • We estimate that Next 6 German Robos manage another €300m+ of assets.
  • We estimate that remaining 30+ German Robos manage another €200m+ of assets.

Diesen beiden Annahmem sind naturgemäß mit etwas größerer Unsicherheit verbunden, weil sich die meisten Robos – darunter viele vermutlich aufgrund fehlender Erfolge – mit der Veröffentlichung von Zahlen zurückhalten.

Allerdings: Eine zumindest ordentliche zweistellige Millionensumme dürften einige der bekannteren unabhängigen Robos wie Whitebox, Vaamo oder Investify dann doch auf die Waage bringen – zumal Investify mit der Hamburger Sparkasse eine ähnliche Kooperation unterhält wie Scalable mit der ING Diba. Hinzukommt, dass die Deutsche Bank Ende vergangenen Jahres ebenfalls ins Robo-Geschäft eingestiegen ist und bis Ende 2018 bei einer Milliarde Euro sein will. Will sie dieses Ziel erreichen, dann wäre es allein schon aus mathematischen Gründen nicht verkehrt, wenn Stand heute zumindest mal 200 bis 300 Millionen Euro  beisammen wären.

Ergebnis: Nimmt man wirklich alles Robos zusammen, dann könnten es unterm Strich vielleicht sogar schon 2,5 Mrd. Euro sein. Das würde sich auch mit einer Ende letzten Jahres geäußerten Prognose von Deutsche-Bank-Digitalchef Markus Pertlwieser decken. Der geht nämlich davon aus, dass der Robo-Markt hierzulande Ende 2018 rund fünf Mrd. Euro schwer sein wird. Dann wäre die Hälfte erreicht.

Exklusiv: Daimler tauscht den Chef von Mercedes Pay aus – was wird nun aus der Wallet?

Von Heinz-Roger Dohms

Immerhin – eine Website gibt es. Das ist aber auch alles, knapp anderthalb Jahre, nachdem der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler mit stattlichem Aplomb seinen Einstieg ins Payment-Geschäft verkündete. „Mercedes Pay – Coming Soon“ steht in fetten Lettern auf der Seite, darunter heißt es: „Mercedes pay is your wallet for the next generation of mobility services by Daimler. Join us and discover a whole new world of opportunities beyond your driving experience.“

Zu joinen gibt es dann allerdings nichts. Die whole world besteht lediglich  aus einem Impressum, das gleichwohl eine dicke Überraschung bereithält. Denn der bisherige Geschäftsführer von Mercedes Pay, Jürgen Wolff, taucht dort gar nicht mehr auf. Stattdessen steht da jetzt ein neuer Name:  Bartosz Swatko.

Was ist da los?

Rückblick: Im Januar vergangenen Jahres vermeldete Daimler stolz die Übernahme eine der vielen neuen Payment-Firmen, die sich da draußen tummeln, nämlich der PayCash Europe. Paycash war ein 2012 gegründetes, in der Szene vielbeachtetes deutsch-luxemburgisches Startup, das neben mobiler Bezahlung auch Krypto-Lösungen und Wallet-Systeme anbot. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Er dürfte laut Branchenkennern im ein- oder vielleicht niedrigen zweistelligen Millionenbereich gelegen haben.

Die Ziele, die das  Traditionsunternehmen mit der Akquisition verband, waren eindeutig definiert: „Mit dem Einstieg ins ePayment-Business wird die Daimler AG unter dem Markennamen ‚Mercedes pay‘ künftig seinen eigenen elektronischen Zahlungsdienstleister an den Start bringen“, hieß es in einer Presse-Mitteilung. Als „elementaren Bestandteil unserer Mobilitäts- und Digitalisierungsstrategie“, bezeichnete Finanzchef Bodo Uebber die neue Tochter. Und Klaus Entenmann, Chef des hauseigenen Finanzkonzerns Daimler Financial Services, sekundierte: „‚Mercedes pay‘ ermöglicht ein technisch einfaches und sicheres Abwickeln unserer digitalen Angebote“ – womit zum Beispiel der Sharing-Anbieter Car2Go oder die Mytaxi-App gemeint waren. Die Produktideewurde wurde  klar benannt: Um eine „eWallet“ sollte es gehen, also um den „virtuellen Geldbeutel“ von Mercedes.

Das klang irgendwie alles schlüssig. Irgendwie aber auch wieder nicht.

Denn. Die „Wallet“ gilt vielen Branchenmanagern zwar einerseits als heiliger Gral der ePayment-Revolution. Andererseits: Speziell im deutschen Markt ist der Begriff inzwischen ein Synonym für „Scheitern“. So verbrannte der Versandhandelsriese Otto schiere Unsummen beim jahrelang vergebens betriebenen Versuch, eine eigene Wallet-Lösung namens Yapital im Markt zu etablieren; 2015 wurde das Vorhaben begraben (eine Analyse, warum Yapital scheiterte, lesen Sie bei den Kollegen von „Gründerszene“). Nicht besser als Otto erging es den großen Mobilfunk-Unternehmen des Landes. Als letztes verkündete jüngst der Vodafone-Konzern das Ende seines Geldbeutel-Projekts: Ende Juni soll die „Vodafone Wallet“ abgeschaltet werden. Zuvor hatten bereits die Telekom („MyWallet“) und O2 („mpass“) ihre eigenen mobilen Portemonnaies dichtgemacht.

Nun mögen dem Scheitern von Otto, Vodafone oder der Telekom jeweils spezifische Managementfehler zugrundeliegen – darüber hinaus schwebt über jedwedem Geldbeutel-Projekt allerdings eine sehr generelle Frage: Braucht der Kunde die jeweilige „Wallet“ wirklich? An Bezahlverfahren herrscht schließlich kein Mangel. Bei Rewe zum Beispiel konnten die Menschen ihre Einkäufe ja auch schon begleichen, bevor Rewe zum vorübergehenden Flagship-Partner von Yapital wurde; und  bei Car2Go funktioniert die Zahlungsabwicklung auch ohne „Mercedes Pay“. Dieselbe Gretchenfrage stellt sich übrigens  – wenn auch in einem etwas anderen Kontext – für Paydirekt, den Paypal-Klon der deutschen Banken: Wer braucht die Kopie, wenn es das kostenlose Original schon gibt? Hinzu kommt: Würden die „Wallets“ nicht spätestens im Markt zerrieben, wenn Apple oder Google mit ihren eigenen mobilen Bezahllösungen auf den deutschen Markt kommen? (lesenswert in diesem Zusammenhang: ein Artikel von unserem Lieblingsblogger Leo Bosankic).

Jedenfalls: Im Mai 2017 legte Alexander Vollmer, Projektleiter E-Payment bei Daimler, gegenüber dem „Handelsblatt“ nochmal nach: „Wir wollen im zweiten Halbjahr 2017 mit neuen digitalen Dienstleistungen sichtbarer für den Kunden werden“, sagte er damals. Weiter  hieß es in dem Artikel: „Auch Daimler-Kunden können sich dann ein digitales Portemonnaie einrichten. Darüber können sie zunächst Zahlungen für die Daimler-Mobilitäts-App Car2Go abrechnen. Später sollen andere Daimler-Apps wie Mytaxi und Moovel und weitere Dienste rund ums Auto dazukommen.“ Ungefähr zur gleichen Zeit wurden in den sozialen Medien sogar schon Designs der entsprechenden App herumgetwittert.

Heute, ein Jahr später, fehlt in den einschlägigen App-Stores allerdings immer noch jede Spur von Mercedes Pay. Auch in den AGBs von Car2Go findet sich kein Hinweis auf Mercedes Pay oder eine Wallet. Genauso vergeblich gestaltet sich die Suche in den FAQ. Die Frage „Wie kann ich zahlen?“ wird lediglich wie folgt beantwortet: „Du kannst mit deiner Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren zahlen. Falls du car2go sowohl privat als auch geschäftlich nutzt, kannst du auch leicht zwischen verschiedenen Zahlungsprofilen wechseln.“ Auch wenn man sich bei Car2Go neu registrieren lässt, werden als Zahlungsmöglichkeit nur Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift explizit genannt.

Ein Gespräch über den Stand des Projekts lehnte Daimler vergangene Woche ab. Fragen sollten schriftlich eingereicht werden. Genauso machte „Finanz-Szene.de“ es. Dabei ging es verkürzt gesagt um fünf Komplexe:

1.) Was ist aus den Ankündigungen von vor einem Jahr geworden?

2.) Wo ist „Mercedes Pay“ schon live (abgesehen vom Mercedes Museum, wo es angeblich ein Pilotprojekt geben soll)?

3.) Wann wurde der Wechsel auf der CEO-Position vollzogen? Und was wurde aus Paycash-Gründer Wolff, der öffentlich lange Zeit auch als CEO von Mercedes Pay firmierte?

4.) Wie viel Geld hat Daimler bislang in Mercedes Pay investiert?

5.) Ist die Etablierung einer eigenen eWallet-Lösung überhaupt noch das Ziel, dass mit Mercedes Pay verfolgt wird?

Daimler ging auf die Fragen nicht im Einzelnen ein. Stattdessen schrieb ein Sprecher zurück: „Mercedes pay ist ein Bestandteil von Daimlers Mobilitäts- und Digitalisierungsstrategie und wird sukzessive über Serviceleistungen des Konzerns angeboten. Mercedes pay soll das bestehende Netzwerk für die Zahlungsabwicklung vergrößern und das bevorzugte elektronische Bezahlsystem für unsere Kunden werden. Seit April 2018 ist Bartosz Swatko CEO von Mercedes pay S.A.“

Mit anderen Worten: Der CEO-Wechsel wird bestätigt. Was den Rest betrifft, darf man rätseln.

Kann es sein, dass sich da gerade der nächste deutschen Großkonzern schwertut, seine Paypent-Pläne in die Realität umzusetzen?

25/05/18: Das deutsche Durchschnitts-Fintech, Ist Adyen 9 Mrd. wert?, Decimo funded

Exklusiv: Endlich mal ein ungeschminkter Blick in die Geschäftszahlen eines deutschen Fintechs

Rund 700 Fintechs gibt es in Deutschland. Die Blogs, die Portale, die Zeitungen sind voll von ihnen – bloß: Was weiß man wirklich über sie? Denn: Bei den wirklich wichtigen Fragen (zum Beispiel: Wie viel Ertrag macht ihr eigentlich?) werden die sonst so mitteilsamen Finanz-Startups immer sehr schweigsam. Nun jedoch ist „Finanz-Szene.de“ zufällig auf einen Fintech-Geschäftsbericht gestoßen, wie er transparenter und vollständiger kaum sein könnte. Veröffentlicht hat ihn Decimo, ein zwar kleines, aber sehr spannendes Berliner Fintech – eines, dass die Banken in einem ihrer Kerngeschäfte angreift, dem Factoring. Also: Wie viel Geschäft macht so ein Normalo-Fintech wie Decimo? Wie hoch sind die Erträge, wie stark das Wachstum, wie kräftig die Verluste, wie hoch die Ausfallraten? Der Branchen-Newsletter Ihres Vertrauens, liebe LeserInnen, hat den Decimo-Geschäftsbericht ausgewertet. Voilá: Finanz-Szene.de

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Aktien-Crash statt Aufbruch-Stimmung: Die Deutsche Bank erlebt ihr blaues Wunder

Für ein paar Momente schien es, als könnte von dieser Hauptversammlung tatsächlich ein Signal des Aufbruchs ausgehen: Als der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing seine rund einstündige Rede beendet hatte, erhoben sich viele Aktionäre von den Plätzen, applaudierten fast schon frenetisch. Indes, das waren ja „nur“ die Kleinanleger. Das Urteil der Analysten und Großinvestoren fiel gänzlich anders aus. Während die einen ihre Ad-hoc-Analysen trotz des am Morgen verkündeten Jobabbau-Programms mit „Sell“– oder „Underperform“-Vermerken versahen, drückten die anderen auf den Verkaufsknopf. Rund sechs Prozent verlor die Aktie in der Spitze, zum Handelsende waren es immer noch 4,8%, ein Debakel. Nun darf man die Analysten und institutionellen Anleger natürlich nicht zum alleinigen Maßstab machen. Trotzdem lautet die Lehre des gestrigen Tages: Selbst mit noch so fulminanten Reden, großen Ankündigungen und geschickter PR wird dieses Unternehmen seine Investoren nicht mehr erreichen. Es zählen nur noch: Ergebnisse.

News

Jetzt hat Europa endgültig sein eigenes Paypal: Während die meisten europäischen Banking-Fintechs (siehe Decimo oben) momentan noch auf Startup-Niveau wirtschaften, haben die europäischen Payment-Fintechs spätestens mit dem gestrigen Tag ein neues Level erreicht. Der 2006 gegründete niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat nämlich seinen Börsengang angekündigt – und strebt dabei eine Bewertung von sage und schreibe 9 Mrd. Euro an. Damit stellt das Oranje-Fintech sogar das schwedische Payment-Unicorn iZettle in den Schatten, das für gut 2 Mrd. Euro an Paypal gehen soll. Für alle, die mit Adyen immer noch nicht viel anfangen können, haben wir neben der gestrigen News noch ein vor wenigen Monaten erschienenes Porträt verlinkt. Financial Times (News hinter Paywall), Hot Topics (Adyen-Porträt)

Exklusiv – Noch mal zurück zu Decimo: Wenn wir das Handelsregister richtig lesen, dann hat das Transparenz-geschwängerte Normalo-Fintech kürzlich eine klammheimliche Kapitalerhöhung durchgeführt. Die Funding-Höhe? Lässt sich nicht feststellen, gefühlt würden wir mal von einem einstelligen Millionenbetrag ausgehen. Und wer hat gezeichnet? Wie es scheint, im Großen und Ganzen die Altinvestoren.

Ist das jetzt die wichtigste deutsche Bankerin? Naja, zumindest macht Finja Carolin Kütz, bislang Deutschland-Chefin von Oliver Wyman (und hoffentlich auch weiterhin bekennende Leserin von „Finanz-Szene.de“) einen beachtlichen Karriereschritt. Sie wird nämlich „Group Chief Transformation Officer“ bei der Unicredit, soll also einer der größten europäischen Banken den Weg in die digitale Zukunft weisen. Berichten wird Kütz nicht an irgendeinen Vorstand, sondern direkt an CEO Jean Pierre Mustier. Die Nachfolge bei Oliver Wyman ist übrigens noch nicht geregelt. Finance

Und noch eine Deutsche-Bank-Meldung, die eigentlich unfassbar wäre, hätte man sich an solche Meldungen nicht längst gewöhnt: Die Fehlüberweisung über 28 Mrd. Euro neulich war offenbar kein Einzelfall. Denn wie gestern bekannt wurde, hat die Blaubank vor rund vier Jahren auch schon mal 21 Mrd. Euro fälschlich überwiesen. (nebenbei bemerkt: Bei einer Bank, die es sich, wie wir gestern gelernt haben, leisten kann, eine Dividende je Aktie zu zahlen, die über dem Kurs der Aktie liegt, machen 21 Mrd. Euro den Bock auch nicht mehr fett. Hihi.). Bloomberg

Linktipps

Ja, das ist in der Tat ein hinterfotziges Dilemma, in dem sich die guten, alten Banken da wähnen: Einerseits haben sie ein verführerisches Asset, nämlich die Kundendaten. Andererseits ist es ja auch nicht das schlechteste Asset, wenn die Kunden sagen, wir vertrauen den Banken, eben weil die mit unseren Daten kein Schindluder treiben (so ungefähr auch das Ergebnis einer diese Woche vorgestellten Studie). Was also tun? Der BdB hat gestern erst einmal ein üppiges Grundsatzpapier zur DSGVO veröffentlicht. Löst zwar das Dilemma nicht auf. Verlinken wir aber trotzdem sehr gern: BdB-Papier (PDF)

Haben die Jungs vom Paymentandbanking-Blog eigentlich keine richtigen Jobs??? Neee, ganz offensichtlich lässt sich so ein Fintech ganz nebenbei führen, während man im Hauptberuf tolle Podcasts produziert, diesmal u.a. zum Thema „Voice Banking“. Wir von „Finanz-Szene.de“ (wir haben übrigens wirklich keinen richtigen Job!!!) nehmen die Konkurrenz sportlich und verlinken auch hier mal wieder sehr gern: PAB

Was nützen eigentlich die neuen geilen Flagship-Filialen, wenn der halbmobile Kunde 30 Kilometer entfernt wohnt? Nicht ganz diese, aber doch ungefähr diese Frage hat sich Haspa-Chef Harald Vogelsang gestellt. Der Bank-Blog

Und wer jetzt noch immer nicht genug hat von zinsüberschuss-finanziertem semi-journalistischem Content, dem geben wir – wie immer freitags – auch noch mit größter Freude die ultradolle „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs an die Hand. DZ-Bank

Klickfavorit

… war gestern das Leser-Reporter-Stück zu Instant Payment. Finanz-Szene-de

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

…  man mich ohne zu fragen und unter grober Missachtung der DSGVO auf diesen komischen Newsletter-Verteiler gesetzt hat. Aber als Mutter will man ja nicht klagen.“

Waltraud Dohms ist Ex-Chefin des handwerklich exzellenten, digital jedoch etwas rückständigen Gardinenhauses Dohms-Quaden – und die mutmaßlich einzige Leserin, die es gesetzeswidrig in die „Finanz-Szene.de“-Abodatei geschafft hat.

25/05/18: Das blaue Debakel, Europas 9-Mrd.-Fintech, Die wichtigste deutsche Bankerin?

Aktien-Crash statt Aufbruch-Stimmung: Die Deutsche Bank erlebt ihr blaues Wunder

Für ein paar Momente schien es, als könnte von dieser Hauptversammlung tatsächlich ein Signal des Aufbruchs ausgehen: Als der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing seine rund einstündige Rede beendet hatte, erhoben sich viele Aktionäre von den Plätzen, applaudierten fast schon frenetisch. Indes, das waren ja „nur“ die Kleinanleger. Das Urteil der Analysten und Großinvestoren fiel gänzlich anders aus. Während die einen ihre Ad-hoc-Analysen trotz des am Morgen verkündeten Jobabbau-Programms mit „Sell“– oder „Underperform“-Vermerken versahen, drückten die anderen auf den Verkaufsknopf. Rund sechs Prozent verlor die Aktie in der Spitze, zum Handelsende waren es immer noch 4,7%, ein Debakel. Nun darf man die Analysten und institutionellen Anleger natürlich nicht zum alleinigen Maßstab machen. Trotzdem lautet die Lehre des gestrigen Tages: Selbst mit noch so fulminanten Reden, großen Ankündigungen und geschickter PR wird dieses Unternehmen seine Investoren nicht mehr erreichen. Es zählen nur noch: Ergebnisse.

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Exklusiv: Endlich mal ein ungeschminkter Blick in die Geschäftszahlen eines deutschen Fintechs

Rund 700 Fintechs gibt es in Deutschland. Die Blogs, die Portale, die Zeitungen sind voll von ihnen – bloß: Was weiß man wirklich über sie? Denn: Bei den wirklich wichtigen Fragen (zum Beispiel: Wie viel Ertrag macht ihr eigentlich?) werden die sonst so mitteilsamen Finanz-Startups immer sehr schweigsam. Nun jedoch ist „Finanz-Szene.de“ zufällig auf einen Fintech-Geschäftsbericht gestoßen, wie er transparenter und vollständiger kaum sein könnte. Veröffentlicht hat ihn Decimo, ein zwar kleines, aber sehr spannendes Berliner Fintech – eines, dass die Banken in einem ihrer Kerngeschäfte angreift, dem Factoring. Also: Wie viel Geschäft macht so ein Normalo-Fintech wie Decimo? Wie hoch sind die Erträge, wie stark das Wachstum, wie kräftig die Verluste, wie hoch die Ausfallraten? Der Branchen-Newsletter Ihres Vertrauens, liebe LeserInnen, hat den Decimo-Geschäftsbericht ausgewertet. Voilá: Finanz-Szene.de

News

Ist das jetzt die wichtigste deutsche Bankerin? Naja, zumindest macht Finja Carolin Kütz, bislang Deutschland-Chefin von Oliver Wyman (und hoffentlich auch weiterhin bekennende Leserin von „Finanz-Szene.de“) einen beachtlichen Karriereschritt. Sie wird nämlich „Group Chief Transformation Officer“ bei der Unicredit, soll also einer der größten europäischen Banken den Weg in die digitale Zukunft weisen. Berichten wird Kütz nicht an irgendeinen Vorstand, sondern direkt an CEO Jean Pierre Mustier. Die Nachfolge bei Oliver Wyman ist übrigens noch nicht geregelt. Finance

Jetzt hat Europa endgültig sein eigenes Paypal: Während die meisten europäischen Banking-Fintechs (siehe Decimo oben) momentan noch auf Startup-Niveau wirtschaften, haben die europäischen Payment-Fintechs spätestens mit dem gestrigen Tag ein neues Level erreicht. Der 2006 gegründete niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat nämlich seinen Börsengang angekündigt – und strebt dabei eine Bewertung von sage und schreibe 9 Mrd. Euro an. Damit stellt das Oranje-Fintech sogar das schwedische Payment-Unicorn iZettle in den Schatten, das für gut 2 Mrd. Euro an Paypal gehen soll. Für alle, die mit Adyen immer noch nicht viel anfangen können, haben wir neben der gestrigen News noch ein vor wenigen Monaten erschienenes Porträt verlinkt. Financial Times (News hinter Paywall), Hot Topics (Adyen-Porträt)

Und noch eine Deutsche-Bank-Meldung, die eigentlich unfassbar wäre, hätte man sich an solche Meldungen nicht längst gewöhnt: Die Fehlüberweisung über 28 Mrd. Euro neulich war offenbar kein Einzelfall. Denn wie gestern bekannt wurde, hat die Blaubank vor rund vier Jahren auch schon mal 21 Mrd. Euro fälschlich überwiesen. (nebenbei bemerkt: Bei einer Bank, die es sich, wie wir gestern gelernt haben, leisten kann, eine Dividende je Aktie zu zahlen, die über dem Kurs der Aktie liegt, machen 21 Mrd. Euro den Bock auch nicht mehr fett. Hihi.). Bloomberg

Linktipps

Ja, das ist in der Tat ein hinterfotziges Dilemma, in dem sich die guten, alten Banken da wähnen: Einerseits haben sie ein verführerisches Asset, nämlich die Kundendaten. Andererseits ist es ja auch nicht das schlechteste Asset, wenn die Kunden sagen, wir vertrauen den Banken, eben weil die mit unseren Daten kein Schindluder treiben (so ungefähr auch das Ergebnis einer diese Woche vorgestellten Studie). Was also tun? Der BdB hat gestern erst einmal ein üppiges Grundsatzpapier zur DSGVO veröffentlicht. Löst zwar das Dilemma nicht auf. Verlinken wir aber trotzdem sehr gern: BdB-Papier (PDF)

Haben die Jungs vom Paymentandbanking-Blog eigentlich keine richtigen Jobs??? Neee, ganz offensichtlich lässt sich so ein Fintech ganz nebenbei führen, während man im Hauptberuf tolle Podcasts produziert, diesmal u.a. zum Thema „Voice Banking“. Wir von „Finanz-Szene.de“ (wir haben übrigens wirklich keinen richtigen Job!!!) nehmen die Konkurrenz sportlich und verlinken auch hier mal wieder sehr gern: PAB

Was nützen eigentlich die neuen geilen Flagship-Filialen, wenn der halbmobile Kunde 30 Kilometer entfernt wohnt? Nicht ganz diese, aber doch ungefähr diese Frage hat sich Haspa-Chef Harald Vogelsang gestellt. Der Bank-Blog

Und wer jetzt noch immer nicht genug hat von zinsüberschuss-finanziertem semi-journalistischem Content, dem geben wir – wie immer freitags – auch noch mit größter Freude die ultradolle „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs an die Hand. DZ-Bank

Klickfavorit

… war gestern das Leser-Reporter-Stück zu Instant Payment. Finanz-Szene-de

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

…  man mich ohne zu fragen und unter grober Missachtung der DSGVO auf diesen komischen Newsletter-Verteiler gesetzt hat. Aber als Mutter will man ja nicht klagen.“

Waltraud Dohms ist Ex-Chefin des handwerklich exzellenten, digital jedoch etwas rückständigen Gardinenhauses Dohms-Quaden – und die mutmaßlich einzige Leserin, die es gesetzeswidrig in die „Finanz-Szene.de“-Abodatei geschafft hat.

Exklusiv: So sehen die Geschäftszahlen eines deutschen Durchschnitts-Fintechs aus

Von Heinz-Roger Dohms

Rund 700 Fintechs gibt es in Deutschland, die Blogs, Portale und Zeitungen sind voll von ihnen – bloß: Was weiß man wirklich über sie? Denn: Bei den wirklich wichtigen Fragen (zum Beispiel: Wie viel Ertrag macht ihr eigentlich?) werden die sonst so mitteilsamen Finanz-Startups ja immer sehr schweigsam. Nun jedoch ist „Finanz-Szene.de“ zufällig auf einen Fintech-Geschäftsbericht gestoßen, wie er transparenter, verständlicher und vollständiger kaum sein könnte. Veröffentlicht hat ihn Decimo, ein zwar kleines, aber sehr spannendes Berliner Fintech, das die Banken in einem ihrer Kerngeschäfte angreift, dem Factoring. Also: Wie viel Geschäft macht so ein Normalo-Fintech wie Decimo? Wie hoch sind die Erträge, wie stark das Wachstum, wie kräftig die Verluste, wie hoch die Ausfallraten? Der Branchen-Newsletter Ihres Vertrauens, liebe LeserInnen, hat den Decimo-Geschäftsbericht ausgewertet. Voilá:

Wie viel Ertrag macht so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

Die Erträge aus Factoring-Gebühren lagen 2016 bei 243.540 Euro, hinzu kamen „sonstige betrieblich Erträge“ (z.B. aus Versicherungs-Entschädigungen für ausgefallene Forderungen) in Höhe von 50.032 Euro. Dazu gesellte sich noch eine weitere Ertragsposition, die sich unter anderem aus der Auflösung von Rückstellungen speiste. Hier ging es um 17.637 Euro.

Welche Aufwendungen hat so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

Decimo kam 2016 mit durchschnittlich fünf Mitarbeitern aus, die Personalkosten inklusive Sozialabgaben betrugen 184.661 Euro. Dazu addierten sich Zinsaufwendungen in Höhe von 53.260 Euro und „andere Verwaltungsaufwendungen“ über 363.234 Euro. Hierin enthalten sind die Werbe- und Vertriebskosten, die mit 47.229 Euro vergleichsweise moderat ausfielen. Höher waren die Rechts- und Beratungskosten (143.515 Euro).

Wie viel Verlust macht so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

Wie sich leicht errechnen lässt, reichten die Erträge bei Decimo immerhin schon mal, um die (allerdings bescheidenen) Personal- und Marketingausgaben zu finanzieren; und selbst die Zinsaufwendungen ließen sich noch aus den Einnahmen decken.  Aufgrund der „anderen Verwaltungsaufwendungen“ und weiterer Posten (zum Beispiel Abschreibungen von gut 100.000 Euro) stand unterm Strich allerdings  ein deutlicher Jahresfehlbetrag in Höhe von 394.305 Euro.

Wie viel Geschäft macht so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

Decimo kam 2016 auf ein Vorfinanzierungsvolumen in Höhe von 5,9 Mio. Euro.

Wie stark wächst so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

2016 verarbeitete Decimo insgesamt 8.637 Forderungen – was einem Plus von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Aus dem Ausblick in der Bilanz lässt sich zudem entnehmen, wie sich die Geschäfte im ersten Quartal 2017 entwickelten. So stiegen die Gesamterträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 40.000 Euro auf rund 103.000 Euro, ein Plus von rund 160 Prozent.

Wie gut beherrscht so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich sein Geschäft?

Die „Abschreibungen auf Forderungen und Zuführungen zu Wertberichtigungen“ beliefen sich auf 93.000 Euro. Laut Geschäftsbericht war dieser Betrag „nach wie vor nicht zufriedenstellend“. Allerdings senkte Decimo den Anteil „ausgefallener und ausfallbedrohter Forderungen“ gemessen am Factoringumsatz von 3,7% in 2015 auf nur noch 1,6%. Gemessen an den Ausfällen klassischer Factoring-Firmen ist das natürlich immer noch extrem hoch. Allerdings: 1.) Decimo bedient eine völlig andere Zielgruppe als die etablierte Konkurrenz (nämlich Selbständige und Freiberufler). Und 2.)  Die Ausfallraten bei kreditgewährenden Fintechs sind anfangs fast immer sehr hoch. Das kann auch damit zu tun haben, dass die Start-ups  Ausfälle sogar bewusst in Kauf nehmen, um entsprechende Lehren daraus zu ziehen – und die Systeme zu verbessern.

Mit wem partnert so ein Durchschnitts-Fintech eigentlich?

Im Geschäftsbericht ist die Rede von einem namentlich nicht genannten Refactoring-Partner, der Forderungen in Höhe von 526.000 Euro refinanziert habe – hierbei sei es i.d.R. um Laufzeiten von mehr als 30 Tagen gegangen. Die kurzfristigen Forderungen wurden derweil durch ein Betriebsmitteldarlehen der Hypo-Vereinsbank in Höhe von 500.000 Euro gedeckt.  Wenn wir es richtig verstehen, stützte sich die HVB dabei wiederum auf ein Programm der Investitionsbank Berlin-Brandenburg (ging also vermutlich nur teilweise selbst ins Risiko).

Wie verhält sich die Größe eines solchen Durchschnitts-Fintechs eigentlich zum Gesamtmarkt?

Der Branchenumsatz (bezogen auf die Mitglieder des deutschen Factoring-Verbandes) lag 2016 bei 216,8 Mrd. Euro. Gemessen daran ist Decimo natürlich noch ein Winzling.

24/05/18: Dreht Diemer jetzt völlig ab?, Das Comeback von Numbrs, Macht die Dt. Bank wirklich ernst?

Was es bedeutet, wenn bei der Deutschen Bank wirklich 10.000 Stellen wegfallen sollten

An horrende Jobabbau-Programme bei großen Banken hat man sich ja längst gewöhnt – genauso wie daran, dass bei der initialen Verkündung solcher Programme schon laufende Programme gern mal eingerechnet werden. Zum Beispiel weil es (rein fiktiv gesprochen) gilt, einem angeschlagenen AR-Chef den Allerwertesten zu retten oder einem neuen CEO vor den Investoren ein bisschen Street Credibility zu verschaffen. Was hat vor es vor diesem Hintergrund nun mit der Nachricht auf sich, dass die Deutsche Bank angeblich 10.000 Jobs abbauen will? 1.) Wenn wir es richtig verstehen (wir berufen uns hier auf die FAZ), dann sind die 6000 Jobs, die im Zuge der Postbank-Integration wegfallen sollen, in den 10.000 NICHT mit drin. Das hieße 2.), dass die 10.000 i.d.T. gewaltig wären, zumal, wenn die Stellen binnen nur zwölf Monaten abgebaut würden (wäre das  überhaupt vereinbar damit, dass 2019 die Restrukturierungs-Kosten sinken sollen, wie der CFO vor wenigen Tagen verkündet hat???). 3.) Bei dem Programm würde es nicht nur und nicht mal in erster Linie um den Aktienhandel gehen, wie es gestern kurzzeitig hieß. Und auch nicht nur um New York. Sondern 4.) Es würde um das Investmentbanking generell und damit auch um London und also ans Eingemachte gehen. Sind die „10.000 in 12 Monaten“ also ernst gemeint? Und sind sie fix? Oder wird um sie noch gerungen? Antworten vielleicht schon heute.  FAZ , SZ, Bloomberg

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News

Im Grunde gibt es zwei Arten von Fintechs: Die, die man ernst nehmen muss. Und die, bei denen das weniger der Fall ist. Gefühlt hatten wir den (deutsch-)schweizerischen Banking-App-Anbieter Numbrs trotz (oder wegen?) seiner irre hohen Funding-Verlautbarungen irgendwie schon in der zweiten Kategorie abgeheftet. Womöglich war das vorschnell: Finews

Mit welchen Argumenten die Banken sich die Tech-Konzerne vom Leib halten wollen: Unter anderem mit dem, dass eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) ja nichts anderes sei als ein Instrument zur Generierung von Depositen, weshalb jeder, der eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) anbiete, gefälligst genauso streng reguliert gehöre wie eine Bank. So (oder so ähnlich) hat es der Chef der BNP Paribas laut „FT“ gesagt. „Financial Times“ (Paywall)

Bei aller Wertschätzung für Sebastian Diemer: Als Politiker können wir uns den Finiata-Chef (und Kreditech-Gründer) irgendwie so überhaupt nicht vorstellen (nicht mal ein bisschen). Er selbst sieht aber das offenbar anders. „Vielleicht ist das etwas für später“, hat Diemer dem HB gesagt. „Irgendwann bin ich nicht mehr auf dem Spielfeld, sondern kreiere es.“ Zur Erinnerung: Ganz ähnlich hatte sich zuletzt auch schon Finleap-Chef Ramin Niroumand geäußert. Womit also nur noch offen wäre, wer von den beiden 2026 im „Ersten Kabinett Kukies“ den Digitalminister gibt und wer den Kryptominister. Handelsblatt (Paywall)

Okay, wenn wir Bruchstücke aus „Handelsblatt“-Interviews jetzt schon zu „Nachrichten“ aufbauschen: … dann können wir Ihnen auch noch als News verkaufen, dass die St. Galler Kantonalbank im Deutschland-Geschäft weiterhin Geld verbrennt. Wenn wir dazu noch eine Pseudo-Meta-Ebene einziehen dürfen: Wieder einmal zeigt sich, welcher der beiden Bankenmärkte der schwierigere ist. Denn, zur Erinnerung: In Deutschland schreibt ja selbst die UBS regelmäßig rote Zahlen, während umgekehrt in der Schweiz sogar die Commerzbank erfolgreich ist. Bloomberg/Welt

… und dann noch was, was Ihnen „Google News“ womöglich gestern Abend schon erzählt hat: Der FMS (also der Bankenrettungsfonds) hat u.a. dank des Kursanstiegs der Commerzbank-Aktie im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,46 Mrd. Euro, nun ja, „erwirtschaftet“. Sind natürlich nur Buchgewinne (die zwischenzeitlich und teilweise auch schon wieder pulverisiert sein dürften, da die Coba-Aktie seit Jahresbeginn ja brav wieder fällt). Und ändert wenig daran, dass sich die Gesamtverluste des FMS per Ende 2017 auf rund 21 Mrd. Euro türmten. Reuters/Manager Magazin

Linktipps

Warum Instant Payment im KMU-Geschäft vielleicht doch Sinn machen könnte: Kaum starten die Banken mit dem neuen Service, erklären ihn die ersten Fintech-Blogger (namentlich: Maik Klotz und Tobias Baumgarten) auch schon für gescheitert. „Finanz-Szene.de“ fragte darum die Leser: Ist das wirklich so? Oder werden sich nicht doch ein paar Anwendungsfälle für Echtgeld-Überweisungen herausschälen – wenn schon nicht im Retail-, dann ja vielleicht wenigstens im Firmenkundengeschäft? Hier eine der spannenden Antworten, die uns erreichten: Finanz-Szene.de

Das sind uns die liebsten: Schwimmen ganz oben auf der Fintech-Welle und kokettieren dann damit, dass sie ihre eigene Firma „gar nicht als Fintech verstehen“ … Aber sei’s drum, trotzdem interessant, was der Deutschland-(und Nordeuropa)-Chef des heimlichen Payment-Riesen Stripe, Felix Huber, so zu erzählen hat. Paymentandbanking

Warum die Leute in den Work-out-Abteilungen der Banken in den nächsten Monaten wieder mehr zu tun bekommen: … erläutern unter Verweis auf drohende Liquiditätsengpässe bei KMUs die Kollegen von Finance

Was macht eigentlich George, die gehypte Online-Plattform der österreichischen Erste Group? Vorstand Peter Bosek hat es „Reuters“ erzählt. Rtr/Futurezone

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter den idealen Einstieg in die Tageslektüre bietet: Interessante Geschichten auch, aber nicht nur aus der Fintech-Szene, sozusagen ein Appetit-Anreger für intensivere Befassung, erleichtert durch die nützlichen Links. Übersichtlich, kurz und knapp, dabei locker und unterhaltsam geschrieben, nicht bierernst und, wo nötig, auch mit einem Schuss Selbstironie. Damit auf seinem Gebiet auch irgendwie disruptiv!“

Michael Kemmer ist der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken

Klickfavorit

… war gestern naheliegenderweise unsere große Recherche zur Stadtsparkasse Düsseldorf (die uns dooferweise mehrere Tage gekostet hat, weshalb wir, siehe obige News-Sektion, heute fast gar nichts für Sie im Angebot haben. Die Cost-Income-Ratio von „Finanz-Szene.de“ dürfte damit diese Woche bei gefühlten 134,8 liegen, was nicht mal die Deutsche Bank schafft).  Finanz-Szene.de

24/05/18: Macht die Dt. Bank wirklich ernst?, Das D-Problem der Schweizer Banken, Michael Kemmer

Was es bedeutet, wenn bei der Deutschen Bank wirklich 10.000 Stellen wegfallen sollten

An horrende Jobabbau-Programme bei großen Banken hat man sich ja längst gewöhnt – genauso wie daran, dass bei der initialen Verkündung solcher Programme schon laufende Programme gern mal eingerechnet werden. Zum Beispiel weil es (rein fiktiv gesprochen) gilt, einem angeschlagenen AR-Chef den Allerwertesten zu retten oder einem neuen CEO vor den Investoren ein bisschen Street Credibility zu verschaffen. Was hat vor es vor diesem Hintergrund nun mit der Nachricht auf sich, dass die Deutsche Bank angeblich 10.000 Jobs abbauen will? 1.) Wenn wir es richtig verstehen (wir berufen uns hier auf die FAZ), dann sind die 6000 Jobs, die im Zuge der Postbank-Integration wegfallen sollen, in den 10.000 NICHT mit drin. Das hieße 2.), dass die 10.000 i.d.T. gewaltig wären, zumal, wenn die Stellen binnen nur zwölf Monaten abgebaut würden (wäre das  überhaupt vereinbar damit, dass 2019 die Restrukturierungs-Kosten sinken sollen, wie der CFO vor wenigen Tagen verkündet hat???). 3.) Bei dem Programm würde es nicht nur und nicht mal in erster Linie um den Aktienhandel gehen, wie es gestern kurzzeitig hieß. Und auch nicht nur um New York. Sondern 4.) Es würde um das Investmentbanking generell und damit auch um London und also ans Eingemachte gehen. Sind die „10.000 in 12 Monaten“ also ernst gemeint? Und sind sie fix? Oder wird um sie noch gerungen? Antworten vielleicht schon heute.  FAZ , SZ, Bloomberg

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News

Wow, war das gestern jenseits der Deutschen Bank eine dürre Nachrichtenlage: … was uns allen Ernstes dazu bringt, Ihnen als Top-News zu verkaufen, dass die St. Galler Kantonalbank im Deutschland-Geschäft weiterhin Geld verbrennt. Wenn wir dazu noch eine Pseudo-Meta-Ebene einziehen dürfen: Wieder einmal zeigt sich, welcher der beiden Bankenmärkte der schwierigere ist. Denn, zur Erinnerung: In Deutschland schreibt ja selbst die UBS regelmäßig rote Zahlen, während umgekehrt in der Schweiz sogar die Commerzbank erfolgreich ist. Bloomberg/Welt

Und die nächste „News“ mit Connaisseur-Faktor 10: Die Citigroup will ihre Deutschland-Tochter umbauen, berichtet der nimmermüde Kollege von efinancialcareers.

… und dann noch was, was Ihnen „Google News“ mutmaßlich gestern Abend schon erzählt hat: Der FMS (also der Bankenrettungsfonds) hat u.a. dank des Kursanstiegs der Commerzbank-Aktie im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,46 Mrd. Euro, nun ja, „erwirtschaftet“. Sind natürlich nur Buchgewinne (die zwischenzeitlich und teilweise auch schon wieder pulverisiert sein dürften, da die Coba-Aktie seit Jahresbeginn ja brav wieder fällt). Und ändert wenig daran, dass sich die Gesamtverluste des FMS per Ende 2017 auf rund 21 Mrd. Euro türmten. Reuters/Manager Magazin

Im Grunde gibt es zwei Arten von Fintechs: Die, die man ernst nehmen muss. Und die, bei denen das weniger der Fall ist. Gefühlt hatten wir den (deutsch-)schweizerischen Banking-App-Anbieter Numbrs trotz (oder wegen?) seiner irre hohen Funding-Verlautbarungen irgendwie schon in der zweiten Kategorie abgeheftet. Womöglich war das vorschnell: Finews

Mit welchen Argumenten die Banken sich die Tech-Konzerne vom Leib halten wollen: Unter anderem mit dem, dass eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) ja nichts anderes sei als ein Instrument zur Generierung von Depositen, weshalb jeder, der eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) anbiete, gefälligst genauso streng reguliert gehöre wie eine Bank. So (oder so ähnlich) hat es der Chef der BNP Paribas laut „FT“ gesagt. „Financial Times“ (Paywall)

Linktipps

Warum Instant Payment im KMU-Geschäft vielleicht doch Sinn machen könnte: Kaum starten die Banken mit dem neuen Service, erklären ihn die ersten Fintech-Blogger (namentlich: Maik Klotz und Tobias Baumgarten) auch schon für gescheitert. „Finanz-Szene.de“ fragte darum die Leser: Ist das wirklich so? Oder werden sich nicht doch ein paar Anwendungsfälle für Echtgeld-Überweisungen herausschälen – wenn schon nicht im Retail-, dann ja vielleicht wenigstens im Firmenkundengeschäft? Hier eine der spannenden Antworten, die uns erreichten: Finanz-Szene.de

Das sind uns die liebsten: Schwimmen ganz oben auf der Fintech-Welle und kokettieren dann damit, dass sie ihre eigene Firma „gar nicht als Fintech verstehen“ … Aber sei’s drum, trotzdem interessant, was der Deutschland-(und Nordeuropa)-Chef des heimlichen Payment-Riesen Stripe, Felix Huber, so zu erzählen hat. Paymentandbanking

Warum die Leute in den Work-out-Abteilungen der Banken in den nächsten Monaten wieder mehr zu tun bekommen: … erläutern unter Verweis auf drohende Liquiditätsengpässe bei KMUs die Kollegen von Finance

Was macht eigentlich George, die gehypte Online-Plattform der österreichischen Erste Group? Vorstand Peter Bosek hat es „Reuters“ erzählt. Rtr/Futurezone

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter den idealen Einstieg in die Tageslektüre bietet: Interessante Geschichten auch, aber nicht nur aus der Fintech-Szene, sozusagen ein Appetit-Anreger für intensivere Befassung, erleichtert durch die nützlichen Links. Übersichtlich, kurz und knapp, dabei locker und unterhaltsam geschrieben, nicht bierernst und, wo nötig, auch mit einem Schuss Selbstironie. Damit auf seinem Gebiet auch irgendwie disruptiv!“

Michael Kemmer ist der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken

Klickfavorit

… war gestern naheliegenderweise unsere große Recherche zur Stadtsparkasse Düsseldorf (die uns dooferweise mehrere Tage gekostet hat, weshalb wir, siehe obige News-Sektion, heute fast gar nichts für Sie im Angebot haben. Die Cost-Income-Ratio von „Finanz-Szene.de“ dürfte damit diese Woche bei gefühlten 134,8 liegen, was nicht mal die Deutsche Bank schafft).  Finanz-Szene.de

Warum Instant Payment im KMU-Geschäft vielleicht doch Sinn machen könnte

Von Heinz-Roger Dohms

Kaum starten die Banken mit Instant Payments, erklären die ersten Fintech-Blogger (namentlich: Maik Klotz und Tobias Baumgarten) den neuen Service auch schon für gescheitert. „Finanz-Szene.de“ fragte darum die Leser: Ist das wirklich so? Oder werden sich mit der Zeit nicht doch ein paar Anwendungsfälle für Echtgeld-Überweisungen herausschälen? Wenn schon nicht im Retail-, dann ja vielleicht wenigstens im Firmenkunden-geschäft? Unsere erreichten eine Reihe spannender Antworten, von denen wir die folgende veröffentlichen wollen (übrigens anonym, weil der Autor bei einem bekannten deutschen Finanzdienstleister in nicht ganz subaltener Position arbeitet und wir uns die in solchen Fällen gern mal sehr, sehr umständliche Abstimmung mit der PR-Abteilung sparen wollen):

„Aus meiner Erinnerung ist das Instant Payment aus der Regulatorik (PSD/SEPA) heraus geboren. Anlass/Ursache waren die unterschiedlichen Zahlungswege und damit auch Wertstellungstage im Überweisungsverkehr. SEPA regelt erstmalig verbindliche Durchlaufzeiten, die EU hätte gern weniger gehabt. Vermutlich wurde Instant Payment damals als Fernziel versprochen, um Zeit zu gewinnen. Siehe hierzu auch den diesen Link hier.

Anwendungsfälle sehe ich in der Tat eher im Firmenkundengeschäft; Retailkunden zahlen stattdessen einfach mit Karte (physisch oder digital). Im Firmenkundengeschäft findet das Instant Payment einen Platz zwischen regulärem Überweisungsverkehr (die meisten Unternehmen sind nicht unglücklich, wenn sie Zahlungsziele haben…), Dokumentärem Geschäft (z.B. Dokumenten Inkassi) und Barverkehr. Die Nutzung dürfte sich in klassischen Geld-gegen-Ware-Situationen ergeben (Großmärkte für gewerbliche Kunden, manche Warenlieferungen oder Dienstleistungen). Statt Barzahlung, Lastschrift oder regüläre Überweisung kommt dann eben Instant Payment zum Einsatz.

Das Hauptkannibalisierungsopfer müssten die Barzahler sein (die bisher z.B. aus Bonitätsgründen kein Zahlungsziel bekommen). Vermutlich bleibt es maximal ein Nischenprodukt. Ich kann mir gegenwärtig nicht vorstellen, dass es der Marktstandard wird. Denn dann gäbe es ja kaum mehr Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferung- und Leistung. Die großen Konzerne, die genügend Liquidität haben, mögen versucht sein, Ihren Lieferanten Instant Payment im Gegenzug für bessere Preise anzubieten – ich glaube aber nicht, dass diese realistischerweise schnell genug mit Warenannahme, Qualitätskontrolle, Einlagerung und den anderen Prozessen sind, als dass sie wirklich „instant“ leisten würden. Dies wäre also vermutlich eine saure Zitrone für Lieferanten, die sich darauf einlassen.“