Exklusiv: So wenige Kunden hat die Commerzbank in Q1 wirklich gewonnen

Von Heinz-Roger Dohms

Lustigerweise wurden wir zuletzt von zwei nicht ganz unbekannten deutschen Bankern unabhängig voneinander gefragt, ob wir zufällig wüssten, ob in den Neukunden-Zahlen der Commerzbank die Neukunden der Comdirect mit drin seien (das Unwissen war nicht gespielt, die beiden Herren wussten es wirklich nicht). Um es kurz zu machen: Ja, klar wird die Comdirect immer eingerechnet. Sonst wären die Zahlen ja lange nicht so hoch …

Klicken Sie doch einfach mal hier, liebe Banker, das ist ein offizielles PDF-Dokument der Coba. Aus diesem geht (Seite 3) hervor, dass die Commerzbank in Q1 netto 73.000 Kunden gewonnen haben will. Und dann klicken Sie hier: Hinter diesem Link verbergen sich nämlich die sogenannten „Monatszahlen“ der Comdirect. Dort steht: Ende März 2018: 3.392 Kunden (in tausend). Ende Dezember: 3.338 (in tausend). Macht ein Delta von 54.000 (in normal).

Sie brauchen, liebe Banker, von den 73.000 also nur die 54.000 abzuziehen, und dann wissen sie, wie viele Kunden die Commerzbank zwischen Januar und März (wirklich) gewonnen hat, nämlich nur 19.000. Und falls jetzt irgendwer Verdacht schöpft, die Coba könnte unterm Strich gar Kunden verlieren, weil die M-Bank (also die coole Polen-Tochter) ebenfalls in die 73.000 eingerechnet wurde … Nope. Die M-Bank ist nicht mit drin. Es sind 19.000.

Und hier noch die Zahlen für 2017: Die Commerzbank gewann 281.000 Kunden, die Comdirect (inkl. Onvista) 221.000 Kunden und ohne Onvista 119.000 Kunden.

Payment-Deal des Jahres: Paypal will offenbar iZettle übernehmen

Von Heinz-Roger Dohms

Paukenschlag in der europäischen Fintech-Branche: Wie die „Financial Times“ und „Sky News“ berichten, will Paypal für mehr als zwei Milliarden Euro den schwedischen Mobile-Payment-Spezialisten iZettle übernehmen (was  morgen Früh auch in der Berliner Friedrichstraße ein paar Meetings nach sich ziehen dürfte, weil hier der auch nicht ganz kleine deutsch-britische iZettle-Widersacher SumUp seinen Deutschland-Sitz hat). Jedenfalls: Eigentlich sollte iZettle ja demnächst an die Börse gehen. Doch stattdessen will Paypal dem IPO offenbar zuvorkommen und das schwedische Vorzeige-Fintech schon vor dessen Listing vom Markt nehmen (so wie es Microsoft einst mit Skype tat, aber das ist eine andere amerikanisch-schwedische Geschichte). Laut „FT“ könnte das Angebot schon heute offiziell verkündet werden. Zugleich sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass der avisierte Deal noch platzt.

Dokumentation: Warum Barclays das Kursziel der Deutschen Bank auf 8 Euro gesenkt hat

Mit einer spektakulären Senkung des Kursziels auf nur noch 8 Euro hat Barclays in dieser Woche die Aktie der Deutschen Bank unter Druck gesetzt. Mit (zugegeben) leichter Verspätung hat „Finanz-Szene.de“ die Studie in die Hände bekommen. Hier dokumentieren wir die beiden Kernaussagen:

1. We think the group will continue to lose market share

This is a function of (i) the restructuring measures announced to the CIB businesses in the US and Asia, (ii) a consequence of potential ratings actions (we highlight S&P in particular), and (iii) higher funding costs than peers.

The group is looking to scale back in US rates, US and Asia corporate cinance, and Global Prime Finance. There appears to be a clear focus on reducing leverage exposure. We think these measures will make it harder for the group to compete with peers and will come with significant cost.

The group’s counterparty ratings are on credit watch negative with S&P, and a cut could make it less attractive for clients to do business with the group. According to company presentations, these ratings are relevant for >95% of the group’s clients.

Last but not least, funding costs for the group remain above those for peers, making it hard for the group to compete effectively in the market place. From our analysis, we see limited scope for cost reduction in the next few years.

2. We think the updated cost target is still tough to achieve

The group has a target to reduce costs to Eur23bn in 2018. This is a key part of improving profitability, as the group’s cost base has not reduced as quickly as revenues.

In 2018 we have already seen disappointment in Q1, where costs increased 4% YoY on a constant FX basis, partly driven by higher levies, and partly due to it costs. Also there was little change in personnel costs.

Press reports (Handelsblatt) suggest that the labour unions in Germany have negotiated c.3% pay increases in 2018 and 2019, and their agreement precludes compulsory redundancies until 2021. As such, the only real flexibility may be in CIB costs and some general and administrative expenses.

We think that to achieve the revised target the group may need to repeat the retention award program (from 2016) and cut variable compensation again significantly. This could have further consequences on the business.

Verbünden sich die Sparkassen mit Ingenico?

Von Heinz-Roger Dohms

Im Bieterwettstreit um den Sparkassen-Acquirer BS Payone steht eine Entscheidung offenbar kurz bevor. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sind nur noch zwei Interessenten im Rennen, nämlich der US-Konzern First Data mit seiner deutschen Tochter Telecash (siehe auch unser Bericht neulich) und der französische Payment-Spezialist Ingenico, der hierzulande mit dem Acquirer Easycash den Markt beackert. Schon in den nächsten Tagen soll der Aufsichtsrat von BS Payone zusammenkommen, um eine Vorentscheidung zu fällen. Danach müssen noch die Gremien des Deutschen Sparkassenverlags (also des Eigners von BS Payone) und des Sparkassenverbands zustimmen.

Die Sparkassen hatten vor knapp einem Jahr bekanntgegeben, dass sie einen Investor für ihren hauseigenen Payment-Spezialisten suchen. Die entsprechende Initiative ging ursprünglich noch von Michael Ilg aus, dem Ende 2016 plötzlich verstorbenen Chef des Sparkassenverlags. Um ihren Acquirer für potenzielle Interessenten attraktiv zu machen, hatten die Sparkassen die einstige B+S Card Services mit dem 2015 übernommenen Kieler Finanz-Startup Payone verschmolzen. Während B+S aus dem stationären Handel kommt, hat Payone seine Stärken im Internetgeschäft.

Fest steht, dass die Sparkassen ihren Acquirer nicht komplett verkaufen, sondern möglichst sogar die Mehrheit an BS Payone behalten wollen. Das war der mutmaßliche Grund, warum sich der ursprüngliche Favorit – nämlich die gemeinsam agierenden US-Finanzinvestoren Bain und Advent mit ihrer deutschen Beteiligung Concardis – schon vor längerer Zeit aus dem Bieterverfahren verabschiedet haben soll. Kenner der Vorgänge sagen, dass die Frage der Anteilsverteilung auch in den Gesprächen mit First Data und Ingenico kritisch gewesen sei. Eine mögliche Lösung könnte so aussehen: Die Sparkassen behalten zwar gut 50 Prozent der Anteile – dafür bestimmt der künftige Partner (also First Data oder Ingenico) über die Governance. Der Hebel hierzu könnte zum Beispiel in der Verteilung der Aufsichtsmandate bestehen. Allzu viel Cash wird bei dem Deal vermutlich nicht fließen. Stattdessen würde First Data wohl die Tocher Telecash einbringen und Ingenico umgekehrt die Tochter Easycash.

Ob First Data oder Ingenico den Zuschlag erhalten, sei tatsächlich noch nicht entschieden, heißt es in Finanzkreisen; nicht mal ein eindeutiger Favorit sei auszumachen. Für Ingenico spricht womöglich, dass mancher Sparkässler einen europäischen Partner  lieber sehen könnte als einen amerikanischen. Etwas handfester ist ein Argument, das umgekehrt für First Data sprechen dürfte: Es soll nicht wenige Sparkassen geben, die seit Jahren schon die Produkte der First-Data-Tochter Telecash vertreiben statt die der B+S – was innerhalb des öffentlich-rechtlichen Verbunds gerne mal zu Knatsch führt. Würde man nun die BS Payone mit Telecash zusammenführen, wäre dieses Problem auf elegante Weise gelöst.

Übrigens verbindet auch First Data bzw. Telecash und Ingenico bzw. Easycash eine gemeinsame Vergangenheit. Der US-Payment-Riese war in den frühen Nullerjahren  nach Deutschland gekommen und hatte 2003 zunächst Telecash (von der Telekom) sowie 2006 den Kartenabwickler GZS (von den Banken) übernommen. Die damalige GZS-Tochter Easycash musste im Zuge der Übernahme aber gleich wieder verkauft werden – ansonsten hätte das Bundeskartellamt dem Deal die Zusage verweigert, weil Telecash und GZS/Easycash im deutschen Netzbetrieb auf einen Marktanteil von über 50 Prozent gekommen wären. Und so landete Easycash schließlich (über den Umweg Warburg Pincus) bei Ingenico.

17/05/18: Können deutsche Bank digital?, Google Pay, Die Acquiring-Revolution

Oha. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brechen ein

… und zwar die eine (nämlich die der blauen Bank) um 2,7 Prozent, die andere (also die der gelben Bank) gar um krasse 6,1 Prozent. Nun liegt man sicherlich nicht daneben, wenn man einen Teil dieser Verluste auf den gestrigen Italien-Schock zurückführt. Was die Commerzbank angeht, würden wir darüber hinaus aber dann doch die Behauptung wagen, dass manche Investoren vorgestern ganz gut daran getan hätten, die Q-Zahlen richtig zu lesen, statt einer mantaesken „Boah, geil, gibt wieder Dividende, wo ist der Order-Knopf?“-Logik zu folgen. Bei der Deutschen Bank wiederum scheint es so zu sein, dass sich manche Analysten konkurrierender Geldinstitute schon wieder in einer gewissen Sturmreif-Laune befinden, namentlich Herr Goel von Barclays, der das Kursziel gestern mal eben auf 8 Euro senkte. Bis dahin freilich ist es noch weit, die 10-Euro-Marke hingegen könnte zeitnah wackeln, und zwar nicht nur bei der Blaubank (Schlusskurs gestern: 10,98 Euro), sondern auch und sogar eher bei der Gelbbank (10,34 Euro).

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News

Welches Ungemach droht der Deutschen Bank denn da schon wieder von der New Yorker Fed? „Bloomberg“ berichtet a) von einem mysteriösen  Treffen zwischen den US-Aufsehern und AR-Chef Achleitner irgendwann Ende März / Anfang April (also in jenen Tagen, als sich die Ablösung John Cryans erst anbahnte und dann auch vollzogen wurde), erinnert b) daran, dass sich die Strafen, zu denen die NY Fed die Deutsche Bank über die Zeit verurteilt hat, inzwischen auf eine Viertelmilliarde Dollar summieren, und dreht c) die ganze Geschichte dann so, dass es sich liest, als habe der neue CEO Sewing da womöglich ein dickes Problem an der Backe. Wie dick das Problem wirklich ist, bleibt gleichwohl offen. Bloomberg

Anleger fliehen aus Kaldemorgen-Fonds: Neue Hiobsbotschaft für die DWS. Nach der schwachen 2017er-Performance des „Deutsche Concept Kaldemorgen“ haben Anleger im ersten Quartal stolze 844 Mio. Euro aus dem Flaggschiff-Fonds abgezogen; auch den „DWS Top Dividende“ (minus 700 Mio. Euro) und dessen Schwesterprodukt „Deutsche Invest I Top Dividend“ (minus 579 Mio. Euro) erwischte es. Dass die Deutsche-Bank-Tochter unterm Strich trotzdem Zuflüsse in Höhe von 2,1 Mrd. Euro verzeichnete, lag nicht nur, aber auch am weiterhin boomenden ETF-Vertrieb. Problem: Dort sind die Margen deutlich geringer. Fondsprofessionell

Die Silicon Valley Bank plant für Ihre Deutschland-Dependance jetzt doch mit mehr als 10 Mitarbeitern … nämlich mit 20 (bis Jahresende). Bloomberg/Welt

Und was ist jetzt eigentlich an der Geschichte dran, dass die Comdirect demnächst mit Google Pay startet? Nun ja, zumindest berichtete der mutmaßlich einzige Blog da draußen, den wir nicht stündlich screenen, nämlich „Caschys Blog“, schon am Samstag, dass die Quickborner Power-Bank eine (mittlerweile gelöschte) Informationsseite zur Nutzung von Google Pay (versehentlich?) freigeschaltet hatte. Ein nicht nur uns, sondern offenbar generell unbekannter Twitter-Nutzer namens Philip twitterte daraufhin am Sonntag einen (womöglich echten) Dialog aus dem Comdirect-Kunden-Chat. Darin hieß es, Google Pay solle „demnächst losgehen“. Und: Die Comdirect hat die Sache, soweit wir das sehen, trotz diverser Journalistenanfragen nicht dementiert. Wenn das mal keine lückenlose Indizienkette ist. Wozu Google Pay überhaupt gut ist, erklären derweil die Kollegen von „Chip“.

Ignoriert

Bei allem Respekt für die in Frankfurt neuerdings sehr beliebte Herrschaftsform der Theokratie – aber Meldungen nach dem Motto „Weimer regiert durch“, „Neues Ungemach für Kengeter“  und „Zieht sich Faber vorzeitig zurück?“ werden bei „Finanz-Szene.de“ von heute an nicht mehr verlinkt.

Linktipps

Warum läuft bei der Digitalisierung der deutschen Banken eigentlich so relativ viel schief? Dieser Frage haben sich die schwarmintelligenten Herren Keese, Bajorat, Thalhammer, Siegert und Otero sowie Frau Wohlfarth gewidmet. Paymentandbanking-Blog

Gestern hatten wir uns der Digitalisierung der Commerzbank ja aus der Vogelperspektive genähert … Die „Börsen-Zeitung“ hingegen geht heute ins Detail, und zwar am Beispiel der Vermählung herkömmlicher SAP-Geschäftsprozesse mit der Blockchain-Plattform „Corda“ (für Nicht-BÖZ-Abonnenten: Leider ist nur die Kurzfassung frei zugänglich). Kurzfassung, Langfassung (Paywall)

Und wenn Sie statt der dünnen Soße, die wir hier jeden Tag anrühren, mal eine richtige Béarnaise kosten wollen, dann empfehlen wir Ihnen den „Abrantix-Blog“ , auf den wir diese Woche eher zufällig stießen, als wir in völliger Ahnungslosigkeit nach einer Deutungshilfe zur Einordnung des SIX-Wordline-Deals googelten. Der jüngste Blog-Eintrag, er stammt vom 1. Mai, befasst sich übrigens mit dem rasanten Wandel der Acquiring-Industrie, gut erklärt, und auch nicht zu lang. Abrantix-Blog 

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich hier gleich morgens einen Überblick mit Hintergrund in klarer Sprache und ohne Jargon bekomme!“

Gunter Dunkel ist Ex-Chef der NordLB, Mitgründer des Startups „Directors Academy“ – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten.

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zum Ertragseinbruch im Firmenkunden-Geschäft der Commerzbank. Finanz-Szene.de

Gewinnspiel

Liebe Leser/innen, seien wir ehrlich, dröger als heute waren die Themen in unserem kleinen Newsletter selten. Als Entschädigung haben wir deshalb ein Gewinnspiel vorbereitet: Wer es schafft, in maximal 1000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) auch nur einigermaßen verständlich zu erklären, was uns diese Pressemitteilung hier über den Aufbau einer „Fintech-Acceleration-Plattform“ durch die Deutsche Börse und zwei Finanz-Startups eigentlich sagen soll – der gewinnt den Abdruck dieser maximal 1000 Zeichen in der morgigen Ausgabe.

17/05/18: Deutsche Bankaktien brechen ein, Fed vs. Achleitner, Flucht aus DWS-Fonds

Oha. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brechen ein

… und zwar die eine (nämlich die der blauen Bank) um 2,7 Prozent, die andere (also die der gelben Bank) gar um krasse 6,1 Prozent. Nun liegt man sicherlich nicht daneben, wenn man einen Teil dieser Verluste auf den gestrigen Italien-Schock zurückführt. Was die Commerzbank angeht, würden wir darüber hinaus aber dann doch die Behauptung wagen, dass manche Investoren vorgestern ganz gut daran getan hätten, die Q-Zahlen richtig zu lesen, statt einer mantaesken „Boah, geil, gibt wieder Dividende, wo ist der Order-Knopf?“-Logik zu folgen. Bei der Deutschen Bank wiederum scheint es so zu sein, dass sich manche Analysten konkurrierender Geldinstitute schon wieder in einer gewissen Sturmreif-Laune befinden, namentlich Herr Goel von Barclays, der das Kursziel gestern mal eben auf 8 Euro senkte. Bis dahin freilich ist es noch weit, die 10-Euro-Marke hingegen könnte zeitnah wackeln, und zwar nicht nur bei der Blaubank (Schlusskurs gestern: 10,98 Euro), sondern auch und sogar eher bei der Gelbbank (10,34 Euro).

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Der Bund hat einen Großteil seiner verbliebenen Deutsche-Pfandbriefbank-Aktien losgeschlagen … und dafür 287 Mio. Euro kassiert. Reuters

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Und was ist jetzt eigentlich an der Geschichte dran, dass die Comdirect demnächst mit Google Pay startet? Nun ja, zumindest berichtete der mutmaßlich einzige Blog da draußen, den wir nicht stündlich screenen, nämlich „Caschys Blog“, schon am Samstag, dass die Quickborner Power-Bank eine (mittlerweile gelöschte) Informationsseite zur Nutzung von Google Pay (versehentlich?) freigeschaltet hatte. Ein nicht nur uns, sondern offenbar generell unbekannter Twitter-Nutzer namens Philip twitterte daraufhin am Sonntag einen (womöglich echten) Dialog aus dem Comdirect-Kunden-Chat. Darin hieß es, Google Pay solle „demnächst losgehen“. Und: Die Comdirect hat die Sache, soweit wir das sehen, trotz diverser Journalistenanfragen nicht dementiert. Wenn das mal keine lückenlose Indizienkette ist. Wozu Google Pay überhaupt gut ist, erklären derweil die Kollegen von „Chip“.

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Bei allem Respekt für die in Frankfurt neuerdings sehr beliebte Herrschaftsform der Theokratie – aber Meldungen nach dem Motto „Weimer regiert durch“, „Neues Ungemach für Kengeter“  und „Zieht sich Faber vorzeitig zurück?“ werden bei „Finanz-Szene.de“ von heute an nicht mehr verlinkt.

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Gestern hatten wir uns der Digitalisierung der Commerzbank ja aus der Vogelperspektive genähert … Die „Börsen-Zeitung“ hingegen geht heute ins Detail, und zwar am Beispiel der Vermählung herkömmlicher SAP-Geschäftsprozesse mit der Blockchain-Plattform „Corda“ (für Nicht-BÖZ-Abonnenten: Leider ist nur die Kurzfassung frei zugänglich). Kurzfassung, Langfassung (Paywall)

Und wenn Sie statt der dünnen Soße, die wir hier jeden Tag anrühren, mal eine richtige Béarnaise kosten wollen, dann empfehlen wir Ihnen den „Abrantix-Blog“ , auf den wir diese Woche eher zufällig stießen, als wir in völliger Ahnungslosigkeit nach einer Deutungshilfe zur Einordnung des SIX-Wordline-Deals googelten. Der jüngste Blog-Eintrag, er stammt vom 1. Mai, befasst sich übrigens mit dem rasanten Wandel der Acquiring-Industrie, gut erklärt, und auch nicht zu lang. Abrantix-Blog 

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Liebe Leser/innen, seien wir ehrlich, dröger als heute waren die Themen in unserem kleinen Newsletter selten. Als Entschädigung haben wir deshalb ein Gewinnspiel vorbereitet: Wer es schafft, in maximal 1000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) auch nur einigermaßen verständlich zu erklären, was uns diese Pressemitteilung hier über den Aufbau einer „Fintech-Acceleration-Plattform“ durch die Deutsche Börse und zwei Finanz-Startups eigentlich sagen soll – der gewinnt den Abdruck dieser maximal 1000 Zeichen in der morgigen Ausgabe.