29/05/18: Scalable erreicht 1 Mrd. Euro, Decimos falsches Funding, Doch keine blaue Digitalbank

Kein Scherz: Deutsche Bank begräbt nach nur sieben Monaten ihre Digitalbank-Pläne

Erinnern Sie sich noch, wie die Deutsche Bank im Oktober kundtat, bis Ende 2018 eine eigene Digitalbank zu starten, „in deren Zentrum ein kostenfreies Girokonto“ stehen sollte? Nun: Sieben Monate später, so hat die wunderbare Kollegin Meike Schreiber von der „SZ“ herausgefunden, hat das wichtigste (und seltsamste) Geldhaus des Landes diesen Plan bereits wieder zu den Akten gelegt. Weil: Man sei zu dem Schluss gekommen, dass hierzulande keine weitere digitale Bank gebraucht werde (eine Erkenntnis, zu der man im Herbst offenbar noch nicht gelangt war). Kollegin Schreiber kommt unter Einrechnung der „Deutschen Bank 24“ und der „Ritchotte-Digitalbank“ nun auf drei blaue Digitalbanken in nur 20 Jahren, die entweder dicht- oder niemals aufgemacht wurden. Wir würden noch Moneyshelf hinzuzählen. Dann sind es vier. Und dann klingt es noch unglaublicher. Süddeutsche Zeitung, Reuters

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Scalable Capital knackt „die Milliarde“ – doch wie ist diese Zahl einzuordnen?

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbachs dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt? Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt – dabei aber, hoffen wir zumindest, zu sehr spannenden Erkenntnissen führt: Finanz-Szene.de

News

Da haben sich echt mal zwei gefunden: Der Zins-Streit zwischen Check24 und Smava geht in die nächste Runde … Chip Online

Wenn Sie gestern irgendwo über die Nachricht eines 12-Mio.-Euro-Fundings beim Berliner Factoring-Startup Decimo gestolpert sein sollten (so stand es z.B. in der „Wirtschaftswoche“): Lassen Sie sich nicht hinter die Fichte (bzw. hinters Fintech) führen. Wir verwetten ein paar Scheibenwischer (brauchen wir eh neue, merkten wir gestern …) darauf, dass da das eigentliche Funding mal wieder hübsch mit einer dicken Ladung Fremdkapital (braucht so ein Factoring-Fintech vermutlich zur Refi) angereichert wurde. In der rheinischen Startup-Szene würde man von einem „Futel-Funding“ sprechen. Pressemitteilung

Upps, die Helaba verliert in Q1 mal eben gut ein Drittel an Neugeschäft: … wobei wir diese Nacht gerätselt haben, ob der Einbruch allein auf das Immobiliengeschäft zurückzuführen ist (Rückgang des mittel- und langfristigen Abschluss-Volumens von 2,2 Mrd. Euro auf 1,1 Mrd. Euro), oder ob auch der Corporates-Bereich betroffen ist. Denn einerseits schreibt die „Börsen-Zeitung“, das Neugeschäft habe nach 1,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr diesmal „die gleiche Höhe erreicht“, was sich mit der qualitativen Darstellung der Helaba-Pressemitteilung deckt („nahezu stabil“).  Andererseits ist dem quantitativen Teil der Helaba-PM zu entnehmen, dass das Volumen auf 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen sei. Das wäre dann „nicht die gleiche Höhe“, sondern ein bemerkenswertes Minus von je nach Rundungseffekt etwa 20% und somit „nahezu instabil“, zumal wenn man die „minus  20%“ vor dem Hintergrund betrachtete, dass die Kreditnachfrage im KMU-Geschäft laut eines gestrigen Eintrags im Blog des Bankenverbands relativ intakt zu sein scheint. Helaba-PM, BdB

Was das Thema „Italien“ angeht, sind Sie bei so ziemlich jedem Medium in diesem Land besser aufgehoben als bei „Finanz-Szene.de“: … allerdings wollen wir Sie heute Früh zumindest darauf hinweisen, dass die Deutsche-Bank-Aktie gestern Richtung 10 Euro getaumelt ist, die Commerzbank-Aktie Richtung 9 Euro, und dass selbst die Aareal-Aktie von ihrem Jahreshoch am 24. April inzwischen mehr als zehn Prozent entfernt ist. Unschöne „Auch das noch“-Effekte sind das.  FAZ (Analyse zur Deutsche-Bank-Aktie)

Linktipps:

Falls Sie den (uns selbst eher fremden) Ehrgeiz verspüren sollten, heute Abend ein kleines bissschen schlauer zu sein als heute Morgen, dann gehen Sie heute Mittag doch einfach mal alleine essen – und dann lesen Sie, während Sie essen, auf Ihrem Smartphone die Trilogie (oder soll man sagen: das Oeuvre?) des Bankstil-Bloggers Ralf Keuper mit dem  Titel „Industrie- und Technologiestandards beschleunigen die Bankendämmerung“. Teil I, Teil II, Teil III

Wie digitalisiert man eine Landesbank? Darüber hat Gerhard Kebbel, der Digitalchef der Helaba, mit den Podcast-Menschen von Axel Springer gesprochen. Hy/Soundcloud

Was die Deutsche Börse mit dem Bitcoin vorhat: … hat Vorstand Jeffrey Tessler den Kollegen von Bloomberg erzählt.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich den kompakten, fundierten und zugleich unterhaltsamen Stil schätze.“

Dr. Jochen Heimann ist Leiter des Digitalisierungsmanagements bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… waren gestern quasi gleichauf unser Mercedes-Pay-Scoop und der Artikel über neue Organisationsdesigns für Banken

29/05/18: Dt. Bank vollführt 180-Grad-Wende, Helaba-Rätsel, Scalable erreicht 1 Mrd. Euro

Kein Scherz: Deutsche Bank begräbt nach nur sieben Monaten ihre Digitalbank-Pläne

Erinnern Sie sich noch, wie die Deutsche Bank im Oktober kundtat, bis Ende 2018 eine eigene Digitalbank zu starten, „in deren Zentrum ein kostenfreies Girokonto“ stehen sollte? Nun: Sieben Monate später, so hat die wunderbare Kollegin Meike Schreiber von der „SZ“ herausgefunden, hat das wichtigste (und seltsamste) Geldhaus des Landes diesen Plan bereits wieder zu den Akten gelegt. Weil: Man sei zu dem Schluss gekommen, dass hierzulande keine weitere digitale Bank gebraucht werde (eine Erkenntnis, zu der man im Herbst offenbar noch nicht gelangt war). Kollegin Schreiber kommt unter Einrechnung der „Deutschen Bank 24“ und der „Ritchotte-Digitalbank“ nun auf drei blaue Digitalbanken in nur 20 Jahren, die entweder dicht- oder niemals aufgemacht wurden. Wir würden noch Moneyshelf hinzuzählen. Dann sind es vier. Und dann klingt es noch unglaublicher. Süddeutsche Zeitung, Reuters

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Scalable Capital knackt „die Milliarde“ – doch wie ist diese Zahl einzuordnen?

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbachs dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt? Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt – dabei aber, hoffen wir zumindest, zu sehr spannenden Erkenntnissen führt: Finanz-Szene.de

News

Upps, die Helaba verliert in Q1 mal eben gut ein Drittel an Neugeschäft: … wobei wir diese Nacht gerätselt haben, ob der Einbruch allein auf das Immobiliengeschäft zurückzuführen ist (Rückgang des mittel- und langfristigen Abschluss-Volumens von 2,2 Mrd. Euro auf 1,1 Mrd. Euro), oder ob auch der Corporates-Bereich betroffen ist. Denn einerseits schreibt die „Börsen-Zeitung“, das Neugeschäft habe nach 1,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr diesmal „die gleiche Höhe erreicht“, was sich mit der qualitativen Darstellung der Helaba-Pressemitteilung deckt („nahezu stabil“).  Andererseits ist dem quantitativen Teil der Helaba-PM zu entnehmen, dass das Volumen auf 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen sei. Das wäre dann „nicht die gleiche Höhe“, sondern ein bemerkenswertes Minus von je nach Rundungseffekt etwa 20% und somit „nahezu instabil“, zumal wenn man die „minus  20%“ vor dem Hintergrund betrachtete, dass die Kreditnachfrage im KMU-Geschäft laut eines gestrigen Eintrags im Blog des Bankenverbands relativ intakt zu sein scheint. Helaba-PM, BdB

Was das Thema „Italien“ angeht, sind Sie bei so ziemlich jedem Medium in diesem Land besser aufgehoben als bei „Finanz-Szene.de“: … allerdings wollen wir Sie heute Früh zumindest darauf hinweisen, dass die Deutsche-Bank-Aktie gestern Richtung 10 Euro getaumelt ist, die Commerzbank-Aktie Richtung 9 Euro, und dass selbst die Aareal-Aktie von ihrem Jahreshoch am 24. April inzwischen mehr als zehn Prozent entfernt ist. Unschöne „Auch das noch“-Effekte sind das.  FAZ (Analyse zur Deutsche-Bank-Aktie)

Da haben sich echt mal zwei gefunden: Der Zins-Streit zwischen Check24 und Smava geht in die nächste Runde … Chip Online

Wenn Sie gestern irgendwo über die Nachricht eines 12-Mio.-Euro-Fundings beim Berliner Factoring-Startup Decimo gestolpert sein sollten (so stand es z.B. in der „Wirtschaftswoche“): Lassen Sie sich nicht hinter die Fichte (bzw. hinters Fintech) führen. Wir verwetten ein paar Scheibenwischer (brauchen wir eh neue, merkten wir gestern …) darauf, dass da das eigentliche Funding mal wieder hübsch mit einer dicken Ladung Fremdkapital (braucht so ein Factoring-Fintech vermutlich zur Refi) angereichert wurde. In der rheinischen Startup-Szene würde man von einem „Futel-Funding“ sprechen. Pressemitteilung

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Falls Sie den (uns selbst eher fremden) Ehrgeiz verspüren sollten, heute Abend ein kleines bissschen schlauer zu sein als heute Morgen, dann gehen Sie heute Mittag doch einfach mal alleine essen – und dann lesen Sie, während Sie essen, auf Ihrem Smartphone die Trilogie (oder soll man sagen: das Oeuvre?) des Bankstil-Bloggers Ralf Keuper mit dem  Titel „Industrie- und Technologiestandards beschleunigen die Bankendämmerung“. Teil I, Teil II, Teil III

Wie digitalisiert man eine Landesbank? Darüber hat Gerhard Kebbel, der Digitalchef der Helaba, mit den Podcast-Menschen von Axel Springer gesprochen. Hy/Soundcloud

Was die Deutsche Börse mit dem Bitcoin vorhat: … hat Vorstand Jeffrey Tessler den Kollegen von Bloomberg erzählt.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich den kompakten, fundierten und zugleich unterhaltsamen Stil schätze.“

Dr. Jochen Heimann ist Leiter des Digitalisierungsmanagements bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein – und einer von mittlerweile mehr als 6000 Abonnenten.

Klickfavorit

… waren gestern quasi gleichauf unser Mercedes-Pay-Scoop und der Artikel über neue Organisationsdesigns für Banken

Analyse: Wie „die Milliarde“ von Scalable Capital einzuordnen ist

Von Heinz-Roger Dohms

Der Münchner Robo-Advisor Scalable Capital verwaltet rund drei Jahre nach dem Start bereits eine Milliarden Euro – das ist die große Fintech-Nachricht des heutigen Morgens. Viel spannender als die eigentliche Meldung finden wir allerdings die Frage, wie „die Milliarde“ einzuordnen ist. Ist das nun wahnsinnig viel? Oder ist es immer noch sehr, sehr wenig? (verglichen mit den Union Investments oder selbst den Flossbach dieser Welt …). Oder, dritte Möglichkeit: Ist es zwar viel, das aber auch nur gemessen daran, dass es die Robo-Branche überhaupt erst seit ein paar Jahren gibt?

Um eine plausible Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir uns einen Vergleich überlegt, der ein bisschen ums Eck führt. Wir haben nämlich die Kennziffern von Scalable denen der V-Bank gegenübergestellt. Auf den ersten Blick mag der Vergleich ein bisschen schräg anmuten, weil Scalable ein digitaler Vermögensverwalter ist, die  V-Bank hingegen eine Depotbank. Indes: Auf den zweiten Blick  macht die Gegenüberstellung durchaus Sinn (hoffen wir zumindest). Denn die V-Bank ist so etwas wie die Hausbank von rund 380 Vermögensverwaltern und  Familiy Offices hierzulande – und damit ein Spiegel der klassischen (sprich: analogen) VV-Branche.

Wie also fällt der Vergleich zwischen dem größten digitalen VV und der großem Depotbank der klassischen VVs aus?

Scalable Capital V-Bank
gegründet 2015 2008
Kunden bzw. Depots 30.000 24.000
AuMs bzw. Mandantengelder 1,0 Mrd. Euro 17,9 Mrd. Euro
Durchschnittliche Depotgröße 32.000 Euro 730.000 Euro
12-Monats-Wachstum 306% (AuMs)* 15-20% (M-Gelder)*
*letzte 12 Monate *Planung nächste 12 Monate

Nun ist es natürlich jedem Leser freigestellt, aus der Tabelle seine jeweils eigenen Schlüsse zu ziehen. Wir selbst allerdings finden vor allem drei Erkenntnisse spannend:

1.) Beim durchschnittlichen Depotvolumen hängt Scalable Capital mit 32.000 Euro weit hinter den klassischen VVs zurück.

2.) Was die Zahl der Kunden angeht, ist Scalable dagegen schon jetzt größer als ein großer Teil der klassischen VVs zusammen.

3.) Und nimmt man „die Milliarde“ von Scalable Capital und hält sie nicht „den 17,9 Mrd. Euro“ entgegen, sondern den durchschnittlichen Assets eines klassischen VV (17,9 Mrd. Euro durch 380 VVs = 47 Millionen)

… dann kommt man zu folgendem Schluss: Scalable Capital ist vermutlich jetzt schon einer der größten unabhängigen Vermögensverwalter hierzulande. Und vor allem ist der Münchner Robo mit seinen 30.000 (!) Kunden ein gigantischer Kleinvermögens-Verwalter.