16/05/18: Das Ertragsdrama der Commerzbank, Vorbild BayernLB?, Europas Payment-Branche sortiert sich neu

Von 1.145 Mio. € auf 966 Mio. € binnen 24 Monaten: Das Ertragsdrama der Commerzbank

„Wir liefern, was unsere Strategie auszeichnet: Wir wachsen in unserem Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden und digitalisieren unser Geschäftsmodell.“ (Martin Zielke, 15.05.2018)

Das war die Kernbotschaft, die der Vorstandschef der Commerzbank gestern an die Investoren aussandte. Nun stimmt das mit dem Wachstum im Privatkundengeschäft tatsächlich – genauso, wie es richtig ist, dass die Commerzbank gerade ihr Geschäftsmodell digitalisiert (wer tut das nicht?). Was allerdings hat es mit dem Wachstum des Firmenkunden-Geschäfts auf sich? Dieser Frage ist „Finanz-Szene.de“ in einer umfangreichen Analyse nachgegangen. Das Ergebnis: Wenn man mal beiseitelässt, dass die Commerzbank unterm Strich mehr Kunden gewinnt als verliert, ist von Wachstum im Firmenkundengeschäft rein gar nichts zu sehen. Die Erträge sind in den vergangenen 24 Monaten regelrecht erodiert, was übrigens nicht nur am Zinsumfeld, sondern auch an einem markanten Rückgang beim Provisionsüberschuss lag. Und: In der Konsequenz entwickeln sich auch die meisten anderen Kennziffern bedenklich, vom Ergebnis über die Rendite bis hin zur Cost-Income-Ratio. Lesen Sie hier unsere Analyse (mit vier Grafiken!!):  Finanz-Szene.de

 

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News

Und wie ist das erste Quartal bei der Commerzbank sonst gelaufen? Eigentlich gar nicht so schlecht. Bzw.: Zumindest so gut, dass dieses Jahr wohl endlich wieder eine kleine Dividende fließen soll.. Reuters, Aktienkurs

Die Quartalszahlen der BayernLB sind diesmal insofern aufschlussreich, als bei der Münchner Landesbank das Geschäft mit Kapitalmarktprodukten für Mittelständler (anders als bei der Commerzbank) im ersten Quartal gelaufen ist (so schreibt es jedenfalls die „Börsen-Zeitung“ heute Früh). Dazu passt, dass der Vorsteuergewinn im Firmenkunden- und Mittelstandsgeschäft um 4% auf 143 Mio. Euro gestiegen ist, was allerdings mit der Auflösung von Risikovorsorge zu tun hatte. Und sonst so? Alles ganz gut eigentlich. Dank der DKB. Reuters

Es gärt bei der Sparkasse Düsseldorf – und zwar richtig. In der Hoffnung, die diversen Meldungen der vergangenen Tage richtig zusammenzufassen: Von den derzeit noch 1900 Stellen werden in den nächsten Jahren Hunderte gestrichten (vermutlich über entsprechende AT- und Vorruhestands-Regelugen); die edle, erst 2011 eingeweihte Private-Banking-Niederlassung an der Kö hat sich als derart edel erwiesen, dass man sie sich jetzt nicht mehr leisten will; 18 „normale“ Filialen wurden schon dichtgemacht; bis 2020 soll der Verwaltungssitz im Stadtteil Heerdt geschlossen werden; und der Ausschüttungsstreit dürfte, wie wir letzte Woche ja schon mal angedeutet hatten, wieder von vorn beginnen.  Rheinische Post, Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank kauft indisches Fintech … wobei man fragen darf, ob die Blaubank die identische Akquisition vor zwei, drei Jahren (als Fintech-Akquisitionen noch „Bäh“ waren) schon genauso tituliert hätte, oder man damals nicht einfach von einem IT-Dienstleister gesprochen hätte. Wie die Firma heißt? Quantiguous Solutions. Was sie macht? Irgendwas mit Schnittstellen. Wie groß ist die Firma, wie viele Mitarbeiter hat sie, was kostet sie? Bleibt alles offen. FTSE Global Markets, Handelsblatt (Paywall)

Macht Christian Sewing seinen Strategiechef zum Brexit-Banker der etwas anderen Art? So liest es sich zumindest im „Manager Magazin“. Demnach steht der bislang in London stationierte „Global Head of Corporate Strategy“ Ali Almakky vor der Wahl, entweder ein Büro in Frankfurt zu beziehen (wie es sich neuerdings ja offenbar wieder gehört) oder die Bank zu verlassen (was neuerdings in manchen Fällen ja gar nicht so ungern gesehen wird). Manager Magazin

Der private Bankenverband nimmt weitere Fintechs auf, nämlich … Bonify, Fintec Systems, Loanboox und Lyra Network. Hier sehen Sie die nunmehr 20 offiziellen „Hans-Walter-Peters-Ehren-Finanz-Startups“ auf einen Blick: BdB

Und noch vier , wie wir finden, gar nicht so uninteressante Personalien:

Beyond.de

Die Neuordnung der europäischen Payment-Branche, nächster Teil: Das Rennen um das Kartengeschäft des Schweizer Finanztechnologie-Konzerns SIX ist entschieden. Nachdem sich Concardis (bzw. die hinter dem Eschborner Konzern stehenden Finanzinvestoren Bain und Advent) aus dem Bieterprozess zurückgezogen hatten, bekam der französische Anbieter Worldline für umgerechnet 2,3 Mrd. Euro den Zuschlag. Bis zuletzt mitgeboten haben soll der dänische Konkurrent Nets, der sich im Besitz einer weiteren Private-Equity-Gesellschaft befindet, nämlich Hellman & Friedman. Experten erwarten, dass die Konsolidierung der europäischen Payment-Branche nun rasch voranschreitet. Wer dabei den Ton angibt (und wer eher zu den Verkäufern zu rechnen ist), erfahren Sie bei den Kollegen von Reuters.

Linktipps

So weit ist die Commerzbank mit der Digitalisierung ihres Kreditgeschäfts: … jedenfalls laut einer spannenden Grafik, auf die wir gestern gestoßen sind. Finanz-Szene.de

Warum Instant Payments zum Scheitern verurteilt ist: Erstens, weil man es nicht wirklich braucht. Und zweitens, weil die Banken dann auch noch der Meinung sind, die Kunden würden dafür bezahlen (so jedenfalls sieht das der Blogger und Haspa-Beschäftigte Tobias Baumgarten). Finletter

Das Platzen der ICO-Blase: … ist den Kollegen in Düsseldorf eine megalange Analyse wert. Handelsblatt (Paywall)

Robo Advice wird völlig überschätzt: … meint jedenfalls (u.a. unter Berufung auf die vielzitierten, aber nicht unumstrittenen Zahlen von „Brokervergleich“) der Consultant Andreas Buschmeier. Der Bank-Blog

Karriere

Warum Sie sich, liebe Investmentbanker unter den „Finanz-Szene.de“-Lesern, um Ihre berufliche Zukunft nun wirklich keine Sorgen machen müssen: Neun Tipps für die erfolgreiche Umschulung zum Corporate-M&A-Manager. efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter eine schöne Melange aus Ironie und Provokation ist. Dadurch fällt das Aufstehen deutlich leichter als an den grauen Tagen, an denen die „Finanz-Szene.de“-Mail im Posteingang fehlt.“

Jochen Siegert ist COO bei Traxpay – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten.

Klickfavorit

… war gestern die eingedampfte Führungsriege bei der Deutschen Bank. Börsen-Zeitung

So weit ist Commerzbank mit der Digitalisierung ihres Kreditgeschäfts

Von Heinz-Roger Dohms

Man mag über die Commerzbank ja denken, wie man will – aber: Die Präsentationen, die das Frankfurter Institut  zusammen mit seinen Bilanzzahlen veröffentlicht, sind immer detailreich, nachvollziehbar und bisweilen auch sehr anschaulich.

Diesmal haben wir uns besonders über die Grafik auf Seite 24 gefreut. Dort geht es nämlich um die Frage, wie weit die Commerzbank in Sachen Digitalisierung vorangekommen ist (sie selber beziffert ihren Digitalisierungsgrad übrigens auf momentan 53%, am Jahresende sollen es 65% sein). Nun kann man – siehe oben – natürlich krittelnderweise sagen: Was die Commerzbank erst noch anstrebt, beherrschen digitale Vorreiter wie die BBVA doch schon längst. Oder: So weit, wie es die grafische Darstellung Glauben machen will, ist die Coba in Wirklichkeit doch noch gar nicht. Oder: Lässt sich der „Digitalisierungsgrad“ überhaupt in pseudoexakte Prozentwerte packen? Oder: Was um alles in der Welt soll eine „Master Journey“ sein? Andererseits: Wir fanden die Grafik trotzdem erhellend, besonders den oberen mittleren Kasten zur Digitalisierung der verschiedenen Kreditarten.

Zum besseren Verständnis (immer gemäß der offiziellen Darstellung der Commerzbank … Wir haben das nicht TÜV-mäßig nachgeprüft):

  • SME-Kredit: Da sind wir schon durch
  • Unternehmenskredit: Sind wir dabei, wird dieses Jahr noch nicht fertig, aber dann stufenweise nächstes Jahr
  • Ratenkredit: Kriegen wir dieses Jahr noch hin
  • Baufinanzierung: Dauert noch, könnte aber bis Ende 2019 soweit sein

 

Das Ertragsdrama im Firmenkunden-Geschäft der Commerzbank

Von Heinz-Roger Dohms

„Wir liefern, was unsere Strategie auszeichnet: Wir wachsen in unserem Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden und digitalisieren unser Geschäftsmodell.“

So lautete die Kernbotschaft, die Vorstandschef Martin Zielke gestern bei der Vorstellung der Q1-Zahlen an die Investoren aussandte. Nun stimmt das mit dem Wachstum im Privatkundengeschäft tatsächlich – genauso, wie es richtig ist, dass die Commerzbank gerade ihre Geschäftsmodell digitalisiert (wer tut das nicht?). Was allerdings das Wachstum des Firmenkundengeschäfts angeht, sollte sich Herr Zielke mal folgende Grafik anschauen:

(Anm.: Die Zahlen verstehen sich in Mio. Euro)

Die Grafik bildet die Ertragsentwicklung im Firmenkunden-Geschäft seit Anfang 2016 ab. In den fünf Dreimonats-Perioden zwischen Q1 2016 und Q1 2017 waren die Erlöse nie niedriger als 1.086 Mio. Euro (wobei es in Q1 2017 einen Sondereffekt in Höhe von 32 Mio. Euro gab, ohne den der Ertrag nicht 1.100 Mio. Euro, sondern „nur“ 1.068 Mio. Euro betragen hätte); seit dem Q2 2017 indes kommen die Erträge nicht mehr über 966 Mio. Euro hinaus.

Natürlich lässt sich diese Ertragserosion zum Teil auf den sinkenden Zinsüberschuss und also auf das allgemein magere Zinsniveau zurückführen …

(Anmerkungen.: 1. In früheren Quartalspräsentationen wurde der Zinsüberschuss nicht ausgewiesen, so dass wir uns hier auf die Angaben zu Q1 2017 bis Q1 2018 beschränken. 2. Zudem ist der Rückgang von Q4 2017 nach Q1 2018 weniger dramatisch als es die Grafik vermuten lässt, weil das Minus z.T. bilanztechnische Gründe hat)

… allerdings: Auch die Provisionserträge bröckeln, was darauf hindeutet, dass die Commerzbank das Kreditgeschäft nur bedingt via Cross-Selling in Provisionsgeschäft zu überführen weiß bzw. dass ihre Preismacht begrenzt ist (was angesichts des Konkurrenzdrucks im deutschen Markt allerdings auch nicht verwundert). Hier die Entwicklung des Provisionsüberschusses im Firmenkunden-Geschäft seit Q1 2016:

Was dabei besonders zu bedenken geben sollte: Selbst in jenem Segment, in dem die Commerzbank die Marktführerschaft für sich reklamiert, nämlich bei den mittelständischen Unternehmenskunden, sind die Erträge seit 2016 grob gesagt um rund 15 Prozent eingebrochen:

Man kann die Dinge nun drehen und wenden, wie man will – unter der Ertragserosion leiden letztlich alle wesentlichen Kennziffern des Firmenkunden-Geschäfts der Commerzbank:

  • Das operative Ergebnis, das in den vier Quartalen 2016 im Schnitt noch bei 322 Mio. Euro gelegen hatte, betrug in Q1 2017 nur noch 145 Mio. Euro  …
  • … und das wohlgemerkt trotz einer Risikovorsorge von nur mehr 23 Mio. Euro …
  • … und obwohl der Umfang der Non-Performing-Loans im Firmenkunden-Geschäft seit dem Q1 2017 von 3,2 Mrd. Euro auf 2,1 Mrd. Euro gesunken ist.
  • Die Cost-Income-Ratio wiederum erreichte in Q1 2018 fast 83%, nachdem sie 2016 noch bei durchschnittlich 67% gelegen hatte …
  • … während die operative Eigenkapitalrendite auf nur noch 5,5% gesunken ist, nachdem die Firmenkunden-Sparte in den vier 2016er-Quartalen im Schnitt noch 10,1 % erreichte.

Nun hält die Commerzbank mit anderen Kennziffern dagegen:

1.) Seit Ende 2016 hat die Firmenkunden-Sparte netto gut 5000 neue Kunden gewonnen (was sicherlich löblich ist, allerdings die Erosion bei den Erträgen nicht verhindert hat)

2.) Die sog. „RWA-Effizienz“ (man misst sie, indem man die Erträge durch die risikogewichteten Aktiva teilt) ist im gleichen Zeitraum um 30 Basispunkte gestiegen (weil die RWAs abgebaut wurden). Es handele sich darum um eine „Erfolgskennziffer“.

Auch dies werden manche Investoren vermutlich genauso sehen. Allerdings: Die Strategie lautet ja bekanntlich „Wachstum“. Und nicht „Optimierung des RWA-Effizienz“.

***********************

ERGÄNZUNG, 17. Mai 2018: In der ursprünglichen Berichterstattung kam ein Aspekt zu kurz – nämlich der Einfluss des „Financial Institutions“-Geschäfts auf die Erträge (Hintergrund: Dieser Bereich gehört bei der Commerzbank  zwar organisatorisch zur Firmenkundensparte, es handelt sich jedoch nicht um Firmenkundengeschäft im engeren Sinne). Von den 180 Mio. Euro Ertragsverlust zwischen Q1 2016 und Q1 2018 entfielen 43 Mio. Euro auf „Financial Institutions“, also knapp ein Viertel.

15/05/18: Das wahre US-Fintech kommt nach Deutschland, 363-Mio.-Funding, Bitbond-Porträt

Wer ist der wahre Herausforderer der deutschen Banken: Amazon, Tencent, N26 – oder Goldman?

Bei „Finanz-Szene.de“ haben wir (zugegebenermaßen)  eine gewisse Routine darin entwickelt, jede Woche einen neuen Herausforderer für die etablierte deutsche Kreditwirtschaft auszurufen. Mal sind es die Gafas (sprich: Google, Amazon, Facebook und Apple), mal die BATs (sprich: die chinesischen Gafas), gelegentlich führen wir die Allianz ins Feld, und wenn uns gar nichts mehr einfällt, dann N26. Wobei: Vielleicht sind die größte Gefahr für die etablierten Banken ja auch – die etablierten Banken. Allerdings jene, die keine achtstelligen Summen in ihre Digitalisierung investieren. Sondern zehnstellige. Und zwar seit Jahren. Womit wir bei Goldman Sachs wären. Denn das die US-Investmentbank gestern angekündigt hat, mit ihrem digitalen Retail-Angebot „Marcus“ nach Deutschland zu kommen, sollte man  nicht als Skurrilität abtun. Es dürfte sich eher um einen wohlgesetzten Angriff handeln in Zeiten, in denen es zur Gründung einer Bank nicht mal mehr eine grüne Wiese, sondern nur noch eine Cloud braucht. Dazu passt übrigens eine fast identische Meldung vom Wochenende, man braucht nur die Bank und das Land auszutauschen. Denn Santander will (ebenfalls unter „falscher“ Brand) eine digitale Stand-Alone-Bank in UK hochziehen. Planungshorizont? Ein paar Monate. Da wird man bei Yomo aufhorchen. Denn die Smartphone-Bank der deutschen Sparkassen hat ihren Launch bekanntlich gerade erst um ein weiteres Jahr verschoben. Financial Times (Goldman/Paywall), The Telegraph (Santander), Handelsblatt (Yomo/Paywall), Finanz-Szene-Archiv (Yomo wird zum Fiasko)

 

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News

Deutsche-Bank-Kunden sollen HSH Nordbank liquide halten: Niemand wird behaupten, dass das wichtigste Geldhaus des Landes seine Einlagenplattform „Zinsmarkt“ im Eiltempo hochzieht. Aber immerhin: Anders als bei Yomo geht es bei der Blaubank wenigstens voran. So tummelt sich auf dem „Zinsmarkt“ nach der Pfandbriefbank und der französischen Money Bank nun ein weiteres Hochzinsinstitut, dem die Deutsche-Bank-Kunden ihre Ersparnisse anvertrauen sollen, nämlich die HSH Nordbank. Natürlich hat dieses Arrangement ein Geschmäckle – schließlich ist unklar, welcher Einlagensicherung das Nordinstitut in den nächsten Jahren angehören wird. Bei der Deutschen Bank sieht man das allerdings eher locker. Immerhin gibt es ja noch den gesetzlichen Einlagenschutz. Und: Wer will sich auf dem Weg zur „Plattformbank“ schon mit solchen Kleinigkeiten beschäftigen? Süddeutsche Zeitung

Apropos Deutsche Pfandbriefbank: Vor ein, zwei Jahren sah es ja so aus, als bräuchte man sich um die Ex-HRE und ihr besser beleumundetes Pendant, also die Aareal, erstmal keine Sorgen mehr zu machen. Nun allerdings wird „das Umfeld“ doch wieder „herausfordernder“, um es mal im Rhetorikseminardeutsch der Bankvorstände zu sagen. Bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Immobilienbanken nicht auf dumme Gedanken kommen – denn das tun Immobilienbanken in schwierigen Zeiten ja leider öfter. Immobilien-Zeitung

Und nochmal zurück zur Deutschen Bank: Ausweislich eines internen Memos, das freilich nicht so intern war, als dass die PR-Leute es gestern Abend nicht großzügig hätten herumreichen können, wird das „Executive Committee“ der Privatkundensparte von 24 auf 16 Mitglieder verkleinert. Wie die FAZ feststellt, kommen die (bisherigen) Postbank-Manager bei der Straffung der Führungsstruktur allerdings auffällig ungeschoren davon. Schon am Freitag hatte die Blaubank mitgeteilt, auch das „Executice Committee“ des Investmentbankings um ein Drittel einzudampfen. Börsen-Zeitung

Und ein letztes Mal Deutsche Bank für heute: Standard & Poor’s hat die Wahrscheinlichkeit eines Downgrades gestern auf „mindestens 50 Prozent“ beziffert. Eine Entscheidung soll noch im Laufe des Monats fallen. Reuters

Linktipps

„Das weiß ich leider nicht“: Alexas Finanzen-Skills scheitern mitunter an einfachsten Aufgaben. Warum setzt die deutsche Kreditwirtschaft dann trotzdem auf Voice-Banking? DZ Innovationsblog

Gehört dem Open Banking wirklich die Zukunft? … fragt Kollege Leichsenring und erklärt am Beispiel von Uber, warum die Unternehmen, die am lautesten „Plattform“ rufen, oftmals ein ganz anderes Konzept verfolgen. Der Bank-Blog

So funktioniert Bitbond: … also das Berliner Fintech, das weltweit Kredite via Bitcoin vermitteln will. Reuters

Ist das wirklich noch zu rechtfertigen … wenn die Trading-App Robinhood in einer Finanzierungsrunde 363 Millionen Dollar einsammelt? Robinhood-Blog

Und falls Sie heute blaumachen, die Entscheidung aber bereits bereuen, weil Ihnen langweilig ist: Dann tun Sie sich doch mal diese rund 90-minütige Youtube-Debatte hier zu der ewig jungen Frage an, warum der Bitcoin vielleicht doch mehr ist als eine Blase.  Youtube

Ich lese Finanz-Szene.de, weil

… ich mit dieser Morgenlektüre einen exzellenten Überblick über die spannenden Entwicklungen aus Fintech-Szene und Finanzindustrie bekomme. Obendrein macht die Lektüre Spaß, weil unterhaltsam geschrieben. Eine echte Inspiration.

Tomas Peeters ist Vorstand bei Interhyp – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse zur Digitalisierung des Firmenkunden-Geschäfts. Finanz-Szene.de

15/05/18: Sparkasse vs. Goldman Sachs, Dt. Bank schrumpft Führung, Plattform-Banking

Wer ist der wahre Herausforderer der deutschen Banken: Amazon, Tencent, N26 – oder Goldman?

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Und nochmal zurück zur Deutschen Bank: Ausweislich eines internen Memos, das freilich nicht so intern war, als dass die PR-Leute es gestern Abend nicht großzügig hätten herumreichen können, wird das „Executive Committee“ der Privatkundensparte von 24 auf 16 Mitglieder verkleinert. Wie die FAZ feststellt, kommen die (bisherigen) Postbank-Manager bei der Straffung der Führungsstruktur allerdings auffällig ungeschoren davon. Schon am Freitag hatte die Blaubank mitgeteilt, auch das „Executice Committee“ des Investmentbankings um ein Drittel einzudampfen. Börsen-Zeitung

Und ein letztes Mal Deutsche Bank für heute: Standard & Poor’s hat die Wahrscheinlichkeit eines Downgrades gestern auf „mindestens 50 Prozent“ beziffert. Eine Entscheidung soll noch im Laufe des Monats fallen. Reuters

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… ich mit dieser Morgenlektüre einen exzellenten Überblick über die spannenden Entwicklungen aus Fintech-Szene und Finanzindustrie bekomme. Obendrein macht die Lektüre Spaß, weil unterhaltsam geschrieben. Eine echte Inspiration.

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Ist Compeon der „Hidden Champion“ unter den deutschen Fintechs?

Von Heinz-Roger Dohms

Bei den Recherchen zu unserer großen „Die digitale Revolution des KMU-Bankingss“-Analyse ist eine Info abgefallen, die wir höchst bemerkenswert finden. Sie lautet: Compeon (Status: „das Interhyp für KMU-Kredite“) hat im ersten Quartal Finanzierungen in Höhe von mehr als 100 Mio. Euro vermittelt …

Ein moderates Wachstum vorausgesetzt, könnte das Düsseldorfer Fintech damit im Gesamtjahr durchaus auf 500 Millionen Euro und mehr kommen (was ganz grob dem Niveau einer Großsparkasse entsprechen müsste). Geht man dabei von einer Provisionshöhe – so zumindest ist es aus dem Markt zu hören – von  1,5 bis 2 Prozent aus, dann kommt man auf einen Nettoumsatz (alles natürlich weiterhin Pi mal Daumen) in Höhe von 7,5 bis 10 Millionen Euro.

Damit könnte sich so ein Fintech-Kosten-Apparat (Compeon hat nach eigenen Angaben rund 70 Mitarbeiter, plus Technologie, plus Marketing) ja vermutlich fast schon finanzieren lassen. Was man hinzufügen sollte: So wie wir es verstehen, fallen die Provisionen nur aufs Neugeschäft an, nicht auf den Bestand, was ja auch noch schöner wäre. Trotzdem ein ganz knackiger Business Case. Kann es sein, dass da in Düsseldorf ein heimlicher Fintech-Champion heranwächst?

Elf Beispiele, wie nach dem Retailbanking nun auch das KMU-Geschäft digitalisiert wird

 

11/05/18: Wie Fintechs das KMU-Geschäft revolutionieren, Cashback-Frauen, Compeon mit Wow-Faktor

Schwerpunkt: Die digitale Revolution des Firmenkunden-Geschäfts

Womit können wir Sie an diesem frühsommerlichen Vier-Tage-Wochenende aus Ihrer Brückentags-Lethargie reißen? Die Antwort auf diese Frage ist uns leichter gefallen, als Sie vielleicht vermuten würden. Denn aus Sicht von „Finanz-Szene.de“ ist es höchste Zeit, den womöglich wichtigsten Banking-Trend der vergangenen Monate endlich nicht mal ausführlicher zu beleuchten –  die digitale Revolution des KMU-Geschäfts. Darum haben wir elf Meldungen zusammengestellt, die den Trend (so hoffen wir zumindest) in seiner ganzen Breite abbilden. Und diese Meldungen haben wir dann ein wenig analysiert und kommentiert (oder es wenigstens versucht). Vielleicht ist das ja was, was Sie interessiert. Als Alternative gibt es einen „Zeit“-Artikel (wir sind fremdgegangen …) aus dieser Woche zum gleichen Thema. Finanz-Szene.de, Zeit

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Click-Bait ist uns zu primitiv, aber wir hätten trotzdem gerne, dass jeder, der unfassbar gut darin ist, richtig intelligente Lösungen (AI ist auch drin!) an erstklassige Partner zu vertreiben, hier drauf klickt. Warum wir keine fancy Titel brauchen und was Dich stattdessen bei Gini begeistern wird, erfährst Du dann auch! https://gini.net/de/jobs

News

Wenn wir der Bankenverband wären …, dann würden wir die Geldabhebe-News vermutlich genauso spinnen, wie es der BdB in seinem eigenen Newsletter tut. Dort heißt es nämlich: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben noch selten genutzt.“ Vielleicht lässt sich die Meldung aber auch andersrum drehen: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben schon erstaunlich häufig genutzt“, nämlich immerhin schon von 4% der gut 1000 vom BdB befragten Deutschen (Slide 2/13 in der Online-Präsentation zur Umfrage; zum Vergleich: Zum Bankschalter gehen noch 8%, die übrigen 88% entfallen naheliegenderweise auf den Automaten). Was uns in unserem alternativen Dreh noch bestärkt: Unter den Frauen – also in jener Bevölkerungshälfte, die nach unserer vorurteilsbeladenen Schätzung häufiger in den Supermarkt geht als die schlechtere Hälfte – sind es offensichtlich schon mehr als 5%, also schätzungweise 25 bis 27 Frauen unter den mutmaßlich rund 500 befragten (Slide 3/13). Uns scheint das gar nicht mal so wenig zu sein angesichts des Umstands, dass die eine Infrastruktur (also die ATMs) seit Jahrzehnten etabliert ist, was man von der anderen ja nun wirklich nicht behaupten kann. BdB-Mitteilung („Cashback ist kein Kassenschlager“).

Wenn wir dagegen ein sog. Stimmrechtsberater wären …, dann hätten wir vermutlich ein wahnsinnig entspanntes Leben. Immer zweieinhalb Wochen vor der Deutsche-Bank-HV klingelte der Wecker, woraufhin wir uns aus der Hängematte bemühten, um unsere „Achleitner entlasten?“-Münze in die Höhe zu werfen. Und je nachdem, wie herum die Münze dann auf unserem Handrücken landete (lünde?), stünde am nächsten Tag im „Handelsblatt“: „Druck auf Achleitner wächst“. Oder eben wie im aktuellen Fall: „Stimmrechtsberater ISS empfiehlt Entlastung von Deutsche-Bank-Chefaufseher.“ Handelsblatt

Exklusiv – Compeon (Status: „das Interhyp für KMU-Kredite“) hat, diese Info ist bei den Recherchen zum heutigen Aufmacher abgefallen, im ersten Quartal Finanzierungen in Höhe von mehr als 100 Mio. Euro vermittelt: … was wir, ehrlich gesagt, ziemlich bemerkenswert finden. Denn ein moderates Wachstum vorausgesetzt, könnte das Düsseldorfer Fintech damit im Gesamtjahr durchaus auf 500 Millionen Euro und mehr kommen (was ganz grob dem Niveau einer Großsparkasse entsprechen müsste). Geht man dabei von einer Provisionshöhe – so zumindest ist es aus dem Markt zu hören – von  1,5 bis 2 Prozent aus, dann kommt man auf einen Nettoumsatz (alles natürlich weiterhin Pi mal Daumen) in Höhe von 7,5 bis 10 Millionen Euro. Damit könnte sich so ein Fintech-Kosten-Apparat (Compeon hat nach eigenen Angaben rund 70 Mitarbeiter, plus Technologie, plus Marketing) ja vermutlich fast schon finanzieren lassen. Was man hinzufügen sollte: So wie wir es verstehen, fallen die Provisionen nur aufs Neugeschäft an, nicht auf den Bestand, was ja auch noch schöner wäre. Trotzdem ein ganz knackiger Business Case. Kann es sein, dass da in Düsseldorf ein heimlicher Fintech-Champion heranwächst?

Ein verpatzter IPO, mit dem die deutschen Banken (bzw.: die Deutsche Bank) nun mal wirklich gar nichts zu tun haben: Nicht dass wir der Deutschen Bank den Hof machen wollten. Aber, nachdem es die FAZ neulich „peinlich“ fand, dass dem wichtigsten Geldhaus des Landes die Aufnahme ins Konsortium des Springer-Nature-IPOs verweigert wurde, fühlen wir uns durchaus bemüßigt (nachdem ebenjener Börsengang diese Woche ja mal so richtig gegen die Wand gefahren ist) aufzuzählen, welche der ultrageilen globalen „Frankfurt machen wir mit zwei Leuten nebenbei“-Banken denn da alles mit am Steuer saßen … Also, Quelle ist weiterhin besagter FAZ-Artikel von neulich. Konsortialführer: JP Morgan und Morgan Stanley. Weitere Institute: Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas, Credit Suisse, Goldman Sachs, Société Générale. (und  IPO-Berater war übrigens der Schweizer Edel-Consultant Lilja & Co.).

Und für alle Leser, die den Brückentag damit zubringen, daheim im Garten ihre hobbymäßig geführten Excel-Listen mit den Quartalszahlen der wichtigsten deutschen Banken auf den neuesten Stand zu bringen … KfW: 228 Mio. Euro (nach 421 Mio. Euro in Q1 2017); Aareal: 67 Mio. Euro (nach 71 Mio. Euro in Q1 2017). KfW-Pressemitteilung, Immobilien-Zeitung (Aareal-Meldung)

Dazu passend: Die HVB-Mutter Unicredit hat im ersten Quartal satte 1,1 Milliarden Euro verdient. Auffällig war dabei das Ertragswachstum um vier Prozent – zurückzuführen nicht etwa auf höhere Zinseinnahmen, sondern auf einen höheren Provisionsüberschuss. Reuters/HB

Sorry, lieber Yassin Hankir: In der Mittwochsausgabe hatten wir den Savedroid-Gründer „Hassin Yankir“ genannt. Das war natürlich kein idiotischer Scherz. Sondern ein Versehen, ein Blackout oder wie immer man es nennen will. Sollte trotzdem nicht passieren.

Linktipps

Für alle, die so wie wir bislang dachten, Verimi und Yes seien mehr oder weniger dasselbe (ungefähr so wie das „Handelsblatt“ und die „Börsen-Zeitung“ ja mehr oder weniger dasselbe sind …) – Ha! Geschnitten! „Verimi ist in fast jedem Punkt die Antithese zu Yes.“ Sagt zumindest der CEO von Yes. IT-Finanzmagazin

Den Fall der St. Galler Kantonalbank, die durch den Einsatz von fünf Robotern sieben Mitarbeiter eingespart haben will, haben Sie vermutlich mitbekommen – die „Süddeutsche Zeitung“ erläutert nun, wie es andere Banken (z.B. Goldman) mit der Automatisierung halten und was all dies für die Beschäftigten (also die menschlichen) bedeutet. SZ

Und nochmal der junge Kollege Wischmeyer von der „Süddeutschen“: Was sind die Parallelen zwischen Paydirekt und Verimi – und unter welchen Voraussetzungen würden solche „Alle machen mit“-Projekte womöglich besser funktionieren, als sie das gegenwärtig tun. SZ

Nachdem die Borgwerth’sche Analyse des Geschäftsmodells von Savedroid bei den Lesern so großen Anklang gefunden hat, wollen wir heute mal einen Artikel verlinken, der sich mit den rechtlichen Implikationen von „Initial Coins Offerings“ im deutschen Markt befasst. Qthority

Und weil wir nicht alles lesen können, Sie aber schon: Hier wie immer freitags der Link auf die „Was wir lesen“-Liste des DZ-Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter im Grunde (fast) alles beinhaltet, was man braucht, um täglich informiert zu sein, und das auch noch auf unverkrampft unterhaltsame Art.“

Dr. Edeltraud Leibrock ist Bankmanagerin mit Schwerpunkt auf Innovation, Digitalisierung & Technologie – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten.

Klickfavorit

… war am Mittwoch die „Einführung DSGVO“ bei den Kollegen von Paymentandbanking

Frisur? „Naja“

Liebe Leserinnen und Leser, wissen Sie, wie Targeting funktioniert? Unsere Social-Media-Beraterin hat es uns erklärt: Sie kopiert einen unserer wunderbaren Artikel, lädt diesen bei Facebook hoch, öffnet das Targeting Tool, und dann tippt sie ein: Nationalität? „Brite.“ – Ex-Aufenthaltsort? „Frankfurt.“ – Hobbys? „Oper.“ – Mag keine? „Österreicher.“ – Frisur? „Naja“. Und schon bekommt der Ex-Chef einer großen deutschen Bank den wunderbaren Artikel in seine Facebook-Timeline gespielt. Frage an die Social-Media-Beraterin: „Und dann wird er unser Abonnent?“ – Antwort: „Nur, wenn er in dem Moment, wo er auf unsere Facebook-Seite kommt, denkt: Wow, how many wonderful friends!“ – Und an dieser Stelle, liebe Leserinnen und Leser, kommen jetzt Sie ins Spiel: Wären Sie eventuell so freundlich uns zu liken? Und zwar über diesen Link hier, der direkt zu unserer Facebook-Seite führt … Dankeschön!

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Wir sind am Dienstag wieder für Sie da, schönes Wochenende, herzlichst

Heinz-Roger Dohms

11/05/18: Die Revolution des KMU-Geschäfts, Punktsieg für Achleitner, Cashback-Frauen

Schwerpunkt: Die digitale Revolution des Firmenkunden-Geschäfts

Womit können wir Sie an diesem frühsommerlichen Vier-Tage-Wochenende aus Ihrer Brückentags-Lethargie reißen? Die Antwort auf diese Frage ist uns leichter gefallen, als Sie vielleicht vermuten würden. Denn aus Sicht von „Finanz-Szene.de“ ist es höchste Zeit, den womöglich wichtigsten Banking-Trend der vergangenen Monate endlich nicht mal ausführlicher zu beleuchten –  die digitale Revolution des KMU-Geschäfts. Darum haben wir elf Meldungen zusammengestellt, die den Trend (so hoffen wir zumindest) in seiner ganzen Breite abbilden. Und diese Meldungen haben wir dann ein wenig analysiert und kommentiert (oder es wenigstens versucht). Vielleicht ist das ja was, was Sie interessiert. Als Alternative gibt es einen „Zeit“-Artikel (wir sind fremdgegangen …) aus dieser Woche zum gleichen Thema. Finanz-Szene.de, Zeit

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Click-Bait ist uns zu primitiv, aber wir hätten trotzdem gerne, dass jeder, der unfassbar gut darin ist, richtig intelligente Lösungen (AI ist auch drin!) an erstklassige Partner zu vertreiben, hier drauf klickt. Warum wir keine fancy Titel brauchen und was Dich stattdessen bei Gini begeistern wird, erfährst Du dann auch! https://gini.net/de/jobs

News

Wenn wir der Bankenverband wären …, dann würden wir die Geldabhebe-News vermutlich genauso spinnen, wie es der BdB in seinem eigenen Newsletter tut. Dort heißt es nämlich: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben noch selten genutzt.“ Vielleicht lässt sich die Meldung aber auch andersrum drehen: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben schon erstaunlich häufig genutzt“, nämlich immerhin schon von 4% der gut 1000 vom BdB befragten Deutschen (Slide 2/13 in der Online-Präsentation zur Umfrage; zum Vergleich: Zum Bankschalter gehen noch 8%, die übrigen 88% entfallen naheliegenderweise auf den Automaten). Was uns in unserem alternativen Dreh noch bestärkt: Unter den Frauen – also in jener Bevölkerungshälfte, die nach unserer vorurteilsbeladenen Schätzung häufiger in den Supermarkt geht als die schlechtere Hälfte – sind es offensichtlich schon mehr als 5%, also schätzungweise 25 bis 27 Frauen unter den mutmaßlich rund 500 befragten (Slide 3/13). Uns scheint das gar nicht mal so wenig zu sein angesichts des Umstands, dass die eine Infrastruktur (also die ATMs) seit Jahrzehnten etabliert ist, was man von der anderen ja nun wirklich nicht behaupten kann. BdB-Mitteilung („Cashback ist kein Kassenschlager“).

Wenn wir dagegen ein sog. Stimmrechtsberater wären …, dann hätten wir vermutlich ein wahnsinnig entspanntes Leben. Immer zweieinhalb Wochen vor der Deutsche-Bank-HV klingelte der Wecker, woraufhin wir uns aus der Hängematte bemühten, um unsere „Achleitner entlasten?“-Münze in die Höhe zu werfen. Und je nachdem, wie herum die Münze dann auf unserem Handrücken landete (lünde?), stünde am nächsten Tag im „Handelsblatt“: „Druck auf Achleitner wächst“. Oder eben wie im aktuellen Fall: „Stimmrechtsberater ISS empfiehlt Entlastung von Deutsche-Bank-Chefaufseher.“ Handelsblatt

Exklusiv – Compeon (Status: „das Interhyp für KMU-Kredite“) hat, diese Info ist bei den Recherchen zum heutigen Aufmacher abgefallen, im ersten Quartal Finanzierungen in Höhe von mehr als 100 Mio. Euro vermittelt: … was wir, ehrlich gesagt, ziemlich bemerkenswert finden. Denn ein moderates Wachstum vorausgesetzt, könnte das Düsseldorfer Fintech damit im Gesamtjahr durchaus auf 500 Millionen Euro und mehr kommen (was ganz grob dem Niveau einer Großsparkasse entsprechen müsste). Geht man dabei von einer Provisionshöhe – so zumindest ist es aus dem Markt zu hören – von  1,5 bis 2 Prozent aus, dann kommt man auf einen Nettoumsatz (alles natürlich weiterhin Pi mal Daumen) in Höhe von 7,5 bis 10 Millionen Euro. Damit könnte sich so ein Fintech-Kosten-Apparat (Compeon hat nach eigenen Angaben rund 70 Mitarbeiter, plus Technologie, plus Marketing) ja vermutlich fast schon finanzieren lassen. Was man hinzufügen sollte: So wie wir es verstehen, fallen die Provisionen nur aufs Neugeschäft an, nicht auf den Bestand, was ja auch noch schöner wäre. Trotzdem ein ganz knackiger Business Case. Kann es sein, dass da in Düsseldorf ein heimlicher Fintech-Champion heranwächst?

Ein verpatzter IPO, mit dem die deutschen Banken (bzw.: die Deutsche Bank) nun mal wirklich gar nichts zu tun haben: Nicht dass wir der Deutschen Bank den Hof machen wollten. Aber, nachdem es die FAZ neulich „peinlich“ fand, dass dem wichtigsten Geldhaus des Landes die Aufnahme ins Konsortium des Springer-Nature-IPOs verweigert wurde, fühlen wir uns durchaus bemüßigt (nachdem ebenjener Börsengang diese Woche ja mal so richtig gegen die Wand gefahren ist) aufzuzählen, welche der ultrageilen globalen „Frankfurt machen wir mit zwei Leuten nebenbei“-Banken denn da alles mit am Steuer saßen … Also, Quelle ist weiterhin besagter FAZ-Artikel von neulich. Konsortialführer: JP Morgan und Morgan Stanley. Weitere Institute: Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas, Credit Suisse, Goldman Sachs, Société Générale. (und  IPO-Berater war übrigens der Schweizer Edel-Consultant Lilja & Co.).

Und für alle Leser, die den Brückentag damit zubringen, daheim im Garten ihre hobbymäßig geführten Excel-Listen mit den Quartalszahlen der wichtigsten deutschen Banken auf den neuesten Stand zu bringen … KfW: 228 Mio. Euro (nach 421 Mio. Euro in Q1 2017); Aareal: 67 Mio. Euro (nach 71 Mio. Euro in Q1 2017). KfW-Pressemitteilung, Immobilien-Zeitung (Aareal-Meldung)

Dazu passend: Die HVB-Mutter Unicredit hat im ersten Quartal satte 1,1 Milliarden Euro verdient. Auffällig war dabei das Ertragswachstum um vier Prozent – zurückzuführen nicht etwa auf höhere Zinseinnahmen, sondern auf einen höheren Provisionsüberschuss. Reuters/HB

Sorry, lieber Yassin Hankir: In der Mittwochsausgabe hatten wir den Savedroid-Gründer „Hassin Yankir“ genannt. Das war natürlich kein idiotischer Scherz. Sondern ein Versehen, ein Blackout oder wie immer man es nennen will. Sollte trotzdem nicht passieren.

Linktipps

Für alle, die so wie wir bislang dachten, Verimi und Yes seien mehr oder weniger dasselbe (ungefähr so wie das „Handelsblatt“ und die „Börsen-Zeitung“ ja mehr oder weniger dasselbe sind …) – Ha! Geschnitten! „Verimi ist in fast jedem Punkt die Antithese zu Yes.“ Sagt zumindest der CEO von Yes. IT-Finanzmagazin

Den Fall der St. Galler Kantonalbank, die durch den Einsatz von fünf Robotern sieben Mitarbeiter eingespart haben will, haben Sie vermutlich mitbekommen – die „Süddeutsche Zeitung“ erläutert nun, wie es andere Banken (z.B. Goldman) mit der Automatisierung halten und was all dies für die Beschäftigten (also die menschlichen) bedeutet. SZ

Und nochmal der junge Kollege Wischmeyer von der „Süddeutschen“: Was sind die Parallelen zwischen Paydirekt und Verimi – und unter welchen Voraussetzungen würden solche „Alle machen mit“-Projekte womöglich besser funktionieren, als sie das gegenwärtig tun. SZ

Nachdem die Borgwerth’sche Analyse des Geschäftsmodells von Savedroid bei den Lesern so großen Anklang gefunden hat, wollen wir heute mal einen Artikel verlinken, der sich mit den rechtlichen Implikationen von „Initial Coins Offerings“ im deutschen Markt befasst. Qthority

Und weil wir nicht alles lesen können, Sie aber schon: Hier wie immer freitags der Link auf die „Was wir lesen“-Liste des DZ-Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter im Grunde (fast) alles beinhaltet, was man braucht, um täglich informiert zu sein, und das auch noch auf unverkrampft unterhaltsame Art.“

Dr. Edeltraud Leibrock ist Bankmanagerin mit Schwerpunkt auf Innovation, Digitalisierung & Technologie – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten.

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Frisur? „Naja“

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Heinz-Roger Dohms

Elf Beispiele, wie nach dem Retailbanking nun auch das KMU-Geschäft digitalisiert wird

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitale Revolution des KMU-Geschäfts ist aktuell der vermutlich wichtigte Trend im deutschen Banking. „Finanz-Szene.de“ skizziert beispielhaft elf Ereignisse aus den vergangenen Monaten,  die den Trend (so hoffen wir zumindest) in seiner ganzen Breite abbilden:

11/10/17: Compeon sichert sich 12-Mio.-Euro-Funding

Das Fintech Compeon will das Interhyp-Prinzip (also die Vermittlung günstiger Kredite) aus der Baufinanzierung auf das Firmenkundengeschäft übertragen. Die jüngsten Zahlen deuten an, dass das Geschäftsmodell allmählich Fahrt aufnimmt. So vermittelten die Düsseldorfer allein zwischen Januar und März Finanzierungen im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro. Auch andere springen auf das Modell an. So startete das Berliner Fintech Fincompare im vergangenen Jahr mit einem sehr ähnlichen Geschäftsmodell. Die ganz große Frage in diesem Bereich dürfte werden: Sind die KMUs (um ein paar Basispunkte beim Kredit zu sparen) bereit, ihre Bankverbindungen zu fragmentieren?

07/12/17 bzw. 14/12/17: Billie und Finiata vermelden 10-Mio.-Finanzierungen

Sebastian Diemer ist der Gründer des lange Zeit höchstbewerteten deutschen Finanz-Startups – nämlich Kreditech aus Hamburg. Nach seinem Ausscheiden Ende 2015 legte der heute übrigens auch schon Über-30-Jährige zunächst eine kleine Pause ein. Und nun? Versucht er, das Kreditech-Modell (Finanzierungen auf Basis algorithmus-basierter Bonitätsbewertungen) mit seinem Startup Finiata in Form von Factoring auf das KMU-Geschäft zu übertragen. Sollten die Algorithmen wirklich funktionieren (was man noch nicht weiß), dann könnte Finiata bei den Selbstständigen und Freiberuflern einen echten USP besitzen. Auffälligerweise ist Diemer nicht der einzige prominente Fintech-Macher, der sich neuerdings im Bereich Factoring tummelt. So haben die einstigen Zencap-Gründer Matthias Knecht und Christian Grobe das Fintech Billie gestartet (das eine etwas großvolumigere Zielgruppe als Finiata anvisiert).

12/12/17: Nach Holvi und Kontist geht auch noch Penta an den Start

Wer wird das „N26 für KMUs“ (wobei es in diesem Fall eher um die „Ks“ im Sinne von Selbstständigen, Freiberuflern, Startups & Co. geht)? An Anwärtern jedenfalls mangelt es nicht. So tummeln sich ja beispielsweise schon Kontist und Holvi (Sind das die Finnen? Ja …) in dem Beritt, bevor im April mit Penta noch eine weitere Smartphone-Bank an den Start ging. Verwechslungsgefahr besteht da durchaus, zumal die Anbieter irgendwie alle in Berlin sitzen und irgendwie fast alle (oder alle?) in lizenzieller Hinsicht mit der Solarisbank kooperieren. Die Erfolgsaussichten? Mal abwarten. Zumal die etablierten Banken ja auch nicht schlagen, wie zum Beispiel der „vr-finanzguide“ der DZ Bank zeigt.

31/01/18: Amazon sucht Kreditexperten für den deutschen Markt

Aus unserer Sicht kann das eigentlich nur bedeuten, dass der E-Commerce-Riese seine in den USA und Großbritannien bereits erprobten Finanzierungsangebote für Onlinehändler demnächst auch in Deutschland an den Start bringt (wenn dies nicht sogar schon passiert ist). Der Vorteil, den die Amerikaner in diesem Segment gegenüber klassischen Finanzdienstleistern ausspielen können, liegt auf der Hand: „Amazon kennt die Geschäftsentwicklung und die Margen seiner Händler und kann auf dieser Basis relativ präzise vorhersagen, wie sich der Umsatz in den nächsten Monaten entwickeln wird“, so der Payment-Experte Jochen Siegert. Darüber hinaus habe Amazon „Einblick in alle relevanten Prozesse, die zwischen Händler und Kunde stattfinden“. Auf dieser Grundlage das Risiko eines Kredits einzuschätzen, sei „fast schon trivial“. Trotzdem bleibt die große Frage: Wie ernst sind Amazons Banking-Pläne wirklich? Denn mit ihrem Cloud-Service AWS verdienen die Amerikaner (auch) an der (deutschen) Kreditwirtschaft ja angeblich schon ganz gut.

14/02/18: Finleap schickt KMU-Fintech an den Start

Das Infinitec Solutions getaufte Spin-Off soll klassische Banken bei der Digitalisierung ihres KMU-Geschäfts unterstützen. Dabei funktioniert das Tool so ähnlich wie ein „Personal Finance Manager“ im Retailgeschäft – es hilft kleinen und mittleren Unternehmen dabei, ihre Finanzen zu ordnen und auf dieser Basis den Kreditbedarf zu ermitteln. Banken können die Software in ihre IT-Systeme integrieren – und den Kunden dann mithilfe des Tools zu den eigenen Finanzierungsangeboten lotsen. Einer zumindest ähnlichen Idee folgt VR Business Online, ein neues Digitalangebot der Volks- und Raiffeisenbanken.

19/02/18: ING Diba übernimmt Kreditmarktpatz Lendico

Die ING Diba will noch in diesem Jahr mit einem Online-Kredit für kleine und mittlere Unternehmen an den Start gehen – und schluckt zu diesem Zweck den Kreditmarktplatz Lendico. Dabei hat es die Oranje-Bank bei dem Deal  weniger auf die (vermutlich eher dürre) Kundenbasis als auf die (angeblich sehr ausgefeilte) Technologie der Berliner abgesehen. Spannend wird sein, bis zu welcher Losgröße der Online-Kredit für KMUs vergeben wird. Geht es also eher um die „Ks“ (worauf wir tippen würden), oder eher um die „Ms“?

27/02/18: Allianz investiert 30 Mio. $ in Working-Capital-Plattform

Wer analysieren will, wie die Allianz ihren Wirkungskreis (so ist jedenfalls unsere Aus-dem-Bauch-heraus-Deutung) mithilfe digitaler Investments auf die Bankensphäre ausweiten will – der sollte nicht nur auf das vielbeachtete Investment bei N26, sondern vielmehr auf das kaum beachtete Investment bei C2FO gucken. Bei dem US-Fintech handelt es sich nach Aussage von Allianz-X-Chef Nazim Cetin (Allianz X ist die Digitaltochter des Versicherers) um eine Plattform die, „Unternehmen nach Bedarf und in Echtzeit Zugang zu Finanzierung von Betriebskapital verschafft“. So ganz haben wir noch nicht verstanden, wie das genau funktionieren soll. Aber es scheint uns, als sei das ein Case, den sich die Business-Development-Menschen in den Banken mal genauer anschauen sollten (wobei: vermutlich tun sie das ja längst).

22/03/18 bzw. 11/04/17: Commerzbank und BNP Paribas digitalisieren KMU-Geschäft

Kurz nach dem Lendico-Deal der ING Diba berichteten die Commerzbank und die deutsche BNP Paribas über eigene Pläne für die Digitalisierung ihres Firmenkundengeschäfts. So bietet die Coba seit einigen Monaten  onlinebasierte Betriebsmittelkredite sowie eine digitale Anlage- und Risikoberatung an (eine aus unserer Sicht sehr gute Einordnung zu den Plänen finden Sie bei den Kollegen von „Finance“). Noch nicht ganz so weit und vor allem noch nicht ganz so konkret ist die BNP. Allerdings lassen Aussagen von Deutschland-Chef Diederichs  („Wir prüfen ein digitales Angebot für kleinere Firmenkunden“) darauf schließen, dass es in diesem Fall zweifelsohne um die „Ks“ geht. Jedenfalls: Ein Digitalisierungs-Mensch aus einer großen deutschen Bank sagte uns dieser Tage: „Die Finanzmanager auch von großen KMUs haben kein Verständnis mehr, dass die private digitale Kontenführung inzwischen flink und bequem ist – die unternehmerische Beziehung zur Bank hingegen noch per Fax, schriftlich oder telefonisch erfolgt.“

13/03/18: Funding Circle verdreifacht das Kreditvolumen

In Großbritannien ist der KMU-Kreditmarktplatz Funding Circle längst ein ernsthafter Konkurrent für die Banken – in Deutschland hingegen fährt er nach der Übernahme von Zencap 2015 sein Geschäft erst langsam hoch. Immerhin: 2017 konnten die Brit-Berliner das Volumen der vermittelten Kredite (freilich von einem extrem niedrigen Niveau aus) auf rund 55 Mio. Euro verdreifachen. Zudem ist sich Deutschland-Chef Torsten Seeger sicher, das sein Unternehmen die anfangs hohen Kreditausfallraten in den Griff bekommt (zumal es ja immer heißt, Kredit-Fintech-Startups würden Ausfälle anfangs durchaus bewusst in Kauf nehmen, weil sich nur so die Algorithmen trainieren ließen). Mithin: Funding Circle ist hierzulande noch kein erprobter KMU-Case. Aber ein spannender (wobei der Fall vermutlich ungleich spannender wäre, käme endlich mal eine Kreditklemme. Aber die ist ja nicht in Sicht.)

09/05/18: Savedroid-Chef auf Mea-Culpa-Tour, Lehren aus dem Simplesurance-Deal, DSGVO

Wie die Investoren aus dem Savedroid-Gründer einen salonfähigen Manager machen wollen

Ein smarter Kerl ist er ja,  der gute Yassin Hankir. Und nett noch dazu. Darum sollen die Investoren (also die richtigen, nicht die kryptomäßigen) auch nicht wirklich böse gewesen sein, als der Savedroid-Chef seinen mittlerweile berühmt-berüchtigten PR-Stunt abzog. Sondern eher verzweifelt: Wird der Junge denn nie erwachsen? Drei Wochen später haben die Beteiligten nun offensichtlich einen Modus Vivendi gefunden: Hankir darf Savedroid-Chef bleiben, muss sich aber einer öffentlichen Läuterung unterziehen, wobei man ihm zu diesem Zweck die internationale PR-Agentur Hill+Knowlton an die Seite gestellt hat. Nachdem wir selber Anfang der Woche keine Zeit hatten (aber danke für die Anfrage), begann Hankirs Mea-Culpa-Tour gestern bei „Handelsblatt.com“, wobei das Interview nicht nur eine starke Überschrift („Müssen uns aufrichtig entschuldigen“) und ein hübsches Foto (mit Bürohund Jewa), sondern auch eine spannende Info hervorbrachte: Seine hochfliegenden Pläne für den Aufbau einer ICO-Beratung muss sich Hankir abschminken. Handelsblatt-Interview (Paywall)

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Keine Lust mehr auf starre Managementhierarchien, Egoismus statt Miteinander und Werte, die nur als Wanddekoration dienen? Stattdessen möchtest du dich in gelebten flexiblen Strukturen weiterentwickeln und mit einzigartigen Produkten und kreativen Ideen neuen Wert schaffen? Werde als Sales Enthusiast Teil eines magischen FinTech-Start-Ups – und mach Revolution zu deinem Beruf. https://gini.net/de/jobs

Zur Lage der Commerzbank: Das „C“ steht für Durchwurschteln

Vor lauter Deutsche Bank hätte man zuletzt fast vergessen, dass es in Frankfurt noch eine weitere ehemalige Großbank gibt. Und vor lauter Klaus-Peter Müller hätte man gestern fast vergessen, dass bei der Commerzbank ja nicht nur – schnief! – Abschied genommen, sondern auch noch Geschäft betrieben wird. Dabei war die HV aus inhaltlicher Sicht gar nicht so unspannend. Denn immerhin hat Vorstandschef Zielke den Aktionären  eine grobe Indikation gegeben, wie denn so das erste Quartal gelaufen ist. Die Zahl der Kunden: gestiegen. Der Ertrag pro Kunde: gesunken. Unterm Strich also: Stagnation. So wurschtelt die Coba in bemerkenswerter Richtungslosigkeit vor sich hin, immer in der (vielleicht gar nicht unberechtigten) Hoffnung, dass das Kundenwachstum irgendwann mal in höhere Erträgen mündet, was dann in Kombination mit sinkenden Kosten zu so was Ähnlichem wie einer Rendite führen soll. Könnte natürlich sein, dass bis dahin ein Abschwung dazwischenkommt. Oder eine Übernahme. Börsen-Zeitung (Paywall), HandelsblattCapital (Analyse), Wiwo (Kuscheln zum Abschied), Wiwo (die Vita des neuen AR-Chefs Schmittmann) 

News

Wo Deutschlands Banken kleckern, da klotzt die Allianz: Als wir kürzlich die Fintech-Beteiligungen der deutschen Kreditwirtschaft aufgedröselt haben, da blieb als Gesamteindruck zurück, dass zwar einige Institute (wie die Commerzbank) in durchaus viele Finanz-Startups investieren – aber nicht in die wirklich großen. Ganz anders geht da die Allianz zu Werke. Sie beteiligte sich neulich mit einer zweistelligen Millionensumme an N26, sicherte sich für 30 Millionen Dollar ein spannendes US-Fintech namens C2FO und führt nun, wie gestern vermeldet wurde, die  20-Millionen-Euro Runde beim Berliner Insurtech Simplesurance an. Dazu passt, dass die Hannover Rück und die Signal Iduna beide Anteile am Berliner Fintech-Inkubator Finleap halten, während die HVB ihre Beteiligung an der Solarisbank kürzlich verkauft haben soll, womit (soweit wir das überblicken) bei den sieben, acht wichtigsten deutschen Finanz-Startups keine einzige wichtige deutsche Bank mehr investiert ist. Kann es sein, dass die Versicherungswirtschaft etwas sieht, was die Kreditwirtschaft nicht sieht? Gründerszene, Versicherungsmonitor (Paywall)

Streicht die Deutsche Bank in den USA nicht nur 10%, sondern sogar 20% der Stellen? Diese Spekulation stellt „Bloomberg“ an – allerdings bestreitet Blaubank-Sprecher Eigendorf, dass ein solcher Plan existiert. Bloomberg

Wie geht es nun weiter in Sachen HSH Nordbank? Klar ist, dass sich im Streit um die Einlagensicherung irgendwer bewegen muss, und der BdB hat nach dem BÖZ-Interview gestern in einer Stellungnahme nochmal klargestellt, dass er es nicht sein wird. Die Erfahrung lehrt, dass Cerberus und Flowers (also die angenommenen künftigen Eigner der Landesbank) auch nicht diejenigen sind, die die ganz große Bewegungslust verspüren. Damit bleibt eigentlich mal wieder nur die öffentliche Hand, sei es in Form der beteiligten Bundesländer oder in Form der Sparkassen. Das „Handelsblatt“ (Paywall) verweist heute Früh schon mal auf den Konzernlagebericht der HSH, wo es heißt: „Sollte ein reibungsloser Übergang [in die BdB-Einlagensicherung] nicht wie geplant gelingen, könnte dies zu einem erheblichen Abfluss von Einlagen und zu einem wesentlichen Anstieg der Fundingkosten führen.“ Dabei streckt sich die HSH bei der Refinanzierung ja schon jetzt, wie ein Blick auf die Einlagenplattform „Zinspilot“ zeigt.

So hat Bankenpräsident Peters in einem Interview auf die Frage geantwortet, wie die ideale Bank aussähe, wenn er heute eine gründen müsste (kleiner Hinweis: irgendwas fehlt …): „Ich würde auf das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung setzen. Schwieriger ist das Firmenkundengeschäft. Da kämpfen schon jetzt zu viele Anbieter um Kunden. Solange die Konjunktur gut läuft, ist das kein Problem. Es gibt keine richtig großen Unternehmenspleiten, wir haben keine Wertberichtigungen. Das kann sich aber wieder ändern.“ Morgenpost

(Tipp: Der Geschäftszweig, der fehlt, beginnt in der deutschen Sprache mit einem „P“, im Englischen mit einem „R“ und wird von einer Hamburger Bank, die mit einem „B“ beginnt, eher nicht betrieben. Kommen Sie drauf?)

Linktipps

Ob wir wollen oder nicht, die DSGVO trifft uns ja irgendwie alle: Insofern verlinken wir einfach mal auf den einführenden Artikel, den die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog zu dem Thema erstellt haben. PAB

Wenn eine App der anderen gleicht und die Kreditkarte ohnehin von Visa kommt – wie kann ich mich als Bank dann überhaupt noch von meinen Wettbewerbern abheben? Über den Wert von Storytelling zur Kundengewinnung. Bankinghub

Wie Remigiusz Smolinski, der digitale Vordenker der Comdirect, über die Fintechs denkt … erfährt man beim Kollegen Leichsenring vom Bank-Blog

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil

… mir der investigative und satirische Stil sehr gut gefällt – aber natürlich nur, solange er uns nicht selber trifft.“

Erik Podzuweit ist Co-CEO von Scalable Capital – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zu den Payment-Plänen der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Sie mögen uns doch, oder?

Liebe Leserinnen und Leser, was haben Social-Media-Beraterinnen mit kleinen Töchtern gemeinsam? Man kann ihnen keinen Wunsch abschlagen. Und darum sind WIR jetzt bei Facebook. Und darum sollen wir SIE jetzt bitten (von der Social-Media-Beraterin, nicht von den Töchtern), UNS doch bitte bei Facebook zu liken. Denken Sie nicht, dass uns das nicht unangenehm wäre, von wegen Zuckerberg und Daten und Bäääähh und überhaupt.  Aber wir tun es trotzdem. Also bitte: Hier klicken (keine Bange, das ist nur der Link zu unserer Facebook-Seite), dann liken, dann einmal kurz die Hände waschen. Und fertig. Danke!!!

09/05/18: Das Wurschteln der Commerzbank, Holt Sewing jetzt die Axt raus?, Vergesslicher BdB-Chef

Zur Lage der Commerzbank: Das „C“ steht für Durchwurschteln

Vor lauter Deutsche Bank hätte man zuletzt fast vergessen, dass es in Frankfurt noch eine weitere ehemalige Großbank gibt. Und vor lauter Klaus-Peter Müller hätte man gestern fast vergessen, dass bei der Commerzbank ja nicht nur – schnief! – Abschied genommen, sondern auch noch Geschäft betrieben wird. Dabei war die HV aus inhaltlicher Sicht gar nicht so unspannend. Denn immerhin hat Vorstandschef Zielke den Aktionären  eine grobe Indikation gegeben, wie denn so das erste Quartal gelaufen ist. Die Zahl der Kunden: gestiegen. Der Ertrag pro Kunde: gesunken. Unterm Strich also: Stagnation. So wurschtelt die Coba in bemerkenswerter Richtungslosigkeit vor sich hin, immer in der (vielleicht gar nicht unberechtigten) Hoffnung, dass das Kundenwachstum irgendwann mal in höhere Erträgen mündet, was dann in Kombination mit sinkenden Kosten zu so was Ähnlichem wie einer Rendite führen soll. Könnte natürlich sein, dass bis dahin ein Abschwung dazwischenkommt. Oder eine Übernahme. Börsen-Zeitung (Paywall), HandelsblattCapital (Analyse), Wiwo (Kuscheln zum Abschied), Wiwo (die Vita des neuen AR-Chefs Schmittmann) 

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Keine Lust mehr auf starre Managementhierarchien, Egoismus statt Miteinander und Werte, die nur als Wanddekoration dienen? Stattdessen möchtest du dich in gelebten flexiblen Strukturen weiterentwickeln und mit einzigartigen Produkten und kreativen Ideen neuen Wert schaffen? Werde als Sales Enthusiast Teil eines magischen FinTech-Start-Ups – und mach Revolution zu deinem Beruf. https://gini.net/de/jobs

News

Streicht die Deutsche Bank in den USA nicht nur 10%, sondern sogar 20% der Stellen? Diese Spekulation stellt „Bloomberg“ an – allerdings bestreitet Blaubank-Sprecher Eigendorf, dass ein solcher Plan existiert. Bloomberg

Und nächste Frage: Erfolgt der Teilrückzug der Deutschen Bank aus den USA nicht ganz freiwillig? So lässt sich zumindest eine Geschichte in der „Financial Times“ deuten, wonach die EZB und die Bafin schon vor Monaten haben durchblicken lassen, dass das Amerika-Geschäft aus ihrer Sicht zu groß und damit zu riskant sei. FT (Paywall)

Wie geht es nun weiter in Sachen HSH Nordbank? Klar ist, dass sich im Streit um die Einlagensicherung irgendwer bewegen muss, und der BdB hat nach dem BÖZ-Interview gestern in einer Stellungnahme nochmal klargestellt, dass er es nicht sein wird. Die Erfahrung lehrt, dass Cerberus und Flowers (also die angenommenen künftigen Eigner der Landesbank) auch nicht diejenigen sind, die die ganz große Bewegungslust verspüren. Damit bleibt eigentlich mal wieder nur die öffentliche Hand, sei es in Form der beteiligten Bundesländer oder in Form der Sparkassen. Das „Handelsblatt“ (Paywall) verweist heute Früh schon mal auf den Konzernlagebericht der HSH, wo es heißt: „Sollte ein reibungsloser Übergang [in die BdB-Einlagensicherung] nicht wie geplant gelingen, könnte dies zu einem erheblichen Abfluss von Einlagen und zu einem wesentlichen Anstieg der Fundingkosten führen.“ Dabei streckt sich die HSH bei der Refinanzierung ja schon jetzt, wie ein Blick auf die Einlagenplattform „Zinspilot“ zeigt.

Wo Deutschlands Banken kleckern, da klotzt die Allianz: Als wir kürzlich die Fintech-Beteiligungen der deutschen Kreditwirtschaft aufgedröselt haben, da blieb als Gesamteindruck zurück, dass zwar einige Institute (wie die Commerzbank) in durchaus viele Finanz-Startups investieren – aber nicht in die wirklich großen. Ganz anders geht da die Allianz zu Werke. Sie beteiligte sich neulich mit einer zweistelligen Millionensumme an N26, sicherte sich für 30 Millionen Dollar ein spannendes US-Fintech namens C2FO und führt nun, wie gestern vermeldet wurde, die  20-Millionen-Euro Runde beim Berliner Insurtech Simplesurance an. Dazu passt, dass die Hannover Rück und die Signal Iduna beide Anteile am Berliner Fintech-Inkubator Finleap halten, während die HVB ihre Beteiligung an der Solarisbank kürzlich verkauft haben soll, womit (soweit wir das überblicken) bei den sieben, acht wichtigsten deutschen Finanz-Startups keine einzige wichtige deutsche Bank mehr investiert ist. Kann es sein, dass die Versicherungswirtschaft etwas sieht, was die Kreditwirtschaft nicht sieht? Gründerszene, Versicherungsmonitor (Paywall)

So hat Bankenpräsident Peters in einem Interview auf die Frage geantwortet, wie die ideale Bank aussähe, wenn er heute eine gründen müsste (kleiner Hinweis: irgendwas fehlt …): „Ich würde auf das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung setzen. Schwieriger ist das Firmenkundengeschäft. Da kämpfen schon jetzt zu viele Anbieter um Kunden. Solange die Konjunktur gut läuft, ist das kein Problem. Es gibt keine richtig großen Unternehmenspleiten, wir haben keine Wertberichtigungen. Das kann sich aber wieder ändern.“ Morgenpost

(Tipp: Der Geschäftszweig, der fehlt, beginnt in der deutschen Sprache mit einem „P“, im Englischen mit einem „R“ und wird von einer Hamburger Bank, die mit einem „B“ beginnt, eher nicht betrieben. Kommen Sie drauf?)

Linktipps

Ob wir wollen oder nicht, die DSGVO trifft uns ja irgendwie alle: Insofern verlinken wir einfach mal auf den einführenden Artikel, den die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog zu dem Thema erstellt haben. PAB

Wenn eine App der anderen gleicht und die Kreditkarte ohnehin von Visa kommt – wie kann ich mich als Bank dann überhaupt noch von meinen Wettbewerbern abheben? Über den Wert von Storytelling zur Kundengewinnung. Bankinghub

Wie Remigiusz Smolinski, der digitale Vordenker der Comdirect, über die Fintechs denkt … erfährt man beim Kollegen Leichsenring vom Bank-Blog

Aus der Szene

Wie die Investoren aus dem Savedroid-Gründer einen salonfähigen Manager machen wollen: Ein smarter Kerl ist er ja,  der gute Yassin Hankir. Und nett noch dazu. Darum sollen die Investoren (also die richtigen, nicht die kryptomäßigen) auch nicht wirklich böse gewesen sein, als der Savedroid-Chef seinen mittlerweile berühmt-berüchtigten PR-Stunt abzog. Sondern eher verzweifelt: Wird der Junge denn nie erwachsen? Drei Wochen später haben die Beteiligten nun offensichtlich einen Modus Vivendi gefunden: Hankir darf Savedroid-Chef bleiben, muss sich aber einer öffentlichen Läuterung unterziehen, wobei man ihm zu diesem Zweck die internationale PR-Agentur Hill+Knowlton an die Seite gestellt hat. Nachdem wir selber Anfang der Woche keine Zeit hatten (aber danke für die Anfrage), begann Hankirs Mea-Culpa-Tour gestern bei „Handelsblatt.com“, wobei das Interview nicht nur eine starke Überschrift („Müssen uns aufrichtig entschuldigen“) und ein hübsches Foto (mit Bürohund Jewa), sondern auch eine spannende Info hervorbrachte: Seine hochfliegenden Pläne für den Aufbau einer ICO-Beratung muss sich Hankir abschminken. Handelsblatt-Interview (Paywall)

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil

… mir der investigative und satirische Stil sehr gut gefällt – aber natürlich nur, solange er uns nicht selber trifft.“

Erik Podzuweit ist Co-CEO von Scalable Capital – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten

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… war gestern unsere Analyse zu den Payment-Plänen der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

Sie mögen uns doch, oder?

Liebe Leserinnen und Leser, was haben Social-Media-Beraterinnen mit kleinen Töchtern gemeinsam? Man kann ihnen keinen Wunsch abschlagen. Und darum sind WIR jetzt bei Facebook. Und darum sollen wir SIE jetzt bitten (von der Social-Media-Beraterin, nicht von den Töchtern), UNS doch bitte bei Facebook zu liken. Denken Sie nicht, dass uns das nicht unangenehm wäre, von wegen Zuckerberg und Daten und Bäääähh und überhaupt.  Aber wir tun es trotzdem. Also bitte: Hier klicken (keine Bange, das ist nur der Link zu unserer Facebook-Seite), dann liken, dann einmal kurz die Hände waschen. Und fertig. Danke!!!

08/05/18: Kann die Deutsche Bank Payment?, Ratepay-Porträt, Niiios neueste Volte, HSH-Schock

Ad-hoc: Laut „Börsen-Zeitung“ wackelt der Verkauf der HSH Nordbank

Eigentlich schien alles perfekt. Vorstandschef Stefan Ermisch begab sich sogar schon auf eine Art Ehrenrunde, um sich (den Fans fröhlich winkend) für die Privatisierung  der HSH Nordbank feiern zu lassen und sein Institut den anderen Landesbanken als Role Model anzupreisen. Nun allerdings platzt in die schöne Stimmung heute Morgen eine Geschichte der „Börsen-Zeitung“, die man – wenn sie denn stimmt – als Hammer bezeichnen muss. Sie ist nämlich mit „Verkauf der HSH Nordbank wackelt“ überschrieben. Als Kronzeugen für diese Behauptung führt die BÖZ den BdB-Geschäftsführer Christian Ossig an, der von „einer Reihe von Stolpersteinen“ spricht und damit vor allem den seiner Darstellung nach offenbar völlig ungeklärten Einlagensicherungs-Status meint. Nun könnte man beim ersten Lesen denken, der BdB wolle bloß den Preis erhöhen und die BÖZ lasse sich dabei ein bisserl zu sehr vor den Wagen spannen. Indes: Im nebenstehenden Kommentar legt die BÖZ nach, spricht in Bezug auf den als perfekt dargestellten HSH-Verkauf von einer „Desinformations-Kampagne“ und von „verdeckten“, wenn nicht sogar „gezinkten Karten“, mit denen gespielt werde. Wenn das wirklich stimmen sollte, dann wissen wir, wer jetzt erstmal nicht mehr winkt. BÖZ (News), BÖZ (Kommentar)

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Analyse: Warum man an den Payment-Coup der Dt. Bank ein paar Fragezeichen heften sollte

Man wähnte die Deutsche Bank ja schon im Modus des immerwährenden Sparens – da landet das wichtigste Geldhaus des Landes plötzlich einen kleinen Coup und verkündet (standesgemäß via „Financial Times“) den Angriff auf Visa und Mastercard. Konkret geht es darum, dass sich die Blaubank mit der IATA (das ist der Dachverband der globalen Nicht-Billig-Airlines) zusammentut, um ein neues Payment-Scheme zu entwickeln, über das Kunden bei der Buchung ihren Flug bezahlen können. Der Name „Deutsche Bank“ würde in diesem System mutmaßlich überhaupt nicht auftauchen; stattdessen wären die Frankfurter so etwas wie der White-Label-Anbieter im Hintergrund. Macht das Sinn? Auf den ersten Blick ja. Denn die Airlines suchen nach einem Gegengewicht zu den Kreditkarten-Oligopolisten – und die Deutsche Bank ist dank erforderlicher Lizenzen und erwiesener Expertise im Payment Processing ein naheliegender Partner. Zugleich werfen die Pläne aber auch viele Fragen auf – und zwar mindestens fünf. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Ach, beim niedlichen Supi-Dupi-Fintech Niiio, dem wir neulich sogar mal eine liebestolle Analyse gewidmet haben, ist eigentlich immer was los – der neueste Schnack: Jetzt will sich die irgendwie in ständiger Umorganisierung und strukturaler Selbstoptimierung befindliche Firma das operative Geschäft ihrer Mutter (oder war die Mutter doch die Tochter oder umgekehrt?) einverleiben. Bei anderen Unternehmen würden wir nun die böse Vermutung anstellen, dass die Tochter (oder war die Tochter doch die Mutter oder umgekehrt?) ja irgendwas Operatives braucht, um dies dann ihren Aktionären (kürzlich wurde übrigens auf Namensaktien umgestellt) zu präsentieren. Aber das Fintech Niiio mit drei „i“ finden wir so zuckersüß, dass sich derlei böse Gedanken verbieten. Ad-hoc-Mitteilung

Die Commerzbank droht angeblich „Tausenden Kunden“ mit Rauswurf: So stellt es heute Morgen zumindest die FAZ (Seite 23) dar, während „Bloomberg“ gestern Abend lediglich von über 1000 Kunden sprach. Worum es geht? Offenbar um Wertpapier-Kunden mit US-Bezug. Und um die Frage, wie die Commerzbank (und wohl auch andere europäische Banken) in Zukunft mit den immer komplexeren Anforderungen der US-Steuerbehörden umgehen sollen. Bloomberg

Leser von „Finanz-Szene.de“ wissen ja, dass sich schwarze Zahlen von Privatbanken bei genauerer Draufsicht gern mal als weit weniger schwarz (Berenberg 2016) oder gar als rötelnd entpuppen (Lampe 2016, Warburg 2016, Lampe 2017) – trotzdem: Im Falle von Merck Finck sparen wir uns jetzt einfach mal den Blick in die Bilanz und kolportieren treugläubig, dass die Bank 2017 „den Turnaround geschafft hat“, wie Vorstandschef  Matthias Schellenberg versichert. Bloomberg/Welt

Bei der 480-Mio.-Dollar-Nummer zwischen Wells Fargo und Union Investment ist uns noch immer nicht klar, … ob die 480 Millionen Dollar jetzt wirklich komplett den Union-Anlegern zugutekommen (so las sich für uns gestern die SZ-Meldung und auch die offizielle PM der Union lässt sich zumindest beim ersten Lesen so interpretieren, oder nicht?) – oder ob nach Deutschland nicht doch nur ein kleiner Teil dieser Summe fließt? Letzteres scheint uns irgendwie plausibler. Hätten wir einfach mal klären sollen. Haben wir aber ehrlich gesagt vergessen.

Linktipps

Abschied eines Gemochten: Klaus-Peter Müller, den früheren Vorstands- und nun scheidenden Aufsichtsratschef der Commerzbank, mag irgendwie jeder. Drum können einem die Kollegin Schreiber (Süddeutsche) und der Kollege Kröner (Handelsblatt) schon fast leidtun. Denn sie mussten dieser Tage eine Bilanz des Müllerschen Arbeitslebens ziehen. Und wie diese Bilanz nach >50 Jahren Commerzbank ausfällt, weiß ja jeder, der mal einen Aktienchart der Coba gesehen hat. Aber so hart will man’s dann ja doch nicht schreiben.  Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall) 

Dürfen die das? Mehrere Sparkassen drängen Tausende Kunden aus hochverzinsten Sparverträgen. Nun entscheiden Gerichte über die Fälle. Handelsblatt (Paywall)

Vor ziemlich genau 100 Tagen hat die Deutsche Bank ihr „Open Banking“-Programm dbAPI gestartet. Leiter Joris Hensen zieht eine erste Zwischenbilanz. Der Bank-Blog

Die blinden Flecken der EHI-Online-Payment-Studie: Eine kritische Betrachtung durch die Zahlungsverkehrs-Experten Jochen Siegert und Kilian Thalhammer. Paymentandbanking (Podcast)

Die Erkenntnis, dass Ratepay zu den wenigen deutschen Fintechs gehört, die (bereits) schwarze Zahlen schreiben, hatten wir ja neulich schon mit Ihnen geteilt: Mit dem „Handelsblatt“ hat Chefin Miriam Wohlfarth nun über das Geschäftsmodell des B2B-Payment-Anbieters gesprochen. HB

Karriere

Deutschlands Banken schicken die Headhunter jetzt sogar schon in die Universitäten: … aber nicht unbedingt, um dort die nächsten MBA’ler aufzugabeln. Sondern – es geht um Nachwuchsexperten für Themen wie Cyber Security, Data Science oder Data Engineering. efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter einen kurzweiligen Überblick über die Neuigkeiten aus der Branche bietet. Besonders schätze ich, dass die oftmals trockene Materie mit lockerem Schreibstil vermittelt wird.“

Dr. Christine Bortenlänger ist Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück zur Oliver-Wyman-Studie über den Fintech-induzierten Ertragsschwund bei den deutschen Retailbanken. Finanz-Szene.de

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Lieber Bitkom, anbei als kostenfreier Service ein recyclebarer Instant-PR-Text für Deine nächsten zehn Studien zur Zukunft des Bankings:

Mehr als xx Prozent der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom mittlerweile online. Dabei legen gut xx Prozent der Befragten großen Wert auf digitale Angebote wie Banking-Apps oder Online-Beratung. „Hier bahnen/bahnt sich einschneidende Änderungen / ein Gezeitenwechsel / ein Dammbruch [Anm.: Formulierung bitte regelmäßig durchwechseln]  für die traditionellen Filialbanken an“, sagte Bitkom-Präsident/in / Bitkom-Geschäftsführer/in Xxxxxxxxx Xxxxxxx am Xxxxxxxxxxx bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

08/05/18: Scheitert der HSH-Verkauf?, Der Payment-Coup der Dt. Bank, Coba droht Kunden mit Rauswurf

Ad-hoc: Laut „Börsen-Zeitung“ wackelt der Verkauf der HSH Nordbank

Eigentlich schien alles perfekt. Vorstandschef Stefan Ermisch begab sich sogar schon auf eine Art Ehrenrunde, um sich (den Fans fröhlich winkend) für die Privatisierung  der HSH Nordbank feiern zu lassen und sein Institut den anderen Landesbanken als Role Model anzupreisen. Nun allerdings platzt in die schöne Stimmung heute Morgen eine Geschichte der „Börsen-Zeitung“, die man – wenn sie denn stimmt – als Hammer bezeichnen muss. Sie ist nämlich mit „Verkauf der HSH Nordbank wackelt“ überschrieben. Als Kronzeugen für diese Behauptung führt die BÖZ den BdB-Geschäftsführer Christian Ossig an, der von „einer Reihe von Stolpersteinen“ spricht und damit vor allem den seiner Darstellung nach offenbar völlig ungeklärten Einlagensicherungs-Status meint. Nun könnte man beim ersten Lesen denken, der BdB wolle bloß den Preis erhöhen und die BÖZ lasse sich dabei ein bisserl zu sehr vor den Wagen spannen. Indes: Im nebenstehenden Kommentar legt die BÖZ nach, spricht in Bezug auf den als perfekt dargestellten HSH-Verkauf von einer „Desinformations-Kampagne“ und von „verdeckten“, wenn nicht sogar „gezinkten Karten“, mit denen gespielt werde. Wenn das wirklich stimmen sollte, dann wissen wir, wer jetzt erstmal nicht mehr winkt. BÖZ (News), BÖZ (Kommentar)

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Man wähnte die Deutsche Bank ja schon im Modus des immerwährenden Sparens – da landet das wichtigste Geldhaus des Landes plötzlich einen kleinen Coup und verkündet (standesgemäß via „Financial Times“) den Angriff auf Visa und Mastercard. Konkret geht es darum, dass sich die Blaubank mit der IATA (das ist der Dachverband der globalen Nicht-Billig-Airlines) zusammentut, um ein neues Payment-Scheme zu entwickeln, über das Kunden bei der Buchung ihren Flug bezahlen können. Der Name „Deutsche Bank“ würde in diesem System mutmaßlich überhaupt nicht auftauchen; stattdessen wären die Frankfurter so etwas wie der White-Label-Anbieter im Hintergrund. Macht das Sinn? Auf den ersten Blick ja. Denn die Airlines suchen nach einem Gegengewicht zu den Kreditkarten-Oligopolisten – und die Deutsche Bank ist dank erforderlicher Lizenzen und erwiesener Expertise im Payment Processing ein naheliegender Partner. Zugleich werfen die Pläne aber auch viele Fragen auf – und zwar mindestens fünf. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

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Leser von „Finanz-Szene.de“ wissen ja, dass sich schwarze Zahlen von Privatbanken bei genauerer Draufsicht gern mal als weit weniger schwarz (Berenberg 2016) oder gar als rötelnd entpuppen (Lampe 2016, Warburg 2016, Lampe 2017) – trotzdem: Im Falle von Merck Finck sparen wir uns jetzt einfach mal den Blick in die Bilanz und kolportieren treugläubig, dass die Bank 2017 „den Turnaround geschafft hat“, wie Vorstandschef  Matthias Schellenberg versichert. Bloomberg/Welt

Bei der 480-Mio.-Dollar-Nummer zwischen Wells Fargo und Union Investment ist uns noch immer nicht klar, … ob die 480 Millionen Dollar jetzt wirklich komplett den Union-Anlegern zugutekommen (so las sich für uns gestern die SZ-Meldung und auch die offizielle PM der Union lässt sich zumindest beim ersten Lesen so interpretieren, oder nicht?) – oder ob nach Deutschland nicht doch nur ein kleiner Teil dieser Summe fließt? Letzteres scheint uns irgendwie plausibler. Hätten wir einfach mal klären sollen. Haben wir aber ehrlich gesagt vergessen.

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Dürfen die das? Mehrere Sparkassen drängen Tausende Kunden aus hochverzinsten Sparverträgen. Nun entscheiden Gerichte über die Fälle. Handelsblatt (Paywall)

Vor ziemlich genau 100 Tagen hat die Deutsche Bank ihr „Open Banking“-Programm dbAPI gestartet. Leiter Joris Hensen zieht eine erste Zwischenbilanz. Der Bank-Blog

Die blinden Flecken der EHI-Online-Payment-Studie: Eine kritische Betrachtung durch die Zahlungsverkehrs-Experten Jochen Siegert und Kilian Thalhammer. Paymentandbanking (Podcast)

Die Erkenntnis, dass Ratepay zu den wenigen deutschen Fintechs gehört, die (bereits) schwarze Zahlen schreiben, hatten wir ja neulich schon mit Ihnen geteilt: Mit dem „Handelsblatt“ hat Chefin Miriam Wohlfarth nun über das Geschäftsmodell des B2B-Payment-Anbieters gesprochen. HB

Karriere

Deutschlands Banken schicken die Headhunter jetzt sogar schon in die Universitäten: … aber nicht unbedingt, um dort die nächsten MBA’ler aufzugabeln. Sondern – es geht um Nachwuchsexperten für Themen wie Cyber Security, Data Science oder Data Engineering. efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter einen kurzweiligen Überblick über die Neuigkeiten aus der Branche bietet. Besonders schätze ich, dass die oftmals trockene Materie mit lockerem Schreibstil vermittelt wird.“

Dr. Christine Bortenlänger ist Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück zur Oliver-Wyman-Studie über den Fintech-induzierten Ertragsschwund bei den deutschen Retailbanken. Finanz-Szene.de

Back-End

Lieber Bitkom, anbei als kostenfreier Service ein recyclebarer Instant-PR-Text für Deine nächsten zehn Studien zur Zukunft des Bankings:

Mehr als xx Prozent der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom mittlerweile online. Dabei legen gut xx Prozent der Befragten großen Wert auf digitale Angebote wie Banking-Apps oder Online-Beratung. „Hier bahnen/bahnt sich einschneidende Änderungen / ein Gezeitenwechsel / ein Dammbruch [Anm.: Formulierung bitte regelmäßig durchwechseln]  für die traditionellen Filialbanken an“, sagte Bitkom-Präsident/in / Bitkom-Geschäftsführer/in Xxxxxxxxx Xxxxxxx am Xxxxxxxxxxx bei der Vorstellung der Studienergebnisse.

Analyse: Warum an den Payment-Coup der Deutschen Bank ein paar Fragezeichen gehören

Von Heinz-Roger Dohms

Das ist mal eine Ansage: Man wähnte die Deutsche Bank ja bereits im Modus des immerwährenden Sparens – da landet das wichtigste Geldhaus des Landes mal eben einen kleinen Coup und verkündet (standesgemäß via „Financial Times“) den Angriff auf Visa und Mastercard. Konkret geht es darum, dass sich die Blaubank mit der IATA (das ist der Dachverband der globalen Airlines) zusammentut, um ein neues Payment-Scheme zu entwickeln, über das Kunden bei der Buchung ihren Flug bezahlen können. Der Name „Deutsche Bank“ würde in diesem System mutmaßlich überhaupt nicht auftauchen. Die Frankfurter wären so etwas wie der White-Label-Anbieter im Hintergrund.

Auf den ersten Blick macht der Plan für alle Beteiligten reichlich Sinn. Denn bei Visa und Mastercard fallen bei einer durchschnittlichen Buchung  gern mal 0,4 bis 0,5 Prozent Interchange-Gebühr an. Im Falle eines Flugs im Wert von, sagen wir, 500 Euro geht es also mal eben um 2 bis 2,50 Euro, was sehr viel Geld ist angesichts der Tatsache, dass die Airlines eigentlich ein eher niedrigmargiges Geschäft betreiben. Mit einem eigenen System könnten die Fluggesellschaften die 2 bis 2,50 Euro bei sich selbst verbuchen und bräuchten davon dann nur noch ihren eigenen White-Label-Anbieter zu bezahlen, sprich: die Deutsche Bank. Und die nähme für den Service natürlich ungleich niedrigere Gebühren als Visa und Mastercard.

Dabei dürften die Airlines das Modell im PSD2-Zeitalter sogar ohne White-Label-Partner anbieten – allerdings müssten sie sich dafür regulieren lassen, was für Nicht-Finanzdienstleister nicht unbedingt eine verlockende Perspektive ist. Die Deutsche Bank hingegen verfügt über die entsprechenden Lizenzen, bringt also in regulatorischer Hinsicht genau das mit, was den Fluglinien fehlt. Hinzukommt: Die Abwicklung von Zahlungen ist ein typisches Produkt für das „Global Transaction Banking“ – also für jene Sparte der Deutschen Bank, bei der Außenstehende nie so genau wissen, was die denn eigentlich macht, außer gutes Geld zu verdienen. Insofern fügt sich die Kooperation mit der IATA  durchaus ins bestehende Portfolio der Deutschen Bank – und in den Plan des neuen Vorstandschefs Christian Sewing, verstärkt auf solche Geschäftsfelder zu setzen, die stabile Erträge versprechen (was auf das „Transaction Banking“ zweifelsohne zutrifft).

Alles dufte also? Naja, nicht ganz. Denn so stringent die Pläne auf der einen Seite klingen – auf der anderen Seite werfen sie auch eine Reihe von Fragen auf. Als da wären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

1.) Kannibalisiert sich die Deutsche Bank damit nicht selber?

Doch, das tut sie, denn natürlich verdient sie an den üppigen Gebühren im Kartengeschäft selber mit – nämlich als kartenausgebende Bank, sprich: wenn Deutsche-Bank-Kunden mit Mastercard oder Visa zahlen. Trotzdem ist es nachvollziehbares Kalkül, wenn die Blaubank sagt, bevor sie sich von anderen Geldhäusern kannibalisieren lässt, macht sie das lieber gleich selbst (wie sie das ja vor Jahren auch schon tat, als sie die Lastschrift im stationären Handel einführte, um als Processing-Anbieter mitzuverdienen)

2.) Gibt es neben Visa und Mastercard nicht noch andere Anbieter?

Doch, die gibt es natürlich, zwei davon sitzen sogar in Deutschland, nämlich die mittlerweile zu Klarna gehörende Sofortüberweisung und die zwar deutlich kleinere, aber ebenfalls umtriebige Giropay. Wenn sich der Kunde statt für Visa oder Mastercard für Sofort oder Giropay entscheidet (die beide  z.B. bei der Lufthansa integriert sind), dann landet der Kunde während des Buchungsprozesses in seinem eigenen Online-Banking (bzw. im Falle von Sofort in einer Art nachgebautem Online-Banking). Er bucht den Flug also quasi so, als würde er eine Überweisung tätigen. Viel anders kann das, was die Deutsche Bank und IATA planen, eigentlich auch nicht funktionieren.  In gewisser Weise gibt es die Alternative, die jetzt geschaffen werden soll, also schon – zumal die Soforts dieser Welt für die Airlines billiger sein dürften als Visa und Mastercard.

3.) Wie sicher ist, dass die Airlines letztlich mitmachen?

Das ist gar nicht sicher. Denn ein Pilotprojekt mit dem Dachverband ist das eine – feste Zusagen der unter IATA versammelten Airlines sind das andere. Auch das Paydirekt-Projekt (bei dem die Deutsche Bank ja durchaus die Feder führte, auch wenn das heute niemand mehr laut sagt) wurde von vielen Händlern anfangs sehr begrüßt, auch wenn bis heute weiterhin nur eine Minderheit der großen Händler bei Paydirekt auch wirklich mitmacht.

4.) Wie sicher ist, dass die Kunden mitmachen?

Gar nicht sicher. Kunden, die bevorzugt per Kreditkarte bezahlen, lassen sich nicht so leicht in eine andere Bezahlmethode drängen, zumal das Erheben von Zusatzgebühren (um Visa und Mastercard unattraktiver zu machen) seit Anfang dieses Jahres in Europa verboten ist.

5.) Kann die Deutsche Bank das?

Wie beschrieben, verfügt sie mit ihrer Banklizenz und der unzweifelhaften Expertise im Payment Processing über die nötigen Grundvoraussetzungen. Ob sie in der Lage ist, das übrige technische Gerüst in akzeptabler Zeit aufzubauen, wird man sehen.

Wie bei Paydirekt gilt: Was in der Theorie überzeugend klingt, muss in der Praxis noch lange nicht funktionieren. Allerdings geht es diesmal nicht um ein Konsortialmodell mit den enstsprechenden Reibungsverlusten, sondern die Deutsche Bank – so sieht es jedenfalls aus – steigt allein in den Ring. Mal sehen, wie gut sie sich schlägt.

07/05/18: Finanz-Startups kosten dt. Banken 1,5 Mrd. € Ertrag, Lea entzaubert N26, Erstes Islam-Fintech

Exklusiv: Fintechs kosten deutsche Retail-Banken schon jetzt bis zu 1,5 Mrd. Euro Ertrag pro Jahr

Wie weh tun die Fintechs den deutschen Banken wirklich? Zu dieser Frage gab es bislang kaum belastbare Zahlen. Entsprechend bedeutsam ist eine neue, „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegende Oliver-Wyman-Studie. Die kommt nämlich – aus unserer Sicht plausibel hergeleitet – zu dem Ergebnis, dass die Fintech-Revolution die hiesigen Institute in deren Retail-Geschäft schon jetzt bis zu 1,5 Milliarden Euro Ertrag pro Jahr kostet. Der größere Teil dieser Erträge, nämlich an die 900 Millionen Euro, wechselt sozusagen die Seite – landet also nun bei den Fintechs. Bei den übrigen bis zu 600 Millionen Euro geht es um indirekte Effekte z.B. in dem Sinne, dass durch erhöhte Transparenz und Konkurrenz die Margen bröckeln. In diesem Falle profitieren also nicht die Fintechs, sondern die Kunden. Bleibt zu fragen: Wie kommt Oliver Wyman auf diese Zahlen? Wo genau fallen die Erträge weg? Welche Finanz-Startups profitieren? Und wie dürften sich die Zahlen in den nächsten Jahren entwickeln? Hier alle Details: Finanz-Szene.de

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Mission Freiheit! Wir bei Gini kämpfen jeden Tag mit Leidenschaft, Kreativität und Teamgeist dafür, das Leben der Menschen durch künstliche Intelligenz von lästigen Aufgaben zu befreien und so ein Stück mehr Freiheit für jeden zu schaffen. Klingt gut? Dann bewirb dich jetzt als Sales Enthusiast – und hilf uns, die Welt ein Stück magischer zu machen. https://gini.net/de/jobs

News

Exklusiv – Erstes Islam-Fintech unmittelbar vor Deutschland-Start: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ will die türkische Scharia-Bank Albaraka hierzulande mit einem rein digitalen Produkt an den Start gehen. Das „Insha“ getaufte Mobile-Angebot soll zunächst nur aus einem Girokonto, einer Debitkarte sowie den grundlegenden Zahlungsfunktionen bestehen. In einer späteren Entwicklungsstufe sind dann aber auch Kreditangebote geplant (womit die Sache spannend wird, weil islamisches Banking ja auf dem Prinzip der Zinslosigkeit beruht). Eine Bafin-Lizenz braucht die Albaraka-Bank anscheinend nicht. Stattdessen bedient sich „Insha“ in regulatorischer und technologischer Hinsicht einer Kooperation mit dem Berliner White-Label-Anbieter Solarisbank. Und falls uns irgendein Leser die Geschichte aus welchen Gründen auch immer nicht abnimmt – hier ist die noch etwas beta-phasen-mäßig anmutende Landing-Page: https://www.getinsha.com/de#

Sparen aus Leidenschaft, Vol. I: Die Deutsche Bank demonstriert jetzt, wie ernst ihr die Sache mit den Kürzungen ist, und schließt ihr Büro in Houston. Von dort aus bediente die Bank bislang Corporate-Finance-Kunden aus der Öl- und Gasindustrie. Wall Street Journal (Paywall), Bloomberg/Welt

Sparen aus Leidenschaft, Vol. II:  Zudem will die Deutsche Bank bis 2021 ihr langjähriges New Yorker Hauptquartier (das mitten im Finanzviertel liegt) aufgeben, um sich stattdessen auf kleinerer Fläche mitten in Manhatten anzusiedeln. Bloomberg

Sparen aus Leidenschaft, Vol. III: Diesem Investmentbanker braucht die Deutsche Bank schon mal nicht mehr zu kündigen (wobei fraglich ist, ob sie den denn überhaupt hätten loswerden wollen) – Thomas Piquemal, bislang weltweit für das M&A-Geschäft verantwortlich, wechselt nämlich zur französischen Holding-Firma Fimalac, sprich: zu der Gesellschaft, die jahrelang hinter Fitch stand, sich nun aber von ihren restlichen Anteilen an der Ratingagentur trennt. Angeblich will die Deutsche Bank Piquemals Posten nicht neu besetzen. Bloomberg/Welt

Die „Roten“ drücken bei Instant Payment aufs Tempo: Dass die Frankfurter Sparkasse zu den Vorreitern bei Echtgeld-Überweisungen gehört, hatten wir Ihnen kürzlich ja schon mitgeteilt. Das „Handelsblatt“ gibt nun einen Überblick, was die anderen öffentlich-rechtlichen Institute machen – und vor allem: wo der neue Service wie viel kostet. HB

Aus der Szene

Nachdem wir Fintech-PR in diesem Newsletter schon so oft kritisiert haben, hier mal ein Beispiel, wie gute Fintech-PR funktioniert: Wenn man a) inhaltlich was Belastbares zu berichten hat, dann ist es nicht unclever, das Ganze b) entsprechend zu tranchieren, um ein Maximum an Aufmerksamkeit zu erzielen. Genau so exerziert das dieser Tage der  Online-Versicherungsmakler Clark, der am 19. April seine White-Label-Lösung präsentierte, der am 25. April seine 24-Mio-Euro-Finanzierung verkündete (aber natürlich „in Dollar“, weil das nach mehr klingt), und dem dann am 4. Mai einfiel, dass er für seine 14 Tage vorher präsentierte White-Label-Lösung ja sogar schon einen Kunden hat (und nicht den schlechtesten). Bevor andere Fintechs jetzt aber auf die Idee kommen, aus einer Pressemitteilung drei zu machen und die ohnehin schon üppigen Etats bei Hering Schuppenbär, Edelmann Aggro oder Fakekontor entsprechend zu verdreifachen … – entscheidend bleibt das „a“. Und bei dem kann der Schuppenbär leider nicht helfen.

Linktipps

Wenn aus „weniger als 8 Minuten“ 33 Stunden werden: Die junge Kollegin Lea Nischelwitzer hat versucht, ein Konto bei N26 zu eröffnen – und dabei eine kleine Odyssee erlebt. Handelsblatt Orange

Was steckt hinter dem Abgang von Donata Hopfen bei Verimi? Wie aus einem Gerangel um Kompetenzen ein Zerwürfnis wurde (so jedenfalls die kolportierte Darstellung). Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall)

Wer sich schon mal auf die Commerzbank-HV am morgigen Dienstag einstimmen will, der sollte heute Morgen nicht „Finanz-Szene.de“ lesen, sondern das „Handelsblatt“: Die Kollegen aus der schönsten aller Stadt zwischen Neuss und  Mettmann haben sich nämlich zum einen mit der Bilanz der Gelbbank auseinandergesetzt (Tenor: Bei den Kosten geht’s in die richtige Richtung, bei den Erträgen nicht) und wagen zum zweiten die analytisch unterfütterte Behauptung, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die Commerzbank übernommen werde. Anm.: Beide Artikel verbergen sich hinter der Paywall.

„Eine ‚Sparkasse Bayern‘ wird es nicht geben“: Am Beispiel des hessischen Genosektors hatten wir ja neulich bereits skizziert, wie lokale Institute allmählich zu regionalen Instituten mutieren. Das soll aber nicht heißen, dass aus Volksbanken und Sparkassen bald neue „Landesbanken“ werden – betont jedenfalls für seinen Sprengel und seine Institute der Präsident der bayerischen Sparkassen. Handelsblatt

Warum JP Morgan sein Investmentbanking nicht mit einem Investmentbanker verstärkt …, sondern mit einer AI-Forscherin von der Carnegie Mellon University. Trib Live

Und erinnern Sie sich noch, wie wir letzte Woche beklagt haben, dass sich niemand findet, der die (vermutete) Megarelevanz der Blockchain für die Zukunft des Bankings einfach mal infrage stellt (und sei es nur um der Antithese selber willen?): Unsere wunderbare Leserschaft wäre nicht unsere wunderbare Leserschaft, hätte sich nicht umgehend ein Leser gefunden (in diesem Fall: Herr F. von der Consultingfirma B.), der uns mit einem entsprechenden Link versorgt.  Konkret geht es um einen Mitte März bei Linkedin erschienenen Beitrag von Patrick McConnell zum Ende des Blockchain-Experiments bei Swift. Linkedin

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter so „to the point“ geschrieben ist, dass ich ihn auch wirklich regelmäßig lese, um einen umfassenden Überblick zu erhalten, was in Deutschland Spannendes läuft.“

Andreas Kubli ist „Head Multichannel Management & Digitization“ bei der UBS Schweiz – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten

Klickfavorit

… war am Freitag unser Beitrag über das „Erdbeben“ bei Kreditech (wobei sich, was wir nicht verschweigen wollen, weil wir, ohne Habermas je im Original gelesen zu haben, den deliberativen Diskurs natürlich megacool finden … ähem, wo war noch mal der gedankliche Faden? Ach ja: wobei sich einige unserer liebsten Leser bei Twitter einig waren, dass wir mit der Kreditech-Geschichte und ihrer reißerischen Verkaufe mal wieder weit übers Ziel hinausgeschossen sind).

Und übrigens: Falls Ihnen unser kleiner diskursiver Newsletter über die deutsche Banken- und Fintech-Branche heute früh weitergeleitet wurde und Sie uns morgen wieder lesen möchten – die Anmeldung zur kostenlosen Original-Quelle finden Sie hier. Mit zwei Klicks sind Sie dabei. Und mit einem Klick können Sie sich jederzeit wieder abmelden.