Die Grafik: Bei Paydirekt ist das Wachstum bereits wieder erlahmt

Von Heinz-Roger Dohms

Ehre, wem Ehre gebührt. Die erste Ausgabe unserer neuen (aus Kapazitätsgründen erst einmal nur unregelmäßig erscheinenden) Rubrik „Die Grafik“ wollten wir nicht irgendeinem x-beliebigen Unternehmen widmen – sondern dem Payment-Powerhouse der deutschen Bankenbranche, sprich: Paydirekt. Denn: Wenn nicht alle Stricke reißen, dann wird Paydirekt demnächst die Gewinnung des zweimillionsten Kunden verkünden. Einerseits wäre das irgendwie ein Erfolg. Andererseits: Kann es sein, dass das Wachstum – nachdem es im zweiten Halbjahr 2017 noch kräftig nach oben ging – zuletzt schon wieder erlahmt ist?

Die Grafik:

Das Ergebnis:
  • Während Paydirekt im zweiten Halbjahr 2017 rund 600.000 Kunden gewonnen haben dürfte, sind es laut den Berechnungen  von „Finanz-Szene.de“ im ersten Halbjahr dieses Jahres nur noch rund 200.000 gewesen.
Anmerkungen:
  • Bislang existiert keine offizielle Zahlenreihe zur Kundenentwicklung bei Paydirekt. Allerdings hat das Unternehmen in der Vergangenheit punktuell immer mal wieder Kundenzahlen genannt.
  • „Finanz-Szene.de“ hat eine große Zahl öffentlicher Quellen ausgewertet, um möglichst viele Datenpunkte zu erfassen. Bei den Quellen handelte es sich um offizielle Pressemitteilungen des Unternehmens, Medienberichte (die mutmaßlich auf Nachfragen bei Paydirekt beruhen) sowie um Geschäftsberichte von Banken, die bei Paydirekt mitmachen.
  • Insgesamt kamen auf diese Weise 15 Datenpunkte für den Zeitraum von April 2016 bis Juni 2018 zusammen.
  • Wir haben die Daten einzelnen Monaten zugeordnet. Hierbei ließen sich kleinere Ungenauigkeiten nicht vermeiden. Ein Beispiel: Es ist davon auszugehen, dass Paydirekt schon im September 2017 bei 1,3 Millionen Kunden war, auch wenn sich erst für Oktober eine entsprechende Veröffentlichung findet.
  • Die Monate ohne Datenpunkt haben wir für die Grafik durch Annahmen ergänzt. Dabei haben wir einfach ein lineares Wachstum zwischen jenen Monaten unterstellt, zu denen es Datenpunkte gibt
  • Aus Gründen der Anschaulichkeit haben wir uns in der Grafik auf den Zeitraum von Juni 2017 bis Juni 2018 beschränkt. Hier der Vollständigkeit halber sämtliche Werte:
2016 April 250.000
2016 Mai
2016 Juni 500.000
2016 Juli
2016 August 600.000
2016 September
2016 Oktober 750.000
2016 November 800.000
2016 Dezember 850.000
2017 Januar
2017 Februar 900.000
2017 März
2017 April 1.000.000
2017 Mai 1.000.000
2017 Juni
2017 Juli 1.200.000
2017 August
2017 September
2017 Oktober 1.300.000
2017 November 1.500.000
2017 Dezember 1.700.000
2018 Januar
2018 Februar
2018  März
2018 April 1.800.000
2018 Mai
2018 Juni 1.900.000

Wie die Deutsche Bank die Analysten überraschte

Die Deutsche Bank hat die Börse mit ihren vorläufigen Q2-Zahlen positiv überrascht – im Tagesverlauf steig die Aktie um bis zu 9%. Hier der Vergleich zwischen den offiziellen Zahlen und den am 11. Juli veröffentlichten Konsens-Schätzungen der Analysten:

Q2 (vorl.) Analysten
Erträge 6,6 Mrd. € 6,4 Mrd. €
Zinsunabhängige Aufwendungen 5,8 Mrd. € 6,0 Mrd. €
Gewinn vor Steuern 700 Mio. € 321 Mio. €
Gewinn nach Steuern 400 Mio. € 159 Mio. €
Harte EK-Quote 13,6 Prozent 13,3 Prozent
Leverage Ratio 3,9 Prozent 3,7 Prozent
Erträge CIB (Investmentbank) 3,5 Mrd. € 3,4 Mrd. €

Die Ad-hoc-Meldung der Deutschen Bank zu den Q2-Zahlen

Die Deutsche Bank erwartet für das zweite Quartal 2018 einen Gewinn vor Steuern von etwa 700 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von etwa 400 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr rechnet die Bank mit einem Gewinn vor Steuern von rund 1,15 Milliarden Euro. Das Management sieht in diesen Ergebnissen einen Beleg für die Stabilität des Geschäfts der Deutschen Bank.

Die Ergebnisse liegen erheblich über dem Konsens der Analystenschätzungen, der von der Bank zusammengestellt und am 11. Juli 2018 veröffentlicht wurde. Aus diesem Grund veröffentlicht die Bank entsprechend der Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Ad-hoc-Mitteilung. Im Durchschnitt lagen die Schätzungen der Analysten für den Gewinn vor Steuern zuletzt bei 321 Millionen Euro und für den Gewinn nach Steuern bei 159 Millionen Euro.

Für das zweite Quartal 2018 rechnet die Deutsche Bank mit Konzernerträgen von etwa 6,6 Milliarden Euro im Vergleich zu einer Konsensschätzung von 6,4 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Erträge der Unternehmens- und Investmentbank (CIB) von rund 3,5 Milliarden Euro. Davon gehen rund 100 Millionen Euro zurück auf den Verkauf eines Vermögenswertes sowie auf positive Effekte aus forderungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Debt Valuation Adjustments – DVA). Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist zu erwarten, dass die Erträge im Bereich Sales & Trading um etwa 15 Prozent geringer und die Erträge im Bereich Origination & Advisory um 2 Prozent höher ausfielen.

Die Deutsche Bank rechnet auf Konzernebene für das zweite Quartal mit zinsunabhängigen Aufwendungen von etwa 5,8 Milliarden Euro gegenüber einer Konsensschätzung von 6,0 Milliarden Euro. In den zinsunabhängigen Aufwendungen sind voraussichtlich Restrukturierungskosten und Abfindungen von etwa 0,2 Milliarden Euro enthalten sowie eine kleine Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Der Konzern hat im zweiten Quartal bei seiner Restrukturierung schnell Fortschritte erzielt. Die Anzahl der Vollzeitstellen ist um etwa 1.700 auf rund 95.400 gesunken.

Die vorläufig erwarteten Kapitalquoten zum 30. Juni 2018 liegen ebenfalls über dem Konsens der Analystenschätzungen. Die harte Kernkapitalquote (CET 1) betrug den bisherigen Berechnungen zufolge etwa 13,6 Prozent gegenüber einer Konsensschätzung von 13,3 Prozent. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) bei Vollumsetzung der CRR/CRD4-Regulierung lag voraussichtlich bei rund 3,9 Prozent gegenüber einer Konsensschätzung von 3,7 Prozent. Alle Zahlen für das zweite Quartal 2018 sind vorläufig. Die Deutsche Bank wird ihre vollständigen Ergebnisse wie geplant am 25. Juli 2018 veröffentlichen.