Cringle stellt Insolvenzantrag – Hat P2P-Payment standalone überhaupt eine Chance?

von Heinz-Roger Dohms

Ohne jetzt den Besserwisser geben zu wollen – aber: An den Business Case des Berliner P2P-Payment-Fintechs Cringle haben wir so richtig nie geglaubt, und zwar aus wenigstens drei Gründen: 1. Haben Sie jenseits von Berlin-Mitte, Berlin-Prenzlberg und Berlin-Kreuzberg-61 wirklich schon mal Menschen gesehen, die sich per Handy gegenseitig Geld zuschicken, um die Restaurant-Rechnung aufzuteilen? (okay, vielleicht wird sich das im Kwitt-Zeitalter ändern) 2. Wer der eigenen Beobachtung nicht traut, dem sei eine Kritik des Cringle-Geschäftsmodells ans Herz gelegt, die wir vor einigen Monaten mal verlinkt hatten (worauf die Cringle-Leute übrigens damals diese Replik hier verfassten). 3. Cringle besorgte sich gleich zweimal Geld über die Crowdplattform Companisto, was Startups, um die sich die VCs reißen, eher nicht tun würden. Jedenfalls: Nun hat Cringle Insolvenzantrag gestellt, worüber gestern als erstes die Kollegen von „Gründerszene“ berichteten. Das heißt nicht zwingend, dass Cringle am Ende ist, zumal sich auch für andere  Fintechs Auffanglösungen gefunden haben (siehe Lendico/ING Diba, Outbank/Verivox oder Cookies/Klarna). Und dennoch: Für den Moment muss Cringle trotz dieses tapferen Blog-Eintrags von gestern Abend als gescheitert gelten.