Plattform-Banking bedeutet, Amazon mit den eigenen Waffen zu schlagen

Von Dr. Friedrich-W. Kersting*

Nachdem in den letzten Wochen gleich zweimal an dieser Stelle behauptet wurde, dass das Plattformkonzept für Banken nicht geeignet ist, erscheint eine Replik zwingend geboten.

Ralf Keuper („Warum Banken nicht zur Plattform taugen“) hat zwar grundsätzlich Recht, wenn er behauptet, Amazon & Co. hätten gegenüber den Banken einen technologischen und kulturellen (und teilweise sogar finanziellen) Vorsprung. Und es dürften vermutlich wirklich allein die Regulierung und der Gewöhnungseffekt aufseiten der (älteren) Kunden sein, die die Banken noch ein Stück weit vor den Plattformgiganten schützen. Aber die daraus abgeleitete Empfehlung an die Banken, besser gleich zu kapitulieren, überzeugt nicht. Das wäre Selbstmord aus Angst vor dem Tod!

So übermächtig Amazon & Co. auch erscheinen mögen, sie sind nicht unbezwingbar. Zumal der von Keuper erkannte Schutz den Banken die erforderliche Zeit verschafft, eine effektive Gegenstrategie zu entwickeln. Und warum sollen sie dabei nicht auf die bewährte Strategie der Herausforderer zurückgreifen? Warum nicht Amazon & Co. mit den eigenen Mitteln schlagen? Warum nicht Feuer mit Feuer bekämpfen?

Ein gutes Verständnis für die Kundenwünsche und -bedürfnisse aufzubauen, entsprechende Lösungen zu bieten und die Kundenerfahrung einfach, unkompliziert und angenehm zu gestalten – ist anspruchsvoll, aber kein Hexenwerk! Und somit auch für Banken nicht unmöglich!

Doch dafür müssen die Banken den Kunden den von Amazon & Co. gewohnten Dreiklang aus Einfachheit, Auswahl und Individualität bieten:

  • Die Einfachheit ließe sich über direktabschlussfähige Produkte und Services, Multi-Account-Fähigkeit, webbasierte Beratungsangebote und die digitale Vernetzung bestehender Kanäle erreichen.
  • Die Auswahl – die für Glaubwürdigkeit steht und Vertrauen schafft- müsste über Zugang nicht nur zu den eigenen Produkten, sondern -auch wenn es wehtun mag -, zudem zu Angeboten von Wettbewerbern (Banken, FinTechs, Vermögensverwaltungen etc.) gewährleistet werden. Die Kunden könnten dann vergleichen und die für ihre Bedürfnisse und ihr Budget optimale Lösung aussuchen. Wie in einem Supermarkt! Und wie ein Supermarkt müsste auch die Bank dafür nicht alle Anbieter im Sortiment haben, sondern nur die relevantesten/ aussichtsreichsten.
  • Die Individualität schließlich ließe sich mit Plattformkonzepten erreichen, die über das reine Banking hinausgehen und nach Lebenssituationen des Kunden ausgerichtet sind. Also kundenzentrierte Unterstützung und bankübergreifende Vernetzung mit Dienstleistern etwa für vermögende Singles, mittelständische Unternehmen, kommerzielle Immobilieninvestoren, private Häuslebauer, Senioren oder Selbständige.

Natürlich stimmt es, wenn Andreas Buschmeier („Die Bank als Plattform? Diese Idee zeugt von Naivität und Unkenntnis“) feststellt, dass solche Plattformen keine Plattformen im engeren Sinne wären. So what? Hier geht es nicht um wissenschaftliche Korrektheit, sondern um wirtschaftlichen Erfolg! Und der sollte sich mit dem grob skizzierten Ansatz, sich als vertrauensvolle, nutzerfreundliche Schnittstelle im Leben des Kunden zu positionieren, einstellen. Trotz Amazon & Co.!

Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch, dass sich die Banken vom bisherigen Geschäftsmodell (partiell) lösen, sich nicht mehr hauptsächlich um die Entwicklung und Vermarktung ihrer eigenen Produkte kümmern und sich stattdessen mehr auf Innovationen konzentrieren, die für die Kunden von Bedeutung sind und echte Wünsche erfüllen.

*Dr. Friedrich-W. Kersting ist Plattformgründer und Unternehmensberater

 

28/09/18: Solaris an Fidor interessiert?, Ex-Banker kauft Fanmiles, Finanzguru bei DHDL

„FAZ“: Franzosen stellen (Teile von) Fidor zum Verkauf +++ Solarisbank als möglicher Interessent

Als Matthias Kröner die Fidor-Bank 2016 an die französische BPCE verkaufte, wirkte das wie die Krönung seines Lebenswerks: Ein deutscher Selfmade-Banker, der einen fetten Exit hinlegt – wie oft gibt es das schon? Seitdem allerdings reißen die schlechten Meldungen nicht ab.  Im UK-Geschäft platzten Kredite, Verluste fielen an, eine Kapitalerhöhung musste her. Und nun: Berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf französische Medien und Kröner selbst, die Ehe zwischen BPCE und Fidor stehe womöglich vor dem Aus. Wenn wir es richtig verstehen, gibt es drei denkbare Szenarien: 1.) Fidor wird komplett verkauft. 2.) Die BPCE überlegt es sich doch noch anders und rollt das Fidor-Direktbank-Angebot nach Frankreich aus, was aber hohe Investitionen erfordere. 3.) Die BPCE behält zwar das deutsche Direktbank-Geschäft mit derzeit 300.000 Kunden, stellt aber Fidors  B2B-Finanztechnologie-Sparte zum Verkauf (was theoretisch natürlich auch unter „Szenario 2“ denkbar wäre). Ein möglicher Käufer hierfür, so die „FAZ“, sei die Solarisbank, also das mit hohen Fundings ausgestattete Berliner Vorzeige-Fintech. Weder der Solaris-Sprecher noch Kröner waren gestern Abend für „Finanz-Szene.de“ zu erreichen. FAZ (Seite 27)

Wir wissen zwar nicht, ob Norbert Schraad gestern Morgen unsere Analyse „Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU im Firmenkunden-Geschäft“ gelesen hat – allerdings kommt der zuständige Vorstand der Helaba zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie wir selber: „Das Firmenkundengeschäft steht vor großen Herausforderungen, am Horizont sind schwarze Wolken“, sagte Schraad gestern beim „Corporate Banking Tag“ der „Börsen-Zeitung“. Er erwarte „tektonische Verschiebungen“, für die u.a. der  zunehmende Wettbewerb mit ausländischen Banken verantwortlich sei. Börsen-Zeitung

Die Commerzbank wäre nicht die Commerzbank, würde sie die schwarzen Wolken, die der Helaba-Mann sieht, nicht als Silberstreif am Horizont deuten: … und so darf nicht verwundern, dass der Commerzbank-Firmenkunden-Manager Gillmann die Dinge gestern bei der gleichen „BÖZ“-Veranstaltung offenbar deutlich positiver sah (wachsender Markt, gutes Risikoprofil …) als der Kollege. Nun zeigte unsere Untersuchung ja, dass keine andere Bank in den letzten zwei Jahren im Firmenkunden-Geschäft derart unter die Räder gekommen ist wie die Commerzbank. Aber auch hier ist Abhilfe in Sicht: Ein neuer, günstiger Kontokorrentkredit soll 10.000 neue Kunden locken. Börsen-Zeitung (Paywall)

Erinnern Sie sich noch an unsere Meldung „IT-Fiasko spaltet die Sparda-Banken“ von Mitte April? Jedenfalls, wenn wir es richtig verstehen (wobei wir uns da nicht wirklich sicher sind), dann hat die Geschichte jetzt noch mal eine ganz neue Wendung genommen und jene acht Sparda-Banken, die eigentlich nicht zur Fiducia GAD (also zum großen genossenschaftlichen IT-Dienstleister) wechseln wollten, tun genau dies nun doch. Oder wie deuten Sie den Fall? Pressemitteilung

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Bafin-Leute haben den IT-Leuten auf ihrer „IT-Aufsicht bei Banken“-Konferenz gestern offenbar mal gezeigt, wo der Hammer hängt: 1.) Beim Thema „Cybersicherheit“ kriegen die Institute von der Aufsicht allenfalls die „Schulnote 4“; 2.) Bei einigen Banken sind die Kapitalvorgaben aufgrund von IT-Schwächen inzwischen um 50 (!) Prozent erhöht worden; und 3.) Mancherorts haben die Mängel sogar schon dazu geführt, dass die Bafin den zuständigen Vorstand rausgemobbt hat (wobei das mit dem „rausgemobbt“ unser eigenes Wording ist). Handelsblatt (Paywall), Wirtschaftswoche, Börsen-Zeitung (Paywall)

Digital-Banking-Pionier übernimmt „Fanmiles“: Wie die Kollegen von „Gründerszene“ heute Morgen berichten, hat sich der frühere biw-Bank-Vorstand Dirk Franzmeyer zusammen mit einem Finanzinvestor die Mehrheit an dem zuletzt schwächelnden Berliner Loyalty-Startup gesichert. Gründerszene

Deutsche-Bank-Fintech geht in die „Höhle der Löwen“: Naja, gut, das mit dem „Deutsche-Bank-Fintech“ ist jetzt wieder eine dieser unseriösen Zuspitzungen von „Finanz-Szene.de“, denn in Wirklichkeit hält die Deutsche Bank am Nürnberger Fintech „Finanzguru“ lediglich 25% der Anteile. Indes: Dass „Finanzguru“ nächste Woche in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ um 1 Mio. Euro (zu einer Bewertung von 10 Mio. Euro) wirbt, das ist Fakt: Hoehle-der-loewen.de

28/09/18: Solarisbank an Fidor interessiert?, Helaba schlägt Alarm, Plattform-Plädoyer

„FAZ“: Franzosen stellen (Teile von) Fidor zum Verkauf +++ Solarisbank als möglicher Interessent

Als Matthias Kröner die Fidor-Bank 2016 an die französische BPCE verkaufte, wirkte das wie die Krönung seines Lebenswerks: Ein deutscher Selfmade-Banker, der einen fetten Exit hinlegt – wie oft gibt es das schon? Seitdem allerdings reißen die schlechten Meldungen nicht ab.  Im UK-Geschäft platzten Kredite, Verluste fielen an, eine Kapitalerhöhung musste her. Und nun: Berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf französische Medien und Kröner selbst, die Ehe zwischen BPCE und Fidor stehe womöglich vor dem Aus. Wenn wir es richtig verstehen, gibt es drei denkbare Szenarien: 1.) Fidor wird komplett verkauft. 2.) Die BPCE überlegt es sich doch noch anders und rollt das Fidor-Direktbank-Angebot nach Frankreich aus, was aber hohe Investitionen erfordere. 3.) Die BPCE behält zwar das deutsche Direktbank-Geschäft mit derzeit 300.000 Kunden, stellt aber Fidors  B2B-Finanztechnologie-Sparte zum Verkauf (was theoretisch natürlich auch unter „Szenario 2“ denkbar wäre). Ein möglicher Käufer hierfür, so die „FAZ“, sei die Solarisbank, also das mit hohen Fundings ausgestattete Berliner Vorzeige-Fintech. Weder der Solaris-Sprecher noch Kröner waren gestern Abend für „Finanz-Szene.de“ zu erreichen. FAZ (Seite 27)

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News

Wir wissen zwar nicht, ob Norbert Schraad gestern Morgen unsere Analyse „Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU im Firmenkunden-Geschäft“ gelesen hat – allerdings kommt der zuständige Vorstand der Helaba zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie wir selber: „Das Firmenkundengeschäft steht vor großen Herausforderungen, am Horizont sind schwarze Wolken“, sagte Schraad gestern beim „Corporate Banking Tag“ der „Börsen-Zeitung“. Er erwarte „tektonische Verschiebungen“, für die u.a. der  zunehmende Wettbewerb mit ausländischen Banken verantwortlich sei. Börsen-Zeitung

Die Commerzbank wäre nicht die Commerzbank, würde sie die schwarzen Wolken, die der Helaba-Mann sieht, nicht als Silberstreif am Horizont deuten: … und so darf nicht verwundern, dass der Commerzbank-Firmenkunden-Manager Gillmann die Dinge gestern bei der gleichen „BÖZ“-Veranstaltung offenbar deutlich positiver sah (wachsender Markt, gutes Risikoprofil …) als der Kollege. Nun zeigte unsere Untersuchung ja, dass keine andere Bank in den letzten zwei Jahren im Firmenkunden-Geschäft derart unter die Räder gekommen ist wie die Commerzbank. Aber auch hier ist Abhilfe in Sicht: Ein neuer, günstiger Kontokorrentkredit soll 10.000 neue Kunden locken. Börsen-Zeitung (Paywall)

Erinnern Sie sich noch an unsere Meldung „IT-Fiasko spaltet die Sparda-Banken“ von Mitte April? Jedenfalls, wenn wir es richtig verstehen (wobei wir uns da nicht wirklich sicher sind), dann hat die Geschichte jetzt noch mal eine ganz neue Wendung genommen und jene acht Sparda-Banken, die eigentlich nicht zur Fiducia GAD (also zum großen genossenschaftlichen IT-Dienstleister) wechseln wollten, tun genau dies nun doch. Oder wie deuten Sie den Fall? Pressemitteilung

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Gästeblog

„Die Bank als Plattform? Diese Idee zeugt von Naivität und Unkenntnis“, schrieb neulich unser Gastautor Andreas Buschmeier – und erntete viel Zustimmung, was sich unter anderem an 109 „Likes“ zeigte, die der Artikel bei Linkedin einheimste. Indes: Nicht alle Leser teilten Buschmeiers Sicht der Dinge. Unter denen, die heftig widersprachen, war zum Beispiel der Consultant Friedrich-W. Kersting, der sagt: „Plattform-Banking bedeutet, Amazon mit den eigenen Waffen zu schlagen.“ Lesen Sie hier seine Replik: Finanz-Szene.de

Linktipps

Der neue Personalausweis ist mehr als ein Personalausweis: Denn als Identifizierungs-Instrument  könnte er auch für Finanzdienstleister interessant werden. Bankstil

Haben Sie sich jemals gefragt, wie die Banken ihre Geldautomaten über Deutschland verteilt haben? Vermutlich nicht. „Spiegel Online“ hat trotzdem die Antwort für Sie: Spon

Hatten Sie bei unserer Geschichte über Scalable und Santander gestern das Gefühl, dass  Fragen offen geblieben sind? Falls ja, verweisen wir Sie auf das Interview, das Kollege Jordan mit Scalable-Gründer Podzuweit geführt hat: Extra-Funds

Ganz schön viel los im Geschäft mit Online-Überweisungen, einem Markt, in dem sich nicht nur Giropay, Paydirekt und Fintecsystems tummeln, sondern plötzlich auch die Deutsche Bank (Stichwort: Kooperation mit IATA): Wer den Überblick behalten will, dem hilft der Beitrag von Kilian Thalhammer bei „Paymentandbanking“.

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… war gestern der „Ertrags-GAU“ im Firmenkundengeschäft der deutschen Banken. Finanz-Szene.de

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Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU im Firmenkundengeschäft

Von Heinz-Roger Dohms

Erinnern Sie sich noch an unsere Recherche neulich, die zeigte, dass die ING Diba ihre Erträge im Geschäft mit deutschen (und, wie man hinzufügen muss: österreichischen) Firmenkunden in wenigen Jahren mehr als verdreifacht hat? In einem boomenden Umfeld wäre das für die Konkurrenz vermutlich kein großes Problem. Bloß: Der Markt stagniert ja eher, als dass er wächst, der Wettbewerbsdruck ist riesig, die Zinsen niedrig, die Margen dünn. Drum: Wenn die einen (ING Diba, BNP Paribas …) trotz schwieriger Umstände gewinnen  –  wer sind dann die Verlierer? Genau dieser Frage ist „Finanz-Szene.de“ nachgegangen und hat auf Basis von Halbjahreszahlen (2014 bis 2018) die Ertragsentwicklung von sieben klassischen deutschen Firmenkundenbanken analysiert. Was dabei herausgekommen ist? Nun, wir wollen nicht alles vorwegnehmen. Aber so viel dann doch: Bei einigen der untersuchten Banken sieht es nicht nur düster aus. Sondern so richtig düster.

1.) Commerzbank

Die Commerzbank weist ihre Zahlen transparent aus. So lässt sich anhand von Zwischenberichten und diversen Präsentationen exakt nachverfolgen, wie brutal die Erträge sowohl im Mittelstandsbereich als auch im Geschäft mit internationalen Großkonzernen zwischen dem ersten Halbjahr 2016 (addiert 1475 Mio. Euro) und dem ersten Halbjahr 2018 (addiert 1290 Mio. Euro) eingebrochen sind. Noch weiter zurückzugucken ist schwierig, weil die Commerzbank ihre Teilsegmente innerhalb der Firmenkundensparte zwischenzeitlich neu zugeschnitten hat.

2.) BayernLB

Das Firmenkundengeschäft der BayernLB firmiert unter dem Namen „Corporates & Mittelstand“. Da die Münchner Landesbank die verschiedenen Ertragsquellen innerhalb dieser Sparte einzeln ausweisen, war es möglich, das Handelsergebnis auszuklammern und sich rein auf Zins- und Provisionsüberschuss zu konzentrieren. Die Tabelle zeigt die jeweiligen Summen dieser beiden Positionen, wiederum jeweils bezogen auf das erste Halbjahr (wie übrigens bei allen untersuchten Banken).

3.) LBBW

Bei der LBBW gestalten sich die Dinge ein bisschen schwieriger, weil die Stuttgarter Landesbank ihr Segment „Corporates“ vor einem Jahr in zwei Bereiche aufgespalten hat, nämlich zum einen in „Unternehmenskunden“ und zum anderen in „Immobilien/Projektfinanzierung“. Um die Zahlen vergleichbar zu machen, haben wir die beiden Segmente für den 2017er und den 2018er-Graphen zusammengefasst, während sich die Graphen für 2014, 2015 und 2016 jeweils auf das alte Segment „Corporates“ beziehen. Mag nicht zu 1000% sauber und trennscharf sein, gibt aber trotzdem einen Eindruck davon, dass es auch bei der LBBW zumindest nicht aufwärts gegangen ist die letzten Jahre. Sonst noch was? Ja: Wir haben (weil die Ertragspositionen einzeln ausgewiesen sind) auch hier ausschließlich den Zins- und den Provisionsüberschuss erfasst und das dann addiert.

4.) Hypo-Vereinsbank

Bei der Hypo-Vereinsbank mussten wir uns zwischen dem „Corporate & Investmentbanking“ (große Konzerne plus Kapitalmarktgeschäft) und dem „Commercial Banking“ (Privatkunden und KMU) entscheiden. Da sich aus dem „Commercial Banking“ die Privatkunden-Zahlen nicht extrahieren lassen, haben wir für unseren Überblick das Segment „CIB“ herangezogen uns hier aber wiederum auf Zins- und Provisionsüberschuss beschränkt, um das  – im Falle der HVB recht üppige – Handelsergebnis zu eliminieren. Ist alles nicht optimal. Aber was will man machen? Wir hoffen, dass sich trotzdem eine halbwegs valide Aussage ergibt, auch wenn sich die „CIB“-Sparte der HVB wegen ihrer internationalen Ausrichtung nicht wirklich für einen Vergleich z.B. mit einer deutschen Landesbank eignet.

5.) NordLB

Vergleichsweise leicht und trennscharf lassen sich die Firmenkunden-Erträge derweil bei der NordLB ermitteln (zumal das entsprechende Segment praktischerweise auch „Firmenkunden“ heißt und der Zuschnitt zumindest seit 2015 der gleiche ist). Auch hier zeigen wir ihnen jeweils die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss. Ergebnis: Im Vergleich zu anderen Banken sind die Erträge bei der NordLB relativ stabil.

6.) HSH Nordbank

Im Falle der HSH Nordbank lassen sich zumindest die Ergebnisse von 2016 (damals wurde das Segment „Unternehmenskunden“ gebildet) bis 2018 vergleichen. Wieder haben wir uns auf Zins- und Provisionsüberschuss beschränkt – und wieder ist die Tendenz: fallend (wenn auch nur leicht und womöglich mit begrenzter Aussagekraft). Noch eine Anmerkung: Die HSH Nordbank zählt auch die Finanzierung von „Renewables“-Projekten zum Segment „Unternehmenskunden“.

7. Helaba

Bei der Helaba (die ja aber ohnehin lieber Immobilien als Unternehmen finanziert) ist es nun wiederum so, dass die „Corporate-Finance“-Sparte in diesem Jahr mit dem Kapitalmarktgeschäft zusammengelegt wurde, sodass wir nur bis 2017 vergleichbare Zahlen haben. Allerdings haben sich die Ertragszahlen in dem neuen Segment im ersten Halbjahr dergestalt entwickelt (nämlich: schwach), dass sich die Entwicklung der beiden vorangegangenen Jahres (nämlich: stark fallend) zumindest nicht krass umgekehrt haben dürfte.

Disclaimer

Mit dem Disclaimer zu diesen Zahlen könnten wir fast ein Buch füllen. Drum nur die zwei wichtigsten Punkt:

  • Die Deutsche Bank haben wir uns nicht angeschaut, weil uns Menschen, denen wir vertrauen, gesagt haben, wir sollten gar nicht erst versuchen, aus den Bilanzen valide Zahlen fürs Firmenkundengeschäft zu destillieren. Falls dies doch möglich sein sollte – lassen Sie es uns wissen.
  • Methodische Fußnoten in den Geschäftsberichten (z.B. zu irgendwelchen IFRS-127-Neuinterpretationen) haben wir geflissentlich ignoriert. Mag also sein, dass die ein oder andere Zahl irgendwann mal nachträglich um 0,7% nach oben oder unten revidiert worden ist, wir das aber übersehen haben. Trotzdem sind wir uns bei den Grundaussagen ziemlich sicher.

Scalable Capital baut Whitelabel-Robo für Online-Tochter der spanischen Santander

Von Heinz-Roger Dohms

Der bislang als reiner B2C-Anbieter bekannte Münchner Robo Advisor Scalable Capital hat seinen ersten großen Whitelabel-Deal gelandet. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ wird die spanische Openbank – das ist die Onlinetochter von Santander – heute eine digitale Vermögensverwaltung launchen, die auf der Technologie des 2015 gegründeten deutschen Fintechs beruht. Interessant: Das Anlagekonzept kommt weder von Santander noch von Scalable, sondern vom weltgrößten Asset Manager Blackrock, der letztes Jahr mit einer zweistelligen Millionensumme bei den Münchnern eingestiegen war.

Damals hatte Blackrock betont, jenseits der finanziellen Beteiligung auch eine strategische Phalanx mit dem deutschen Startup zu schmieden  – nun wird diese Ansage erstmals mit Leben gefüllt. Wenn wir uns nicht verzählt haben, dann hat Scalable (mit AuMs von > 1 Mrd. Euro der größte hiesige Robo Advisor) nun vier verschiedene Erlösquellen: 1.) Eigenes B2C-Geschäft. 2.) B2C-Geschäft, das über die ING Diba kommt. 3.) B2C-Geschäft, das über Unternehmen wie Siemens kommt. Und jetzt halt, 4.), die Whitelabel-Kiste.

Mehr Details zum Santander-Deal finden Sie in der Pressemitteilung, die heute rausgehen soll und die wir ausschnittsweise dokumentieren:

Scalable Capital treibt das Geschäft mit B2B-Partnerschaften weiter voran. Für die Digitalbank der Santander-Gruppe, Europas zweitgrößter Bank nach Kundenzahlen, hat Scalable Capital gemeinsam mit BlackRock eine
White-Label-Lösung für eine digitale Vermögensverwaltung entwickelt. Der neue Service mit dem Namen “Invertimos por ti” (“Wir investieren für Dich”) ist nahtlos in das Online-Banking von Openbank integriert und steht den Kunden der spanischen Digitalbank ab heute zur Verfügung.

„Wir wollen nicht nur der führende digitale Vermögensverwalter für Privatkunden in Europa werden, wir wollen uns auch als die präferierte europäische B2B-Plattform für digitale Vermögensverwaltungs-Lösungen etablieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass Openbank diese Plattform nun dazu nutzt, Kunden schon ab 500 Euro eine digitale Vermögensverwaltung anzubieten“, sagt Erik Podzuweit, Gründer und Geschäftsführer von
Scalable Capital.

Während Scalable Capital die technologische Infrastruktur für den digitalen
Vermögensverwalter gebaut hat, liefert BlackRock die strategische Asset Allocation für die Openbank-Portfolios. Den Openbank-Kunden stehen fünf verschiedene Risikoklassen zur Verfügung, die sich in der Gewichtung von Aktien- und Anleihen-Indexfonds unterscheiden. Anders als in Deutschland investieren Anleger dabei in Indexfonds und nicht in Exchange-Traded Funds (ETFs), denn bei Umschichtungen zwischen Indexfonds fallen in Spanien keine Kapitalertragssteuern an.

[…]

Openbank ist eine Tochtergesellschaft der Banco Santander. Openbank wurde 1995 als Telefonbank gegründet und ist seit einem Re-Launch im vorigen Jahr Spaniens erste reine Digitalbank. Sämtliche Dienstleistungen – von Kreditkartenzahlungen bis hin zu Kreditanträgen – können per App abgerufen werden.

27/09/18: Der Scalable-Santander-Deal, Stripe jetzt 20 Mrd. wert, Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU

Exklusiv: Scalable baut Whitelabel-Robo für Online-Tochter der spanischen Santander

Der bislang als reiner B2C-Anbieter bekannte Münchner Robo Advisor Scalable Capital hat seinen ersten großen Whitelabel-Deal gelandet. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ wird die spanische Openbank – das ist die Onlinetochter von Santander – heute eine digitale Vermögensverwaltung launchen, die auf der Technologie des 2015 gegründeten deutschen Fintechs beruht. Interessant: Das Anlagekonzept kommt weder von Santander noch von Scalable, sondern vom weltgrößten Asset Manager Blackrock, der letztes Jahr mit einer zweistelligen Millionensumme bei den Münchnern eingestiegen war. Damals hatte Blackrock betont, jenseits der finanziellen Beteiligung auch eine strategische Phalanx mit dem deutschen Startup zu schmieden  – nun wird diese Ansage erstmals mit Leben gefüllt. Wenn wir uns nicht verzählt haben, dann hat Scalable (mit AuMs von > 1 Mrd. Euro der größte hiesige Robo Advisor) nun vier verschiedene Erlösquellen: 1.) Eigenes B2C-Geschäft. 2.) B2C-Geschäft, das über die ING Diba kommt. 3.) B2C-Geschäft, das über Unternehmen wie Siemens kommt. Und jetzt halt, 4.), die Whitelabel-Kiste. Mehr Details zum Santander-Deal finden Sie in der Pressemitteilung, die heute rausgehen soll und die wir ausschnittsweise dokumentieren: Finanz-Szene.de

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Exklusiv: Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU im Firmenkundengeschäft

Erinnern Sie sich noch an unsere Recherche neulich, die zeigte, dass die ING Diba ihre Erträge im Geschäft mit deutschen (und, wie man hinzufügen muss: österreichischen) Firmenkunden in wenigen Jahren mehr als verdreifacht hat? In einem boomenden Umfeld wäre das für die Konkurrenz vermutlich kein großes Problem. Bloß: Der Markt stagniert ja eher, als dsas er wächst, der Wettbewerbsdruck ist riesig, die Zinsen niedrig, die Margen dünn. Drum: Wenn die einen (ING Diba, BNP Paribas …) trotz schwieriger Umstände gewinnen  –  wer sind dann die Verlierer? Genau dieser Frage ist „Finanz-Szene.de“ nachgegangen und hat auf Basis von Halbjahreszahlen (2014 bis 2018) die Ertragsentwicklung von sieben klassischen deutschen Firmenkundenbanken analysiert. Was dabei herausgekommen ist? Nun, wir wollen nicht alles vorwegnehmen. Aber so viel dann doch: Bei einigen der untersuchten Banken sieht es nicht nur düster aus. Sondern so richtig düster: Finanz-Szene.de

News

Liebe Deutsche Bank, war das etwa eine Gewinnwarnung? Nein, das nicht. Ein Stimmungsaufheller allerdings war es auch nicht: Finanzchef James von Moltke hat gestern auf eine Konferenz in London mehr oder weniger offen eingestanden, dass die mauen Analystenschätzungen fürs laufende Quartal ins Schwarze treffen. Heißt: Knapp 330 Mio. Euro Gewinn im Vergleich zu rund 900 Mio. Euro vor einem Jahr. Die Investoren zeigten sich ernüchtert, die Aktie schloss mit 1,4% im Minus bei 10,24 Euro. Bloomberg, Handelsblatt (Paywall)

Nächste Hiobsbotschaft für die NordLB: Falls irgendwer gehofft hatte, dass die Hannoversche Landesbank das Jahr mit einem kleinen Plus beenden könnte – daraus wird nichts. Stattdessen stimmte das Management die Öffentlichkeit gestern auf den nächsten Verlust ein und führte als Begründung nicht nur die Kosten für die laufende Restrukturierung an. Denn: Offenbar läuft auch das operative Geschäfte schlechter als erhofft. Keine guten Voraussetzungen für den anstehenden Teilverkauf. Manager Magazin

Wussten Sie eigentlich, dass die Post einen eigenen Payment-Service unterhält? Nein? Vermutlich war genau das das Problem. Denn jetzt wird Postpay eingestellt, wie der ebenso nerdige wie oft verblüffend gut informierte „Caschys Blog“ berichtet. Die passende Einordnung kommt per Twitter von Jochen Siegert: „Ein weiterer, sehr teurer Payment-Fail der Deutschland AG.“ Caschys Blog, Twitter

Und noch eine Fintech-Meldung aus dem angelsächsischen Raum: Während wir gestern Abend beim Fußball weilten (Alemannia Aachen – TSV Herkenrath 5:1, drei Tore Imbongo, zwei Tore Garnier, alles ganz wunderbar, muss man sagen), mailte uns ein offenkundig dazu berechtigter PR-Mensch, dass das US-Fintech Stripe 245 Mio. Dollar gefunded habe und nun mit 20 Mrd. Dollar bewertet sei. Interessierte uns in dem Moment nicht die Bohne, geht Ihnen aber womöglich anders heute Früh. TechCrunch

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Wie viele Deutsche heben das Geld noch am Schalter ab, wie viele weiterhin am Automaten und wie viele schon an der Supermarktkasse? Hier ein Überblick, mit Zahlen, die zwar (meinen wir) nicht ganz neu sind, aber von der Autorin lesenwert und kompakt in den richtigen Kontext gerückt wurden: Süddeutsche

Ein spannender Artikel im Spannungsfeld von Banking, Fintech und Industrie:  So nutzt die KfW die digitale Jahresabschluss-Analyse. Finance-Magazin

Und für alle, die immer noch Turnschuh tragen und nicht wissen, wie man eine Krawatte bindet: Das hier sind die Fintech-Investments des einstigen Kreditech-Gründers und ewigen Kapuzenpulli-Trägers Sebastian Diemer: Deutsche Startups

Mal ganz niedrigschwellig, um nicht zu sagen ebenerdig: Wie sieht das eigentlich aus, wenn Paypal oder Giropay „mit einer Kommune ins Geschäft kommen“. Twitter

Klickfavorit

… war gestern unser großer Funding-Vergleich über die verschiedenen Fintech-Segmente hinweg. Finanz-Szene.de

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27/09/18: Hiobsbotschaft für NordLB, Stripe jetzt 20 Mrd. wert

Liebe Deutsche Bank, war das etwa eine Gewinnwarnung? Nein, das nicht. Ein Stimmungsaufheller allerdings war es auch nicht: Finanzchef James von Moltke hat gestern auf eine Konferenz in London mehr oder weniger offen eingestanden, dass die mauen Analystenschätzungen fürs laufende Quartal ins Schwarze treffen. Heißt: Knapp 330 Mio. Euro Gewinn im Vergleich zu rund 900 Mio. Euro vor einem Jahr. Die Investoren zeigten sich ernüchtert, die Aktie schloss mit 1,4% im Minus bei 10,24 Euro. Bloomberg, Handelsblatt (Paywall)

Nächste Hiobsbotschaft für die NordLB: Falls irgendwer gehofft hatte, dass die Hannoversche Landesbank das Jahr mit einem kleinen Plus beenden könnte – daraus wird nichts. Stattdessen stimmte das Management die Öffentlichkeit gestern auf den nächsten Verlust ein und führte als Begründung nicht nur die Kosten für die laufende Restrukturierung an. Denn: Offenbar läuft auch das operative Geschäfte schlechter als erhofft. Keine guten Voraussetzungen für den anstehenden Teilverkauf. Manager Magazin

Wussten Sie eigentlich, dass die Post einen eigenen Payment-Service unterhält? Nein? Vermutlich war genau das das Problem. Denn jetzt wird Postpay eingestellt, wie der ebenso nerdige wie oft verblüffend gut informierte „Caschys Blog“ berichtet. Die passende Einordnung kommt per Twitter von Jochen Siegert: „Ein weiterer, sehr teurer Payment-Fail der Deutschland AG.“ Caschys Blog, Twitter

Und noch eine Fintech-Meldung aus dem angelsächsischen Raum: Während wir gestern Abend beim Fußball weilten (Alemannia Aachen – TSV Herkenrath 5:1, drei Tore Imbongo, zwei Tore Garnier, alles ganz wunderbar, muss man sagen), mailte uns ein offenkundig dazu berechtigter PR-Mensch, dass das US-Fintech Stripe 245 Mio. Dollar gefunded habe und nun mit 20 Mrd. Dollar bewertet sei. Interessierte uns in dem Moment nicht die Bohne, geht Ihnen aber womöglich anders heute Früh. TechCrunch

Deutsche Fintech-Fundings im Segmentvergleich

Von Heinz-Roger Dohms

Die deutschen Robo Adviser ließen sich bislang grob gesagt in zwei Kategorien unterteilen. Nämlich einmal Scalable Capital (> 30 Mio. Euro Funding, > 1 Mrd. AuM). Und dann die anderen (also Liqid, Cominvest, Quirion, Robin, Investify etc. pp.). Nun allerdings steigt der Berliner Anbieter Liqid  am Funding gemessen auf einen Schlag in die Scalable-Liga auf: Stolze 33 Mio. Euro spült die neue Finanzierungsrunde in die Kasse des 20xx gegründeten digitalen Vermögensverwalters, eine der kräftigsten Kapitalspritzen für ein deutsches Fintech jemals. Angeführt wird die Runde von einem britischen Finanzinvestor namens Toscafund (und übrigens nicht von der Schweizer UBS, wie zuletzt in der Fintech-Szene gemunkelt worden war); das Geld soll u.a. der internationalen Expansion dienen. Ein vielleicht nicht ganz uninteressanter Nebenaspekt: Mit dem Funding für Liqid zeigt sich bei den Robo Advisern ein Muster, dass auch in einigen anderen deutschen Fintech-Segmenten erkennbar ist: Aus der Masse der Anbieter schälen sich irgendwann exakt zwei heraus, auf die sich ein beträchtlicher Teil des Segment-Fundings fokussiert (bzw. die die übrigen Wettbewerber abzuhängen drohen). Glauben Sie nicht? Dann hier der grafisch untermauerte Beleg:

1.) Robo Adviser

2.) Kreditvergleich

Anmerkungen: Finanzcheck wurde mittlerweile für fast 300 Mio. Euro verkauft, an die Finanzierungsrunde von Smava hatten wir im Januar ein paar Fragezeichen gemacht, die seitdem nicht verschwunden sind.

3.) Einlagen-Vermittlung

4.) Fintech-Bank

5.) Baufinanzierung (nicht Funding, sondern Ebit!!!)

Anmerkung: Als „Ur-Fintechs“ sind Hypoport und Interhyp schon so lange am Markt, dass sie schon seit vielen Jahren nicht mehr zu funden brauchen. Drum haben wir als Vergleichsmaßstab das Ebit genommen.

6.) Insurtech

Anmerkung: Okay, okay, alle Insurtechs in einen Hut zu werfen (und dann zwei rauszupicken), ist natürlich reichlich undifferenziert. Aber Versicherungen sind ja auch nicht unsere Baustelle

7.) Factoring

Anmerkung: Factoring-Fintechs sind noch ein junges Segment, sodass alles andere als sicher ist, ob sich die Platzhirsche hier schon herauskristallisiert haben.

8. KMU-Finanzierung

 

Und noch zwei generelle Anmerkungen:

  • Check24 haben wir einfach mal außen vor gelassen
  • Ebenfalls haben wir außen vor gelassen die Angaben, um die wievielte Runde es sich jeweils handelte, auch wenn wir wissen, dass das natürlich einen Unterschied macht. Man muss es ja nicht zu kompliziert machen

26/09/18: Große Fintech-Funding-Grafik, 33 Mio. Euro für Liqid, Marcus Mosen, Investify

33 Mio. Euro für Berliner Robo Advisor: Liqid steigt in die Scalable-Capital-Liga auf

Die deutschen Robo Adviser ließen sich bislang grob gesagt in zwei Kategorien unterteilen. Nämlich einmal Scalable Capital (> 30 Mio. Euro Funding, > 1 Mrd. AuM). Und dann die anderen (also Liqid, Cominvest, Quirion, Robin, Investify etc. pp.). Nun allerdings steigt der Berliner Anbieter Liqid  am Funding gemessen auf einen Schlag in die Scalable-Liga auf: Stolze 33 Mio. Euro spült die neue Finanzierungsrunde in die Kasse des 2015 gegründeten digitalen Vermögensverwalters (hier Auszüge aus der Pressemitteilung). Angeführt wird die Runde von einem britischen Finanzinvestor namens Toscafund (und übrigens nicht von der UBS, wie zuletzt in der Fintech-Szene gemunkelt worden war); das Geld soll u.a. der internationalen Expansion dienen. Ein vielleicht nicht ganz uninteressanter Nebenaspekt: Mit dem Funding für Liqid zeigt sich bei den Robo Advisern ein Muster, dass auch in einigen anderen deutschen Fintech-Segmenten erkennbar ist: Aus der Masse der Anbieter schälen sich irgendwann exakt zwei heraus, auf die sich ein beträchtlicher Teil des Segment-Fundings fokussiert. Glauben Sie nicht? Dann hier für insgesamt acht Segmente der grafisch untermauerte Beleg: Finanz-Szene.de

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Lustig, das liefe dann also auf eine von Axel Weber kontrollierte Doppelspitze Blessing/Sewing hinaus

Liebe Leserinnen und Leser, sehen Sie uns die  Prise Sarkasmus bitte nach. Denn die Fusionsspekulationen rund um die Deutsche Bank werden immer skurriler: Wie das „Handelsblatt“ heute Morgen berichtet (und der Artikel liest sich vollkommen glaubwürdig), haben Vorstand und Aufsichtsrat des wichtigsten hiesigen Geldhauses bei ihrer jüngsten Strategiesitzung nicht nur einen Zusammenschluss mit der Commerzbank, sondern auch einen Merger mit der UBS durchgespielt. Nachdem man in den letzten Wochen also lesen durfte, wie viel zwingende Logik hinter einer Fusion von Blau und Gelb steht, liest man nun, dass hinter einer Fusion von Blau und Rot sogar noch eine viel zwingendere Logik steht, jedenfalls und offenbar aus Sicht der blauen Strategen. Denn, O-Ton „Handelsblatt“ unter Verweis auf die beim Strategietreffen aufgetischten Argumente: „Deutsche Bank und UBS würden sich mit ihren unterschiedlichen Stärken im Investmentbanking beziehungsweise in der Vermögensverwaltung gut ergänzen.“ Fehlt bloß noch das Plazet der Bundesregierung. Ist aber vermutlich nur Formsache. Handelsblatt (Paywall), Reuters

News

Die deutsche Industrie brauche „ein starkes deutsches Bankinstitut“, hat BDI-Chef Dieter Kempf gestern beim „Tag der  Industrie“ in Berlin gesagt. Vermutlich meinte er die Commerzbank, die ja stand-alone so richtig durchstarten wird, sobald die Deutsche Bank erst einmal in der UBS aufgegangen ist. Finanzen.net

Apropos Durchstarten: Die verrückte Kursrally der Wirecard-Akie geht nach dem Dax-Aufstieg unvermindert weiter. Allein gestern betrug das Kursplus 4,9%, womit der bayerische Zahlungsdienstleister sich an einem einzigen Tag mal eben die halbe Marktkapitalisierung der Aareal-Bank auf die Rippen gepackt hat. Muss man nicht verstehen. Aktienkurs

Was macht ein Finanzinvestor wie Cerberus eigentlich mit einem Regionalinstitut wie der Südwestbank? Er kehrt  (wie nicht anders zu erwarten) mit eisernem Besen. Und er richtet (was dann doch aufhorchen lässt) angeblich das Geschäftsmodell aus: Mehr Ratenkredite, weniger Unternehmensfinanzierung. Vielleicht macht das Beispiel ja Schule: Nachdem sich am Beginn des Jahrzehnts alle auf die Firmenkunden stürzten, sind nun die Verbraucher dran. FAZ (Print, Seite 19), Südwest-Presse

Exklusiv: Was wurde eigentlich aus Marcus Mosen, dem (hinter Wirecard-Chef Braun) wichtigsten deutschen Payment-Manager der letzten fünf Jahre? Also, wenn wir aus den sog. „Payment-Kreisen“ nichts völlig Falsches hören, dann tritt der ehemalige Concardis-Chef ins europäische Advisory Board der US-Investmentbank Raymond James ein. Aus drei miteinander verknüpften Gründen finden wir das vermeldenswert. 1.) Raymond James verfolgt in Deutschland/Europa ehrgeizige Ziele, war neulich zu lesen; 2.) Mosen ist nicht nur in der Payment-, sondern auch in der Fintech-Branche gut verdrahtet, so sitzt er z.B. im Beirat von N26; und 3.) ergibt sich aus 1.) und 2.) der Schluss, dass aus Investmentbanker-Sicht im hiesigen Payment-/Fintech-Bereich in den nächsten Jahren offenbar noch einiges zu holen sein wird, M&A-mäßig ohnehin, aber vielleicht ja auch IPO-mäßig …

Apropos: Concardis hat einen neuen CFO, und zwar Carsten Höltkemeyer, den langjährigen Chef von Barclaycard Deutschland. Auch keine ganz unspannende Personalie. Finance Magazin

Nach der Scheidung von der Hamburger Sparkasse hat der Robo Advisor Investify nun mit der Pax Bank angebandelt – bemerkenswert, dass ausgerechnet ein katholisches Geldinstitut diese Form der Wiederverheiratung ermöglicht. Extra-Funds

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Linktipps

Welche (traditionellen Finanz-)Technologieunternehmen haben im vergangenen Jahr das meiste Geschäft mit Finanzdienstleistern gemacht? Hier das entsprechende Ranking von IDC Financial Insights (wenn wir uns nicht verguckt haben, kommt der beste deutsche Anbieter auf Platz 40, nämlich GFT Technologies). PDF

Wie konnte es eigentlich so weit kommen, dass die Deutsche Bank jetzt schon wieder die Bafin am Hals hat? Hier ein Erklärungsansatz in der SZ heute Morgen:  „[Vize-Chef] Ritchie wollte offenbar ungestört seinen Geschäften im Investmentbanking nachgehen, [und CEO] Sewing hat ihn fröhlich machen lassen.“ Süddeutsche (Kommentar), Süddeutsche (Analyse)

Und wie kann es eigentlich sein, dass die Finanzaufsicht ausgerechnet KPMG damit beauftragt, die Deutsche Bank zu überwachen, wo KPMG doch schon seit Jahrzehnten die Bücher des wichtigsten Geldhauses prüft? Nochmal die Süddeutsche.

Im Bitcoin-Quellcode werden immer wieder gefährliche Fehler gefunden: … einer dieser Fehler hätte vergangene Woche fast zu einem neuerlichen Kursrutsch führen können, schreiben die Kollegen von Gründerszene.

Was genau ist gemeint, wenn Paydirekt (also der Online-Bezahldienst der deutschen Banken) jetzt einen „Relaunch“ plant? Die Antwort gibt der oberste Paydirekt-Beauftrage der deutschen Sparkassen, Henning vorm Walde, in der natürlich nicht komplett unabhängigen Sparkassen-Zeitung.

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusiv-Geschichte über das Millionenfunding für die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala. Finanz-Szene.de

Nachtrag

Die Frühaufsteher unter Ihnen werden gemerkt haben, dass wir heute Morgen etwas später dran waren als sonst. Der Grund: IT-Probleme. Wenn man so will, ging es uns diese Nacht also mal so, wie es dem armen Martin Zielke regelmäßig geht. Wenn unsere Commerzbank-Berichterstattung in Zukunft eine mitfühlende Note bekommen sollte, wissen Sie, warum.

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26/09/18: Dt. Bank spielt Fusion mit UBS durch, Alles auf Ratenkredite, Marcus Mosen, Investify

Lustig, das liefe dann also auf eine von Axel Weber kontrollierte Doppelspitze Blessing/Sewing hinaus

Liebe Leserinnen und Leser, sehen Sie uns nach, wenn wir Sie diesmal mit einer Prise Sarkasmus begrüßen. Aber die Fusionsspekulationen rund um die Deutsche Bank werden immer skurriler: Wie das „Handelsblatt“ heute Morgen berichtet (und der Artikel liest sich vollkommen glaubwürdig), haben Vorstand und Aufsichtsrat des wichtigsten hiesigen Geldhauses bei ihrer jüngsten Strategiesitzung nicht nur einen Zusammenschluss mit der Commerzbank, sondern auch einen Merger mit der UBS durchgespielt. Nachdem man in den letzten Wochen also lesen durfte, wie viel zwingende Logik hinter einer Fusion von Blau und Gelb steht, liest man nun, dass hinter einer Fusion von Blau und Rot sogar noch eine viel zwingendere Logik steht, jedenfalls und offenbar aus Sicht der blauen Strategen. Denn, O-Ton „Handelsblatt“ unter Verweis auf die beim Strategietreffen aufgetischten Argumente: „Deutsche Bank und UBS würden sich mit ihren unterschiedlichen Stärken im Investmentbanking beziehungsweise in der Vermögensverwaltung gut ergänzen.“ Fehlt bloß noch das Plazet der Bundesregierung. Ist aber vermutlich nur Formsache. Handelsblatt (Paywall), Reuters

Die deutsche Industrie brauche „ein starkes deutsches Bankinstitut“, hat BDI-Chef Dieter Kempf gestern beim „Tag der  Industrie“ in Berlin gesagt. Vermutlich meinte er die Commerzbank, die ja stand-alone so richtig durchstarten wird, sobald die Deutsche Bank erst einmal in der UBS aufgegangen ist. Finanzen.net

Apropos Durchstarten: Die verrückte Kursrally der Wirecard-Akie geht nach dem Dax-Aufstieg unvermindert weiter. Allein gestern betrug das Kursplus 4,9%, womit der bayerische Zahlungsdienstleister sich an einem einzigen Tag mal eben die halbe Marktkapitalisierung der Aareal-Bank auf die Rippen gepackt hat. Muss man nicht verstehen. Aktienkurs

Was macht ein Finanzinvestor wie Cerberus eigentlich mit einem Regionalinstitut wie der Südwestbank? Er kehrt  (wie nicht anders zu erwarten) mit eisernem Besen. Und er richtet (was dann doch aufhorchen lässt) angeblich das Geschäftsmodell aus: Mehr Ratenkredite, weniger Unternehmensfinanzierung. Vielleicht macht das Beispiel ja Schule: Nachdem sich am Beginn des Jahrzehnts alle auf die Firmenkunden stürzten, sind nun die Verbraucher dran. FAZ (Print, Seite 19), Südwest-Presse

Exklusiv: Was wurde eigentlich aus Marcus Mosen, dem (hinter Wirecard-Chef Braun) wichtigsten deutschen Payment-Manager der letzten fünf Jahre? Also, wenn wir aus den sog. „Payment-Kreisen“ nichts völlig Falsches hören, dann tritt der ehemalige Concardis-Chef ins europäische Advisory Board der US-Investmentbank Raymond James ein. Aus drei miteinander verknüpften Gründen finden wir das vermeldenswert. 1.) Raymond James verfolgt in Deutschland/Europa ehrgeizige Ziele, war neulich zu lesen; 2.) Mosen ist nicht nur in der Payment-, sondern auch in der Fintech-Branche gut verdrahtet, so sitzt er z.B. im Beirat von N26; und 3.) ergibt sich aus 1.) und 2.) der Schluss, dass aus Investmentbanker-Sicht im hiesigen Payment-/Fintech-Bereich in den nächsten Jahren offenbar noch einiges zu holen sein wird, M&A-mäßig ohnehin, aber vielleicht ja auch IPO-mäßig …

Apropos: Concardis hat einen neuen CFO, und zwar Carsten Höltkemeyer, den langjährigen Chef von Barclaycard Deutschland. Auch keine ganz unspannende Personalie. Finance Magazin

Und noch ein Blick über den Tellerrand: Santander hat als neuen CEO den bisherigen UBS-Investmentbanker Andrea Orcel verpflichtet (wobei Herr Orcel bei der spanischen Großbank de facto nicht die Nummer eins, sondern die Nummer zwei hinter Ana Botin sein dürfte …), die UBS füllt die Lücke mit einer Doppelspitze. Finews.ch, Financial Times Lex-Kolumne (Paywall)

Nach der Scheidung von der Hamburger Sparkasse hat der Robo Advisor Investify nun mit der Pax Bank angebandelt – bemerkenswert, dass ausgerechnet ein katholisches Geldinstitut diese Form der Wiederverheiratung ermöglicht. Extra-Funds

Das 33-Mio.-Euro-Funding für Liqid

Der Berliner Robo Advisor Liqid hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 33 Mio. Euro eingenommen. „Finanz-Szene.de“ dokumentiert Auszüge aus der Pressemitteilung: 

Der digitale Vermögensverwalter Liqid aus Berlin hat eine
Finanzierungsrunde abgeschlossen und erhält 33 Millionen Euro für sein weiteres Wachstum.[…]  Hauptkapitalgeber ist Toscafund Asset Management LLP, eine in London ansässige Multi-Asset-Alternative-Investment-Gesellschaft, die über vier Milliarden US-Dollar verwaltet. Bestehende Investoren, darunter Project A, HQ Trust und Dieter von Holtzbrinck Ventures, nahmen ebenfalls an der Finanzierungsrunde teil.

Mit seiner Beteiligung über den Tosca Private Investments Fund („TPIF“) wird Toscafund ein signifikanter Gesellschafter des schnell wachsenden Fintechs. TPIF versteht sich als Private- Equity-Investor mit dem Schwerpunkt auf kleine und mittelständische Unternehmen im europäischen Finanzdienstleistungssektor. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Bafin.

[…] Knapp zwei Jahre nach dem Start verwaltet LIQID fast 300 Millionen Euro für seine Kunden. Christian Schneider-Sickert, CEO und Mitgründer von LIQID sieht den Grund für das schnelle Wachstum in einer klaren Kundenzentrierung und der aktiven Unterstützung seiner Investoren: „Unsere Investoren haben entscheidend den Aufbau von LIQID unterstützt und uns dabei geholfen, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen. Wir freuen uns, mit TPIF einen so starken und international erfahrenen Partner gefunden zu haben, mit dessen Hilfe diese Entwicklung weiter vorangetrieben werden kann.“ […]

25/09/18: Earlybird steigt bei Bitwala ein, N26 mit Verzug, Barzahlen, Candis, Debitos

Exklusiv: Earlybird und KfW-Fonds* investieren Millionen in deutsche Blockchain-Bank Bitwala

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte. Was das Konto genau kann und warum das Investment ein dringend nötiger Vertrauensbeweis für den gerupften Krypto-Standort Deutschland ist, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Verbriefung durch Tokenisierung von Vermögenswerten – rechtssicher: Durch Tokens ist es möglich, digitale Assets aller Art auf einer Blockchain abzubilden. Hierdurch lassen sich juristisch einwandfrei, schnell und kosteneffizient verschiedene Aktiva transferieren. Als Tech-Unternehmen, das seit vielen Jahren erfolgreich neue Technologien und Methoden entwickelt, unterstützt Sie targens bei Ihrem Tokenisierungs-Vorhaben. Erfahren sie mehr. Und, by the way – we are hiring!

News

Immer wenn man meint, die Deutsche Bank würde sich vielleicht so ein bisschen berappeln, folgt die nächste kolossale Peinlichkeit. Diesmal: Die Bafin hat angekündigt, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, der überwachen soll, ob das wichtigste Geldhaus des Landes die angeordneten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung auch wirklich umsetzt. Neue Verfehlungen gibt es angeblich zwar keine, ebenso wenig wie eine Verbindung zu den aktuellen Geldwäsche-Skandalen anderer großer europäischer Geldinstitute (Danske, ING) … – und doch: Die Aktion zeigt wieder einmal, dass die Deutsche Bank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise und trotz unzähliger Skandale, Affären und Strafzahlungen ihre Prozesse immer noch nicht im Griff hat. Und ebenfalls bezeichnend: Es ist wieder einmal die Investmentbanking-Sparte, die das Misstrauen der Aufseher auf sich zieht. Welt, Reuters

Mit heimlicher Freude stellen wir fest, dass unser Gastautor Hans Kraus (hier noch mal sein rekordverdächtig geklickter Beitrag vom vergangenen Dienstag) plötzlich nicht mehr der einzige Experte ist, der den Sinn einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank anzweifelt: Fondsmanager Michael Hünseler („Das wäre ein Zeichen der Verzweiflung“) äußert sich im „Handelsblatt“ (Paywall) jetzt genauso, ebenso wie der Frankfurt-School-of-Finance-Prof Sascha Steffen auf Twitter.

US-Wettlauf zwischen N26 und Revolut mutiert zum Schneckenrennen: Der Amerika-Chef der Berliner Smartphone-Bank, Nicolas Kopp, hat gegenüber „Bloomberg“ noch einmal bestätigt, dass es mit dem eigentlich für dieses Jahr angestrebten Marktstart in den USA nichts mehr wird (siehe hierzu auch unsere Meldung aus dem Frühjahr). Stattdessen soll der Launch im ersten Quartal 2019 erfolgen. Dazu passt, dass offenbar auch Rivale Revolut bei seinen Amerika-Plänen mit Verzögerungen zu kämpfen hat: „Wir sind noch nicht in den USA gestartet, hoffen aber für die nächsten Monate darauf. Wir sind sehr nah dran“, sagte CEO Nikolay Storonsky. Das klingt nicht zwingend so, als würden die Briten – wie eigentlich angekündigt – noch in diesem Jahr livegehen. Bloomberg/Welt

Kann es sein, dass Giropay (also das umtriebige, nicht mit Paydirekt zu verwechselnde Online-Payment-Schmuddelkind der deutschen Banken) größer ist als Paypal, zumindest in einem Segment? Dieser Gedanke kam uns gestern, als sich die Pressemitteilung „Giropay zum 3. Mal Gewinner des eGovernment Computing Award“ schon auf halbem Wege Richtung Mülltonne befand, bevor  wir im dritten Absatz über folgenden Satz stolperten: „Mittlerweile nutzen [….] Giropay […] schon über 1.500 Städte und Gemeinden – darunter Städte wie München, Düsseldorf oder Stuttgart.“ Das letzte, was wir erinnern (es war gestern Abend leider schon zu spät, die PR-Leute anzurufen …): Paypal versucht seit 2012, mit Kommunen ins Geschäft zu kommen.  Mitte 2016 hatten 70 Städten und Gemeinden angebissen. Inzwischen dürften es ein paar mehr, aber wohl kaum mehr als 1500 sein. Pressemitteilung

Gibt es eigentlich eine neue Zahl, wie viele Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Nein, gibt es nicht. Aber neu ist immerhin, dass die Helaba ihre alte Zahl (mindestens 8000) in ihrer gestern vorgestellten neuen Finanzplatz-Studie bekräftigt hat. Studie im Original (PDF)

Geno-Fusion 5.0: Im Sauerland bildet sich die „Vereinigte Volksbank HSK eG“ – doch keiner (und schon gar nicht: der Kunde) soll es merken. Fondsprofessionell

Und da unsere Meldungen, wie Sie merken, eh immer kürzer werden, können wir es jetzt auch ganz kurz machen:

  • In Sachen HSH Nordbank scheint die wichtigste Hürde, die dem Verkauf an Cerberus/Flowers noch im Wege stand, weggeräumt (Wiwo)
  • Die BNP Paribas bleibt Deutschlands größte Depotbank (Citywire)
  • Das Berliner Insurtech Coya ist gestern (Abend?) livegegangen (Website)
  • Die Baader-Bank kooperiert mit dem französischen Research-Haus Alpha Value (Citywire)
  • Das An-der-Supermarkt-Kasse-Geld-abheben-Fintech „Barzahlen“ expandiert nach Österreich (Presse/PDF)
  • Hohes Funding für das SME-Buchhaltungs-Fintech Candis (Deutsche Startups)
  • Der Frankfurter Kredit-Marktplatz Debitos hat faule Kredite der Wiener KA Finanz im Umfang von 17 Mio. Euro vermittelt. (BÖZ/Paywall)

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Wie die deutschen Banken den grünen Megatrend verpassen: Wenn heute in Frankfurt der „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann könnte man im ersten Moment meinen, „Green Finance“ sei endlich im Zentrum der deutschen Finanz-Community angekommen ist. Warum dieser Eindruck jedoch täuscht, erklärt unser Gastautor Ralf Breuer: Finanz-Szene.de

Linktipps

Uiuiui, die Kollegen der einstmals nüchtern-distanzierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben offenbar am Zaubertrank für gut klickende Überschriften genippt: Nachdem neulich schon die PR-Abteilung der Coba beglückt wurde („Commerzbank nimmt sich Spotify zum Vorbild“), kriegen nun die PR-Leute in den Doppeltürmen ihr Zuckerstückchen ab („Wie die Deutsche Bank von Amazon und Airbnb lernt“). Im Kern handelt der Text davon, wie der MIT-Professor Geoffrey Parker die Deutsche Bank bei ihren Plattform-Plänen inspiriert. Interessant zu lesen allemal: FAZ

Wie verändern Google Pay, Apple Pay und die mobile Girocard das Kräfteverhältnis am Point of Sale? Hierüber hat der Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth mit PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk gesprochen: IT-Finanzmagazin

Wissen Sie noch, als wir im März exklusiv berichteten, dass der frühere 1&1-Manager Robert Hoffmann der neue starke Mann bei Concardis wird? Jedenfalls, inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, Herr Hoffmann ist längst in Amt und Würden – und er hat nun Zeit gefunden, den „Die Gesichter der Fintech-Branche“-Fragebogen von „Paymentandbanking“ auszufüllen. PAB-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über den „Mythos Kundenwachstum“ am Beispiel der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

* Nachtrag, 25. September, 14.28 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.

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25/09/18: Die Bloßstellung der Deutschen Bank, HSH-Deal fast perfekt, KfW setzt auf Blockchain-Bank

Exklusiv: KfW-Fonds* und Earlybird investieren Millionen in deutsche Blockchain-Bank Bitwala

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte. Was das Konto genau kann und warum das Investment ein dringend nötiger Vertrauensbeweis für den gerupften Krypto-Standort Deutschland ist, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Immer wenn man meint, die Deutsche Bank würde sich vielleicht so ein bisschen berappeln, folgt die nächste kolossale Peinlichkeit. Diesmal: Die Bafin hat angekündigt, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, der überwachen soll, ob das wichtigste Geldhaus des Landes die angeordneten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung auch wirklich umsetzt. Neue Verfehlungen gibt es angeblich zwar keine, ebenso wenig wie eine Verbindung zu den aktuellen Geldwäsche-Skandalen anderer großer europäischer Geldinstitute (Danske, ING) … – und doch: Die Aktion zeigt wieder einmal, dass die Deutsche Bank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise und trotz unzähliger Skandale, Affären und Strafzahlungen ihre Prozesse immer noch nicht im Griff hat. Und ebenfalls bezeichnend: Es ist wieder einmal die Investmentbanking-Sparte, die das Misstrauen der Aufseher auf sich zieht. Welt, Reuters

Mit heimlicher Freude stellen wir fest, dass unser Gastautor Hans Kraus (hier noch mal sein rekordverdächtig geklickter Beitrag vom vergangenen Dienstag) plötzlich nicht mehr der einzige Experte ist, der den Sinn einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank anzweifelt: Fondsmanager Michael Hünseler („Das wäre ein Zeichen der Verzweiflung“) äußert sich im „Handelsblatt“ (Paywall) jetzt genauso, ebenso wie der Frankfurt-School-of-Finance-Prof Sascha Steffen auf Twitter.

US-Wettlauf zwischen N26 und Revolut mutiert zum Schneckenrennen: Der Amerika-Chef der Berliner Smartphone-Bank, Nicolas Kopp, hat gegenüber „Bloomberg“ noch einmal bestätigt, dass es mit dem eigentlich für dieses Jahr angestrebten Marktstart in den USA nichts mehr wird (siehe hierzu auch unsere Meldung aus dem Frühjahr). Stattdessen soll der Launch im ersten Quartal 2019 erfolgen. Dazu passt, dass offenbar auch Rivale Revolut bei seinen Amerika-Plänen mit Verzögerungen zu kämpfen hat: „Wir sind noch nicht in den USA gestartet, hoffen aber für die nächsten Monate darauf. Wir sind sehr nah dran“, sagte CEO Nikolay Storonsky. Das klingt nicht zwingend so, als würden die Briten – wie eigentlich angekündigt – noch in diesem Jahr livegehen. Bloomberg/Welt

Kann es sein, dass Giropay (also das umtriebige, nicht mit Paydirekt zu verwechselnde Online-Payment-Schmuddelkind der deutschen Banken) größer ist als Paypal, zumindest in einem Segment? Dieser Gedanke kam uns gestern, als sich die Pressemitteilung „Giropay zum 3. Mal Gewinner des eGovernment Computing Award“ schon auf halbem Wege Richtung Mülltonne befand, bevor  wir im dritten Absatz über folgenden Satz stolperten: „Mittlerweile nutzen [….] Giropay […] schon über 1.500 Städte und Gemeinden – darunter Städte wie München, Düsseldorf oder Stuttgart.“ Das letzte, was wir erinnern (es war gestern Abend leider schon zu spät, die PR-Leute anzurufen …): Paypal versucht seit 2012, mit Kommunen ins Geschäft zu kommen.  Mitte 2016 hatten 70 Städten und Gemeinden angebissen. Inzwischen dürften es ein paar mehr, aber wohl kaum mehr als 1500 sein. Pressemitteilung

Gibt es eigentlich eine neue Zahl, wie viele Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Nein, gibt es nicht. Aber neu ist immerhin, dass die Helaba ihre alte Zahl (mindestens 8000) in ihrer gestern vorgestellten neuen Finanzplatz-Studie bekräftigt hat. Studie im Original (PDF)

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Wie die deutschen Banken den grünen Megatrend verpassen: Wenn heute in Frankfurt der „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann könnte man im ersten Moment meinen, „Green Finance“ sei endlich im Zentrum der deutschen Finanz-Community angekommen ist. Warum dieser Eindruck jedoch täuscht, erklärt unser Gastautor Ralf Breuer: Finanz-Szene.de

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Uiuiui, die Kollegen der einstmals nüchtern-distanzierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben offenbar am Zaubertrank für gut klickende Überschriften genippt: Nachdem neulich schon die PR-Abteilung der Coba beglückt wurde („Commerzbank nimmt sich Spotify zum Vorbild“), kriegen nun die PR-Leute in den Doppeltürmen ihr Zuckerstückchen ab („Wie die Deutsche Bank von Amazon und Airbnb lernt“). Im Kern handelt der Text davon, wie der MIT-Professor Geoffrey Parker die Deutsche Bank bei ihren Plattform-Plänen inspiriert. Interessant zu lesen allemal: FAZ

Wie verändern Google Pay, Apple Pay und die mobile Girocard das Kräfteverhältnis am Point of Sale? Hierüber hat der Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth mit PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk gesprochen: IT-Finanzmagazin

Wissen Sie noch, als wir im März exklusiv berichteten, dass der frühere 1&1-Manager Robert Hoffmann der neue starke Mann bei Concardis wird? Jedenfalls, inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, Herr Hoffmann ist längst in Amt und Würden – und er hat nun Zeit gefunden, den „Die Gesichter der Fintech-Branche“-Fragebogen von „Paymentandbanking“ auszufüllen. PAB-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über den „Mythos Kundenwachstum“ am Beispiel der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

* Nachtrag, 25. September, 14.29 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.

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Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Von Ralf Breuer*

Wenn heute in Frankfurt der zweite „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann handelt es sich auf den ersten Blick um eine Veranstaltung, die voll im Trend liegt: Die Zahl der Teilnehmer hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 150 auf 280 erhöht, die Sponsorenliste ist prominent, mit den Sparkassen und der genossenschaftlichen Union Investment sind die beiden größten  Bankengruppen des Landes vertreten – und die Deutsche Börse als Veranstalter wirbt sogar für die Einrichtung eines „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“

Der erste Eindruck jedoch täuscht. Denn egal, wohin man schaut, ob auf Sparkassen, Volksbanken oder Großbanken  – da, wo es am Ende zählt, also bei den Produkten und im Vertrieb, ist von „Green Finance“ noch kaum etwas zu sehen. Während die GLS als größte deutsche Öko-Bank ihre Bilanzsumme in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht (!) hat und der von ihr initiierte „FairWorldFonds“ auf ein Volumen von eine Mrd. Euro zusteuert, herrscht bei den etablierten Anbietern Flaute:

  • Über die Volks- und Raiffeisenbanken werden gerade einmal vier nachhaltige Fonds der Union Investment vertrieben. Volumen per 21. September: schlappe € 781 Mio Euro
  • Bei der Deka wiederum ist das Angebot so bescheiden, dass einige Sparkassen sogar auf die Produkte anderer Emittenten zurückgreifen
  • Einige deutsche Banken offerierten unterdessen eine Zeit lang nachhaltige Sparbriefe, die aber mehrheitlich aufgrund der unattraktiven Zinsangebote wieder eingestellt wurden

Unterm Strich sind Ökologie, Nachhaltigkeit und Werteorientierung hierzulande immer noch ein Nischenthema. Zur Einordnung: Der Marktanteil der 13 „alternativen“ Banken wird auf lediglich rund 1% geschätzt. Daran wird auch die Gründung des Hamburger Öko-Fintechs Tomorrow erst einmal wenig ändern.

Dieser Befund ist umso bitterer, als „Green Finance“ jenseits der deutschen Grenzen längst ein Megathema ist:

  • Bereits fünf der sieben größten französischen Banken haben Nachhaltigkeit im Fokus ihrer Strategie
  • In fast allen Nachbarländern ist der Marktanteil nachhaltiger Anlagen deutlich höher als in Deutschland
  • Die EU-Kommission verfolgt ein ambitioniertes Programm namens „Commission Action Plan on sustainable finance
  • An der Börse Luxemburg sind bereits mehr als 200 Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug mit einem Volumen von mehr als 100 Mrd. US-Dollar notiert
  • An der Börse London sind rund 80 „Green Bonds“ im Volumen von mehr als 25 Mrd. US-Dollar gelistet. Im Juni 2018 kam allein von der chinesischen ICBC eine Dreifach-Emission in Höhe von 1,58 Mrd. US-Dollar hinzu

Tatsächlich stellen die Finanzaufseher die Klimarisiken für die Banken inzwischen auf eine Stufe mit den Cyberrisiken. Vor diesem Hintergrund ist der angekündigte Ausstieg großer Versicherungskonzerne aus der Finanzierung und Versicherung von Kohle kein Aktionismus, sondern nüchterne Geschäftspolitik. Längst hat das Thema auch die deutsche Industrie und in der Folge die Bilanzen mancher Kreditinstitute erreicht. Bestes Beispiel: Die gesunkenen Restwerte für Dieselfahrzeuge in den Büchern der Autobanken.

Dabei hat der große Rückstand Deutschlands bei „Sustainable Finance“ nicht nur mit der Kreditwirtschaft zu tun, sondern auch damit, dass die Politik – auch wegen der langwierigen Regierungsbildung in Berlin – das Thema zuletzt sträflich vernachlässigt hat. Bezeichnend: Als die Bundesregierung im Juni 2018 zum Entwurf einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aufrief, wurde ausgerechnet der Finanzsektor ausgeklammert  Vor diesem Hintergrund ist der heutige „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ (#SFGD18) bildlich als Einrichtung eines Basislagers zu betrachten, um den Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vorzubereiten und international massive Rückstände aufzuholen.

*Ralf Breuer betreibt den Blog „Investabel“, der sich mit nachhaltiger Finanzwirtschaft und Geldanlage befasst. Hier der Link zu seiner Seite: https://investabel.wordpress.com/

Earlybird und KfW-Fonds* investieren Millionen in deutsche Bitcoin-Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld nun seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte.

Das „Bitwala-Konto“ – das dem Vernehmen nach über den Berliner White-Label-Anbieter Solarisbank läuft – bietet laut von Minckwitz alle wesentlichen Funktionen eines normalen Girokontos, also zum Beispiel SEPA-Überweisungen, Daueraufträge, Geldabheben und Zahlungen per Debitkarte; zudem greift bis zu einer Höhe von 100.000 Euro die gesetzliche Einlagensicherung. Darüber hinaus sollen die Kunden das Konto allerdings auch als Krypto-Wallet nutzen können. „Wer sein Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen umtauschen möchte, muss dafür bislang den Umweg über eine entsprechende Börse – meist im Ausland – gehen. Wir bieten unseren Kunden erstmals an, ihr Geld mit dem Bitwala-Konto in Sekunden von Euro in Bitcoin zu tauschen. Dieses Angebot ist in Deutschland und vermutlich auch weltweit bislang einmalig.“

Nicht nur für die deutsche Krypto-Szene insgesamt, sondern auch für Bitwala ist das Millionen-Funding ein wichtiger Vertrauensbeweis. Das 2016 gegründete Unternehmen hatte bis Ende letzten Jahres nach eigenen Angaben bereits für 80.000 Kunden Bitcoin-Geldtransfers im Volumen von 100 Mio. Euro abgewickelt. Dann aber folgte ein fast existenzieller Rückschlag, als Visa Anfang Januar Hunderttausende Bitcoin-Kreditkarten des in Gibraltar ansässigen Zahlungsdienstleisters Wavecrest sperrte, zu dessen  Kooperationspartner auch Bitwala gehörte. Damit brach das Geschäftsmodell von Bitwala quasi zusammen. Earlybird und Coparion dokumentieren mit ihrem Investment nun, dass sie an einen erfolgreichen Neuanfang glauben.

Wenn man so will, haben die diversen ICO-Skandale der  vergangen Monate also ihr Gutes: Bis vor  einem Jahr hätte ein Finanz-Startup wie Bitwala mutmaßlich wenig Probleme gehabt, über einen Krypto-Börsengang Fundingmittel in zweistelliger Millionenhöhe zu generieren (tatsächlich trugen sich die Berliner zwischenzeitlich mit entsprechenden Plänen). Spätestens seit dem dubiosen ICO des Frankfurter Fintechs Savedroid sind solche Fundings aber zumindest in Deutschland nur noch schwer vorstellbar. Vielmehr müssen junge Unternehmen, auch wenn soe „Bitcoin“ oder „Blockchain“ auf ihre Präsentationen schreiben, statt einer enthusiasmierten Krypto-Crowd jetzt wieder richtige Investoren für sich gewinnen. Das ist deutlich mühsamer – aber stärkt im Erfolgsfall die Glaubwürdigkeit des Geschäftsmodells.

* Nachtrag, 25. September, 14.26 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.