25/09/18: Earlybird steigt bei Bitwala ein, N26 mit Verzug, Barzahlen, Candis, Debitos

Exklusiv: Earlybird und KfW-Fonds* investieren Millionen in deutsche Blockchain-Bank Bitwala

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte. Was das Konto genau kann und warum das Investment ein dringend nötiger Vertrauensbeweis für den gerupften Krypto-Standort Deutschland ist, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Verbriefung durch Tokenisierung von Vermögenswerten – rechtssicher: Durch Tokens ist es möglich, digitale Assets aller Art auf einer Blockchain abzubilden. Hierdurch lassen sich juristisch einwandfrei, schnell und kosteneffizient verschiedene Aktiva transferieren. Als Tech-Unternehmen, das seit vielen Jahren erfolgreich neue Technologien und Methoden entwickelt, unterstützt Sie targens bei Ihrem Tokenisierungs-Vorhaben. Erfahren sie mehr. Und, by the way – we are hiring!

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Immer wenn man meint, die Deutsche Bank würde sich vielleicht so ein bisschen berappeln, folgt die nächste kolossale Peinlichkeit. Diesmal: Die Bafin hat angekündigt, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, der überwachen soll, ob das wichtigste Geldhaus des Landes die angeordneten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung auch wirklich umsetzt. Neue Verfehlungen gibt es angeblich zwar keine, ebenso wenig wie eine Verbindung zu den aktuellen Geldwäsche-Skandalen anderer großer europäischer Geldinstitute (Danske, ING) … – und doch: Die Aktion zeigt wieder einmal, dass die Deutsche Bank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise und trotz unzähliger Skandale, Affären und Strafzahlungen ihre Prozesse immer noch nicht im Griff hat. Und ebenfalls bezeichnend: Es ist wieder einmal die Investmentbanking-Sparte, die das Misstrauen der Aufseher auf sich zieht. Welt, Reuters

Mit heimlicher Freude stellen wir fest, dass unser Gastautor Hans Kraus (hier noch mal sein rekordverdächtig geklickter Beitrag vom vergangenen Dienstag) plötzlich nicht mehr der einzige Experte ist, der den Sinn einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank anzweifelt: Fondsmanager Michael Hünseler („Das wäre ein Zeichen der Verzweiflung“) äußert sich im „Handelsblatt“ (Paywall) jetzt genauso, ebenso wie der Frankfurt-School-of-Finance-Prof Sascha Steffen auf Twitter.

US-Wettlauf zwischen N26 und Revolut mutiert zum Schneckenrennen: Der Amerika-Chef der Berliner Smartphone-Bank, Nicolas Kopp, hat gegenüber „Bloomberg“ noch einmal bestätigt, dass es mit dem eigentlich für dieses Jahr angestrebten Marktstart in den USA nichts mehr wird (siehe hierzu auch unsere Meldung aus dem Frühjahr). Stattdessen soll der Launch im ersten Quartal 2019 erfolgen. Dazu passt, dass offenbar auch Rivale Revolut bei seinen Amerika-Plänen mit Verzögerungen zu kämpfen hat: „Wir sind noch nicht in den USA gestartet, hoffen aber für die nächsten Monate darauf. Wir sind sehr nah dran“, sagte CEO Nikolay Storonsky. Das klingt nicht zwingend so, als würden die Briten – wie eigentlich angekündigt – noch in diesem Jahr livegehen. Bloomberg/Welt

Kann es sein, dass Giropay (also das umtriebige, nicht mit Paydirekt zu verwechselnde Online-Payment-Schmuddelkind der deutschen Banken) größer ist als Paypal, zumindest in einem Segment? Dieser Gedanke kam uns gestern, als sich die Pressemitteilung „Giropay zum 3. Mal Gewinner des eGovernment Computing Award“ schon auf halbem Wege Richtung Mülltonne befand, bevor  wir im dritten Absatz über folgenden Satz stolperten: „Mittlerweile nutzen [….] Giropay […] schon über 1.500 Städte und Gemeinden – darunter Städte wie München, Düsseldorf oder Stuttgart.“ Das letzte, was wir erinnern (es war gestern Abend leider schon zu spät, die PR-Leute anzurufen …): Paypal versucht seit 2012, mit Kommunen ins Geschäft zu kommen.  Mitte 2016 hatten 70 Städten und Gemeinden angebissen. Inzwischen dürften es ein paar mehr, aber wohl kaum mehr als 1500 sein. Pressemitteilung

Gibt es eigentlich eine neue Zahl, wie viele Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Nein, gibt es nicht. Aber neu ist immerhin, dass die Helaba ihre alte Zahl (mindestens 8000) in ihrer gestern vorgestellten neuen Finanzplatz-Studie bekräftigt hat. Studie im Original (PDF)

Geno-Fusion 5.0: Im Sauerland bildet sich die „Vereinigte Volksbank HSK eG“ – doch keiner (und schon gar nicht: der Kunde) soll es merken. Fondsprofessionell

Und da unsere Meldungen, wie Sie merken, eh immer kürzer werden, können wir es jetzt auch ganz kurz machen:

  • In Sachen HSH Nordbank scheint die wichtigste Hürde, die dem Verkauf an Cerberus/Flowers noch im Wege stand, weggeräumt (Wiwo)
  • Die BNP Paribas bleibt Deutschlands größte Depotbank (Citywire)
  • Das Berliner Insurtech Coya ist gestern (Abend?) livegegangen (Website)
  • Die Baader-Bank kooperiert mit dem französischen Research-Haus Alpha Value (Citywire)
  • Das An-der-Supermarkt-Kasse-Geld-abheben-Fintech „Barzahlen“ expandiert nach Österreich (Presse/PDF)
  • Hohes Funding für das SME-Buchhaltungs-Fintech Candis (Deutsche Startups)
  • Der Frankfurter Kredit-Marktplatz Debitos hat faule Kredite der Wiener KA Finanz im Umfang von 17 Mio. Euro vermittelt. (BÖZ/Paywall)

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Wie die deutschen Banken den grünen Megatrend verpassen: Wenn heute in Frankfurt der „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann könnte man im ersten Moment meinen, „Green Finance“ sei endlich im Zentrum der deutschen Finanz-Community angekommen ist. Warum dieser Eindruck jedoch täuscht, erklärt unser Gastautor Ralf Breuer: Finanz-Szene.de

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Uiuiui, die Kollegen der einstmals nüchtern-distanzierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben offenbar am Zaubertrank für gut klickende Überschriften genippt: Nachdem neulich schon die PR-Abteilung der Coba beglückt wurde („Commerzbank nimmt sich Spotify zum Vorbild“), kriegen nun die PR-Leute in den Doppeltürmen ihr Zuckerstückchen ab („Wie die Deutsche Bank von Amazon und Airbnb lernt“). Im Kern handelt der Text davon, wie der MIT-Professor Geoffrey Parker die Deutsche Bank bei ihren Plattform-Plänen inspiriert. Interessant zu lesen allemal: FAZ

Wie verändern Google Pay, Apple Pay und die mobile Girocard das Kräfteverhältnis am Point of Sale? Hierüber hat der Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth mit PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk gesprochen: IT-Finanzmagazin

Wissen Sie noch, als wir im März exklusiv berichteten, dass der frühere 1&1-Manager Robert Hoffmann der neue starke Mann bei Concardis wird? Jedenfalls, inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, Herr Hoffmann ist längst in Amt und Würden – und er hat nun Zeit gefunden, den „Die Gesichter der Fintech-Branche“-Fragebogen von „Paymentandbanking“ auszufüllen. PAB-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über den „Mythos Kundenwachstum“ am Beispiel der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

* Nachtrag, 25. September, 14.28 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.

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25/09/18: Die Bloßstellung der Deutschen Bank, HSH-Deal fast perfekt, KfW setzt auf Blockchain-Bank

Exklusiv: KfW-Fonds* und Earlybird investieren Millionen in deutsche Blockchain-Bank Bitwala

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte. Was das Konto genau kann und warum das Investment ein dringend nötiger Vertrauensbeweis für den gerupften Krypto-Standort Deutschland ist, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Immer wenn man meint, die Deutsche Bank würde sich vielleicht so ein bisschen berappeln, folgt die nächste kolossale Peinlichkeit. Diesmal: Die Bafin hat angekündigt, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, der überwachen soll, ob das wichtigste Geldhaus des Landes die angeordneten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung auch wirklich umsetzt. Neue Verfehlungen gibt es angeblich zwar keine, ebenso wenig wie eine Verbindung zu den aktuellen Geldwäsche-Skandalen anderer großer europäischer Geldinstitute (Danske, ING) … – und doch: Die Aktion zeigt wieder einmal, dass die Deutsche Bank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise und trotz unzähliger Skandale, Affären und Strafzahlungen ihre Prozesse immer noch nicht im Griff hat. Und ebenfalls bezeichnend: Es ist wieder einmal die Investmentbanking-Sparte, die das Misstrauen der Aufseher auf sich zieht. Welt, Reuters

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US-Wettlauf zwischen N26 und Revolut mutiert zum Schneckenrennen: Der Amerika-Chef der Berliner Smartphone-Bank, Nicolas Kopp, hat gegenüber „Bloomberg“ noch einmal bestätigt, dass es mit dem eigentlich für dieses Jahr angestrebten Marktstart in den USA nichts mehr wird (siehe hierzu auch unsere Meldung aus dem Frühjahr). Stattdessen soll der Launch im ersten Quartal 2019 erfolgen. Dazu passt, dass offenbar auch Rivale Revolut bei seinen Amerika-Plänen mit Verzögerungen zu kämpfen hat: „Wir sind noch nicht in den USA gestartet, hoffen aber für die nächsten Monate darauf. Wir sind sehr nah dran“, sagte CEO Nikolay Storonsky. Das klingt nicht zwingend so, als würden die Briten – wie eigentlich angekündigt – noch in diesem Jahr livegehen. Bloomberg/Welt

Kann es sein, dass Giropay (also das umtriebige, nicht mit Paydirekt zu verwechselnde Online-Payment-Schmuddelkind der deutschen Banken) größer ist als Paypal, zumindest in einem Segment? Dieser Gedanke kam uns gestern, als sich die Pressemitteilung „Giropay zum 3. Mal Gewinner des eGovernment Computing Award“ schon auf halbem Wege Richtung Mülltonne befand, bevor  wir im dritten Absatz über folgenden Satz stolperten: „Mittlerweile nutzen [….] Giropay […] schon über 1.500 Städte und Gemeinden – darunter Städte wie München, Düsseldorf oder Stuttgart.“ Das letzte, was wir erinnern (es war gestern Abend leider schon zu spät, die PR-Leute anzurufen …): Paypal versucht seit 2012, mit Kommunen ins Geschäft zu kommen.  Mitte 2016 hatten 70 Städten und Gemeinden angebissen. Inzwischen dürften es ein paar mehr, aber wohl kaum mehr als 1500 sein. Pressemitteilung

Gibt es eigentlich eine neue Zahl, wie viele Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Nein, gibt es nicht. Aber neu ist immerhin, dass die Helaba ihre alte Zahl (mindestens 8000) in ihrer gestern vorgestellten neuen Finanzplatz-Studie bekräftigt hat. Studie im Original (PDF)

Geno-Fusion 5.0: Im Sauerland bildet sich die „Vereinigte Volksbank HSK eG“ – doch keiner (und schon gar nicht: der Kunde) soll es merken. Fondsprofessionell

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  • In Sachen HSH Nordbank scheint die wichtigste Hürde, die dem Verkauf an Cerberus/Flowers noch im Wege stand, weggeräumt (Wiwo)
  • Die BNP Paribas bleibt Deutschlands größte Depotbank (Citywire)
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  • Das An-der-Supermarkt-Kasse-Geld-abheben-Fintech „Barzahlen“ expandiert nach Österreich (Presse/PDF)
  • Hohes Funding für das SME-Buchhaltungs-Fintech Candis (Deutsche Startups)
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Wie die deutschen Banken den grünen Megatrend verpassen: Wenn heute in Frankfurt der „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann könnte man im ersten Moment meinen, „Green Finance“ sei endlich im Zentrum der deutschen Finanz-Community angekommen ist. Warum dieser Eindruck jedoch täuscht, erklärt unser Gastautor Ralf Breuer: Finanz-Szene.de

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Uiuiui, die Kollegen der einstmals nüchtern-distanzierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben offenbar am Zaubertrank für gut klickende Überschriften genippt: Nachdem neulich schon die PR-Abteilung der Coba beglückt wurde („Commerzbank nimmt sich Spotify zum Vorbild“), kriegen nun die PR-Leute in den Doppeltürmen ihr Zuckerstückchen ab („Wie die Deutsche Bank von Amazon und Airbnb lernt“). Im Kern handelt der Text davon, wie der MIT-Professor Geoffrey Parker die Deutsche Bank bei ihren Plattform-Plänen inspiriert. Interessant zu lesen allemal: FAZ

Wie verändern Google Pay, Apple Pay und die mobile Girocard das Kräfteverhältnis am Point of Sale? Hierüber hat der Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth mit PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk gesprochen: IT-Finanzmagazin

Wissen Sie noch, als wir im März exklusiv berichteten, dass der frühere 1&1-Manager Robert Hoffmann der neue starke Mann bei Concardis wird? Jedenfalls, inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, Herr Hoffmann ist längst in Amt und Würden – und er hat nun Zeit gefunden, den „Die Gesichter der Fintech-Branche“-Fragebogen von „Paymentandbanking“ auszufüllen. PAB-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über den „Mythos Kundenwachstum“ am Beispiel der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

* Nachtrag, 25. September, 14.29 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.

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Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Von Ralf Breuer*

Wenn heute in Frankfurt der zweite „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann handelt es sich auf den ersten Blick um eine Veranstaltung, die voll im Trend liegt: Die Zahl der Teilnehmer hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 150 auf 280 erhöht, die Sponsorenliste ist prominent, mit den Sparkassen und der genossenschaftlichen Union Investment sind die beiden größten  Bankengruppen des Landes vertreten – und die Deutsche Börse als Veranstalter wirbt sogar für die Einrichtung eines „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“

Der erste Eindruck jedoch täuscht. Denn egal, wohin man schaut, ob auf Sparkassen, Volksbanken oder Großbanken  – da, wo es am Ende zählt, also bei den Produkten und im Vertrieb, ist von „Green Finance“ noch kaum etwas zu sehen. Während die GLS als größte deutsche Öko-Bank ihre Bilanzsumme in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht (!) hat und der von ihr initiierte „FairWorldFonds“ auf ein Volumen von eine Mrd. Euro zusteuert, herrscht bei den etablierten Anbietern Flaute:

  • Über die Volks- und Raiffeisenbanken werden gerade einmal vier nachhaltige Fonds der Union Investment vertrieben. Volumen per 21. September: schlappe € 781 Mio Euro
  • Bei der Deka wiederum ist das Angebot so bescheiden, dass einige Sparkassen sogar auf die Produkte anderer Emittenten zurückgreifen
  • Einige deutsche Banken offerierten unterdessen eine Zeit lang nachhaltige Sparbriefe, die aber mehrheitlich aufgrund der unattraktiven Zinsangebote wieder eingestellt wurden

Unterm Strich sind Ökologie, Nachhaltigkeit und Werteorientierung hierzulande immer noch ein Nischenthema. Zur Einordnung: Der Marktanteil der 13 „alternativen“ Banken wird auf lediglich rund 1% geschätzt. Daran wird auch die Gründung des Hamburger Öko-Fintechs Tomorrow erst einmal wenig ändern.

Dieser Befund ist umso bitterer, als „Green Finance“ jenseits der deutschen Grenzen längst ein Megathema ist:

  • Bereits fünf der sieben größten französischen Banken haben Nachhaltigkeit im Fokus ihrer Strategie
  • In fast allen Nachbarländern ist der Marktanteil nachhaltiger Anlagen deutlich höher als in Deutschland
  • Die EU-Kommission verfolgt ein ambitioniertes Programm namens „Commission Action Plan on sustainable finance
  • An der Börse Luxemburg sind bereits mehr als 200 Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug mit einem Volumen von mehr als 100 Mrd. US-Dollar notiert
  • An der Börse London sind rund 80 „Green Bonds“ im Volumen von mehr als 25 Mrd. US-Dollar gelistet. Im Juni 2018 kam allein von der chinesischen ICBC eine Dreifach-Emission in Höhe von 1,58 Mrd. US-Dollar hinzu

Tatsächlich stellen die Finanzaufseher die Klimarisiken für die Banken inzwischen auf eine Stufe mit den Cyberrisiken. Vor diesem Hintergrund ist der angekündigte Ausstieg großer Versicherungskonzerne aus der Finanzierung und Versicherung von Kohle kein Aktionismus, sondern nüchterne Geschäftspolitik. Längst hat das Thema auch die deutsche Industrie und in der Folge die Bilanzen mancher Kreditinstitute erreicht. Bestes Beispiel: Die gesunkenen Restwerte für Dieselfahrzeuge in den Büchern der Autobanken.

Dabei hat der große Rückstand Deutschlands bei „Sustainable Finance“ nicht nur mit der Kreditwirtschaft zu tun, sondern auch damit, dass die Politik – auch wegen der langwierigen Regierungsbildung in Berlin – das Thema zuletzt sträflich vernachlässigt hat. Bezeichnend: Als die Bundesregierung im Juni 2018 zum Entwurf einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aufrief, wurde ausgerechnet der Finanzsektor ausgeklammert  Vor diesem Hintergrund ist der heutige „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ (#SFGD18) bildlich als Einrichtung eines Basislagers zu betrachten, um den Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vorzubereiten und international massive Rückstände aufzuholen.

*Ralf Breuer betreibt den Blog „Investabel“, der sich mit nachhaltiger Finanzwirtschaft und Geldanlage befasst. Hier der Link zu seiner Seite: https://investabel.wordpress.com/

Earlybird und KfW-Fonds* investieren Millionen in deutsche Bitcoin-Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld nun seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte.

Das „Bitwala-Konto“ – das dem Vernehmen nach über den Berliner White-Label-Anbieter Solarisbank läuft – bietet laut von Minckwitz alle wesentlichen Funktionen eines normalen Girokontos, also zum Beispiel SEPA-Überweisungen, Daueraufträge, Geldabheben und Zahlungen per Debitkarte; zudem greift bis zu einer Höhe von 100.000 Euro die gesetzliche Einlagensicherung. Darüber hinaus sollen die Kunden das Konto allerdings auch als Krypto-Wallet nutzen können. „Wer sein Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen umtauschen möchte, muss dafür bislang den Umweg über eine entsprechende Börse – meist im Ausland – gehen. Wir bieten unseren Kunden erstmals an, ihr Geld mit dem Bitwala-Konto in Sekunden von Euro in Bitcoin zu tauschen. Dieses Angebot ist in Deutschland und vermutlich auch weltweit bislang einmalig.“

Nicht nur für die deutsche Krypto-Szene insgesamt, sondern auch für Bitwala ist das Millionen-Funding ein wichtiger Vertrauensbeweis. Das 2016 gegründete Unternehmen hatte bis Ende letzten Jahres nach eigenen Angaben bereits für 80.000 Kunden Bitcoin-Geldtransfers im Volumen von 100 Mio. Euro abgewickelt. Dann aber folgte ein fast existenzieller Rückschlag, als Visa Anfang Januar Hunderttausende Bitcoin-Kreditkarten des in Gibraltar ansässigen Zahlungsdienstleisters Wavecrest sperrte, zu dessen  Kooperationspartner auch Bitwala gehörte. Damit brach das Geschäftsmodell von Bitwala quasi zusammen. Earlybird und Coparion dokumentieren mit ihrem Investment nun, dass sie an einen erfolgreichen Neuanfang glauben.

Wenn man so will, haben die diversen ICO-Skandale der  vergangen Monate also ihr Gutes: Bis vor  einem Jahr hätte ein Finanz-Startup wie Bitwala mutmaßlich wenig Probleme gehabt, über einen Krypto-Börsengang Fundingmittel in zweistelliger Millionenhöhe zu generieren (tatsächlich trugen sich die Berliner zwischenzeitlich mit entsprechenden Plänen). Spätestens seit dem dubiosen ICO des Frankfurter Fintechs Savedroid sind solche Fundings aber zumindest in Deutschland nur noch schwer vorstellbar. Vielmehr müssen junge Unternehmen, auch wenn soe „Bitcoin“ oder „Blockchain“ auf ihre Präsentationen schreiben, statt einer enthusiasmierten Krypto-Crowd jetzt wieder richtige Investoren für sich gewinnen. Das ist deutlich mühsamer – aber stärkt im Erfolgsfall die Glaubwürdigkeit des Geschäftsmodells.

* Nachtrag, 25. September, 14.26 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.