31/10/18: Die Wahrheit über Paydirekt, Fintech-Studie der Dt. Bank, 20 Mio. € für Insurtech

Exklusiv: Nur 40.000 Transaktionen im Monat – was wird jetzt aus Paydirekt?

Eines der spannendsten Geheimnisse in der deutschen Finanzbranche scheint gelüftet – die Nutzerzahlen von Paydirekt. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gab ein hochrangiger Sparkassen-Manager die Anzahl der Bezahlvorgänge jüngst bei einer Podiums-Veranstaltung auf Nachfrage  hin preis: Es seien rund 40.000 Stück pro Monat – eine Darstellung, die der DSGV  gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Damit bewahrheiten sich Befürchtungen, dass die Marktanteile des bankeneigenen Paypal-Klons auch vier Jahre nach dessen Gründung noch immer marginal sind. Denn zum Vergleich: Bei Paypal dürfte die Zahl der monatlichen Transaktionen hierzulande im zweistelligen Mio-Bereich liegen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte – inklusive Ertragsberechnungen, brandneuen Verlustzahlen und der Frage, was nun aus Paydirekt werden soll: Finanz-Szene.de

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News

Bei Cominvest, dem Robo-Advisor der Comdirect, sind die „Assets under Management“ im dritten Quartal von knapp 350 Mio. Euro auf rund 400 Mio. Euro gestiegen, was aus unserer Sicht dreierlei lehrt: 1.) Die Commerzbank-Tochter aus Quickborn festigt im deutschen Robo-Ranking Platz zwei hinter Scalable Capital; 2.) Auch in schwachen Börsen-Quartalen legen die Robo-AuMs tendenziell zu, allerdings beileibe nicht so stark, dass man von einem imposanten oder gar von einem exponentiellen Wachstum sprechen könnte; und 3.) Dass auch die Frankfurter Mutter ihre Kunden seit Anfang Juli offiziell/angeblich zu Cominvest durchleitet, spiegelt sich in den Q3-Zahlen nicht wirklich wider. Mag daran liegen, dass man schon wirklich seeeehr gut suchen muss, um die entsprechende Verlinkung auf der Homepage der Commerzbank zu finden. Pressemitteilung

Wo wir schon mal dabei sind, hier noch kurz die Comdirect-Zahlen: 160.000 Neukunden von Januar bis September (wir finden: verblüffend viel). 64,3 Mio. Euro Vorsteuergewinn von Januar bis September (wir finden: gäääääääähn). Pressemitteilung

Zu den vielen Dingen, die uns an Wirecard faszinieren, gehört auch der Umstand, dass der Dax-Aufsteiger (zumindest gefühlt) achtmal jährlich Quartalszahlen veröffentlicht: … und so kamen also gestern die Q3-Zahlen, die eigentlich erst Mitte November kommen sollten (bzw. dann in detaillierter Form nochmals kommen werden) … und natürlich fielen die Zahlen mal wieder so gut aus, dass die ARD den Zahlungsdienstleister „auf der perfekten Welle“ wähnt. Na, wenn die gebührenfinanzierten Kollegen das so sagen, wird’s schon stimmen. ARD, Financial Times (Paywall)

Wir müssten lügen, wenn wir behaupten würden, jemals vom Berliner Insurtech Omnius gehört zu haben, das (wenn wir es richtig verstehen) Versicherern auf KI-Basis bei der Verwaltung von Dokumenten hilft (oder so ähnlich). Jedenfalls: Ebendieses Startup hat gestern mitgeteilt, man habe bei namhaften Investoren knapp 20 Mio. Euro eingeworben, womit Omnius (wir finden auch die Schreibweise „Omni:us“) auf einen Schlag zu den bestfinanzierten deutschen Versicherungs-Fintechs gezählt werden muss. Wobei: Das gilt natürlich nur, wenn man in der Firma auch tatsächlich ein Insurtech sehen will und kein KI-Startup, das sich auf Dienstleistungen für Versicherer spezialisiert hat. Mal wieder alles furchtbar kompliziert. TechCrunch

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31/10/18: Die Wahrheit über Paydirekt, Coba lässt Comdirect hängen, Faszinosum Wirecard

Exklusiv: Nur 40.000 Transaktionen im Monat – was wird jetzt aus Paydirekt?

Eines der spannendsten Geheimnisse in der deutschen Finanzbranche scheint gelüftet – die Nutzerzahlen von Paydirekt. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gab ein hochrangiger Sparkassen-Manager die Anzahl der Bezahlvorgänge jüngst bei einer Podiums-Veranstaltung auf Nachfrage  hin preis: Es seien rund 40.000 Stück pro Monat – eine Darstellung, die der DSGV  gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Damit bewahrheiten sich Befürchtungen, dass die Marktanteile des bankeneigenen Paypal-Klons auch vier Jahre nach dessen Gründung noch immer marginal sind. Denn zum Vergleich: Bei Paypal dürfte die Zahl der monatlichen Transaktionen hierzulande im zweistelligen Mio-Bereich liegen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte – inklusive Ertragsberechnungen, brandneuen Verlustzahlen und der Frage, was nun aus Paydirekt werden soll: Finanz-Szene.de

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Bei Cominvest, dem Robo-Advisor der Comdirect, sind die „Assets under Management“ im dritten Quartal von knapp 350 Mio. Euro auf rund 400 Mio. Euro gestiegen, was aus unserer Sicht dreierlei lehrt: 1.) Die Commerzbank-Tochter aus Quickborn festigt im deutschen Robo-Ranking Platz zwei hinter Scalable Capital; 2.) Auch in schwachen Börsen-Quartalen legen die Robo-AuMs tendenziell zu, allerdings beileibe nicht so stark, dass man von einem imposanten oder gar von einem exponentiellen Wachstum sprechen könnte; und 3.) Dass auch die Frankfurter Mutter ihre Kunden seit Anfang Juli offiziell/angeblich zu Cominvest durchleitet, spiegelt sich in den Q3-Zahlen nicht wirklich wider. Mag daran liegen, dass man schon wirklich seeeehr gut suchen muss, um die entsprechende Verlinkung auf der Homepage der Commerzbank zu finden. Pressemitteilung

Wo wir schon mal dabei sind, hier noch kurz die Comdirect-Zahlen: 160.000 Neukunden von Januar bis September (wir finden: verblüffend viel). 64,3 Mio. Euro Vorsteuergewinn von Januar bis September (wir finden: gäääääääähn). Pressemitteilung

Zu den vielen Dingen, die uns an Wirecard faszinieren, gehört auch der Umstand, dass der Dax-Aufsteiger (zumindest gefühlt) achtmal jährlich Quartalszahlen veröffentlicht: … und so kamen also gestern die Q3-Zahlen, die eigentlich erst Mitte November kommen sollten (bzw. dann in detaillierter Form nochmals kommen werden) … und natürlich fielen die Zahlen mal wieder so gut aus, dass die ARD den Zahlungsdienstleister „auf der perfekten Welle“ wähnt. Na, wenn die gebührenfinanzierten Kollegen das so sagen, wird’s schon stimmen. ARD, Financial Times (Paywall)

Die Aufseher von der Bafin, so lesen wir in befreundeten Medien, hätten gegen die neue Super-Sparkassen-Landesbank (die ja eh nicht kommen wird) nichts einzuwenden, die Gewerkschafter von Verdi aber sehr wohl: Fragt sich, welche der beiden „Nachrichten“ weniger überraschend ist. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

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Verhindert die GDPR (also das, was in Deutschland DSGVO heißt) den Durchbruch der Blockchain in Europa? Diese These stellt zumindest ein Autor des US-Magazins „Forbes“ auf. forbes.com

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Nur 40.000 Transaktionen monatlich – was wird jetzt aus Paydirekt?

Von Heinz-Roger Dohms

Eines der spannendsten Geheimnisse in der deutschen Finanzbranche scheint gelüftet – die Nutzerzahlen von Paydirekt. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gab ein hochrangiger Sparkassen-Manager die Anzahl der Bezahlvorgänge jüngst bei einer Podiums-Veranstaltung auf Nachfrage  hin preis: Es seien rund 40.000 Stück pro Monat – eine Darstellung, die der DSGV  gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Eine Sprecherin von Paydirekt wollte sich gestern nicht äußern.

Damit bewahrheiten sich Befürchtungen in der Branche, dass die Marktanteile des deutschen Paypal-Klons auch vier Jahre nach dessen Gründung noch immer verschwindend gering sind. Zur groben Einordnung: Der US-Konkurrent Paypal gibt für Deutschland zwar keinerlei Transaktionsdaten bekannt, kam allerdings global im dritten Quartal nach eigenen Angaben auf 2,5 Mrd. Transaktionen. Von den weltweit 254 Mio. aktiven Paypal-Kunden (aktiv heißt: mindestens eine Transaktion in den vergangenen zwölf Monaten) kommen 20,5 Mio. aus Deutschland – also etwa jeder zwölfte. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die hiesigen Paypal-Nutzer weniger aktiv sind als in anderen Ländern, käme man, wenn man die 2,5 Mrd. Transaktionen durch, sagen wir, 25 teilt (statt durch 12) immer noch auf 100 Mio. Bezahlvorgänge im Quartal und also rund 33 Mio. pro Monat. Das wären dann 800-mal so viele wie bei Paydirekt.

Handelsexperten gehen davon aus, dass der durchschnittliche Warenkorb im deutschen E-Commerce-Handel irgendwo zwischen 55 und 75 Euro liegt (hierauf verweisen diverse Erhebungen wie die des „Centre for Retail Research“). Legt man diese Werte für Paydirekt zugrunde, so würden mit der Bezahlmethode – auf Basis der genannten 40.000 Transaktionen – gerade einmal Einkäufe in Höhe von maximal 3 Mio. Euro monatlich getätigt. Angenommen, der durchschnittliche Händler führt 1% der Rechnungssumme an Paydirekt ab, so ergäbe sich ein monatlicher Umsatz von 30.000 Euro; hinzu kommen noch einmal Gebühren von 19 Cent je Transaktion, also weitere knapp 8000 Euro. Macht annualisierte Erträge vor Kosten von rund 450.000 Euro – bzw. ein bisschen mehr, wenn man fairerweise berücksichigt, dass die Geschäfte im vierten Quartal wegen  Weihnachten deutlich anziehen.

Die schwache Akzeptanz bei den Nutzern wirft die Frage nach der Zukunft des einstigen Vorzeigeprojekts der deutschen Kreditwirtschaft auf. Vor gut einem Jahr war aus dem Sparkassenlager der Ruf nach einer spektakulären Kapitalerhöhung für Paydirekt laut geworden – von bis zu 300 Mio. Euro war damals die Rede. Nach allem, was die Öffentlichkeit weiß, hat der Online-Bezahldienst bislang allerdings keine Finanzspritze erhalten. Von Bankenseite äußerte sich zuletzt Thomas Ullrich, der zuständige Vorstand der genossenschaftlichen DZ Bank, zu dem Thema. Seinen Angaben zufolge soll das Funding für Paydirekt bis Jahresende stehen. Allerdings stellte Ullrich auch klar: „Ich kann Ihnen für die genossenschaftliche Finanzgruppe sagen, dass wir nicht 100 Mio. Euro investieren werden, sondern sehr viel weniger.“ Wenn man davon ausgeht, dass sich der Sparkassensektor, die Genobanken und die privaten Kreditinstitute paritätisch an einer Kapitalerhöhung beteiligen, würde diese also nach jetzigem Stand deutlich unter 300 Mio. Euro liegen.

Wie viel Geld das Projekt bislang verschlungen hat ist unklar. Allerdings lassen Zahlen, auf die „Finanz-Szene.de“ im Bundesanzeiger gestoßen ist, darauf schließen, dass es längst um einen gehobenen zweistelligen Millionenbetrag gehen dürfte. Konkret handelt es sich bei dem seit Mitte Oktober öffentlich einsehbaren Dokument um den 2017er-Abschluss der „GIZS GmbH & Co. KG“ – das ist jene Gesellschaft, die nach eigenen Angaben „den Betrieb und die Weiterentwicklung“ von Paydirekt innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe koordiniert und sich „den Ausbau der Marktposition auf der Privatkunden- und Händlerkundenseite“ auf die Fahnen geschrieben hat.

Dem Registerauszug zufolge häufte allein diese Firma im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 12,0 Mio. Euro an – zusätzlich zu einem Verlustvortrag von 10,4 Mio. Euro. Der negative operative Cashflow belief sich 2017 sogar auf 17,8 Mio. Euro, für dieses Jahr kalkuliert die Gesellschaft mit einem negativen Gesamt-Cashflow von 14,0 Mio. Euro.  Nicht ganz klar ist, woher die Fehlbeträge rühren – denn personell ist die GIZS mit zuletzt 18 Mitarbeitern eher dürftig ausgestattet. Im vergangenen Jahr hatten „Finanz-Szene.de“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass Banken und Sparkassen angeblich hohe Zuschüsse an große Händler zahlen sollen, damit diese Paydirekt einbinden; allein im Zusammenhang mit dem Otto-Konzern war von gut 10 Mio. Euro die Rede.

Insidern zufolge sollen diese Zahlen mitverantwortlich für die Fehlbeträge der GIZS sein. Der Deutsche Sparkassenverlag, der gemeinsam mit der Helaba und der LBBW hinter der GIZS steht, teilt hierzu mit: „Die Aufwendungen für das Bezahlverfahren Paydirekt werden paritätisch innerhalb der drei Kreditsäulen aufgeteilt. Insofern trägt die Sparkassen-Finanzgruppe über die GIZS auch ein Drittel der auf der Ebene der Paydirekt GmbH anfallenden Kosten für u. a. Aufbau und Weiterentwicklung des Bezahlverfahrens, Vermarktung etc.“ Klar scheint immerhin zu sein, dass Verluste, die bei Paydirekt (möglicherweise) direkt anfallen, in den Zahlen der GIZS nicht auftauchen. Hierzu heißt es: „Eine direkte Beteiligung der GIZS an den Verlusten der Paydirekt besteht nicht.“

30/10/18: Buffetts große Fintech-Wette, Der nächste Robo, Sewings Bullshit-Ausraster

Das „Basta“ des Deutsche-Bank-Chefs heißt „Bullshit“

Wenn die Deutsche Bank ein Zitat ihres Vorstandschefs einfangen muss – dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Das war damals bei Ackermann so, der angeblich gesagt hatte, er würde sich „schämen“ Staatshilfe anzunehmen (während die Bank darauf beharrte, er habe „Es wäre eine Schande“ gesagt). Und das war gestern Vormittag so, als die Meldung kursierte, Christian Sewing hätte die Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank als „Bullshit“ bezeichnet. Tatsächlich soll es wohl so gewesen sein, dass der Deutsche-Bank-CEO bei einer Telefonkonferenz mit Führungskräften weder die Idee als solche noch die Spekulationen darüber mit dem Kraftausdruck belegt hat – sondern den Umstand, dass einige seine Leute geneigt sind, die Fusionsgerüchte als Ausrede für ihre eigene schwache Performance zu nehmen (was der Jäger Sewing so gar nicht abkann). Also alles halb so wild. Die Moral von der Gschicht? Die ersten 200 Tage im Amt haben den obersten Deutschbanker offenbar ein bisschen dünnhäutig werden lassen. Wer will es ihm verdenken? Financial Times (Paywall), FAZ, Manager Magazin, Süddeutsche

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News

Hauck & Aufhäuser startet Edel-Robo: Das Angebot heißt „Zeedin“, folgt dem Hybridansatz (also mit menschlicher Beratungskomponente), hat eine Einstiegshürde von 50.000 Euro, wurde gebaut mithilfe des Schweizer Fintechs Crealogix – und ist, wenn wir uns nicht verzählt haben, bereits der zweite digitale Vermögensverwalter unter dem Dach der Frankfurter Privatbank. Oder gehört Easyfolio nicht mehr zu Hauck & Aufhäuser? Extra-Funds, Pressemitteilung

Die Deutsche Börse hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal um rund 20% auf 395 Mio. Euro gesteigert: … was nicht verwundert, wenn man bedenkt, was da draußen zuletzt an den Märkten los war. n-tv

Warum Warren Buffett erstaunliche 600 Mio. Dollar (!) in zwei Fintechs investiert: … von denen freilich keines aus Deutschland kommt, sondern eines aus Brasilien und eines aus Indien. WSJ.com, Marketwatch

That’s not news

Wie immer dienstags ein kurzer Überblick über die Nachrichten vom Wochenende:

  • Anders als wir letzte Woche unter Verweis auf den „Spiegel“ berichteten, hat sich nun doch nicht PwC das Wirtschaftsprüfungsmandat bei der Deutschen Bank gesichert sondern Ernst & Young. Börsen-Zeitung
  • Der DSGV-Präsident ist für seine Pläne einer neuen Super-Sparkassen-Landesbank (aus Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp) gleich mal ordentlich abgewatscht worden: „Träumen Sie weiter, Herr Schleweis“, schreibt Kollege Wittkowski in der „Börsen-Zeitung“ (Paywall), während Kollegin Schreiber von der „Süddeutschen“ meint, die Idee sei „zum Scheitern verurteilt“. (diejenigen, die das Ganze letzte Woche geleakt haben, werden es gerne lesen)
  • Dazu passt, dass sich zwei der drei LBBW-Eigner (nämlich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart) gleich mal gegen die Pläne stellen: … womit wir aber keineswegs insinuieren wollen, dass in Schwaben das Leak zu suchen sei. dpa/onvista, Handelsblatt (Paywall)

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Sind die Robo-Adviser so rational, wie es ihre Programmierer glauben machen wollen? Nicht unbedingt, sagt DZ-Bank-Vordenker Dirk Elsner (und auch, wenn Elsner es nur andeutet: Vielleicht ist das ja ein Grund, warum die meisten digitalen Vermögensverwalter hierzulande bislang nur Kleckerbeträge einsammeln). Capital

Wie funktioniert Near-Field-Communication? Teil 3 der kleinen Erklärbär-Serie von Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

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30/10/18: Sewings „Bullshit“-Ausraster, Dt. Börse glänzt in Q3, LBBW gegen Großfusion

Das „Basta“ des Deutsche-Bank-Chefs heißt „Bullshit“

Wenn die Deutsche Bank ein Zitat ihres Vorstandschefs einfangen muss – dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Das war damals bei Ackermann so, der angeblich gesagt hatte, er würde sich „schämen“ Staatshilfe anzunehmen (während die Bank darauf beharrte, er habe „Es wäre eine Schande“ gesagt). Und das war gestern Vormittag so, als die Meldung kursierte, Christian Sewing hätte die Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank als „Bullshit“ bezeichnet. Tatsächlich soll es wohl so gewesen sein, dass der Deutsche-Bank-CEO bei einer Telefonkonferenz mit Führungskräften weder die Idee als solche noch die Spekulationen darüber mit dem Kraftausdruck belegt hat – sondern den Umstand, dass einige seine Leute geneigt sind, die Fusionsgerüchte als Ausrede für ihre eigene schwache Performance zu nehmen (was der Jäger Sewing so gar nicht abkann). Also alles halb so wild. Die Moral von der Gschicht? Die ersten 200 Tage im Amt haben den obersten Deutschbanker offenbar ein bisschen dünnhäutig werden lassen. Wer will es ihm verdenken? Financial Times (Paywall), FAZ, Manager Magazin, Süddeutsche

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Die Deutsche Börse hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal um rund 20% auf 395 Mio. Euro gesteigert: … was nicht verwundert, wenn man bedenkt, was da draußen zuletzt an den Märkten los war. n-tv

Nachdem das Wealth Management der Berenberg-Bank binnen nicht einmal 12 Monaten schon den zweiten Co-Chef bzw. die zweite Co-Chefin verloren hat (erst Oliver Holtz, nun Angela Müller-Valkyser), soll der verbliebene Chef Dirk Wehmhöner die Sparte künftig alleine führen. Private Banking Magazin

Hauck & Aufhäuser startet Edel-Robo: Das Angebot heißt „Zeedin“, folgt dem Hybridansatz (also mit menschlicher Beratungskomponente), hat eine Einstiegshürde von 50.000 Euro, wurde gebaut mithilfe des Schweizer Fintechs Crealogix – und ist, wenn wir uns nicht verzählt haben, bereits der zweite digitale Vermögensverwalter unter dem Dach der Frankfurter Privatbank. Oder gehört Easyfolio nicht mehr zu Hauck & Aufhäuser? Extra-Funds, Pressemitteilung

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Wie immer dienstags ein kurzer Überblick über die Nachrichten vom Wochenende:

  • Anders als wir letzte Woche unter Verweis auf den „Spiegel“ berichteten, hat sich nun doch nicht PwC das Wirtschaftsprüfungsmandat bei der Deutschen Bank gesichert sondern Ernst & Young. Börsen-Zeitung
  • Der DSGV-Präsident ist für seine Pläne einer neuen Super-Sparkassen-Landesbank (aus Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp) gleich mal ordentlich abgewatscht worden: „Träumen Sie weiter, Herr Schleweis“, schreibt Kollege Wittkowski in der „Börsen-Zeitung“ (Paywall), während Kollegin Schreiber von der „Süddeutschen“ meint, die Idee sei „zum Scheitern verurteilt“. (diejenigen, die das Ganze letzte Woche geleakt haben, werden es gerne lesen)
  • Dazu passt, dass sich zwei der drei LBBW-Eigner (nämlich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart) gleich mal gegen die Pläne stellen: … womit wir aber keineswegs insinuieren wollen, dass in Schwaben das Leak zu suchen sei. dpa/onvista, Handelsblatt (Paywall)
  • Der gefühlte Postbank-Chef Frank Strauß (der ja eigentlich längst Chef der neu geschaffenen Deutsche-Bank-Privatkunden-Einheit ist) hat in einem „FAS“-Interview einen Satz gesagt, der sich fast so liest, als müssten sich die Kunden auf weitere Gebührenerhöhungen gefasst machen: „Der deutsche Markt normalisiert sich, überall führen Banken – auch die Direktbanken – Gebühren für Girokonten ein.“ FAZ

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Vom Ertragsgaranten zum Problemfall – Der dramatische Abstieg der DWS

Von Heinz-Roger Dohms

Vor neun Monaten galt die DWS noch als großer Hoffnungsträger der Deutschen Bank. Nun ist sie einer ihrer Problemfälle. „Finanz-Szene.de“ zeichnet den Abstieg nach. Ein Drama in sieben Akten:

Akt 1 (25. Januar): Während Medien die DWS für ihre Nettozuflüsse feiern, werfen die 2017er-Zahlen bei genauerer Betrachtung reichlich Fragen auf.

Newsletter 26/01/18: Ist die DWS wirklich IPO-reif?, Goldman/Coba, Der 80-Mrd.-Schatz

2. Akt (12. März): Die Deutsche Bank teilt mit, dass sie beim Emissionspreis für die DWS Abschläge machen will. Die IPO-Story beginnt zu bröckeln.

13/03/18: DWS wird zum Discount-IPO, N26 kurz vor Mega-Funding, Der künftige Goldman-Chef

3. Akt (21. März): Dichtung und Wahrheit klaffen immer weiter auseinander. Von „gut gefüllten Orderbüchern“ und einer „Überzeichnung der Emission“ ist zu lesen – doch in Wirklichkeit geht die DWS nicht an die Börse, sondern sie kriecht.

An uns (den Medien), liebe Deutsche Bank und liebe DWS, hat es ganz sicher nicht gelegen …

4. Akt (26. April): Hohe Abflüsse, steigende Kosten, Kundenflucht im Heimatmarkt: Die Q1-Zahlen der Deutschen Bank legen die Probleme bei der DWS erstmals schonungslos offen.

Liebe Deutsche Bank, nimm es uns bitte, bitte nicht übel – aber:

5. Akt (25. Juli): Wer auf eine Besserung  gehofft hatte, wird enttäuscht. Im zweiten Quartalen haben sich die Probleme der DWS sogar noch einmal verschärft.

Asset Manager DWS warns 2018 investment inflow target in doubt (Financial Times; Paywall)

Dt. Bank kommt nicht zur Ruhe – Fondstochter sorgt für lange Gesichter (Reuters)

6. Akt (6. September): Nach Henning Gebhardt wechselt mit Tim Albrecht ein weiterer bekannter DWS-Manager zu Berenberg. Im Haus herrscht Entsetzen.

07/09/18: BdB-Chef düpiert Dt. Bank, Entsetzen in der DWS, Oranje-Banken kapern deutschen Markt

7. Akt (25. Oktober): Nachdem die Abflüsse in Q3 anhalten, schasst die Deutsche Bank DWS-Chef Moreau. Auf seinen Nachfolger Asoka Wöhrmann wartet ein gelinder gesagt schwieriger Job.

Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist

 

26/10/18: Die 700-Mrd.-€-Sparkasse, Was den neuen DWS-Chef erwartet, Sewings Truppe

Helaba + NordLB + LBBW + Deka + Berlin Hyp: Sparkassen spielen 700-Mrd.-Euro-Fusion durch

Es klingt wahnwitzig – und womöglich ist es das auch: Im Sparkassensektor kursieren Überlegungen, einen Verkauf der NordLB an amerikanische Investoren dadurch zu verhindern, dass man die in Schieflage geratene Landesbank gemeinsam mit der Helaba, der LBBW, der Deka und der Berlin Hyp zu einer öffentlich-rechtlichen Megabank verschmelzt. Bilanzsumme, Pi mal Daumen: 700 Mrd. Euro.  Ein entsprechender Bericht des „Handelsblatts“ wurde gestern vom Sparkassenverband zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Es heißt, was krasser ist, als es klingt: Die Causa NordLB „ist für den DSGV Anlass, mögliche Optionen […] für die Sparkassen-Finanzgruppe aufzubereiten.“ Wenn dazu drei bescheidende Gedanken erlaubt seien: 1.) Dass DSGV-Chef Schleweis die Konsolidierung seines Sektors forciert, spricht eindeutig für ihn. 2.) Dass es eines Tages eine deutsche Supra-Sparkassen-Landesbank nach Vorbild der DZ Bank geben wird, erscheint angesichts der langfristigen strukturellen Probleme ebendieses Sektors plausibel. 3.) Und trotzdem: Das aktuelle Szenario klingt ein bisschen zu sehr nach Hurra-Katharsis, als dass man ihm allzu große Chancen einräumen sollte. Handelsblatt (Paywall), Süddeutsche

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Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist

Auf den Tag neun Monate ist es her, dass die Fassade der DWS zu bröckeln begann. Der Börsengang der Deutsche-Bank-Tochter ging damals in die heiße Phase, Journalisten und Investoren bekamen eine 132-seitige Präsentation vorgesetzt („DWS – Positioned for the Future“), die von der immensen Schlagkraft des Fondsdienstleisters zeugen sollte. Indes: Wer sich ein bisschen tiefer in das Dokument hineinlas, der entdeckte dort genau jene Probleme, die bald darauf zum missglückten IPO führten – und die nun, ein dreiviertel Jahr später, sogar im Rauswurf von CEO Nicolas Moreau münden: 1.) eine träge Geschäftsentwicklung; 2.) zu hohe Kosten; und 3.) eine riesige Baustelle namens US-Geschäft.  Eigentlich hatte man gedacht, dem Franzosen würden noch ein paar Monate Zeit eingeräumt, um das Blatt womöglich doch noch zu wenden. Indes: Nachdem der Abfluss von Kundengeldern auch in Q3 anhielt, zog die Deutsche Bank gestern die Notbremse.  Anstelle von Moreau rückt der altgediente DWS’ler Asoka Wöhrmann an die Spitze des Asset Managers. Was erwartet ihn?

News

Was bedeutet der DWS-Chefwechsel denn für das Personaltableau bei der Mutter? Nicolas Moreau soll dem Vorstand der Deutschen Bank noch bis Jahresende angehören, wird dann allerdings nicht durch Asoka Wöhrmann ersetzt (der nämlich kein Deutsche-Bank-Vorstand wird), sondern durch IT-Chef Frank Kuhnke (der also dann endlich in den Vorstand darf). Nebenbei unterstreicht die Personalrochade, dass der neue CEO Christian Sewing tendenziell lieber auf einheimische Vertraue (Kuhnke, Wöhrmann, Hoops) denn auf ausländische Nicht-Vertraute (Hammonds, Gibbons, Moreau) setzt. Manager Magazin

Bleibt noch die Frage, wer Herr Wöhrmann als Deutsche-Bank-Privatkundenchef ersetzt. Das macht Philipp Gossow, der zuletzt das internationale Privatkundengeschäft verantwortete. FAZ

So, jetzt hammer (oder genauer: jetzt haben die Kollegen von „Reuters“) die sechs Bieter für die NordLB endlich komplett beisammen: Zu Commerzbank, Helaba, Apollo und Cerberus gesellen sich noch zwei weitere Namen, nämlich Advent und ein Kreditspezialist namens Christofferson, Robb & Company. Reuters

Die KfW wird die Kapitalaufschläge, die ihr die Bafin wegen Mängeln bei IT und Innenrevision aufgebrummt hat, frühestens 2021 wieder los: So jedenfalls hat es Bankchef Günther Bräunig vor Journalisten erzählt. Reuters

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Wo Insurtech nicht draufsteht – aber drinsteckt! Die Deutsche Familienversicherung ist der volldigitale Versicherer hierzulande. Mehr erfahren: deutsche-familienversicherung.de/ueber-uns/unternehmen/

Aus der Szene

Wenn stimmt, was uns der „Finanzguru“-Chef gestern ganz aufgeregt erzählt hat (und wir gehen in diesem Fall guten Glaubens davon aus, dass es stimmt), dann geht die Finanz-App des Frankfurter Fintechs (das eigentlich Dwins heißt) jetzt aber mal so richtig durch die Decke: Stand Mittwoch sei man bei 250.000 „registrierten Kunden“ angekommen, so CEO Alexander Michel. Und damit seien nicht Downloads oder so gemeint – sondern Kunden, die tatsächlich „mindestens ein Bankkonto bei uns registriert haben“. Zur Einordnung: Bevor die „Finanzguru“-Jungs Anfang des Monats mit ihrer Vertragsmanager-App in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auftraten, hatten sie nach eigenen Angaben gerade mal 25.000 Kunden. Damit bestätigt sich unsere Vermutung, dass der Werbeeffekt für das Startup (an dem auch die Deutsche Bank beteiligt ist) ungleich wertvoller war als die 1 Mio. Euro, die DHDL-Jurymitglied Carsten Maschmeyer dem Fintech versprach. CEO Michel drückt es so aus: „Wir haben quasi über Nacht relevante Größe gewonnen.“ Wozu das gute, alte Fernsehen doch manchmal gut ist.

Linktipps

Wie ein (im Bankenbereich sehr angesehener) Schweizer IT-Berater vom (ebenfalls auf den Bankenbereich spezialisierten) indischen Giganten Infosys übernommen wurde … und danach, jedenfalls laut Darstellung des (renommierten, aber auch immer maximal zuspitzenden) Schweizer Szene-Blogs „Inside Paradeplatz“, angeblich regelrecht auseinanderbrach. Inside Paradeplatz

Gleich zwei hiesige Versicherer (nämlich die zum Ergo-Konzern gehörende Europäische Reiseversicherung und die Deutsche Familienversicherung) haben diese Woche mitgeteilt, dass sie bestimmte Policen jetzt auch über Amazons Spracherkennungs-Dienst Alexa verkaufen. Doch macht das wirklich Sinn? Hierzu ein interessantes Hintergrundstück, das neulich in der „FAZ“ erschienen ist: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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… war gestern das Überblicksstück zu den Q3-Zahlen der Deutschen Bank. Manager Magazin

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Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist

Von Heinz-Roger Dohms

Auf den Tag neun Monate ist es her, dass die Fassade der DWS zu bröckeln begann. Der Börsengang der Deutsche-Bank-Tochter ging damals in die heiße Phase, Journalisten und Investoren bekamen eine 132-seitige Präsentation vorgesetzt („DWS – Positioned for the Future“), die von der immensen Schlagkraft des Fondsdienstleisters zeugen sollte. Indes: Wer sich ein bisschen tiefer in das Dokument hineinlas, der entdeckte dort genau jene Probleme, die bald darauf zum missglückten IPO führten – und die nun, ein dreiviertel Jahr später, sogar im Rauswurf von CEO Nicolas Moreau münden: 1.) eine träge Geschäftsentwicklung; 2.) zu hohe Kosten; und 3.) eine riesige Baustelle namens US-Geschäft.  Eigentlich hatte man gedacht, dem Franzosen würden noch ein paar Monate Zeit eingeräumt, im das Blatt womöglich doch noch zu wenden. Indes: Nachdem der Abfluss von Kundengeldern auch in Q3 anhielt, zog die Deutsche Bank gestern die Notbremse.  Anstelle von Moreau rückt der altgediente DWS’ler Asoka Wöhrmann an die Spitze des Asset Managers. Hier vier Gründe, warum der gute Mann um seinen Job nicht zu beneiden ist:

1.) Die DWS ist weder Boutique noch Gigant

Die DWS ist keine Boutique wie Carmignac und kein Gigant wie Blackrock, sondern – ja, was eigentlich? Einerseits: ein Vollanbieter mit Hunderten von Fonds. Andererseits: ein gerade mal mittelgroßer Anbieter, von dem Kritiker sagen, er habe gar nicht die finanzielle und personelle Power, um diesem Sortiment gerecht zu werden. Was die Börse von dieser Positionierung hält, zeigte sich am missglückten IPO und an der Entwicklung, die die Aktie seither genommen hat.

2.) Aktiv oder passiv? Wenn es so einfach wäre …

Ihr Geld verdient die DWS nach wie vor mit aktiv gemanagten Fonds  (und mit den Aktivitäten der Spezialtochter Rreef). Viele Mitarbeiter ziehen hieraus die Schlussfolgerung: Wenn sich die DWS wieder stärker aufs Kerngeschäft besinnt, wird sie auch wieder an alte Erfolge anknüpfen. Mag sein, dass das so ist. Setzt aber voraus, dass die Kunden in fünf oder zehn Jahren immer noch bereit sind, für aktive Produkte deutlich mehr zu bezahlen als für passive. Wer umgekehrt die Zukunft im ETF-Bereich sieht, muss sich fragen lassen: Fehlt der DWS für dieses margendürre Geschäft nicht (siehe oben) schlicht die Größe?

3.) Die DWS hat nicht nur strategische Schwierigkeiten

… sondern leidet auch unter ein paar handfesten Problemen. Dazu zählt das desaströse Amerika-Geschäft, das – so sagen es interne Kritiker – eigentlich abgestoßen werden müsste. Dazu gehört aber auch die zuletzt enttäuschende Performance diverser Flagschiff-Fonds. Folge: Auch im Heimatmarkt, traditionell das Rückgrat der DWS, schwächeln in diesem Jahr die Geschäfte. Als Baustelle der Deutsche-Bank-Tochter gelten auch die im Konkurrenzvergleich hohen Kosten. Hier, immerhin, zeigte sich im dritten Quartal eine Tendenz zum Besseren.

4.) Die DWS agiert in einer sinnkriselnden Branche

Der Börsenkurs von Blackrock ist seit Jahresbeginn um rund 20% gefallen, der von Templeton um rund 30% und der von Amundi um fast 20%. Einerseits relativieren diese Kursverluste die spezifischen Probleme der DWS. Andererseits: Wenn selbst die Schwergewichte der Branche aufgrund von Margendruck, Regulierung und möglicher digitaler Konkurrenz unter Druck geraten – was soll das dann erst für einen Mittelklasseanbieter wie die DWS bedeuten?

26/10/18: Finanzguru geht krass ab, Die 700-Mrd.-€-Sparkasse, Was den neuen DWS-Chef erwartet

Helaba + NordLB + LBBW + Deka + Berlin Hyp: Sparkassen spielen 700-Mrd.-Euro-Fusion durch

Es klingt wahnwitzig – und womöglich ist es das auch: Im Sparkassensektor kursieren Überlegungen, einen Verkauf der NordLB an amerikanische Investoren dadurch zu verhindern, dass man die in Schieflage geratene Landesbank gemeinsam mit der Helaba, der LBBW, der Deka und der Berlin Hyp zu einer öffentlich-rechtlichen Megabank verschmelzt. Bilanzsumme, Pi mal Daumen: 700 Mrd. Euro.  Ein entsprechender Bericht des „Handelsblatts“ wurde gestern vom Sparkassenverband zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Es heißt, was krasser ist, als es klingt: Die Causa NordLB „ist für den DSGV Anlass, mögliche Optionen […] für die Sparkassen-Finanzgruppe aufzubereiten.“ Wenn dazu drei bescheidende Gedanken erlaubt seien: 1.) Dass DSGV-Chef Schleweis die Konsolidierung seines Sektors forciert, spricht eindeutig für ihn. 2.) Dass es eines Tages eine deutsche Supra-Sparkassen-Landesbank nach Vorbild der DZ Bank geben wird, erscheint angesichts der langfristigen strukturellen Probleme ebendieses Sektors plausibel. 3.) Und trotzdem: Das aktuelle Szenario klingt ein bisschen zu sehr nach Hurra-Katharsis, als dass man ihm allzu große Chancen einräumen sollte. Handelsblatt (Paywall), Süddeutsche

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Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist

Auf den Tag neun Monate ist es her, dass die Fassade der DWS zu bröckeln begann. Der Börsengang der Deutsche-Bank-Tochter ging damals in die heiße Phase, Journalisten und Investoren bekamen eine 132-seitige Präsentation vorgesetzt („DWS – Positioned for the Future“), die von der immensen Schlagkraft des Fondsdienstleisters zeugen sollte. Indes: Wer sich ein bisschen tiefer in das Dokument hineinlas, der entdeckte dort genau jene Probleme, die bald darauf zum missglückten IPO führten – und die nun, ein dreiviertel Jahr später, sogar im Rauswurf von CEO Nicolas Moreau münden: 1.) eine träge Geschäftsentwicklung; 2.) zu hohe Kosten; und 3.) eine riesige Baustelle namens US-Geschäft.  Eigentlich hatte man gedacht, dem Franzosen würden noch ein paar Monate Zeit eingeräumt, um das Blatt womöglich doch noch zu wenden. Indes: Nachdem der Abfluss von Kundengeldern auch in Q3 anhielt, zog die Deutsche Bank gestern die Notbremse.  Anstelle von Moreau rückt der altgediente DWS’ler Asoka Wöhrmann an die Spitze des Asset Managers. Was erwartet ihn?

News

Was bedeutet der DWS-Chefwechsel denn für das Personaltableau bei der Mutter? Nicolas Moreau soll dem Vorstand der Deutschen Bank noch bis Jahresende angehören, wird dann allerdings nicht durch Asoka Wöhrmann ersetzt (der nämlich kein Deutsche-Bank-Vorstand wird), sondern durch IT-Chef Frank Kuhnke (der also dann endlich in den Vorstand darf). Nebenbei unterstreicht die Personalrochade, dass der neue CEO Christian Sewing tendenziell lieber auf einheimische Vertraue (Kuhnke, Wöhrmann, Hoops) denn auf ausländische Nicht-Vertraute (Hammonds, Gibbons, Moreau) setzt. Manager Magazin

Bleibt noch die Frage, wer Herr Wöhrmann als Deutsche-Bank-Privatkundenchef ersetzt. Das macht Philipp Gossow, der zuletzt das internationale Privatkundengeschäft verantwortete. FAZ

So, jetzt hammer (oder genauer: jetzt haben die Kollegen von „Reuters“) die sechs Bieter für die NordLB endlich komplett beisammen: Zu Commerzbank, Helaba, Apollo und Cerberus gesellen sich noch zwei weitere Namen, nämlich Advent und ein Kreditspezialist namens Christofferson, Robb & Company. Reuters

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Aus der Szene

Wenn stimmt, was uns der „Finanzguru“-Chef gestern ganz aufgeregt erzählt hat (und wir gehen in diesem Fall guten Glaubens davon aus, dass es stimmt), dann geht die Finanz-App des Frankfurter Fintechs (das eigentlich Dwins heißt) jetzt aber mal so richtig durch die Decke: Stand Mittwoch sei man bei 250.000 „registrierten Kunden“ angekommen, so CEO Alexander Michel. Und damit seien nicht Downloads oder so gemeint – sondern Kunden, die tatsächlich „mindestens ein Bankkonto bei uns registriert haben“. Zur Einordnung: Bevor die „Finanzguru“-Jungs Anfang des Monats mit ihrer Vertragsmanager-App in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auftraten, hatten sie nach eigenen Angaben gerade mal 25.000 Kunden. Damit bestätigt sich unsere Vermutung, dass der Werbeeffekt für das Startup (an dem auch die Deutsche Bank beteiligt ist) ungleich wertvoller war als die 1 Mio. Euro, die DHDL-Jurymitglied Carsten Maschmeyer dem Fintech versprach. CEO Michel drückt es so aus: „Wir haben quasi über Nacht relevante Größe gewonnen.“ Wozu das gute, alte Fernsehen doch manchmal gut ist.

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Wie ein (im Bankenbereich sehr angesehener) Schweizer IT-Berater vom (ebenfalls auf den Bankenbereich spezialisierten) indischen Giganten Infosys übernommen wurde … und danach, jedenfalls laut Darstellung des (renommierten, aber auch immer maximal zuspitzenden) Schweizer Szene-Blogs „Inside Paradeplatz“, angeblich regelrecht auseinanderbrach. Inside Paradeplatz

Gleich zwei hiesige Versicherer (nämlich die zum Ergo-Konzern gehörende Europäische Reiseversicherung und die Deutsche Familienversicherung) haben diese Woche mitgeteilt, dass sie bestimmte Policen jetzt auch über Amazons Spracherkennungs-Dienst Alexa verkaufen. Doch macht das wirklich Sinn? Hierzu ein interessantes Hintergrundstück, das neulich in der „FAZ“ erschienen ist: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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25/10/18: Dt. Bank in der Strategie-Falle?, Ex-N26ler gründen Krypto-Startup, Fintech-Rankings

Sinkende Kosten, erodierende Erträge: Ist die Deutsche Bank in eine strategische Falle getappt?

Ist ja nicht so, dass James von Moltke, der Finanzchef der Deutschen Bank, kein Erwartungsmanagement betrieben hätte. Er fühle sich „recht wohl“ mit den Schätzungen der Analysten, ließ er Ende September wissen, nachdem ebenjene Analysten geweissagt hatten, der Q3-Gewinn werde sich im Vergleich zum Vorjahr ungefähr dritteln. Wie wir seit gestern wissen, ist es ganz so schlimm dann doch nicht gekommen. Vor Steuern hat die Deutsche Bank  506 Mio. Euro verdient, nach 933 Mio. Euro vor einem Jahr. Dennoch crashte die Aktie um fast 5% auf 8,87 Euro, den niedrigsten Schlusskurs seit Jahrzehnten. Warum? Weil Neu-CEO Christian Sewing zwar auf den ersten Blick das Kostenproblem in den Griff bekommen hat – jedoch um den Preis nachgerade erodierender Erträge. Aktiengeschäft? Minus 15%. Anleihegeschäft? Minus 15%. Ufff! Mag sein, dass das nur eine Momentaufnahme ist. Es ist aber eine, die viele Investoren offensichtlich schaudern lässt. Hier die wichtigsten Links:

  • Die Quartalszahlen auf eine Blick (PDF, Seite 4/5)
  • Die Deutsche Bank hat seit 2011 ein Viertel (!!!) ihrer Erträge verloren, im Investmentbanking sogar noch mehr (Börsen-Zeitung)
  • Warum die Deutsche Bank nicht vom Fleck kommt (Manager Magazin)
  • Wie Barclays die Deutsche Bank in nur drei Monaten abgehängt hat (Financial Times, Paywall)
  • Und noch ein lesenswerter Vergleich  zwischen der Deutschen Bank (RoE: 1,6%) und Barclays (RoE: 9,4%): Breakingviews

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Ernsthaft? Ernsthaft: Die Commerzbank bietet für die NordLB (wenn auch unverbindlich)

Ist das jetzt der Coup des Jahres? Der Bluff des Jahres? Oder die Ente des Jahres? Jedenfalls: Nach übereinstimmenden Medienberichten gehört die Commerzbank zu den verbliebenen Interessenten für die leckgeschlagene NordLB. Die Kollegen z.B. der FAZ und der SZ versuchen heute Morgen in ihren Analysen tapfer, dieser verblüffenden Nummer irgendeine Form von Sinnhaftigkeit abzugewinnen: 1.) Wäre die Commerzbank als Partner nicht insofern prädestiniert, da sie weiß, wie man ein großes Schiffsportfolio geräuschlos abwickelt? Und 2.) War die Coba nicht immer schon scharf darauf, ins Sparkassenlager einzudringen (die NordLB besitzt ja in der Tat eine Sparkasse, nämlich die in Braunschweig)? Jedenfalls: Bevor man solche Gedankenspiele anstellt, sollte man vermutlich erst einmal die Frage klären, woher die Commerzbank denn das Kapital nehmen soll, das die NordLB braucht. Aktionäre? Cerberus? Bund? Und selbst wenn sich dieses Problem lösen ließe: Würden die Sparkassen da wirklich mitmachen? Eine naheliegende Vermutung: Genau darum geht es am Ende – die Sparkassen ein bisschen zu kitzeln. Nicht wahr, Herr Scholz? Handelsblatt (Paywall), Süddeutsche,

News

Ein österreichischer Leser, der weder Achleitner noch Stalf heißt, schrieb uns gestern, wir hätten das 11-Mio.-Euro-Funding für das (auch in Deutschland aktive) austriakische Payment-Fintech Bluecode übersehen. Wenn wir auf diesem Wege anworten dürfen: „Übersehen“ ist der falsche Ausdruck. Eher waren wir a bisserl misstrauisch. Denn: Wenn jetzt schon komplett namenlose Finanzierungsrunden verkündet werden („Die Investoren möchten anonym bleiben“), dann gibt es ja praktisch gar keine Möglichkeit mehr, so was auch mal gegenzuchecken. Standard, Handelsblatt (Paywall)

Wie uns gestern ebenfalls zugetragen wurden, haben ehemalige N26-Menschen offenbar gemeinsam mit anderen Startup-Menschen ein neues Krypto-Fintech gegründet. Es heißt Donut, sitzt , wie uns scheint, ein bisschen in London, aber auch ein bisschen in Berlin – und darüber hinaus haben wir uns mit der Firma noch nicht wirklich beschäftigt. Vielleicht wollen Sie ja? Voilà: trydonut.com

Deutsche Bank, erster Nachtrag: Herr Sewing hat gestern wissen lassen, dass er die gigantischen Liquiditätsreserven des Instituts (aktuell rund 270 Mrd. Euro) in Zukunft ein bisschen riskanter anlegen will als bislang. Wie heute Morgen in der „Süddeutschen“ nachzulesen ist, geht die Entscheidung offenbar auf die Einflüstereien des Mittelgroßinvestors Cerberus zurück, der der Blaubank ja lustigerweise auch als Berater dient. Süddeutsche (letzter Absatz)

Deutsche Bank, zweiter Nachtrag: Bei der Fondstochter DWS sind im dritten Quartal netto weitere 2,7 Mrd. Euro abgeflossen (nach knapp 5 Mrd. Euro in Q2). Kommt nicht überraschend, da das so ähnlich ja auch schon aus den monatlichen BVI-Zahlen hervorging. Macht die Sache aber nicht besser. Fondsprofessionell

Hatte die Hamburger Sparkasse nicht gerade erst die Kontogebühren angehoben? Ach nein, das ist ja schon zwei Jahre her. Also höchste Zeit für die nächste Erhöhung, wobei man fairerweise sagen muss, dass es „nur“ die Standard-Girokonten trifft und nicht die deutlich weiter verbreiteten Joker-Konten. Zur Begründung fallen dem Management vor allem externe Gründe ein (Niedrigzins, Regulierung, Digitalisierung). Wenn wir gebeten würden, die Liste um ein paar Haspa-spezifische Gründe zu ergänzen, dann würde uns u.a. einfallen: viel zu hohe Managergehälter. Und zwei sündteure Wechsel des Kernbanksystems binnen weniger Jahre. Hamburger Abendblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

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Das „Tinder für Banker“-Modell macht Schule: Bei der Frankfurter Sparkasse können sich Kunden ihre Berater jetzt wie bei einem Datingportal aussuchen (wem das Ganze bekannt vorkommt: Ja, so was Ähnliches probiert seit ein paar Monaten auch die Haspa aus). FAZ

Eigentlich hatten wir uns ja mal ganz fest vorgenommen, keine Fintech-Rankings zu verlinken: Aber was soll’s. Hier die globale „Fintech 100“-Liste von H2 Ventures und KPMG (mit mindestens drei deutschen Kandidaten, wie ein erstes Überfliegen ergab); und hier die ebenfalls diese Wochen vorgestellte „Fintech 250“-Map von CB Insights (auch mit ein paar bekannten hiesigen Namen).

Und für alle LeserInnen, die sich ernsthaft mit dem Thema Blockchain befassen: Der geschätzte Kollege Ralf Keuper vom „Bankstil“-Blog findet unter den vielen neuen DLT-Studien da draußen zwei besonders lesenswert. Hier fasst er die Erkenntnisse der einen Untersuchung zusammen und hier die Erkenntnisse der anderen.

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… war gestern unsere Sisyphus-Recherche zu den aus unserer Sicht etwas seltsamen Fundings von Smava: Finanz-Szene.de

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25/10/18: Deutsche Bank in der Strategie-Falle?, Coba bietet für NordLB, Haspa im Gebührenrausch

Sinkende Kosten, erodierende Erträge: Ist die Deutsche Bank in eine strategische Falle getappt?

Ist ja nicht so, dass James von Moltke, der Finanzchef der Deutschen Bank, kein Erwartungsmanagement betrieben hätte. Er fühle sich „recht wohl“ mit den Schätzungen der Analysten, ließ er Ende September wissen, nachdem ebenjene Analysten geweissagt hatten, der Q3-Gewinn werde sich im Vergleich zum Vorjahr ungefähr dritteln. Wie wir seit gestern wissen, ist es ganz so schlimm dann doch nicht gekommen. Vor Steuern hat die Deutsche Bank  506 Mio. Euro verdient, nach 933 Mio. Euro vor einem Jahr. Dennoch crashte die Aktie um fast 5% auf 8,87 Euro, den niedrigsten Schlusskurs seit Jahrzehnten. Warum? Weil Neu-CEO Christian Sewing zwar auf den ersten Blick das Kostenproblem in den Griff bekommen hat – jedoch um den Preis nachgerade erodierender Erträge. Aktiengeschäft? Minus 15%. Anleihegeschäft? Minus 15%. Ufff! Mag sein, dass das nur eine Momentaufnahme ist. Es ist aber eine, die viele Investoren offensichtlich schaudern lässt. Hier die wichtigsten Links:

  • Die Quartalszahlen auf eine Blick (PDF, Seite 4/5)
  • Die Deutsche Bank hat seit 2011 ein Viertel (!!!) ihrer Erträge verloren, im Investmentbanking sogar noch mehr (Börsen-Zeitung)
  • Warum die Deutsche Bank nicht vom Fleck kommt (Manager Magazin)
  • Wie Barclays die Deutsche Bank in nur drei Monaten abgehängt hat (Financial Times, Paywall)
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Ist das jetzt der Coup des Jahres? Der Bluff des Jahres? Oder die Ente des Jahres? Jedenfalls: Nach übereinstimmenden Medienberichten gehört die Commerzbank zu den verbliebenen Interessenten für die leckgeschlagene NordLB. Die Kollegen z.B. der FAZ und der SZ versuchen heute Morgen in ihren Analysen tapfer, dieser verblüffenden Nummer irgendeine Form von Sinnhaftigkeit abzugewinnen: 1.) Wäre die Commerzbank als Partner nicht insofern prädestiniert, da sie weiß, wie man ein großes Schiffsportfolio geräuschlos abwickelt? Und 2.) War die Coba nicht immer schon scharf darauf, ins Sparkassenlager einzudringen (die NordLB besitzt ja in der Tat eine Sparkasse, nämlich die in Braunschweig)? Jedenfalls: Bevor man solche Gedankenspiele anstellt, sollte man vermutlich erst einmal die Frage klären, woher die Commerzbank denn das Kapital nehmen soll, das die NordLB braucht. Aktionäre? Cerberus? Bund? Und selbst wenn sich dieses Problem lösen ließe: Würden die Sparkassen da wirklich mitmachen? Eine naheliegende Vermutung: Genau darum geht es am Ende – die Sparkassen ein bisschen zu kitzeln. Nicht wahr, Herr Scholz? Handelsblatt (Paywall), Süddeutsche,

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Deutsche Bank, erster Nachtrag: Herr Sewing hat gestern wissen lassen, dass er die gigantischen Liquiditätsreserven des Instituts (aktuell rund 270 Mrd. Euro) in Zukunft ein bisschen riskanter anlegen will als bislang. Wie heute Morgen in der „Süddeutschen“ nachzulesen ist, geht die Entscheidung offenbar auf die Einflüstereien des Mittelgroßinvestors Cerberus zurück, der der Blaubank ja lustigerweise auch als Berater dient. Süddeutsche (letzter Absatz)

Deutsche Bank, zweiter Nachtrag: Bei der Fondstochter DWS sind im dritten Quartal netto weitere 2,7 Mrd. Euro abgeflossen (nach knapp 5 Mrd. Euro in Q2). Kommt nicht überraschend, da das so ähnlich ja auch schon aus den monatlichen BVI-Zahlen hervorging. Macht die Sache aber nicht besser. Fondsprofessionell

Hatte die Hamburger Sparkasse nicht gerade erst die Kontogebühren angehoben? Ach nein, das ist ja schon zwei Jahre her. Also höchste Zeit für die nächste Erhöhung, wobei man fairerweise sagen muss, dass es „nur“ die Standard-Girokonten trifft und nicht die deutlich weiter verbreiteten Joker-Konten. Zur Begründung fallen dem Management vor allem externe Gründe ein (Niedrigzins, Regulierung, Digitalisierung). Wenn wir gebeten würden, die Liste um ein paar Haspa-spezifische Gründe zu ergänzen, dann würde uns u.a. einfallen: viel zu hohe Managergehälter. Und zwei sündteure Wechsel des Kernbanksystems binnen weniger Jahre. Hamburger Abendblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Ein österreichischer Leser, der weder Achleitner noch Stalf heißt, schrieb uns gestern, wir hätten das 11-Mio.-Euro-Funding für das (auch in Deutschland aktive) austriakische Payment-Fintech Bluecode übersehen. Wenn wir auf diesem Wege anworten dürfen: „Übersehen“ ist der falsche Ausdruck. Eher waren wir a bisserl misstrauisch. Denn: Wenn jetzt schon komplett namenlose Finanzierungsrunden verkündet werden („Die Investoren möchten anonym bleiben“), dann gibt es ja praktisch gar keine Möglichkeit mehr, so was auch mal gegenzuchecken. Standard, Handelsblatt (Paywall)

Und noch eine Personalie: Michael Ermrisch bleibt bis 2021 Chef des Ostdeutschen Sparkassenverbands. Pressemitteilung

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Das „Tinder für Banker“-Modell macht Schule: Bei der Frankfurter Sparkasse können sich Kunden ihre Berater jetzt wie bei einem Datingportal aussuchen (wem das Ganze bekannt vorkommt: Ja, so was Ähnliches probiert seit ein paar Monaten auch die Haspa aus). FAZ

Eigentlich hatten wir uns ja mal ganz fest vorgenommen, keine Fintech-Rankings zu verlinken: Aber was soll’s. Hier die globale „Fintech 100“-Liste von H2 Ventures und KPMG (mit mindestens drei deutschen Kandidaten, wie ein erstes Überfliegen ergab); und hier die ebenfalls diese Wochen vorgestellte „Fintech 250“-Map von CB Insights (auch mit ein paar bekannten hiesigen Namen).

Und für alle LeserInnen, die sich ernsthaft mit dem Thema Blockchain befassen: Der geschätzte Kollege Ralf Keuper vom „Bankstil“-Blog findet unter den vielen neuen DLT-Studien da draußen zwei besonders lesenswert. Hier fasst er die Erkenntnisse der einen Untersuchung zusammen und hier die Erkenntnisse der anderen.

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… war gestern unsere Sisyphus-Recherche zu den aus unserer Sicht etwas seltsamen Fundings von Smava: Finanz-Szene.de

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Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?

Von Heinz-Roger Dohms

Das Kreditvergleichsportal Smava gehört nicht nur zu den ältesten deutschen Fintechs. Sondern nach eigenen Angaben auch zu den am besten finanzierten. 135 Mio. Dollar haben Venture-Capital-Firmen wie Verdane, Runa Capital oder Earlybird über die Jahre in das Berliner Fintech investiert, allein die letzte Runde im Frühjahr dieses Jahres spülte 65 Mio. Dollar in die Kasse. So sagt es Smava jedenfalls. So steht es in den einschlägigen Datenbanken wie der von Crunchbase. Und so haben es natürlich auch die großen deutschen Wirtschaftsmedien ihren Lesern berichtet.

Nun allerdings werfen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ die Frage auf: Kann es womöglich sein, dass diese Zahlen so nicht richtig sind? Und Smava bei seinen Finanzierungsrunden womöglich übertrieben hat?

Vielleicht erinnern Sie sich an unsere gestrige Newsletter-Ausgabe: Da berichteten wir, dass das Hamburger Fintech Deposit Solutions in sein jüngst kommuniziertes 100-Mio.-Dollar-Funding auch sogenannte „Secondaries“ eingerechnet hatte – freilich ohne dies zu erwähnen. „Secondary“ bedeutet: Das Geld der neuen Gesellschafter fließt gar nicht ins Unternehmen, sondern dient dazu, Altinvestoren deren Anteile abzukaufen. War es im Falle von Smava ähnlich?

„Finanz-Szene.de“ versucht bereits seit Längerem, hierüber mit dem Berliner Fintech zu sprechen. Leider ohne Erfolg. Gestern und vorgestern bleiben erneute schriftliche Anfragen unbeantwortet, das Telefon nahm niemand ab, auch der Vermittlungsversuch eine PR-Agentur, die für Smava arbeitet, scheiterte. Was fairerweise hinzugefügt werden muss: Vor einigen Monaten und in etwas anderer Angelegenheit hatte Smava gegenüber „Finanz-Szene.de“ bereits klargemacht, keine Stellungnahmen zu Fragen nach Fundings abzugeben.

Also: Unser Verdacht – und mehr als ein Verdacht ist es auch nicht! – stützt sich auf eine detaillierte Auswertung der im Handelsregister einsehbaren Smava-Gesellschafterlisten für den Zeitraum von 2016 bis 2018. Konkret geht es dabei um rund 3,8 Millionen „alte“ Anteile, die zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums bereits existierten. Und um 1,5 Millionen „neue“ Anteile, die seitdem emittiert wurden. Die entscheidenden Fragen lauten: Welche alten Anteile sind wann und von wem übernommen worden? Welche neuen Anteile wurden wann und von wem gezeichnet? Und wie passt das alles zu den öffentlichen Verlautbarungen von Smava?

Auf geht’s:

Die angebliche 34-Millionen-Dollar-Runde von 2016
  • Am 30. September 2016 schrieb Smava in einer Pressemitteilung: „Runa Capital, Verdane Capital, mojo.capital und bestehende Investoren wie Earlybird Venture Capital haben 34 Millionen US-Dollar in Smava investiert.“
  • Diese Behauptung lässt sich im Handelsregister nicht unmittelbar nachvollziehen. Denn dem Verzeichnis zufolge fand weder in den Wochen vor der Verlautbarung noch in den Wochen danach eine Kapitalerhöhung statt.
  • Allerdings: In der ersten Jahreshälfte 2016 war das Stammkapital tatsächlich erhöht worden, und zwar gleich dreimal, nämlich am 24. März, am 28. April und am 31. Mai. Insgesamt emittierte Smava in diesen drei Runden 645.437 neue Anteile, was 14,4% des Gesamtkapitals entsprach. Die in der Pressemitteilung genannte Runa Capital taucht im Zuge der April-Runde erstmals im Gesellschafterkreis auf, Mojo zeichnete seine Anteile im Mai, und Earlybird hatte seinen Stake sogar schon im März erhöht. Ein Name indes fehlt in allen drei Runden – nämlich Verdane, ein skandinavischer Groß-VC.
  • Dafür taucht Verdane in einer im September 2016 veröffentlichten neuen Gesellschafterliste plötzlich umso häufiger auf, allerdings nicht als Zeichner neuer Anteile. Stattdessen sieht alles danach aus, als hätte Verdane lediglich die bestehenden Anteile zweier Altinvestoren übernommen – darunter der auf junge Technologieunternehmen spezialisierten Hamburger Risikokapitalgeber Neuhaus.
  • Nochmal: Sämtliche Anteilspakete (es sind exakt 26), die Verdane zu diesem Zeitpunkt hält, entstammen der „B“-, der „C“-, der „D“- oder der „E“-Runde. Aber keines den „F“-Runden aus dem Frühjahr 2016.
  • Mithin: Von außen betrachtet drängt sich die Mutmaßung auf, Smava könnte das sogenannte „Secondary“ von Verdane (also den Kauf bereits bestehender Anteile) einfach in das eigene Funding eingerechnet haben, um auf diesem Wege die publizierte Summe zu erhöhen. Definitiv nachweisen lässt sich das nicht.
Die angebliche 65-Millionen-Dollar-Runde von 2018
  • Am 9. Januar 2018 schreibt Smava in einer Pressemitteilung: „Smava, Deutschlands großes Kreditportal für Verbraucher, hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 65 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Vitruvian Partners mit Beteiligung weiterer Investoren wie Runa Capital.“
  • Dem Handelsregister zufolge wurde das Stammkapital tatsächlich am 27. November 2017 um 15,2 Prozent erhöht (die Eintragung im Register erfolgte am 20. Dezember). Als Investoren dieser „G“-Runde werden eine in Luxemburg ansässige Gesellschaft namens Smart Rate Sarl (wir vermuten, dass sich Vitruvian dahinter verbirgt) und besagte Runa genannt. Weitere neue Zeichner finden sich nicht für diese Finanzierungsrunde, sodass sich die Behauptung Smavas („mit Beteiligung weiterer Investoren“) auf Basis der öffentlich zugänglichen Informationen nicht unmittelbar nachvollziehen lässt. Das allerdings muss nicht unbedingt was heißen: Es wäre theoretisch z.B. möglich, dass sich hinter Smart Rate nicht nur Vitruvian, sondern noch weitere Kapitalgeber verbergen.
  • Jedenfalls: Viel interessanter ist, wie die Sache weitergeht. Am 22. Januar 2018 taucht nämlich der nächste Eintrag im Handelsregister auf. Hieraus geht nun hervor, dass Vitruvian (bzw. Smate Rate) und Runa sozusagen parallel zur „G“-Runde an einer „Übertragung von Gesellschaftsanteilen“ mitgewirkt haben. Oder anders ausgedrückt: Genauso wie Verdane zwei Jahre zuvor bestehende Anteile früherer Investoren übernommen hatte, so kaufen Vitruvian und Runa nun Anteilspakete von Econa (von 4,75% auf null), Investtodate (von 3,19% auf null), Banca Sella (von 6,07% auf 4,55%) sowie Anteile, die zuvor kleineren Investoren wie M10, Tiburon, Team Europe Venture oder Balou Gläser Linkwitz Wiskemann Investment gehört haben. Auch hier gab es also „Secondaries“. Wurden die dabei erzielten Umsätze in das Funding eingerechnet?

Definitiv nachweisen lässt sich der Verdacht auch hier nicht. Allerdings gibt es Indizien, die die Mutmaßungen stützen:

  1. Warum schreibt Smava in der Pressemitteilung von 2016, dass Verdane einer Gruppe von Investoren angehört, die 34 Mio. Dollar in Smava investiert habe – wenn das Geld von Verdane (auch wenn dieses laut Handelsregister gar nicht an Smava, sondern an zwei Altinvestoren floss) dann gar nicht in die Summe eingerechnet wurde?
  2. Und warum veröffentlichte Smava die Fundingrunde dann erst im September und nicht schon im Mai?
  3. Im April 2015 verkündete Smava eine Kapitalerhöhung von 16 Mio. Dollar. Auf Basis alter Handelsregistereinträge ergibt sich für diesen Zeitpunkt eine Post-Money-Bewertung von 64,5 Mio. Dollar. Schauen wir nun auf die 34 Mio. Dollar aus 2016: Wenn sich diese Summe ausschließlich auf die eigentliche Kapitalerhöhung (also unter Ausschluss von Verdane) bezieht, dann ergibt sich plötzlich eine Post-Money-Bewertung von 236 Mio. Dollar. Das wäre zwar nicht völlig aus der Welt. Allerdings hätte Smava in diesem Fall das Kunststück fertiggebracht, rund zehn Jahre nach der Gründung die Bewertung binnen gut eines Jahres zu verdreieinhalbfachen.
  4. Für 2018 ergäbe sich – wiederum unter der Prämisse, dass die „Secondaries“ nicht in die kommunizierten 65 Mio. Euro  einbezogen wurden – sogar eine Post-Money-Bewertung von 428 Mio. Dollar.

Auch das wäre nicht jenseits von Gut und Böse, wenn man bedenkt, dass der ähnlich große Hamburger Konkurrent Finanzcheck im Sommer für 285 Mio. Euro (nicht: Dollar …) an Scout24 verkauft wurde. Und doch: Der Bewertungssprung zwischen 2015 und 2018 bliebe doch erstaunlich. Wie es wirklich war? Wird man womöglich nie erfahren.

24/10/18: Die große Smava-Recherche, Fidor vor Verkauf, 21 Mio. € für xbaV

Exklusiv: Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?

Das Kreditvergleichsportal Smava gehört nicht nur zu den ältesten deutschen Fintechs. Sondern nach eigenen Angaben auch zu den am besten finanzierten. 135 Mio. Dollar haben Venture-Capital-Firmen über die Jahre in das Berliner Fintech gesteckt, allein die bislang letzte Runde im Frühjahr 2018 spülte erstaunliche 65 Mio. Dollar in die Kasse. So sagt es Smava jedenfalls selbst. Und so steht es in den einschlägigen Datenbanken wie der von Crunchbase. Nun allerdings werfen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ die Frage auf: Kann es womöglich sein, dass Smava – ähnlich wie das Hamburger Vorzeige-Startup Deposit Solutions – seine Funding-Zahlen mit „Secondaries“ aufgehübscht hat? Leider verweigern die Berliner hierzu jede Aussage. Darum blieb uns nichts anderes übrig, als auf Basis von Handelsregister-Auszügen einzeln zu untersuchen, welche der 5,3 Mio. Gesellschaftsanteile welchen Investoren wann gehört haben. Ein irrsinniges Unterfangen. Aber hilft ja nix. Voilà: Finanz-Szene.de

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News

Französische BPCE stellt Münchner Fidor-Bank komplett zum Verkauf: So jedenfalls berichtet es heute Morgen die „FAZ“ (der man bei diesem Thema trauen darf). Als möglicher Kaufpreis wird über eine Summe irgendwo jenseits der 235 Mio. Euro spekuliert. Damit hätte das Pariser Genossenschaftsinstitut nicht nur jene gut 100 Mio. Euro wieder raus, die es vor zwei Jahren selber für Fidor bezahlte – sondern auch die Kapitalerhöhung, die damals nötig wurden, um die (selbsternannte) Fintech-Bank nach Verlusten mit einem britischen Ratenkredit-Portfolio zu stützen. FAZ (Seite 23).

Der Ausverkauf im Dax hat gestern (wie sollte es anders sein …) auch die Banken erwischt. Konkret: Die Deutsche Bank liegt auf Monatssicht jetzt 10,9% im Minus (gestriger Schusskurs: 9,31 Euro), bei der Commerzbank sind es minus 12,6% (8,33 Euro).

Ganz schön cutting-edge, unsere Freunde aus dem Global Transaction Banking der Deutschen Bank: Nachdem neulich schon ein „Chief Data Officer“ angeheuert wurde (der standesgemäß von JP Morgan kam), hat das größte Geldhaus des Landes nun laut „FT“ auch noch von der Bank of England einen hochmögenden Cloud-Spezialisten abgeworben. Financial Times (Paywall)

Und noch eine Kurzmeldung: Das auf die Digitalisierung der betrieblichen Altersvorsorge spezialisierte Münchner Insurtech xbAV soll bei Investoren stolze 21 Mio. Euro eingesammelt haben. deutsch-startups.de

Korrektur: Wir haben den neuen Warburg-Partner und ehemaligen OLB-Chef Patrick Tessmann in der gestrigen Ausgabe fälschlicherweise „Peter Tessmann“ genannt. Ist uns peinlich. Und tut uns leid.

Schwerpunkt Deutsche Bank

Um ehrlich zu sein: Wir haben uns in den vergangenen Tagen derart tief in unsere piefigen „Secondaries“ verbissen, dass uns fürs große Ganze (oder auch nur: für die Deutsche Bank) mal wieder völlig der Blick fehlte. Macht aber nichts. Denn als Verfechter des Plattform-Modells sagen wir Ihnen natürlich (damit Sie pünktlich zur Veröffentlichung der Q3-Zahlen heute Früh wieder à jour sind), wo Sie stattdessen geholfen werden:

  • Warum die Quartalszahlen der Deutschen Bank noch schlechter ausfallen könnten als ohnehin befürchtet: … erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
  • Für alle, die das mit dem „ohnehin befürchtet“ gern einmal quantifiziert hätten: Der „Consensus Report“ (also der Querschnitt der Analysten-Schätzungen) zum dritten Quartal. Deutsche-Bank-Homepage (PDF)
  • Auf diese fünf Punkte sollten sie heute Morgen bei der Präsentation der Zahlen genau achten: Sehr informative Zusammenfassung der Kollegin Yasmin Osman. Handelsblatt (Paywall)
  • Führt die Selbstverzwergung der Deutschen Bank zu ihrer Genesung – oder geradewegs in eine Notfusion mit der Commerzbank? Eine üppige Analyse der Kollegin Anne Kunz von der „Welt“.
  • Warum eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wirklich Sinn ergeben könnte: … jedenfalls nach Darstellung der (in solchen Fällen natürlich nicht interessenfreien) Investmentbanker von Goldman Sachs. Manager Magazin

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Linktipps

Der ganz große Verlierer der Kooperation von Paypal, Google Pay und Mastercard wird die Girocard sein – woran die Banken mal wieder selber schuld sind: Diese (natürlich maximal provokative These) vertritt der neue Chief Digital Officer der DKB und frühere Paypal-Deutschland-Chef Arnulf Keese. Xing-News

(nebenbei bemerkt, liebe DKB: Genau solche Einlassungen sind es, die dem Vorstandsvorsitzenden Eurer Mutter, wenn er das nächste Mal mit seinen Minderheitseignern, also den bayerischen Sparkassen, zusammenkommt, dann wieder um die Ohren gehauen werden. Tssssssssssss.)

Und noch was aus der Payment-Ecke: Die geschätzte Zahlungsverkehrs-Expertin Sibylle Strack erklärt im Interview mit dem geschätzten Zahlungsverkehrs-Experten Rudolf Linsenbarth, warum Apple und die deutschen Banken sich gegenseitig brauchen. IT-Finanzmagazin

Nehmen Sie Linktipps eigentlich nur von uns an, liebe LeserInnen? Doch hoffentlich nicht! Denn: Der gute Rainer Neske, seines Zeichens Chef der LBBW, hat gestern über die sozialen Netzwerke einen „Harvard Business Review“-Artikel über Künstliche Intelligenz zur Lektüre allerwärmstens empfohlen. Guggst Du hier: HBR.org

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… war gestern unser Stück über den Funding-„Irrtum“ bei Deposit Solutions: Finanz-Szene.de

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24/10/18: Fokus Deutsche Bank, Die große Smava-Recherche, Fidor vor Verkauf

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  • Warum die Quartalszahlen der Deutschen Bank noch schlechter ausfallen könnten als ohnehin befürchtet: … erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
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  • Auf diese fünf Punkte sollten sie heute Morgen bei der Präsentation der Zahlen genau achten: Sehr informative Zusammenfassung der Kollegin Yasmin Osman. Handelsblatt (Paywall)
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Ganz schön cutting-edge, unsere Freunde aus dem Global Transaction Banking der Deutschen Bank: Nachdem neulich schon ein „Chief Data Officer“ angeheuert wurde (der standesgemäß von JP Morgan kam), hat das größte Geldhaus des Landes nun laut „FT“ auch noch von der Bank of England einen hochmögenden Cloud-Spezialisten abgeworben. Financial Times (Paywall)

Und noch zwei Kurzmeldungen, die nichts miteinander zu tun haben, außer dass sie beide, wie der Name schon sagt, kurz sind: Der langjährige Lazard-Deutschland-Manager Andreas Schreiber hat laut FAZ (Seite 20) bei Ernst & Young angedockt; und das auf die Digitalisierung der betrieblichen Altersvorsorge spezialisierte Münchner Insurtech xbAV soll bei Investoren stolze 21 Mio. Euro eingesammelt haben (deutsch-startups.de)

Korrektur: Wir haben den neuen Warburg-Partner und ehemaligen OLB-Chef Patrick Tessmann in der gestrigen Ausgabe fälschlicherweise „Peter Tessmann“ genannt. Ist uns peinlich. Und tut uns leid.

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(nebenbei bemerkt, liebe DKB: Genau solche Einlassungen sind es, die dem Vorstandsvorsitzenden Eurer Mutter, wenn er das nächste Mal mit seinen Minderheitseignern, also den bayerischen Sparkassen, zusammenkommt, dann wieder um die Ohren gehauen werden. Tssssssssssss.)

Und noch was aus der Payment-Ecke: Die geschätzte Zahlungsverkehrs-Expertin Sibylle Strack erklärt im Interview mit dem geschätzten Zahlungsverkehrs-Experten Rudolf Linsenbarth, warum Apple und die deutschen Banken sich gegenseitig brauchen. IT-Finanzmagazin

Nehmen Sie Linktipps eigentlich nur von uns an, liebe LeserInnen? Doch hoffentlich nicht! Denn: Der gute Rainer Neske, seines Zeichens Chef der LBBW, hat gestern über die sozialen Netzwerke einen „Harvard Business Review“-Artikel über Künstliche Intelligenz zur Lektüre allerwärmstens empfohlen. Guggst Du hier: HBR.org

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… war gestern unser Stück über den Funding-„Irrtum“ bei Deposit Solutions: Finanz-Szene.de

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Das angebliche 100-Mio.-Funding von Deposit Solutions war in Wirklichkeit viel kleiner

Von Heinz-Roger Dohms

Seit Monaten wird die deutsche Fintech-Community für ihre immer neuen Funding-Rekorde gefeiert. Nun allerdings wecken Recherchen von „Finanz-Szene.de“ erstmals Zweifel an einigen der kolportierten Zahlen. Denn: Zumindest die angebliche 100-Mio.-Dollar-Finanzierung  des Hamburger  Vorzeige-Startups Deposit Solutions war in Wirklichkeit kleiner. Ein  merklicher Teil der offiziell verkündeten Summe floss unseren Recherchen zufolge nämlich gar nicht ins Unternehmen, sondern auf die Konten von Altinvestoren, die ihre Anteile an neue Gesellschafter veräußert haben. Deposit-Solutions-Chef Tim Sievers bestätigte die Informationen gegenüber „Finanz-Szene.de“: Ja, das Investment habe „sowohl aus Primary als auch aus  Secondary“ bestanden, sagte der Fintech-Gründer.

Zugleich betonte Sievers, dass sein Unternehmen die Transaktion sauber kommuniziert habe. So hieß es in der Pressemitteilung: „Insgesamt wurden in dieser Runde 100 Mio. US-Dollar investiert.“ Die Formulierung habe also nicht gelautet, es seien 100 Mio. Dollar direkt ins Unternehmen geflossen bzw. es habe eine Kapitalerhöhung in dieser Höhe gegeben. Auch in einzelnen Gesprächen mit Journalisten sei auf das „Secondary“ hingewiesen worden, erklärte Sievers. Zudem habe einer der Deposit-Solutions-Investoren, nämlich der börsennotierte Frankfurter VC-Spezialist Finlab, per Ad-hoc bekanntgegeben, „im Rahmen einer sogenannten Secondary-Transaktion“ einen Teil seiner Anteile verkauft zu haben. In dieser Mitteilung war tatsächlich von einer „Gesamttransaktionssumme von USD 100 Mio.“ die Rede.

Die öffentliche Wahrnehmung war freilich eine andere. Als erste Medien berichteten – offenbar vom Unternehmen vorab informiert – am Abend der 15. August die „FAZ“ und „FT“ über die Finanzierungsrunde. „German Open-Banking start-up raises $100m“, lautete die Überschrift in der „Financial Times“; die Formulierung „raises“ lässt vermuten, dass die Qualitätszeitung davon ausging, es habe sich bei den 100 Mio. Dollar um eine reine Kapitalerhöhung gehandelt. Auch in dem Artikel der „Frankfurter Allgemeinen“ („Investoren geben Zinsvermittler 100 Mio. Dollar“) fand sich kein Hinweis auf ein „Secondary“. Da ein solcher zumindest explizit auch in der Pressemitteilung fehlte, ging auch „Finanz-Szene.de“ – wie offensichtlich alle Medien – zunächst davon aus, dass die Investoren die 100 Mio. Dollar komplett dem Unternehmen zur Verfügung gestellt hätten.

Eine der Fragen, die sich aus dem Fall ergibt, lautet, ob es nicht an der Zeit ist, dass sich die deutsche Startup-Szene endlich auf klare Reporting-Regeln einigt. Motto: Bei gemischten Finanzierungen wird klar gesagt, wie viel von der Summe auf Equity entfällt, wie viel auf Debt und wie viel auf Secondary. Die zweite Frage lautet: Wie halten es die anderen deutschen Fintechs? Hierzu wird „Finanz-Szene.de“ in den nächsten Tagen eine Umfrage starten. Unsere Hoffnung: Jedes größere deutsche Finanz-Startup (jedenfalls von denen, die mit ihren Fundings selber an die Öffentlichkeit gegangen sind) wird dann bekennen, ob es sich bei der kolportierten Summe wirklich um echtes Equity-Funding handelte. Mal gucken, wer mitmacht. Schön wäre, wenn zumindest alle Fintechs ab einem kommunizierten Gesamtfunding von 10 Mio. Euro teilnehmen würden. Wer möchte, kann das natürlich auch proaktiv tun. Die Mailadresse lautet „redaktion@finanz-szene.de“. Cool wären a) die Höhe des jüngsten Fundings, b) die Höhe des Gesamtfundings und dann jeweils, welcher Anteil auf Equity, Debt und Secondary  entfallen ist.

In den letzten Tagen haben wir uns auch schon mal „off the record“ in  der deutschen Fintech-Szene umgehört. Frage: Ist es statthaft, „Secondaries“ in die Finanzierung einzurechnen, ohne dies explizit zu erwähnen. Hier  reichten die Reaktionen von „Ist nicht wahr, oder?“ und „Das geht gar nicht“ über „Ich fürchte, das ist einigermaßen verbreitet“ bis hin zu „Haben wir in geringem Maße auch schon gemacht“. Bei einem sehr großen deutschen Fintech hat „Finanz-Szene.de“ auf Basis der Analyse von Handelsregister-Auszügen schon seit Längerem den Verdacht, dass die jüngsten Mega-Finanzierungen jeweils zu einem beträchtlichen Teil aus „Secondaries“ bestanden, ohne dass dies kommuniziert wurde (die Rede ist hier übrigens nicht von Kreditech – denn hier ist längst bekannt, dass die 110-Mio.-Euro-Runde im Mai 2017 keine reine Kapitalerhöhung war). Leider will das entsprechende Unternehmen unsere dementsprechende Anfrage bislang nicht beantworten. Übrigens im Gegensatz zu Deposit Solutions, die uns gegenüber sehr transparent mit dem Sachverhalt umgegangen sind.

Spannend wird auch sein, welche Auswirkungen revidierte Zahlen für die diversen Rankings und Studien zur deutschen Fintech-Szene haben. So hatte die Comdirect erst letzten Freitag eine große Untersuchung über den deutschen Markt für Finanz-Startups vorgestellt. Dort hieß es: „Mit 778 Mio.  Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017, dem bisherigen Rekordjahr bei der Vergabe von Risikokapital in Höhe von 713 Mio. Euro.“ Zumindest das Secondary von Deposit Solutions müsste hier herausgerechnet werden, wobei die deutschen Fintechs dann natürlich trotzdem noch auf Rekordkurs wären. Andere gängige Statistiken – egal ob sie von Crunchbase, CB Insights, KMPG oder E&Y stammen – basieren, soweit „Finanz-Szene.de“ weiß, ebenfalls auf den offiziellen Angaben der Unternehmen. Einen wirklichen Vorwurf kann man den Ranking-Anbietern daraus freilich nicht machen. Denn wenn Unternehmen falsche oder missverständliche Angaben machen, lässt sich das auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen normalerweise nicht widerlegen.

Bei Deposit Solutions liegt der Fall ein wenig anders. Denn die Hanseaten hatten nicht nur das Funding in Höhe von 100 Mio. Dollar kommuniziert, sondern darüber hinaus auch mitgeteilt, die Bewertung liege „Post-Money“ bei 500 Mio. Dollar. Daraus ergibt sich, dass die neuen Anteile eigentlich 20% am Gesamtkapital ausmachen müssten – was man nun wiederum mit den öffentlich zugänglichen Angaben im Handelsregister abgleichen kann. Dort machen die neuen Anteile allerdings bislang nur gut 11% der gesamten Anteile aus, wobei man einschränkenderweise sagen muss: Die Secondaries sind in der aktuellen Gesellschafterliste noch gar nicht vermerkt. Darum lässt sich auch nicht sagen, ob schon alle Primaries vermerkt sind.

Wie hoch der Anteil der Secondaries letztlich ist, wollte Sievers im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ nicht sagen. Er unterstrich jedoch, dass die eigentliche Kapitalerhöhung „den größeren Teil der Runde“ ausgemacht habe. Um eine zu vernachlässigende Größe handelt es sich bei den „Secondaries“ allerdings nicht. Denn allein Finlab hat nach eigener Ad-hoc-Aussage Anteile im Wert von 11,5 Mio. Dollar an neue Gesellschafter veräußert.