Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?

Von Heinz-Roger Dohms

Das Kreditvergleichsportal Smava gehört nicht nur zu den ältesten deutschen Fintechs. Sondern nach eigenen Angaben auch zu den am besten finanzierten. 135 Mio. Dollar haben Venture-Capital-Firmen wie Verdane, Runa Capital oder Earlybird über die Jahre in das Berliner Fintech investiert, allein die letzte Runde im Frühjahr dieses Jahres spülte 65 Mio. Dollar in die Kasse. So sagt es Smava jedenfalls. So steht es in den einschlägigen Datenbanken wie der von Crunchbase. Und so haben es natürlich auch die großen deutschen Wirtschaftsmedien ihren Lesern berichtet.

Nun allerdings werfen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ die Frage auf: Kann es womöglich sein, dass diese Zahlen so nicht richtig sind? Und Smava bei seinen Finanzierungsrunden womöglich übertrieben hat?

Vielleicht erinnern Sie sich an unsere gestrige Newsletter-Ausgabe: Da berichteten wir, dass das Hamburger Fintech Deposit Solutions in sein jüngst kommuniziertes 100-Mio.-Dollar-Funding auch sogenannte „Secondaries“ eingerechnet hatte – freilich ohne dies zu erwähnen. „Secondary“ bedeutet: Das Geld der neuen Gesellschafter fließt gar nicht ins Unternehmen, sondern dient dazu, Altinvestoren deren Anteile abzukaufen. War es im Falle von Smava ähnlich?

„Finanz-Szene.de“ versucht bereits seit Längerem, hierüber mit dem Berliner Fintech zu sprechen. Leider ohne Erfolg. Gestern und vorgestern bleiben erneute schriftliche Anfragen unbeantwortet, das Telefon nahm niemand ab, auch der Vermittlungsversuch eine PR-Agentur, die für Smava arbeitet, scheiterte. Was fairerweise hinzugefügt werden muss: Vor einigen Monaten und in etwas anderer Angelegenheit hatte Smava gegenüber „Finanz-Szene.de“ bereits klargemacht, keine Stellungnahmen zu Fragen nach Fundings abzugeben.

Also: Unser Verdacht – und mehr als ein Verdacht ist es auch nicht! – stützt sich auf eine detaillierte Auswertung der im Handelsregister einsehbaren Smava-Gesellschafterlisten für den Zeitraum von 2016 bis 2018. Konkret geht es dabei um rund 3,8 Millionen „alte“ Anteile, die zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums bereits existierten. Und um 1,5 Millionen „neue“ Anteile, die seitdem emittiert wurden. Die entscheidenden Fragen lauten: Welche alten Anteile sind wann und von wem übernommen worden? Welche neuen Anteile wurden wann und von wem gezeichnet? Und wie passt das alles zu den öffentlichen Verlautbarungen von Smava?

Auf geht’s:

Die angebliche 34-Millionen-Dollar-Runde von 2016
  • Am 30. September 2016 schrieb Smava in einer Pressemitteilung: „Runa Capital, Verdane Capital, mojo.capital und bestehende Investoren wie Earlybird Venture Capital haben 34 Millionen US-Dollar in Smava investiert.“
  • Diese Behauptung lässt sich im Handelsregister nicht unmittelbar nachvollziehen. Denn dem Verzeichnis zufolge fand weder in den Wochen vor der Verlautbarung noch in den Wochen danach eine Kapitalerhöhung statt.
  • Allerdings: In der ersten Jahreshälfte 2016 war das Stammkapital tatsächlich erhöht worden, und zwar gleich dreimal, nämlich am 24. März, am 28. April und am 31. Mai. Insgesamt emittierte Smava in diesen drei Runden 645.437 neue Anteile, was 14,4% des Gesamtkapitals entsprach. Die in der Pressemitteilung genannte Runa Capital taucht im Zuge der April-Runde erstmals im Gesellschafterkreis auf, Mojo zeichnete seine Anteile im Mai, und Earlybird hatte seinen Stake sogar schon im März erhöht. Ein Name indes fehlt in allen drei Runden – nämlich Verdane, ein skandinavischer Groß-VC.
  • Dafür taucht Verdane in einer im September 2016 veröffentlichten neuen Gesellschafterliste plötzlich umso häufiger auf, allerdings nicht als Zeichner neuer Anteile. Stattdessen sieht alles danach aus, als hätte Verdane lediglich die bestehenden Anteile zweier Altinvestoren übernommen – darunter der auf junge Technologieunternehmen spezialisierten Hamburger Risikokapitalgeber Neuhaus.
  • Nochmal: Sämtliche Anteilspakete (es sind exakt 26), die Verdane zu diesem Zeitpunkt hält, entstammen der „B“-, der „C“-, der „D“- oder der „E“-Runde. Aber keines den „F“-Runden aus dem Frühjahr 2016.
  • Mithin: Von außen betrachtet drängt sich die Mutmaßung auf, Smava könnte das sogenannte „Secondary“ von Verdane (also den Kauf bereits bestehender Anteile) einfach in das eigene Funding eingerechnet haben, um auf diesem Wege die publizierte Summe zu erhöhen. Definitiv nachweisen lässt sich das nicht.
Die angebliche 65-Millionen-Dollar-Runde von 2018
  • Am 9. Januar 2018 schreibt Smava in einer Pressemitteilung: „Smava, Deutschlands großes Kreditportal für Verbraucher, hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 65 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Vitruvian Partners mit Beteiligung weiterer Investoren wie Runa Capital.“
  • Dem Handelsregister zufolge wurde das Stammkapital tatsächlich am 27. November 2017 um 15,2 Prozent erhöht (die Eintragung im Register erfolgte am 20. Dezember). Als Investoren dieser „G“-Runde werden eine in Luxemburg ansässige Gesellschaft namens Smart Rate Sarl (wir vermuten, dass sich Vitruvian dahinter verbirgt) und besagte Runa genannt. Weitere neue Zeichner finden sich nicht für diese Finanzierungsrunde, sodass sich die Behauptung Smavas („mit Beteiligung weiterer Investoren“) auf Basis der öffentlich zugänglichen Informationen nicht unmittelbar nachvollziehen lässt. Das allerdings muss nicht unbedingt was heißen: Es wäre theoretisch z.B. möglich, dass sich hinter Smart Rate nicht nur Vitruvian, sondern noch weitere Kapitalgeber verbergen.
  • Jedenfalls: Viel interessanter ist, wie die Sache weitergeht. Am 22. Januar 2018 taucht nämlich der nächste Eintrag im Handelsregister auf. Hieraus geht nun hervor, dass Vitruvian (bzw. Smate Rate) und Runa sozusagen parallel zur „G“-Runde an einer „Übertragung von Gesellschaftsanteilen“ mitgewirkt haben. Oder anders ausgedrückt: Genauso wie Verdane zwei Jahre zuvor bestehende Anteile früherer Investoren übernommen hatte, so kaufen Vitruvian und Runa nun Anteilspakete von Econa (von 4,75% auf null), Investtodate (von 3,19% auf null), Banca Sella (von 6,07% auf 4,55%) sowie Anteile, die zuvor kleineren Investoren wie M10, Tiburon, Team Europe Venture oder Balou Gläser Linkwitz Wiskemann Investment gehört haben. Auch hier gab es also „Secondaries“. Wurden die dabei erzielten Umsätze in das Funding eingerechnet?

Definitiv nachweisen lässt sich der Verdacht auch hier nicht. Allerdings gibt es Indizien, die die Mutmaßungen stützen:

  1. Warum schreibt Smava in der Pressemitteilung von 2016, dass Verdane einer Gruppe von Investoren angehört, die 34 Mio. Dollar in Smava investiert habe – wenn das Geld von Verdane (auch wenn dieses laut Handelsregister gar nicht an Smava, sondern an zwei Altinvestoren floss) dann gar nicht in die Summe eingerechnet wurde?
  2. Und warum veröffentlichte Smava die Fundingrunde dann erst im September und nicht schon im Mai?
  3. Im April 2015 verkündete Smava eine Kapitalerhöhung von 16 Mio. Dollar. Auf Basis alter Handelsregistereinträge ergibt sich für diesen Zeitpunkt eine Post-Money-Bewertung von 64,5 Mio. Dollar. Schauen wir nun auf die 34 Mio. Dollar aus 2016: Wenn sich diese Summe ausschließlich auf die eigentliche Kapitalerhöhung (also unter Ausschluss von Verdane) bezieht, dann ergibt sich plötzlich eine Post-Money-Bewertung von 236 Mio. Dollar. Das wäre zwar nicht völlig aus der Welt. Allerdings hätte Smava in diesem Fall das Kunststück fertiggebracht, rund zehn Jahre nach der Gründung die Bewertung binnen gut eines Jahres zu verdreieinhalbfachen.
  4. Für 2018 ergäbe sich – wiederum unter der Prämisse, dass die „Secondaries“ nicht in die kommunizierten 65 Mio. Euro  einbezogen wurden – sogar eine Post-Money-Bewertung von 428 Mio. Dollar.

Auch das wäre nicht jenseits von Gut und Böse, wenn man bedenkt, dass der ähnlich große Hamburger Konkurrent Finanzcheck im Sommer für 285 Mio. Euro (nicht: Dollar …) an Scout24 verkauft wurde. Und doch: Der Bewertungssprung zwischen 2015 und 2018 bliebe doch erstaunlich. Wie es wirklich war? Wird man womöglich nie erfahren.

24/10/18: Die große Smava-Recherche, Fidor vor Verkauf, 21 Mio. € für xbaV

Exklusiv: Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?

Das Kreditvergleichsportal Smava gehört nicht nur zu den ältesten deutschen Fintechs. Sondern nach eigenen Angaben auch zu den am besten finanzierten. 135 Mio. Dollar haben Venture-Capital-Firmen über die Jahre in das Berliner Fintech gesteckt, allein die bislang letzte Runde im Frühjahr 2018 spülte erstaunliche 65 Mio. Dollar in die Kasse. So sagt es Smava jedenfalls selbst. Und so steht es in den einschlägigen Datenbanken wie der von Crunchbase. Nun allerdings werfen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ die Frage auf: Kann es womöglich sein, dass Smava – ähnlich wie das Hamburger Vorzeige-Startup Deposit Solutions – seine Funding-Zahlen mit „Secondaries“ aufgehübscht hat? Leider verweigern die Berliner hierzu jede Aussage. Darum blieb uns nichts anderes übrig, als auf Basis von Handelsregister-Auszügen einzeln zu untersuchen, welche der 5,3 Mio. Gesellschaftsanteile welchen Investoren wann gehört haben. Ein irrsinniges Unterfangen. Aber hilft ja nix. Voilà: Finanz-Szene.de

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News

Französische BPCE stellt Münchner Fidor-Bank komplett zum Verkauf: So jedenfalls berichtet es heute Morgen die „FAZ“ (der man bei diesem Thema trauen darf). Als möglicher Kaufpreis wird über eine Summe irgendwo jenseits der 235 Mio. Euro spekuliert. Damit hätte das Pariser Genossenschaftsinstitut nicht nur jene gut 100 Mio. Euro wieder raus, die es vor zwei Jahren selber für Fidor bezahlte – sondern auch die Kapitalerhöhung, die damals nötig wurden, um die (selbsternannte) Fintech-Bank nach Verlusten mit einem britischen Ratenkredit-Portfolio zu stützen. FAZ (Seite 23).

Der Ausverkauf im Dax hat gestern (wie sollte es anders sein …) auch die Banken erwischt. Konkret: Die Deutsche Bank liegt auf Monatssicht jetzt 10,9% im Minus (gestriger Schusskurs: 9,31 Euro), bei der Commerzbank sind es minus 12,6% (8,33 Euro).

Ganz schön cutting-edge, unsere Freunde aus dem Global Transaction Banking der Deutschen Bank: Nachdem neulich schon ein „Chief Data Officer“ angeheuert wurde (der standesgemäß von JP Morgan kam), hat das größte Geldhaus des Landes nun laut „FT“ auch noch von der Bank of England einen hochmögenden Cloud-Spezialisten abgeworben. Financial Times (Paywall)

Und noch eine Kurzmeldung: Das auf die Digitalisierung der betrieblichen Altersvorsorge spezialisierte Münchner Insurtech xbAV soll bei Investoren stolze 21 Mio. Euro eingesammelt haben. deutsch-startups.de

Korrektur: Wir haben den neuen Warburg-Partner und ehemaligen OLB-Chef Patrick Tessmann in der gestrigen Ausgabe fälschlicherweise „Peter Tessmann“ genannt. Ist uns peinlich. Und tut uns leid.

Schwerpunkt Deutsche Bank

Um ehrlich zu sein: Wir haben uns in den vergangenen Tagen derart tief in unsere piefigen „Secondaries“ verbissen, dass uns fürs große Ganze (oder auch nur: für die Deutsche Bank) mal wieder völlig der Blick fehlte. Macht aber nichts. Denn als Verfechter des Plattform-Modells sagen wir Ihnen natürlich (damit Sie pünktlich zur Veröffentlichung der Q3-Zahlen heute Früh wieder à jour sind), wo Sie stattdessen geholfen werden:

  • Warum die Quartalszahlen der Deutschen Bank noch schlechter ausfallen könnten als ohnehin befürchtet: … erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
  • Für alle, die das mit dem „ohnehin befürchtet“ gern einmal quantifiziert hätten: Der „Consensus Report“ (also der Querschnitt der Analysten-Schätzungen) zum dritten Quartal. Deutsche-Bank-Homepage (PDF)
  • Auf diese fünf Punkte sollten sie heute Morgen bei der Präsentation der Zahlen genau achten: Sehr informative Zusammenfassung der Kollegin Yasmin Osman. Handelsblatt (Paywall)
  • Führt die Selbstverzwergung der Deutschen Bank zu ihrer Genesung – oder geradewegs in eine Notfusion mit der Commerzbank? Eine üppige Analyse der Kollegin Anne Kunz von der „Welt“.
  • Warum eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wirklich Sinn ergeben könnte: … jedenfalls nach Darstellung der (in solchen Fällen natürlich nicht interessenfreien) Investmentbanker von Goldman Sachs. Manager Magazin

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(nebenbei bemerkt, liebe DKB: Genau solche Einlassungen sind es, die dem Vorstandsvorsitzenden Eurer Mutter, wenn er das nächste Mal mit seinen Minderheitseignern, also den bayerischen Sparkassen, zusammenkommt, dann wieder um die Ohren gehauen werden. Tssssssssssss.)

Und noch was aus der Payment-Ecke: Die geschätzte Zahlungsverkehrs-Expertin Sibylle Strack erklärt im Interview mit dem geschätzten Zahlungsverkehrs-Experten Rudolf Linsenbarth, warum Apple und die deutschen Banken sich gegenseitig brauchen. IT-Finanzmagazin

Nehmen Sie Linktipps eigentlich nur von uns an, liebe LeserInnen? Doch hoffentlich nicht! Denn: Der gute Rainer Neske, seines Zeichens Chef der LBBW, hat gestern über die sozialen Netzwerke einen „Harvard Business Review“-Artikel über Künstliche Intelligenz zur Lektüre allerwärmstens empfohlen. Guggst Du hier: HBR.org

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über den Funding-„Irrtum“ bei Deposit Solutions: Finanz-Szene.de

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24/10/18: Fokus Deutsche Bank, Die große Smava-Recherche, Fidor vor Verkauf

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