31/10/18: Die Wahrheit über Paydirekt, Fintech-Studie der Dt. Bank, 20 Mio. € für Insurtech

Exklusiv: Nur 40.000 Transaktionen im Monat – was wird jetzt aus Paydirekt?

Eines der spannendsten Geheimnisse in der deutschen Finanzbranche scheint gelüftet – die Nutzerzahlen von Paydirekt. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gab ein hochrangiger Sparkassen-Manager die Anzahl der Bezahlvorgänge jüngst bei einer Podiums-Veranstaltung auf Nachfrage  hin preis: Es seien rund 40.000 Stück pro Monat – eine Darstellung, die der DSGV  gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Damit bewahrheiten sich Befürchtungen, dass die Marktanteile des bankeneigenen Paypal-Klons auch vier Jahre nach dessen Gründung noch immer marginal sind. Denn zum Vergleich: Bei Paypal dürfte die Zahl der monatlichen Transaktionen hierzulande im zweistelligen Mio-Bereich liegen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte – inklusive Ertragsberechnungen, brandneuen Verlustzahlen und der Frage, was nun aus Paydirekt werden soll: Finanz-Szene.de

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News

Bei Cominvest, dem Robo-Advisor der Comdirect, sind die „Assets under Management“ im dritten Quartal von knapp 350 Mio. Euro auf rund 400 Mio. Euro gestiegen, was aus unserer Sicht dreierlei lehrt: 1.) Die Commerzbank-Tochter aus Quickborn festigt im deutschen Robo-Ranking Platz zwei hinter Scalable Capital; 2.) Auch in schwachen Börsen-Quartalen legen die Robo-AuMs tendenziell zu, allerdings beileibe nicht so stark, dass man von einem imposanten oder gar von einem exponentiellen Wachstum sprechen könnte; und 3.) Dass auch die Frankfurter Mutter ihre Kunden seit Anfang Juli offiziell/angeblich zu Cominvest durchleitet, spiegelt sich in den Q3-Zahlen nicht wirklich wider. Mag daran liegen, dass man schon wirklich seeeehr gut suchen muss, um die entsprechende Verlinkung auf der Homepage der Commerzbank zu finden. Pressemitteilung

Wo wir schon mal dabei sind, hier noch kurz die Comdirect-Zahlen: 160.000 Neukunden von Januar bis September (wir finden: verblüffend viel). 64,3 Mio. Euro Vorsteuergewinn von Januar bis September (wir finden: gäääääääähn). Pressemitteilung

Zu den vielen Dingen, die uns an Wirecard faszinieren, gehört auch der Umstand, dass der Dax-Aufsteiger (zumindest gefühlt) achtmal jährlich Quartalszahlen veröffentlicht: … und so kamen also gestern die Q3-Zahlen, die eigentlich erst Mitte November kommen sollten (bzw. dann in detaillierter Form nochmals kommen werden) … und natürlich fielen die Zahlen mal wieder so gut aus, dass die ARD den Zahlungsdienstleister „auf der perfekten Welle“ wähnt. Na, wenn die gebührenfinanzierten Kollegen das so sagen, wird’s schon stimmen. ARD, Financial Times (Paywall)

Wir müssten lügen, wenn wir behaupten würden, jemals vom Berliner Insurtech Omnius gehört zu haben, das (wenn wir es richtig verstehen) Versicherern auf KI-Basis bei der Verwaltung von Dokumenten hilft (oder so ähnlich). Jedenfalls: Ebendieses Startup hat gestern mitgeteilt, man habe bei namhaften Investoren knapp 20 Mio. Euro eingeworben, womit Omnius (wir finden auch die Schreibweise „Omni:us“) auf einen Schlag zu den bestfinanzierten deutschen Versicherungs-Fintechs gezählt werden muss. Wobei: Das gilt natürlich nur, wenn man in der Firma auch tatsächlich ein Insurtech sehen will und kein KI-Startup, das sich auf Dienstleistungen für Versicherer spezialisiert hat. Mal wieder alles furchtbar kompliziert. TechCrunch

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31/10/18: Die Wahrheit über Paydirekt, Coba lässt Comdirect hängen, Faszinosum Wirecard

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Wo wir schon mal dabei sind, hier noch kurz die Comdirect-Zahlen: 160.000 Neukunden von Januar bis September (wir finden: verblüffend viel). 64,3 Mio. Euro Vorsteuergewinn von Januar bis September (wir finden: gäääääääähn). Pressemitteilung

Zu den vielen Dingen, die uns an Wirecard faszinieren, gehört auch der Umstand, dass der Dax-Aufsteiger (zumindest gefühlt) achtmal jährlich Quartalszahlen veröffentlicht: … und so kamen also gestern die Q3-Zahlen, die eigentlich erst Mitte November kommen sollten (bzw. dann in detaillierter Form nochmals kommen werden) … und natürlich fielen die Zahlen mal wieder so gut aus, dass die ARD den Zahlungsdienstleister „auf der perfekten Welle“ wähnt. Na, wenn die gebührenfinanzierten Kollegen das so sagen, wird’s schon stimmen. ARD, Financial Times (Paywall)

Die Aufseher von der Bafin, so lesen wir in befreundeten Medien, hätten gegen die neue Super-Sparkassen-Landesbank (die ja eh nicht kommen wird) nichts einzuwenden, die Gewerkschafter von Verdi aber sehr wohl: Fragt sich, welche der beiden „Nachrichten“ weniger überraschend ist. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

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Nur 40.000 Transaktionen monatlich – was wird jetzt aus Paydirekt?

Von Heinz-Roger Dohms

Eines der spannendsten Geheimnisse in der deutschen Finanzbranche scheint gelüftet – die Nutzerzahlen von Paydirekt. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gab ein hochrangiger Sparkassen-Manager die Anzahl der Bezahlvorgänge jüngst bei einer Podiums-Veranstaltung auf Nachfrage  hin preis: Es seien rund 40.000 Stück pro Monat – eine Darstellung, die der DSGV  gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Eine Sprecherin von Paydirekt wollte sich gestern nicht äußern.

Damit bewahrheiten sich Befürchtungen in der Branche, dass die Marktanteile des deutschen Paypal-Klons auch vier Jahre nach dessen Gründung noch immer verschwindend gering sind. Zur groben Einordnung: Der US-Konkurrent Paypal gibt für Deutschland zwar keinerlei Transaktionsdaten bekannt, kam allerdings global im dritten Quartal nach eigenen Angaben auf 2,5 Mrd. Transaktionen. Von den weltweit 254 Mio. aktiven Paypal-Kunden (aktiv heißt: mindestens eine Transaktion in den vergangenen zwölf Monaten) kommen 20,5 Mio. aus Deutschland – also etwa jeder zwölfte. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die hiesigen Paypal-Nutzer weniger aktiv sind als in anderen Ländern, käme man, wenn man die 2,5 Mrd. Transaktionen durch, sagen wir, 25 teilt (statt durch 12) immer noch auf 100 Mio. Bezahlvorgänge im Quartal und also rund 33 Mio. pro Monat. Das wären dann 800-mal so viele wie bei Paydirekt.

Handelsexperten gehen davon aus, dass der durchschnittliche Warenkorb im deutschen E-Commerce-Handel irgendwo zwischen 55 und 75 Euro liegt (hierauf verweisen diverse Erhebungen wie die des „Centre for Retail Research“). Legt man diese Werte für Paydirekt zugrunde, so würden mit der Bezahlmethode – auf Basis der genannten 40.000 Transaktionen – gerade einmal Einkäufe in Höhe von maximal 3 Mio. Euro monatlich getätigt. Angenommen, der durchschnittliche Händler führt 1% der Rechnungssumme an Paydirekt ab, so ergäbe sich ein monatlicher Umsatz von 30.000 Euro; hinzu kommen noch einmal Gebühren von 19 Cent je Transaktion, also weitere knapp 8000 Euro. Macht annualisierte Erträge vor Kosten von rund 450.000 Euro – bzw. ein bisschen mehr, wenn man fairerweise berücksichigt, dass die Geschäfte im vierten Quartal wegen  Weihnachten deutlich anziehen.

Die schwache Akzeptanz bei den Nutzern wirft die Frage nach der Zukunft des einstigen Vorzeigeprojekts der deutschen Kreditwirtschaft auf. Vor gut einem Jahr war aus dem Sparkassenlager der Ruf nach einer spektakulären Kapitalerhöhung für Paydirekt laut geworden – von bis zu 300 Mio. Euro war damals die Rede. Nach allem, was die Öffentlichkeit weiß, hat der Online-Bezahldienst bislang allerdings keine Finanzspritze erhalten. Von Bankenseite äußerte sich zuletzt Thomas Ullrich, der zuständige Vorstand der genossenschaftlichen DZ Bank, zu dem Thema. Seinen Angaben zufolge soll das Funding für Paydirekt bis Jahresende stehen. Allerdings stellte Ullrich auch klar: „Ich kann Ihnen für die genossenschaftliche Finanzgruppe sagen, dass wir nicht 100 Mio. Euro investieren werden, sondern sehr viel weniger.“ Wenn man davon ausgeht, dass sich der Sparkassensektor, die Genobanken und die privaten Kreditinstitute paritätisch an einer Kapitalerhöhung beteiligen, würde diese also nach jetzigem Stand deutlich unter 300 Mio. Euro liegen.

Wie viel Geld das Projekt bislang verschlungen hat ist unklar. Allerdings lassen Zahlen, auf die „Finanz-Szene.de“ im Bundesanzeiger gestoßen ist, darauf schließen, dass es längst um einen gehobenen zweistelligen Millionenbetrag gehen dürfte. Konkret handelt es sich bei dem seit Mitte Oktober öffentlich einsehbaren Dokument um den 2017er-Abschluss der „GIZS GmbH & Co. KG“ – das ist jene Gesellschaft, die nach eigenen Angaben „den Betrieb und die Weiterentwicklung“ von Paydirekt innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe koordiniert und sich „den Ausbau der Marktposition auf der Privatkunden- und Händlerkundenseite“ auf die Fahnen geschrieben hat.

Dem Registerauszug zufolge häufte allein diese Firma im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 12,0 Mio. Euro an – zusätzlich zu einem Verlustvortrag von 10,4 Mio. Euro. Der negative operative Cashflow belief sich 2017 sogar auf 17,8 Mio. Euro, für dieses Jahr kalkuliert die Gesellschaft mit einem negativen Gesamt-Cashflow von 14,0 Mio. Euro.  Nicht ganz klar ist, woher die Fehlbeträge rühren – denn personell ist die GIZS mit zuletzt 18 Mitarbeitern eher dürftig ausgestattet. Im vergangenen Jahr hatten „Finanz-Szene.de“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass Banken und Sparkassen angeblich hohe Zuschüsse an große Händler zahlen sollen, damit diese Paydirekt einbinden; allein im Zusammenhang mit dem Otto-Konzern war von gut 10 Mio. Euro die Rede.

Insidern zufolge sollen diese Zahlen mitverantwortlich für die Fehlbeträge der GIZS sein. Der Deutsche Sparkassenverlag, der gemeinsam mit der Helaba und der LBBW hinter der GIZS steht, teilt hierzu mit: „Die Aufwendungen für das Bezahlverfahren Paydirekt werden paritätisch innerhalb der drei Kreditsäulen aufgeteilt. Insofern trägt die Sparkassen-Finanzgruppe über die GIZS auch ein Drittel der auf der Ebene der Paydirekt GmbH anfallenden Kosten für u. a. Aufbau und Weiterentwicklung des Bezahlverfahrens, Vermarktung etc.“ Klar scheint immerhin zu sein, dass Verluste, die bei Paydirekt (möglicherweise) direkt anfallen, in den Zahlen der GIZS nicht auftauchen. Hierzu heißt es: „Eine direkte Beteiligung der GIZS an den Verlusten der Paydirekt besteht nicht.“

30/10/18: Buffetts große Fintech-Wette, Der nächste Robo, Sewings Bullshit-Ausraster

Das „Basta“ des Deutsche-Bank-Chefs heißt „Bullshit“

Wenn die Deutsche Bank ein Zitat ihres Vorstandschefs einfangen muss – dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Das war damals bei Ackermann so, der angeblich gesagt hatte, er würde sich „schämen“ Staatshilfe anzunehmen (während die Bank darauf beharrte, er habe „Es wäre eine Schande“ gesagt). Und das war gestern Vormittag so, als die Meldung kursierte, Christian Sewing hätte die Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank als „Bullshit“ bezeichnet. Tatsächlich soll es wohl so gewesen sein, dass der Deutsche-Bank-CEO bei einer Telefonkonferenz mit Führungskräften weder die Idee als solche noch die Spekulationen darüber mit dem Kraftausdruck belegt hat – sondern den Umstand, dass einige seine Leute geneigt sind, die Fusionsgerüchte als Ausrede für ihre eigene schwache Performance zu nehmen (was der Jäger Sewing so gar nicht abkann). Also alles halb so wild. Die Moral von der Gschicht? Die ersten 200 Tage im Amt haben den obersten Deutschbanker offenbar ein bisschen dünnhäutig werden lassen. Wer will es ihm verdenken? Financial Times (Paywall), FAZ, Manager Magazin, Süddeutsche

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News

Hauck & Aufhäuser startet Edel-Robo: Das Angebot heißt „Zeedin“, folgt dem Hybridansatz (also mit menschlicher Beratungskomponente), hat eine Einstiegshürde von 50.000 Euro, wurde gebaut mithilfe des Schweizer Fintechs Crealogix – und ist, wenn wir uns nicht verzählt haben, bereits der zweite digitale Vermögensverwalter unter dem Dach der Frankfurter Privatbank. Oder gehört Easyfolio nicht mehr zu Hauck & Aufhäuser? Extra-Funds, Pressemitteilung

Die Deutsche Börse hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal um rund 20% auf 395 Mio. Euro gesteigert: … was nicht verwundert, wenn man bedenkt, was da draußen zuletzt an den Märkten los war. n-tv

Warum Warren Buffett erstaunliche 600 Mio. Dollar (!) in zwei Fintechs investiert: … von denen freilich keines aus Deutschland kommt, sondern eines aus Brasilien und eines aus Indien. WSJ.com, Marketwatch

That’s not news

Wie immer dienstags ein kurzer Überblick über die Nachrichten vom Wochenende:

  • Anders als wir letzte Woche unter Verweis auf den „Spiegel“ berichteten, hat sich nun doch nicht PwC das Wirtschaftsprüfungsmandat bei der Deutschen Bank gesichert sondern Ernst & Young. Börsen-Zeitung
  • Der DSGV-Präsident ist für seine Pläne einer neuen Super-Sparkassen-Landesbank (aus Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp) gleich mal ordentlich abgewatscht worden: „Träumen Sie weiter, Herr Schleweis“, schreibt Kollege Wittkowski in der „Börsen-Zeitung“ (Paywall), während Kollegin Schreiber von der „Süddeutschen“ meint, die Idee sei „zum Scheitern verurteilt“. (diejenigen, die das Ganze letzte Woche geleakt haben, werden es gerne lesen)
  • Dazu passt, dass sich zwei der drei LBBW-Eigner (nämlich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart) gleich mal gegen die Pläne stellen: … womit wir aber keineswegs insinuieren wollen, dass in Schwaben das Leak zu suchen sei. dpa/onvista, Handelsblatt (Paywall)

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Sind die Robo-Adviser so rational, wie es ihre Programmierer glauben machen wollen? Nicht unbedingt, sagt DZ-Bank-Vordenker Dirk Elsner (und auch, wenn Elsner es nur andeutet: Vielleicht ist das ja ein Grund, warum die meisten digitalen Vermögensverwalter hierzulande bislang nur Kleckerbeträge einsammeln). Capital

Wie funktioniert Near-Field-Communication? Teil 3 der kleinen Erklärbär-Serie von Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

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30/10/18: Sewings „Bullshit“-Ausraster, Dt. Börse glänzt in Q3, LBBW gegen Großfusion

Das „Basta“ des Deutsche-Bank-Chefs heißt „Bullshit“

Wenn die Deutsche Bank ein Zitat ihres Vorstandschefs einfangen muss – dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Das war damals bei Ackermann so, der angeblich gesagt hatte, er würde sich „schämen“ Staatshilfe anzunehmen (während die Bank darauf beharrte, er habe „Es wäre eine Schande“ gesagt). Und das war gestern Vormittag so, als die Meldung kursierte, Christian Sewing hätte die Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank als „Bullshit“ bezeichnet. Tatsächlich soll es wohl so gewesen sein, dass der Deutsche-Bank-CEO bei einer Telefonkonferenz mit Führungskräften weder die Idee als solche noch die Spekulationen darüber mit dem Kraftausdruck belegt hat – sondern den Umstand, dass einige seine Leute geneigt sind, die Fusionsgerüchte als Ausrede für ihre eigene schwache Performance zu nehmen (was der Jäger Sewing so gar nicht abkann). Also alles halb so wild. Die Moral von der Gschicht? Die ersten 200 Tage im Amt haben den obersten Deutschbanker offenbar ein bisschen dünnhäutig werden lassen. Wer will es ihm verdenken? Financial Times (Paywall), FAZ, Manager Magazin, Süddeutsche

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Die Deutsche Börse hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal um rund 20% auf 395 Mio. Euro gesteigert: … was nicht verwundert, wenn man bedenkt, was da draußen zuletzt an den Märkten los war. n-tv

Nachdem das Wealth Management der Berenberg-Bank binnen nicht einmal 12 Monaten schon den zweiten Co-Chef bzw. die zweite Co-Chefin verloren hat (erst Oliver Holtz, nun Angela Müller-Valkyser), soll der verbliebene Chef Dirk Wehmhöner die Sparte künftig alleine führen. Private Banking Magazin

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Wie immer dienstags ein kurzer Überblick über die Nachrichten vom Wochenende:

  • Anders als wir letzte Woche unter Verweis auf den „Spiegel“ berichteten, hat sich nun doch nicht PwC das Wirtschaftsprüfungsmandat bei der Deutschen Bank gesichert sondern Ernst & Young. Börsen-Zeitung
  • Der DSGV-Präsident ist für seine Pläne einer neuen Super-Sparkassen-Landesbank (aus Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp) gleich mal ordentlich abgewatscht worden: „Träumen Sie weiter, Herr Schleweis“, schreibt Kollege Wittkowski in der „Börsen-Zeitung“ (Paywall), während Kollegin Schreiber von der „Süddeutschen“ meint, die Idee sei „zum Scheitern verurteilt“. (diejenigen, die das Ganze letzte Woche geleakt haben, werden es gerne lesen)
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  • Der gefühlte Postbank-Chef Frank Strauß (der ja eigentlich längst Chef der neu geschaffenen Deutsche-Bank-Privatkunden-Einheit ist) hat in einem „FAS“-Interview einen Satz gesagt, der sich fast so liest, als müssten sich die Kunden auf weitere Gebührenerhöhungen gefasst machen: „Der deutsche Markt normalisiert sich, überall führen Banken – auch die Direktbanken – Gebühren für Girokonten ein.“ FAZ

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