NordLB-Verkauf: Kann es sein, dass die Träger ein wenig die Kontrolle über den Prozess verlieren?

Wenn wir das Bieterverfahren bei der NordLB richtig verstehen, dann wurde der Prozess so aufgesetzt, dass die Interessenten a) auf alles, b) auf wenig, oder c) auf alles dazwischen bieten durften. Das klang fair. Aber es klang auch komplex. Zumal hinzu kam: Irgendwie beschlich einen in den vergangenen Wochen das Gefühl, dass die Träger der NordLB zwar wissen, wohin sie mit ihrem Prozess wollen (Deal mit der Helaba), dass sie aber nicht wissen, ob sie diesen Deal wirklich kriegen – und wie denn, falls sie diesen Deal nicht kriegen, ein als zumutbar empfundener alternativer Deal aussehen könnte. Jedenfalls: Wie die Kollegen von „Reuters“ berichten, ist das Verfahren jetzt so verfahren, dass eine Einigung noch in diesem Jahr (mit wem auch immer) fast ausgeschlossen erscheint. Es gebe zwar Offerten. Die seien aber so schwer zu vergleichen, dass die Träger erst mal ein bisschen Zeit zur Sortierung bräuchten. Und über allem schwebt ja weiterhin die Frage: Was will die Helaba? (die parallel offenbar auch andere Pläne verfolgt, siehe unten). Reuters/Wiwo

Concardis wertet Beteiligung ab – was ist los beim Vorzeige-Fintech Orderbird?

Es ist nur ein einziger Satz. Aber er schallt wie ein Ohrfeige: „Aufgrund der mehrjährigen Verluste und Risiken im weiteren Geschäftsverlauf erfolgte (…) 2017 eine Wertberichtigung von 50% auf den Beteiligungsbuchwert auf nun EUR 4.433.000.“ So steht es, wie „Finanz-Szene.de“ entdeckt hat, im Geschäftsbericht von Concardis. Wobei sich die Aussage natürlich nicht auf Concardis selbst bezieht – sondern auf eine der prominentesten Beteiligungen des Eschborner Zahlungsdienstleisters, nämlich das 2011 gegründete Berliner Payment-Startup Orderbird. Dabei galt Orderbird eigentlich mal als eines der deutschen Vorzeige-Fintechs. Bestens finanziert (20 Mio. Euro allein in der 2016er-Runde). Namhafte Investoren (neben Concardis z.B. auch  Maschmeyer und die Metro). Und ein klares Produkt (iPad-basierte Kassensysteme für Restaurants). Doch trotz dieser tollen Ausgangslage scheint Orderbird nicht abzuheben. Unsere Analyse:

1.) Internationale Expansion
  • Das war Sache: Mit der Finanzierung wollte Orderbird u.a. die internationale Expansion vorantreiben. So war Anfang 2017 vom Eintritt in den italienischen und den spanischen Markt die Rede.
  • Das ist Sache: Die Expansion wurde zwischenzeitlich abgebrochen.
  • Das sagt der Chef (also CEO Jakob Schreyer): „Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Strategie angepasst, wollen uns stärker auf die DACH-Region fokussieren, weil hier die größten Opportunitäten für uns liegen.
2.) Umsatzwachstum
  • Das war Sache: Für 2016/17 (bilanziert wird immer zum 30. September) strebte Orderbird laut Jahresabschluss ein Umsatzwachstum von 60% an.
  • Das ist Sache: Mit einem Umsatzplus von 54% wurde dieses Ziel fast erreicht, in absoluten Zahlen lagen die Umsatzerlöse 16/17 bei 9,0 Mio. Euro. Allerdings: Im Geschäftsjahr 17/18 (für das noch kein Abschluss veröffentlicht wurde) trat Orderbird offenbar kräftig auf die Bremse. Im Prognosebericht heißt es: „Im Geschäftsjahr 2017/2018 wird ein Umsatzwachstum von 14,0 % erwartet.“
  • Das sagt der Chef: „Wir setzen inzwischen stärker auf qualitatives Wachstum. Im Mittelpunkt standen zuletzt nicht die einmaligen Erlöse aus dem Verkauf von Hardware (wie z.B. Drucker), sondern die wiederkehrenden Erlöse, die uns die Restaurantbesitzer monatlich zahlen, zum Beispiel für Lizenzen.“
3.) Kundenwachstum
  • Das war Sache: „Wir gewinnen mehr als 300 Neukunden pro Monat und verfügen mittlerweile über einen Kundenstamm von mehr als 7500 Kunden.“ So sagte es Schreyer im April 2017 in einem Interview.
  • Das ist Sache: Im Geschäftsjahr 16/17 akquirierte Orderbird laut Jahresabschluss 3700 neue Kunden. Das passt nahezu exakt zur Interview-Aussage. Allerdings: Die 3700 Kunden sind eine Bruttogröße. Netto stieg die Kundenzahl lediglich von 5700 auf 7900 Kunden, also um 2200 Kunden. Für das Geschäftsjahr 18/19 ist noch kein Abschluss veröffentlicht. Laut Homepage hat Orderbird inzwischen jedoch „über 10.000“ Kunden, womit die Zuwächse in etwa stabil geblieben wären.
  • Das sagt der Chef: „Dass wir Kunden verlieren, lässt sich bei unserer Branche nicht vermeiden. Die Churn Rate in der Gastronomie liegt bei rund 20% bis 25% – wir sind allerdings darunter, und solange das so ist, können wir da sehr gut mit leben.“
4. Mitarbeiterwachstum
  • Was war Sache: Im April 2017 hatte Orderbird nach eigenen Aussagen gut 140 Mitarbeiter – und wollte bis April 2018 bei 200 angekommen sein
  • Das ist Sache: Laut Geschäftsbericht waren es im September 2016 genau 136,6 FTE (also 136,6 volle Stellen) und im September 2017 dann 141,1 FTE (also 141,1 volle Stellen). Geht man davon aus, dass bei Orderbird zwar nicht alle, aber doch die meisten Mitarbeiter vollzeitbeschäftigt sind, könnten es also per September 2017 grob geschätzt rund 150 Mitarbeiter gewesen sein. Aktuell sind es laut Unternehmenswebsite „mehr als 110 Mitarbeiter“. Dieser offenkundige Rückgang deckt sich in etwa mit Statistikzahlen bei LinkedIn, wo ein Minus von 22% für die vergangenen zwölf Monate angezeigt wird.
  • Das sagt der Chef: „Wir haben beim Thema Internationalisierung ein paar Stellen abgebaut. Ansonsten ist der Rückgang aber relativ gering, das atmet manchmal ein bisschen, weil wir teils auch mit Freelancern arbeiten. Im Core-Bereich haben wir aber sogar eingestellt und werden das auch 2019 wieder tun.“
5.) Finanzielle Lage
  • Das war Sache: Mit der Finanzierungsrunde im Frühjahr 2016 schien Orderbird finanziell bestens aufgestellt, die Kapitalrücklage betrug zwischenzeitlich satte 28,0 Mio. Euro.
  • Das ist Sache: Orderbird hat zumindest eine Zeit lang unter einem enormen Cashburn gelitten. Für das Geschäftsjahr 15/16 (bilanziert wird immer zum 30. September) stand ein Jahresfehlbetrag von 5,6 Mio. Euro, im Geschäftsjahr 16/17 waren es sogar 8,8 Mio. Euro. Berücksichtigt man die Verlustvorträge, belief sich der Bilanzverlust per September 2017 auf 22,7 Mio. Euro.  Aktuellere Zahlen gibt es keine.
  • Das sagt der Chef: „Wir planen bis Ende 2019/Anfang 2020 profitabel zu sein. Wir haben genügend Zugang zu Liquidität und auch unsere Bestandsinvestoren stehen weiterhin überzeugt hinter uns. In Kürze werden wir uns hierzu detaillierter äußern können.“
Fazit

Die Zahlen sprechen für sich. Orderbird hat weiterhin ein spannendes Produkt, das durchaus seine Kunden (wie gesagt: gut 10.000 mittlerweile) findet. Aber: Es scheint sich um ein vertriebsintensives (und damit kostenintensives) Wachstum zu handeln oder wenigstens gehandelt zu haben. Die erhoffte Traction – die für ein erfolgreiches digitales Geschäftsmodell eigentlich charakteristisch sein sollte – hat sich bislang noch nicht eingestellt. Kein Wunder, dass die Investoren (oder wenigstens: der Investor Concardis) inzwischen skeptischer auf Orderbird schauen als noch vor zwei, drei Jahren.

Concardis wertet Beteiligung ab – was ist los beim Vorzeige-Fintech Orderbird?

Von Heinz-Roger Dohms

Es ist nur ein einziger Satz. Aber er schallt wie ein Ohrfeige: „Aufgrund der mehrjährigen Verluste und Risiken im weiteren Geschäftsverlauf erfolgte (…) 2017 eine Wertberichtigung von 50% auf den Beteiligungsbuchwert auf nun EUR 4.433.000.“ So steht es, wie „Finanz-Szene.de“ entdeckt hat, im Geschäftsbericht von Concardis. Wobei sich die Aussage natürlich nicht auf Concardis selbst bezieht – sondern auf eine der prominentesten Beteiligungen des Eschborner Zahlungsdienstleisters, nämlich das 2011 gegründete Berliner Payment-Startup Orderbird. Dabei galt Orderbird eigentlich mal als eines der deutschen Vorzeige-Fintechs. Bestens finanziert (20 Mio. Euro allein in der 2016er-Runde). Namhafte Investoren (neben Concardis z.B. auch  Maschmeyer und die Metro). Und ein klares Produkt (iPad-basierte Kassensysteme für Restaurants). Doch trotz dieser tollen Ausgangslage scheint Orderbird nicht abzuheben. Unsere Analyse:

1.) Internationale Expansion
  • Das war Sache: Mit der Finanzierung wollte Orderbird u.a. die internationale Expansion vorantreiben. So war Anfang 2017 vom Eintritt in den italienischen und den spanischen Markt die Rede.
  • Das ist Sache: Die Expansion wurde zwischenzeitlich abgebrochen.
  • Das sagt der Chef (also CEO Jakob Schreyer): „Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Strategie angepasst, wollen uns stärker auf die DACH-Region fokussieren, weil hier die größten Opportunitäten für uns liegen.
2.) Umsatzwachstum
  • Das war Sache: Für 2016/17 (bilanziert wird immer zum 30. September) strebte Orderbird laut Jahresabschluss ein Umsatzwachstum von 60% an.
  • Das ist Sache: Mit einem Umsatzplus von 54% wurde dieses Ziel fast erreicht, in absoluten Zahlen lagen die Umsatzerlöse 16/17 bei 9,0 Mio. Euro. Allerdings: Im Geschäftsjahr 17/18 (für das noch kein Abschluss veröffentlicht wurde) trat Orderbird offenbar kräftig auf die Bremse. Im Prognosebericht heißt es: „Im Geschäftsjahr 2017/2018 wird ein Umsatzwachstum von 14,0 % erwartet.“
  • Das sagt der Chef: „Wir setzen inzwischen stärker auf qualitatives Wachstum. Im Mittelpunkt standen zuletzt nicht die einmaligen Erlöse aus dem Verkauf von Hardware (wie z.B. Drucker), sondern die wiederkehrenden Erlöse, die uns die Restaurantbesitzer monatlich zahlen, zum Beispiel für Lizenzen.“
3.) Kundenwachstum
  • Das war Sache: „Wir gewinnen mehr als 300 Neukunden pro Monat und verfügen mittlerweile über einen Kundenstamm von mehr als 7500 Kunden.“ So sagte es Schreyer im April 2017 in einem Interview.
  • Das ist Sache: Im Geschäftsjahr 16/17 akquirierte Orderbird laut Jahresabschluss 3700 neue Kunden. Das passt nahezu exakt zur Interview-Aussage. Allerdings: Die 3700 Kunden sind eine Bruttogröße. Netto stieg die Kundenzahl lediglich von 5700 auf 7900 Kunden, also um 2200 Kunden. Für das Geschäftsjahr 18/19 ist noch kein Abschluss veröffentlicht. Laut Homepage hat Orderbird inzwischen jedoch „über 10.000“ Kunden, womit die Zuwächse in etwa stabil geblieben wären.
  • Das sagt der Chef: „Dass wir Kunden verlieren, lässt sich bei unserer Branche nicht vermeiden. Die Churn Rate in der Gastronomie liegt bei rund 20% bis 25% – wir sind allerdings darunter, und solange das so ist, können wir da sehr gut mit leben.“
4. Mitarbeiterwachstum
  • Was war Sache: Im April 2017 hatte Orderbird nach eigenen Aussagen gut 140 Mitarbeiter – und wollte bis April 2018 bei 200 angekommen sein
  • Das ist Sache: Laut Geschäftsbericht waren es im September 2016 genau 136,6 FTE (also 136,6 volle Stellen) und im September 2017 dann 141,1 FTE (also 141,1 volle Stellen). Geht man davon aus, dass bei Orderbird zwar nicht alle, aber doch die meisten Mitarbeiter vollzeitbeschäftigt sind, könnten es also per September 2017 grob geschätzt rund 150 Mitarbeiter gewesen sein. Aktuell sind es laut Unternehmenswebsite „mehr als 110 Mitarbeiter“. Dieser offenkundige Rückgang deckt sich in etwa mit Statistikzahlen bei LinkedIn, wo ein Minus von 22% für die vergangenen zwölf Monate angezeigt wird.
  • Das sagt der Chef: „Wir haben beim Thema Internationalisierung ein paar Stellen abgebaut. Ansonsten ist der Rückgang aber relativ gering, das atmet manchmal ein bisschen, weil wir teils auch mit Freelancern arbeiten. Im Core-Bereich haben wir aber sogar eingestellt und werden das auch 2019 wieder tun.“
5.) Finanzielle Lage
  • Das war Sache: Mit der Finanzierungsrunde im Frühjahr 2016 schien Orderbird finanziell bestens aufgestellt, die Kapitalrücklage betrug zwischenzeitlich satte 28,0 Mio. Euro.
  • Das ist Sache: Orderbird hat zumindest eine Zeit lang unter einem enormen Cashburn gelitten. Für das Geschäftsjahr 15/16 (bilanziert wird immer zum 30. September) stand ein Jahresfehlbetrag von 5,6 Mio. Euro, im Geschäftsjahr 16/17 waren es sogar 8,8 Mio. Euro. Berücksichtigt man die Verlustvorträge, belief sich der Bilanzverlust per September 2017 auf 22,7 Mio. Euro.  Aktuellere Zahlen gibt es keine.
  • Das sagt der Chef: „Wir planen bis Ende 2019/Anfang 2020 profitabel zu sein. Wir haben genügend Zugang zu Liquidität und auch unsere Bestandsinvestoren stehen weiterhin überzeugt hinter uns. In Kürze werden wir uns hierzu detaillierter äußern können.“
Fazit

Die Zahlen sprechen für sich. Orderbird hat weiterhin ein spannendes Produkt, das durchaus seine Kunden (wie gesagt: gut 10.000 mittlerweile) findet. Aber: Es scheint sich um ein vertriebsintensives (und damit kostenintensives) Wachstum zu handeln oder wenigstens gehandelt zu haben. Die erhoffte Traction – die für ein erfolgreiches digitales Geschäftsmodell eigentlich charakteristisch sein sollte – hat sich bislang noch nicht eingestellt. Kein Wunder, dass die Investoren (oder wenigstens: der Investor Concardis) inzwischen skeptischer auf Orderbird schauen als noch vor zwei, drei Jahren.

Sind die Nutzerzahlen von Kwitt wirklich ein Erfolg???

Von Heinz-Roger Dohms

„Kwitt überzeugt mit inzwischen über 90.000 Transaktionen pro Woche und rund 1,2 Millionen registrierten Nutzern – Tendenz weiter steigend“: Diese Erfolgsmeldung haben die deutschen Sparkassen gestern bei ihrer Abschluss-Pressekonferenz auf dem FI-Forum präsentiert. Wobei: Sind die Zahlen des P2P-Payment-Services wirklich ein Erfolg?

Der Versuch einer  Ad-hoc-Einordnung:

  • Dass Kwitt überhaupt Transaktionsdaten veröffentlicht, ist ein Indiz, dass sich die Sparkassen mit den Zahlen zumindest nicht unwohl fühlen. Dass die (inzwischen) gescheiterten Wettbewerber Cookies, Lendstar oder Cringle jemals Transaktionszahlen veröffentlicht hätten, können wir zumindest nicht erinnern (wobei wir uns gern eines Besseren belehren lassen)
  • Wenn der Quervergleich zu Paydirekt (okay, okay – etwas anderes Modell, darum ist das ein bisschen Äpfel mit Birnen …) erlaubt sei: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ kam der bankeneigene Online-Bezahldienst zuletzt auf rund 40.000 Transaktionen monatlich. Hier ist Kwitt (obwohl deutlich später gestartet) also jetzt schon grob um den Faktor 10 voraus.
  • Paydirekt gibt die Zahl der eigenen Nutzer mit 2,1 Millionen an; bei Kwitt sind es laut der Pressekonferenz gestern 1,2 Millionen. In der Hoffnung, uns jetzt nicht kolossal verrechnet zu haben: Im Schnitt führt der durchschnittliche Paydirekt-Nutzer damit nur alle 50 Monate eine Zahlung mit Paydirekt durch, während der durchschnittlich Kwitt-Nutzer alle drei Monate eine Zahlung mit Kwitt durchführt (oder anders gesagt: Der Anteil der aktiven Kunden dürfte bei Kwitt ungleich höher sein).
  • Vergleicht man Kwitt mit sich selbst, dann hat sich die Zahl der Transaktionen innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate in etwa verdoppelt (siehe Seite 15 der Präsentation, die gestern bei der PK gezeigt wurde). Aus dem Bauch heraus würden wir sagen: In dem immer noch frühen Stadium, in dem sich Kwitt (gestartet: vor rund zwei Jahren) befindet, ist dieses Wachstum sehr okay, aber nicht fulminant.
  • Hilfreich wäre es zu wissen, wie viele P2P-Zahlungen hierzulande über Paypal bzw. die Paypal-Tochter Venmo gemacht werden. Soweit wir wissen, gibt es hierzu aber keine öffentlichen Daten (wiederum: Wir lassen uns gern eines Besseren belehren) …
  • … indes: Vielleicht hilft ja auch ein Blick zu den großen P2P-Payment-Playern in den USA. Dort gibt es nämlich seit Mitte 2017 einen Anbieter namens Zelle, hinter dem 30 der größten amerikanischen Banken stehen – und der inzwischen ähnlich groß wenn nicht sogar größer als Venmo sein soll. Rund ein Drittel aller Zelle-Transaktionen entfallen angeblich auf Kunden der Bank of America. Im dritten Quartal waren das offiziellen Angaben zufolge 42,3 Millionen Zahlungen. Teilt man diese Zahl durch 13, so erhält man rund 3,2 Mio. Transaktionen pro Woche. Verglichen mit den 90.000 Transaktionen von Kwitt führen die Bank-of-America-Kunden damit über Zelle rund 35-mal so viele Zahlungen durch wie die Kwitt-Kunden über Kwitt.
  • Dazu muss man allerdings wissen, dass Zelle schon von 4,3 Mio. Bofa-Kunden aktiv genutzt wird. Auf den einzelnen User runtergebrochen kommt Zelle damit auf Transaktionszahlen, die „nur“ noch um den Faktor 10 höher sind als bei Kwitt.
  • Nun gälte es natürlich ganz viele Faktoren zu berücksichtigen, von denen wir nicht den blassesten Schimmer haben (Wie offensiv wird Zelle vermarktet?, Wie Mobile-Payment- bzw. P2P-Payment-affin sind die Amerikaner?, etc.pp.) …
  • … aber: Wenn wir es richtig verstehen, gilt Zelle in den USA als durchaus großer Erfolg. Und wenn wir uns nicht verrechnet haben, dann sind die Zahlen von Kwitt zumindest so ordentlich, dass sie sich ganz grob in ein nachvollziehbares Verhältnis zu diesem großen US-Erfolg setzen lassen (während Vergleiche zwischen Paydirekt und Paypal immer so enden, dass man sozusagen das Volumen der Nadel mit dem Volumen des Heuhaufens vergleicht).

Mithin: Kwitt scheint zumindest kein Misserfolg zu sein! Ob sich das Angebot tatsächlich als deutscher P2P-Payment-Standard etabliert, wird man sehen.