Was Apple Pay jetzt macht, haben die deutschen Banken 20 Jahre lang versäumt

Von Marcus W. Mosen*

Vielen iPhone-Usern (und damit auch mir) ist gestern ein Stein vom Herzen gefallen: Gottseidank, Apple Pay kommt, jetzt, tatsächlich. Warum die allgemeine und insbesondere auch meine Freude? Nun, zum einen habe ich damit eine Wette gegen Nick Santschi (den CEO von BS Payone) gewonnen, die wir am 11. Januar beim UNITI Cards- und Automations-Forum 2018 in Hamburg cora Publikum abgeschlossen hatten. Santschi war der Überzeugung, dass Apple Pay in diesem Jahr nicht mehr nach Deutschland kommt – ich hielt dagegen! Es ging um drei (oder waren es sechs?) Flaschen guten Champagners. Und ich war schon damals davon überzeugt, dass ich gewinnen würde …

Worum es aber natürlich wirklich geht: Mit dem bevorstehenden Start von Apple Pay endet ein großes Vakuum im Kosmos des bargeldlosen Zahlungsverkehrs hierzulande. Mobile Payment existiert in Deutschland bislang nicht wirklich, auch wenn über das Thema schon seit Jahren diskutiert wird, zumindest in den einschlägigen Kreisen. So hatte sich die Deutsche Kreditwirtschaft schon lange vor Apple Pay (Einführung in USA im Oktober 2014) mit dem Thema Mobile Payment beschäftigt. Bereits im Mai 2000, also  vor über 18 Jahren, führte „Paybox“ (die Deutsche Bank AG war damals 50%-iger Gesellschafter) mit großem Marketing-Tamtam die Paymentlösung für E- und M-Commerce ein, die auch private Geldtransaktionen ermöglichte (P2P Payments). Die Deutsche Bank versuchte eine Zeitlang, andere Banken als Unterstützer zu gewinnen, jedoch ohne Erfolg. Dann wurde ein Verkauf von Paybox an First Data in Erwägung gezogen. Aber auch diese Option der strategischen Weiterentwicklung kam nicht zustande. Stattdessen überließ man Paybox seinem eigenen Schicksal – in Deutschland wurde der Dienst eingestellt, in Österreich existiert er noch heute, jedoch auf einem eher überschaubaren Niveau.

Auch die damalige GZS (Gesellschaft für Zahlungssystem mbH), ein Unternehmen, an dem alle deutschen Bankengruppen beteiligt waren, wagte Anfang 2001 den Versuch, als „Inkubator“ Mobile Payment in Deutschland über einen breiten Plattformansatz im Markt einzuführen. Dafür beteiligte sie sich an der Payitmobile AG, einem Start-Up mit Sitz in München, gegründet im Jahr 2000. In einem nächsten Schritt wurde die Bildung eines Konsortiums eingeleitet, an dem sich das Softwarehaus Materna sowie das Mobilfunkunternehmen E-Plus beteiligen wollten. Auf der Bankenseite sprach man mit dem DSGV. Die Plattform „Payitmobile“ verstand sich als neutraler Paymentprovider zwischen Banken, Kreditkarten- und Mobilfunkunternehmen sowie Händlern.

Nachdem die GZS damals selbst in gewisse „Untiefen“ geriet, war dieses Venture jedoch schnell vom Tisch. Aber letztlich zeigte sich auch schon damals die systemimmanent hohe Hemmschwelle der deutschen Kreditwirtschaft, bei Payment-Themen an einem Strang zu ziehen und neuen Themen, die nicht unbedingt die EC-Karte (Girocard) im Produktkern haben, zu unterstützen. Man darf sich gar nicht ausmalen, wo wir heute in Deutschland und darüber hinaus im bargeldlosen Zahlungsverkehr stehen könnten, wenn dieses „Fintech-Projekt“ damals durchgezogen worden wäre.

Damals habe ich im Fazit eines Buchbeitrags geschrieben: „Mobile Payment wird den M-Commerce erst enablen. Mobile Payment als Funktion wird jedoch eher eine commodity-Leistung darstellen, als einen eigenen Mehrwert zu generieren. Die Wertschöpfungschancen bei der Vermarktung von Mobile-Transaktionen liegen daher mehr im Content des M-Commerce und weniger in der Abwicklung der Zahlung (…) Bei der Verarbeitung von Zahlungstransaktionen in der virtuellen Welt werden die gleichen Gesetze wie in der realen Welt gelten, es werden sich diejenigen Anbieter im Markt durchsetzen, die in der Lage sind, möglichst große Verarbeitungsvolumen auf ihren Verarbeitungsplattformen zu konzentrieren (…). Neben dem Faktor „Kosten“ wird auch die globale Vermarktungsmöglichkeit des Payment-Produktes eine wesentliche Rolle bei den Erfolgsaussichten für eine Lösung darstellen (…). Mobile Handybesitzer werden wenig Verständnis aufbringen, wenn sie in verschiedenen (weltweiten) Netzen mit unterschiedlichen Payment-Lösungen konfrontiert werden.“ (Den vollständigen Beitrag finden Sie im Handbuch Mobile-Commerce, Springer-Verlag, 2002). Eigentlich alles ganz einfach und plausibel, oder?

Seit „Paybox“ haben verschiedenste Akteure im deutschen Markt zig Millionen Euro in Projekte mit der Überschrift „Mobile Payment“ investiert und teilweise später auch wieder abgeschrieben. Sowohl die großen „Telkos“ mit ihren „Wallets“ als oder auch die großen Retailer, wie zuletzt die Otto-Gruppe mit dem Produkt „Yapital“, haben sich allesamt erfolglos die Zähne an diesem Thema ausgebissen. Es ist jedoch müßig, in alle Hintergründe einzutauchen und zu analysieren, warum Mobile Payment in Deutschland bisher nicht funktioniert hat oder warum einige Stakeholder es auch schlichtweg nicht gewollt oder vielleicht auch nicht verstanden haben.

Apple Pay ist das Synonym schlechthin für ein modernes, innovatives, globales Mobile Payment (m.E. in der Positionierung noch vor Google Pay). Es ist integraler Bestandteil der globalen Apple-Plattform, die – und das wird oft unterschlagen – nicht nur Hardware im modernen Design bietet, sondern auch viele andere Features in der Cloud oftmals kostenfrei offeriert. Natürlich spielen sich im digitalen Payment Google Pay und Apple Pay gegenseitig in Punkto Akzeptanz und User-Experience die Bälle zu. Beide Lösungen sind schlichtweg simpel und cool in der Anwendung – beim Konsumenten und auch im Handel!

Wenn heute noch die NFC-Funktionalität der deutschen Girocard gepriesen wird, die in langwierigen z.T. kommunal begrenzten Feldversuchen über viele Monate hinweg getestet wurde, dann wird Apple Pay dies nun funktional und auch medial in den Schatten stellen. Wenige Banken haben das in Deutschland bisher begriffen und sich zunächst auf das „kostenlose“ Google Pay via Android-Smartphones gestürzt. Und nun klagen bereits einige Stimmen im Markt, Apple möge doch bitte seine NFC-Schnittstelle freigeben. Sogar einige Politiker haben sich auf das populistische Pferd geschwungen und mimen nun von oben herab den „Digitalexperten“. Auch dieses Bild zeigt, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit nicht viel gelernt hat.

Die Bereitschaft der Apple Pay nutzenden Banken, dem US-Konzern einen Anteil  der Interchange abzugeben (vermutlich ca. ein Drittel der 0,2% bei Debitkarten bzw. der 0,3% bei Kreditkarten) zeigt, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben: Die Kunden lassen sich nicht mehr vorschreiben, wie digital sie im 21. Jahrhundert bezahlen wollen. Denn eines haben die Kunden verstanden: Banking ist wichtig, aber der Zugang erfolgt nicht mehr über die EC/Girocard-Leser an den Eingangstüren der Bankfilialen!

Nun sind offensichtlich doch ein paar wenige etablierte Banken über ihren Schatten gesprungen und haben sich in das Lager der kundenorientierten Banking-Dienstleister begeben. Bisher haben sich hier eher die Challenger-Banken als reine Digitalbanken positiv hervorgetan. Denn ein iPhone-User wird wegen einer fehlenden Paymentfunktion doch eher nicht zum Android-User. Und die Digitalbanken werden an Apple Pay als Feature für ihre Kunden nicht vorbeikommen. Der Trend zu mehr digital payment ist – wenn überhaupt – noch weniger aufzuhalten. Dies gilt vor allem für die jüngere Generationen, die ihr Smartphone in nahezu jeder Lebenslage bei sich führt. Mit Apple Pay schließt sich der Kreis und ab sofort können jetzt alle Mobile Payment via Smartphone. Laut Statista.com sind 20 % der verkauften Smartphones in Deutschland iPhones – Tendenz steigend. Und damit wird auch der „Cash King“ bald abdanken müssen. Willkommen Apple Pay!

*Marcus W. Mosen ist einer der profiliertesten deutschen Payment-Experten

Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?

Von Heinz-Roger Dohms

Immer im Herbst schaltet die Deutsche Bank in den „Jetzt hauen wir digital auf die Pauke“-Modus. So war das 2016, als sie ihre Digitalfabrik eröffnete (und Projekte wie den „Zinsmarkt“ anstieß). So war das 2017, als sie ihren Robo-Advisor launchte. Und so ist es auch diesmal wieder: 1.) Unter dem Dach der Retailsparte entsteht ein neuer Geschäftsbereich namens „Digital Ventures“, teilte das Geldhaus gestern  Abend mit. 2.) Das erste Venture geht gleich mit an den Start, nämlich ein 80 Mitarbeiter starkes hauseigenes Fintech. 3.) Dieses Fintech wirft bereits am heutigen Tage eine Finanz-App namens „Yunar“ auf den Markt (hier die Einzelheiten). Ziemlich fette Ankündigungen also – und der richtige Zeitpunkt  zu fragen: Was ist eigentlich aus den vielen vorangegangenen digitalen Projekten, Ideen und Initiativen der Deutschen Bank geworden? Was macht z.B. der „E-Safe“? Wie viel Vermögen verwaltet der Robo? Wie viele Kunden nutzen die Multibanking-App? Und so weiter. Hier unser großer Check:

Multibanking-App
  • Was soll das? Die Kunden sollen über ihre Deutsche-Bank-App (bzw. über die entsprechende Online-Anwendung) auch Konten verwalten können, die sie bei anderen Banken unterhalten.
  • Status: Ist nicht nur ein Tool. Sondern die große digitale Zukunftsvision: Die Deutsche Bank als Plattform und zentrale Anlaufstelle des Kunden.
  • Und??? Technisch ist so weit alles klar, zumal die Kunden nicht mehr nur sehen, was auf ihren Fremdkonten los ist, sondern weil sie inzwischen auch in der Lage sind, aus der Deutsche-Bank-App heraus Transaktionen auf den Fremdkonten durchzuführen. Die große Frage jedoch lautet: Wie nehmen die Kunden das Angebot an? Antwort: Okay. Die Nutzerzahl soll niedrig sechsstellig sein, das Fremdkonto-Volumen lag im Mai (das war der letzte offizielle Stand) bei gut 6 Mrd. Euro und dürfte dementsprechend langsam auf die 10 Mrd. Euro zusteuern.
Zinsmarkt
  • Was soll das? Ein Tool, über das Deutsche-Bank-Kunden ihre Spareinlagen bei anderen Banken (mit höheren Zinsen …) anlegen können, ohne dabei als Kunde die Bank wechseln zu müssen.
  • Status: Zentraler Testfall für die Plattform-Idee.
  • Und?? Ging mit deutlicher Verspätung an den Start. Nimmt aber so langsam Fahrt auf. Mitte September stand die Deutsche Bank kurz davor, die 500-Mio.-Euro-Grenze beim vermittelten Volumen zu durchbrechen, wie Digitalchef Markus Pertlwieser im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verriet. Das ist mehr, als Kritiker dem Institut zugetraut hätten, aber weniger, als intern ursprünglich erhofft. Indes: Vielleicht setzt jetzt ja das von Zinsmarkt-Chef Andreas Kramer beschworene „exponentielle Wachstum“ ein.
Robin
  • Was soll das? Ist der digitale Vermögensverwalter (vulgo: Robo Advisor) der Deutschen Bank.
  • Status: Der große Testfall jenseits der Plattformidee
  • Und??? Bei der Vorstellung im vergangenen Jahr bezifferte die Deutsche Bank das Potenzial des deutschen Robo-Markts per Ende 2018 auf 5 Mrd. Euro. „Davon wollen wir mit Robin 20 Prozent, also eine Milliarde Euro haben“, so Pertlwieser damals. Nach allem, was wir hören, ist die Blaubank davon momentan jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Uns würde sogar erstaunen, wenn „Robin“ schon jene 500 Mio. Euro hätte, die der Zinsmarkt im September hatte.
E-Safe
  • Was soll das? Eine digitale Dokumenten-Ablage und Passwort-Speicher
  • Status: Beleg, dass die Deutsche Bank ihr Geschäftsmodells im digitalen Zeitalter sehr viel weiter fassen will als bislang
  • Und??? Die E-Safe laufe nicht wirklich, hören wir. Gut möglich, dass die Deutsche Bank hierzu heute Näheres erzählen wird – denn für den Mittag ist eine Pressekonferenz geplant, bei der es um die neue Yunar-App, aber auch um den Stand anderer Digitalprojekte gehen soll.
Mobile Moment
  • Was soll das? So nennt die Deutsche Bank die Schwelle, ab der mehr Nutzer über Smartphones oder Tablets auf ein digitales Angebot zugreifen als über den Desktop.
  • Status: Der Begriff tauchte im April 2017 erstmals im aktiven Wortschatz der Deutschen-Bank-PR auf. Damals hieß es: „Mehr als 40 Prozent aller Zugriffe auf die Konto-Dienste der Bank laufen bereits heute über mobile Endgeräte.“ Damals fehlten also noch 10 Prozentpunkte …
  • Und??? Kurze Zeit später – nämlich im September 2017 – verkündete die Deutsche Bank, den „Mobile Moment“ tatsächlich erreicht zu haben: „Erstmals erledigen mehr Kunden Bankgeschäfte über ihr Smartphone und Tablet als über den PC.“ Auf den zweiten Blick zeigte sich allerdings, dass die Schwelle nur an einem einzigen Tag geknackt worden war, nämlich dem 29. August. Und heute, gut ein Jahr später? Dürfte der „Mobile Moment“ nicht mehr die Ausnahme, sondern an den allermeisten Tagen die Regel sein. Wobei: Das gilt tatsächlich „nur“ für die Zahl der Zugriffe – noch lange nicht für die Zahl der Transaktionen.
Digitalbank
  • Was soll das? Klang wie eine Reinkarnation der „Deutschen Bank 24“ (für die jüngeren Leser: Das ist die 1999 gegründete und 2002 bereits wieder abgeschaffte Onlinebank)
  • Status: Im Oktober 2017 angekündigt, im Mai 2018 begraben.
  • Und??? Die Beerdigung in diesem Frühjahr wurde verpackt in die Ankündigung, stattdessen die digitale Plattform um weitere Angebote zu erweitern, „die über das klassische Bankgeschäft hinausgehen“. Was daraus wurde? Siehe Yunar …
Yunar
  • Was soll das? Eine kostenlose App, mit der die Kunden verschiedenste Bonusprogramme wie Payback, BahnBonus oder Miles &More verwalten können. Sukzessive soll das Ganze nun zu einer mobilen Geldbörse ausgewalzt werden.
  • Status: Noch ’ne Initiative. Aber eine sehr ambitionierte!
  • Und??? Warten wir’s ab.
Norisbank
  • Was soll das? Ist eine auf Ratenkredite spezialisierte Onlinebank, von der man bis gestern dachte, der Deutschen Bank sei es ganz recht, dass die Menschen gar nicht wissen, dass sie zur Deutschen Bank gehört.
  • Status: Mehr Stief als Tochter.
  • Und??? Hat gestern eine überraschende Aufwertung erfahren. Die Norisbank solle bei besagter digitaler Geldbörse nämlich  „eine ganz wesentliche Rolle“  spielen, sagte Privatkundenvorstand Strauß dem „Handelsblatt“.
Kundenwachstum
  • Was soll das? Digitale Angebote sollen ja kein Selbstzweck sein.
  • Status: Mitte 2017 sagte Digitalchef Pertlwieser in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“: „Mit Abschluss der Neuaufstellung konzentrieren wir uns jetzt wieder ganz aufs Wachstum, auch bei der Anzahl der Kunden.“
  • Und??? In unserem Exklusivstück „Warum die Deutsche Bank plötzlich zwei Millionen Kunden weniger hat“ berichteten wir neulich über den mysteriösen Kundenschwund beim größten Geldhaus der Republik. Freilich: Wenn man „technische Effekte“ berücksichtigt, dürfte sich der reale Rückgang eher im sechs- als im siebenstelligen Millionenbereich bewegen. Von einem irgendwie digital induzierten Kundenwachstum allerdings  sehen wir bislang nichts.
Digitalfabrik
  • Was soll das? Ist das digitale Kraftzentrum der deutschen Bank.
  • Status: Legte vor zwei Jahren mit „rund 400″Mitarbeitern“ los, bis Ende 2018 sollte sich die Zahl verdoppelt haben.
  • Und??? So ist es gekommen. Stand heute hat die Digitalfabrik gut 800 Mitarbeiter.

„Yunar“ und die Digitaloffensive der Deutschen Bank. Dokumentation der Pressemitteilung

Digitaloffensive beim wichtigsten Geldhaus des Landes: Die Deutsche Bank gründet eine neue Geschäftseinheit namens Digital Venture. Diese neue Unit schickt gleich ihre erste Firma an den Start. Und diese neue Firma wirft sofort die erste App in den Markt. Hier die Dokumentation der entsprechenden Pressemitteilung:

Die Deutsche Bank bringt am 6. November 2018 die App „Yunar“ an den Markt. Sie startet in einer Basisversion als kostenloses digitales Plattform-Angebot, mit dem sich Bonusprogramme komfortabel nutzen lassen. Mit weiteren Bank- und Nichtbank-Dienstleistungen soll Yunar künftig schrittweise zur virtuellen Geldbörse („Mobile Wallet“) in der Tasche der Kunden werden. Yunar wird dafür kontinuierlich mit neuen Funktionen und Produkten weiterentwickelt, wobei berücksichtigt wird, welche Wünsche die Kunden haben und wie sie die App täglich nutzen.

Hinter der Marke Yunar steht ein Start-up, eine hundertprozentige Tochter der Bank, mit eigenem Management, eigener Informationstechnik und anfangs rund 80 Mitarbeitern. Ähnlich wie viele Fintechs braucht das neue Unternehmen keine Bankbilanz. Es wird, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden, über eine sogenannte ZAG-Lizenz für
Zahlungsverkehrsdienstleistungen verfügen. Damit sollen digitale Innovationen auch über das klassische Bankgeschäft hinaus deutlich schneller an den Markt gebracht werden können.

Schon heute hat das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank 20 Millionen Kunden in Deutschland, davon nutzen mehr als 10 Millionen die Dienstleistungen und Produkte der Bank über PC, Tablets und
Smartphones. Yunar ist Teil des neuen Geschäftsbereichs „Digital Ventures“ im Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank. Dort werden künftig die Angebote für neue Zielgruppen und Märkte gebündelt. So soll unter anderem die digitale Plattform der Bank schnell ausgebaut werden.

https://www.finanz-szene.de/digital-banking/der-grosse-check-wie-digital-ist-die-deutsche-bank-wirklich/

Markus Pertlwieser, Digitalchef des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank und Leiter des Geschäftsbereichs Digital Ventures, sagte zum Marktstart von Yunar: „Mit dieser App wird der Ausbau unseres Plattform-Angebots noch einmal deutlich Fahrt aufnehmen. Frische Ideen, die das Leben für Bankkunden leichter machen, werden künftig schneller Wirklichkeit werden – unabhängig davon, ob wir sie allein oder mit Partnern umsetzen.“ Der Markenname Yunar leitet sich ab von „Yuna“, dem keltischen Wort für Wunsch. Gleichzeitig ist Yunar eine Anspielung auf das englische „You know“ (Du weißt). Der Markenname soll also unterstreichen, dass Yunar die Wünsche der Kunden kennt und erfüllt.

Zum Start können die Nutzer mit der Yunar-App auf dem Smartphone ihre Kundenkarten verwalten. Die App erlaubt den Nutzern, für bis zu 200 in Deutschland verbreitete Bonusprogramme Punkte zu sammeln, darunter Payback, DeutschlandCard, BahnBonus, Miles & More, Ikea, Douglas und Karstadt. Für einige der Programme können in der App vom Start weg auch die bereits gesammelten Treuepunkte angezeigt werden. Die eigentlichen Plastikkarten braucht der Nutzer dann nicht mehr. Damit erfüllt Yunar von Beginn an wesentliche Kriterien der Plattform-Ökonomie: Es ist kostenfrei, überall verfügbar und für die Nutzer täglich relevant.

In weiteren Ausbaustufen hin zu einer virtuellen Geldbörse können Bankleistungen wie das mobile Bezahlen oder die Multibank-Aggregation oder auch Nichtbank- Dienstleistungen wie die digitale Identität dazukommen. Damit hätte der Kunde zum ersten Mal alle Dienste rund um Bonusprogramme, Bezahlen und Konto an einem Ort. Wenn künftig etwa alle Daten gängiger Bonusprogramme mit den Zahlungsverkehrsinformationen des Nutzers verbunden werden, macht das das Angebot einzigartig. Yunar könnte dann dem Nutzer Empfehlungen geben, welche Bonusprogramme für ihn in Frage kommen oder auch mit Rat zur Stelle sein, wofür gesammelte Punkte eingesetzt werden können.

(…)

06/11/18: Alles zu Apple Pay, Der große Deutsche-Bank-Digital-Check, Sebastian Hasenack

Exklusiv: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?

Immer im Herbst schaltet die Deutsche Bank in den „Jetzt hauen wir digital auf die Pauke“-Modus. So war das 2016, als sie ihre Digitalfabrik eröffnete (und Projekte wie den „Zinsmarkt“ anstieß). So war das 2017, als sie ihren Robo-Advisor launchte. Und so ist es auch diesmal wieder: 1.) Unter dem Dach der Retailsparte entsteht ein neuer Geschäftsbereich namens „Digital Ventures“, teilte das Geldhaus gestern Abend mit. 2.) Das erste Venture geht gleich mit an den Start, nämlich ein 80 Mitarbeiter starkes hauseigenes Fintech. 3.) Dieses Fintech wirft bereits am heutigen Tage eine Finanz-App namens „Yunar“ auf den Markt (hier die Details). Ziemlich fette Meldungen also – und der richtige Zeitpunkt zu fragen: Was ist eigentlich aus den vielen vorangegangenen digitalen Projekten, Ideen und Initiativen der Deutschen Bank geworden? Was macht z.B. der „E-Safe“? Wie viel Vermögen verwaltet der Robo? Wie viele Kunden nutzen die Multibanking-App? Und so weiter. Hier unser großer Check: Finanz-Szene.de

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Apple Pay nennt deutsche Partnerbanken – doch Sparkassen und Genossen fehlen

Es ist die Nachricht, die den hiesigen Zahlungsverkehr grundlegend verändern könnte – nicht heute und morgen, aber doch auf mittlere und spätestens lange Sicht: Nur wenige Wochen nach Google Pay geht auch Apple Pay in Deutschland an den Start. Wann genau, das ist noch unklar (wir hören aus guter, aber nicht perfekter Quelle, es sei der 19. November), allzu lange kann es allerdings nicht mehr dauern. Denn: Gestern hat Apple auf einer Informationsseite bereits veröffentlicht, wer die Partnerbanken sind, deren Kunden (sofern sie zugleich ein iPhone besitzen) den neuen Dienst nutzen können. Unter anderem sind dies die Deutsche Bank, die HVB, die Comdirect und N26. Spannender allerdings ist, wer fehlt, nämlich die Genos, die Sparkassen und selbst die DKB, die ja streng genommen auch dem Sparkassen-Lager zuzuschlagen ist.  Und noch ein spannendes Detail, auf das der Payment-Experte Jochen Siegert via Twitter aufmerksam macht: In der Apple-Ankündigung findet sich das „Maestro“-Zeichen. Ein heimlicher Schlag gegen die Girocard? Welt, Siegert-Tweet, Apple.com

Hinweis: Weiter unten im Newsletter finden Sie einen ultraspannenden „Gästeblog“ von Marcus W. Mosen zur Apple-Pay-News.

News

So, was also ist zur Yunar-App zu sagen, mal ganz abgesehen davon, dass die Deutsche Bank da ganz schön schwere Geschütze auffährt, wie wir finden (eigene Venture-Abteilung, eigenes Fintech, gleich mal 80 Mitarbeiter …): Wenn wir es richtig verstehen, dann handelt es sich – jedenfalls in der ab sofort verfügbaren Basisversion – um eine App, mit der Kunden eine Fülle von Bonusprogrammen wie Miles & More,  Payback oder BahnBonus zentral verwalten können. Nun soll Yunar  um „weitere Bank- und Nichtbank-Dienstleistungen“ erweitert werden, sodass mit der Zeit eine „virtuelle Geldbörse“ („Mobile Wallet“) entsteht. Für alle, die es noch genauer wissen wollen, haben wir hier die Pressemitteilung dokumentiert: Finanz-Szene.de

Sebastian Hasenack, Geschäftsführer des unabhängigen Robo-Advisors Investify, wechselt laut „Handelsblatt“ als Vertriebschef zu Solidvest, dem digitalen Vermögensverwalter der DJE Kapital AG (sprich: Er geht zu Jens Ehrhardt): Hört sich erst mal  plausibel an, wirft aber unweigerlich zwei Fragen auf, nämlich 1.) Haben die Ehrhardt-Leute ein Vertriebsproblem (laut „HB“ fließen im Tagesschnitt 70.000 Euro in Solidvest, das ist nicht die Welt …); und 2.) Was wird jetzt aus Investify??? Das Karma ist dort ja gerade eh nicht das Beste, nachdem jüngst der Großdeal mit der Hamburger Sparkasse geplatzt war … Handelsblatt (Paywall)

Sonst noch was los bei unseren Fintechs? Ja, aber eher kleine Münze. 1.) Der bislang eher für sein organisches Wachstum bekannte Kasseler Kontowechsel-Spezialist Fino hat sich ein Startup namens Simplessus (Schwerpunkt: Rechnungsmanagement) einverleibt. Wobei: Offiziell ist nicht von einer Übernahme, sondern von einer Fusion der Fino-Tochter „Fino Data Services GmbH“ mit Simplessus  die Rede (Pressemitteilung als PDF). Und 2.) Der API-Spezialist FintecSystems hat die Santander Deutschland als Kunden gewonnen (Pressemitteilung).

Wie vielschichtig in Zeiten von Apple Pay und Google Pay die Gemengelage im deutschen Zahlungsverkehr ist, erkennt man übrigens auch daran, dass große deutsche Händler (Rewe, Edeka, Lidl …) überlegen, ein eigenes Handy-Bezahlsystem aufzubauen, und zwar basierend auf Instant Payment. Berichtet jedenfalls die Lebensmittel-Zeitung (Paywall).

Und noch eine Zahl: Die Bilanzsumme der Finanzsparte von Volkswagen hat erstmals die 200-Mrd.-Euro-Marke überschritten (zur Einordnung: Das ist deutlich mehr, als z.B. die Helaba oder die NordLB haben). Wenn Sie nach dem „Wie kommt’s“ fragen, würden wir Sie gern auf unseren Artikel „10 Erklärungen, wie Volkswagen zur gewinnträchtigsten deutschen Bank wurde“ verweisen.

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Was Apple Pay jetzt macht, haben die deutschen Banken fast 20 Jahre lang versäumt: Erinnert sich noch jemand an Paybox? Oder an die Payitmobile AG? Die eine Initiative stammt aus dem Jahr 2000, die andere aus 2001, bei beiden ging es um Mobile Payment – und bei beiden gaben die deutschen Banken den Ton an. Doch heute? Stehen ebenjene deutschen Banken im Duell mit Apple Pay und Google Pay plötzlich blank da. Aber nicht, weil die US-Techkonzerne unschlagbar wären. Sondern weil die hiesige Kreditwirtschaft es fast 20 Jahren lang versäumt hat, das Thema Mobile Payment selbst zu besetzen. Ein Gastbeitrag von Marcus W. Mosen, einem der profiliertesten deutschen Payment-Experten. Finanz-Szene.de

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Die drei entscheidenden Probleme der Deutschen Bank: Der (streitbare) Risikoanalyst Christopher Whalen nimmt die Lobeshymnen, die der Investor Doug Braunstein auf die Blaubank hält, zum Anlass, einfach mal zu erläutern, warum er selber die Dinge entschieden anders sieht. theinstitutionalriskanalyst.com

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… am vergangenen Freitag war der ebenso alte wie nichtsdestotrotz aktuelle Aufsatz über die Idee einer einheitlichen Super-Landesbank. Bitburger Gespräche 2009

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06/11/18: Der große Deutsche-Bank-Digital-Check, Alles zu Apple Pay, Yunar

Exklusiv: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?

Immer im Herbst schaltet die Deutsche Bank in den „Jetzt hauen wir digital auf die Pauke“-Modus. So war das 2016, als sie ihre Digitalfabrik eröffnete (und Projekte wie den „Zinsmarkt“ anstieß). So war das 2017, als sie ihren Robo-Advisor launchte. Und so ist es auch diesmal wieder: 1.) Unter dem Dach der Retailsparte entsteht ein neuer Geschäftsbereich namens „Digital Ventures“, teilte das Geldhaus gestern Abend mit. 2.) Das erste Venture geht gleich mit an den Start, nämlich ein 80 Mitarbeiter starkes hauseigenes Fintech. 3.) Dieses Fintech wirft bereits am heutigen Tage eine Finanz-App namens „Yunar“ auf den Markt (hier die Details). Ziemlich fette Meldungen also – und der richtige Zeitpunkt zu fragen: Was ist eigentlich aus den vielen vorangegangenen digitalen Projekten, Ideen und Initiativen der Deutschen Bank geworden? Was macht z.B. der „E-Safe“? Wie viel Vermögen verwaltet der Robo? Wie viele Kunden nutzen die Multibanking-App? Und so weiter. Hier unser großer Check: Finanz-Szene.de

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Es ist die Nachricht, die den hiesigen Zahlungsverkehr grundlegend verändern könnte – nicht heute und morgen, aber doch auf mittlere und spätestens lange Sicht: Nur wenige Wochen nach Google Pay geht auch Apple Pay in Deutschland an den Start. Wann genau, das ist noch unklar (wir hören aus guter, aber nicht perfekter Quelle, es sei der 19. November), allzu lange kann es allerdings nicht mehr dauern. Denn: Gestern hat Apple auf einer Informationsseite bereits veröffentlicht, wer die Partnerbanken sind, deren Kunden (sofern sie zugleich ein iPhone besitzen) den neuen Dienst nutzen können. Unter anderem sind dies die Deutsche Bank, die HVB, die Comdirect und N26. Spannender allerdings ist, wer fehlt, nämlich die Genos, die Sparkassen und selbst die DKB, die ja streng genommen auch dem Sparkassen-Lager zuzuschlagen ist.  Und noch ein spannendes Detail, auf das der Payment-Experte Jochen Siegert via Twitter aufmerksam macht: In der Apple-Ankündigung findet sich das „Maestro“-Zeichen. Ein heimlicher Schlag gegen die Girocard? Welt, Siegert-Tweet, Apple.com

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So, was also ist zur Yunar-App zu sagen, mal ganz abgesehen davon, dass die Deutsche Bank da ganz schön schwere Geschütze auffährt, wie wir finden (eigene Venture-Abteilung, eigenes Fintech, gleich mal 80 Mitarbeiter …): Wenn wir es richtig verstehen, dann handelt es sich – jedenfalls in der ab sofort verfügbaren Basisversion – um eine App, mit der Kunden eine Fülle von Bonusprogrammen wie Miles & More,  Payback oder BahnBonus zentral verwalten können. Nun soll Yunar  um „weitere Bank- und Nichtbank-Dienstleistungen“ erweitert werden, sodass mit der Zeit eine „virtuelle Geldbörse“ („Mobile Wallet“) entsteht. Für alle, die es noch genauer wissen wollen, haben wir hier die Pressemitteilung dokumentiert: Finanz-Szene.de

So, wenn es wirklich noch eine Hürde für die Privatisierung der HSH Nordbank gab, dann ist diese nun auch genommen: Der Vorstand des BdB hat nämlich den Übergang von der öffentlich-rechtlichen in die private Einlagensicherung gestern offiziell abgesegnet. Börsen-Zeitung

Wie vielschichtig in Zeiten von Apple Pay und Google Pay die Gemengelage im deutschen Zahlungsverkehr ist, erkennt man … daran, dass große deutsche Händler (Rewe, Edeka, Lidl …) überlegen, ein eigenes Handy-Bezahlsystem aufzubauen, und zwar basierend auf Instant Payment. Berichtet jedenfalls die Lebensmittel-Zeitung (Paywall).

Wie trist die Zeiten fürs Filialbanking sind, erkennt man … 1.) daran, dass selbst für bundesweit tätige Kreditinstitute heutzutage die Eröffnung einer einzigen Filiale schon ein Anlass ist, eine Pressemitteilung herauszuschicken. Und 2.) daran, dass wir das Ganze dann auch noch verlinken. Es geht übrigens um die Apobank. Und der Standort lautet: Bochum. Pressemitteilung

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Und noch eine Zahl: Die Bilanzsumme der Finanzsparte von Volkswagen hat erstmals die 200-Mrd.-Euro-Marke überschritten (zur Einordnung: Das ist deutlich mehr, als z.B. die Helaba oder die NordLB haben). Wenn Sie nach dem „Wie kommt’s“ fragen, würden wir Sie gern auf unseren Artikel „10 Erklärungen, wie Volkswagen zur gewinnträchtigsten deutschen Bank wurde“ verweisen.

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02/11/18: Hier kommen die Leasing-Fintechs, N26=Netflix?, Christian-Sewing-Fanclub

Heute ist der Tag, an dem sich die Christian-Sewing-Fans einfach mal als solche outen dürfen

Lieber Christian Sewing, dürfen wir Ihnen ein kleines Geständnis machen: Irgendwie finden wir Sie nicht schlecht. Liegt wohl daran, dass Sie (um mit Toni Soprano zu sprechen) zu den aussterbenden Vertretern der Gattung „The strong, silent type“ zu gehören scheinen, die Ruhe bewahren und Ruhe bewahren und Ruhe bewahren und Ruhe bewahren, bis ihnen, wenn irgend so ein subalterner Postbank-Manager einfach nicht aufhören will, im Conference Call herumzumäkeln, ausnahmsweise dann doch mal die Hutschnur platzt und sie ins Mikro sprechen: „Bullshit.“  – Wie gesagt: Finden wir gut. Warum erzählen wir das? Ach ja: Weil sich die  Christian-Sewing-Fans am heutigen Tage ruhig mal als solche outen dürfen. Hat nämlich gestern ein gewisser Douglas (wir sagen: Doug) Braunstein, Chef des US-Hedgefonds Hudson Executive, genauso gemacht. Braunstein hält jetzt 3,1% an der Deutschen Bank – und will dies, wie mittels einer breit angelegten PR-Kampagne verkündet wurde, explizit als Vertrauensbeweis für den Vorstandschef verstanden wissen will. Die Aktie: 3,5% rauf. Manager Magazin, CNBCFAZ (Kommentar)

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News

Unser versteckter Aufruf an die unentdeckten „Leasing-Fintechs“, doch bitteschön aus der Deckung zu kommen, ist wegen des gestrigen Feiertags zwar nicht auf die ganz, ganz große Resonanz gestoßen – aber immerhin, eines hat sich gemeldet, und ein zweiter Name wurde uns von weitgehend unabhängiger Seite zugerufen: 1.) „Liebes ‚Finanz-Szene.de‘-Team, wir, die Sievatek GmbH, sind der  Leasing-Fintech-Player im B2C-Bereich […], stehen bei 750.000 Euro Lending und haben bis heute knapp 10 Mio. Euro FK eingesammelt.“; und 2.) „Hallo Herr Dohms, schauen Sie sich doch mal Vehiculum an, die vermitteln zwar ’nur‘, sind aber sehr digital und convenient unterwegs. KfZ-Bereich.“ Ein Interview mit dem Sievatek-Gründer finden Sie hier: Kapilendo.de; und über Vehiculum hat sogar schon mal eine richtige Zeitung was gemacht, nämlich der Tagesspiegel.

Nicht nur die NordLB, auch die Deutsche Bank soll im EZB-Stresstest (Ergebnisse kommen heute) schlecht abgeschnitten haben (wiewohl natürlich nicht ganz so schlecht wie die NordLB): … das jedenfalls berichten, wenn auch eher detailarm, die Kollegen von Bloomberg. Und wo wir schon mal beim Thema sind: Hier noch ein nutzwertiges FAQ, das erklärt, wer und was überhaupt getestet wurde – und was die Ergebnisse für Konsequenzen haben könnten: Reuters/Wiwo.

Bei den dauernden Filialschließungen der Stadtsparkasse Düsseldorf haben wir  – ehrlich gesagt – ein bisschen den Überblick verloren. Aber wenn wir diese Meldung der „Rheinischen Post“ aus 2015 nehmen („Heute hat das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut 64 Filialen“) und vergleichen diesen Wert dann mit dem aus einer diese Woche versandten PDF-Pressemitteilung („In insgesamt 40 personenbesetzten Standorten können die Kunden ihre finanziellen Angelegenheiten weiterhin mit einem persönlichen Ansprechpartner erledigen“), so ergibt sich daraus nach Albert Braunstein, äh: Albert Einstein, ach nee: nach Adam Riese, dass eine der größten Sparkassen der Republik in ziemlich kurzer Zeit exakt 37,5% ihrer Niederlassungen dichtgemacht hat bzw. dabei ist, dies zu tun. Sportlich.

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Und hier mal eine ganze Reihe von – aus unserer Sicht – bedenkenswerten Argumenten, warum eine einheitliche Super-Landesbank eben doch etwas ganz anderes wäre, als es auf Genossenseite die DZ Bank ist: Der Aufsatz stammt zwar aus 2009 (besten Dank übrigens an den Bankstil-Kollegen Keuper für den Fund), sollte aber, was die Beweisführung angeht, immer noch gültig sein und ist bekanntermaßen aktueller denn je. Bitburger Gespräche 2009 (PDF)

Und gleich nochmal der Kollege Keuper: Der hat sich nämlich ein paar Gedanken über Digitale Identitäten, deren Bedeutung und deren Begrenzung gemacht. Bankstil

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02/11/18: Der Christian-Sewing-Fanclub, Filial-Massaker in Düsseldorf, EZB-Stresstest

Heute ist der Tag, an dem sich die Christian-Sewing-Fans einfach mal als solche outen dürfen

Lieber Christian Sewing, dürfen wir Ihnen ein kleines Geständnis machen: Irgendwie finden wir Sie nicht schlecht. Liegt wohl daran, dass Sie (um mit Toni Soprano zu sprechen) zu den aussterbenden Vertretern der Gattung „The strong, silent type“ zu gehören scheinen, die Ruhe bewahren und Ruhe bewahren und Ruhe bewahren und Ruhe bewahren, bis ihnen, wenn irgend so ein subalterner Postbank-Manager einfach nicht aufhören will, im Conference Call herumzumäkeln, ausnahmsweise dann doch mal die Hutschnur platzt und sie ins Mikro sprechen: „Bullshit.“  – Wie gesagt: Finden wir gut. Warum erzählen wir das? Ach ja: Weil sich die  Christian-Sewing-Fans am heutigen Tage ruhig mal als solche outen dürfen. Hat nämlich gestern ein gewisser Douglas (wir sagen: Doug) Braunstein, Chef des US-Hedgefonds Hudson Executive, genauso gemacht. Braunstein hält jetzt 3,1% an der Deutschen Bank – und will dies, wie mittels einer breit angelegten PR-Kampagne verkündet wurde, explizit als Vertrauensbeweis für den Vorstandschef verstanden wissen will. Die Aktie: 3,5% rauf. Manager Magazin, CNBCFAZ (Kommentar)

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Nicht nur die NordLB, auch die Deutsche Bank soll im EZB-Stresstest (Ergebnisse kommen heute) schlecht abgeschnitten haben (wiewohl natürlich nicht ganz so schlecht wie die NordLB): … das jedenfalls berichten, wenn auch eher detailarm, die Kollegen von Bloomberg. Und wo wir schon mal beim Thema sind: Hier noch ein nutzwertiges FAQ, das erklärt, wer und was überhaupt getestet wurde – und was die Ergebnisse für Konsequenzen haben könnten: Reuters/Wiwo.

Bei den dauernden Filialschließungen der Stadtsparkasse Düsseldorf haben wir  – ehrlich gesagt – ein bisschen den Überblick verloren. Aber wenn wir diese Meldung der „Rheinischen Post“ aus 2015 nehmen („Heute hat das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut 64 Filialen“) und vergleichen diesen Wert dann mit dem aus einer diese Woche versandten PDF-Pressemitteilung („In insgesamt 40 personenbesetzten Standorten können die Kunden ihre finanziellen Angelegenheiten weiterhin mit einem persönlichen Ansprechpartner erledigen“), so ergibt sich daraus nach Albert Braunstein, äh: Albert Einstein, ach nee: nach Adam Riese, dass eine der größten Sparkassen der Republik in ziemlich kurzer Zeit exakt 37,5% ihrer Niederlassungen dichtgemacht hat bzw. dabei ist, dies zu tun. Sportlich.

Unser versteckter Aufruf an die unentdeckten „Leasing-Fintechs“, doch bitteschön aus der Deckung zu kommen, ist wegen des gestrigen Feiertags zwar nicht auf die ganz, ganz große Resonanz gestoßen – aber immerhin, eines hat sich gemeldet, und ein zweiter Name wurde uns von weitgehend unabhängiger Seite zugerufen: 1.) „Liebes ‚Finanz-Szene.de‘-Team, wir, die Sievatek GmbH, sind der  Leasing-Fintech-Player im B2C-Bereich […], stehen bei 750.000 Euro Lending und haben bis heute knapp 10 Mio. Euro FK eingesammelt.“; und 2.) „Hallo Herr Dohms, schauen Sie sich doch mal Vehiculum an, die vermitteln zwar ’nur‘, sind aber sehr digital und convenient unterwegs. KfZ-Bereich.“ Ein Interview mit dem Sievatek-Gründer finden Sie hier: Kapilendo.de; und über Vehiculum hat sogar schon mal eine richtige Zeitung was gemacht, nämlich der Tagesspiegel.

Und noch eine Konkretisierung der News von neulich, dass sich DZ Bank auf gutem Weg befinde, ein paar Flugzeug- und Eisenbahnkredite der Krisentochter DVB Bank loszuwerden: … es geht nicht nur um ein paar Kredite, sondern genau genommen um Pakete im Wert von fast 7 Mrd. Euro. Berichtet heute Früh jedenfalls die FAZ.

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Und gleich nochmal der Kollege Keuper: Der hat sich nämlich ein paar Gedanken über Digitale Identitäten, deren Bedeutung und deren Begrenzung gemacht. Bankstil

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… war gestern unsere Analyse zu der Frage, ob die ING Diba, die ja eigentlich fast alles kann, auch Geldanlage kann. Finanz-Szene.de

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Die ING Diba kann fast alles – aber kann sie auch Geldanlage?

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn eine Bank es schafft, mit simplen Konto-, Spar- und Kreditlösungen eine ganze Branche zu revolutionieren – warum sollte ihr dasselbe nicht auch im Bereich der Geldanlage gelingen? Also legte die ING Diba vor einem Jahr drei schlichte ETF-Dachfonds auf. Den einen nannte sie „Defensive“ (Aktienquote: 25%), den zweiten „Balanced“ (Aktienquote: 50%)  und den dritten „Dynamic“ (Aktienquote: 75%). Das alles klang wieder mal sehr einfach. Und irgendwie auch wieder mal genial. Sollen die Filialbanken ihrer Klientel ruhig Tausende von Fonds vorsetzen – die ING Diba reduziert das Angebot aufs Wesentliche. Defensiv, ausbalanciert oder dynamisch. Was braucht der Kunde mehr?

Indes: Die Idee, die so schlüssig klang, droht beim Kunden durchzufallen. Per Ende September – also knapp ein Jahr nach dem Launch – lagen in den drei Dachfonds der ING Diba gerade einmal 39 Mio. Euro, addiert wohlgemerkt. Dass das nicht viel ist, zeigt sich, wenn man die fast zeitgleich gestartete Kooperation der Oranje-Bank mit dem Münchner Robo-Advisor Scalable Capital zum Maßstab nimmt: Laut Recherchen von „Finanz-Szene.de“ hatten die ING-Diba-Kunden nach rund einem dreiviertel Jahr bereits mehr als 500 Mio. Euro bei dem digitalen Vermögensverwalter investiert; mittlerweile dürften es, wenn man die Zahlen hochrechnet, locker 700 bis 800 Mio. Euro ein. Wie kann es sein, dass die Kunden in ein inhaltlich vergleichbares Fremdprodukt (nämlich den Scalable-Robo) grob kalkuliert 20-mal so viel Geld investieren wie ins hauseigene Angebot (nämlich die ETF-Dachfonds)?

Exklusiv: Schon jetzt kommen mehr als 50% der Scalable-(Bestands!!!-)Kunden von der ING Diba

Es gibt auf diese Frage eine kurze Antwort: 1.) Alles, wo „Robo“ draufsteht, wurde in den vergangenen Monaten – auch medial – ziemlich gehypt. Zudem sind 2.) die ETF-Dachfonds der ING Diba mit einer TER von 1,35% nicht unbedingt billig.

Vielleicht gibt es auf die Frage aber auch eine längere Antwort – wobei man diese am besten wieder mit einer Frage einleitet: Kann es  sein, dass die ING Diba zwar irgendwie fast alles kann, aber keine Geldanlage?

Natürlich ist das eine Zuspitzung. Denn die ING Diba ist mit mittlerweile mehr als neun Millionen Kunden nicht nur die größte deutsche Onlinebank, sie dürfte mit mehr als einer Million Wertpapierdepots auch der größte Onlinebroker hierzulande sein, noch vor der Comdirect. Allerdings – in den Erträgen spiegelt sich diese vermeintliche Marktführerschaft bislang nicht wider. So lag die ING Diba per Ende 2016* zwar bei den Depots (1,09 Mio. versus 1,01 Mio.) und beim Depotvolumen (30,8 Mrd. Euro versus 27,8 Mrd. Euro) vor der Comdirect, bei den Orders jedoch hängte die Commerzbank-Tochter die ING Diba deutlich ab (14,9 Mio. vs. 8,7 Mio.). Dasselbe dürfte auch für die Erträge gelten, wiewohl sich dieser Vergleich leider nur annäherungsweise ziehen lässt, da die Comdirect ihre Provisionserlöse bloß für den gesamten B2C-Bereich ausweist (179,4 Mio. Euro) – anders als die ING Diba, in deren Geschäftsbericht sich auch Provisionserträge rein fürs Wertpapiergeschäft finden (127 Mio. Euro).

Jedenfalls: Wenn man bedenkt, dass die ING Diba bei der Zahl der Depots und bei den Volumina schon 2010 (!) an der Comdirect vorbeizogen war (was den damaligen Vorstandschef Ben Tellings bei der Bilanz-PK zu einer vollmundigen Kampfansage veranlasste), dann ist erstaunlich, dass die Niederländer es Jahre später trotz ihrer ungleich größeren Gesamt-Kundenbasis noch immer nicht geschafft haben, auch bei den Orders und bei den Erträgen am Rivalen vorbeizuziehen.

Das Brokerage ist freilich nur das eine. Wer als Retailbank richtige Provisionserträge verbuchen will, der muss das über Produkte wie Fonds oder Zertifikate tun, wie es insbesondere die Sparkassen im vergangenen Jahr vorexerziert haben. Was das betrifft, ist die ING Diba – aus Verbrauchersicht möchte man sagen: vorbildlicherweise – eher skrupulös unterwegs. Nur: Den Beweis, dass sich im Investmentbereich auch anders richtiges Geld verdienen lässt, bleibt der Online-Gigant bislang schuldig.

Auf ETFs als solche (also als Einzelprodukt) setzt die ING Diba schon lange, diverse Offensiven wurden in diesem Beritt über die Jahre angekündigt. So richtig zu verfangen scheint das Thema bei den Kunden allerdings nicht. Im Geschäftsbericht der ING Diba findet sich zwar kein Hinweis darauf, wie groß (oder klein) das Rad ist, das das Oranje-Institut in diesem Metier dreht. Die „Börsen-Zeitung“ allerdings schrieb vor rund einem Jahr (mutmaßlich unter Berufung auf die Bank selbst): „Per Ende Juni [2017] vereinigte die ING Diba Sparguthaben von 126 Mrd. Euro auf sich, das in Wertpapieren versammelte Volumen beschränkte sich indes auf 34 Mrd. Euro, von welchen rund 4 Mrd. Euro auf börsennotierte Fonds (ETF) entfielen.“ Wer weiß, wie niedrig die Margen im ETF-Geschäft sind, der ahnt, dass sich aus solchen Volumina eher keine satten Erträge herauspressen lassen.

So kommt es, dass unterm Strich der Anteil des Wertpapiergeschäfts an den Gesamterträgen der ING Diba eher zu schrumpfen als zu steigen scheint. Oder anders gesagt: Das alte Brot- und Buttergeschäft mit Giro- und Sparprodukten leidet zwar unter den niedrigen Zinsen, wirft aber unterm Strich immer noch ordentlich Geld ab; die Baufinanzierung boomt derweil; und das Firmenkundengeschäft geht geradezu durch die Decke, wie „Finanz-Szene.de“ neulich anhand exklusiver Ertragszahlen nachwies; dagegen dümpelt der Wertpapierbereich irgendwie vor sich hin.

In Zahlen: 2011 lag das kombinierte Zins- und Provisionsergebnis im Commercial Banking der ING Diba noch bei schlappen 56 Mio. Euro, während im Wertpapiergeschäft damals immerhin schon Provisionserträge in Höhe von 107 Mio. Euro anfielen. Und was war 2017? Da kam die ING Diba im Commercial Banking (um genau zu sein, heißt die Sparte inzwischen „Wholesale Banking“) plötzlich auf ein Zins- und Provisionsergebnis von 497 Mio. Euro (Steigerung: 788%). Dagegeben verbesserten sich die Provisionserträge im Wertpapierbereich gerade mal auf 142 Mio. Euro (Steigerung: 33%).

Klar, mag man nun sagen: Der Vergleich hinkt, weil sich im Corporate Banking schneller (und viel mehr) Geschäft aufbauen lässt als im Wertpapierbereich; und unterm Strich kann es einer durch und durch erfolgsverwöhnten Bank wie der ING Diba ja eigentlich auch egal sein, womit sie ihr Geld verdient. Allerdings: Die relative Schwäche im Wertpapiergeschäft trägt zu einem strukturellen Problem bei, das die ING Diba auch insgesamt mit sich herumschleppt: Die Zinsen trugen im vergangenen Jahr fast 95% zum Ergebnis bei, die Provisionen nur gut 5%. So krass ist das Missverhältnis bei kaum einer anderen Bank hierzulande.

Wie ist vor diesem Hintergrund nun die Kooperationen mit Scalable Capital einzuordnen? Im Grunde gibt es in der Branche zwei Sichtweisen:

  • Die einen sagen, die ING Diba sei in das Bündnis hineingeflüchtet – nämlich aus der Einsicht heraus, dass der eigene Name selbst bei wertpapieraffinen Kunden zu wenig Strahlkraft besitze. Auf kurze Sicht gebe der Erfolg der Kooperation dem Management Recht. Auf mittlere und lange Sicht jedoch könnten der Bank zwei Probleme erwachsen: 1.) Hat die ING Diba jetzt überhaupt noch mal die Chance, ein eigenes Robo-Angebot erfolgreich am Markt zu platzieren? Und 2.) Was ist, wenn das Bündnis zerbricht? Sind die Kunden dann nicht de facto an Scalable verloren?
  • Die anderen hingegen sagen, die ING Diba folge mit der Kooperation einem klaren Plattform-Ansatz, wie ihn auch die niederländische Mutter predige. Es handele sich also mitnichten um eine Flucht, sondern im Gegenteil um eine offensive strategische Entscheidung. Während andere deutsche Banken mit ihren hauseigenen Robos herumdiletierten, stelle die ING Diba ihren Kunden das am Markt erfolgreichste Produkt (nämlich Scalable) ins Regal. Da sei zu verkraften, dass von 100 Euro nur 44 Cent als jährliche Gebühr bei der Bank hängen blieben.

Vonseiten der ING Diba heißt es: „Wir müssen nicht alles selbst machen. Wenn es einen Anbieter gibt, der ein passendes Produkt für unsere Kunden hat, bieten wir dieses an.“ Zudem würden die Produkte unterschiedliche Zielgruppen adressieren: Die Partnerschaft mit Scalable ziele primär „auf wohlhabendere Kunden, die an Vermögensverwaltungsleistungen interessiert sind“. Dagegen seien die „ING Global Index Portfolios“ genannten ETF-Dachfonds“primär als Sparalternative und zum langfristigen Ansparen positioniert“.

Vielleicht ist es am Ende auch so: Die ING Diba hat also jetzt die Nutella (sprich: den Scalable-Robo) im Regal – und muss womöglich schlicht in Kauf nehmen, dass die hauseigene Nuss-Nougat-Creme (sprich; die ETF Dachfonds) bei vielen  Kunden durchfällt.

*Wir haben beim Vergleich zwischen ING Diba und Comdirect mit den 2016er-Zahlen gearbeitet, weil die 2017er-Zahlen der Comdirect durch den Onvista-Kauf verzerrt sind.

01/11/18: Der wunde Punkt der ING Diba, Finlab sonnt sich, Folgen des Bitcoin-Urteils

Analyse: Die ING Diba kann fast alles – aber kann sie auch Geldanlage?

Gibt es eigentlich irgendwas, was der ING Diba nicht gelingt? Sie hat das Bankgeschäft von der Filiale entkoppelt, hat den Deutschen das Tagesgeld gebracht, hat Baukredite zur Standardware gemacht, rollt inzwischen sogar das Firmenkundengeschäft auf … sonst noch was? Ach ja, ganz nebenbei avancierte sie dank der Kooperation mit Scalable Capital auch noch zur volumenstärksten Robo-Bank des Landes – und das, ohne einen eigenen Robo Advisor bauen zu müssen. Alles bestens also? Nicht ganz. Denn: Fast parallel zum Bündnis mit Scalable startete die ING Diba im vergangenen Herbst ein vergleichbares eigenes Investmentangebot. Das jedoch fällt beim Kunden offenbar durch, hat nach groben Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nur rund ein Zwanzigstel der Zuflüsse, die Scalable über die Diba generiert. Kein Einzelfall. Denn gemessen an den Erfolgen anderer Sparten dümpelt das Wertpapiergeschäft der ING Diba offenbar seit Jahren vor sich hin. Wieso? Hier unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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Der Frankfurter VC-Investor Finlab sonnt sich ein bisschen im Erfolg seines bekanntesten Portfolio-Unternehmens Deposit Solutions: … oder wie soll man es sonst deuten, dass die Finlab-Manager Schütze und Rodriguez heute Früh in einem „BÖZ“-Interview einfach mal ein bisschen über die (angeblichen) Pläne des Hamburger Fintechs plaudern (O-Ton: Börsengang derzeit kein Thema, „aber wer weiß, was in den nächsten zwölf bis 24 Monaten passiert“). Da werden sich die Deposit-Manager bei der Zeitungslektüre heute Morgen sicher mächtig freuen. Zumal Finlab ja kein Mehrheitseigentümer oder so ist, sondern überschaubare 7,7% hält. Börsen-Zeitung (Paywall)

Kann es sein, dass die NordLB mit den kolportierten 3 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro Frischkapital gar nicht auskommt? Um ehrlich zu sein, wissen wir das nicht. Was allerdings stutzig machen sollte, das ist ein „Reuters“-Bericht, wonach die niedersächsische Landesbank beim aktuellen EZB-Stresstest (die Ergebnisse kommen am Freitag) nicht nur schlecht, sondern so richtig schlecht abgeschnitten habe. Konkret: Im angenommenen Fall einer heftigen Wirtschaftskrise soll die harte Eigenkapitalquote in der EZB-Simulation auf rund 7% zusammengeschmolzen sein. Ob sich die Helabas und die Sparkassen dieses Landes wirklich einen Gefallen tun, wenn sie sich diesen Klotz ans Bein binden? Reuters

Na, liebe Banker, darf’s noch ein bisschen Bürokratie mehr sein? Aber gerne doch: Von November 2018 an (ergo: ab heute) müssen Banken ihre Kunden mindestens einmal jährlich detailliert über die Kosten fürs Girokonto informieren. dpa/Welt

Wenn Sie gefragt würden, wer eigentlich mehr Gewinn macht, der medial vielbeachtete Onlinebroker Comdirect oder der medial unterbelichtete Leasingspezialist Grenke, was würden Sie dann antworten? Na, weil Sie nicht so naiv sind wie wir hier bei „Finanz-Szene.de“, würden Sie vermutlich „Grenke“ sagen und hätten damit dann auch Recht. Bei der Comdirect waren’s, wie gestern berichtet, auf 9-Monats-Sicht 64,3 Mio. Euro, bei Grenke dagegen 97,9 Mio. Euro. (Bemerkenswert in dem Zusammenhang, dass es grob geschätzt zwar 32 deutsche Robo-Adviser gibt, man aber, wenn man bei Google „Leasing-Fintech“ eingibt, keinen vernünftigen deutschsprachigen Treffer erhält). Pressemitteilung (PDF), FAZ (S. 20)

Was ist eigentlich aus „Wise“ geworden, dem im Sommer gestarteten Whitelabel-Robo der DWS? So ganz genau wissen wir das nicht. Allerdings sind wir gestern über eine Pressemitteilung gestolpert, in der stand, dass das Vergleichsportal „geld.de“ (hinter dem der Maklerpool Jung, DMS & Cie. steht) das DWS-Angebot in seine Plattform integriert hat. Leider war die Mitteilung werblich derart überlastet, dass wir von einer Verlinkung absehen und lieber nochmal auf einen Archivartikel verweisen, aus dem das Prinzip von „Wise“ hervorgeht: Fondsprofessionell

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Woran liegt es, dass immer mehr Sparkassen fusionieren – darunter jetzt auch die bundesweit kleinste, nämlich die in Bad Sachsa? Klar, zum einen am Niedrigzins und der Regulierung. Aber eben auch an sektorspezifischen Verlustbringern wie der NordLB. Xing News

Wie kann es sein, dass die Deutsche Bank an einem Tag die DWS für deren Ergebnisse lobt, nur um am nächsten Tag deren Vorstandschef rauszukegeln? „Capital“-Kolumnist Bernd Ziesemer über die „Doppelsprache“ des wichtigsten Geldinstituts der Republik. Capital

Wie weit ist die Deutsche Bank eigentlich bei dem Versuch gekommen, im Corporate-Finance-Geschäft wieder die Nummer eins hierzulande zu werden? Darüber haben die beiden DACH-Chefs mit dem Finance-Magazin gesprochen. Finance

Welche konkreten Auswirkungen hat das „Bitcoin-Urteil“ des Berliner Kammergerichts? Hierüber hat der omnipräsente Jochen Siegert vom Paymentandbanking-Blog den Juristen und Zahlungsverkehrsexperten (Anm.: geile Kombi …) Frank Müller befragt. PAB (Podcast)

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusiv-Geschichte zu den Nutzerzahlen von Paydirekt. Finanz-Szene.de

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01/11/18: Der wunde Punkt der ING Diba, Banken-Bürokratie, NordLB: Reichen die 3,5 Mrd.?

Analyse: Die ING Diba kann fast alles – aber kann sie auch Geldanlage?

Gibt es eigentlich irgendwas, was der ING Diba nicht gelingt? Sie hat das Bankgeschäft von der Filiale entkoppelt, hat den Deutschen das Tagesgeld gebracht, hat Baukredite zur Standardware gemacht, rollt inzwischen sogar das Firmenkundengeschäft auf … sonst noch was? Ach ja, ganz nebenbei avancierte sie dank der Kooperation mit Scalable Capital auch noch zur volumenstärksten Robo-Bank des Landes – und das, ohne einen eigenen Robo Advisor bauen zu müssen. Alles bestens also? Nicht ganz. Denn: Fast parallel zum Bündnis mit Scalable startete die ING Diba im vergangenen Herbst ein vergleichbares eigenes Investmentangebot. Das jedoch fällt beim Kunden offenbar durch, hat nach groben Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nur rund ein Zwanzigstel der Zuflüsse, die Scalable über die Diba generiert. Kein Einzelfall. Denn gemessen an den Erfolgen anderer Sparten dümpelt das Wertpapiergeschäft der ING Diba offenbar seit Jahren vor sich hin. Wieso? Hier unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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Kann es sein, dass die NordLB mit den kolportierten 3 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro Frischkapital gar nicht auskommt? Um ehrlich zu sein, wissen wir das nicht. Was allerdings stutzig machen sollte, das ist ein „Reuters“-Bericht, wonach die niedersächsische Landesbank beim aktuellen EZB-Stresstest (die Ergebnisse kommen am Freitag) nicht nur schlecht, sondern so richtig schlecht abgeschnitten habe. Konkret: Im angenommenen Fall einer heftigen Wirtschaftskrise soll die harte Eigenkapitalquote in der EZB-Simulation auf rund 7% zusammengeschmolzen sein. Ob sich die Helabas und die Sparkassen dieses Landes wirklich einen Gefallen tun, wenn sie sich diesen Klotz ans Bein binden? Reuters

Die neuen Regeln für notleidende Kredite sollen ein bisschen aufgeweicht werden: Während die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, den Banken nur zwei Jahre Zeit einzuräumen, mehr Rückstellungen für „NPLs“ zu bilden, haben sich die Mitgliedstaaten nun dafür ausgesprochen, den Instituten drei Jahre Zeit zu geben. Mal sehen, was das EP davon hält, das ja auch noch zustimmen muss. Reuters

Na, liebe Banker, darf’s noch ein bisschen Bürokratie mehr sein? Aber gerne doch: Von November 2018 an (ergo: ab heute) müssen Banken ihre Kunden mindestens einmal jährlich detailliert über die Kosten fürs Girokonto informieren. dpa/Welt

Wenn Sie gefragt würden, wer eigentlich mehr Gewinn macht, der medial vielbeachtete Onlinebroker Comdirect oder der medial unterbelichtete Leasingspezialist Grenke, was würden Sie dann antworten? Na, weil Sie nicht so naiv sind wie wir hier bei „Finanz-Szene.de“, würden Sie vermutlich „Grenke“ sagen und hätten damit dann auch Recht. Bei der Comdirect waren’s, wie gestern berichtet, auf 9-Monats-Sicht 64,3 Mio. Euro, bei Grenke dagegen 97,9 Mio. Euro. (Bemerkenswert in dem Zusammenhang, dass es grob geschätzt zwar 32 deutsche Robo-Adviser gibt, man aber, wenn man bei Google „Leasing-Fintech“ eingibt, keinen vernünftigen deutschsprachigen Treffer erhält). Pressemitteilung (PDF), FAZ (S. 20)

Was ist eigentlich aus „Wise“ geworden, dem im Sommer gestarteten Whitelabel-Robo der DWS? So ganz genau wissen wir das nicht. Allerdings sind wir gestern über eine Pressemitteilung gestolpert, in der stand, dass das Vergleichsportal „geld.de“ (hinter dem der Maklerpool Jung, DMS & Cie. steht) das DWS-Angebot in seine Plattform integriert hat. Leider war die Mitteilung werblich derart überlastet, dass wir von einer Verlinkung absehen und lieber nochmal auf einen Archivartikel verweisen, aus dem das Prinzip von „Wise“ hervorgeht: Fondsprofessionell

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Woran liegt es, dass immer mehr Sparkassen fusionieren – darunter jetzt auch die bundesweit kleinste, nämlich die in Bad Sachsa? Klar, zum einen am Niedrigzins und der Regulierung. Aber eben auch an sektorspezifischen Verlustbringern wie der NordLB. Xing News

Wie kann es sein, dass die Deutsche Bank an einem Tag die DWS für deren Ergebnisse lobt, nur um am nächsten Tag deren Vorstandschef rauszukegeln? „Capital“-Kolumnist Bernd Ziesemer über die „Doppelsprache“ des wichtigsten Geldinstituts der Republik. Capital

Wie weit ist die Deutsche Bank eigentlich bei dem Versuch gekommen, im Corporate-Finance-Geschäft wieder die Nummer eins hierzulande zu werden? Darüber haben die beiden DACH-Chefs mit dem Finance-Magazin gesprochen. Finance

Welche konkreten Auswirkungen hat das „Bitcoin-Urteil“ des Berliner Kammergerichts? Hierüber hat der omnipräsente Jochen Siegert vom Paymentandbanking-Blog den Juristen und Zahlungsverkehrsexperten (Anm.: geile Kombi …) Frank Müller befragt. PAB (Podcast)

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… war gestern unsere Exklusiv-Geschichte zu den Nutzerzahlen von Paydirekt. Finanz-Szene.de

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