28/02/19: Was lief da mit Goldman & Wirecard?, N26 vs. Neymar, Fidor

Die Fidor-Bank ist jetzt gereinigt und kapitalisiert. Aber findet sie auch einen Käufer?

Auch eine Geschichte, wie man sie nicht alle Tage hat: Da verbrennt ein deutsches Kreditinstitut in einem Jahr das Zweifache seines eigenen Kapitals. Aber ein bisschen provokativ gesagt, kann das dem Kreditinstitut egal sein. Denn kurz bevor die Probleme so richtig losgingen, schlüpfte die Münchner Fidor-Bank unter das Dach der Pariser Großbank BPCE. Was die Franzosen mit den Bajuwaren vorhatten, ist bis heute ein einziges  Rätsel. Was aber vermutlich nicht der Plan war: die teutonische Tochter binnen 24 Monaten dreimal zu retten. Indes: Ebendies hat die BPCE freundlicherweise gemacht, nur um die Münchner nun wieder zum Verkauf zu stellen. Bleiben ein paar Fragen: Ist Fidor noch der Fintech-Vorreiter, als der man einst gehandelt wurde? Hat die Bank eigentlich ein Geschäftsmodell? Und wer kommt als Käufer infrage? Ein Finanzinvestor? Die DKB? Sonst wer? Hier das Exklusiv-Interview mit Fidor-Chef Matthias Kröner: Finanz-Szene.de

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News

Haben Sie die Sache mit Wirecard und Goldman Sachs mitgekriegt? Womöglich nicht, also: Die US-Investmentbank hielt offenbar jahrelang einen großen Anteil an Wirecard – was zumindest uns hier nie aufgefallen ist, weil Goldman (meinen wir jedenfalls) nie auftaucht, wenn die großen Wirecard-Investoren aufgezählt werden. Warum tauchen die Amerikaner nie auf? Mag daran liegen, dass es anderen auch verborgen blieb. Mag daran liegen, dass Goldman den Großteil seiner Aktien verliehen hatte. Keine Ahnung. Jedenfalls: Wenn man ein bisschen durchs DGAP-Archiv scrollt, dann entdeckt man irgendwann eine Stimmrechts-Mitteilung vom 27. April 2016, aus der hervorgeht, dass Goldman bei Wirecard damals die 5%-Grenze unterschritten hat, nämlich von 5,08% auf 4,99% (wobei von diesen 4,99% wiederum 4,96% verliehen waren) …

Wie geht die Sache nun weiter? Am Dienstagabend dieser Woche tauchen auf der DGAP-Seite in kurzen Abständen drei weitere Stimmrechts-Mitteilungen zu Wirecard/Goldman auf. Aus diesen geht hervor, dass die Wirecard-Position der Amerikaner im Februar auf bemerkenswerte Art und Weise Jojo gespielt hat. Denn ausgerechnet am letzten Handelstag vor dem Leerverkaufs-Verbot ging es von den 4,99% auf 6,56% rauf – bevor es am ersten Handelstag nach dem Leerverkaufs-Verbot schlagartig auf 1,29% runterging. Was hat das alles nun zu bedeuten? Vermutlich gar nichts. Technischer Kram oder was auch immer. Wir haben uns trotzdem mal zwei, drei unfertige Gedanken zu dem Thema gemacht. Vielleicht interessiert’s Sie ja: Finanz-Szene.de

Dürfen wir kurz verharren? Erinnern Sie sich an unseren üppigen Wirecard-Adyen-Vergleich neulich, der zum Ergebnis kam, dass Adyen zwar das viel effizientere Unternehmen zu sein scheint, Wirecard aber dank erstaunlicherweise (fast) viermal höherer Marge mehr Geld verdient. Jedenfalls: Gestern hat Adyen (also der junge niederländische Payment-Champion) für 2018 mal eben eine Steigerung des Vorsteuergewinns um 83% auf 131 Mio. Euro verkündet. Und die Nettomarge? Verbesserte sich nach unseren Berechnungen dennoch nur leicht von 20 auf 22 Cent je 100 Euro Transaktionsvolumen, sie bleibt also weiterhin weit hinter der von Wirecard zurück. Handelsblatt (Paywall)

Auch der größte deutsche Baufi-Vermittler Interhyp hat gestern seine 2018er-Zahlen präsentiert, und was aus Sicht klassischer Banken ja fast schon beruhigend anmutet: Die ING-Tochter hat ihren Marktanteil diesmal „nur“ um 0,3 Punkte auf 8,7% gesteigert (nachdem es 2017 ein Plus von einem ganzen Prozenpunkt gewesen war). Da ja aber nun der Markt als solcher kräftig wächst, verzeichnete Interhyp beim Finanzierungsvolumen dennoch ein Plus von 11% auf imposante 22 Mrd. Euro. Pressemitteilung  

Nix Neues zu N26 diese Woche? Doch, die Smartphone-Bank hat gestern verkündet, nach Brasilien zu expandieren, was ein ziemlich interessantes Unterfange ist, denn: Ebendort wartet auf N26 das mit 4 Mrd. Dollar bewertete lateinamerikanische Wunder-Fintech Nubank, das technisch ähnlich beschlagen sein soll wie Neymar (siehe auch unser Onboarding-Gastbeitrag neulich), dabei aber deutlich weniger verletzungsanfällig. Schöne Herausforderung. Gründerszene

Kurzmeldungen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat gestern entschieden, dass Banken für Basiskonten nur begrenzt Gebühren verlangen dürfen. (FAZ) +++ Die neuen Spekulationen über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank haben die Coba-Aktie gestern um rund fünf Prozent steigen lassen (FAZ) +++ Nachdem der Zinsüberschuss der Münchner Sparkasse in den beiden Vorjahren bereits um zusammen 11% zurückgegangen war, sind 2018 weitere 3% hinzugekommen (Presse) +++  Die DZ-Bank-Krisentochter DVB hat ihren Zahlungsdienst Logpay an VW Financial Services verkauft (Automobilwoche)

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Linktipps

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Sie wollen nicht, aber vielleicht müssen sie ja: Die Geschichte, wie Deutsche-Bank-AR-Chef Paul Achleitner und CEO Christian Sewing die Fusion mit der Commerzbank vorbereiten. Manager Magazin (Paywall)

Passend zu den gestern vorgelegten Zahlen ist kürzlich bei „Bloomberg“ eine große Geschichte zu Adyen erschienen. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, sollten Sie es tun, es sei denn, der ganze Payment-Kram ist Ihnen schnuppe, was natürlich völlig legitim ist. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern unsere Grafik zu den Verschiebungen im deutschen Zertifikate-Markt. Finanz-Szene.de

Nachtrag

Irgend so ein Schlaumeier-Newsletter (ich glaube, es war unser eigener) hat gestern stolz verkündet, das Stealth-Modus-Fintech Receeve enttarnt zu haben. Der Stolz ließ allerdings merklich nach, als uns die Kollegen vom „Finletter“ darauf aufmerksam machten, dass sie die Story schon im Januar hatten. Sorry, Kollegen, war uns entgangen! Was jetzt aber nicht heißt, wir würden Euch nicht lesen. Tun wir natürlich … Aber manchmal überliest man halt auch mal was. Schande. Haupt.

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28/02/19: Was lief da mit Goldman & Wirecard?, Deutsche Bank, Fidor-Spezial

Die Fidor-Bank ist jetzt gereinigt und kapitalisiert. Aber findet sie auch einen Käufer?

Auch eine Geschichte, wie man sie nicht alle Tage hat: Da verbrennt ein deutsches Kreditinstitut in einem Jahr das Zweifache seines eigenen Kapitals. Aber ein bisschen provokativ gesagt, kann das dem Kreditinstitut egal sein. Denn kurz bevor die Probleme so richtig losgingen, schlüpfte die Münchner Fidor-Bank unter das Dach der Pariser Großbank BPCE. Was die Franzosen mit den Bajuwaren vorhatten, ist bis heute ein einziges  Rätsel. Was aber vermutlich nicht der Plan war: die teutonische Tochter binnen 24 Monaten dreimal zu retten. Indes: Ebendies hat die BPCE freundlicherweise gemacht, nur um die Münchner nun wieder zum Verkauf zu stellen. Bleiben ein paar Fragen: Ist Fidor noch der Fintech-Vorreiter, als der man einst gehandelt wurde? Hat die Bank eigentlich ein Geschäftsmodell? Und wer kommt als Käufer infrage? Ein Finanzinvestor? Die DKB? Sonst wer? Hier das Exklusiv-Interview mit Fidor-Chef Matthias Kröner: Finanz-Szene.de

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Haben Sie die Sache mit Wirecard und Goldman Sachs mitgekriegt? Womöglich nicht, also: Die US-Investmentbank hielt offenbar jahrelang einen großen Anteil an Wirecard – was zumindest uns hier nie aufgefallen ist, weil Goldman (meinen wir jedenfalls) nie auftaucht, wenn die großen Wirecard-Investoren aufgezählt werden. Warum tauchen die Amerikaner nie auf? Mag daran liegen, dass es anderen auch verborgen blieb. Mag daran liegen, dass Goldman den Großteil seiner Aktien verliehen hatte. Keine Ahnung. Jedenfalls: Wenn man ein bisschen durchs DGAP-Archiv scrollt, dann entdeckt man irgendwann eine Stimmrechts-Mitteilung vom 27. April 2016, aus der hervorgeht, dass Goldman bei Wirecard damals die 5%-Grenze unterschritten hat, nämlich von 5,08% auf 4,99% (wobei von diesen 4,99% wiederum 4,96% verliehen waren) …

Wie geht die Sache nun weiter? Am Dienstagabend dieser Woche tauchen auf der DGAP-Seite in kurzen Abständen drei weitere Stimmrechts-Mitteilungen zu Wirecard/Goldman auf. Aus diesen geht hervor, dass die Wirecard-Position der Amerikaner im Februar auf bemerkenswerte Art und Weise Jojo gespielt hat. Denn ausgerechnet am letzten Handelstag vor dem Leerverkaufs-Verbot ging es von den 4,99% auf 6,56% rauf – bevor es am ersten Handelstag nach dem Leerverkaufs-Verbot schlagartig auf 1,29% runterging. Was hat das alles nun zu bedeuten? Vermutlich gar nichts. Technischer Kram oder was auch immer. Wir haben uns trotzdem mal zwei, drei unfertige Gedanken zu dem Thema gemacht. Vielleicht interessiert’s Sie ja: Finanz-Szene.de

Dürfen wir kurz verharren? Erinnern Sie sich an unseren üppigen Wirecard-Adyen-Vergleich neulich, der zum Ergebnis kam, dass Adyen zwar das viel effizientere Unternehmen zu sein scheint, Wirecard aber dank erstaunlicherweise (fast) viermal höherer Marge mehr Geld verdient. Jedenfalls: Gestern hat Adyen (also der junge niederländische Payment-Champion) für 2018 mal eben eine Steigerung des Vorsteuergewinns um 83% auf 131 Mio. Euro verkündet. Und die Nettomarge? Verbesserte sich nach unseren Berechnungen dennoch nur leicht von 20 auf 22 Cent je 100 Euro Transaktionsvolumen, sie bleibt also weiterhin weit hinter der von Wirecard zurück. Handelsblatt (Paywall)

Auch der größte deutsche Baufi-Vermittler Interhyp hat gestern seine 2018er-Zahlen präsentiert, und was aus Sicht klassischer Banken ja fast schon beruhigend anmutet: Die ING-Tochter hat ihren Marktanteil diesmal „nur“ um 0,3 Punkte auf 8,7% gesteigert (nachdem es 2017 ein Plus von einem ganzen Prozenpunkt gewesen war). Da ja aber nun der Markt als solcher kräftig wächst, verzeichnete Interhyp beim Finanzierungsvolumen dennoch ein Plus von 11% auf imposante 22 Mrd. Euro. Pressemitteilung  

Nix Neues zu N26 diese Woche? Doch, die Smartphone-Bank hat gestern verkündet, nach Brasilien zu expandieren, was ein ziemlich interessantes Unterfange ist, denn: Ebendort wartet auf N26 das mit 4 Mrd. Dollar bewertete lateinamerikanische Wunder-Fintech Nubank, das technisch ähnlich beschlagen sein soll wie Neymar (siehe auch unser Onboarding-Gastbeitrag neulich), dabei aber deutlich weniger verletzungsanfällig. Schöne Herausforderung. Gründerszene

Finden Sie die Aareal Bank auch so schrecklich langweilig wie wir hier? Dann treffen wir hoffentlich auf Ihr Verständnis, wenn wir Sie über die 2018er-Zahlen nur insofern unterrichten, als das Vorsteuerergebnis minimal von 328 Mio. Euro auf 316 Mio. Euro gesunken ist. Und was machen wir jetzt mit denjenigen, die den Wiesbadener Immobilienfinanzierer superspannend finden? Die haben doch eh das Super-Digital-Print-Premium-Abo der wunderbaren Börsen-Zeitung (Paywall)!

Kurzmeldungen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat gestern entschieden, dass Banken für Basiskonten nur begrenzt Gebühren verlangen dürfen. (FAZ) +++ Die neuen Spekulationen über einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank haben die Coba-Aktie gestern um rund fünf Prozent steigen lassen (FAZ) +++ Nachdem der Zinsüberschuss der Münchner Sparkasse in den beiden Vorjahren bereits um zusammen 11% zurückgegangen war, sind 2018 weitere 3% hinzugekommen (Presse) +++ Die Deutsche Bank hat weitere Anteile an der Santander Bank Polska (die 2017 das frühere Polen-Geschäft der Frankfurter übernommen hatte) versilbert. Erlös: 135 Mio. Euro (APA/Reuters) +++ Die DZ-Bank-Krisentochter DVB hat ihren Zahlungsdienst Logpay an VW Financial Services verkauft (Automobilwoche) +++ Bei der  HSBC Deutschland ist der Provisionsüberschuss 2018 um (Autsch!) 11% eingebrochen (Presse)

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Irgend so ein Schlaumeier-Newsletter (ich glaube, es war unser eigener) hat gestern stolz verkündet, das Stealth-Modus-Fintech Receeve enttarnt zu haben. Der Stolz ließ allerdings merklich nach, als uns die Kollegen vom „Finletter“ darauf aufmerksam machten, dass sie die Story schon im Januar hatten. Sorry, Kollegen, war uns entgangen! Was jetzt aber nicht heißt, wir würden Euch nicht lesen. Tun wir natürlich … Aber manchmal überliest man halt auch mal was. Schande. Haupt.

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Wirecard, Goldman Sachs und die Short-Attacken-Theorie

Von Heinz-Roger Dohms

Haben Sie die Sache mit Wirecard und Goldman Sachs mitgekriegt? Nein? Auf geht’s:

Goldman Sachs hielt offenbar jahrelang einen dicken Anteil an Wirecard. Zumindest uns hier ist das nie aufgefallen, weil Goldman (meinen wir jedenfalls) nie auftauchte, wenn die großen Wirecard-Investoren aufgezählt wurden. Warum tauchten die Amerikaner nie auf? Mag daran liegen, dass es anderen auch verborgen blieb. Mag daran liegen, dass Goldman den Großteil seiner Aktien verliehen hatte. Keine Ahnung. Jedenfalls: Wenn man ein bisschen durchs DGAP-Archiv scrollt, dann entdeckt man irgendwann eine Stimmrechts-Mitteilung vom 27. April 2016. Aus dieser geht hervor, dass Goldman damals die 5%-Grenze unterschritten hat, um genau zu sein: Es ging von 5,08% auf 4,99% abwärts, wobei von diesen 4,99% wiederum 4,96% verliehen waren.

Wie geht die Sache nun weiter? Am Dienstagabend dieser Woche tauchen auf der DGAP-Seite plötzlich in kurzer Abfolge drei weitere Stimmrechts-Mitteilungen zu Wirecard/Goldman Sachs auf. Was lernt man bei deren Lektüre? Dass die Wirecard-Position der Amerikaner im Februar auf bemerkenswerte Art und Weise Jojo gespielt hat. En detail: Nachdem Goldman bei Wirecard fast drei Jahre lange keine Schwelle mehr nach oben oder unten gerissen hat (es liegt sogar die Vermutung nahe, dass sich an der Position gar nichts geändert hat), machen die Investmentbanker am Freitag, den 15. Februar, plötzlich mit allem möglichen Wirecard-Zeugs rum, namentlich Aktien, CFD’s, Swaps, Warrants … Hauptsache, Wirecard.

Dazu muss man wissen, dass der 15. Februar der letzte Handelstag vor dem Wirecard-Leerverkaufs-Verbot durch die Bafin war. Und: Es war mit einer Schwankungsbreite  von 4,4 Prozentpunkten (das Tageshoch lag bei 98,80 Euro, das Tief bei 103,15 Euro) nach Wochen des hektischen Auf und Abs ein vergleichsweise ruhiger Handelstag. Der einzige, der ein bisschen Ramba-Zamba macht, ist offenbar Goldman, mit der Folge, dass die Amerikaner (wesentlich über Instrumente) am Ende dieses Tages nicht mehr 4,99%, sondern 6,56% an Wirecard galten.

Die zweite Mitteilung betrifft dann eine Veränderung der Position, die auf den 18. Februar datiert, dem Tag des Leerverkaufsverbots. Allerdings geht es nur um eine minimale Reduktion, von 6,56% auf 6,54%. Warum diese Veränderung überhaupt gemeldet werden musste, wissen wir ehrlich gesagt nicht. Was wir wissen: Einen Tag später folgt, dokumentiert in der dritten der drei Stimmrechts-Mitteilungen, der Hammer: Goldman fährt den eben erst auf rund sechseinhalb Prozent aufgestockten Anteil auf nur noch 1,29% runter, und das einen Tag nach dem Leerverkaufsverbot, das die Wirecard-Aktie deutlich hatte steigen lassen.

Welchen Reim soll man sich hierauf nun machen? Nein, keine Bange, wir schlagen uns hier jetzt nicht ins Lager der Verschwörungstheoretiker (obwohl das, wie immer, wenn Goldman Sachs im Spiel ist, lustig würde: Goldman-Leerverkaufsverbot-Bafin-BMF-Staatssekretär-Goldman …). Sondern: Wir halten fest, dass es für das alles vermutlich gute Erklärungen gibt, zumal Goldman ja normalerweise im Kundenauftrag agiert. Und doch: Irgendwie sieht das alles dann doch auch ein bisschen komisch aus, wenn man so draufguckt.

Worauf wir aber eigentlich hinauswollen, ist etwas anderes: Da bewegt Goldman mal eben drei, vier, fünf Prozent der Wirecard-Aktien. Dann gibt es da draußen ein Dickschiff namens Blackrock, das als Wirecard-Investor den Februar über auch die ein oder andere Meldeschwelle gerissen hat. Und schließlich sind da noch weitere sehr große (Long-only-)Investoren, die mit ihren Wirecard-Aktien – trotz Leerverkaufsverbots – weiterhin viele, viele tendenziell kursverändernde Dinge anstellen können.

Kurzum: Wie plausibel ist vor diesem Hintergrund die hierzulande verfochtene Grundannahme, der Wirecard-Kurs werde von irgendwelchen zu kriminellen Handlungen (Marktmanipulation, Erpressung, Bestechung) neigenden „Shorties“ gemacht, die eine 0,1-irgendwas-Prozent-Position innehaben und nun mit Koffern voller Geld vor den Redaktionsbüros britischer Medien lungern, um negative Berichterstattung zu kaufen und so die Wirecard-Aktie zum Einsturz zu bringen? Sollte man nicht annehmen, dass es vielmehr die großen Adressen sind, die bestimmen, in welche Richtung der Wirecard-Kurs läuft?

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Die Fidor-Bank ist jetzt rekapitalisiert. Aber findet sie auch einen Käufer?

Von Heinz-Roger Dohms

Auch eine Geschichte, wie man sie nicht alle Tage hat: Da verbrennt ein deutsches Kreditinstitut in einem Jahr das Zweifache seines eigenen Kapitals. Aber ein bisschen provokativ gesagt, kann das dem Kreditinstitut egal sein. Denn kurz bevor die Probleme so richtig losgingen, schlüpfte die Münchner Fidor-Bank unter das Dach der Pariser Großbank BPCE. Was die Franzosen mit den Bajuwaren vorhatten, ist bis heute ein einziges  Rätsel. Was aber vermutlich nicht der Plan war: die teutonische Tochter binnen 24 Monaten dreimal zu retten. Indes: Ebendies hat die BPCE freundlicherweise gemacht, nur um die Münchner nun wieder zum Verkauf zu stellen. Bleiben ein paar Fragen: Ist Fidor noch der Fintech-Vorreiter, als der man einst gehandelt wurde? Hat die Bank eigentlich ein Geschäftsmodell? Und wer kommt als Käufer infrage? Ein Finanzinvestor? Die DKB? Sonst wer? Hier das Exklusiv-Interview mit Fidor-Chef Matthias Kröner:

Finanz-Szene.de: Herr Kröner, wie wir diese Woche berichtet haben, hat die Fidor-Bank 2017 aufgrund von fehlgeschlagenen Kredit-Engagements einen Verlust von 110 Mio. Euro erlitten, gemessen an einem Eigenkapital von gerade mal 52 Mio. Euro. Kurz zuvor, nämlich im Herbst 2016, hatten Sie Fidor an die französische Großbank BPCE verkauft. Fast ist man geneigt zu sagen: Gerade noch rechtzeitig …

Matthias Kröner: … wobei ich gleich mal klarstellen möchte, dass an der Verdächtigung, die in ihrer Formulierung mitschwingt, rein gar nichts dran ist. Denn natürlich haben sich die Kollegen von BPCE unsere Bank und speziell unser Kreditbuch vor der Übernahme genauestens angeschaut, da gab es eine intensive Due Diligence. Hinzu kommt: Das waren ja auch keine wirklich exotischen Engagements – sondern das wurde über mehrere Jahresabschlüsse hinweg diskutiert, dokumentiert und nie im Geheimen betrieben.

Wobei man es erst einmal schaffen muss, in einem Jahr das Zweifache des Eigenkapitals zu verbrennen. Wie aus Ihrem dieser Tage veröffentlichten Geschäftsbericht für 2017 hervorgeht, hat die BPCE die Fidor-Bank gleich dreimal rekapitalisieren müssen, nämlich 2016, 2017 und in diesem Jahr noch einmal. 

Kröner: Das ist richtig. Niemand war über diese Entwicklung mehr bestürzt als das Fidor-Team selbst. Natürlich hätten wir uns einen besseren Start in diese neue Partnerschaft gewünscht. Aber nochmal: Man wusste, worauf man sich da einlässt, darum ist der Kaufpreis mit 105 Mio. Euro auch deutlich niedriger ausgefallen, als das ohne diese spezifischen Kreditrisiken diskutiert wurde. Um die Sache einmal kurz zu erläutern: Wir haben 2013 bis 2016 schwerpunktmäßig Kredite über einen britischen Partner für Gebrauchtwagen-Finanzierungen eingekauft. Dann hat eine ganze Kette von Ereignissen – darunter das Brexit-Referendum im Juni 2016 – dazu geführt, dass dieser Partner existenzielle Probleme bekam und letztlich in eine geordnete Insolvenz ging. Also hat sich unser neuer Eigentümer …

… die BPCE …

Kröner: … 2017 gemeinsam mit dem Fidor-Bank-Management gezwungen gesehen, einen Schlussstrich zu ziehen und den Bestand konsequent abschmelzen zu lassen. Dazu muss man dann natürlich die notwendige Risikovorsorge treffen. So sind die Regeln, um das mal salopp zu formulieren.

Fidor steht seit dem Herbst wieder zum Verkauf. Was ist das für eine Bank, die ja jetzt auf den Markt kommt? Es heißt ja oft, Fidor sei ein Fintech. Gegründet wurde Ihr Institut ja aber schon 2009, zu einer Zeit, als es den Begriff „Fintech“ noch gar nicht gab. Wie können Sie dann eine Fintech-Bank sein?

Kröner: Die Gründung von Fidor müssen Sie im Kontext der Finanzkrise sehen, also der Entzauberung der etablierten Bankenbranche. Dem wollten wir ein neues Konzept entgegenstellen, eine digitale Community-Bank, die über die sozialen Medien ganz stark mit ihrer Klientel interagiert und deren Anregungen aufnimmt und umsetzt. Das war die Idee – und mit der haben wir dann auch schnell vergleichsweise viele Kunden gewonnen. Im Sommer 2015, rund ein Jahr vor der Transaktion mit der BPCE, hatten wir rund 300.000 Nutzer in der Community und über 100.000 Kunden.

Tatsächlich meint man, wenn man auf die Anfangszeit der Fidor-Bank blickt, ein frühes N26 zu sehen. Würde uns dagegen heute jemand fragen, was Fidor eigentlich genau macht, würden wir eher sagen: Ähhh, so was Ähnliches wie die Solarisbank – also eher B2B statt B2C.

Kröner: Mal abgesehen davon, dass wir selbstredend unique sind – uns zeichnet tatsächlich aus, dass wir uns mit den Jahren in beide Richtungen sehr gut entwickelt haben, also B2B und B2C. Genau genommen unterhalten wir sogar vier Geschäftszweige, nämlich 1.) das Retailgeschäft mit inzwischen fast 400.000 Kunden, 2.) unser „Banking as a Service“-Geschäft, über das wir als Whitelabel-Partner Telefonica den Aufbau von „O2 Banking“ ermöglicht haben …

… im Grunde ist es dieses „Banking as a Service“-Modell, bei dem Sie in direkter Konkurrenz zu Solarisbank stehen …

Kröner …, dann sind wir 3.) in Dubai und Singapur aktiv, wo wir wiederum als Plattform-Partner zum Beispiel für einen unserer Kunden u. a. das erste „digitale Sharia-compliant Community-Banking“ aufgesetzt haben, und 4.) haben wir jüngst unseren Marktplatz „Efficient Scale“ gegründet, über den wir Affiliate-Programme für Finanzdienstleister vermitteln. All das zählt jedoch nichts, wenn Sie sich nicht auch in den Augen der Aufsicht weiterentwickeln. Auch hier haben wir massiv investiert. Also alles in allem ein ziemlich gutes Paket.

Man könnte auch von einem ziemlichen Gemischtwarenladen sprechen.

Kröner: Mal grundsätzlich: Ich lese ja jeden Tag, was Sie über die Branche schreiben. Natürlich haben viele Fintechs ganz tolle Dinge geleistet. Was aber auch mal betont werden muss: Ich weiß nicht, wer von unseren direkten Wettbewerbern so viele namhafte B2B-Kunden hat wie wir, nämlich nicht nur O2, sondern das reicht ja unter anderem von Bitcoin.de über Finanzcheck bis hin zur ältesten unabhängigen niederländischen Vermögensverwaltungs-Bank, nämlich Van Lanschot/Kempen. Dann sind da unsere Kunden im Nahen Osten und in Singapur. Und hinzu kommt im Endkundengeschäft z.B. unser starker Fokus auf Krypo-Währungen, womit wir hierzulande lange Zeit komplett alleine unterwegs waren. Und wenn wie jüngst geschehen Apple Pay in Deutschland startet, wer gehört dann völlig selbstverständlich zu den ersten Partnern – die Fidor Bank, übrigens dank unseres Partners Mastercard. Angenehmer Nebeneffekt: Schon heute kann ich auf Basis der bestehenden Verträge mit unseren Top 5 B2B-Kunden ein Potenzial von 35 Mio. Euro alleine nur beim Commission-Income für die nächsten Jahre annehmen.

Also täuscht der Eindruck, dass Fidor von den später gestarteten Fintechs inzwischen überholt worden ist. 

Kröner: Der täuscht gewaltig!

Wobei wir ja eigentlich beim Stichwort Gemischtwarenladen waren …

Kröner: Okay, fair enough, da haben Sie einen Punkt. Wir sind nicht so fokussiert aufgestellt, wie es strategisch wünschenswert wäre. Der gegenwärtige Prozess bietet uns nun die Chance, dies besser zu machen. Allerdings lässt sich dieser Zustand aus unserer Entwicklung heraus begründen: Wir waren immer vergleichsweise knapp kapitalisiert, mussten also praktisch vom Start weg Erträge generieren, um aus dem Cashflow heraus investieren zu können. Das heißt: Man nimmt dann auch mal eine geschäftliche Opportunität wahr, selbst wenn sie anfänglich nicht zu 100% in die strategische Konzeption passt. Ein schöner Nebeneffekt war, dass wir 2014 schon schwarze Zahlen geschrieben haben. Übrigens – auch wenn ich dieses Thema jetzt nicht wieder aufwärmen will: Auch die Kreditengagements in Großbritannien sind vor diesem Hintergrund zu sehen.

Die BPCE hat Ihnen jetzt einmal die Bilanz gesäubert und das Kapital wieder aufgefüllt – womit Fidor trotz seiner Verluste in relativ properem Zustand im Schaufenster steht. Der M&A-Prozess läuft seit Oktober. Wann soll ein Käufer gefunden sein?

Kröner: Ich würde sagen, bis März.

Schon?

Kröner: Das wäre zumindest der gemeinsam mit Paris definierte Prozess.

Die „FAZ“ hat über die Solarisbank als möglichen Käufer spekuliert. Dagegen spricht, dass sich Ihre Geschäftsmodelle im B2B-Bereich ja doch stark ähneln. Wir selber wiederum haben gehört, die DKB hätte Interesse gezeigt – wobei: Wenn der Verkauf im März über die Bühne sein soll, könnte das alles ein bisschen knapp werden, die DKB-Mutter, also die BayernLB, hat ja noch keinen neuen CEO.

Kröner: Was Solaris angeht, teile ich Ihre Einschätzung, so sehr ich die Kollegen persönlich schätze. Was die DKB betrifft: Kein Kommentar. Was ich sagen kann: Es gibt eine Reihe spannender Interessenten. Aber die Entscheidung treffe ja letzten Endes nicht ich als Vorstandschef und Kleinstgesellschafter – sondern die trifft die BPCE. Da müssen wir uns nichts vormachen.

Naja, Sie haben ja auch ein Wörtchen mitzureden – zumindest wenn ein Interessent sagt, ich will die Bank nur, wenn ich auch Kröner mit seinem Team kriege.

Kröner: An mir soll es nicht scheitern.

Wobei dann ja auch ein von Ihnen und einem externen Investor gestemmter Management-Buyout eine Option wäre.

Kröner: Theoretisch ja.

Und in der Praxis?

Kröner: Kein Kommentar.

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27/02/19: Kennen Sie schon „Receeve“?, Smava heuert Goldman, Finlab klotzt

Schlüssel-Investor Cerberus spricht sich für Fusion von Deutscher und Commerzbank aus

Ein Zusammenschluss zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank ist mit dem gestrigen Tag zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Denn laut „Handelsblatt“ spricht sich der an beiden Instituten beteiligte US-Investor Cerberus eindeutig für eine „Deutsche Commerz“ aus (wobei mal dahingestellt sei, ob die Amerikaner zuvor wirklich so deutlich gegen eine Fusion waren, wie das „HB“ schreibt). Cerberus begründet sein Ja zu einem Merger demnach 1.) mit dem nachhaltigen Kursverfall beider Aktien, 2.) mit der unklaren Zukunftsperspektive insbesondere der Deutschen Bank (sinkende Erträge, Geldwäsche-Affäre, hohe Refikosten, Dauerärger mit den  US-Behörden …) und 3.) damit, dass der rasche technologische Wandel eine Bündelung der Kräfte verlange. Insbesondere der letzte Punkt ist interessant. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hatte Cerberus auch bei der letztlich erfolglosen Offerte für die NordLB mit seiner Technologiekompetenz geworben. Dabei verwies der „Höllenhund“ u.a. auf den früheren JP-Morgan-COO Matt Zames, der mittlerweile bei Cerberus als „President“  tätig ist – und in dieser Funktion auch als eine Art Sonder-Berater von Deutsche-Bank-Chef Sewing agiert. Handelsblatt (Paywall)

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Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar noch einmal auf 19,5% ausgebaut und damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm (vor allem zulasten der Deutschen Bank), wie unsere Grafik zeigt: Finanz-Szene.de (Warnhinweis: Unser Server war diese Nacht ein bisschen schwach auf der Brust, kann 3-4 Sekunden dauern, bis sich die Seite geladen hat)

Sage noch einer, in der Bankenbranche würde das Bonus-System nicht funktionieren: Wie die Kollegen von „Bloomberg“ entdeckt haben, durfte sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dieser Tage über die Zustellung von 19.642 Aktien seines eigenen Instituts freuen – wobei freuen vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Es handelte sich nämlich um einen vor fünf Jahren erworbenen, allerdings zu heutigen Kursen ausgezahlten Bonusanspruch. Wert der knapp 20.000 Aktien: 145.272,23 Euro. Vor fünf Jahren wäre das Paket noch das Vierfache wert gewesen. Bloomberg, Directors‘ Dealings“-Mitteilung im Original (PDF)

Liebe Genossenschaftsbanken, dürfen wir was anmerken? Eigentlich sind die 2018er-Zahlen ja völlig in Ordnung, die Euer seltsamer Genoverband (also der, der nicht für die VR-Banken in Bayern und BW spricht, wohl aber für fast alle anderen) gestern vorgestellt hat: Das Zinsergebnis mit 8,8 Mrd. Euro stabil (wow!), das Provisionsergebnis mit 3,3 Mrd. Euro leicht im Plus, das Ergebnis vor Bewertung mit 4,1 Mrd. Euro ebenfalls hauchdünn überm Vorjahr. Doch wenn man dann auf Nachfrage das Ergebnis nach Bewertung erhält, stellt man fest, dass ebendieses um 13% zurückgegangen ist. Vermutlich handelt es sich hierbei eher um eine Normalisierung als um einen Ausrutscher. Trotzdem: Hatte man sich nicht gerade daran gewöhnt, dass es so Sachen wie „Risiko“, „Bewertung“ und so gefälligst nicht mehr zu geben hat? Pressemitteilung

Kommen wir zum heute eher dünnen Fintech-Block und beginnen mit einer klitzekleinen Exklusivmeldung (wobei wir uns bei „Startupdetector“ und beim Leser B. für den Recherchetipp bedanken wollen): Es gibt ein neues Finanz-Startup da draußen, es heißt Receeve, sitzt in Hamburg, befindet sich noch im Stealth-Modus und will  offensichtlich das machen, was man früher mal Inkasso genannt hat. Die beiden Co-Founder heißen Michael Backes und Paul Jozefak und kommen ihren Linkedin-Profilen zufolge beide von Liquid Labs, also dem Company Builder von Otto. Das ist wiederum insofern nicht uninteressant, als zur Otto Group ja auch das (bezogen auf Receeve) zumindest artverwandte und natürlich ebenfalls in Hamburg ansässige Fintech Collect AI sitzt, wo es jüngst ein kleines Revirement im C-Level gab. Muss alles nichts heißen. Aber die Welt, zumal die in Hamburg, ist klein.

Apropos klein, die Kurzmeldungen, wobei wir in der Sektion „Fintech“ bleiben: Der börsennotierte Frankfurter Startup-Investor Finlab steckt mehr als 5 Mio. Euro (also eine durchaus beachtliche Summe) ins Luxemburger Fintech Onpex (DGAP-News) +++ Glaubt man der „FAZ“, was wir gelegentlich tun, dann lässt sich das Berliner Kreditvergleichsportal Smava beim geplanten Börsengang von Goldman Sachs und der Citigroup unterstützen (FAZ, Print. S. 23)

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Linktipps

Wenn sich sogar schon die „Times“ mit einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank befasst – ist die Sache dann überhaupt noch zu verhindern? Wissen wir nicht. Was wir wissen: Der Artikel ist lesenswert und offenbar sogar frei verfügbar: New York Times

Haben die Neo-Insurer dasselbe Potenzial wie die Neo-Banks? Eine interessante Analyse des CommerzVentures-Manns Paul Morgenthaler (wobei wir selber nicht unbedingt darauf gekommen wären, Getsafe in einem Atemzug mit Lemonade zu nennen, aber dass der gute Herr Morgenthaler da das eigene CommerzVentures-Portfolio-Fintech ein bisschen promoten will, sei ihm gegönnt): Medium

Es ist vielleicht nicht die allerfundierteste Methode, die Relevanz eines Zahlungsdienstleisters anhand seines Ranking bei „Similartech“ zu bemessen – indes: eine nette Spielerei ist es schon … Bankstil, Similartech

Keine Angst, die beißen nicht, die wollen nur vorfinanzieren: Ein Überblick über alte und neue Factoring-Anbieter am deutschen Markt. PAB-Blog

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… war gestern der Kosten-Wahnsinn bei der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

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27/02/19: Der Deka-Durchmarsch, Sewings 145.272 Euro, Cerberus will „Deutsche Commerz“

Schlüssel-Investor Cerberus spricht sich für Fusion von Deutscher und Commerzbank aus

Ein Zusammenschluss zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank ist mit dem gestrigen Tag zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Denn laut „Handelsblatt“ spricht sich der an beiden Instituten beteiligte US-Investor Cerberus eindeutig für eine „Deutsche Commerz“ aus (wobei mal dahingestellt sei, ob die Amerikaner zuvor wirklich so deutlich gegen eine Fusion waren, wie das „HB“ schreibt). Cerberus begründet sein Ja zu einem Merger demnach 1.) mit dem nachhaltigen Kursverfall beider Aktien, 2.) mit der unklaren Zukunftsperspektive insbesondere der Deutschen Bank (sinkende Erträge, Geldwäsche-Affäre, hohe Refikosten, Dauerärger mit den  US-Behörden …) und 3.) damit, dass der rasche technologische Wandel eine Bündelung der Kräfte verlange. Insbesondere der letzte Punkt ist interessant. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hatte Cerberus auch bei der letztlich erfolglosen Offerte für die NordLB mit seiner Technologiekompetenz geworben. Dabei verwies der „Höllenhund“ u.a. auf den früheren JP-Morgan-COO Matt Zames, der mittlerweile bei Cerberus als „President“  tätig ist – und in dieser Funktion auch als eine Art Sonder-Berater von Deutsche-Bank-Chef Sewing agiert. Handelsblatt (Paywall)

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News

Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar noch einmal auf 19,5% ausgebaut und damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm (vor allem zulasten der Deutschen Bank), wie unsere Grafik zeigt: Finanz-Szene.de (Warnhinweis: Unser Server war diese Nacht ein bisschen schwach auf der Brust, kann 3-4 Sekunden dauern, bis sich die Seite geladen hat)

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Noch zum Abgleich: Die baden-württembergischen Genobanken haben gestern ebenfalls Zahlen vorgelegt und deren Zinsüberschuss ist nicht etwa stabil geblieben, sondern um 6,7% gesunken. Pressemitteilung

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… war gestern der Kosten-Wahnsinn bei der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

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Die Deka ist erstmals Marktführer bei Zertifikaten – und distanziert die DZ Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar auf 19,5% ausgebaut und hat damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm, wie unsere Grafik (Datenquelle: DDV) zeigt:

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26/02/19: Der Fidor-Schocker, Apple Pay, Kosten-Wahnsinn bei der Haspa

Kommt die Haspa jemals wieder von ihrer exorbitant hohen Cost-Income-Ratio runter?

„Haspa macht sich fit für die Zukunft“ – so hat die Hamburger Sparkasse ihre Pressemitteilung zu den 2018er-Zahlen betitelt. Was man dazu wissen muss: Die größte deutsche Sparkasse macht sich seit anderthalb Dekaden andauernd fit für die Zukunft. 2005 lagerte sie ihre IT an die damalige „Finanz IT“ aus (Ziel: „jährliche Einsparungen von 50 Mio. Euro“); 2010 wechselte sie plötzlich zu SAP (Ziel: „eine moderne und auf langfristigen Einsatz ausgerichtete IT-Plattform“); und nun geht es zur „Finanz Informatik“ (Ziel, das hat Vorstandschef Vogelsang tatsächlich so gesagt: „Economies of Scale“). Was hat die Selbstertüchtigung gebracht? Die Cost-Income-Ratio, die in den Nullerjahren mal bei 60% lag (und auf 55% runter sollte), hat sich inzwischen bei 77-83% verfestigt; selbst sein vor fünf Jahren für 2018 formuliertes Ziel („auf nahe 70% kommen“) hat Vogelang deutlich verfehlt (es sind jetzt 78,9%). Besserung? Ist nicht in Sicht. Ein paar Grafiken gefällig? Voilà: Finanz-Szene.de

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News

Die Krise bei Fidor hat 2017 ungeahnte Ausmaße erreicht, wie aus dem Ende vergangener Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht (einen ausführlichen Artikel hierzu finden Sie heute Früh in der „Börsen-Zeitung“. Wir bitten die dortigen Kollegen uns zu glauben, dass wir die Fidor-Zahlen tatsächlich schon kannten – und nicht erst gestern Abend bei der Lektüre der „BÖZ“-Online-Ausgabe darauf aufmerksam wurden und jetzt so tun, als hätten wir sie gekannt). Jedenfalls: Offenbar hat sich die Münchner Fintech-Bank mit Kreditengagements in Großbritannien dermaßen verspekuliert, dass sich der Vorsteuerverlust auf 110 Mio. Euro summierte. Damit wäre das Eigenkapital (das zum Jahreswechsel 2016/17 bei 52 Mio. Euro lag) geradezu pulverisiert worden, hätte die französische Fidor-Mutter BPCE nicht 90 Mio. Euro in die Rücklagen eingezahlt. Dazu muss man wissen, dass die Franzosen die 2016 übernommene Fidor in ebenjenem Jahr schon einmal mit 42 Mio. Euro Eigenkapital gestärkt hatten. Und: Wie im Nachtragsbericht des 2017er-Abschlusses steht, wurde 2018 sogar noch eine weitere Kapitalerhöhung über 37 Mio. Euro fällig. Unterm Strich: Sicher besser, dass die Zeichen zwischen BPCE und Fidor bereits wieder auf Trennung stehen. Und falls es Sie interessiert, hier die GuV auf einen Blick: Finanz-Szene.de

Ähem, dürfen wir noch mal auf die Haspa-Zahlen zu sprechen kommen? Also: Der Jahresüberschuss betrug 2018 exakt 70 Mio. Euro, womit die größte deutsche Sparkasse (wir lieben dieses Synonym, obwohl wir gar nicht sicher sind, ob es überhaupt noch stimmt …) bei knapp der Hälfte dessen angekommen ist, was Mitte der Nullerjahre unterm Strich drin war. Fast noch interessanter als diese Langfrist-Betrachtung finden wir allerdings eine kurzfristige Entdeckung, die wir gemacht haben: Nachdem die Haspa in ihren Halbjahreszahlen noch einen Einbruch des Zinsüberschusses von 11% auswies, sind es im Gesamtjahr plötzlich nur noch minus 1,7%. Mit anderen Worten: Wenn man nur mal die zweite Jahreshälfte 2018 mit der zweiten Jahreshälfte 2017 vergleicht, dann hat die Haspa ihr Zinsergebnis zuletzt massiv gesteigert. Mal gespannt, ob man erfährt, wie das möglich war, wenn die Haspa irgendwann im Frühjahr ihren Geschäftsbericht online stellt. Haspa-Pressemitteilung

Da fällt uns übrigens ein Freund des Hauses ein, der uns dieser Tage erzählte, er beobachte bei vielen Sparkassen und Volksbanken, dass sie Wertpapiere deutlich über pari kauften und den entsprechenden Schlag, den das dann in der Kaufperiode in der GuV verursacht, in Kauf nähmen, weil man mit den Papieren in den folgenden Berichtsperioden entsprechend das Zinsergebnis ein bisschen aufpäppeln könne. Soll aber jetzt nicht heißen, dass wir dies der Haspa unterstellen, zumal der kräfige Anstieg des Zinsergebnisses im zweiten Halbjahr ja damit nicht erklärt wäre.

Herrlich, diese (vermeintlichen) Wendungen in der Causa Wirecard, oder? Wobei die Bafin gestern uns gegenüber klargestellt hat, dass die angeblich geplante Short-Attacke auf den Zahlungsdienstleister (siehe Montagsausgabe des „Handelsblatts“) nicht ursächlich gewesen sein für das letzte Woche ausgesprochene Leerverkaufsverbot – sondern:  Das Verbot hätte man ohnehin ausgesprochen, so die Bafin.

Und für alle, die den jüngsten Wirecard-Aufreger nicht mitgekriegt haben: Glaubt man dem „Handelsblatt“, dann sollen Short-Angreifer versucht haben, britische Medien mit Millionensummen dazu zu bewegen, einen Kurssturz der Wirecard-Aktie herbeizuschreiben. Die „HB“-Kollegen berufen sich hierbei auf die StA München und die Bafin, wobei sich die Bafin wiederum auf die StA München beruft, und die StA München wiederum auf Wirecard. Und Wirecard? Beruft sich, wenn wir es richtig verstehen, auf die Short-Angreifer. Die nämlich haben den Darstellungen zufolge nicht nur versucht, die britischen Medien zu bestechen, sondern umgekehrt auch Wirecard zu erpressen (Motto: Wenn ihr zahlt, wird es keine negative Berichterstattung geben). Aus unserer Sicht klingt das alles völlig plausibel und maximal glaubhaft.

Kurzmeldungen: Die Sparkassen führen nach eigenen Angaben „sehr positive Gespräche mit Apple, um herauszufinden, wie wir Apple Pay für alle unsere Kunden einführen können“ (dpa/Wiwo) +++ Die Teambank (also der Geno-Player, der hinter Easycredit steht) hat ihren Forderungsbestand 2018 um  um 6,7% auf 8,2 Mrd. Euro gesteigert (Börsen-Zeitung, Pressemitteilung) +++ Nach diversen Ankündigungen und etlichen Verzögerunen (siehe unsere Newsletter vom 29. September und vom 17. November 2017) ist der Online-Ratenkredit-Spezialist Qlick (eine Tochter der nicht mit Easycredit zu verwechselnden Easybank, die zur Bawag gehört, die wiederum Cerberus gehört) dann doch mal livegegangen (Handelsblatt/Paywall) +++ Die Deutsche-Bank-App „Yunar“ hat in den ersten drei Wochen „eine fünfstellige Zahl“ von Downloads erreicht und wird künftig von Berlin aus entwickelt (Wirtschaftswoche)

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Yes oder Verimi, netID oder Authada? Welche digitalen Identitäts-Spezialisten haben die besten Chancen im Markt? IT-Finanzmagazin

Der „American Banker“ erklärt, warum Risikokapitalgeber zuletzt so viel Geld in amerikanische Fintechs steckten … American Banker

während ein anderes US-Onlineportal, nämlich Quartz, vorrechnet, dass trotz dieses Booms sämtliche amerikanische und europäische Fintechs 2018 nur unwesentlich mehr Geld eingesammelt haben als Ant Financial (also der Fintech-Riese aus China) ganz allein. Quartz 

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… war am Freitag unsere Geschichte über das Frankfurter Fintech Traxpay, das zehn Jahre auf den Durchbruch warten musste. Finanz-Szene.de

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26/02/19: Kosten-Wahnsinn bei der Haspa, Horrorverlust für Fidor, Wirecard

Kommt die Haspa jemals wieder von ihrer exorbitant hohen Cost-Income-Ratio runter?

„Haspa macht sich fit für die Zukunft“ – so hat die Hamburger Sparkasse ihre Pressemitteilung zu den 2018er-Zahlen betitelt. Was man dazu wissen muss: Die größte deutsche Sparkasse macht sich seit anderthalb Dekaden andauernd fit für die Zukunft. 2005 lagerte sie ihre IT an die damalige „Finanz IT“ aus (Ziel: „jährliche Einsparungen von 50 Mio. Euro“); 2010 wechselte sie plötzlich zu SAP (Ziel: „eine moderne und auf langfristigen Einsatz ausgerichtete IT-Plattform“); und nun geht es zur „Finanz Informatik“ (Ziel, das hat Vorstandschef Vogelsang tatsächlich so gesagt: „Economies of Scale“). Was hat die Selbstertüchtigung gebracht? Die Cost-Income-Ratio, die in den Nullerjahren mal bei 60% lag (und auf 55% runter sollte), hat sich inzwischen bei 77-83% verfestigt; selbst sein vor fünf Jahren für 2018 formuliertes Ziel („auf nahe 70% kommen“) hat Vogelang deutlich verfehlt (es sind jetzt 78,9%). Besserung? Ist nicht in Sicht. Ein paar Grafiken gefällig? Voilà: Finanz-Szene.de

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Die Krise bei Fidor hat 2017 ungeahnte Ausmaße erreicht, wie aus dem Ende vergangener Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht (einen ausführlichen Artikel hierzu finden Sie heute Früh in der „Börsen-Zeitung“. Wir bitten die dortigen Kollegen uns zu glauben, dass wir die Fidor-Zahlen tatsächlich schon kannten – und nicht erst gestern Abend bei der Lektüre der „BÖZ“-Online-Ausgabe darauf aufmerksam wurden und jetzt so tun, als hätten wir sie gekannt). Jedenfalls: Offenbar hat sich die Münchner Fintech-Bank mit Kreditengagements in Großbritannien dermaßen verspekuliert, dass sich der Vorsteuerverlust auf 110 Mio. Euro summierte. Damit wäre das Eigenkapital (das zum Jahreswechsel 2016/17 bei 52 Mio. Euro lag) geradezu pulverisiert worden, hätte die französische Fidor-Mutter BPCE nicht 90 Mio. Euro in die Rücklagen eingezahlt. Dazu muss man wissen, dass die Franzosen die 2016 übernommene Fidor in ebenjenem Jahr schon einmal mit 42 Mio. Euro Eigenkapital gestärkt hatten. Und: Wie im Nachtragsbericht des 2017er-Abschlusses steht, wurde 2018 sogar noch eine weitere Kapitalerhöhung über 37 Mio. Euro fällig. Unterm Strich: Sicher besser, dass die Zeichen zwischen BPCE und Fidor bereits wieder auf Trennung stehen. Und falls es Sie interessiert, hier die GuV auf einen Blick: Finanz-Szene.de

Ähem, dürfen wir noch mal auf die Haspa-Zahlen zu sprechen kommen? Also: Der Jahresüberschuss betrug 2018 exakt 70 Mio. Euro, womit die größte deutsche Sparkasse (wir lieben dieses Synonym, obwohl wir gar nicht sicher sind, ob es überhaupt noch stimmt …) bei knapp der Hälfte dessen angekommen ist, was Mitte der Nullerjahre unterm Strich drin war. Fast noch interessanter als diese Langfrist-Betrachtung finden wir allerdings eine kurzfristige Entdeckung, die wir gemacht haben: Nachdem die Haspa in ihren Halbjahreszahlen noch einen Einbruch des Zinsüberschusses von 11% auswies, sind es im Gesamtjahr plötzlich nur noch minus 1,7%. Mit anderen Worten: Wenn man nur mal die zweite Jahreshälfte 2018 mit der zweiten Jahreshälfte 2017 vergleicht, dann hat die Haspa ihr Zinsergebnis zuletzt massiv gesteigert. Mal gespannt, ob man erfährt, wie das möglich war, wenn die Haspa irgendwann im Frühjahr ihren Geschäftsbericht online stellt. Haspa-Pressemitteilung

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Analyse: Der Kosten-Wahnsinn bei der Hamburger Sparkasse

Von Heinz-Roger Dohms

„Haspa macht sich fit für die Zukunft“ – so hat die Hamburger Sparkasse ihre Pressemitteilung zu den 2018er-Zahlen betitelt. Was man dazu wissen muss: Die größte deutsche Sparkasse macht sich seit anderthalb Dekaden andauernd fit für die Zukunft. 2005 lagerte sie zu diesem Zweck ihre hauseigene IT an die damalige „Finanz IT“ aus (Ziel: „jährliche Einsparungen von 50 Mio. Euro“); 2010 wechselte sie plötzlich zu SAP (Ziel: „eine moderne und auf langfristigen Einsatz ausgerichtete IT-Plattform“); und nun geht es  zurück in die Sparkassen-Familie, genauer: zur „Finanz Informatik“ (Ziel, so hat Vorstandschef Harald Vogelang das tatsächlich ausgedrückt: „Economies of Scale„).

Und was hat die Selbstertüchtigung gebracht? Die Cost-Income-Ratio, die in den Nullerjahren mal 60% lag (und auf 55% runter sollte), hat sich inzwischen bei 77-83% verfestigt; selbst sein vor fünf Jahren für 2018 formuliertes Ziel („auf nahe 70% kommen“) hat Vogelang deutlich verfehlt (es sind stattdessen 78,9%). Wie weit die Haspa von anderen Sparkassen (aggregierter Wert nach Angaben des DSGV) entfernt ist, zeigt ein Vergleich seit 2013 …

Nun muss man der Fairness halber hinzufügen, dass die hohe Cost-Income-Ratio der Haspa nicht nur aus dem Verwaltungsaufwand  herrührt (also Sach- plus Personalkosten), sondern auch mit einer weiteren GuV-Position zusammenhängt, nämlich mit den „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“. Diese liegen bei den Hanseaten schon seit Jahren zwischen etwa 100 und 150 Mio. Euro p.a. Ein Sprecher begründet dies unter anderem mit – durch den Niedrigszins verursachte – Pensionslasten, die bei der Haspa direkt auf die GuV durchschlügen, während andere Sparkassen hierfür stille Lasten bilden würden.

Dieser Befund ändert allerdings nichts daran, dass auch der reine Verwaltungsaufwand bei der Haspa – anders als bei vielen anderen Sparkassen – seit Jahren und zum Teil sogar massiv steigt:

Was erschwerend hinzukommt: Die rund 150 Mio. Euro, die die Haspa für ihre neuerliche IT-Migration eingeplant hat, werden laut Angaben von gestern auf 2018, 2019 und 2020 verteilt. So schnell werden die Kosten also nicht sinken.

http://finanz-szene.de/exklusiv-die-irren-vorstands-gehaelter-bei-der-hamburger-sparkasse/

http://finanz-szene.de/mythos-kundenwachstum-dichtung-und-wahrheit-am-beispiel-der-hamburger-sparkasse/

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Fidor-Bank verbrennt in einem Jahr das Doppelte ihres Eigenkapitals

Von Heinz-Roger Dohms

Die Krise bei der Fidor-Bank hat 2017 ungeahnte Ausmaße erreicht, wie aus dem Ende vergangener Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Offenbar verspekulierten sich die Münchner mit Kreditengagements in Großbritannien dermaßen, dass sich der Vorsteuerverlust letztlich auf 110 Mio. Euro summierte. Damit wäre das Eigenkapital (das zum Jahreswechsel 2016/17 bei 52 Mio. Euro lag) geradezu pulverisiert worden, hätte die französische Fidor-Mutter BPCE nicht 90 Mio. Euro in die Rücklagen eingezahlt.

Dazu muss man wissen, dass die Franzosen die 2016 übernommene Fidor in ebenjenem Jahr schon einmal mit 42 Mio. Euro Eigenkapital gestärkt hatten. Und: Wie im Nachtragsbericht des 2017er-Abschlusses steht, wurde 2018 sogar noch eine weitere Kapitalerhöhung über 37 Mio. Euro fällig. Unterm Strich: Sicher besser, dass die Zeichen zwischen BPCE und Fidor bereits wieder auf Trennung stehen. Hier noch ein Blick auf die 2017er GuV (die das gesamte Desaster auf einen Blick widerspiegelt):

2017 2016
1. Zinserträge aus 11.658.763,70 € 18.562.496,51 €
2. Zinsaufwendungen 3.683.484,07 € 5.243.720,03 €
Zinsergebnis 7.975.279,63 € 13.318.776,48 €
3. laufende Erträge
0,00 € 35.628,84 €
4. Provisionserträge 7.573.850,72 € 5.206.552,53 €
5. Provisionsaufwendungen 3.259.312,66 € 4.033.797,68 €
Provisionsergebnis 4.314.538,06 € 1.172.754,85 €
6. Sonstige betriebliche Erträge 6.530.492,27 € 425.858,54 €
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 34.146.809,83 € 25.551.984,94 €
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.672.909,91 € 1.141.055,37 €
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.198.633,74 € 1.881.663,95 €
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 87.860.473,72 € 21.153.845,39 €
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 3.458.005,91 € 312.665,53 €
12. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -109.516.523,15 € -35.088.196,47 €
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -11.440.000,03 € -11.332.015,00 €
14. Jahresfehlbetrag 98.076.523,12 € 23.756.181,47 €
15. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 26.493.342,13 € 2.737.160,66 €
16. Bilanzverlust 124.569.865,25 € 26.493.342,13 €

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Exklusiv: Die Geschichte eines deutschen Fintechs, das zehn Jahre auf den Durchbruch warten musste

Von Heinz-Roger Dohms

Finanz-Szene.de: Herr Rupprecht, ihr Unternehmen, das Frankfurter Fintech Traxpay, hat nach unseren Informationen einen ziemlich fetten Deal gelandet. Sie haben den Einzelhandels-Riesen Edeka als Kunden gewonnen. Das ist richtig, oder?

Markus Rupprecht: Fast. Es gibt neben der deutschlandweit tätigen Zentraleinheit ja auch noch die Edeka-Regionalgesellschaften. Unser Kunde ist aber erst einmal die Edeka-Zentrale …

Naja, trotzdem fett. Nun muss man aber dazu sagen, dass Traxpay, wenn wir das richtig verfolgt haben, bis auf Edeka noch nie einen größeren Kunden akquiriert hat. Und das, obwohl Ihr Unternehmen schon 2009 gegründet wurde.

Rupprecht: Da möchte ich widersprechen. Was richtig ist: Es gibt die „alte Traxpay“, die im B2B-Payment tätig war – und Kunden wie EOS oder Flightright hatte, also durchaus bekannte Namen. Leider sind wir nicht so schnell gewachsen, wie es für ein Startup nötig ist. Darum haben wir 2016 unser Geschäftsmodell gedreht und eigentlich nochmal ganz von vorn angefangen. Seitdem haben wir durchaus wieder ein paar kleinere B2B-Kunden gewonnen. Aber, und da haben Sie Recht: Keinen aus der Gewichtsklasse, in der Edeka spielt.

Ohne Sie jetzt provozieren zu wollen: Für uns klingt das so, als hätten Sie zehn Jahre auf den Durchbruch warten müssen …

Rupprecht: Man kann es aber auch andersrum drehen: Die „neue Traxpay“ gibt es gerade mal gut zwei Jahre. Und schon erfährt unser Business Case dank Edeka eine Beschleunigung, wie sie für ein junges Finanz-Startup sehr ungewöhnlich ist! Auch wenn Sie jetzt sagen, wir seien ja kein junges, sondern ein altes Fintech …

Bevor wir zur „neuen Traxpay“ kommen und zu der Frage, wie ihr neues Geschäftsmodell seit dem Pivot überhaupt aussieht – können Sie uns erst nochmal ein bisschen was zur „alten Traxpay“ erzählen und zu der Frage, warum der Pivot überhaupt nötig wurde?

Rupprecht: Gern. Wo soll ich anfangen?

Ruhig mal damit, wo Sie selber beruflich herkommen …

Rupprecht: Okay. Von Haus aus bin ich Banker, ich habe rund zehn Jahre lang in der Deutschen Bank gearbeitet, zunächst als Kreditanalyst. Als ich keine Bilanzen mehr gliedern wollte, bin ich 1997 in den Zahlungsverkehr gewechselt, also lange, bevor das Thema sexy wurde. Dann kam die New Economy, und ich habe innerhalb der Deutschen Bank eine Abteilung aufgebaut, die große Kunden in Sachen e-Business beraten hat. Das war ein sehr fruchtbares, höchst profitables Geschäft damals.

Ernsthaft?

Rupprecht: Ernsthaft. Die Abteilung sollte dann aber verkauft werden, und so bin ich 2001 ausgestiegen. Danach habe ich erstmal ein Sabbatical in einem chinesischen Kloster gemacht, war danach ein paar Jahre als Berater tätig, bevor ich 2009 Traxpay gegründet habe.

Mit welcher Geschäftsidee?

Rupprecht: Wie gut kennen Sie sich im Corporate Banking aus?

Geht so.

Rupprecht: Also, wenn ein Unternehmen eine Überweisung tätigt, dann muss es den Zweck der Überweisung in das Betreff-Feld eintragen. Das ist nicht anders als beim Privatkunden, nur dass der Privatkunde mit dem Platz in der Betreff-Zeile normalerweise locker hinkommt. Er trägt dann halt so was ein wie „Miete Juli 2018“, und alles ist gut. Wenn aber ein großer Kunde Geld an einen Zulieferer überweist, dann geht es nicht nur um eine Rechnung, sondern es geht dann gerne mal um hunderte Rechnungen, die mit dieser einen Überweisung beglichen werden – und da sind dann auch strittige Rechnungen darunter, bei denen der Kunde zum Beispiel erst mal 20% abzieht, weil er irgendwelche Reklamationen hatte oder so. Hinter einer Überweisung verbergen sich also unzählige Informationen, die aber natürlich nicht alle in ein Betreff-Feld von 140 Zeichen passen. Sondern: Da braucht es dann parallel eine manuelle Nachbearbeitung, die irre Prozesskosten verursacht.

Und Sie wollten ein Tool entwickeln, mit dem sich diese Informationen sozusagen über die Überweisung abbilden lassen?

Rupprecht: So ungefähr, ja. Damit war ich sogar schon sehr weit. Die Idee hat dann das Interesse von SAP gefunden. Der damalige CEO hat gesagt: „Okay, eine Rechnung ad-hoc zu finanzieren, lohnt sich nicht, wenn die dafür notwendige Zuordnung der einzelnen Rechnungsposten 30 bis 80 Euro Arbeitsaufwand kostet. Wenn es nun aber gelingt, diese Zuordnung zu automatisieren, dann ist das ja fast eine Revolution.“ Jedenfalls: Ich durfte die Idee dann bei verschiedenen großen Kunden von SAP vorstellen, und auch da war das Interesse an so einer Lösung beträchtlich.

Danach muss aber irgendwas schiefgelaufen sein, und zwar gewaltig. Sonst wäre ja nicht irgendwann der Pivot nötig gewesen …

Rupprecht: Es passierte, was halt oft bei Startups passiert – es kam anders als erwartet. Ich habe mit SAP über einen Einstieg bei Traxpay verhandelt, hatte aber ein bisschen Angst, dass so ein großer Konzern einen plattmacht, wenn er einmal drin ist – das war lange bevor deutsche Konzerne eigene Startup-Programme, Acceleratoren und Incubatoren hatten. Es gab dann die Idee, parallel einen Risikokapitalgeber mit reinzuholen, um das besser auszutarieren. Auch das hat sich aber zerschlagen.

Das klingt jetzt nach: Sie wollten es ohne SAP alleine durchziehen – und sind dabei dann gescheitert.

Rupprecht: Naja, zumindest hatte ich gedacht, dass sich die Unternehmen für mein Produkt auch ohne einen Intermediär wie SAP interessieren würden. Diese Annahme hat sich aber als ein bisschen naiv erwiesen, das muss ich rückblickend einräumen. Die Türen, die sich zwischenzeitlich geöffnet hatten, waren dann erst einmal wieder zu.  Das war ja damals auch alles, bevor der Begriff „Fintech“ überhaupt existierte.

Anfang 2012 ist stattdessen der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird bei Traxpay eingestiegen. Bald darauf, das ist ebenfalls dokumentiert, hieß der CEO dann plötzlich nicht mehr Rupprecht, sondern das war dann irgendein Amerikaner. Und 2014 sind Sie dann dem Handelsregister zufolge komplett bei Traxpay ausgeschieden.

Rupprecht: Um diese ganze Phase in zwei, drei Sätze zu packen: Die Idee von VC-Seite war es, die Führung des Unternehmens einem externen Manager anzuvertrauen. Ich sollte mich stattdessen aufs Produkt konzentrieren.  Das hat in diese Kombination aber nicht wirklich funktioniert. Also habe ich für mich die Konsequenz gezogen und Traxpay verlassen.

Es gab dann eine Phase, in der das Unternehmen medial durchaus präsent war. Ende 2014 gab es eine Meldung, dass Traxpay von durchweg renommierten Investoren – darunter die Commerzbank – umgerechnet 15 Mio. Dollar Funding erhalten habe. Ein Jahr später wurde ihr Nachfolger dann vom „European CEO Magazine“ sogar zum „Best CEO in the Financial Technology Industry 2015“ gewählt …

Rupprecht: Wenn Sie das so recherchiert haben, wird es so gewesen sein. Ist halt immer die Frage, was solche Auszeichnungen im wirklichen Geschäft wert sind …

Tatsächlich scheint uns die Erfolgsstory, die damals erzählt wurde, nicht ganz deckungsgleich mit der Realität zu sein. Denn: 2017 gab es, auch das ist öffentlich dokumentiert, einen ziemlichen Wash-out auf Investorenseite – also eine Finanzierungsrunde, bei der die Altgesellschafter weitgehend verwässert wurden. Die Mehrheit lag nun bei Family Offices, deren Namen wir ehrlich gesagt noch nie gehört haben. Und Ende 2016 waren Sie dann plötzlich wieder CEO.

Rupprecht: Hier sind wir jetzt bei dem Pivot, der letzten Endes zum Turnaround führte. Traxpay hat damals mit Jochen Siegert als COO und Thomas Fuhrmann als CTO sehr gute Manager für das operative Geschäft gewonnen. In Siegfried Heimgärtner, dem früheren Skrill-CEO, gab es auch einen hervorragenden Aufsichtsratsvorsitzenden für den Wandel. In dieser Konstellation habe ich mich dann überzeugen lassen, auf den CEO-Posten zurückzukehren und gemeinsam mit dem Team einen Neustart zu wagen. Lassen Sie es mich so sagen: In der Berliner Startup-Szene hätte man die Firma pleitegehen lassen und wäre mit der neuen Idee einfach frisch gestartet. Im B2B-Bankenbereich, wo es sehr viel auf Vertrauen ankommt, war das keine Option. Stattdessen ist das Unternehmen während des Pivots durch eine schwierige Phase gegangen. Und die Family Offices waren Geldgeber, die ans uns und unser neues Thema geglaubt haben – und so gab es 2017 trotz der angespannten Lage noch einmal eine Finanzierungsrunde, die dann zum von Ihnen angesprochenen Wash-out geführt hat.

Kommen wir zu ihrem neuen Thema: Im Oktober haben wir bei „Finanz-Szene.de“ einen Artikel gemacht, der „Das ultimative Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs“ hieß. In dem Stück ging es um die Pläne der Deutschen Bank, einen internationalen Marktplatz für Handelsforderungen zu gründen. Und dann haben wir gegengeschnitten, welche Fintechs es schon gibt in dem Bereich und was die machen.

Rupprecht: Habe ich gelesen

In dem Stück kam am Rande auch Traxpay vor. Denn: Ihr Unternehmen stellt heute nicht mehr nur die Informationen zur Verfügung, die es für die Vorfinanzierung einer Rechnung braucht – das war ja Ihre ursprüngliche Idee 2009. Sondern: Sie sind jetzt eine sogenannte „Supply Chain Factoring“-Plattform. Das heißt: Über Traxpay soll jetzt die gesamte Abwicklung der Finanzierung laufen – was Sie jetzt plötzlich für einen Riesen wie Edeka interessant macht.

Rupprecht: Richtig. Traxpay versteht sich als übergreifende Plattform, die sowohl den Abnehmern als auch den Lieferanten sämtliche gängigen Formen der Rechnungsfinanzierung zur Verfügung stellen will.

Vorreiter in dem Beritt ist allerdings nicht Traxpay, sondern das sind das von Deutschen gegründete US-Fintech Taulia und ein weiterer US-Player mit starkem Deutschland-Bezug, nämlich C2FO mit dem dahinter stehenden Großinvestor Allianz. Und dann gibt es hierzulande ja auch noch ein Fintech wie CRX Markets, das auch schon den ein oder anderen prominenten Kunden vorweisen kann. Und bei einem weiteren Traxpay-Wettbewerber, nämlich Trustbills, stehen die DZ Bank und die Deutsche Bank dahinter. Was unterscheidet Ihren Ansatz von dem der Wettbewerber? Denn: Im Grunde geht es Ihnen doch allen um die – ultraneudeutsch ausgedrückt – Platformication des Factoring-Geschäfts.

Rupprecht: Für Außenstehende liegen die Unterschiede tatsächlich in den Details. Komme ich als Plattform eher über den Lieferanten, der eine offene Forderung gegenüber seinem Kunden hat? Oder gehe ich über den Kunden, der bereit ist, diese Forderung zu begleichen, wenn der Lieferant ihm entgegenkommt? Das sind so Punkte, aus denen sich dann die unterschiedlichen Modelle ableiten. Eines allerdings ist den meisten Plattformen gemein: Sie wollen die Bank als Intermediär ersetzen. Und hier ist unser Ansatz ist ein etwas anderer: Wir nehmen den Weg über die Banken. Sie sind unsere Kooperationspartner.

Wobei es bislang erst ein einzige Bank gibt, die mit Ihnen kooperiert, nämlich die  NordLB.

Rupprecht: Nein, es gibt noch weitere, und zwar auch große wie z.B. die LBBW – auch wenn das noch nicht öffentlich kommuniziert wurde. Aktuell stehen wir sogar kurz vor dem Abschluss unserer ersten internationalen Kooperation. Was aber stimmt: Unser erster Bankpartner war die NordLB

Und welche Rolle spielt eine Bank wie die NordLB dann konkret in Ihrem Modell?

Rupprecht: Sie ist, wie die anderen Banken auch, unser Produktgeber und Vertriebspartner, der uns zum Beispiel bei Edeka den Weg in den Pitch geebnet und dort natürlich das notwendige Vertrauen aufgebaut hat.

Das heißt, die NordLB macht für Sie den Vertrieb, und Sie machen jetzt das Geschäft …

Rupprecht: So ist es natürlich nicht, ganz im Gegenteil: Zum einen festigt die Bank über die Kooperation mit uns die Beziehung zu ihren Kunden statt – wie es bei anderen Plattformen der Fall ist – im Working-Capital-Geschäft marginalisiert zu werden. Zweitens teilen wir mit den Banken nach Zustimmung unserer Kunden sämtliche Informationen, die wir bei den Finanzierungen sammeln – was für die Banken sehr wertvoll ist. Und drittens machen wir selbstverständlich einen Revenue-Share. Und diese Provisionserlöse, das können Sie mir glauben, sind in diesen Zeiten für Banken extrem interessant.

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22/02/19: Wirecard rudert zurück, Ein Lob der Coba!, Ärger für die DZ Bank

Huch: Wirecard rudert im Streit mit der „Financial Times“ offenbar ein Stück zurück

Mmhh, hatte es vor zwei Wochen nicht geheißen, Wirecard gehe „rechtlich gegen (die) FT und (ihre) unethische Berichterstattung vor„. Und nun? In einem Interview, dass Vorstandschef Markus Braun der „FAZ“ gegeben hat, liest sich das heute Morgen dann doch ein wenig anders. Frage der Kollegen: „Gehen Sie gerichtlich gegen die ‚Financial Times‘ vor […]?“ – Antwort Markus Braun: „Wir prüfen, ob die Form der Berichterstattung angemessen war, gerade im Hinblick darauf, wie wir gegen die Verleumdung von Mitarbeitern vorgehen können.“ – Man prüft bloß? – Und auch das „Nichts an dem heute veröffentlichten Artikel ist wahr“-Diktum (es war bezogen auf den dritten der drei inkriminierenden „FT“-Berichte …) wird in dem Interview heute Morgen zumindest nicht explizit wiederholt. Stattdessen sagt Braun an einer Stelle: „Wir müssen untersuchen, ob die Darstellung in den Artikeln stark übertrieben war.“ Das kommt jetzt doch überraschend! Oder vielleicht ja auch nicht … FAZ (Paywall)

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Wie umgehen mit der Digitalisierung? Im aktuellen Whitepaper beschreibt die Star Finanz, der Experte für Online- und Mobile-Banking-Lösungen der S-Finanzgruppe, Herausforderungen und Chancen, die sich für Sparkassen durch die digitale Transformation eröffnen. Was Firmenkunden heute von ihrer Bank erwarten. Hier das Whitepaper: starfinanz.de

Die Geschichte eines deutschen Fintechs, das zehn Jahre auf den Durchbruch warten musste

Wenn Sie heute Morgen ein bisschen zu „Fintech“ rumgoogeln – dann werden Sie womöglich auf die Nachricht stoßen, dass das Frankfurter Fintech Traxpay den Handelsriesen Edeka als Kunden gewonnen hat. Frage: Dürfen wir Ihnen die Story hinter der Meldung näherbringen? Die ist nämlich bemerkenswert, finden wir. Sie erzählt eine Menge über das Fintech-Phänomen im Allgemeinen und den Fintech-Standort Deutschland im Besonderen. In der Nuss-Schalen-Version: Traxpay wurde 2009 gegründet. Hatte eine gute Idee. Fand den perfekten Partner. Verlor ihn. Irgendwann ging der Gründer. Der neue CEO wurde „CEO of the year“. Aber das war nur Make-up. Das Unternehmen stand vor dem Aus, musste gerettet werden, legte einen wilden Pivot hin, der Gründer kam zurück. Und nun, zehn Jahre nach dem Start? Sieht es so aus, als habe Traxpay unvermittelt doch noch den Durchbruch geschafft. Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

News

Gleich nochmal Wirecard: Die Bafin hat in einem Gespräch mit der „Zeit“ eine, wie soll man sagen?, sehr griffige Begründung dafür gegeben, dass Leerverkäufe der Wirecard-Aktie seit Beginn dieser Woche verboten sind. Und zwar: „Es wurden Nachrichten, deren Wahrheitsgehalt nicht geklärt ist, in den Wert der Aktie eingepreist, als seien sie wahr.“ Heißt das, dass die Finanzaufsicht zu einzelnen Dax-Werten jetzt Fundamentalanalysen anfertigt, um herauszufinden, auf welchem Kursniveau Nachrichten mit unklarem Wahrheitsgehalt angemessen eingepreist sind und auf welchem nicht? Wäre unter sozialen Gesichtspunkten eine hervorragende Idee. Dann können die ganzen Sell-Side-Analysten, die wegen Mifid II arbeitslos werden, ja einfach bei der Bafin anheuern. Die Zeit

Vermutlich haben Sie die Geschichte, dass die Deutsche Bank ein 2007 erworbenes US-Muni-Bonds-Paket 2016 mit einem Verlust von 1,6 Mrd. Dollar verkauft hat, gestern schon irgendwo gelesen. Dann bleibt uns ja nur noch übrig, Sie zu fragen: Völlig irre, das alles, oder? Andererseits: Irgendwo müssen die herben Verluste, die das größte Geldhaus der Republik über die Jahre angehäuft hat, ja herkommen. Dank solcher Artikel wird’s wenigstens mal greifbar: 1,6 Mrd. Dollar mit Kommunalanleihen – warum nicht?! Wall Street Journal (Paywall), Süddeutsche

Exklusiv – DZ Bank erleidet Schlappe vor Gericht: Das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken muss den ehemaligen Minderheitsaktionären der Tochter DVB nach dem Squeeze-out statt der offerierten 22,60 Euro je Aktie jetzt plötzlich 29,87 Euro je Aktie bezahlen. Das hat das Landgericht Frankfurt entschieden, wie „Finanz-Szene.de“ in Erfahrung gebracht hat. Zwar sollte die finanzielle Mehrbelastung (wir vermuten: ein einstelliger Millionenbetrag) zu verkraften sein – ärgerlich allerdings ist das Ganze trotzdem, zumal man sich in der DZ Bank eigentlich sicher war, die Minderheitsaktionäre angemessen und rechtmäßig entschädigt zu haben. „Wir prüfen die Einlegung von Rechtsmitteln“, sagte ein Sprecher.

Dürfen wir noch mal auf das 30-Mio.-Euro-Funding für das Berliner Finanz-Startup Mambu von Anfang der Woche zu sprechen kommen? Weil: Wir hatten das Thema aus Zeitmangel wirklich sehr, sehr klein gefahren. Und zu unserer Verwunderung haben es die – in Sachen Fintech ansonsten ja durchaus interessierten – großen Wirtschaftsmedien sogar komplett links liegen lassen. Drum, eine nachtägliche Würdigung: 1.) Ja, bei 30 Mio. Euro wird inzwischen nur noch gegähnt. 2.) Aber Mambu ist ja reinstes B2B – darum haben wir es hier (wenn man die Solarisbank mal ausklammert) mit der höchsten Finanzierung zu tun, die ein deutsches B2B-Fintech je erhalten hat. 3.) Da wir uns mit Mambu nie beschäftigt haben, können wir zum Geschäftsmodell nix sagen. Aber: Wer „Irgendwas mit Back-end“ macht und dafür diese Summe einstreicht, wird so verkehrt nicht unterwegs sein. Fazit: ein Fintech, dass man sich vermutlich merken sollte.

Und vielleicht sollte man dann auch erwähnen, dass die Commerzbank bei beiden deutschen (bzw. semideutschen) Fintechs, die diese Woche dick gefunded haben (nämlich Iwoca und eben Mambu) schon sehr frühzeitig investiert war – ein Hinweis, den Sie durchaus selbstkritisch verstehen dürfen. Denn wenn wir uns recht erinnern, hatte unsere Berichterstattung in den vergangenen Monaten zwei-, dreimal die Tendenz, alles ganz, ganz toll und hellsichtig zu finden, was eine ING, eine Allianz, eine Aegon oder eine BBVA im Fintech-Bereich so machen, um dann gegenzuschneiden, dass die deutschen Banken irgendwie nix gebacken kriegen in dem Beritt. Die Beispiele Mambu und Iwoca stützen, gelinde gesagt, unsere ach so tolle These nicht unbedingt.

Kurzmeldungen: Die deutsche Zertifikate-Branche hat ihr Volumen 2018 mit 63,0 Mrd. Euro weitgehend stabil gehalten, wobei zwei Drittel des Geschäfts auf Sparkassen und Genosektor entfielen (DDV-Statistik/PDF, BÖZ/Paywall) +++ Die Commerzbank hat testweise gemeinsam mit Siemens und Continental eine Blockchain-basierte Commercial-Paper-Transaktion erfolgreich abgewickelt (Pressemitteilung) +++ Die Hamburg Commercial Bank (also die Ex-HSH) hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem kleinen Vorsteuergewinn abgeschlossen (Welt) +++ Apple und Goldman Sachs wollen eine gemeinsame Kreditkarte rausbringen (Quartz)

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Wir sollen Ihnen, bitteschön, nicht mehr mit Bitcoin kommen? Jetzt seien Sie doch nicht so engstirnig! Sondern schauen einfach mal, was der Blogger-Kollege Friedemann Brenneis zum „Lightning Network Trust Chain“-Projekt zu sagen hat: coinspondent.de

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Klickfavoriten

… waren gestern quasi gleichauf die überraschenden Erkenntnisse zur Gewinnkraft der deutschen Kreditwirtschaft (Finanz-Szene.de) und das,  nun ja, noch ausbaufähige Wachstum des Deutsche-Bank-Robos „Robin“ (Finanz-Szene.de). Die Vertragsverlängerung des Fußballspielers Alexander Heinze brachte es übrigens auf >300 Klicks. Und um die vielen, vielen Leser-Mails in der „Causa Heinze“ zu beantworten: Nein, der junge Mann hat nichts mit Banking und Fintech zu tun. Es gibt allerdings ein paar Menschen da draußen, für die das trotzdem die News des Monats war. Darunter einer, der Ihnen hiermit ein schönes Wochenende wünscht! Bis Dienstag, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

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22/02/19: Die irre Traxpay-Story, Wirecard rudert zurück, Bitwala: Naja …

Die Geschichte eines deutschen Fintechs, das zehn Jahre auf den Durchbruch warten musste

Wenn Sie heute Morgen ein bisschen zu „Fintech“ rumgoogeln – dann werden Sie womöglich auf die Nachricht stoßen, dass das Frankfurter Fintech Traxpay den Handelsriesen Edeka als Kunden gewonnen hat. Frage: Dürfen wir Ihnen die Story hinter der Meldung näherbringen? Die ist nämlich bemerkenswert, finden wir. Sie erzählt eine Menge über das Fintech-Phänomen im Allgemeinen und den Fintech-Standort Deutschland im Besonderen. In der Nuss-Schalen-Version: Traxpay wurde 2009 gegründet. Hatte eine gute Idee. Fand den perfekten Partner. Verlor ihn. Irgendwann ging der Gründer. Der neue CEO wurde „CEO of the year“. Aber das war nur Make-up. Das Unternehmen stand vor dem Aus, musste gerettet werden, legte einen wilden Pivot hin, der Gründer kam zurück. Und nun, zehn Jahre nach dem Start? Sieht es so aus, als habe Traxpay unvermittelt doch noch den Durchbruch geschafft. Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

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Huch: Wirecard rudert im Streit mit der „Financial Times“ offenbar ein Stück zurück

Mmhh, hatte es vor zwei Wochen nicht geheißen, Wirecard gehe „rechtlich gegen (die) FT und (ihre) unethische Berichterstattung vor„. Und nun? In einem Interview, dass Vorstandschef Markus Braun der „FAZ“ gegeben hat, liest sich das heute Morgen dann doch ein wenig anders. Frage der Kollegen: „Gehen Sie gerichtlich gegen die ‚Financial Times‘ vor […]?“ – Antwort Markus Braun: „Wir prüfen, ob die Form der Berichterstattung angemessen war, gerade im Hinblick darauf, wie wir gegen die Verleumdung von Mitarbeitern vorgehen können.“ – Man prüft bloß? – Und auch das „Nichts an dem heute veröffentlichten Artikel ist wahr“-Diktum (es war bezogen auf den dritten der drei inkriminierenden „FT“-Berichte …) wird in dem Interview heute Morgen zumindest nicht explizit wiederholt. Stattdessen sagt Braun an einer Stelle: „Wir müssen untersuchen, ob die Darstellung in den Artikeln stark übertrieben war.“ Das kommt jetzt doch überraschend! Oder vielleicht ja auch nicht … FAZ (Paywall)

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Vermutlich haben Sie die Geschichte, dass die Deutsche Bank ein 2007 erworbenes US-Muni-Bonds-Paket 2016 mit einem Verlust von 1,6 Mrd. Dollar verkauft hat, gestern schon irgendwo gelesen. Dann bleibt uns ja nur noch übrig, Sie zu fragen: Völlig irre, das alles, oder? Andererseits: Irgendwo müssen die herben Verluste, die das größte Geldhaus der Republik über die Jahre angehäuft hat, ja herkommen. Dank solcher Artikel wird’s wenigstens mal greifbar: 1,6 Mrd. Dollar mit Kommunalanleihen – warum nicht?! Wall Street Journal (Paywall), Süddeutsche

Dürfen wir noch mal auf das 30-Mio.-Euro-Funding für das Berliner Finanz-Startup Mambu von Anfang der Woche zu sprechen kommen? Weil: Wir hatten das Thema aus Zeitmangel wirklich sehr, sehr klein gefahren. Und zu unserer Verwunderung haben es die – in Sachen Fintech ansonsten ja durchaus interessierten – großen Wirtschaftsmedien sogar komplett links liegen lassen. Drum, eine nachtägliche Würdigung: 1.) Ja, bei 30 Mio. Euro wird inzwischen nur noch gegähnt. 2.) Aber Mambu ist ja reinstes B2B – darum haben wir es hier (wenn man die Solarisbank mal ausklammert) mit der höchsten Finanzierung zu tun, die ein deutsches B2B-Fintech je erhalten hat. 3.) Da wir uns mit Mambu nie beschäftigt haben, können wir zum Geschäftsmodell nix sagen. Aber: Wer „Irgendwas mit Back-end“ macht und dafür diese Summe einstreicht, wird so verkehrt nicht unterwegs sein. Fazit: ein Fintech, dass man sich vermutlich merken sollte.

Und vielleicht sollte man dann auch erwähnen, dass die Commerzbank bei beiden deutschen (bzw. semideutschen) Fintechs, die diese Woche dick gefunded haben (nämlich Iwoca und eben Mambu) schon sehr frühzeitig investiert war – ein Hinweis, den Sie durchaus selbstkritisch verstehen dürfen. Denn wenn wir uns recht erinnern, hatte unsere Berichterstattung in den vergangenen Monaten zwei-, dreimal die Tendenz, alles ganz, ganz toll und hellsichtig zu finden, was eine ING, eine Allianz, eine Aegon oder eine BBVA im Fintech-Bereich so machen, um dann gegenzuschneiden, dass die deutschen Banken irgendwie nix gebacken kriegen in dem Beritt. Die Beispiele Mambu und Iwoca stützen, gelinde gesagt, unsere ach so tolle These nicht unbedingt.

Hat Bitwala da jetzt wirklich einen Raketenstart hingelegt? Die Bafin-lizensierte Berliner Blockchain-Bank feiert sich dafür, im Bitcoin-Handel „bereits kurz nach der Markteinführung ein Volumen von 1 Mio. Euro“ zu erreichen. Nun handelt es sich bei der Million unserem Verständnis nach um einen aggregierten Wert. Und „kurz nach“ ist relativ, losgelegt hat Bitwala am 12. Dezember. Selbst wenn man die Woche zwischen den Jahren großzügig rausrechnet, sind das >60 Tage, macht im Schnitt <17.000 Euro Handelsvolumen pro Tag. Und das gemessen daran, dass Bitwala zum Start bereits von 40.000 registrierten Nutzern sprach. Wir wollen jetzt nicht sagen, dass die Million irgendwie wenig ist. Aber ist sie viel? (Nachtrag: Wir haben sicherheitshalber nochmal nachfragt: Die Millionen ist in der Tat aggregiert. Bitwala betont jedoch, dass die Umsätze steigen, am bislang stärksten Tag seien es rund 60.000 Euro gewesen. Naja.). Pressemitteilung

Kurzmeldungen: Die deutsche Zertifikate-Branche hat ihr Volumen 2018 mit 63,0 Mrd. Euro weitgehend stabil gehalten, wobei zwei Drittel des Geschäfts auf Sparkassen und Genosektor entfielen (DDV-Statistik/PDF, BÖZ/Paywall) +++ Die Commerzbank hat testweise gemeinsam mit Siemens und Continental eine Blockchain-basierte Commercial-Paper-Transaktion erfolgreich abgewickelt (Pressemitteilung) +++  Apple und Goldman Sachs wollen eine gemeinsame Kreditkarte rausbringen (Quartz)

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Wir sollen Ihnen, bitteschön, nicht mehr mit Bitcoin kommen? Jetzt seien Sie doch nicht so engstirnig! Sondern schauen einfach mal, was der Blogger-Kollege Friedemann Brenneis zum „Lightning Network Trust Chain“-Projekt zu sagen hat: coinspondent.de

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Klickfavoriten

… waren gestern quasi gleichauf die überraschenden Erkenntnisse zur Gewinnkraft der deutschen Kreditwirtschaft (Finanz-Szene.de) und das,  nun ja, noch ausbaufähige Wachstum des Deutsche-Bank-Robos „Robin“ (Finanz-Szene.de). Die Vertragsverlängerung des Fußballspielers Alexander Heinze brachte es übrigens auf >300 Klicks. Und um die vielen, vielen Leser-Mails in der „Causa Heinze“ zu beantworten: Nein, der junge Mann hat nichts mit Banking und Fintech zu tun. Es gibt allerdings ein paar Menschen da draußen, für die das trotzdem die News des Monats war. Darunter einer, der Ihnen hiermit ein schönes Wochenende wünscht! Bis Dienstag, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

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Wirecard rudert im Streit mit der „Financial Times“ ein Stück zurück

Von Heinz-Roger Dohms

Mmhh, hatte es vor zwei Wochen nicht geheißen, Wirecard gehe „rechtlich gegen (die) FT und (ihre) unethische Berichterstattung vor„. Und nun? In einem Interview, dass Vorstandschef Markus Braun der „FAZ“ (Paywall) gegeben hat, liest sich das heute Morgen dann doch ein wenig anders. Frage der Kollegen: „Gehen Sie gerichtlich gegen die ‚Financial Times‘ vor […]?“ – Antwort Markus Braun: „Wir prüfen, ob die Form der Berichterstattung angemessen war, gerade im Hinblick darauf, wie wir gegen die Verleumdung von Mitarbeitern vorgehen können.“ – Man prüft bloß? –

Und auch das „Nichts an dem heute veröffentlichten Artikel ist wahr“-Diktum (es war bezogen auf den dritten der drei inkriminierenden „FT“-Berichte …) wird in dem Interview heute Morgen zumindest nicht explizit wiederholt. Stattdessen sagt Braun an einer Stelle: „Wir müssen untersuchen, ob die Darstellung in den Artikeln stark übertrieben war.“ Das kommt jetzt doch überraschend! Oder vielleicht ja auch nicht …

http://finanz-szene.de/fall-wirecard-eine-exegese-der-ziemlichen-krassen-bafin-verfuegung/

http://finanz-szene.de/kommentar-der-finanzplatz-deutschland-und-sein-irritierendes-verhalten-in-der-causa-wirecard/

http://finanz-szene.de/die-grosse-analyse-was-ist-jetzt-eigentlich-sache-bei-wirecard/

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