Kommentar: Der „Finanzplatz Deutschland“ und sein irritierendes Verhalten in der Causa Wirecard

Von Heinz-Roger Dohms

Was ist bekannt in der Causa Wirecard? 1.) Die „Financial Times“ hat mehrere inkriminierende Artikel über den bayerischen Payment-Dienstleister veröffentlicht. 2.) Dieser hat die erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Was spricht für die Version der „FT“? Es handelt sich um eine renommierte Zeitung, deren Berichterstattung normalerweise ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit genießt.

Was spricht für die Version von Wirecard? a) Die Unschuldsvermutung. Und b) Die Bilanzen des Dax-Konzerns werden seit fast zehn Jahren von „Ernst & Young“ geprüft. Bislang hat „E&Y“ den Abschluss jedes Mal testiert.

Wer sagt hier nun die Wahrheit? Kein Außenstehender weiß es. Oder doch?

http://finanz-szene.de/die-grosse-analyse-was-ist-jetzt-eigentlich-sache-bei-wirecard/

Nachdem sich abzeichnete, dass Aufklärung in der Sache womöglich nicht vor Ende März/Anfang April zu erwarten ist, schien es dann so, als kämen alle Beteiligten und Unbeteiligten erst einmal zur Besinnung. Dann jedoch brannten die Bafin und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zu Beginn dieser Woche ein Feuerwerk ab, wie man es selten gesehen hat. Zum Vorgehen der Bafin haben wir uns gestern bereits geäußert. Hier nun, wie sich die „FAZ“ in der Sache positionierte:

Was man hierzu wissen muss: Die Hürde für die Aufnahme von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen liegt hierzulande bewusst niedrig. Oder anders gesagt: Wenn einer Staatsanwaltschaft eine konkrete Strafanzeige vorliegt, dann ist sie von Amts wegen verpflichtet, Ermittlungen aufzunehmen. Wie uns die Staatsanwaltschaft München schon am Montag bestätigte, beruht im konkreten Fall die „Eintragung eines Verfahrens“ (so die exakte Formulierung der Behörde) auf genau dieser gesetzlichen Vorgabe: Ein Anleger hatte nämlich eine Strafanzeige gegen den FT-Journalisten gestellt. Und die Staatsanwälte gucken sich die Sache deshalb nun an. Nicht mehr und nicht weniger.

Im Online-Text der „FAZ“ findet sich zumindest noch folgende Aussage der Staatsanwaltschaft: „Uns liegt eine konkrete Strafanzeige eines Anlegers vor“ – wobei der Leser jedoch keinen expliziten Hinweis erhält, dass die Ermittlungen genau auf dieser Anzeige beruhen.

In der Print-Ausgabe von Dienstagfrüh, Seite 1, heißt es dann  aber plötzlich nur noch:

Gleichzeitig bestätigte die Staatsanwaltschaft München I die Information dieser Zeitung, dass gegen einen Journalisten der „Financial Times“ wegen Marktmanipulation ermittelt wird.

Und im großen Wirecard-Stück im hinteren Teil der Zeitung wird die tolle Exklusiv-Information schließlich sogaqr in ein großes Geraune eingebettet:

Welche Rolle der FT-Journalist Dan McCrum spielt, ist unklar. Die Münchner Strafverfolger ermitteln gegen McCrum „wegen Vergehens nach dem Wertpapierhandelsgesetz“. […]

Sorry, liebe „FAZ“: Aber müsstest Du nicht wissen, was „die Rolle eines Journalisten“ ist? Er recherchiert und teilt die Informationen, die er recherchiert hat, dann mit seinen Lesern. Wenn Du, liebe „FAZ“, allerdings Informationen haben solltest, dass der Journalist McCrum diesem Auftrag nicht nachkommt, sondern dass er stattdessen mit Spekulanten gemeinsame Sache und sich selbst die Taschen voll macht – warum schreibst Du das dann nicht?

Was es immer wieder zu betonen gilt (siehe unser Stück vom 3. Februar): Die „Financial Times“, und zwar in Person des Journalisten McCrum, hat 2016 aus unserer Sicht einen klaren Fehler begangen. Damals berichtete die „FT“ über den bizarren „Zatarra-Report“, den Spekulanten augenscheinlich lanciert hatten, um die Wirecard-Aktie zum Einsturz zu bringen. Durch den „Financial Times“-Artikel bekam der „Report“ damals deutlich mehr Aufmerksamkeit, als das sonst der Fall gewesen wäre. So wurde der Fall der Aktie begünstigt.

Wer sagt, die „FT“ sei wegen der damaligen Geschichte in Sachen Wirecard diskreditiert – okay. Aber vielleicht wird ja auch umgekehrt ein Schuh draus: Könnte es nicht sein, dass die „Financial Times“ genau deswegen bei ihren aktuellen Recherchen größtmögliche Sorgfalt walten lässt?

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Kein Außenstehender kann es wissen. Nur der „Finanzplatz Deutschand“ hat sein Urteil schon gefällt. Tenor: Die „Financial Times“ lügt oder fährt zumindest eine ganz, ganz krumme Tour. Man möchte fast hoffen, dass der „Finanzplatz Deutschland“ mit seiner Vorverurteilung Recht behält. Denn was, wenn nicht?

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20/02/19: Fintech-Unicorn dreht auf, Beistand für N26, Die 93-Mrd.-Lücke

Exklusiv: Zwischen Buba- und EZB-Zahlen zu Gewinnen deutscher Banken klafft Riesenlücke

Wie profitabel sind die deutschen Banken? Zuletzt haben wir uns dieser Frage sozusagen anekdotisch genähert, nämlich am Beispiel der sehr profitablen Sparkasse Aachen und der fast schon obszön profitablen Targobank. Im dritten Teil unserer kleinen Serie wollen wir uns heute nun den aggregierten Zahlen widmen. Hier nämlich hat der Düsseldorfer Datenspezialist Barkow Consulting einen – wie wir finden – veritablen Research-Coup gelandet (den er uns dann dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat). Und zwar fand Barkow heraus: Die beiden „offiziellen“ Datensätze, die zur Gewinnkraft deutscher Banken existieren, weichen spektakulär voneinander ab. Laut Bundesbank hat die hiesige Kreditwirtschaft von 2008 bis 2017 rund 116 Mrd. Euro erwirtschaftet, laut EZB hingegen nur 23 Mrd. Euro. Wie kann das sein? Unsere große Analyse: Finanz-Szene

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News

Deutsche Bank und Commerzbank wehren sich gegen polnische Hypothekenabgabe: Die beiden Frankfurter Großinstitute gehören zu einer Gruppe von sechs europäischen Geldhäusern, die die EU-Staats- und Regierungschefs aufgefordert haben, die entsprechenden Pläne der Warschauer Regierung zu blockieren. Worum geht es: Tausende polnische Häuslebauer hatten ihr Eigenheim in fremder Währung finanziert, vorzugsweise in Schweizer Franken. Nachdem der Zloty einbrach, wurde die Rückzahlung der Darlehen entsprechend teurer – weshalb der heutige Präsident Duda bereits im Wahlkampf 2015 versprach, einen Teil der Belastung auf die Banken umzulegen. Diese sollten darum einen 740 Mio. Euro schweren Spezialfonds einrichten (wozu es bislang aber nicht gekommen ist).Wie hoch die Belastung für die Deutsche Bank und die Commerzbank wäre, ist uns ehrlich gesagt nicht ganz klar. Bloomberg/Welt, Süddeutsche

Exklusiv: Das Berliner Ur-Fintech Hypoport (Börsenwert: 1,13 Mrd. Euro) hat den Anteil am Münchner Fintech-Inkubator Finconomy weitgehend unbemerkt auf 25,1% aufgestockt (dankeschön übrigens an den Leser L. für den sachdienlichen Hinweis). Was wir an der Nachricht interessant finden: Hypoport steht ja nicht nur hinter dem B2B-Baugeld-Vergleich Europace und dem B2C-Baugeld-Vergleich Dr. Klein, sondern betreibt darüber hinaus gemeinsam mit den ostdeutschen Sparkassen den Finanzmarktplatz Finmas und mit den Volks- und Raiffeisenbanken die Plattform Genopace. Darüber hinaus macht Hypoport ganz, ganz viele Sachen im Versicherungsbereich, von denen wir allesamt keine Ahnung haben, und nun: Haben sich die Hauptstädter also auch noch eine Sperrminorität an Finconomy (mit seinen immerhin vier Ventures) gesichert. Schon mal dran gedacht, den Firmennamen zu wechseln? Hydraport statt Hypoport?

Kurzmeldungen: Die ostdeutschen Sparkassen haben 2018 ein Betriebsergebnis von 1,04% erzielt, was schon noch passt – allerdings einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (1,24%) bedeutet (Pressemitteilung) +++  Die LBBW hat erstmals die Emission eines Geldmarkt-Papiers über die Blockchain abgewickelt (Börsen-Zeitung) +++ Der Robo Advisor Werthstein hat im topaktuellen Fonds-Consult-Robo-Test, dem das „Handelsblatt“ heute Früh eine Doppelseite widmet, Rang zwei belegt. Böse Zungen könnten nun einwenden, dass Werthstein Ende 2018 eingestellt wurde. Wir dagegen finden: Auch ein Roboter hat Anrecht auf ein bisschen posthumen Ruhm! (Handelsblatt/Paywall)

Kommentar

Erst die Commerzbank und Hauck & Aufhäuser, dann das Deutsche Aktieninstitut, nun auch noch die Bafin und in besonders fragwürdiger Manier die Frankfurter Allgemeine Zeitung: In der Causa Wirecard schießen sich plötzlich alle auf die Financial Times ein. Doch warum? Ist das jetzt so eine „Finanzplatz Deutschland“-Nummer? Wir alle Seit‘ an Seit‘ gegen die  Tommies? Ein Kommentar: Finanz-Szene.de

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LeserBlog: Gestern hatten wir geschrieben, das Ende von „N26 Invest“ bedeute einen Rückschlag für die Smartphone-Bank. Unser Leser Daniel Schulte-Hillen meint hingegen (und begründet das plausibel), man könne die News auch ganz anders deuten: Finanz-Szene.de

Machen die deutschen Banken mit dem deutschen Mittelstand eigentlich noch „Geschäft“? Oder wäre „Harakiri“ das bessere Wort für das, was da draußen los ist? Die „Welt“ hat sich ein bisschen ausführlicher mit der „gefährlichen Geldflut der Banken“ befasst. Welt 

Welche Folgen hat die Digitalisierung der Bankenbranche für deren Regulierung? Oder anders gefragt: Braucht der Finanzsektor so etwas wie einen „Global Technology Regulator“? FT Alphaville (registrier-, aber nicht bezahlpflichtig)

In eigener Sache

„Finanz-Szene.de“ ist am Wochenende 18 Monate alt geworden. Dürfen wir Ihnen aus diesem Anlass ein kleines Update geben? Wir haben jetzt 12.514 Abonnenten, von denen durchschnittlich 6445 den Newsletter tatsächlich lesen (was einer Open Rate von 51,5% entspricht). Inklusive mehrfachen Öffnungen und denjenigen Lesern, denen der Newsletter weitergeleitet wird, sind wir sogar bei mehr als 10.000 Öffnungen täglich. Läuft also weiterhin ziemlich gut, wenn man das so sagen darf. Ist aber auch ganz schön viel Arbeit.

Klickfavorit

… war gestern unsere Auseinandersetzung mit der Bafin-Verfügung. Finanz-Szene.de

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Leser-Blog: Was N26 mit „Invest“ gemacht hat, ist genau richtig

Gestern hatten wir geschrieben, das Ende von „N26 Invest“ bedeute einen Rückschlag für die Smartphone-Bank. Unser Leser Daniel Schulte-Hillen meint hingegen (und begründet das plausibel), man könne die News auch ganz anders deuten:

Ich möchte eine andere Lesart der Aufkündigung von „N26 Invest“ anbieten. Meine Reaktion, als ehemaliger N26-Mitarbeiter, war: „Richtig so!“ Für ein Start-up ist es wahnsinnig wichtig zu experimentieren, um am Markt/Kunden entlang entwickeln zu können. Dem Experiment immanent ist, dass auch mal eins schief geht und nicht das einhält, was der Case ursprünglich versprochen hat.

Für ein reifes, reflektiertes Start-up ist es wichtig, die Experimente, die nicht funktioniert haben, abzustellen, um die Ressourcen, die darin gebunden sind, wieder nutzen zu können. Das ist jetzt mit „N26 Invest“ geschehen. Ich vermute, dass es weitere N26 Produkte gibt, denen es so ergehen wird. Und das ist gut so. Dann können die Produkte, die fliegen (Premiumkarten, Spaces, Payments …) auch weiter gedeihen.

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Deutsche Bank buhlt mit Aggro-Zins um neue Kunden

Von Heinz-Roger Dohms

Die Deutsche Bank buhlt erstmals seit zwei Jahren wieder mit Kampfkonditionen um hiesige Privatkunden – und sendet damit ein Signal, die Neukundenakquise im deutschen Retailmarkt nicht länger der Commerzbank, der ING Diba oder N26 zu überlassen. Wie einer unserer „Finanz-Szene.de“-Leserreporter gestern auf der Website des Instituts entdeckte, erhalten Kunden, die mindestens 2500 Euro Festgeld mitbringen, für sechs Monate eine Verzinsung von 0,75% Zins p.a.. Derart aggressiv war die  Deutsche Bank zuletzt 2017 unterwegs. Die Offerte gilt bis zu 100.000 Euro. Wer es drauf anlegt, kann also bis zu 375 Euro einstreichen.

Die Aktion habe nichts mit den jüngsten Berichten über angebliche Refinanzierungs-Sorgen zu tun, stellte ein Sprecher klar. Ein Randaspekt: Barkow Consulting hatte jüngst festgestellt, dass es bei Tagesgeld den ersten Zinsanstieg seit drei Jahren gegeben habe (hier der Link). Eine Zinswende bei den Einlagen? Naja, warten wir’s mal ab.

Zwischen Buba- und EZB-Zahlen zu Gewinnen deutscher Banken klafft Riesenlücke

Von Heinz-Roger Dohms

Wie profitabel sind die deutschen Banken? Zuletzt haben wir uns dieser Frage gewissermaßen anekdotisch genähert, nämlich am Beispiel der sehr profitablen Sparkasse Aachen und der fast schon obszön profitablen Targobank. Im dritten Teil unserer kleinen Serie wollen wir uns heute nun den aggregierten Zahlen widmen. Hier nämlich hat der Düsseldorfer Datenspezialist Barkow Consulting einen – wie wir finden – spannenden Research-Coup gelandet (den er uns dann dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat). Und zwar fand Barkow heraus: Die beiden „offiziellen“ Datensätze, die zur Gewinnkraft deutscher Banken existieren, weichen spektakulär voneinander ab. Laut Bundesbank hat die hiesige Kreditwirtschaft von 2008 bis 2017 rund 116 Mrd. Euro erwirtschaftet, laut EZB hingegen nur 23 Mrd. Euro. Wie kann das sein?

Die Grafik

 

Die Analyse:

  • Die seit 1968 erhobene „Ertragslage-Statistik“der Bundesbank beruht auf den veröffentlichten Jahresabschlüssen, die EZB-Zahlen dagegen auf aufsichtsrechtlichen Mitteilungen (die dann in die sogenannten „Consolidated Banking Data“ einfließen, die seit 2002 erhoben werden)
  • Konkret stützt sich die Bundesbank auf die Einzelabschlüsse der rund 1600 Kreditinstitute hierzulande – sie arbeitet also mit den HGB-Zahlen, und zwar auch bei Großbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank. Im Gegensatz dazu folgen die EZB-Zahlen der IFRS-Logik, selbst bei Sparkassen und Volksbanken, die ausschließlich nach HGB bilanzieren. Sie müssen den Aufsehern sogenannte Datenpunkte liefern, die dann so weit wie möglich dem IFRS-Standard angeglichen werden.
  • Trotz dieses „Mappings“ fehlen in den EZB-Zahlen die Zuführungen zum sogenannten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“. Das ist eine offene Reserveposition, die nur in der handelsrechtlichen Rechnungslegung existiert (HGB §340g), nicht aber im internationalen IFRS-Standard. Tatsächlich beruht ein großer Teil des Unterschieds zwischen den Bundesbank- und den EZB-Zahlen ganz offenkundig auf diesem vermeintlichen Detail. Denn gerade zwischen 2011 und 2013 haben viele Sparkassen (und auch sonstige HGB-Banken) stille Reserven nach §340f in offene Reserven nach §340g umgewandelt.* Ein gutes Beispiel hierfür ist die Hamburger Sparkasse, die nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ allein 2012 exakt 500 Mio. Euro in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ eingestellt hat. In den Bundesbank-Zahlen erscheint dieses Geld als Gewinn. Bei der EZB ist das nicht der Fall. (allerdings: Während die EZB in ihren GuV-Statistiken die 340g-Zuführungen unberücksichtigt lässt, wird der Bestand nach 340g sehr wohl als Eigenkapital gewertet. Das wirkt sich entsprechend doppelt negativ auf den Return on Equity der deutschen Banken aus, weil der 340g-Faktor im Zähler=Return außen vor bleibt, in den Nenner=Equity aber einfließt).
  • Die EZB arbeitet gemäß IFRS-Logik mit den konsolidierten Zahlen – und zwar europaweit. Das hat zur Folge, dass die hiesigen selbstständigen Niederlassungen ausländischer Banken in den „deutschen“ EZB-Zahlen nicht auftauchen. Folge: Schwergewichte wie die ING Deutschland, die Hypo-Vereinsbank, die deutsche Santander oder die Targobank fehlen schlichtweg (während die hiesigen Aktivitäten der BNP Paribas übrigens auch bei der Bundesbank außen vor bleiben, weil die französische Großbank hierzulande mit EU-Passport unterwegs ist). Derweil fließen zum Beispiel die Gewinne der polnischen Commerzbank-Tochter mBank sowohl in die EZB-Zahlen als auch in die Bundesbank-Zahlen ein. Denn: Die mBank findet nicht nur im Konzernabschluss der Commerzbank Berücksichtigung, sondern über abgeführte Gewinne auch im HGB-Einzelabschluss.
  • Die Gewinne von Nicht-Banken, die Teil einer deutschen Bank sind und ihre Erträge beim Mutterkonzern abliefern, sind in den Bundesbank- und den EZB-Zahlen mit drin. Das gilt zum Beispiel für die zur DZ Bank gehörende R+V-Versicherung.
  • Zugleich fließen in die EZB-Zahlen aber (unserem Verständnis nach, hierfür geben wir aber keine 100%-ige-Gewähr) auch Gewinne ein, die wiederum von der Bundesbank ignoriert werden. Ein Beispiel sind die Erträge bankenunabhängiger Leasing-Unternehmen, die als „Finanzinstitute“ dem „CRR-Konsolidierungskreis“ angehören – aber kein „monetäres Finanzinstitut“ im Sinne der Bundesbank sind.
  • Ein Sonderfall ist die KfW, die als „Monetäres Finanzinstitut“ in der Ertragslage-Statistik der Bundesbank enthalten ist – aber aufgrund ihres aufsichtsrechtlichen Sonderstatus zumindest bislang nicht dem „CRR-Konsolidierungskreis“ angehört, womit sie in den EZB-Zahlen außen vor bleibt.
  • Umgekehrt sind die Bürgschaftsbanken zwar in den EZB-Zahlen drin, nicht aber in den Buba-Zahlen (was freilich den Bock nicht wirklich fett macht).
Fazit

Die erheblichen Unterschiede dürften ganz wesentlich darauf beruhen, dass in den EZB-Zahlen …

  • die Gewinne gleich einer Handvoll ertragsstarker deutscher Großbanken (ING Deutschland, HVB, deutsche Santander, Targobank, KfW) fehlen und
  • die Zuführungen in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ ignoriert werden

Eine Frage bleibt gleichwohl offen: Welche Zahlen sind besser? Bzw.: Wie viel Gewinn machen die deutschen Banken wirklich?

Dazu mehr in den nächsten Tagen.

* In den ursprünglichen Fassung hatten wir flapsig geschrieben, die Sparkassen und Volksbanken hätten die umgewandelten Reserven „durch die GuV laufen lassen“. Bei nochmaliger Lektüre sind wir uns jetzt aber nicht mehr sicher, ob man das so wirklich sagen kann … Drum haben die Formulierung gestrichen.

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Fall Wirecard: Eine Exegese der ziemlichen krassen Bafin-Verfügung

Von Heinz-Roger Dohms

Nachdem sich der „Fall Wirecard“ vergangene Woche zu beruhigen schien, hat gestern ausgerechnet die Finanzaufsicht Bafin die ganz große Keule rausgeholt – und die Aktie mit einem Leerverkaufs-Verbot um 15% nach oben getrieben. Die Bonner Behörde beließ es jedoch nicht bei der Verfügung als solcher. Sondern: Sie garnierte ihre Maßnahme mit einer langen Begründung, in der u.a. von einer „ernstzunehmenden Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland“ die Rede war und davon, dass „in den letzten Tagen […] massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten feststellbar“ gewesen seien. Zudem rückte sie die „Financial Times“ in die Nähe der Marktmanipulation. Was hat das zu bedeuten: Weiß die Bafin etwas, was das Publikum nicht weiß? Oder schießt sie übers Ziel hinaus? Lesen Sie hier: Die krassesten Passagen aus dem Bafin-Dokument, von uns kommentiert:

Bei der Beschreibung des Sachverhalts holt die Bafin gleich zu Beginn das große Besteck raus:

„Aktuell sind ungünstige Ereignisse bzw. Entwicklungen eingetreten, die eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland darstellen. Denn in den letzten Tagen sind massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten feststellbar. Auslöser dafür war insbesondere die Preisentwicklung der Aktie der Wirecard AG in den letzten Wochen.“

Massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten? Das klingt, als hätten die Kursturbulenzen bei Wirecard (die vergangene Woche schon wieder abgeebbt waren) Auswirkungen auch auf andere Aktien, vielleicht ja sogar auf das Finanzsystem als Ganzes. Auf unsere explizite Nachfrage hin stellt die Bafin jedoch klar, dass sich die knackigen Formulierungen dann doch nur auf Wirecard beziehen. Es gehe um die „Wiederherstellung des Marktvertrauens, welches auch durch die Preisbildung bereits eines einzelnen Finanzinstruments erschüttert werden kann“. Nun gut. Also doch keine neue Finanzkrise.

Weiter im Text:

„Die Wirecard AG war in den Jahren 2008 und 2016 Ziel von sogenannten Short-Attacken, bei denen Leerverkäufer durch das Eingehen entsprechender Positionen profitiert haben, die zu entsprechenden Kursrückgängen bei der Wirecard AG geführt haben. Daraus resultierten auch Untersuchungen der BaFin und der Strafverfolgungsbehörden unter anderem wegen Marktmanipulation. Die Short Attacken wurden begleitet und begünstigt von negativen Berichterstattungen in den Medien.“

Diese Passage wirft aus unserer Sicht zumindest vier Fragen auf:

  1. Auf welche Medien bzw. Medienberichte bezieht Sie die Bafin konkret? (Antwort: Kein Kommentar)
  2. Was ist bei den damaligen Untersuchungen herausgekommen? (Antwort: Die Bafin hat in beiden Fällen Anzeige erstattet. Für alles weitere sollen wir uns an die Staatsanwaltschaft wenden)
  3. Gibt es eine Verbindung zwischen den damaligen Untersuchungen und neuen Erkenntnissen? (Antwort: Kein Kommentar, weil die aktuelle Untersuchung noch läuft)
  4. Prozentual gesehen waren die Short-Positionen bei Wirecard in früheren Jahren deutlich umfangreicher als heute. Warum wurde damals nicht in Form eines Verbots reagiert, diesmal aber schon? (Antwort: Die Bafin kann Verbote ausschließlich dann erlassen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen – Gefahr für Finanzstabilität oder Marktvertrauen – dafür vorliegen)

In der nächsten Textpassage geht die Bafin explizit auf die jüngsten Wirecard-Artikel der „Financial Times“ ein (ohne die „FT“ jedoch beim Namen zu nennen). Wörtlich heißt es:

„Die Presseberichte fallen zeitlich zusammen mit verstärkten Netto-Leerverkaufspositionen (NLP) und mit einer damit einhergehenden starken Volatilität der Aktie der Wirecard AG. Ab dem 01.02.2019 ist ein deutlicher Anstieg der NLP in Aktien der Wirecard AG zu beobachten, der sich ab dem 07.02.2019 noch einmal deutlich verstärkt hat.“

Hierzu fragten wir: Der erste „FT“-Bericht erschien am 30. Januar. Die Bafin jedoch bezieht sich explizit auf den Zeitraum vom 1. Februar an. Warum beschreibt die Bafin ein „Zusammenfallen“, wenn der Begründung zufolge der deutliche Anstieg erst zwei Tage, nachdem der erste Bericht erschienen war, einsetzte?

Die Bafin antwortet uns hierauf: „Bereits am 30. Januar war ein Anstieg feststellbar. Dieser verstärkte sich dann aber noch deutlich ab dem 1. Februar.“

Was auffällt: Es gab bis zuletzt überhaupt nur zwei Akteure, die bei Wirecard Leerverkaufspositionen jenseits der Meldeschwelle von 0,5% hielten. Entsprechend überschaubar war das Gesamtvolumen der meldepflichtigen Positionen, das mit 2,27% zum Beispiel deutlich hinter dem der Deutschen Bank (3,88%) zurückblieb.

Die Bafin schreibt:

„Auch in den letzten Tagen hat sich die NLP weiterhin deutlich erhöht. Die NLP werden von verschiedenen Inhabern insbesondere aus dem Ausland, auch unterhalb der Veröffentlichungsschwelle, gehalten.“

Wir fragten (in gekürzter Form): „Heißt das, dass es ein massives Anschwellen unterhalb der Veröffentlichungsschwelle gegeben hat? Können Sie das zumindest grob quantifizieren?“ Die Bafin antwortete: „Zum einen gab es einen deutlichen Anstieg der NLP unterhalb der Meldeschwelle. Zum anderen treffen wir Maßnahmen nicht allein aufgrund hoher NLP, sondern nach einer Würdigung der Gesamtumstände. Generell sind NLP auch bei gleicher Prozenthöhe in Bezug auf unterschiedliche Emittenten nicht vergleichbar, da hier u.a. Marktkapitalisierung, Volatilität und die zeitliche Entwicklung der Position zu berücksichtigen sind.“

Der letzte Punkt, der uns ausfiel: Aus unserer Sicht liest sich das Dokument so, als wolle die Bafin die „Financial Times“ bewusst mit möglicher Marktmanipulation in Verbindung bringen (hier der Originaltext. Bitte beachten Sie die Passage, wo es erst um die Short-Attacken 2008 und 2016 geht, dann der Begriff „Marktmanipulation“ fällt, dann auf die „begleitenden“ und „begünstigenden“ Medienberichte damals rekurriert wird, um im nächsten Satz dann gleich auf die aktuellen Medienberichte und Kurseinbrüche zu sprechen zu kommen). Diese Interpretation unsererseits hat die Bafin gestern allerdings deutlich zurückgewiesen.

19/02/19: Dt. Bank mit Aggro-Zins, Alles zur Bafin-Bombe, N26 gibt „Invest“ auf

Fall Wirecard: Weiß die Bafin irgendwas, was wir alle miteinander nicht wissen?

Obwohl sich der „Fall Wirecard“ vergangene Woche zu beruhigen schien, hat die Finanzaufsicht Bafin gestern die ganz große Keule rausgeholt – und die Aktie mit einem Leerverkaufs-Verbot um 15% nach oben gepusht. Die Bonner Behörde beließ es jedoch nicht bei der Verfügung als solcher. Sondern: Sie garnierte ihre Maßnahme mit einer langen Begründung, in der u.a. von einer „ernstzunehmenden Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland“ die Rede war und davon, dass „in den letzten Tagen […] massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten feststellbar“ gewesen seien. Zudem rückten die Aufseher die „Financial Times“ in die Nähe der Marktmanipulation. Was hat das zu bedeuten: Weiß die Bafin etwas, was das Publikum nicht weiß – oder schießt sie krass übers Ziel hinaus? Lesen Sie hier: Die härtesten Passagen aus dem Bafin-Dokument, von uns kommentiert: Finanz-Szene.de

Linktipps:

  • Die „FT“ zum Vorgehen der Bafin. Financial Times
  • Wie unser Journalistenkollege Christian Kirchner die Vorgänge deutet. Twitter
  • Wie „Reuters“ den Schritt der Bafin kommentiert. Breakingviews
  • Was haben die umfassenden Leerverkaufsverbote auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gebracht? Eine Analyse: Plato.com (PDF)

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Exklusiv: 0,75% auf 6 Monate – Deutsche Bank buhlt mit Aggro-Zins um neue Kunden

Die Deutsche Bank buhlt erstmals seit zwei Jahren wieder mit Kampfkonditionen um hiesige Privatkunden – und sendet damit ein Signal, die Neukundenakquise im deutschen Retailmarkt nicht länger der Commerzbank, der ING Diba oder N26 zu überlassen. Wie einer unserer „Finanz-Szene.de“-Leserreporter gestern auf der Website des Instituts entdeckte, erhalten Kunden, die mindestens 2500 Euro Festgeld mitbringen, für sechs Monate eine Verzinsung von 0,75% Zins p.a.. Derart aggressiv war die  Deutsche Bank zuletzt 2017 unterwegs. Die Offerte gilt bis zu 100.000 Euro. Wer es drauf anlegt, kann also bis zu 375 Euro einstreichen. Die Aktion habe nichts mit den jüngsten Berichten über angebliche Refinanzierungs-Sorgen zu tun, stellte ein Sprecher klar. Ein Randaspekt: Barkow Consulting hatte jüngst festgestellt, dass es bei Tagesgeld den ersten Zinsanstieg seit drei Jahren gegeben habe (hier der Link). Eine Zinswende bei den Einlagen? Naja, warten wir’s mal ab.

News

N26 stellt Investmentprodukt (vorerst?) ein: Als sich einer unserer Leser vergangene Woche bei der Berliner Fintech-Bank nach dem Robo-ETF-basierten „Invest“-Angebot erkundigte, bekam er zur Auskunft, dieses werde seit ein paar Tagen nicht mehr angeboten. Dazu passt, was Kollege Schlenk von „Gründerszene“ seinen Lesern heute Morgen berichtet. Der hat nämlich mit Thomas Bloch, dem Gründer des Frankfurter Fintechs Vaamo telefoniert, auf dessen Whitelabel-Lösung „N26 Invest“ gründet – und Bloch hat dem Kollegen bestätigt, dass die Zusammenarbeit  „gestoppt“ worden sei. Drei Ad-hoc-Deutungen unsererseits: 1.) Das ist ein herber Rückschlag für die Bemühungen von N26, tatsächlich die Produktpalette einer richtigen Retailbank anzubieten. 2.) Das ist ein weiterer Rückschlag für Vaamo, nachdem vor Jahresfrist auch schon die deutsche Santander ihren Vaamo-basierten Robo-Advisor „Sina“ eingestellt hatte. Und 3.) Das ist der nächste Rückschlag für Robo ganz allgemein. Mehr Details? Hat Kollege Schlenk: Gründerszene

Dürfen wir Ihnen mal eine sehr, sehr bemerkenswerte Zahl nennen (aber bitte nicht erschrecken): Die Mittelbrandenburgische Sparkasse hat den Nettoabsatz von Wertpapieren im vergangenen Jahren um 158% (158%!!!) auf 327 Mio. Euro in die Höhe getrieben, nach Zuwachsraten von 130% bzw. 123% in den beiden Vorjahren. Mifid II? War da was? Börsen-Zeitung (Paywall) 

Paydirekt-Aufseher üben sich in Durchhalteparolen: In einem sehr langen Artikel heute Morgen im „Handelsblatt“ wird Verwaltungsrats-Chef Torsten Daenert (Commerzbank) mit dem Satz zitiert, „es wäre strategisch falsch, sich jetzt zurückzuziehen“. Und der bei der DZ Bank für den deutschen Paypal-Klon verantwortliche Vorstand  Thomas Ullrich sagt: „Wir treiben Paydirekt weiter mit Kraft voran.“ Eine Antwort auf die alles entscheidende Frage erhält der Leser gleichwohl nicht: Was, bitteschön, ist jetzt eigentlich mit dem großen Funding für Paydirekt? Handelsblatt (Paywall)

Erinnern Sie sich noch, dass wir Ihnen am Freitag erzählt hatten, die (deutsche) Fintech-Branche habe ihren Goldgräber-Moment erreicht – und wer jetzt nicht funde, der sei selber schuld? Jedenfalls: Nur einen Arbeitstag später wurden wir gestern auf fast schon beängstigende Weise bestätigt.  Zunächst berichtete am Morgen das deutsch-britische Finanzierungs-Startup Iwoca (deutscher Gründer, Sitz in London) von einer 20-Mio. -Pfund-Runde. Dann folgt gegen Mittag die Ankündigung des Berliner Fintechs Mambu (Geschäftsmodell: Cloud-Lösungen für Banken und sonstige Finanzdienstleister), man habe bei namhaften Investoren sogar 30 Mio. Euro eingesammelt. Wie gesagt: Goldgräber-Stimmung. City A.M. (Iwoca), Gründerszene (Mambu)

Und  die Kurzmeldungen (inklusive der wichtigsten Nachrichten vom Wochenende): Das Berliner Fintech Smava hat im Zuge seines geplanten  Börsengangs (erstmals?) konkrete Geschäftszahlen genannt, und zwar: 2 Mrd. Euro vermittelte Kredite, 70 Mio. Euro Umsatz (dpa/SZ) +++ Die größte unabhängige deutsche Investmentgesellschaft, nämlich Universal Investment, wechselt überraschend den Chef aus (Ass Compact) +++ Der chinesische (Nicht-mehr-)Ankeraktionär HNA hat seinen Anteil an der Deutschen Bank abermals reduziert (FAZ) +++ Die EZB lockert die Kapitalvorschriften für die Commerzbank (Reuters) +++ Der Bafin-Sonderbeauftrage bei der Deutschen Bank soll sich jetzt auch um den Danske-Fall kümmern (Manager Magazin) +++ Ex-DWS-Chef Nicholas Moreau geht unter die Unternehmensberater (Financial News) +++ Die  Bafin hat erstmals eine Krypto-Schuldverschreibung genehmigt. Emittent ist das Berliner Fintech Bitbond (Gründerszene)

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Linktipps

„Geld ist nicht alles, nicht mal für Banker“: Ein langes Interview mit Jörg Kukies,  dem einstigen Jungsozialisten, späteren Co-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, frühen „Finanz-Szene.de“-Leser und heutigen Finanzsstaatssekretär. Süddeutsche Zeitung

Die DKB hat einen, die Fidor-Bank plant einen – und Ende letzter Woche hat auch N26 einen Chatbot zur Kundenberatung  gestartet. Die Kollegen von „Gründerszene“ wären nicht die Kollegen von „Gründerszene“, hätten sie das „Neon“ genannte Tool nicht gleich mal getestet. Das Ergebnis? Wenig schmeichelhaft: Gründerszene

Ist das der Brückenkopf für Alipay in Europa? Naja, zumindest hat sich der chinesische Zahlungsverkehrs-Gigant für umgerechnet 700 Mio. Dollar den britischen Payment-Dienstleister Worldfirst geschnappt. Was ist das für eine Firma? Und was hat Alipay mit ihr vor? Hier ein paar Hintergründe: Bloomberg, Techcrunch

Ist das der Durchbruch für die Blockchain? Naja, zumindest behauptet die britische Großbank HSBC, die Abwicklungskosten im Devisenhandel dank der neuen Technologie um ein Viertel gesenkt zu haben – was ja dann mal ein Wort ist. Reuters.com

Klickfavorit

… war am Freitag unser „Kurz gebloggt“ zu der Frage, wer bei einem Börsengang von Smava eincashen würde: Finanz-Szene.de

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19/02/19: N26 gibt „Invest“ auf, Dt. Bank mit Aggro-Zins, Mambu & Iwoca funden

Fall Wirecard: Weiß die Bafin irgendwas, was wir alle miteinander nicht wissen?

Obwohl sich der „Fall Wirecard“ vergangene Woche zu beruhigen schien, hat die Finanzaufsicht Bafin gestern die ganz große Keule rausgeholt – und die Aktie mit einem Leerverkaufs-Verbot um 15% nach oben gepusht. Die Bonner Behörde beließ es jedoch nicht bei der Verfügung als solcher. Sondern: Sie garnierte ihre Maßnahme mit einer langen Begründung, in der u.a. von einer „ernstzunehmenden Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland“ die Rede war und davon, dass „in den letzten Tagen […] massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten feststellbar“ gewesen seien. Zudem rückten die Aufseher die „Financial Times“ in die Nähe der Marktmanipulation. Was hat das zu bedeuten: Weiß die Bafin etwas, was das Publikum nicht weiß – oder schießt sie krass übers Ziel hinaus? Lesen Sie hier: Die härtesten Passagen aus dem Bafin-Dokument, von uns kommentiert: Finanz-Szene.de

Linktipps:

  • Die „FT“ zum Vorgehen der Bafin. Financial Times
  • Wie unser Journalistenkollege Christian Kirchner die Vorgänge deutet. Twitter
  • Wie „Reuters“ den Schritt der Bafin kommentiert. Breakingviews
  • Was haben die umfassenden Leerverkaufsverbote auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gebracht? Eine Analyse: Plato.com (PDF)

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Wie umgehen mit der Digitalisierung? Im aktuellen Whitepaper beschreibt die Star Finanz, der Experte für Online- und Mobile-Banking-Lösungen der S-Finanzgruppe, Herausforderungen und Chancen, die sich für Sparkassen durch die digitale Transformation eröffnen. Was Firmenkunden heute von ihrer Bank erwarten. Hier das Whitepaper: starfinanz.de

Exklusiv: 0,75% auf 6 Monate – Deutsche Bank buhlt mit Aggro-Zins um neue Kunden

Die Deutsche Bank buhlt erstmals seit zwei Jahren wieder mit Kampfkonditionen um hiesige Privatkunden – und sendet damit ein Signal, die Neukundenakquise im deutschen Retailmarkt nicht länger der Commerzbank, der ING Diba oder N26 zu überlassen. Wie einer unserer „Finanz-Szene.de“-Leserreporter gestern auf der Website des Instituts entdeckte, erhalten Kunden, die mindestens 2500 Euro Festgeld mitbringen, für sechs Monate eine Verzinsung von 0,75% Zins p.a.. Derart aggressiv war die  Deutsche Bank zuletzt 2017 unterwegs. Die Offerte gilt bis zu 100.000 Euro. Wer es drauf anlegt, kann also bis zu 375 Euro einstreichen. Die Aktion habe nichts mit den jüngsten Berichten über angebliche Refinanzierungs-Sorgen zu tun, stellte ein Sprecher klar. Ein Randaspekt: Barkow Consulting hatte jüngst festgestellt, dass es bei Tagesgeld den ersten Zinsanstieg seit drei Jahren gegeben habe (hier der Link). Eine Zinswende bei den Einlagen? Naja, warten wir’s mal ab.

News

N26 stellt Investmentprodukt (vorerst?) ein: Als sich einer unserer Leser vergangene Woche bei der Berliner Fintech-Bank nach dem Robo-ETF-basierten „Invest“-Angebot erkundigte, bekam er zur Auskunft, dieses werde seit ein paar Tagen nicht mehr angeboten. Dazu passt, was Kollege Schlenk von „Gründerszene“ seinen Lesern heute Morgen berichtet. Der hat nämlich mit Thomas Bloch, dem Gründer des Frankfurter Fintechs Vaamo telefoniert, auf dessen Whitelabel-Lösung „N26 Invest“ gründet – und Bloch hat dem Kollegen bestätigt, dass die Zusammenarbeit  „gestoppt“ worden sei. Drei Ad-hoc-Deutungen unsererseits: 1.) Das ist ein herber Rückschlag für die Bemühungen von N26, tatsächlich die Produktpalette einer richtigen Retailbank anzubieten. 2.) Das ist ein weiterer Rückschlag für Vaamo, nachdem vor Jahresfrist auch schon die deutsche Santander ihren Vaamo-basierten Robo-Advisor „Sina“ eingestellt hatte. Und 3.) Das ist der nächste Rückschlag für Robo ganz allgemein. Mehr Details? Hat Kollege Schlenk: Gründerszene

Erinnern Sie sich noch, dass wir Ihnen am Freitag erzählt hatten, die (deutsche) Fintech-Branche habe ihren Goldgräber-Moment erreicht – und wer jetzt nicht funde, der sei selber schuld? Jedenfalls: Nur einen Arbeitstag später wurden wir gestern auf fast schon beängstigende Weise bestätigt.  Zunächst berichtete am Morgen das deutsch-britische Finanzierungs-Startup Iwoca (deutscher Gründer, Sitz in London) von einer 20-Mio. -Pfund-Runde. Dann folgt gegen Mittag die Ankündigung des Berliner Fintechs Mambu (Geschäftsmodell: Cloud-Lösungen für Banken und sonstige Finanzdienstleister), man habe bei namhaften Investoren sogar 30 Mio. Euro eingesammelt. Und wie das halt immer so ist: Egal wie viel Geld die hiesigen Player einsammeln – die britischen setzen noch eins drauf. Konkret: Google und Salesforce stecken 75 Mio. Dollar in das UK-Payment-Startup „GoCardless“ (nachdem letzte Woche die Challenger-Bank Starling sogar 75 Mio. Pfund eingeworben hatte). Wie gesagt: Goldgräber-Stimmung. City A.M. (Iwoca), Gründerszene (Mambu), CNBC (GoCardless), Techcrunch (Starling) 

Dürfen wir Ihnen mal eine sehr, sehr bemerkenswerte Zahl nennen (aber bitte nicht erschrecken): Die Mittelbrandenburgische Sparkasse hat den Nettoabsatz von Wertpapieren im vergangenen Jahren um 158% (158%!!!) auf 327 Mio. Euro in die Höhe getrieben, nach Zuwachsraten von 130% bzw. 123% in den beiden Vorjahren. Mifid II? War da was? Börsen-Zeitung (Paywall) 

Paydirekt-Aufseher üben sich in Durchhalteparolen: In einem sehr langen Artikel heute Morgen im „Handelsblatt“ wird Verwaltungsrats-Chef Torsten Daenert (Commerzbank) mit dem Satz zitiert, „es wäre strategisch falsch, sich jetzt zurückzuziehen“. Und der bei der DZ Bank für den deutschen Paypal-Klon verantwortliche Vorstand  Thomas Ullrich sagt: „Wir treiben Paydirekt weiter mit Kraft voran.“ Eine Antwort auf die alles entscheidende Frage erhält der Leser gleichwohl nicht: Was, bitteschön, ist jetzt eigentlich mit dem großen Funding für Paydirekt? Handelsblatt (Paywall)

Und  die Kurzmeldungen: Das Berliner Fintech Smava hat im Zuge seines geplanten  Börsengangs (erstmals?) konkrete Geschäftszahlen genannt, und zwar: 2 Mrd. Euro vermittelte Kredite, 70 Mio. Euro Umsatz (dpa/SZ) +++ Die Bafin hat erstmals eine Krypto-Schuldverschreibung genehmigt. Emittent ist das Berliner Fintech Bitbond (Gründerszene)

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Beschränkt sich Digitalisierung allein auf die Technik? Sicher nicht! Agilität, KI und Blockchain werden die Transformation der Finanzdienstleister bestimmen – genauso aber Kreativität und ein Kulturwandel in den Organisationen. Mehr dazu auf der Konferenz „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ mit spannenden Vorträgen, Workshops und „FinTechs on Stage“. www.fs-verlag.de/fdl

Linktipps

„Geld ist nicht alles, nicht mal für Banker“: Ein langes Interview mit Jörg Kukies,  dem einstigen Jungsozialisten, späteren Co-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, frühen „Finanz-Szene.de“-Leser und heutigen Finanzsstaatssekretär. Süddeutsche Zeitung

Die DKB hat einen, die Fidor-Bank plant einen – und Ende letzter Woche hat auch N26 einen Chatbot zur Kundenberatung  gestartet. Die Kollegen von „Gründerszene“ wären nicht die Kollegen von „Gründerszene“, hätten sie das „Neon“ genannte Tool nicht gleich mal getestet. Das Ergebnis? Wenig schmeichelhaft: Gründerszene

Ist das der Brückenkopf für Alipay in Europa? Naja, zumindest hat sich der chinesische Zahlungsverkehrs-Gigant für umgerechnet 700 Mio. Dollar den britischen Payment-Dienstleister Worldfirst geschnappt. Was ist das für eine Firma? Und was hat Alipay mit ihr vor? Hier ein paar Hintergründe: Bloomberg, Techcrunch

Ist das der Durchbruch für die Blockchain? Naja, zumindest behauptet die britische Großbank HSBC, die Abwicklungskosten im Devisenhandel dank der neuen Technologie um ein Viertel gesenkt zu haben – was ja dann mal ein Wort ist. Reuters.com

Klickfavorit

… war am Freitag unser „Kurz gebloggt“ zu der Frage, wer bei einem Börsengang von Smava eincashen würde: Finanz-Szene.de

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