27/02/19: Kennen Sie schon „Receeve“?, Smava heuert Goldman, Finlab klotzt

Schlüssel-Investor Cerberus spricht sich für Fusion von Deutscher und Commerzbank aus

Ein Zusammenschluss zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank ist mit dem gestrigen Tag zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Denn laut „Handelsblatt“ spricht sich der an beiden Instituten beteiligte US-Investor Cerberus eindeutig für eine „Deutsche Commerz“ aus (wobei mal dahingestellt sei, ob die Amerikaner zuvor wirklich so deutlich gegen eine Fusion waren, wie das „HB“ schreibt). Cerberus begründet sein Ja zu einem Merger demnach 1.) mit dem nachhaltigen Kursverfall beider Aktien, 2.) mit der unklaren Zukunftsperspektive insbesondere der Deutschen Bank (sinkende Erträge, Geldwäsche-Affäre, hohe Refikosten, Dauerärger mit den  US-Behörden …) und 3.) damit, dass der rasche technologische Wandel eine Bündelung der Kräfte verlange. Insbesondere der letzte Punkt ist interessant. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hatte Cerberus auch bei der letztlich erfolglosen Offerte für die NordLB mit seiner Technologiekompetenz geworben. Dabei verwies der „Höllenhund“ u.a. auf den früheren JP-Morgan-COO Matt Zames, der mittlerweile bei Cerberus als „President“  tätig ist – und in dieser Funktion auch als eine Art Sonder-Berater von Deutsche-Bank-Chef Sewing agiert. Handelsblatt (Paywall)

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Der Beginn eines neuen Kapitals? Mobil, intuitiv und provisionsfrei mehr als 6.100 Aktien und ETFs handeln – von 07:30 Uhr bis 23:00 Uhr. Das ist das Angebot der Trade Republic. Es fällt lediglich eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Order an. Die intuitive App bietet z.B. eine personalisierte Timeline sowie einfache Such- und Filterfunktionen. Wer mehr wissen möchte: www.traderepublic.com.

News

Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar noch einmal auf 19,5% ausgebaut und damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm (vor allem zulasten der Deutschen Bank), wie unsere Grafik zeigt: Finanz-Szene.de (Warnhinweis: Unser Server war diese Nacht ein bisschen schwach auf der Brust, kann 3-4 Sekunden dauern, bis sich die Seite geladen hat)

Sage noch einer, in der Bankenbranche würde das Bonus-System nicht funktionieren: Wie die Kollegen von „Bloomberg“ entdeckt haben, durfte sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dieser Tage über die Zustellung von 19.642 Aktien seines eigenen Instituts freuen – wobei freuen vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Es handelte sich nämlich um einen vor fünf Jahren erworbenen, allerdings zu heutigen Kursen ausgezahlten Bonusanspruch. Wert der knapp 20.000 Aktien: 145.272,23 Euro. Vor fünf Jahren wäre das Paket noch das Vierfache wert gewesen. Bloomberg, Directors‘ Dealings“-Mitteilung im Original (PDF)

Liebe Genossenschaftsbanken, dürfen wir was anmerken? Eigentlich sind die 2018er-Zahlen ja völlig in Ordnung, die Euer seltsamer Genoverband (also der, der nicht für die VR-Banken in Bayern und BW spricht, wohl aber für fast alle anderen) gestern vorgestellt hat: Das Zinsergebnis mit 8,8 Mrd. Euro stabil (wow!), das Provisionsergebnis mit 3,3 Mrd. Euro leicht im Plus, das Ergebnis vor Bewertung mit 4,1 Mrd. Euro ebenfalls hauchdünn überm Vorjahr. Doch wenn man dann auf Nachfrage das Ergebnis nach Bewertung erhält, stellt man fest, dass ebendieses um 13% zurückgegangen ist. Vermutlich handelt es sich hierbei eher um eine Normalisierung als um einen Ausrutscher. Trotzdem: Hatte man sich nicht gerade daran gewöhnt, dass es so Sachen wie „Risiko“, „Bewertung“ und so gefälligst nicht mehr zu geben hat? Pressemitteilung

Kommen wir zum heute eher dünnen Fintech-Block und beginnen mit einer klitzekleinen Exklusivmeldung (wobei wir uns bei „Startupdetector“ und beim Leser B. für den Recherchetipp bedanken wollen): Es gibt ein neues Finanz-Startup da draußen, es heißt Receeve, sitzt in Hamburg, befindet sich noch im Stealth-Modus und will  offensichtlich das machen, was man früher mal Inkasso genannt hat. Die beiden Co-Founder heißen Michael Backes und Paul Jozefak und kommen ihren Linkedin-Profilen zufolge beide von Liquid Labs, also dem Company Builder von Otto. Das ist wiederum insofern nicht uninteressant, als zur Otto Group ja auch das (bezogen auf Receeve) zumindest artverwandte und natürlich ebenfalls in Hamburg ansässige Fintech Collect AI sitzt, wo es jüngst ein kleines Revirement im C-Level gab. Muss alles nichts heißen. Aber die Welt, zumal die in Hamburg, ist klein.

Apropos klein, die Kurzmeldungen, wobei wir in der Sektion „Fintech“ bleiben: Der börsennotierte Frankfurter Startup-Investor Finlab steckt mehr als 5 Mio. Euro (also eine durchaus beachtliche Summe) ins Luxemburger Fintech Onpex (DGAP-News) +++ Glaubt man der „FAZ“, was wir gelegentlich tun, dann lässt sich das Berliner Kreditvergleichsportal Smava beim geplanten Börsengang von Goldman Sachs und der Citigroup unterstützen (FAZ, Print. S. 23)

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Linktipps

Wenn sich sogar schon die „Times“ mit einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank befasst – ist die Sache dann überhaupt noch zu verhindern? Wissen wir nicht. Was wir wissen: Der Artikel ist lesenswert und offenbar sogar frei verfügbar: New York Times

Haben die Neo-Insurer dasselbe Potenzial wie die Neo-Banks? Eine interessante Analyse des CommerzVentures-Manns Paul Morgenthaler (wobei wir selber nicht unbedingt darauf gekommen wären, Getsafe in einem Atemzug mit Lemonade zu nennen, aber dass der gute Herr Morgenthaler da das eigene CommerzVentures-Portfolio-Fintech ein bisschen promoten will, sei ihm gegönnt): Medium

Es ist vielleicht nicht die allerfundierteste Methode, die Relevanz eines Zahlungsdienstleisters anhand seines Ranking bei „Similartech“ zu bemessen – indes: eine nette Spielerei ist es schon … Bankstil, Similartech

Keine Angst, die beißen nicht, die wollen nur vorfinanzieren: Ein Überblick über alte und neue Factoring-Anbieter am deutschen Markt. PAB-Blog

Klickfavorit

… war gestern der Kosten-Wahnsinn bei der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

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27/02/19: Der Deka-Durchmarsch, Sewings 145.272 Euro, Cerberus will „Deutsche Commerz“

Schlüssel-Investor Cerberus spricht sich für Fusion von Deutscher und Commerzbank aus

Ein Zusammenschluss zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank ist mit dem gestrigen Tag zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Denn laut „Handelsblatt“ spricht sich der an beiden Instituten beteiligte US-Investor Cerberus eindeutig für eine „Deutsche Commerz“ aus (wobei mal dahingestellt sei, ob die Amerikaner zuvor wirklich so deutlich gegen eine Fusion waren, wie das „HB“ schreibt). Cerberus begründet sein Ja zu einem Merger demnach 1.) mit dem nachhaltigen Kursverfall beider Aktien, 2.) mit der unklaren Zukunftsperspektive insbesondere der Deutschen Bank (sinkende Erträge, Geldwäsche-Affäre, hohe Refikosten, Dauerärger mit den  US-Behörden …) und 3.) damit, dass der rasche technologische Wandel eine Bündelung der Kräfte verlange. Insbesondere der letzte Punkt ist interessant. Denn nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hatte Cerberus auch bei der letztlich erfolglosen Offerte für die NordLB mit seiner Technologiekompetenz geworben. Dabei verwies der „Höllenhund“ u.a. auf den früheren JP-Morgan-COO Matt Zames, der mittlerweile bei Cerberus als „President“  tätig ist – und in dieser Funktion auch als eine Art Sonder-Berater von Deutsche-Bank-Chef Sewing agiert. Handelsblatt (Paywall)

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Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar noch einmal auf 19,5% ausgebaut und damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm (vor allem zulasten der Deutschen Bank), wie unsere Grafik zeigt: Finanz-Szene.de (Warnhinweis: Unser Server war diese Nacht ein bisschen schwach auf der Brust, kann 3-4 Sekunden dauern, bis sich die Seite geladen hat)

Sage noch einer, in der Bankenbranche würde das Bonus-System nicht funktionieren: Wie die Kollegen von „Bloomberg“ entdeckt haben, durfte sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dieser Tage über die Zustellung von 19.642 Aktien seines eigenen Instituts freuen – wobei freuen vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Es handelte sich nämlich um einen vor fünf Jahren erworbenen, allerdings zu heutigen Kursen ausgezahlten Bonusanspruch. Wert der knapp 20.000 Aktien: 145.272,23 Euro. Vor fünf Jahren wäre das Paket noch das Vierfache wert gewesen. Bloomberg, Directors‘ Dealings“-Mitteilung im Original (PDF)

Liebe Genossenschaftsbanken, dürfen wir was anmerken? Eigentlich sind die 2018er-Zahlen ja völlig in Ordnung, die Euer seltsamer Genoverband (also der, der nicht für die VR-Banken in Bayern und BW spricht, wohl aber für fast alle anderen) gestern vorgestellt hat: Das Zinsergebnis mit 8,8 Mrd. Euro stabil (wow!), das Provisionsergebnis mit 3,3 Mrd. Euro leicht im Plus, das Ergebnis vor Bewertung mit 4,1 Mrd. Euro ebenfalls hauchdünn überm Vorjahr. Doch wenn man dann auf Nachfrage das Ergebnis nach Bewertung erhält, stellt man fest, dass ebendieses um 13% zurückgegangen ist. Vermutlich handelt es sich hierbei eher um eine Normalisierung als um einen Ausrutscher. Trotzdem: Hatte man sich nicht gerade daran gewöhnt, dass es so Sachen wie „Risiko“, „Bewertung“ und so gefälligst nicht mehr zu geben hat? Pressemitteilung

Noch zum Abgleich: Die baden-württembergischen Genobanken haben gestern ebenfalls Zahlen vorgelegt und deren Zinsüberschuss ist nicht etwa stabil geblieben, sondern um 6,7% gesunken. Pressemitteilung

Kommen wir zum heute eher dünnen Fintech-Block und beginnen mit einer klitzekleinen Exklusivmeldung (wobei wir uns bei „Startupdetector“ und beim Leser B. für den Recherchetipp bedanken wollen): Es gibt ein neues Finanz-Startup da draußen, es heißt Receeve, sitzt in Hamburg, befindet sich noch im Stealth-Modus und will  offensichtlich das machen, was man früher mal Inkasso genannt hat. Die beiden Co-Founder heißen Michael Backes und Paul Jozefak und kommen ihren Linkedin-Profilen zufolge beide von Liquid Labs, also dem Company Builder von Otto. Das ist wiederum insofern nicht uninteressant, als zur Otto Group ja auch das (bezogen auf Receeve) zumindest artverwandte und natürlich ebenfalls in Hamburg ansässige Fintech Collect AI sitzt, wo es jüngst ein kleines Revirement im C-Level gab. Muss alles nichts heißen. Aber die Welt, zumal die in Hamburg, ist klein.

Apropos klein, die Kurzmeldungen, wobei wir in der Sektion „Fintech“ bleiben: Der börsennotierte Frankfurter Startup-Investor Finlab steckt mehr als 5 Mio. Euro (also eine durchaus beachtliche Summe) ins Luxemburger Fintech Onpex (DGAP-News) +++ Glaubt man der „FAZ“, was wir gelegentlich tun, dann lässt sich das Berliner Kreditvergleichsportal Smava beim geplanten Börsengang von Goldman Sachs und der Citigroup unterstützen (FAZ, Print. S. 23)

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Wenn sich sogar schon die „Times“ mit einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank befasst – ist die Sache dann überhaupt noch zu verhindern? Wissen wir nicht. Was wir wissen: Der Artikel ist lesenswert und offenbar sogar frei verfügbar: New York Times

Haben die Neo-Insurer dasselbe Potenzial wie die Neo-Banks? Eine interessante Analyse des CommerzVentures-Manns Paul Morgenthaler (wobei wir selber nicht unbedingt darauf gekommen wären, Getsafe in einem Atemzug mit Lemonade zu nennen, aber dass der gute Herr Morgenthaler da das eigene CommerzVentures-Portfolio-Fintech ein bisschen promoten will, sei ihm gegönnt): Medium

Es ist vielleicht nicht die allerfundierteste Methode, die Relevanz eines Zahlungsdienstleisters anhand seines Ranking bei „Similartech“ zu bemessen – indes: eine nette Spielerei ist es schon … Bankstil, Similartech

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… war gestern der Kosten-Wahnsinn bei der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

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Die Deka ist erstmals Marktführer bei Zertifikaten – und distanziert die DZ Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Erinnern Sie sich noch, wie wir Ihnen im Oktober vom „Coup der Deka“ erzählten, die es geschafft hatte, ihren Anteil im deutschen Zertifikate-Markt dank kräftigen Filialvertriebs binnen weniger Jahre von 0% auf 17,2% zu steigern? Jedenfalls: Wie man seit gestern weiß, hat der Fondsdienstleister der Sparkassen den Anteil bis Ende 2018 sogar auf 19,5% ausgebaut und hat damit die DZ Bank als Marktführer nicht nur abgelöst, sondern gleich mal distanziert. Und: Auch sonst sind die Verschiebungen bei den Marktanteilen in den zurückliegenden 24 Monaten enorm, wie unsere Grafik (Datenquelle: DDV) zeigt:

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