Die ultimative Analyse zur Apple Card

Von Steffen Hageturm (Pseudonym)*

Wenn es an der künftigen Ausrichtung von Apple noch Zweifel gab, sind sie seit dem Event von Montag beseitigt: Im Mittelpunkt der Neuerungen standen ausschließlich Dienste: Hardwareneuerungen gab es keine. Neben einer aufgebohrten News-App stellte Apple eine Spiele-Flatrate und  einen neuen Video-Streamingdienst vor. Und natürlich: die Apple Card, eine gemeinsam mit Mastercard und Goldman Sachs entwickelte Kreditkarte.

Wer die ganze Marketingfettschicht des Events einmal wegschneidet, kommt für Fintech-Experten auf letztlich zwei interessante Themen.

  • Erstens: die Erkenntnis, dass Apple Pay immer noch ein „vertrieblicher Häuserkampf“ ist.  Bis Ende des Jahres – dann also binnen fünf Jahren seit dem Start von Apple Pay in den USA – will Apple nach eigener Lesart seinen Bezahldienst in über 40 Ländern gelauncht haben. Da das iPhone in knapp doppelt so vielen Ländern offiziell verfügbar ist, ist noch einige Luft nach oben. Und selbst in den mehr als 40 Ländern sind ja beileibe nicht alle relevanten Banken dabei. Ein Blick nach Deutschland mit der großen Lücke der Geno-Banken und der Sparkassen zeigt dies sehr gut. Ob Apple dies als größeres Problem sieht, mag dabei durchaus fraglich sein, denn mit der Apple Card sollen in Zukunft möglichst viele Kunden an eine Karte kommen. Bonität vorausgesetzt.
  • Und damit sind wir beim zweiten Thema: die Apple Card selbst. Sie ist eine Art „Apple Pay 2.0“-Karte mit aus Nutzersicht deutlich verbessertem Funktionsumfang, die im Sommer 2019 in den USA starten soll. Die Frage dabei ist: wird es auch bei Apple Pay – ähnlich wie wir es u.a. schon von den Musik-Streamingdiensten kennen – eine Zweiklassengesellschaft geben? Wer Spotify im gesamten Apple-Kosmos nutzt, kennt die Probleme: Spotify per Siri Sprachsteuerung auf dem HomePod abspielen? Fehlanzeige, aber Apple Music läuft super. Die Spotify-App in vernünftigem Umfang auf der Apple Watch nutzen? Ebenfalls kaum möglich.

Die Frage ist jetzt: Passiert das gleiche im Payment-Sektor? Sprich: liefert Apple eine tolle Lösung mit vollem Funktionsumfang und eine abgespeckte Version von anderen Partnern? Möglich wäre es, denn die „letzte digitale Meile“ kontrolliert eben Apple, und diese letzte Meile wird immer wichtiger.

Die Apple Card – einfach nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Aber zurück zum Anfang: Die Fakten rund um die Karte scheinen (nur) auf den ersten Blick betrachtet nicht wirklich spannend:

Fakt 1: Es handelt sich um eine MasterCard. Der Grund ist simpel: Apple Pay als Akzeptanzmarke am Point of Sale (POS) – Apple kann es noch so oft wiederholen – gibt es nicht. Akzeptiert sind hier Schemes wie MasterCard, Visa und Co.

Fakt 2: Es ist eine Co-Brand-Karte mit Goldman Sachs als ausgebende Bank, sprich als „Issuer“. Goldman Sachs soll laut dem „Wall Street Journal“ 200 Mio. US-Dollar in die Infrastruktur gesteckt haben, um jetzt im Retail-Banking richtig durchzustarten. Aber Co-Brand-Karten gibt es letztlich dutzendfach überall auf der Welt. Wir kennen in Deutschland etwa Co-Brand-Karten wie die ADAC-Kreditkarte, die von der Landesbank Berlin herausgegeben wird, oder die Lufthansa Miles&More-Karte von der DKB. Das heißt: Apple agiert hier nicht als Bank, sondern nutzt ein traditionelles Setup mit seinem eigenen Namen, aber einer Bank im Hintergrund. Das ist insofern bemerkenswert, weil Apple selbst konstatiert: „Geschaffen von Apple, nicht von einer Bank“ – interessant, dass diese Darstellung für Goldman Sachs akzeptabel ist. Offenbar ist das Geschäftsmodell aber so attraktiv, dass man nicht wegen solcher Kleinigkeiten streiten möchte und Apple den Auftritt dominieren lässt.

Fakt 3: Die Apple Karte enthält ein Loyalty-Programm. Dies ermöglicht direkte Cash-Kickbacks für den Kunden, Daily Cash genannt. 3% sind dies bei Einkäufen bei Apple, 2% mit Apple Pay bei Drittanbietern. Und mit der dazugehörigen Plastikkarte – ja, die gibt es noch – sind es 1%. Bitte keine Missverständnisse: Das wirkt für deutsche Verhältnisse hoch, doch ist dies kein Altruismus von Apple. Denn in den USA liegt die sogenannte  Interbankengebühr  – also der Betrag, der von den Händlern nach Zahlung mit der Kreditkarte an die  kartenausgebende Bank abgeführt wird – im Durchschnitt bei 2% für Kreditkarten,  in Europa bei 0,3%. Abweichendes gilt für Debitkarten. Die Höhe der Kickbacks ist daher nichts Besonderes für die USA, viele andere Loyalty-Systeme bieten diese jenseits des Atlantiks auch. Und selbst in Deutschland haben wir durchaus Loyalty-Systeme auf Kreditkarten mit relativ hohen Kickbacks. Ein gutes Beispiel ist die Amazon-Prime-Kreditkarte, die in Deutschland ebenfalls bis zu 3% Kick-back ermöglicht, zumindest so lange man im Amazon-Unviversum bleibt.

Fakt 4: Mit der Kreditkarte ist ein Kredit verbunden. Dieser wird laut dem Kleingedruckten mit 13,2% bis in der Spitze 24,2% verzinst. Der eine oder andere mag über die Höhe des Zinssatzes erstaunt sein, aber auch diese Höhe ist nicht ungewöhnlich für die USA. Und wenn man sich in Deutschland wichtige Co-Brand-Karten anschaut, sieht man auch hier hohe Zinsen im zweistelligen Bereich, wenn sie auch aus diversen Gründen nicht ganz so hoch sind wie bei der Apple Card. Mit diesem Kredit ist also auch das Geschäftsmodell recht simpel erklärt und könnte traditioneller nicht sein: die Nutzung der Karte als echte Kreditkarte. Eine gewisse Anzahl an Apple-Nutzern wird diesen wohl nutzen, und Goldman Sachs streicht einen attraktiven Zins ein. Davon wird dann – vermutet, aber nicht bewiesen – Apple, ähnlich wie beim Interbankenentgelt, einen guten Schluck aus der Ertrags-Pulle bekommen. Und da ist es dann auch gar nicht so schlimm, dass die Karte keine sonstigen Gebühren hat. Und nun ist auch gelüftet, warum Apple diesen Exklusiv-Weg geht: Sie will an die Zinserträge der Kredite, denn die sind viel attraktiver als die Interbankengebühr-Beteiligungen. Und es ist klar, warum Apple eine klassische Kreditkarte mit einem Kredit im Hintergrund anbietet und keine Prepaid-Kreditkarte mit ähnlichem Funktionsumfang. Der Kredit ist einfach zu attraktiv und ist deshalb so prominent platziert.

Die Apple Card – was sie wirklich unterscheidet

So weit, so bekannt und – so langweilig. Das führt zur Frage, ob es denn überhaupt etwas Besonderes an dieser Karte gibt, wenn denn alles so traditionell zu sein scheint? Und: ja, das gibt es. Anhand folgender drei Punkte lässt sich dies erläutern:

  1. Plastik 2.0
  2. User Experience
  3. Umgang mit Partnern

Plastik 2.0: Die Apple Card kommt zusätzlich mit einer physischen Karte im bekannten Formfaktor. Vor dem Hintergrund, dass die kontaktlose Apple Pay Bezahlfunktion (NFC) noch nicht überall verfügbar ist, verständlich. Apple selbst hat für den wichtigen Heimatmarkt USA in der Keynote eine Akzeptanzrate von Apple Pay – also einem plastik- und kontaktlosem Bezahlweg – von 70% genannt. Die physische Karte ist laut den Apple-typischen Superlativen natürlich „die beste und schönste Karte“ aller Zeiten. Dies bedeutet im Sinne von Apple, dass sie aus Titan hergestellt ist, zugleich aber sehr minimalistisch ist. Auf der Vorderseite findet man den Namen des Kunden, das Apple Logo sowie einen EMV-Chip. Auf der Rückseite prangt ein Logo von Goldman Sachs sowie MasterCard. Ansonsten gibt es keine Kartennummer, keinen CVV-Code, kein Ablaufdatum und auch keine Unterschrift. All das kann der Kunde in der App nachschauen, wenn er denn die Informationen einmal braucht. Das steigert auf jeden Fall die Sicherheit. Die klassischen Regeln, auch „Scheme Rules“ genannt, an die sich normalerweise jede Bank zu halten hat, scheinen einfach mal hinweggespült.

Mastercard wird wahrscheinlich argumentieren, dass Apple neue Wege der Sicherheit gefunden hat, die Abweichungen oder Weiterentwicklungen der Regeln erlauben. Das mag sein. Eine andere Begründung ist aber, dass einfach Apples schiere Marktmacht und der Ausblick auf eine gigantische Kundenbasis auch den stärksten Partner in die Knie zwingt.

User-Experience: Die User-Experience scheint nach allem, was man sehen kann, über jeden Zweifel erhaben. Eben Apple-typisch. Die Apple Card baut auf Apple Pay auf. Das heißt: die Apple Card ist in der Wallet zu finden und jede Transaktion ist per Face ID oder Touch ID gesichert. Zusätzlich gibt es einen Antragsprozess direkt aus der Wallet heraus, der binnen Sekunden abgeschlossen sein soll. Den Support erreichen Kunden auch per iMessage. Zusätzlich gibt es Aktivitäts- und Budgetübersichten, Kickbacks, die täglich auf dem Apple-Pay-Cash-Konto gutgeschrieben werden, und eine simple und komfortable Einbindung der Kreditfunktion. Die Kreditfunktion ist Fluch und Segen zugleich. Es scheint einfach, in Versuchung zu kommen. Aber wenigstens scheint es auch einfach, den Kredit zurückzuzahlen. Hier gibt es also, wie erwartet, wenig auszusetzen. Abgerundet wird das ganze Angebot wie so oft mit dem Thema Datenschutz. All das erfolgt tief integriert ins Apple-Ökosystem.

Umgang mit Partnern

Bemerkenswert scheint der Umgang mit den Partnern. Apple tat und tut sich schwer, für Apple Pay Partnerbanken zu gewinnen. Das hat mehrere Gründe, unter anderem möchte Apple einen Anteil der Interbankenentgelte (Interchange), und gleichzeitig setzt sich Apple aus Customer-Journey-Sicht vor die Bank. Die Bank als Marke wird ein Stück weit unwichtiger. Und so wie es nun dargestellt wurde, ändert Apple die Art der Partnerschaft: Es gibt Apple Pay – und dann gibt es eben die Apple Card, welche aufgebohrte Funktionalitäten hat und tief ins System integriert ist.

Banken dürften alles andere als erfreut sein, sind sie doch schweren Herzens den Weg in Richtung Apple Pay gegangen, haben dafür teuer bezahlt und müssen nun feststellen, dass sie doch kein so wichtiger Partner sind. Und besonders für Challenger-Banken wie N26 und Revolut, die ähnlich wie Apple das Thema Customer-Experience ganz oben auf ihrer Agenda haben, muss der Apple-Weg, so wie jetzt dargestellt, ein Schlag ins Gesicht sein. Apple ist jetzt nicht nur Plattformbetreiber, sondern Wettbewerber. Dabei könnten, sind wir ehrlich, die meisten der Apple-Card-Funktionen auch für andere Karten in Apple Pay umgesetzt werden. Wird Apple das tun? Oder wird es hier zum „Spotify-Weg“ kommen? Sprich: Ich nutze das, was Apple vorsieht, und alles ist super oder muss ich mit einer abgespeckten Version leben, wenn ich doch einen anderen Anbieter wähle?

Doch letztlich war ein alternativer strategischer Weg zur klassischen Bank-Apple-Kooperation absehbar, eben weil nur ein Bruchteil der Banken mit Apple kooperiert und viele Kunden umständlich die Bank wechseln müssten, um an Apple Pay zu kommen. Doch es geht auch anders. Einen Weg, der zumindest ein bisschen weniger aggressiv gegenüber Banken ist, zeigt Google mit seiner Paypal-Mastercard-Kooperation. Hier können Kunden, die über ein Paypal-Konto verfügen, eine Paypal-Karte mit Mastercard Akzeptanz beantragen und per Google Pay auch am POS nutzen. Hierbei sind aber die potenziellen (direkten) Erträge für Google deutlich niedriger.

Wie es weitergeht

Nach dem Start im Sommer soll die Karte schnell in den USA ausgerollt werden. Nach dem Willen von Goldman-Sachs-CEO Richard Gnodde sollen alsbald Europa und ganz konkret Deutschland folgen. Aber da werden noch ein paar Leute mitsprechen wollen – die Regulierungsbehörden wie die BaFin werden sich anschauen, ob denn auch alle Rahmenbedingungen (KYC-Prozesse, Geldwäsche etc.) eingehalten werden. Und die Wettbewerbshüter, die von Spotify sowieso schon angepiekst sind, werden sich auch ganz genau anschauen, was Apple da tut. Auch das politische Thema, dass US-Plattformen Europa immer weiter dominieren und europäische Unternehmen in die Bedeutungslosigkeit drücken, wird (wieder) Aufwind bekommen. Und Goldman Sachs wird sicherlich nicht alle Länder abdecken können, das heißt: auch andere Banken werden als Issuer-Banken notwendig sein und vor allem „White-Label“-Banken wären sicher gerne dabei.  So oder so: Apple Pay hat 5 Jahre für eine 50-prozentige Abdeckung gebraucht. Auch die Apple Card wird nicht in sechs Monaten in 40 Ländern sein. Apple hat also einiges vor sich, und ganz ohne Widerstand wird es nicht gelingen.

*Der Autor gehört – möchten wir behaupten – zu den fünf profundesten deutschsprachigen Kenner der Materie. Da der gute Mann aber auch Banken im Umgang mit Apple berät, durfte er seinen Namen nicht über den Artikel schreiben.

Wie Sondereffekte schon seit Jahren den Aareal-Gewinn aufplustern

Von Heinz-Roger Dohms

Im „Deutsche Commerz“-Kontext war zuletzt ja viel vom „Badwill“ (bzw. vom „negativen Goodwill“) die Rede. Prinzip, sofern wir es richtig verstanden haben: Wenn die Deutsche Bank die Commerzbank übernimmt, dann könnte es sein, dass sie sich deren üppigen Buchwert bilanziell gutschreiben darf und diesem Buchwert lediglich den (vermutlich deutlich niedrigeren) Kaufpreis entgegenstellen muss. Wodurch dann sozusagen Eigenkapital entsteht.

Jedenfalls: Wie die Kollegin Osman vom „Handelsblatt“ in einem erhellenden Stück zu der Thematik neulich schrieb, gehört zu den fleißigen Anwendern dieses Prinzips die Aareal Bank – was wir, da die Aareal Bank gestern ihren 2018er-Geschäftsbericht vorgestellt hat, einfach mal zum Anlass genommen haben, nachzusehen: Wie viel von den Gewinnen, die der Wiesbadener Immobilienfinanzierer in den letzten Jahren „erwirtschaftet“ hat, kam denn eigentlich aus „Badwill“? Voilà:

Aufgeschlüsselter Vorsteuergewinn der Aareal-Bank:

Man sieht: Besonders hoch war der Gewinn der Aareal Bank 2014 (inkl. 154 Mio. Euro negativer Goodwill aus dem Kauf der Corealcredit) und 2015 (inkl. 150 Mio. Euro negativer Goodwill aus dem Kauf der Westimmo), doch auch 2018 hat sich der MDax-Konzern einen ordentlichen Schluck aus ebendieser Pulle gegönnt (55 Mio. Euro negativer Goodwill aus dem Kauf der Düsselhyp).

2016 und 2017 konnte die Aareal Bank zwar mangels Zukäufen sozusagen unterbewerteter Unternehmen keinen negativen Goodwill verbuchen – dafür kommt ausgerechnet in diesen beiden Jahren (wie der Zufall es halt manchmal so will …) der sozusagen operative Gewinn ganz gut daher. Allerdings waren auch hier gewisse, nun ja, Effekte im Spiel. 2017 hievte ein „sonstiges betriebliches Ergebnis“ in Höhe von 74 Mio. Euro den Vorsteuergewinn über die 300-Mio.-Euro-Linie (basierend auf „sonstigen betrieblichen Erträgen“ in Höhe von 168 Mio. Euro, darunter 62 Mio. Euro Erträge aus Immobilien und 83 Mio. Euro Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen). Und 2016? Trieben Einmalerlöse u.a. aus dem Verkauf der Tochter Aqvatrium (61 Mio. Euro) das Ergebnis in die Höhe.

Mal sehen, was vom Aareal-Gewinn noch übrigbleibt, wenn das mal alles wegfallen sollte.

Warum eine Fusion von Amundi und DWS industriell maximalen Sinn ergäbe

Von Heinz-Roger Dohms

„Die Treppe wird von oben gekehrt“ – mit diesem Aphorismus kündigte DWS-Chef Asoka Wöhrmann Anfang Februar in einem „Handelsblatt“-Interview eine härtere Gangart in Sachen Kosten und Personal an. Übrigens sinnigerweise. Denn was bleibt der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank angesichts sinkender Margen und steigenden Aufwand-Ertrags-Relationen anderes übrig?

Die Sache allerdings ist: Damals durfte sich Wöhrmann sicher sein, dass er selber derjenige sein würde, der – um im Bild zu bleiben – den Besen schwingt. Doch gilt das immer noch?

Bis gestern galt das Szenario, die Deutsche Bank könnte die DWS abstoßen, um die Übernahme der Commerzbank zu finanzieren, als bloßes Gerücht. Nun jedoch hat der französische Rivale Amundi erstmals klares Interesse an der DWS signalisiert: Auf den deutschen Widersacher angesprochen, sagte Vorstandsfrau Valerie Baudson in einem Interview (wiederum: mit dem „Handelsblatt“): „Dank des offenen Plattform-Modells und der Erfahrung bei Fusionen, kommt Amundi eine natürliche Rolle bei der Konsolidierung des europäischen Marktes zu.“

Erfahrung bei Fusionen? Das kann man wohl sagen. Oder anders ausgedrückt: Yves Perrier, der Vorstandschef von Amundi, ist der härteste Post-Merger-Kostendrücker, den die Branche kennt. Während man sich Wöhrmann als Treppenkehrer eher pfeifend-wedelnd vorstellen darf, würde es bei Perrier einfach nur „Wusch“ machen. So zumindest lehrt es die Vergangenheit. Denn bei Amundi steht das Understatement im Auftritt in einem starken Kontrast zur durch zahlreiche Übernahmen und Fusionen erreichten Größe – längst ist Amundi der größte europäische Vermögensverwalter.

Klar, sämtliche Verkaufsüberlegungen rund um die DWS haben einen großen Haken: Ob Gläubiger  die Deutsche Bank nach einer Fusion mit der Commerzbank als riskanter oder weniger riskant wahrnehmen, hängt weniger von der Größe ab als von der künftigen Struktur. Und da könnte ein vergleichsweise biederer Ertragsgarant wie die DWS (die überdies nicht allzu viel Kapital bindet) ein echtes Asset sein. Es gibt allerdings auch eine andere Sicht auf die Dinge: Anders als viele Planspiele rund um die „Deutsche Commerz“ ergäbe ein Bündnis von Amundi und DWS aus industrieller Sicht absolut Sinn.

Die Vermögensverwaltung wird mehr und mehr zum Skalengeschäft, weil es in einem Umfeld steigenden Wettbewerbsdrucks vor allem um Größe und Synergieeffekte geht. Die zuletzt wiederholt kolportierte Variante, die DWS könne an die Allianz fallen, indes ist trotzdem nicht zwingend logisch, und zwar mindestens aus drei Gründen:

  • Die Allianz ist bereits stark in Deutschland präsent
  • Die Allianz ist kein Spezialist für größere Übernahmeoperationen in der Vermögensverwaltung
  • Die Allianz käme zusammen mit der DWS bei Publikumsfonds in Deutschland auf einen Marktanteil von 41% – was da wohl die  Kartellbehörden sagen?

Für eine Übernahme der DWS durch Amundi hingegen spräche, gelinde gesagt, sehr viel:

  • Amundi würde seine Rolle als größter europäischer Vermögensverwalter auf Jahre zementieren, die kombinierte Gesellschaft würde mit einem verwalteten Vermögen von zusammen 2,1 Billionen Euro (1,4 von Amundi, 0,7 von der DWS) zum viertgrößten Vermögensverwalter der Welt aufsteigen hinter Blackrock, Vanguard und State Street.
  • Im zukunftsträchtigen ETF-Geschäft fehlt es sowohl den Franzosen als auch den Deutschen bislang an kritischer Größe. Die Bündelung des passiven Vermögens, das bei der DWS knapp ein Fünftel, bei Amundi sogar nur ein Zehntel des verwalteten Vermögens ausmacht, könnte (bei dann zusammen rund 200 Mrd. Euro) reichen, um den Preiskrieg mit den amerikanischen ETF-Giganten aufzunehmen.
  • Die Übernahme der DWS würde für Amundi auch geografisch Sinn machen, da die Franzosen in Deutschland mit gerade einmal drei Prozent Marktanteil bei Investmentfonds noch keine nennenswerte Präsenz haben.
  • Zudem beherrscht Amundi (siehe oben) etwas, was der DWS völlig abgeht, nämlich – und damit wären wir wieder beim Besen – die eigenen Kosten an das Wettbewerbsumfeld anzupassen, anstatt viel darüber zu reden.

Belege? Zwar ist im jüngst vorgestellten 2018-Geschäftsbericht der DWS an nicht weniger als 125 Stellen von „Kosten“ in allen Formen die Rede („Kosteneffizienz“, „Kostendisziplin“, „Kostenmanagement“, „Kostenkontrolle“, „Kosteneffizienzinitiativen“). Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Denn während das verwaltete Vermögen um 5% sank, die Einnahmen aus Management-Fees um ebenfalls 5% zurückgingen, die Erträge gar um 10% einbrachen … verringerten sich die Kosten gerade mal um 3%. Was dann auch die Erklärung dafür liefert, dass das Ergebnis vor Steuern um 26 Prozent und der Jahresüberschuss um luftige 38 Prozent abgeschmiert sind.

Die Aufwand-Ertrags-Ratio (also der Goldstandard im „Skalengeschäft Vermögensverwaltung“)? Verschlechterte sich von 70% auf 72%. Dagegen Amundi: 52%. Nicht ohne Grund haben sich die Franzosen den Ruf einer Effizienzmaschine erworben.

In der DWS-Belegschaft dürfte die Vorstellung, demnächst zu Amundi zu gehören, jedenfalls Beklemmungen auslösen. Und das liegt weniger daran, dass  der letzte Franzose (also Monsieur Moreau) gerade erst durch die Tür ist – sondern es hat mit Husarenstücken wie diesem zu tun: Bei der 2016 erworbenen Pioneer nahm Amundi nach neusten vorliegenden Zahlen von 175 Mio. Euro Synergieeffekten fast unglaubliche 30% der Kosten heraus.

Als DWS’ler würden wir dieses Wochenende eher nicht so gut schlafen.

29/03/19: Die ultimative „Apple Card“-Analyse, Kampf um die Dt. Bank, Wirecard

Warum in der DWS-Belegschaft mit dem heutigen Tag das große Zittern beginnen könnte

„Die Treppe wird von oben gekehrt“ – mit diesem Aphorismus kündigte Asoka Wöhrmann Anfang Februar eine härtere Gangart in Sachen Kosten und Personal an. Was der DWS-Chef da noch nicht wissen konnte: Womöglich wird nicht er es sein, der bei der Fondstochter der Deutschen Bank demnächst den Besen hält. Sondern Yves Perrier, Vorstandschef von Amundi. Denn: Der größte europäische Fondsanbieter äußert heute (in Person von Vorständin Baudson) in einem HB-Interview klares Interesse an einem Kauf der DWS – wodurch das Szenario, die Deutsche Bank könnte die Tochter abgeben, um sich die Coba leisten zu können, plötzlich real wird. Aus unserer Sicht sind zu alldem zwei Dinge zu sagen: 1.) Anders als das  Bündnis Allianz/DWS, ergäbe die Kombi Amundi/DWS industriell betrachtet fast schon maximalen Sinn. Und 2.) Monsieur Perrier ist der krasseste Post-Merger-Kosten-Drücker, den die Fonds- oder gar die Finanzbranche kennt. Lesen Sie hier unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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News

„Bei den Annäherungsversuchen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank hat bemerkenswert früh die unappetitliche Phase begonnen“, kommentiert der erfahrene Kollege Wittkowski heute Morgen in der „BÖZ“. Wir selber würden das zwar nicht exakt genauso formulieren (kann man „unappetitlich“ vielleicht durch „interessant“ ersetzen?), ansonsten aber komplett unterschreiben. Denn: Allein, was da im Laufe dieser Woche alles  gesagt, kolportiert, geleaked, gespint, geraunt, berichtet, überhöht und dementiert wurde, würde in ruhigeren Zeiten locker reichen, um die „News“-Rubrik von „Finanz-Szene.de“ einen ganzen Monat lang zu füllen.

Die gestrigen Ereignisse, ganz kurz zusammengefasst: 1.) Laut „FT“ denkt die Deutsche Bank (was diese zurückweist) zum Zwecke der Commerzbank-Übernahme über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Mrd. Euro nach (was die Aktie nach der Veröffentlichung des Artikels gemacht hat, können Sie sich denken: Pffffffff.). Und 2.) „Reuters“ zitiert einen sogenannten Insider, wonach das Wertpapiergeschäft der Deutschen Bank im Januar „katastrophal“ und im Februar „schlecht“ gelaufen sei. Fortsetzung folgt. Financial Times (Paywall), Manager Magazin (Zusammenfassung), Börsen-Zeitung (Kommentar)

Die Deutsche Bank hat gestern den ersten richtigen Abschluss für ihre „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“ vorgelegt (also für die zehn Jahre nach der Übernahme endlich zusammengelegte blau-gelbe Retailbank, wobei „Gelb“ in diesem Falle natürlich nicht für Coba steht, sondern für Poba). Auch hier in aller Kürze: Zahl der Filialen um 10% gesenkt +++ Zahl der Mitarbeiter um 3% gesenkt +++ Gewinn vor Steuern 1,1 Mrd. Euro. Reuters, Geschäftsbericht (PDF)

Die Aareal Bank hat gestern wieder mal „so lala“-mäßige Zahlen vorgelegt (diesmal für 2018) … was wir zum Anlass genommen haben, uns einfach mal anzusehen, wie sich der Trick mit dem „Badwill“ (also das, was die Deutsche Bank im Zuge der Coba-Fusion/Übernahme evtl. auch machen könnte) denn in den vergangenen fünf Jahren auf die Ergebnisse ebendieser Aareal Bank ausgewirkt hat. So viel vorweg: Der Effekt ist zumindest in drei der fünf Jahre enorm. Und wie der Aareal-Gewinn mal aussehen wird, wenn dieser und andere Sondereffekte wegfallen, will man lieber nicht wissen. Voilà: Finanz-Szene.de

Wirecard I: Der deutsche Zahlungsdienstleister hat – nachdem er sich selber durch den bislang unveröffentlichten Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann entlastet sieht – nun endlich Klage gegen die „Financial Times“ eingereicht, heißt es in diversen Medien. Ziele seien eine  Unterlassung der Berichterstattung sowie eine Entschädigung der Aktionäre. dpa/Zeit Online

Wirecard II: Nachdem am Montag schon bei „Spiegel Online“ stand, der Untersuchungsbericht von „Rajah & Tann“ liege Wirecard gar nicht vor, sondern nur Wirecards Wirtschaftsprüfer Ernst & Young, lesen wir dasselbe nun auch in der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“. Wenn das wirklich stimmen sollte, sind wir dann eigentlich die einzigen, die das komisch finden? Denn: In Auftrag gegeben bei R&T hat die Untersuchung doch der Vorstand, oder? Müsste R&T die Untersuchung dann nicht eigentlich auch beim Vorstand abliefern? Wenn ich im Restaurant eine Currywurst bestelle, dann bekommt die doch auch nicht mein Wirtschaftsprüfer serviert. Manager Magazin

Wirecard III: Die „Schmiernippel“ (wie unser alter Herr sagen würde) vom „FT-Alphaville“-Blog der „Financial Times“ haben gestern eine schmiernippelige Übersicht sämtlicher Analysteneinschätzungen zur Wirecard-Aktie veröffentlicht, verbunden mit der schmiernippeligen Kommentierung: „Yeah, we’re just capturing this snapshot so it sits on the internet. Forever.“ Kurz gesagt: Das ausgegebene Preisziel liegt nur in zwei von 24 Fällen unter dem aktuellen Kurs (122,40 Euro). Herr Faure von Exane z.B. sieht das Papier bei 265 Euro, Herr Moawalla von Goldman bei 230 Euro, Frau Pauls von der Commerzbank bei 230 Euro. Und das bei einem Unternehmen, das dieser Tage mitgeteilt hat, die Veröffentlichung des Abschlusses um drei Wochen zu verschieben. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber registrierungspflichtig)

Ahhh, endlich mal ein Fintech, von dem es (dank Börsennotiz) aktuelle, relevante, belastbare und übrigens gar nicht mal sooo schlechte Zahlen zu vermelden gibt: Die Online-Kreditplattform Creditshelf hat 2018 das vermittelte Kreditvolumen von 33,5 Mio. Euro auf gut 50 Mio. Euro gesteigert (also um rund die Hälfte). Als eigene Erträge blieben 2,4 Mio. Euro hängen, wobei hiervon knapp zwei Drittel aus den Gebühren der Kreditnehmer stammten und gut ein Drittel aus den Gebühren der Investoren=Kreditgeber. BÖZ (Paywall), Finanzen.net (Ad-hoc) 

Kurzmeldungen: Im „Handelsblatt“ findet sich heute Früh eine lange Warburg/Cum-Ex-Story, die darauf hinausläuft, dass auf die Hamburger Privatbank angeblich (!) „Steuerforderungen, Bußgelder und Vermögensabschöpfungen in dreistelliger Millionenhöhe“ zukommen könnten – was gemessen am Eigenkapital so einer Privatbank natürlich interessant bzw. unappetitlich wäre (HB/Paywall) +++ Die DG Hyp sieht sich auf Erfolgskurs (BÖZ) +++ Die HSH Nordbank a.k.a. „Hamburg Commercial Bank“ hat gestern mitgeteilt, exakt 44% ihrer Arbeitsplätze abzubauen (Reuters) +++ Die Fintech Group AG a.k.a „Kulmbacher Volksbroker“ hat 2018 ein neues Rekordergebnis (Ebitda: 43 Mio. Euro) erzielt (DGAP) +++ Die deutsche Klarna (also quasi die übernommene „Sofortüberweisung“) will ihre API-Kompetenz (Stichwort: Zahlungsauslösung) nutzen, um in Zukunft entsprechende Dienstleistungen auch für Fremdfirmen anzubieten (HB/Paywall) +++ Das aufmerksamkeitshungrige Fintech Finmatch, von dem es im Januar hieß, es sei jetzt gestartet, ist jetzt schon wieder gestartet (Finance Magazin)

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Was kann die „Apple Card“ wirklich? Ist sie ein Gamechanger – oder ein Produkt, wie es das längst gibt, halt nur noch nicht von Apple? Und: Welches Geschäftsmodell steckt dahinter, welche Ziele verfolgt der Techkonzern, welche der Partner Goldman Sachs? Und: Was bedeutet die „Apple Card“ z.B. für die Deutsche Bank, was für N26? Und: Wie geht es weiter, wann kommt die Karte nach Deutschland, was wird die Bafin dazu sagen, was die Kartellbehörden? Jedenfalls: Wir haben einen der – möchten wir behaupten – fünf profundesten deutschsprachigen Kenner der Materie gebeten, eine richtig große „Apple Card“-Analyse für uns zu verfassen. Da der gute Mann auch Banken im Umgang mit Apple berät, durfte er seinen Namen nicht über den Artikel schreiben. Fanden wir aber nicht schlimm. Wir wissen, wer es ist – und Sie dürfen sich nicht nur über ein fantastisches Lesestück freuen, sondern auch auf das sinnentleerte Pseudonym, das wir uns für den armen Mann ausgedacht haben: Finanz-Szene.de 

Linktipps

Für alle „Badwill“(nein, das ist keine Netflix-Serie …)-Fans: Seit sich der großartige „Finanz-Szene.de“-Analyst Thomas Borgwerth im vergangenen Juni die Bilanzen von Hauck & Aufhäuser vorknöpfte, hat sich unsere Abonnentenzahl in etwa verdoppelt. Darum erlauben wir uns, da der „Badwill“ dieser Tage ein großes Thema ist, diesen Klassiker für alle hinzugekommenen Leser einfach nochmal zu verlinken: Finanz-Szene.de

Ist es wirklich so, dass die Fintech-Welle das Allfinanz/Bancassurance-Modell wiederbelebt hat – oder eher doch nicht? Zu dieser Frage hat sich André Bajorat ein paar Gedanken gemacht: Paymentandbanking

Wenn Scalable Capital seine eigenen Kunden für ein Crowd-Investment anpumpen würde, fänden wir das irgendwie, nun ja, ein bisschen seltsam. Der große britische Wettbewerber Nutmeg indes macht genau das. Warum? Independent.ie

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… war gestern unser Scoop über den verblüffenden Anstieg der Zahl der Kleinaktionäre unter den Deutsche-Bank-Investoren. Finanz-Szene.de

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29/03/19: Die große DWS-Story, Kampf um die Dt. Bank, Der Aareal-Trick

Warum in der DWS-Belegschaft mit dem heutigen Tag das große Zittern beginnen könnte

„Die Treppe wird von oben gekehrt“ – mit diesem Aphorismus kündigte Asoka Wöhrmann Anfang Februar eine härtere Gangart in Sachen Kosten und Personal an. Was der DWS-Chef da noch nicht wissen konnte: Womöglich wird nicht er es sein, der bei der Fondstochter der Deutschen Bank demnächst den Besen hält. Sondern Yves Perrier, Vorstandschef von Amundi. Denn: Der größte europäische Fondsanbieter äußert heute (in Person von Vorständin Baudson) in einem HB-Interview klares Interesse an einem Kauf der DWS – wodurch das Szenario, die Deutsche Bank könnte die Tochter abgeben, um sich die Coba leisten zu können, plötzlich real wird. Aus unserer Sicht sind zu alldem zwei Dinge zu sagen: 1.) Anders als das  Bündnis Allianz/DWS, ergäbe die Kombi Amundi/DWS industriell betrachtet fast schon maximalen Sinn. Und 2.) Monsieur Perrier ist der krasseste Post-Merger-Kosten-Drücker, den die Fonds- oder gar die Finanzbranche kennt. Lesen Sie hier unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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„Bei den Annäherungsversuchen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank hat bemerkenswert früh die unappetitliche Phase begonnen“, kommentiert der erfahrene Kollege Wittkowski heute Morgen in der „BÖZ“. Wir selber würden das zwar nicht exakt genauso formulieren (kann man „unappetitlich“ vielleicht durch „interessant“ ersetzen?), ansonsten aber komplett unterschreiben. Denn: Allein, was da im Laufe dieser Woche alles  gesagt, kolportiert, geleaked, gespint, geraunt, berichtet, überhöht und dementiert wurde, würde in ruhigeren Zeiten locker reichen, um die „News“-Rubrik von „Finanz-Szene.de“ eine ganzen Monat lang zu füllen.

Die gestrigen Ereignisse, ganz kurz zusammengefasst: 1.) Laut „FT“ denkt die Deutsche Bank (was diese zurückweist) zum Zwecke der Commerzbank-Übernahme über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Mrd. Euro nach (was die Aktie nach der Veröffentlichung des Artikels gemacht hat, können Sie sich denken: Pffffffff.). Und 2.) „Reuters“ zitiert einen sogenannten Insider, wonach das Wertpapiergeschäft der Deutschen Bank im Januar „katastrophal“ und im Februar „schlecht“ gelaufen sei. Fortsetzung folgt. Financial Times (Paywall), Manager Magazin (Zusammenfassung), Börsen-Zeitung (Kommentar)

Die Deutsche Bank hat gestern den ersten richtigen Abschluss für ihre „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“ vorgelegt (also für die zehn Jahre nach der Übernahme endlich zusammengelegte blau-gelbe Retailbank, wobei „Gelb“ in diesem Falle natürlich nicht für Coba steht, sondern für Poba). Auch hier in aller Kürze: Zahl der Filialen um 10% gesenkt +++ Zahl der Mitarbeiter um 3% gesenkt +++ Gewinn vor Steuern 1,1 Mrd. Euro. Reuters, Geschäftsbericht (PDF)

Die Aareal Bank hat gestern wieder mal „so lala“-mäßige Zahlen vorgelegt (diesmal für 2018) … was wir zum Anlass genommen haben, uns einfach mal anzusehen, wie sich der Trick mit dem „Badwill“ (also das, was die Deutsche Bank im Zuge der Coba-Fusion/Übernahme evtl. auch machen könnte) denn in den vergangenen fünf Jahren auf die Ergebnisse ebendieser Aareal Bank ausgewirkt hat. So viel vorweg: Der Effekt ist zumindest in drei der fünf Jahre enorm. Und wie der Aareal-Gewinn mal aussehen wird, wenn dieser und andere Sondereffekte wegfallen, will man lieber nicht wissen. Voilà: Finanz-Szene.de

Wirecard I: Der deutsche Zahlungsdienstleister hat – nachdem er sich selber durch den bislang unveröffentlichten Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann entlastet sieht – nun endlich Klage gegen die „Financial Times“ eingereicht, heißt es in diversen Medien. Ziele seien eine  Unterlassung der Berichterstattung sowie eine Entschädigung der Aktionäre. dpa/Zeit Online

Wirecard II: Nachdem am Montag schon bei „Spiegel Online“ stand, der Untersuchungsbericht von „Rajah & Tann“ liege Wirecard gar nicht vor, sondern nur Wirecards Wirtschaftsprüfer Ernst & Young, lesen wir dasselbe nun auch in der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“. Wenn das wirklich stimmen sollte, sind wir dann eigentlich die einzigen, die das komisch finden? Denn: In Auftrag gegeben bei R&T hat die Untersuchung doch der Vorstand, oder? Müsste R&T die Untersuchung dann nicht eigentlich auch beim Vorstand abliefern? Wenn ich im Restaurant eine Currywurst bestelle, dann bekommt die doch auch nicht mein Wirtschaftsprüfer serviert. Manager Magazin

Wirecard III: Die „Schmiernippel“ (wie unser alter Herr sagen würde) vom „FT-Alphaville“-Blog der „Financial Times“ haben gestern eine schmiernippelige Übersicht sämtlicher Analysteneinschätzungen zur Wirecard-Aktie veröffentlicht, verbunden mit der schmiernippeligen Kommentierung: „Yeah, we’re just capturing this snapshot so it sits on the internet. Forever.“ Kurz gesagt: Das ausgegebene Preisziel liegt nur in zwei von 24 Fällen unter dem aktuellen Kurs (122,40 Euro). Herr Faure von Exane z.B. sieht das Papier bei 265 Euro, Herr Moawalla von Goldman bei 230 Euro, Frau Pauls von der Commerzbank bei 230 Euro. Und das bei einem Unternehmen, das dieser Tage mitgeteilt hat, die Veröffentlichung des Abschlusses um drei Wochen zu verschieben. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber registrierungspflichtig)

Ahhh, endlich mal ein Fintech, von dem es (dank Börsennotiz) aktuelle, relevante, belastbare und übrigens gar nicht mal sooo schlechte Zahlen zu vermelden gibt: Die Online-Kreditplattform Creditshelf hat 2018 das vermittelte Kreditvolumen von 33,5 Mio. Euro auf gut 50 Mio. Euro gesteigert (also um rund die Hälfte). Als eigene Erträge blieben 2,4 Mio. Euro hängen, wobei hiervon knapp zwei Drittel aus den Gebühren der Kreditnehmer stammten und gut ein Drittel aus den Gebühren der Investoren=Kreditgeber. BÖZ (Paywall), Finanzen.net (Ad-hoc) 

Kurzmeldungen: Im „Handelsblatt“ findet sich heute Früh eine lange Warburg/Cum-Ex-Story, die darauf hinausläuft, dass auf die Hamburger Privatbank angeblich (!) „Steuerforderungen, Bußgelder und Vermögensabschöpfungen in dreistelliger Millionenhöhe“ zukommen könnten – was gemessen am Eigenkapital so einer Privatbank natürlich interessant bzw. unappetitlich wäre (HB/Paywall) +++ Die DG Hyp sieht sich auf Erfolgskurs (BÖZ) +++ Die HSH Nordbank a.k.a. „Hamburg Commercial Bank“ hat gestern mitgeteilt, exakt 44% ihrer Arbeitsplätze abzubauen (Reuters) +++ Die Fintech Group AG a.k.a „Kulmbacher Volksbroker“ hat 2018 ein neues Rekordergebnis (Ebitda: 43 Mio. Euro) erzielt (DGAP) +++ Die deutsche Klarna (also quasi die übernommene „Sofortüberweisung“) will ihre API-Kompetenz (Stichwort: Zahlungsauslösung) nutzen, um in Zukunft entsprechende Dienstleistungen auch für Fremdfirmen anzubieten (HB/Paywall) +++ Das aufmerksamkeitshungrige Fintech Finmatch, von dem es im Januar hieß, es sei jetzt gestartet, ist jetzt schon wieder gestartet (Finance Magazin)

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Was kann die „Apple Card“ wirklich? Ist sie ein Gamechanger – oder ein Produkt, wie es das längst gibt, halt nur noch nicht von Apple? Und: Welches Geschäftsmodell steckt dahinter, welche Ziele verfolgt der Techkonzern, welche der Partner Goldman Sachs? Und: Was bedeutet die „Apple Card“ z.B. für die Deutsche Bank, was für N26? Und: Wie geht es weiter, wann kommt die Karte nach Deutschland, was wird die Bafin dazu sagen, was die Kartellbehörden? Jedenfalls: Wir haben einen der – möchten wir behaupten – fünf profundesten deutschsprachigen Kenner der Materie gebeten, eine richtig große „Apple Card“-Analyse für uns zu verfassen. Da der gute Mann auch Banken im Umgang mit Apple berät, durfte er seinen Namen nicht über den Artikel schreiben. Fanden wir aber nicht schlimm. Wir wissen, wer es ist – und Sie dürfen sich nicht nur über ein fantastisches Lesestück freuen, sondern auch auf das sinnentleerte Pseudonym, das wir uns für den armen Mann ausgedacht haben: Finanz-Szene.de 

Linktipps

Für alle „Badwill“(nein, das ist keine Netflix-Serie …)-Fans: Seit sich der großartige „Finanz-Szene.de“-Analyst Thomas Borgwerth im vergangenen Juni die Bilanzen von Hauck & Aufhäuser vorknöpfte, hat sich unsere Abonnentenzahl in etwa verdoppelt. Darum erlauben wir uns, da der „Badwill“ dieser Tage ein großes Thema ist, diesen Klassiker für alle hinzugekommenen Leser einfach nochmal zu verlinken: Finanz-Szene.de

Ist es wirklich so, dass die Fintech-Welle das Allfinanz/Bancassurance-Modell wiederbelebt hat – oder eher doch nicht? Zu dieser Frage hat sich André Bajorat ein paar Gedanken gemacht: Paymentandbanking

Wenn Scalable Capital seine eigenen Kunden für ein Crowd-Investment anpumpen würde, fänden wir das irgendwie, nun ja, ein bisschen seltsam. Der große britische Wettbewerber Nutmeg indes macht genau das. Warum? Independent.ie

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den verblüffenden Anstieg der Zahl der Kleinaktionäre unter den Deutsche-Bank-Investoren. Finanz-Szene.de

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28/03/19: Krasse N26-Story, Kleinanleger kapern Dt. Bank, Payment-Perso

Exklusiv: Profi-Investoren überlassen die Deutsche Bank den hiesigen Kleinanlegern

Was wird da draußen immer ein Bohei gemacht um das All-Star-Aktionariat der Deutschen Bank. Die Katarer? Überlegen wieder mal aufzustocken. Die Chinesen? Haben unter keinen Umständen vor, ihren Anteil zu reduzieren (was sie dann bekanntlich trotzdem dauernd tun). Cerberus? Hegt ganz, ganz große Pläne. Und Braunstein? Ähhh, wer war nochmal Braunstein? Ach ja, der seltsame 3,14%-Ami, dessen Einstieg im letzten Herbst medial gefeiert wurde, als würde dieser völlig unbekannte Mann das größte Geldinstitut der Republik jetzt im Alleingang vor dem Exitus bewahren. Frage: Und wie schaut’s wirklich aus im Aktionariat der Deutschen Bank? Ziemlich ernüchternd, wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ u.a. auf Basis von SEC-Filings zeigen. Denn: Die Instis haben sich 2018 im großen Stil zurückgezogen. Und wer hat die Aktien gekauft? Zehntausende hiesige Kleinanleger, für die die Deutsche Bank  so was wie die Wette ihre Lebens zu sein scheint. Hier die ganze Story (mit detaillierten Zahlen): Finanz-Szene.de

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Warum wachsen manche Banken stark und andere gar nicht? Seit Jahren untersucht MOONROC die Geschäftsmodelle aller deutschen Retail-Banken. Finden Sie heraus, was die Wachstums-Champions vom Rest des Marktes unterscheidet. Hier geht’s zu Deutschlands größter Retail-Banking Studie: RBK2019

N26-Kunde werden 80.000 Euro gestohlen – und kann mit N26 angeblich nicht mal telefonieren

Oha, das ist eine ganz schön spannende Geschichte, mit der die Kollegen von „Gründerszene“ heute Morgen ihre Leser begrüßen. Und zwar geht die Story so: Der Internetunternehmer Axel Seitz wird Opfer eines Cyber-Angriffs auf sein Girokonto, das beim Berliner Milliarden-Fintech N26 liegt. Schaden: 80.000 Euro (so jedenfalls steht’s in dem Artikel, und die Leute von N26 widersprechen dieser Darstellung, soweit wir erkennen können, nicht). Und dann? Beginnt für Herrn Seitz den Ausführungen zufolge ein regelrechter Hindernislauf. Denn den Telefonservice hat N26 offenbar abgeschafft. Und der Chat ist nachts nicht besetzt (auch hier: kein explizites Dementi des Unternehmens). Erst nach mehr als zwei Wochen – so zumindest steht’s in dem Artikel – erhält Seitz eine erste konkrete Auskunft. Was man dazusagen muss: Seitz soll sein Schaden erstattet werden. Und trotzdem wirft der Fall natürlich kein gutes Licht auf das rasant wachsende Berliner Fintech. Gründerszene

News

Uiuiui, liebe Leser*innen, das wäre aber eeeeendlich mal eine gute Nachricht für Sie, oder? Die Europäische Zentralbank denkt darüber nach, die Banken beim negativen Einlagenzinssatz zumindest ein Stück weit zu entlasten – so jedenfalls hat es EZB-Chef Mario Draghi gestern laut „Börsen-Zeitung“ (wir selber waren nicht da) bei der „20. ECB Watchers Conference“ in Frankfurt erzählt. Eine Überlegung demnach: Die 0,4% Banken-Strafzins nicht mehr vom ersten Euro an zu erheben, sondern gestaffelt (oder sogar mit einem Freibetrag). Das dürfte erklären, warum die Aktien zum Beispiel der Deutschen Bank (plus 2,9%) und der Coba (plus 5,0%) gestern ganz schön abgegangen sind. Börsen-Zeitung, Bloomberg

Der gesamte Commerzbank-Vorstand hat 2018 ungefähr so viel Geld verdient, wie der Deutsche-Bank-Vize Darth …. äähhh … Garth Ritchie allein, nämlich 8,8 Mio. Euro.  Und da sage noch einer, die beiden Institute würden kulturell nicht zusammenpassen. Quatsch! Börsen-Zeitung (übrigens sehr empfehlenswert, weil man auf 3-4 Absätze verdichtet wirklich alles erfährt, was man wissen will), Der gestern veröffentlichte Geschäftsbericht der Commerzbank (PDF)

Die Deutsche Bank hat den Zeitplan für die mögliche Fusion mit der Commerzbank gestern nochmals konkretisiert: Demnach soll der Vorstand bei der Vorlage der Q1-Resultate am 26. April bereits „konkrete Überlegungen“ präsentieren, sagte der knuffige AR-Chef Achleitner gestern bei einer Veranstaltung in Vaduz. Unterdessen berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf „Insider“, das Management arbeite – unabhängig von den „Deutsche Commerz“-Plänen – an einer weiteren Verschärfung des Sparkurses. Hintergrund: Die angeblich weiterhin eher schwache Geschäftsentwicklung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Bei Scout24 war man gestern mit unserer Finanzcheck-Geschichte nicht einverstanden, weil wir – landläufig ausgedrückt – Äpfel und Birnen verglichen hätten. Hier die um die Sicht von Scout24 ergänzte Version des Artikels: Finanz-Szene.de

Oh Gott, jetzt hätten wir fast die vielen Payment-Nerds unter unseren Lesern vergessen – dabei haben wir doch insbesondere für die noch eine hübsche, kleine Exklusivmeldung in petto. Und zwar: Der Fintech-Manager Mirko Krauel, der Anfang des Jahres (vordergründig etwas überraschend) beim Hamburger Inkasso-Startup collectAI (eine Otto-Tochter …) ausgeschieden war, tritt nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ zum 1. April eine neue Stelle an. Er wird nämlich: Payment-Chef von Otto (das heißt: nicht des Konzerns, sondern quasi von „Otto.de“). Das dürfte insofern eine spannende Aufgabe werden, als der Hamburger Versand-Riese ja vor geraumer Zeit auf eine amazonstylemäßige Plattform-Strategie eingeschwenkt ist. Und wer Plattform sagt, der muss bekanntlich auch Payment sagen.

Kurzmeldungen:  Die Commerzbank plant für 2019 mit einem leicht höheren Gewinn (Reuters) +++ Der Coba-Betriebsrat poltert jetzt so richtig gegen die Fusionspläne (Bloomberg) +++ Die Deutsche Bank beansprucht bei ebenjener Fusion die Führungsrolle ganz klar für sich (Süddeutsche) +++  Bei der DWS sollen allein seit Anfang Februar zehn „hochrangige Manager“ gegangen sein, berichtet das Handelsblatt (Paywall) +++ Die V-Bank plant eine Kapitalerhöhung (BÖZ/Paywall)

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Erstaunlich, von welchen Themen Sie, liebe Leser*innen, sich bisweilen in Wallung versetzen lassen. Denn: Die Übersicht über die „deutschen Zahlen“ der BNP Paribas wurde nicht nur geklickt wie verrückt, sie forderte auch etliche Reaktionen heraus – darunter die des bei einer hiesigen Großbank beschäftigten Lesers S., der schreibt: „Mich würde interessieren, aus welchen geheimen Quellen Sie ihre Zahlen beziehen, da die BNP in ihrem Geschäftsbericht das Deutschland-Geschäft ja nicht getrennt ausweist (zum großen Bedauern aller Außenstehenden).“ Also, lieber Herr S., genau das dachten wir auch immer!!!  Doch dann sind wir auf irre lange BNP-Konvolute gestoßen, bei denen wir gar nicht sicher sind, ob das die regulären Geschäftsberichte sind – oder sozusagen die „Director’s Cuts“ derselben. Jedenfalls, da ganz, ganz, ganz am Ende finden sich die (freilich eher rudimentären) Angaben zum D-Geschäft. Wollen Sie vielleicht selbst mal schauen? 2018, 2017, 2016, 2015, 2014

Sieh an, da hat sich jemand unsere kleine Exklusiv-Meldung von Anfang vergangener Woche (Inhalt: Die Deutsche Börse hat sich klammheimlich aus dem Supi-Dupi-Joint-Venture mit dem Hamburger Finanz-Startup Naga zurückgezogen) aber genau durchgelesen. Und wer ist dieser jemand? Der duracellhasenartige Fintech-Influencer Jochen Siegert, der die Hintergründe für das Scheitern dieser eher wirren Liaison offenbar zu kennen scheint (oder dies wenigstens vorgibt): Paymentandbanking

Was bedeutet „Open Banking“ wirklich? Ein paar Gedanken von Chris Skinner, der zwar nicht ganz so duracellhasenartig wie Jochen Siegert unterwegs ist, aber fast: The Finanser

Ahhh, die Sparkassen führen endlich Apple Pay ein! Ach nee, upps, sind ja nur die österreichischen (bzw. genauer gesagt die austriakische Großsparkasse Erste Bank). Der Standard 

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… war gestern unsere Exegese der drei Veröffentlichungen (und zwei Nicht-Veröffentlichungen) von Wirecard zum (nicht-veröffentlichten) Untersuchungsbericht von Rajah & Tann. Finanz-Szene.de

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28/03/19: Kleinanleger kapern Deutsche Bank, Krasse N26-Story, Draghis Zuckerl

Exklusiv: Profi-Investoren überlassen die Deutsche Bank den hiesigen Kleinanlegern

Was wird da draußen immer ein Bohei gemacht um das All-Star-Aktionariat der Deutschen Bank. Die Katarer? Überlegen wieder mal aufzustocken. Die Chinesen? Haben unter keinen Umständen vor, ihren Anteil zu reduzieren (was sie dann bekanntlich trotzdem dauernd tun). Cerberus? Hegt ganz, ganz große Pläne. Und Braunstein? Ähhh, wer war nochmal Braunstein? Ach ja, der seltsame 3,14%-Ami, dessen Einstieg im letzten Herbst medial gefeiert wurde, als würde dieser völlig unbekannte Mann das größte Geldinstitut der Republik jetzt im Alleingang vor dem Exitus bewahren. Frage: Und wie schaut’s wirklich aus im Aktionariat der Deutschen Bank? Ziemlich ernüchternd, wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ u.a. auf Basis von SEC-Filings zeigen. Denn: Die Instis haben sich 2018 im großen Stil zurückgezogen. Und wer hat die Aktien gekauft? Zehntausende hiesige Kleinanleger, für die die Deutsche Bank  so was wie die Wette ihre Lebens zu sein scheint. Hier die ganze Story (mit detaillierten Zahlen): Finanz-Szene.de

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N26-Kunde werden 80.000 Euro gestohlen – und kann mit N26 angeblich nicht mal telefonieren

Oha, das ist eine ganz schön spannende Geschichte, mit der die Kollegen von „Gründerszene“ heute Morgen ihre Leser begrüßen. Und zwar geht die Story so: Der Internetunternehmer Axel Seitz wird Opfer eines Cyber-Angriffs auf sein Girokonto, das beim Berliner Milliarden-Fintech N26 liegt. Schaden: 80.000 Euro (so jedenfalls steht’s in dem Artikel, und die Leute von N26 widersprechen dieser Darstellung, soweit wir erkennen können, nicht). Und dann? Beginnt für Herrn Seitz den Ausführungen zufolge ein regelrechter Hindernislauf. Denn den Telefonservice hat N26 offenbar abgeschafft. Und der Chat ist nachts nicht besetzt (auch hier: kein explizites Dementi des Unternehmens). Erst nach mehr als zwei Wochen – so zumindest steht’s in dem Artikel – erhält Seitz eine erste konkrete Auskunft. Was man dazusagen muss: Seitz soll sein Schaden erstattet werden. Und trotzdem wirft der Fall natürlich kein gutes Licht auf das rasant wachsende Berliner Fintech. Gründerszene

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Der gesamte Commerzbank-Vorstand hat 2018 ungefähr so viel Geld verdient, wie der Deutsche-Bank-Vize Darth …. äähhh … Garth Ritchie allein, nämlich 8,8 Mio. Euro.  Und da sage noch einer, die beiden Institute würden kulturell nicht zusammenpassen. Quatsch! Börsen-Zeitung (übrigens sehr empfehlenswert, weil man auf 3-4 Absätze verdichtet wirklich alles erfährt, was man wissen will), Der gestern veröffentlichte Geschäftsbericht der Commerzbank (PDF)

Die Deutsche Bank hat den Zeitplan für die mögliche Fusion mit der Commerzbank gestern nochmals konkretisiert: Demnach soll der Vorstand bei der Vorlage der Q1-Resultate am 26. April bereits „konkrete Überlegungen“ präsentieren, sagte der knuffige AR-Chef Achleitner gestern bei einer Veranstaltung in Vaduz. Unterdessen berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf „Insider“, das Management arbeite – unabhängig von den „Deutsche Commerz“-Plänen – an einer weiteren Verschärfung des Sparkurses. Hintergrund: Die angeblich weiterhin eher schwache Geschäftsentwicklung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

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Sieh an, da hat sich jemand unsere kleine Exklusiv-Meldung von Anfang vergangener Woche (Inhalt: Die Deutsche Börse hat sich klammheimlich aus dem Supi-Dupi-Joint-Venture mit dem Hamburger Finanz-Startup Naga zurückgezogen) aber genau durchgelesen. Und wer ist dieser jemand? Der duracellhasenartige Fintech-Influencer Jochen Siegert, der die Hintergründe für das Scheitern dieser eher wirren Liaison offenbar zu kennen scheint (oder dies wenigstens vorgibt): Paymentandbanking

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Wachstum von Vorzeige-Fintech Finanzcheck geht nach Exit deutlich zurück

Von Heinz-Roger Dohms

Was passiert eigentlich, wenn eines der größten deutschen Finanz-Startups einen fetten Exit hinlegt – und plötzlich nicht mehr die wachstumgeilen Venture-Capital-Investoren die Richtung vorgeben … (sorry, haben wir „geil“ gesagt? Wir meinten natürlich: „hungrig“)? Sondern ein börsennotierter Konzern, dem es zwar ebenfalls ums Wachstum geht, der nebenher aber auch auf so unzeitgemäße KPIs wie „Kosten“, „Profitabilität“ oder „Cashburn“ zu achten hat? Wir glauben: Am Beispiel des Hamburger Kredit-Vergleichsportals Finanzcheck, das vergangenen Sommer für rund 275 Mio. Euro an Scout24 verkauft wurde, lässt sich die Frage beantworten. Denn die 2018er-Zahlen (die wir dem Scout24-Geschäftsbericht entnommen haben) scheinen dann doch nicht mehr ganz der „Wachstum geht über alles“-Prämisse des Vorjahre zu entsprechen. Aber sehen Sie selbst:

Zwei Hinweise vorweg:

1.) Smartphone beim Lesen des Textes am besten quer halten. Wir haben – was im Nachhinein betrachtet eine Schnapsidee war – den Text in drei Spalten gegliedert.

2.) Eingefür am 27. März, 10 Uhr: Scout24 ist mit unserer Analyse, was den Umsatz angeht, nicht einverstanden. Mehr hierzu weiter unten.

Umsatz Laut einer Präsentation, die Scout24 im Zuge der Übernahme seinen Investoren zeigte, explodierte der Umsatz von Finanzcheck 2017 um 37% auf 35,7 Mio. Euro. Im Jahr zuvor waren es bereits 34% gewesen, also auch immens viel. Für 2018 finden sich im Scout24-Abschluss drei Hinweise auf den Umsatz von Finanzcheck: 1.) in Q4 setzte das Kredit-Vergleichsportal 9 Mio. Euro um, aufs Jahr hochgerechnet also 36 Mio. Euro. 2.) Gerechnet ab dem 1. September (da wurde Finanzcheck in die Scout-Zahlen hineinkonsolidiert) erlösten die Hamburger 12,3 Mio. Euro, annualisiert also 36,9 Mio. Euro. 3.) Wäre Finanzcheck schon zum 1. Januar konsolidiert worden, hätte der Umsatzbeitrag 38,2 Mio. Euro betragen. Heißt: Finanzcheck ist im vergangenen Jahr nur noch um 7% gewachsen, und das Richtung Jahresende sogar mit mutmaßlich abnehmender Tendenz
Cashburn Zum 2017er-Verlust von Finanzcheck äußerte sich die Präsentation nicht. Im Bundesanzeiger ist allerdings mitterweile der 2016er-Abschluss einsehbar. Daraus geht hervor, dass der Jahresfehlbetrag in dem Jahr bei 9,9 Mio. Euro lag. Der Wert für 2016 entspricht ziemlich exakt dem Beitrag, den Finanzcheck (wäre schon zum 1. Januar konsolidiert worden) zum 2018er-Nachsteuerergebnis von Scout beigetragen hätte, nämlich minus 9,7 Mio. Euro. Wir würden ganz stark vermuten, dass der meiste Cash in 2017 verbrannt wurde.
Marketing Mangels 2017er-Zahlen schauen wir wieder in den 2016er-Abschluss. Da betrugen die Marketingaufwendungen 20,5 Mio. Euro, nach 17 Mio. Euro in 2015. Dagegen wendete Finanzcheck seit der Konsolidierung (also seit dem 1. September 2018) nur noch 4,9 Mio. Euro für Marketing auf, macht hochgerechnet aufs Gesamtjahr gerade mal 14,7 Mio. Euro. Wir würden auf dieser Basis vermuten, dass die Werbeausgaben 2016 und 2017 ihren Höhepunkt erreichten, 2018 aber allenfalls auf dem Niveau von 2015 lagen (eher sogar ein Stück drunter)

Eingefügt am 27. März, 10 Uhr: Scout24 ist mit unserer Analyse, was den Umsatz angeht, nicht einverstanden. Begründung: Die konsolidierten 2018er-Zahlen für Finanzcheck aus dem Scout24-Geschäftsbericht seien nicht direkt mit den früheren Stand-alone-Zahlen des Fintechs vergleichbar. Folgt man einer Präsentation von Scout24 (hier das PDF, siehe Seite 22), so ist das Wachstum 2018 i.d.T. lediglich von 38% auf 22% zurückgegangen und nicht, wie wir geschlussfolgert hatten, von 37% auf 7%. (Anm.: Wir hatten am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr versucht, unsere Berechnungen mit der PR-Abteilung von Scout24 zu diskutieren, haben aber telefonisch niemanden mehr erreicht.)

Das ultimative FAQ: Was genau ist gestern in Sachen Wirecard eigentlich passiert?

Von Heinz-Roger Dohms

Was für ein denkwürdiger Tag, wieder einmal: Wirecard veröffentlicht zwei Ad-hoc-Meldungen, die Aktie steigt um bis zu 32% – und maßgebliche Medien wie „Reuters“ oder das „Handelsblatt“ erklären die Affäre rund um den bayerischen Zahlungsdienstleister faktisch für beendet („Anwälte finden bei Wirecard nur wenig Verdächtiges“;„Anwaltskanzlei findet keine Anhaltspunkte für größere Verfehlungen“). Aber ist es wirklich so einfach? (Anmerkung in eigener Sache: Wir wünschten, es wäre so einfach, denn dann könnten wir uns endlich wieder anderen Themen zuwenden). Zu den Erkenntnissen des gestrigen Tages gehört jedenfalls auch: Wirecard hat mal eben die Veröffentlichung seines 2018er-Abschlusses um drei Wochen auf den 25. April verschoben, ein höchst ungewöhnlicher Vorgang für einen Dax-Konzern. Eine andere Erkenntnis: Wirecard räumt plötzlich ein, es könnte in Singapur durchaus zu strafbaren Handlungen gekommen sein. Und dann noch ein Punkt: Der angekündigte externe Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann ist gestern gar nicht veröffentlicht worden. Ebensowenig wie die Wirecard offenbar vorliegende Zusammenfassung dieses Berichts. Was also ist wirklich Sache? Ein FAQ:

Was ist gestern (vordergründig) passiert?

Wirecard hat zwei Ad-hoc-Meldungen veröffentlicht, nämlich zunächst eine eher kurze um 13.59 Uhr und dann eine deutlich ausführlichere um 14.14 Uhr. Die Grundaussage beider Meldungen ist identisch: „Externe Untersuchung stellt keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abschlüsse von Wirecard fest.“ Auf Basis dieser beiden Ad-hocs explodierte die Aktie binnen kürzester Zeit um 32% und notierte zum Handelsschluss immer noch mit 26% im Plus bei 125 Euro. Damit hat die Aktie rund die Hälfte des im Zuge der Affäre erlittenen Maximalverlusts wieder wettgemacht.

Was genau steht in den Ad-hoc-Meldungen drin?

Der Tenor lautet: Ein paar kleinere Ungereimtheiten habe es zwar gegeben – aber nichts, was wirklich von Belang sei. Charakteristisch für die Ausführungen ist beispielsweise folgende Passage:

„Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Umsatz von 2,5 Mio. EUR fälschlicherweise verbucht, was im Rahmen des Konzernabschlusses 2018 rückwirkend für 2017 korrigiert wird und durch andere identifizierte positive Korrekturen kompensiert wird. Weiterhin, wurde während des Geschäftsjahres 2018 ein Vermögensgegenstand von 3 Mio. EUR für einen Zeitraum von einer Woche fälschlicherweise bilanziert, was sich aber nicht im Jahresabschluss 2018 auswirkt. Zudem wurden Entwürfe von Verträgen vorbereitet und im Namen der Gesellschaft unterschrieben, jedoch nicht abgeschlossen.“

Explizit zurückgewiesen wird der von der „Financial Times“ geäußerte Verdacht, es sei zu sogenanntem „Round Tripping“ gekommen, also zur Bilanzierung von Scheinumsätzen. In einer der beiden Ad-hocs heißt es wörtlich (und in der anderen steht es so ähnlich):

„Die unabhängige Untersuchung hat zu keinen Feststellungen betreffend sog. ‚round-tripping‘ oder Korruption geführt.“

Ein weiterer zentraler Punkt: Wirecard betont, dass sich „aus den Untersuchungen […] keine Erkenntnisse über eine strafrechtliche Verantwortung in Bezug auf die Konzernzentrale von Wirecard in München/Aschheim ergeben“ hätten. „Einzelne lokale Angestellte in Singapur können sich jedoch möglicherweise nach lokalem Recht strafbar gemacht haben.“ Gestern Nachmittag fragte „Finanz-Szene.de“ bei Wirecard nach, ob der letzte Punkt auch für einen hiesigen Wirecard-Topmanager gilt, der laut Website als „Director“ einer Wirecard-Gesellschaft in Singapur geführt wird. Der Dax-Konzern ging hierauf nicht ein.

Lassen sich die Ausführungen in den Ad-hoc-Meldungen anhand des Originalberichts überprüfen?

Bislang nein. Die längere der beiden Ad-hocs beginnt mit dem Satz: „Wirecard gibt Einblick in die heute erhaltene Zusammenfassung der detaillierten Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung der Wirecard-Transaktionen und -Vorgänge zu Behauptungen, die von Rajah & Tann Singapore LLP (R&T) im Mai 2018 aufgenommen wurden“. Das heißt, es muss einen Originalbericht von Rajah & Tann geben und eine Zusammenfassung dieses Berichts. Keines der beiden Dokumente wurde gestern veröffentlicht. „Finanz-Szene.de“ fragte nach, ob und wenn ja, wann dies  geschehen werde, erhielt aber keine konkrete Antwort.

Warum hat Wirecard keines der beiden Originaldokumente veröffentlicht?

Das wissen wir nicht. Allerdings muss man in die Nicht-Veröffentlichung nicht zwingend etwas hineingeheimnissen. Vielleicht hatte es zeitliche Gründe, vielleicht rechtliche – wir können es nicht sagen.

Das heißt, die Öffentlichkeit kennt nur die beiden Ad-hocs?

Nicht ganz. Wirecard hat gestern auf seiner Website ein weiteres Dokument veröffentlicht, und zwar in englischer Sprache. Dabei handelt es sich, wenn wir es richtig verstehen, um Wirecards eigene Zusammenfassung der Zusammenfassung von Rajah & Tann.

Was steht in diesem Dokument drin?

Die meisten Ausführungen in der „Zusammenfassung der Zusammenfassung“ entsprechen mehr oder weniger den Aussagen in der längeren der beiden Ad-hoc-Meldungen – allerdings mit einer Ausnahme: Die zentrale Aussage, derzufolge „die unabhängige Untersuchung zu keinen Feststellungen betreffend sog. ‚round-tripping‘ oder Korruption geführt hat“, fehlt in dem englischsprachigen Dokument. Warum – das wissen wir nicht (und es ist uns auch erst aufgefallen, als er schon zu spät war, um noch nachzufragen). Allerdings gilt auch hier, dass man nicht zwingend was hineingeheimnissen muss. Vielleicht war es eine Unachtsamkeit. Vielleicht war es der knappen Zeit geschuldet.

Hat sich Rajah & Tann direkt geäußert?

Nicht in dem Sinne, dass sich die Anwaltskanzlei selbst an die Öffentlichkeit gewandt hätte – aber schon in dem Sinne, dass Wirecard eine Stellungnahme seitens R&T veröffentlich hat. Dabei handelt es sich um einen Zweizeiler, der dem englischsprachigen Dokument (also dem ohne den „Round Tripping“-Hinweis) vorangestellt ist und bei dem es sich offenbar um eine Art Beglaubingung handelt. Wörtlich steht dort:

1. We refer to our Summary of Updated Findings.
2. We have seen Wirecard AG’s summary of the above, as attached. We have no comments.

Das kann man sicherlich so lesen, das Rajah & Tann nichts einzuwenden hat gegen die Zusammenfassung vonseiten Wirecards.

Lassen die gestern veröffentlichten Dokumente Fragen offen?

Aus unserer Sicht ja. So heißt es in der längeren der beiden Ad-hocs beispielsweise:

Die Ergebnisse beschränken sich auf bestimmte Transaktionen, die einzelne Wirecard-Tochtergesellschaften in Asien betreffen, und basieren auf den R&T zur Verfügung gestellten Dokumenten, einschließlich einer Buchhaltungsprüfung bestimmter von R&T identifizierter Transaktionen, die durch ein Forensik-Team eines renommierten, weltweit unabhängigen Beratungsunternehmens durchgeführt wurde.

Uns hätte da zum Beispiel interessiert, ob der Gegenstand der Untersuchung eingeschränkt wurde ist im Vergleich zum (laut „Financial Times“ tendenziell inkriminierenden) „Preliminary Report“, der ja ebenfalls von Rajah & Tann erstellt worden war. Auch fänden wir es interessant zu erfahren, wer denn das „renommierte, weltweit unabhängige Beratungsunternehmen“ ist, das mit der Buchhaltungsprüfung beauftragt wurde. Allerdings hat Wirecard gestern unmissverständlich klargemacht, dass man nicht gewillt ist, auf solche Detailfragen einzugehen. Der Fragenkatalog von „Finanz-Szene.de“ wurde wie folgt beantwortet:

„Alle Findings aus dem Reporting sind nun veröffentlicht und wir können sicherstellen, dass es hier keine buchhalterischen Auswirkungen gibt. […]  Letztlich ist uns wichtig, dass wir uns ab jetzt vollumfänglich auf das operative Geschäft konzentrieren können und würden Sie deshalb auch bitten nachzuvollziehen, dass wir zu den unten genannten Detailfragen nicht weiter Stellung nehmen.“

Warum wird die Veröffentlichung des Abschlusses verschoben?

Das wüssten wir ehrlich gesagt auch gern. Denn wenn es einerseits „keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abschlüsse“ gibt – warum kommt es dann zu diesem ja doch üppigen Verzug? (liebe Wirtschaftsprüfer*Innen unter unseren Leser*Innen, wenn sie diese unsere Sicht auf die Dinge für dumm halten, dann geben Sie uns bitte Bescheid).

In der längeren der beiden Ad-hocs heißt es:

Um die Ergebnisse der Untersuchung von Rajah & Tann im Rahmen der laufenden Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses und des Jahresfinanzberichts für das Geschäftsjahr 2018 berücksichtigen zu können, hat der Vorstand heute beschlossen, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und der Bilanzpressekonferenz (bisher 4. April 2019) auf den 25. April 2019 zu verschieben.

Eine unserer Detailfragen lautete, wie sich denn der Wirtschaftsprüfer (also Ernst & Young) zu dieser Entscheidung des Vorstands verhalten habe. Aber, siehe oben: Solche Detailfragen wurden gestern nicht beantwortet.

Interessant in diesem Zusammenhang übrigens: Laut „Spiegel“ liegt der komplette Untersuchungsbericht von Rajah & Tann nur Ernst & Young vor, nicht aber dem Wirecard-Vorstand. Wenn dem wirklich so sein sollte, fänden wir das bemerkenswert – auch wenn wir keine Ahnung haben, wie dies dann zu interpretieren wäre.

Vorletzte Frage: Warum ist die Aktie gestern so abgegangen?
  1. Weil die allgemeine mediale Deutung, wonach Wirecard gestern entscheidend entlastet worden ist, ganz klar auch die Marktmeinung zu sein scheint (wobei es da natürlich Wechselwirkungen gibt)
  2. Weil das durch die Bafin verhängte Leerverkaufsverbot nach wie vor in Kraft ist. Solange die Aufsicht von zwei Marktmeinungen nur eine für legitim erachtet, lassen sich Kurseruptionen an Tagen wie gestern kaum vermeiden
Letzte Frage: Wie geht es weiter?

Unsere Ansicht bei „Finanz-Szene.de“ lautet seit Wochen: Deadline ist der Jahresabschluss. Nur, dass diese Deadline jetzt nicht mehr der 4. April ist, sondern der 25. April. Schöne Bescherung.

Die Deutsche Bank verkommt zum Wettobjekt der Kleinanleger

Von Heinz-Roger Dohms

Was wird da draußen immer ein Bohei gemacht um das All-Star-Aktionariat der Deutschen Bank. Die Katarer? Überlegen wieder mal aufzustocken. Die Chinesen? Haben unter keinen Umständen vor, ihren Anteil zu reduzieren (was sie dann bekanntlich trotzdem dauernd tun). Cerberus? Hegt ganz, ganz große Pläne. Und Braunstein? Ähhh, wer war nochmal Braunstein? Ach ja, der seltsame 3,14%-Ami, dessen Einstieg bei der Deutschen Bank im vergangenen Herbst medial gefeiert wurde, als könne dieser völlig unbekannte Mann das wichtigste Geldinstitute der Republik durch bloßes Handauflegen vor dem Untergang bewahren.

Und wie schaut’s wirklich aus im Aktionariat der Deutschen Bank? Ziemlich ernüchternd, wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ u.a. auf Basis von SEC-Filings zeigen. Denn: 2018 haben sich die institutionelle offensichtlich im großen Stil von der Deutschen Bank verabschiedet. Und wer hat ihre Aktien übernommen? Zehntausende deutsche Kleinanleger, für die das wichtigste Geldhaus des Landes so etwas wie die Wette ihre Lebens zu sein scheint.

Glauben Sie nicht? Wollten wir zunächst auch nicht glauben. Doch dann verwies uns eine Quelle auf die sogenannten „20-F“-Filings. Dabei handelt es sich um eine Art gesonderten Jahresabschluss, den die Deutsche Bank speziell für die US-Börsenaufsicht SEC erstellen muss – und in dem sich die ein oder andere Informationen findet, nach der man im regulären Geschäftsbericht vergeblich sucht. Darunter auch: wie viele Anteilseigner die Deutsche Bank per 31. Dezember 2018 hatte. Nämlich 644.013.

Nun sagt die Zahl für sich genommen natürlich noch nicht so wahnsinnig viel aus. Spannend wird’s, wenn man die Entwicklung über die letzten Jahren nachverfolgt. Denn da zeigt sich: Jahrelang pendelte die Zahl der Aktionäre irgendwo zwischen 560.000 und 600.000 – bis sie im vergangenen Jahr plötzlich nach oben schoss.

Zahl der Deutsche-Bank-Aktionäre

Noch interessanter – finden wir jedenfalls – ist nun, wie viele Anleger aus Deutschland kommen. Hierzu finden sich in den SEC-Filings zumindest ab 2015 detaillierte Werte. Und die sehen so aus:

Zahl der Deutsche-Bank-Aktionäre aus Deutschland:

 

Das heißt: Im Horrorjahr 2018, in dem der Kurs der Deutsche-Bank-Kurs von 15,88 Euro auf nur noch 6,97 Euro abschmierte (minus 56%), stiegen hiesige Kleinanleger nicht etwas frustriert aus der blauen Aktie aus – sondern es kamen rund 50.000 neue Anleger hinzu* (das ist etwa die Einwohnerzahl Baden-Badens). Was den Befund noch erstaunlicher macht: Laut Zahl des Deutschen Aktieninstituts ist die Zahl der Aktionäre hierzulande im vergangenen um rund 400.000 auf nur noch etwa 4,5 Mio. gesunken (d.h.: Leute, die direkt in Aktien investieren)

Nun sollte man annehmen, dass die Kleinanleger – trotz ihrer großen Zahl – volumenmäßig am Ende dann doch nicht so viel ausmachen (weil ja die Katarer, die Chinesen oder der Höllenhund das Spiel bestimmten). Und in der Tat: Jahrelang lag bei der Deutschen Bank das Verhältnis „institutionelle Investoren“ vs. „private Investoren“ bei etwa 4:1. Beispiel: Ende 2017, so lässt sich dem seinerzeitigen Geschäftsbericht entnehmen, waren 81% der Aktionäre „institutionell“ und nur 19% „privat“. Und Ende 2018? Im letzte Woche vorgestellten Geschäftsbericht findet sich hierzu erstmals seit vielen, vielen Jahren keinerlei Angabe. Liegt’s daran, dass sich der Deutsche Bank die De-Professionalisierung ihres eigenen Aktionariats ein bisschen peinlich ist? Denn: In den Untiefen des Investor-Relations-Bereichs auf der Website tauchten die neuen Angaben Mitte dieser Woche dann plötzlich doch auf: Um sage und schreibe fünf Prozentpunkte ist der Anteil der privaten Investoren binnen eines Jahres hochgeschnellt (also auf 24%). Deutsche Michel statt US-Höllenhund – so schaut’s neuerdings im Aktionariat der Deutschen Bank aus.

*Wir gehen davon aus, dass die 633.991 „deutschen“ Aktionäre auch die institutionellen Investoren wie beispielsweise Family Offices umfassen. Allerdings dürften die „Instis“ unter allen Aktionären einen denkbar kleinen Anteil ausmachen, sodass wir den Umstand für unsere Darstellung einfach ignorieren.

27/03/19: Was wirklich Sache ist bei Wirecard, Finanzcheck knickt ein, Apple – jetzt aber

Aktie plus 26 Prozent – aber was genau ist gestern in Sachen Wirecard eigentlich passiert?

Was für ein denkwürdiger Tag, wieder einmal: Wirecard veröffentlicht zwei Ad-hoc-Meldungen, die Aktie steigt um bis zu 32% – und maßgebliche Medien wie „Reuters“ oder das „Handelsblatt“ erklären die Affäre rund um den bayerischen Zahlungsdienstleister faktisch für beendet („Anwälte finden bei Wirecard nur wenig Verdächtiges“;„Anwaltskanzlei findet keine Anhaltspunkte für größere Verfehlungen“). Aber ist es wirklich so einfach? Zu den Erkenntnissen des gestrigen Tages gehört jedenfalls auch: Wirecard hat die Veröffentlichung seines 2018er-Abschlusses um drei Wochen auf den 25. April verschoben, ein höchst ungewöhnlicher Vorgang für einen Dax-Konzern. Oder: Wirecard räumt plötzlich ein, es könnte in Singapur durchaus zu strafbaren Handlungen gekommen sein. Und dann noch ein Punkt: Der angekündigte externe Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann ist gestern gar nicht veröffentlicht worden. Ebensowenig wie die Wirecard offenbar vorliegende Zusammenfassung dieses Berichts. Was also ist wirklich Sache? Das große FAQ: Finanz-Szene.de

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Exklusiv: Wachstum des Kredit-Vergleichers Finanzcheck knickt nach fettem Exit ein

Was passiert eigentlich, wenn eines der größten deutschen Finanz-Startups einen fetten Exit hinlegt – und plötzlich nicht mehr die wachstumsgeilen Venture-Capital-Investoren die Richtung vorgeben … (sorry, haben wir „geil“ gesagt? Wir meinten natürlich: „hungrig“)? Sondern ein börsennotierter Konzern, dem es zwar ebenfalls ums Wachstum geht, der nebenher aber auch auf so unzeitgemäße KPIs wie „Kosten“, „Profitabilität“ oder „Cashburn“ zu achten hat? Wir glauben: Am Beispiel des Hamburger Kredit-Vergleichsportals Finanzcheck, das vergangenen Sommer für rund 275 Mio. Euro an Scout24 verkauft wurde, lässt sich die Frage beantworten. Denn die 2018er-Zahlen (die wir dem Scout24-Geschäftsbericht entnommen haben) scheinen dann doch nicht mehr ganz der „Wachstum geht über alles“-Prämisse der Vorjahre zu entsprechen. Aber sehen Sie selbst: Finanz-Szene.de

News

Dass die Hypo-Vereinsbank 2018 ein eher schlechtes Ergebnis eingefahren hat, hatten wir neulich ja schon unter Verweis auf die Deutschland-Zahlen im Konzernbericht der italienischen Mutter Unicredit nahegelegt. Indes – dass die Zahlen sooooo schlecht ausfallen, konnte ja keiner ahnen. Denn: Wie die „Börsen-Zeitung“ heute Morgen exklusiv berichtet, ist das Vorsteuerergebnis der HVB im vergangenen Jahr von 1,6 Mrd. Euro auf nur noch 392 Mio. Euro regelrecht eingebrochen. Dafür verantwortlich seien in erster Linie (vor allem im zweiten Halbjahr angefallene) Rückstellungen für Rechtsfälle. Gesamthöhe: 919 Mio. Euro. Uff. Börsen-Zeitung, Geschäftsbericht (PDF)

Um ehrlich zu sein: Über die Frankfurter Sparkasse wussten wir bis gestern eigentlich nur, dass sie 1.) zur Helaba gehört, dass ihr 2.) die 1822 gehört und dass 3.) ihr Chef (also Herr Restani) mal Bundeskanzler werden sollte (oder so ähnlich). Animiert durch die tendenziell positiv gewendeten Bilanz-PK-Artikel unserer beiden Lieblings-Konkurrenz-Postillen („Frankfurter Sparkasse sieht sich auf Kurs“, „Helaba-Tochter stemmt sich Zinstief vor allem auf der Kostenseite entgegen“), haben wir uns gestern Abend dann aber doch mal kurz die Zahlen angeschaut. Und da fiel uns auf, dass die Fraspa im vergangenen Jahr nur 82,3 Mio. Euro Betriebsergebnis vor Bewertung aus 19,1 Mrd. Euro Bilanzsumme geschlagen hat (was, wenn man die eine Zahl durch die andere teilt, einen – mit Verlaub – ziemlich unterirdischen Wert von 0,43% ergibt).

So richtig erklären können wir uns das nicht. Was uns allerdings auffiel: Der Zinsüberschuss (und nicht etwa: der Zinsertrag) der Fraspa ist binnen der vergangenen fünf Jahre einigermaßen stetig um erstaunliche 20,4% zurückgegangen, während z.B. die Haspa ihren Zinsüberschuss im gleichen Zeitraum sogar gesteigert hat. Konsequenz: Das Betriebsergebnis vor Bewertung bei der Frankfurter Sparkasse ist in den letzten fünf Jahren von 131 Mio. Euro auf besagte 82 Mio. Euro brutalstmöglich runter. Liegt das an irgendwelchen Sonderfaktoren/bilanziellen Verzerrungen, die wir nicht kennen? Liegt es daran, dass die Fraspa braver unterwegs als z.B. die Haspa? Liegt es daran, dass die Konkurrenz in der Bankenstadt FFM nochmal eine andere ist als anderswo in der Republik? Oder hat Herr Restani womöglich ein Problem, über das wir mal berichten sollten? Für sachdienliche Hinweise sind wir wie immer dankbar. Pressemitteilung (PDF)

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Und für alle, die sich für die beiden BNP-Paribas-Deutschland-Stücke gestern interessiert haben, aber dann, von den langen Ladezeiten unserer Homepage genervt, den Ladevorgang abgebrochen haben – hier nochmal die beiden Links: Finanz-Szene.de (die deutschen BNP-Zahlen), Finanz-Szene (alle deutschen BNP-Einheiten auf einen Blick)

Bevor Sie denken, wir hätten ausschließlich abgestandene Ware für Sie im Angebot – ganz so ist es nicht. Interessant finden wir zum Beispiel einen „Welt“-Artikel, der erklärt, welche mobilen Bezahlmöglichkeiten sich für Android-Nutzer bieten – und zwar auch für solche, deren Banken bei  neumodischem Firlefanz wie Google Pay nicht mitmachen: Welt

Und was macht Deutschlands oberster Verbraucherjournalist, also Herr Tenhagen? Der merkt – nicht zu Unrecht, wie wir finden – an, dass im neu formierten Fintech-Rat zwar in insgesamt 29-facher Ausfertigung der Entrepreneur Hinz und der Techie Kunz sitzen (und natürlich auch ein paarmal Frau Hinz und Frau Kunz) – aber kein einziger (und keine einzige) Verbraucherschützer*In. Twitter

Klickfavoriten

… waren gestern, trotz der langen Ladezeiten (wobei die Klicks vermutlich so oder so gezählt werden), die beiden Stücke zur BNP Paribas. Bevor wir auf die aber jetzt nochmal verlinken, verweisen wir lieber auf den Drittplatzierten, das war nämlich fast gleichauf der „Deutsche Commerz“-Tweet des ING-Deutschland-Cheflobbyisten: Twitter 

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27/03/19: Was wirklich Sache ist bei Wirecard, HVB-Hammer, Fraspa-Fragen

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Und was macht Deutschlands oberster Verbraucherjournalist, also Herr Tenhagen? Der merkt – nicht zu Unrecht, wie wir finden – an, dass im neu formierten Fintech-Rat zwar in insgesamt 29-facher Ausfertigung der Entrepreneur Hinz und der Techie Kunz sitzen (und natürlich auch ein paarmal Frau Hinz und Frau Kunz) – aber kein einziger (und keine einzige) Verbraucherschützer*In. Twitter

Klickfavoriten

… waren gestern, trotz der langen Ladezeiten (wobei die Klicks vermutlich so oder so gezählt werden), die beiden Stücke zur BNP Paribas. Bevor wir auf die aber jetzt nochmal verlinken, verweisen wir lieber auf den Drittplatzierten, das war nämlich fast gleichauf der „Deutsche Commerz“-Tweet des ING-Deutschland-Cheflobbyisten: Twitter 

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So (verblüffend) groß ist die BNP Paribas mittlerweile in Deutschland

Von Heinz-Roger Dohms

Vor anderthalb Jahren ist die BNP Paribas mal ein bisschen aus der Deckung gekommen. Da gab Deutschland-Chef Lutz Diederichs – damals frisch im Amt – die Losung aus: 2 Mrd. Euro Ertrag bis 2020. Jenseits dieses Umsatzziels allerdings: Weiß man zahlenmäßig so gut wie nichts über das hiesige Geschäft der größten französischen Bank (was daran liegt, dass die BNP keine eigenständige Deutschland-Tochter unterhält). Jedenfalls: Wir haben uns trotzdem mal auf die Suche nach den Zahlen gemacht. Und siehe da: Wir sind fündig geworden, zumindest ein bisschen. Und waren durchaus erstaunt. Denn wussten Sie, dass die BNP Paribas hierzulande deutlich mehr Mitarbeiter hat als die ING Groep (trotz Diba). Und zuletzt mehr Geld verdient hat als z.B. die Unicredit (trotz HVB) in ihrer deutschen Privat- und Firmenkunden-Sparte. Und dass sie wächst wie Hulle? Voilà:

1.)    Ertragswachstum

Die BNP Paribas hat ihre Erträge zwischen 2014 und 2018 um die Hälfte gesteigert – wobei der Sprung in 2015 u.a. auf die Übernahme der DAB Bank zurückzuführen ist (die später mit der Nürnberger Consorsbank – die den Franzosen schon deutlich länger gehört – verschmolzen wurde) Doch selbst, wenn man nur die Zahlen seit 2015 betrachtet, kommt die BNP hierzulande auf ein Gesamtwachstum von knapp 24% und einen CAGR von 7,4%. Um übrigens bis 2020 tatsächlich auf 2 Mrd. Euro zu kommen, bräuchte es dieses und nächstes Jahr ein durchschnittliches Ertragswachstum von 9,2% (noch zum Vergleich: Die ING Deutschland kam 2018 auf Erträge in Höhe von 2,1 Mrd. Euro.

2.)    Mitarbeiterwachstum

Die Belegschaft ist seit 2014 um gut 28% gewachsen. Auch hier spielt die Übernahme der DAB Bank eine Rolle – der größte Teil des Wachstums war aber organischer Natur. So stockte die BNP Paribas hierzulande allein 2018 um gut 400 Mitarbeiter auf. Zur Einordnung: Der Headcount von zuletzt 5342 Mitarbeitern ist fast um die Hälfte größer als der der ING Deutschland, der per Ende 2018 bei 3650 lag (gerechnet jeweils als „Vollzeitäquivalente“.

3.)    Vorsteuergewinn

Die mutmaßlich hohen Investitionen (vor allem im Firmenkundengeschäft und neuerdings auch im Wealth Management) belasten offenkundig das Ergebnis. So erwirtschaftete die BNP Paribas in Deutschland nach 423 Mio. Euro in 2015 in den beiden darauffolgenden Jahren nur noch 380 Mio. Euro bzw. 322 Mio. Euro. Allerdings zog der Vorsteuergewinn 2018 dann auch immerhin wieder auf 413 Mio. Euro an. Das war ähnliche viel wie beispielsweise die Helaba – und mehr, als die Unicredit in ihrem „Commercial Banking – Germany“ (das dem Privat- und Firmenkundengeschäft der Hypo-Vereinsbank entspricht) verdient hat.

Das hier sind die 14 Einheiten der BNP Paribas in Deutschland

Von Heinz-Roger Dohms

Knapp 1,7 Mrd. Euro Ertrag, gut 400 Mio. Gewinn, fast 5500 Mitarbeiter: Die BNP Paribas ist in Deutschland verblüffend groß, zeigen Recherchen von „Finanz-Szene.de“. Hier ein Überblick über die Einheiten* der französischen Bank in Deutschland.

Arval Leasing / Flottenmanagement
BNP Paribas Asset Management Inst. Vermögensverwaltung
BNP Paribas Cardif Versicherung
BNP Paribas Corporate & Institutional Banking Firmenkundengeschäft
BNP Paribas Factor Factoring
BNP Paribas Leasing Solutions Leasing / gewerbl. Investitionen
BNP Paribas Real Estate Immobilienmanagement
BNP Paribas Real Estate Investment Management Immobilieninvestments
BNP Paribas Securities Services Wertpapierdienstleistungen
BNP Paribas Wealth Management Vermögensberatung
Consorsbank Online-Broker
Consors Finanz BNP Paibas Konsumentenkredite/Absatzfin.
DAB BNP Paribas B2B für unabh. Vermögensverwalter
Von Essen Bank Konsumentenkredite

* Den schwammigen Begriff „Einheiten“ haben wir gewählt, weil nicht jede der aufgeführten Unternehmungen denselben rechtlichen Status hat (die Consorsbank zum Beispiel ist nur eine Marke, die direkt zur BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland gehört – und unter dem Dach dieser Niederlassung wiederum sind zwar die meisten Einheiten aufgehängt, aber beileibe nicht alle. Es ist kompliziert.)

Exklusiv: So (verblüffend) groß ist die BNP Paribas mittlerweile in Deutschland

26/03/19: So riesig ist die BNP Deutschland, Die dysfunktionale Bank, Apple launcht Kreditkarte

Exklusiv: So (verblüffend) groß ist die BNP Paribas mittlerweile in Deutschland

Vor anderthalb Jahren ist die BNP Paribas mal ein bisschen aus der Deckung gekommen. Da gab Deutschland-Chef Lutz Diederichs – damals frisch im Amt – die Losung aus: 2 Mrd. Euro Ertrag bis 2020. Jenseits dieses Ziels indes: Weiß man zahlenmäßig so gut wie nichts über das hiesige Geschäft der größten französischen Bank (was daran liegt, dass die BNP keine eigenständige Deutschland-Tochter unterhält). Jedenfalls: Wir haben uns trotzdem mal auf die Suche nach Zahlen gemacht. Und siehe da: Wir sind fündig geworden, zumindest ein bisschen. Und waren durchaus erstaunt. Denn wussten Sie, dass die BNP Paribas 1.) hierzulande mehr Mitarbeiter hat als die ING Groep (ING Diba!). Dass sie 2.) mehr Geld verdient als die Unicredit (HVB!) in ihrer deutschen Privat- und Firmenkunden-Sparte. Und dass sie 3.) wächst wie Hulle? Voilà: Finanz-Szene.de (die BNP-Zahlen), Finanz-Szene (alle deutschen BNP-Einheiten auf einen Blick)

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News

Eines der vielen Geheimnisse, die den Zahlungsdienstleister Wirecard umranken, ist seit gestern Früh (wieder mal: dank der „Financial Times“) gelüftet: Und zwar handelt es sich bei der Bank, bei der sich Vorstandschef Markus Braun vor anderthalb Jahren 150 Mio. Euro geliehen hat (wofür er einen Teil seiner Wirecard-Aktien als Sicherheit hinterlegte), um niemand anderes als – was dann doch überrascht – die Deutsche Bank. Zwei Gedanken hierzu: 1.) Interessant, welche Institute mehr oder weniger direkt bei Wirecard mitmischen, siehe auch unsere Wirecard-Goldman-Geschichte neulich. Und 2.) Wirecards Bankschulden sind zuletzt ja (obwohl ein Acquirer in der Theorie ja eigentlich über reichlich Cash verfügen sollte) auf 1,3 Mrd. Euro angeschwollen. Wir hatten gemutmaßt, dass die Coba und die ING Diba zu den Kreditbanken zählen könnten. Vielleicht müssen wir unsere Mutmaßungen revidieren oder wenigstens ergänzen. Financial Times (Paywall)

Nochmal Aschheim: Die maximal sechs Wochen, innerhalb derer Wirecard den Untersuchungsbericht der Singapurer Kanzlei Rajah & Tann veröffentlichen wollte, sind seit Sonntagabend rum – und zwar ohne dass der Bericht bislang veröffentlicht wurde (oder haben Sie was mitgekriegt?). Die Aktie schlug sich gestern – nach einem ganz kurzen Abrutschen auf 93 Euro – trotzdem wacker und notierte am Abend bei 99 Euro, was auch schon am Freitag der Schlusskurs gewesen war.

Warum gibt es bei Wikipedia eigentlich keinen Eintrag zum Stichwort „Dysfunktionale Bank“? Wir  hätten da einen Definitionsvorschlag: „Eine dysfunktionale Bank ist eine Bank, die a) zur Steigerung ihres Nachsteuergewinns um ein Prozent nichts weiter tun müsste, als einem einzigen ihrer rund 90.000 Mitarbeiter die sogenannte Funktionszulage zu streichen, bei der b) aber kein Vorstand, kein Aufsichtsrat und offenbar auch kein im Aufsichtsrat vertretener Arbeiterführer auch nur im entferntesten auf die Idee käme, diese simple Maßnahme tatsächlich zu ergreifen.“

Davon abgesehen gehen wir davon aus, dass Sie sich übers Wochenende bereits ausreichend in anderen Medien zum Thema „Geschäftsbericht Deutsche Bank 2018“ informiert haben. Falls nicht, hier eine kleine Link-Auswahl:

  • Geschäftsbericht (die Vergütung von Herrn Ritchie erfahren Sie auf Seite 189, die Vergütung von Herrn Bsirske auf Seite 216)
  • Süddeutsche (die Gehälter der Vorstände auf einen Blick)
  • FAZ (satte Abfindung für Herrn Cryan)
  • efinancialcareers (Dt. Bank stellt 50% mehr Absolventen ein)

Kurzmeldungen: Der Deutsche-Bank-Ankeraktionär aus Katar steht der geplanten Fusion mit der Commerzbank zwar nicht rundheraus ablehnend, aber doch skeptisch gegenüber (Bloomberg) +++ Die 100-Mio.-Euro-Runde des Berliner Fintechs Raisin neulich soll „bis zur Profitabilität“ reichen, hat CEO Tamaz Georgadze dem „Manager Magazin“ erzählt (Print) +++ Der legendäre Frankfurter Investmentbanker und Mainfirst-Gründer Patrick Bettscheider verfolgt in Österreich große Pläne (Die Presse) +++ Die zu den Sparkassen gehörende „Deutsche Leasing“ hat ihr Neugeschäft 2018 auf 9,2 Mrd. Euro gesteigert (Pressemitteilung) +++ Lustig, dass die Fintech Group jetzt 45,3% der Stimmrechte  an „windeln.de“ innehat. Ist aber natürlich nur temporär, heißt es (DGAP) +++ Die DWS hat einen neuen PR-Chef, nämlich Adib Sisani (PR Report)

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„Künstliche Intelligenz ist ein Riesenthema“: HVB-Chef Michael Diederich über die Digitalisierung des Bankgeschäfts. Süddeutsche

Uiuiui, der „Head of Public Affairs“ der ING Deutschland hat aber eine erstaunlich klare Meinung zu den Fusionsplänen der Deutschen Bank und der Commerzbank: Weiß der gute Mann etwa mehr als wir? Twitter

Der neu formierte Fintech-Rat hat dann auch gleich mal sein erstes Positionspapier verabschiedet – und zwar zum Thema „Cloud“. BMF

„Very much in the process of being resolved“: Mit diesem knapp zweiminütigen Video hat sich der Wirecard-Chef übers Wochenende an seine Belegschaft gewendet (und natürlich indirekt auch an die Öffentlichkeit). Twitter

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