08/02/19: Der Insurtech-Urknall, Was hinter dem Weltsparen-Deal steckt, Blockchain-Manifest

Der Insurtech-Urknall: Nach Wefox erhält auch Friday eine Finanzierung von > 100 Mio. Euro

Ein paar Wochen ist es erst her, dass wir an dieser Stelle räsoniert haben, während die deutschen Fintechs inzwischen Fundings von 100 Mio. Euro und mehr erhielten, müssten sich die Insurtechs mit Summen von allerhöchstens 20 Mio. bis 30 Mio. Euro begnügen. Nun denn: Seit dieser Woche ist dies ein Befund für den Mülleimer. Denn nachdem am Dienstag zunächst Wefox eine Finanzierungsrunde in Höhe von 110 Mio. Euro vermeldete, zog gestern das Berliner Versicherungs-Startup Friday mit sogar 114 Mio. Euro nach. Nun mag man einschränken, dass hiervon 75 Mio. Euro vom Schweizer Mutterkonzern Baloise kommen und die übrigen 39 Mio. Euro in Form von „Media for Equity“-Deals – indes: Macht das die Nachricht kleiner? Vielleicht kann man es ja sogar andersrum wenden: Versicherer wie Baloise oder die Allianz investieren offenkundig deutlich aggressiver in die Startup-Branche, als das die (deutschen) Banken tun. Sonst noch was? Ja: Glückwunsch an den kleinen Samwer, der ja der Chef von Friday ist. Wenigstens einer in der Familie, der im Bereich Fintech/Insurtech was reißt! Gründerszene, NZZ

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Wie heißt der wahre Chef der Deutschen Bank: Christian Sewing oder Matt Zames?

Dieser Tage wird ja viel spekuliert, wie die angebliche blau-gelbe Fusionsbank heißen könnte. Deutsche Commerzbank? Deutsche Commerz? Deutsche Compost? … Vielleicht wäre aber auch ein ganz anderer Name angebracht: Deutsche Cerberus. Denn: Der Einfluss des US-Investors auf die beiden Frankfurter Großbanken nimmt inzwischen irritierende Ausmaße an. Beispiel eins: Wenn der Höllenhund aus dem Off raunt, er stehe einer Verschmelzung von Blau- und Gelbbank positiv gegenüber – dann fühlt es sich so an, als habe der Pate höchstselbst gesprochen. Beispiel zwei: Schon seit Monaten lässt sich Dt.-Bank-Chef Christian Sewing von Cerberus-Wundermann Matt Zames beraten. Und diese Woche nun, Beispiel drei: Wie das „WSJ“ berichtet, hat die Deutsche Bank Kredite in Höhe von fast 6 Mrd. Dollar (!) an Cerberus vergeben. Insider, so das „Journal“, würden inzwischen halb im Scherz sagen, Matt Zames sei „der eigentliche Chef“ in Frankfurt. Wohlgemerkt: nicht im Scherz. Sondern: halb im Scherz. Wall Street Journal (Paywall), Süddeutsche, Manager Magazin

News

Huch, da waren wir gestern Morgen dann doch ein bisschen erschrocken, als wir feststellten, wie diametral unsere eigene Interpretation der Sparkassen-Zahlen („Gewinneinbruch“) von denen leicht etablierterer Wettbewerber abweicht („Sparkassen hängen Privatbanken ab“, „Sparkassen verdienten mehr als 2017“ …). Nun können Sie sich vorstellen, dass man beim DSGV von unserer Lesart nicht begeistert war. Und doch – nachdem wir das Ganze gestern nochmal fein säuberlich aufgedröselt haben (und zwar unter Zuhilfenahme der Rechenmethodik aus der Bundesbank-Ertragslage-Statistik), würden wir ganz zaghaft behaupten wollen, dass das mit dem Einbruch (man kann auch weniger harsch sagen: Rückgang …) per se stimmt. Und wenn man ganz fies rechnet, dann beträgt dieser Rückgang relativ gesehen sogar fast 30%. Glauben Sie nicht? Voilà: Finanz-Szene.de

Nun wendet der DSGV allerdings ein, dass sich das „operative Ergebnis“ ja nur unwesentlich verschlechtert habe – denn der von uns diagnostizierte Rückgang sei ja in erster Linie (und da hat der DSGV zweifelsohne Recht …) auf „Abschreibungen auf Wertpapiere“ in Höhe von 1,4 Mrd. Euro zurückzuführen. Diese aus unserer Sicht verblüffend hohe Summe (1,4 Mrd. Euro …) provoziert nun aber ganz eigene Fragen: 1.) Wo kommen diese Verluste her? Antwort: Nach unserem Verständnis kompliziert gesagt aus Spezialfonds, die zur Liquiditätsreserve gehören. Und einfach gesagt: aus Aktien. 2. Frage) Wenn ein Rückgang der Aktienmärkte um grob gesagt 10%-15% bei den Sparkassen Verluste in Höhe von zwei Dritteln des Überschusses verursacht – was ist dann erst los, wenn die Börse mal so richtig bebt? Überraschende Antwort: Vielleicht könnten die kommunalen Institute das ganz locker verkraften … Denn nun zur extrem spannenden letzten Frage, also der 3.) Wenn die 2018er-Baisse Abschreibungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro verursacht hat – müsste es dann in den Jahren zuvor, als die Börsenkurse fast unaufhaltsam stiegen, nicht gigantische Zuschreibungen gegeben haben?

Kurz gesagt: Hat es nicht! Denn saldiert man die Abschreibungen und Zuschreibungen der Jahre 2010-2018, dann kommt man auf ein Minus von 1,6 Mrd. Euro – und das, obwohl der Dax im selben Zeitraum um 75% gestiegen ist. Wo sind diese Gewinne hin? Müsste man die nicht irgendwo sehen? Oder anders gefragt: Kann es sein, dass der ach so fürchterlich darbende deutsche Sparkassensektor (Niedrigzins, Digitalisierung, Pensionslasten …) die Börsenhausse der letzten Jahre genutzt hat, um üppigste stille Reserven zu bilden, ohne dass die Öffentlichkeit groß was davon mitbekommen hätte?

Und noch ein Mysterium: Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die Sparkassen, egal was da draußen im Lande und in der Welt los ist, letztlich immer auf einen Jahresüberschuss von ziemlich exakt 2 Mrd. Euro kommen (jedenfalls ist das seit 2010 so). Bei einer einzelnen Sparkasse würden wir sagen: Nun gut, die schiebt sich ihre GuV halt immer so zurecht, dass es am Ende so aussieht, als wäre sie ein Hort der Stabilität. Aber bei den aggregierten Zahlen von rund 400 Sparkassen? Da muss Schwarm-Intelligenz im Spiel sein, anders ist es nicht zu erklären. Oder?

Themenwechsel – von einem kleinen Aufstand in der Belegschaft der  Commerzbank berichtet heute Früh das „Handelsblatt“. Hintergrund: Wie neulich bei der Bilanz-PK bereits verlautete, will das Frankfurter Institut die Boni für 2018 deutlich kürzen. Nachdem Personalchefin Orlopp diesen Schritt in einem Interview im Intranet der Bank rechtfertigt habe, hätten Mitarbeiter binnen weniger Tage (und unter Klarnamen) mehr als  100 Kommentare geschrieben – und zwar fast alle negativ, so das „HB“. Kostprobe: „Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“,  „Unverschämtheit“, „Arroganz“ des Managements. Handelsblatt (Paywall)

By the way: Man stelle sich diese Form der Insubordination mal bei einem unserer lieben, von offener Diskussionskultur geprägten Berliner Fintechs vor … Da würde das C-Level aber umgehend die Guillotine aufstellen. Und zwar nicht nur im Scherz. Und auch nicht nur halb im Scherz. Sondern: Da kämen die Klarnamen dann Kopf für Kopf drunter. Jede Wette.

Womit wir endlich beim Thema Fintech sind: Dürfen wir noch mal zwei, drei Sätze zu den Hintergründen der Übernahme der Frankfurter MHB-Bank durch das Berliner Finanz-Startup Raisin („Weltsparen“) loswerden? Ja? Wir dürfen? Prima! Denn: Es scheint, als wäre die Story gestern ein ganz klein bisschen falsch erzählt worden: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen: Die EZB verschiebt die Zinswende auf 2020 – und versorgt die Banken mit neuen Langzeit-Krediten (Wiwo) +++ Der Verkauf der HSH Nordbank hat (und das ist jetzt die offizielle Zahl) 306 Mio. Euro an Beraterkosten verschlungen (Welt/Bloomberg)

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Der Schleweis-Plan einer „Superlandesbank“ war naiv – und diesen Plan mit der Rettung der NordLB verknüpfen zu wollen, war der größte Fehler von allen. So sieht’s (in unseren eigenen Worten zusammengefasst und nachvollziehbarerweise) die Börsen-Zeitung.

Wenn die Bundesregierung dafür sorgt, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank verschmelzen – dann kann man sich die Bail-in-Regularien gleich ganz sparen. Financial Times (Paywall)

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08/02/19: Das Sparkassen-Mysterium, Coba-Aufruhr, Der Spezialkunde der Dt. Bank

Wie heißt der wahre Chef der Deutschen Bank: Christian Sewing oder Matt Zames?

Dieser Tage wird ja viel spekuliert, wie die angebliche blau-gelbe Fusionsbank heißen könnte. Deutsche Commerzbank? Deutsche Commerz? Deutsche Compost? … Vielleicht wäre aber auch ein ganz anderer Name angebracht: Deutsche Cerberus. Denn: Der Einfluss des US-Investors auf die beiden Frankfurter Großbanken nimmt inzwischen irritierende Ausmaße an. Beispiel eins: Wenn der Höllenhund aus dem Off raunt, er stehe einer Verschmelzung von Blau- und Gelbbank positiv gegenüber – dann fühlt es sich so an, als habe der Pate höchstselbst gesprochen. Beispiel zwei: Schon seit Monaten lässt sich Dt.-Bank-Chef Christian Sewing von Cerberus-Wundermann Matt Zames beraten. Und diese Woche nun, Beispiel drei: Wie das „WSJ“ berichtet, hat die Deutsche Bank Kredite in Höhe von fast 6 Mrd. Dollar (!) an Cerberus vergeben. Insider, so das „Journal“, würden inzwischen halb im Scherz sagen, Matt Zames sei „der eigentliche Chef“ in Frankfurt. Wohlgemerkt: nicht im Scherz. Sondern: halb im Scherz. Wall Street Journal (Paywall), Süddeutsche, Manager Magazin

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Womit wir endlich beim Thema Fintech sind: Dürfen wir noch mal zwei, drei Sätze zu den Hintergründen der Übernahme der Frankfurter MHB-Bank durch das Berliner Finanz-Startup Raisin („Weltsparen“) loswerden? Ja? Wir dürfen? Prima! Denn: Es scheint, als wäre die Story gestern ein ganz klein bisschen falsch erzählt worden: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen: Die EZB verschiebt die Zinswende auf 2020 – und versorgt die Banken mit neuen Langzeit-Krediten (Wiwo) +++ Der Verkauf der HSH Nordbank hat (und das ist jetzt die offizielle Zahl) 306 Mio. Euro an Beraterkosten verschlungen (Welt/Bloomberg) +++ Das Berliner Insurtech „Friday“ erhält Investorengelder in Höhe von 114 Mio. Euro (Gründerszene)

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Der Schleweis-Plan einer „Superlandesbank“ war naiv – und diesen Plan mit der Rettung der NordLB verknüpfen zu wollen, war der größte Fehler von allen. So sieht’s (in unseren eigenen Worten zusammengefasst und nachvollziehbarerweise) die Börsen-Zeitung.

Wenn die Bundesregierung dafür sorgt, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank verschmelzen – dann kann man sich die Bail-in-Regularien gleich ganz sparen. Financial Times (Paywall)

Ist die Blockchain wirklich die nutzloseste und meist überschätzte Technologie aller Zeiten? Nein, ist sie nicht: Medium

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Warum der MHB-Deal für Raisin ein Schnäppchen gewesen sein dürfte

Von Heinz-Roger Dohms

Dürfen wir noch mal zwei, drei Sätze zu den Hintergründen der Übernahme der Frankfurter MHB-Bank durch das Berliner Finanz-Startup Raisin („Weltsparen“) loswerden? Ja? Wir dürfen? Prima!

Also, das war zwar eine schöne Geschichte, wie sie gestern in diversen Medien zu lesen war, also dass sich Raisin zunächst 100 Mio. Euro von Investoren besorgt und sich von dem Geld dann eine Bank kauft. Bloß: So richtig stimmen tut sie nicht. Denn der Deal stand unseren Informationen zufolge schon seit vielen, vielen Monaten mehr oder weniger fest, also lange vor der monströsen Funding-Runde.

Beweis? Können wir keinen liefern. Aber einen lustigen Beleg haben wir: Schauen Sie sich mal hier das Linkedin-Profil des „Head of Banking“ von Raisin an. Der firmiert schon seit fast einem Jahr in Personalunion auch als „Head of Strategy“ der MHB-Bank. So eine Konstellation hat es seit österreichisch-ungarischen K.u.K.-Zeiten nicht mehr gegeben.

Dann waren wir mal im Bundesanzeiger, um zu gucken, was die MHB-Bank denn eigentlich für einen Track-Record hat. Der aktuellste öffentlich einsehbare Geschäftsbericht ist der von 2016. Und liest man den mal durch, beschleicht einen eher nicht das Gefühl, man habe es mit der Whitelabel-Powerbank schlechthin da draußen zu tun:

  • Die Erträge summierten sich auf gerade mal auf 4,8 Mio. Euro
  • Davon waren gut ein Drittel „Erträge aus Verlustübernahme“ (diese Verlustübernahme leistete die Alleinaktionärin, nämlich ein in Delaware ansässiger Fonds, der zum US-Investor Lone Star gehört)
  • Der Bilanzverlust summierte sich auf gut 11 Mio. Euro
  • Das bisschen Provisionsergebnis, das es überhaupt gab (nämlich gut 3 Mio. Euro), wurde ganz wesentlich „durch die Aktivitäten von Lone Star und seinen Gesellschaften bestimmt“

Das verlangt nach einer Erklärung: Es scheint so, als habe es sich bei der MHB-Bank bis vor ein, zwei Jahren weniger um eine Whitelabel-Bank als um eine Zweckgesellschaft von Lone Star gehandelt. Es gab zwar seit 2013 den Kunden Raisin. Aber sonst nicht viel. Die ganzen Fintechs, von denen es gestern hieß, sie würden sich auf die MHB-Bank stützen (also etwa Exporo oder Creditshelf), haben offenbar erst 2017/2018 bei dem Frankfurter Institut angedockt.

Tatsächlich ist die Sache wohl so: In den zurückliegenden 12 bis 24 Monaten hat sich die MHB-Bank peu à peu de-lonestarisiert. Und wie es aussieht, geschah das zumindest im zurückliegenden dreiviertel Jahr bereits unter einer k.u.k.-esken Ägide von Raisin.

Was das alles für den Kaufpreis heißt, den das Berliner Fintech an Lone Star überwiesen hat? Na, allzu hoch wird der nicht gewesen sein, würden wir vermuten.

Warum der Sparkassen-Gewinn (fies gerechnet) um fast 30% eingebrochen ist

Von Heinz-Roger Dohms

Huch, da waren wir gestern Morgen dann doch ein bisschen erschrocken, als wir festgestellt haben, wie diametral unsere eigene Interpretation der Sparkassen-Zahlen („Gewinneinbruch“) von denen minimal etablierterer Wirtschaftsmedien abgewichen ist („Sparkassen hängen Privatbanken ab“, „Sparkassen verdienten mehr als 2017“ …). Nun können Sie sich vorstellen, dass man beim DSGV von unserer Lesart nicht begeistert war. Und doch – nachdem wir das Ganze gestern nochmal fein säuberlich aufgedröselt haben (und zwar unter Zuhilfenahme der Rechenmethodik aus der Bundesbank-Ertragslage-Statistik), würden wir ganz zaghaft behaupten wollen, dass das mit dem Einbruch (man kann auch weniger harsch sagen: Rückgang …) per se stimmt. Und wenn man ganz fies rechnet, dann beträgt dieser Rückgang  relativ gesehen sogar fast 30%. Glauben Sie nicht? Voilà:

Wir gehen aus von der eigenen Darstellung des DSGV bei seiner Bilanz-PK:

  • Beginnen wir mit den 10,0 Mrd. Euro „operatives Betriebsergebnis vor Bewertung“ (so die Terminologie des DSGV). Das sind grosso modo Zinsüberschuss plus Provisionsüberschuss minus Personal- und Sachkosten
  • Davon gehen 4,1 Mrd. Euro „Bewertungsaufwand“ ab, sodass man auf ein „Ergebnis nach Bewertung von 5,9 Mrd. Euro“ kommt. Zum Vormerken hier schon einmal, wie sich dieser „Bewertungsaufwand“ laut DSGV-Präsentation auf die verschiedenen Posten aufteilt:
  • Vom „Ergebnis nach Bewertung“ gehen dann noch einmal 0,9 Mrd. Euro ab. Dabei handelt es sich laut DSGV um das „neutrale Ergebnis“ (damit sind z.B. außerordentliche Aufwendungen gemeint, wobei unsere Mutmaßung ist, dass es irgendwas mit Pensionsverpflichtungen zu tun haben könnte, dass diese Aufwendungen so hoch sind, wie sie sind)
  • Jedenfalls: Nach Abzug des neutralen Ergebnisses landen wir bei 5,0 Mrd. Euro „Ergebnis vor Steuern“, von denen 2,8 Mrd. Euro Steuern abgehen, sodass unterm Strich ein Jahresüberschuss von 2,2 Mrd. Euro steht.

Die Bundesbank berechnet den Gewinn der HGB-Banken nun, indem sie einmal „Vorsteuergewinn + Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken“ rechnet, und einmal, indem sie „Nachsteuergewinn + Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken“ rechnet. Bei diesem Fonds (auch als „340g“ bekannt) handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Rücklagenposition, mit der die HGB-Banken auf Kosten des ausgewiesenen Gewinns ihr Kapital stärken können. Nach unserem Verständnis findet sich diese Position in der unteren der beiden abgebildeten DSGV-Grafiken unter dem Stichwort „Vorsorgereserven“ (wobei gestern leider nicht abschließend zu klären war, ob es sich bei den Vorsorgereserven wirklich komplett um „340g“-Rückstellungen handelt; es gibt nämlich auch stille Reserven nach „340f“, die von der Bundesbank unberücksichtigt bleiben).

Jedenfalls: Geht man davon aus, dass es sich bei den Vorsorgereserven um „340g“-Rücklagen handelt, dann beträgt der 2018er-Vorsteuergewinn der deutschen Sparkassen nach Bundesbank-Methodik  7,7 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (9,7 Mrd. Euro) einen Rückgang von 20,6% bedeutet. Und nach Steuern? Sind es 4,9 Mrd. Euro verglichen mit 6,8 Mrd. Euro, also ein Rückgang  von 27,9%.

Ist das schlimm, gar dramatisch? Nö. Aber das haben wir ja auch nicht behauptet.

Fünf Gründe, warum das Fintech „Weltsparen“ die MHB-Bank kauft

Von Heinz-Roger Dohms

Da wartet man tagein, tagaus darauf, dass endlich mal eine große deutsche Bank ein großes deutsches Fintech kauft – doch stattdessen hat nun ein großes deutsches Fintech eine kleine deutsche Bank gekauft. Namentlich: Der Berliner Einlagenvermittler Raisin („Weltsparen“) übernimmt die Frankfurter Whitelabel-Bank MHB.

Falls Sie nun berechtigterweise nach dem „Warum“ fragen – hier fünf Gründe:

  1. Als Transaktionsbank ist die MHB schon seit Jahren für Raisin tätig, man kennt sich also.
  2. Dank der Akquisition verfügt das 2013 gegründete Finanz-Startup nun über eine europaweit einsetzbare Banklizenz – braucht sich also nicht mehr in jedem Land, in das man expandiert, eigene Vermittlerlizenzen zu besorgen.
  3. Es gibt Banken da draußen, die ihr Einlagengeschäft komplett ausgelagert haben (ein Beispiel ist die IKB, die auf den entsprechenden Service der biw-Bank zurückgreift). Raisin kann diese Dienstleistung nun ebenfalls anbieten – eine sinnvolle Ergänzung des Geschäftsmodells.
  4. Raisin hat es nun selbst in der Hand, in welche neuen Technologien die MHB-Bank investiert.
  5. Vermutlich ist der Kaufpreis überschaubar (unser Tipp: ein nicht zu hoher zweistelliger Mio.-Betrag).

Kann es sein, dass der Sparkassen-Gewinn 2018 eingebrochen ist?

Von Heinz-Roger Dohms

Wie viel Gewinn haben die Sparkassen 2018 gemacht? Der DSGV sagt, operativ seien es 10 Mrd. Euro gewesen – und wenn man davon u.a. die Steuern und den sog. „Bewertungsaufwand“ abziehe, lande man unterm Strich immer noch bei 2,2 Mrd. Euro, was mehr (!!!) sei als im Vorjahr.

Vielleicht sollte man sich diesen „Bewertungsaufwand“ aber mal etwas genauer anschauen: Er betrug 4,1 Mrd. Euro, die sich auf 2,7 Mrd. Euro Vorsorgereserven und 1,4 Mrd. Euro Abschreibungen verteilten. Vorsorge? Das klingt nicht nur gut, sondern ist es in diesem Fall auch – hier geht es um Rücklagen zur Stärkung des Kapitals (für die Aficionados: gemeint sind unserem Verständnis nach Reserven gemäß 340g). Abschreibungen dagegen? Sind halt Abschreibungen, also schlecht! Vergleicht man das Ganze nun mit 2016 und 2017, dann sieht man: Da waren es sogar 4,7 Mrd. Euro „Bewertungsaufwand“. Der bestand aber quasi ausschließlich aus Vorsorgereserven, also „gutem Aufwand“.

Drum: Müsste man, um eine Aussage zu treffen, wie es bei den Sparkassen wirklich gelaufen ist, nicht „Vorsteuergewinn + guter Aufwand“ rechnen???* Das waren 2018 nämlich nur noch 7,7 Mrd. Euro, nach jeweils 9,7 Mrd. Euro in den  beiden Vorjahren. DSGV-Präsentation (PDF; entscheidend sind die Seiten 10 + 11)

07/03/19: Sparkassen-Gewinn bricht ein, Dt.-Bank-Boni, Fintech kauft MHB-Bank

Kann es sein, dass die Sparkassen letztes Jahr satte 2 Mrd. Euro weniger verdient haben als 2017???

Wie viel Gewinn haben die Sparkassen 2018 gemacht? Der DSGV sagt, operativ seien es 10 Mrd. Euro gewesen – und wenn man davon u.a. die Steuern und den sog. „Bewertungsaufwand“ abziehe, lande man unterm Strich immer noch bei 2,2 Mrd. Euro, was mehr (!!!) sei als im Vorjahr.  Vielleicht sollte man sich diesen „Bewertungsaufwand“ aber mal etwas genauer anschauen: Er betrug 4,1 Mrd. Euro, die sich auf 2,7 Mrd. Euro Vorsorgereserven und 1,4 Mrd. Euro Abschreibungen verteilten. Vorsorge? Das klingt nicht nur gut, sondern ist es in diesem Fall auch – hier geht es um Rücklagen zur Stärkung des Kapitals (für die Aficionados: gemeint sind unserem Verständnis nach Reserven gemäß 340g). Abschreibungen dagegen? Sind halt Abschreibungen, also schlecht! Vergleicht man das Ganze nun mit 2016 und 2017, dann sieht man: Da waren es sogar 4,7 Mrd. Euro „Bewertungsaufwand“. Der bestand aber quasi ausschließlich aus Vorsorgereserven, also „gutem Aufwand“. Drum: Müsste man, um eine Aussage zu treffen, wie es bei den Sparkassen wirklich gelaufen ist, nicht „Vorsteuergewinn + guter Aufwand“ rechnen???* Das waren 2018 nämlich nur noch 7,7 Mrd. Euro, nach jeweils 9,7 Mrd. Euro in den  beiden Vorjahren. DSGV-Präsentation (PDF; entscheidend sind die Seiten 10 + 11)

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Fünf Gründe, warum das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) die Frankfurter MHB-Bank kauft

Da wartet man tagein, tagaus darauf, dass endlich mal eine große deutsche Bank ein großes deutsches Fintech kauft – doch stattdessen hat nun ein großes deutsches Fintech eine kleine deutsche Bank gekauft. Namentlich: Der Berliner Einlagenvermittler Raisin („Weltsparen“) übernimmt die Frankfurter Whitelabel-Bank MHB. Falls Sie nun berechtigterweise nach dem „Warum“ fragen – hier fünf Gründe: 1.) Als Transaktionsbank ist die MHB schon seit Jahren für Raisin tätig, man kennt sich also. 2.) Dank der Akquisition verfügt das 2013 gegründete Finanz-Startup nun über eine europaweit einsetzbare Banklizenz – braucht sich also nicht mehr in jedem Land, in das man expandiert, eigene Vermittlerlizenzen zu besorgen. 3.) Es gibt Banken da draußen, die ihr Einlagengeschäft komplett ausgelagert haben (ein Beispiel ist die IKB, die auf den entsprechenden Service der biw-Bank zurückgreift). Raisin kann diese Dienstleistung nun ebenfalls anbieten – eine sinnvolle Ergänzung des Geschäftsmodells.  4.) Raisin hat es nun selbst in der Hand, in welche neuen Technologien die MHB-Bank investiert. 5.) Vermutlich ist der Kaufpreis überschaubar (unser Tipp: ein nicht zu hoher zweistelliger Mio.-Betrag).

News

Dürfen wir noch mal was zu den Sparkassen-Zahlen fragen? Warum ist der Provisionsüberschuss nur um 2,7% gestiegen, während es bei den Volks- und Raiffeisenbanken (jedenfalls bei denen, die vom Genossenschafts-Verband repräsentiert werden) knapp 5% waren? Eine ganz, ganz, ganz vorsichtige Mutmaßung: Kann es sein, dass die Genobanken im vergangenen Jahr weiter an den Gebühren gedreht haben, während die Sparkassen nach den saftigen Erhöhungen 2017 erst einmal ein Päuschen eingelegt haben? DSGV-Pressemitteilung

Und noch ein letztes Snippet aus den DSGV-Zahlen, dann geben wir für heute Ruhe: Das Betriebsergebnis vor Bewertung gemessen an der Bilanzsumme ist auf 0,82% gesunken – wieder mal ein Beleg, dass viele deutsche Banken zwar weiterhin Gewinn machen, dafür aber ein immer größeres Rad drehen müssen. Rede des DSGV-Präsidenten

Wobei, noch eine allerallerletzte Anmerkung zur PK des Sparkassen-Verbands: Dem „Handelsblatt“ entnehmen wir, dass DSGV-Präsident Helmut Schleweis gestern die Einführung von Apple Pay für das laufende Kalenderjahr angekündigt hat. Kommt nicht überraschend (siehe unser kleines Stück über das „Geheimprojekt Diamond“ neulich), wollten wir aber trotzdem vermeldet haben. Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen: „Bloomberg“ stellt mal wieder Vermutungen zu den 2018er-Boni der Deutschen Bank an – und geht nun von einem Rückgang um 10-15% auf knapp 2 Mrd. Euro aus (Bloomberg) +++ Die Commerzbank und die Deutsche Börse haben erstmals ein Repo-Geschäft auf Blockchain-Basis durchgeführt (Pressemitteilung) +++ Bei der DWS ist der digitale Hoffnungsträger Kai Bald offenbar zum digitalen Hoffnungsträger a.D. mutiert (Fondsprofessionell)

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Dass die „starke Kundenauthentifizierung“ (SCA) ab Mitte September obligatorisch wird für elektronische Bezahlverfahren – gut und schön. Aber warum ist der Eba jetzt plötzlich eingefallen, dass Ganze auch für Lastschriftmandate einzuführen? Ein böser Kommentar des Kollegen Bender vom Bargeldlosblog

„Bei Instant Payments mussten wir eine Vielzahl unserer Grundprinzipien über Bord werfen“: Die DZ Bank zieht drei Monate nach dem Start der neuen Bezahlmethode ein erstes Zwischenfazit: DZ-Innovationsblog

Wenn der Fintech-Influencer Jochen Siegert twittert, dann geht die Zahl der „Likes“, „Retweets“ und Antworten gern mal in die Dutzende – nur als er dieser Tage fragte, ob es eigentlich auch Robo-Adviser mit Angeboten für KMUs gebe … da war quasi tote Hose: Twitter

Ist die eigene Kryptowährung von JP Morgan nun ein Gamechanger oder nicht? Ein paar Gedanken zum Thema: Medium

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… war gestern unsere Analyse zu den DZ-Bank-Zahlen. Finanz-Szene.de

*Eigentlich wäre es unsere journalistische Aufgabe gewesen, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Aus unterschiedlichen Gründen haben wir aber erst am späten Abend mit der Produktion des heutigen Newsletters begonnen – zu spät, um noch beim DSGV nachzufragen. Holen wir heute nach.

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07/03/19: Weltsparen kauft MHB-Bank, Lastschrift-Quatsch?, Sparkassen-Gewinn bricht ein

Fünf Gründe, warum das Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) die Frankfurter MHB-Bank kauft

Da wartet man tagein, tagaus darauf, dass endlich mal eine große deutsche Bank ein großes deutsches Fintech kauft – doch stattdessen hat nun ein großes deutsches Fintech eine kleine deutsche Bank gekauft. Namentlich: Der Berliner Einlagenvermittler Raisin („Weltsparen“) übernimmt die Frankfurter Whitelabel-Bank MHB. Falls Sie nun berechtigterweise nach dem „Warum“ fragen – hier fünf Gründe: 1.) Als Transaktionsbank ist die MHB schon seit Jahren für Raisin tätig, man kennt sich also. 2.) Dank der Akquisition verfügt das 2013 gegründete Finanz-Startup nun über eine europaweit einsetzbare Banklizenz – braucht sich also nicht mehr in jedem Land, in das man expandiert, eigene Vermittlerlizenzen zu besorgen. 3.) Es gibt Banken da draußen, die ihr Einlagengeschäft komplett ausgelagert haben (ein Beispiel ist die IKB, die auf den entsprechenden Service der biw-Bank zurückgreift). Raisin kann diese Dienstleistung nun ebenfalls anbieten – eine sinnvolle Ergänzung des Geschäftsmodells.  4.) Raisin hat es nun selbst in der Hand, in welche neuen Technologien die MHB-Bank investiert. 5.) Vermutlich ist der Kaufpreis überschaubar (unser Tipp: ein nicht zu hoher zweistelliger Mio.-Betrag).

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Kann es sein, dass die Sparkassen letztes Jahr satte 2 Mrd. Euro weniger verdient haben als 2017???

Wie viel Gewinn haben die Sparkassen 2018 gemacht? Der DSGV sagt, operativ seien es 10 Mrd. Euro gewesen – und wenn man davon u.a. die Steuern und den sog. „Bewertungsaufwand“ abziehe, lande man unterm Strich immer noch bei 2,2 Mrd. Euro, was mehr (!!!) sei als im Vorjahr.  Vielleicht sollte man sich diesen „Bewertungsaufwand“ aber mal etwas genauer anschauen: Er betrug 4,1 Mrd. Euro, die sich auf 2,7 Mrd. Euro Vorsorgereserven und 1,4 Mrd. Euro Abschreibungen verteilten. Vorsorge? Das klingt nicht nur gut, sondern ist es in diesem Fall auch – hier geht es um Rücklagen zur Stärkung des Kapitals (für die Aficionados: gemeint sind unserem Verständnis nach Reserven gemäß 340g). Abschreibungen dagegen? Sind halt Abschreibungen, also schlecht! Vergleicht man das Ganze nun mit 2016 und 2017, dann sieht man: Da waren es sogar 4,7 Mrd. Euro „Bewertungsaufwand“. Der bestand aber quasi ausschließlich aus Vorsorgereserven, also „gutem Aufwand“. Drum: Müsste man, um eine Aussage zu treffen, wie es bei den Sparkassen wirklich gelaufen ist, nicht „Vorsteuergewinn + guter Aufwand“ rechnen???* Das waren 2018 nämlich nur noch 7,7 Mrd. Euro, nach jeweils 9,7 Mrd. Euro in den  beiden Vorjahren. DSGV-Präsentation (PDF; entscheidend sind die Seiten 10 + 11)

News

Dürfen wir noch mal was zu den Sparkassen-Zahlen fragen? Warum ist der Provisionsüberschuss nur um 2,7% gestiegen, während es bei den Volks- und Raiffeisenbanken (jedenfalls bei denen, die vom Genossenschafts-Verband repräsentiert werden) knapp 5% waren? Eine ganz, ganz, ganz vorsichtige Mutmaßung: Kann es sein, dass die Genobanken im vergangenen Jahr weiter an den Gebühren gedreht haben, während die Sparkassen nach den saftigen Erhöhungen 2017 erst einmal ein Päuschen eingelegt haben? DSGV-Pressemitteilung

Und noch eine Anmerkung zur PK des Sparkassen-Verbands: Dem „Handelsblatt“ entnehmen wir, dass DSGV-Präsident Helmut Schleweis gestern die Einführung von Apple Pay für das laufende Kalenderjahr angekündigt hat. Kommt nicht überraschend (siehe unser kleines Stück über das „Geheimprojekt Diamond“ neulich), wollten wir aber trotzdem vermeldet haben. Handelsblatt (Paywall)

Kurzmeldungen: „Bloomberg“ stellt mal wieder Vermutungen zu den 2018er-Boni der Deutschen Bank an – und geht nun von einem Rückgang um 10-15% auf knapp 2 Mrd. Euro aus (Bloomberg) +++ Die Commerzbank und die Deutsche Börse haben erstmals ein Repo-Geschäft auf Blockchain-Basis durchgeführt (Pressemitteilung) +++ Bei der DWS ist der digitale Hoffnungsträger Kai Bald offenbar zum digitalen Hoffnungsträger a.D. mutiert (Fondsprofessionell)

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Linktipps

Dass die „starke Kundenauthentifizierung“ (SCA) ab Mitte September obligatorisch wird für elektronische Bezahlverfahren – gut und schön. Aber warum ist der Eba jetzt plötzlich eingefallen, dass Ganze auch für Lastschriftmandate einzuführen? Ein böser Kommentar des Kollegen Bender vom Bargeldlosblog

„Bei Instant Payments mussten wir eine Vielzahl unserer Grundprinzipien über Bord werfen“: Die DZ Bank zieht drei Monate nach dem Start der neuen Bezahlmethode ein erstes Zwischenfazit: DZ-Innovationsblog

Wenn der Fintech-Influencer Jochen Siegert twittert, dann geht die Zahl der „Likes“, „Retweets“ und Antworten gern mal in die Dutzende – nur als er dieser Tage fragte, ob es eigentlich auch Robo-Adviser mit Angeboten für KMUs gebe … da war quasi tote Hose: Twitter

Ist die eigene Kryptowährung von JP Morgan nun ein Gamechanger oder nicht? Ein paar Gedanken zum Thema: Medium

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zu den DZ-Bank-Zahlen. Finanz-Szene.de

*Eigentlich wäre es unsere journalistische Aufgabe gewesen, der Frage auf den Grund zu gehen. Aus unterschiedlichen Gründen haben wir aber erst am späten Abend mit der Produktion des heutigen Newsletters begonnen – zu spät, um noch beim DSGV nachzufragen. Holen wir heute nach.

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