18/03/19: Deutsche und Coba machen Ernst, PSD2-Spezial, Das Ende der Fintech Group

Ein historischer Tag: Deutsche Bank und Commerzbank kündigen Fusionsgespräche an

Sie meinen es also tatsächlich ernst – oder wenigstens tun sie so: Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben gestern beschlossen, in den nächsten Woche eine mögliche Fusion auszuloten. Bis spätestens Ende April sollen die Gespräche zu einem konkreten Ergebnis führen, hieß es gestern aus Finanzkreisen. Mit ihrer Entscheidung, nun auch offiziell über einen Zusammenschluss zu sprechen, beugen sich die beiden Frankfurter Großbanken dem politischen Druck aus Berlin, wo Finanzminister Scholz und sein Staatssekretär Kukies (der Ex-Deutschland-Co-Chef von Goldman Sachs) seit Monaten auf einen Merger von „Blau“ und „Gelb“ hinwirken. Speziell bei Deutsche-Bank-Chef Sewing ist allerdings unklar, inwieweit er wirklich hinter der Fusionsidee steht. In einem Brief an die Belegschaft ließ er  gestern Skepsis durchblicken: „Zum jetzigen Zeitpunkt steht keineswegs fest, ob es überhaupt zu einer Transaktion kommen wird. Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.“

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Wow, was für ein verrückter Sonntag: Nicht genug, dass gestern das passiert ist, was wir Ihnen weiter oben erzählt haben – nein, fast zeitgleich berichtete „Bloomberg“, die Allianz prüfe eine mögliche Fusion ihrer Vermögensverwaltungs-Sparte mit der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS (das fusionierte Unternehmen käme nach heutigem Stand auf Assets under Management in Höhe von fast 1200 Mrd. Euro). In der Theorie klingt das alles sehr plausibel. Denn: a) Die Allianz befindet sich tendenziell im Angriffsmodus. b) Der Asset-Management-Branche wird allenthalben eine Konsolidierung prophezeit. Und c) Die Deutsche Bank könnte mit dem Erlös die Übernahme der Coba finanzieren. Und in der Praxis? Darf man vielleicht mal ganz zaghaft fragen, was für Herrn Sewing denn gewonnen wäre, wenn er die DWS abstieße, um sich stattdessen die Commerzbank ans Bein zu binden. Bloomberg

Kann es sein, dass sich die Bafin in Sachen Wirecard ein bisschen unter Rechtfertigungsdruck sieht? Jedenfalls: In der „Süddeutschen Zeitung“ kann man heute Früh einen langen Artikel zu den Hintergründen des vor einem Monat erlassenen Leerverkaufs-Verbots lesen. Tenor, unter Verweis u.a. auf interne Unterlagen der Bonner Behörde: Die Situation sei so arg gewesen, dass die Bafin quasi gar nicht anders gekonnt hätte, als die bösen Leerverkäufer zu stoppen. Süddeutsche 

Exklusiv – Deutsche Börse zieht sich aus bizarrem Fintech-Joint-Venture zurück: Warum, um alles in der Welt, lässt sich ein seriöser Dax-Konzern mit einem, nun ja, schillernden Finanz-Startup wie dem Hamburger Unternehmen Naga ein? Um ehrlich zu sein: Wir wissen es nicht (vermuten aber, dass es irgendwas mit  Naivität zu tun hat). Was wir wissen (und nicht bloß vermuten): Nur zwei Jahre, nachdem die Deutsche Börse und Naga voller Stolz die Gründung der „Switex GmbH“ (Geschäftsmodell: ein Marktplatz für virtuelle Computerspiel-Gegenstände) bekanntgegeben hatten, hat die Deutsche Börse ihren 40-prozentigen Anteil an dem Joint-Venture wieder „verkauft“. So jedenfalls ist es im am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht des Frankfurter Börsenbetreibers nachzulesen. Und wie man  dem Handelsregister entnehmen kann, handelt es sich beim „Käufer“ um Naga selber. Konzernanhang (PDF)

Kurzmeldungen: Die Fintech Group  AG (also das Konglomerat rund um den Billig-Broker Flatex und die frühere biw Bank) nennt sich wieder mal um und soll künftig „flatex AG“ heißen (Ad-hoc Meldung) +++ Die EZB treibt die Reform des Berichtswesens für Europas Banken voran (Börsen-Zeitung) +++ Der neue Deutsche-Börse-CEO Theodor Weimer hat 2018 hübsche 6,4 Mio. Euro Gehalt bekommen (Wiwo) +++ Nach dem Abgang von Monika Schaller wird Anke Hallmann neue Stellvertreterin von Deutsche-Bank-Kommunikationschef Jörg Eigendorf (PR Report)

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Die Umsetzung der PSD2-Richtlinie geht in die heiße Phase. Für die Banken heißt das: Seit Ende vergangener Woche müssen sie ihre „API“ genannten Konto-Schnittstellen für Drittanbieter zum Testen freigeben. Hier unsere monothematische Linkliste zum Thema:

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Und als kleiner Service für unsere Fintechs: Hier gibt es weiterführende Informationen der Sparkassen, der Volks- und Raiffeisenbanken, der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Aareal, der DKB und von Berenberg (ja, die Liste ist unvollständig …)

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… war am Freitag unser Stück über die „Scheingewinne“ der deutschen Sparkassen. Finanz-Szene.de

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18/03/19: Deutsche und Coba loten Fusion aus, Allianz+DWS?, PSD2-Spezial

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Kurzmeldungen: Die Fintech Group  AG (also das Konglomerat rund um den Billig-Broker Flatex und die frühere biw Bank) nennt sich wieder mal um und soll künftig „flatex AG“ heißen (Ad-hoc Meldung) +++ Die EZB treibt die Reform des Berichtswesens für Europas Banken voran (Börsen-Zeitung) +++ Der neue Deutsche-Börse-CEO Theodor Weimer hat 2018 hübsche 6,4 Mio. Euro Gehalt bekommen (Wiwo) +++ Nach dem Abgang von Monika Schaller wird Anke Hallmann neue Stellvertreterin von Deutsche-Bank-Kommunikationschef Jörg Eigendorf (PR Report)

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Christian Sewings Brief an die Deutsche-Bank-Mitarbeiter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben die Öffentlichkeit heute darüber informiert, dass wir im Zusammenhang mit der Prüfung strategischer Optionen Gespräche mit der Commerzbank führen.

Seit Monaten gibt es ständig Gerüchte über mögliche Zusammenschlüsse. Insofern ist es mir persönlich sehr wichtig, die Situation etwas einzuordnen.

Sie erinnern sich sicher, dass ich im September vergangenen Jahres gesagt habe, wir wollten zunächst unsere Hausaufgaben erledigen. Dabei sind wir in den vergangenen Monaten weit vorangekommen. Darauf können wir stolz sein und aufbauen.

Gleichzeitig müssen wir uns aber dann mit Gelegenheiten beschäftigen, wenn sie sich bieten. Die Konsolidierung der Bankenbranche in Deutschland und Europa ist für uns ein wichtiges Thema, auch das habe ich immer wieder betont. Wir müssen prüfen, wie wir sie mitgestalten wollen. Unser Ziel ist und bleibt es, eine globale Bank mit einem starken Kapitalmarktgeschäft zu sein – basierend auf einer führenden Position in unserem Heimatmarkt Deutschland und Europa und mit einem weltweiten Netzwerk, wie es unsere Kunden von uns erwarten. Wichtig ist mir dabei: Wir werden ausschließlich wirtschaftlich sinnvolle Optionen verfolgen, mit denen wir an unsere Fortschritte von 2018 anknüpfen können.

Wir im Vorstand werden deshalb die Möglichkeiten, die sich uns bieten, sorgfältig prüfen. Das ist unsere Verantwortung, das ist unsere Pflicht. Dabei haben wir das Interesse des Unternehmens und aller beteiligten Gruppen im Blick. Zum jetzigen Zeitpunkt steht keineswegs fest, ob es überhaupt zu einer Transaktion kommen wird. Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.

In der Zwischenzeit bitte ich Sie, sich auf Ihr tägliches Geschäft zu konzentrieren und für unsere Kunden da zu sein. Sie setzen auf uns, und dieses Vertrauen ist unser höchstes Gut. Mit nichts können wir besser für uns werben als mit guter Leistung für unsere Kunden.

Danke für Ihre Loyalität und Ihren großen Einsatz.

Ihr

Christian Sewing