21/03/19: Die „Deutsche Commerz“-Analyse, Zalando wirft Apple Pay raus, Check24

Die (marktschreierisch formuliert) ultimative Analyse zur Fusion von Deutscher Bank und Coba

Dürfen wir Ihnen heute nochmal mit Deutscher Bank und Commerzbank kommen? Weil: 1.) Die übrige Themenlage ist eher mau. Und 2.) Wenn man ehrlich ist, haben wir in den letzten Tagen zwar brav die Nachrichtenlage abgebildet – analytisch allerdings waren wir eher suboptimal unterwegs. Das soll nun nicht heißen, dass wir von einem Tag auf den anderen plötzlich die großen Bescheidwisser sind. Sind wir nicht!!! Aber: Lustigerweise haben wir ausgerechnet bei Twitter eine Analyse entdeckt, bei deren Lektüre wir erstens dachten: Och, klingt eigentlich ziemlich plausibel. Und da es sich bei dem Verfasser um einen Anonymus (Deckname: „JohannesBorgen“) handelte, dachten wir zweitens: Och, so einem Anonymus ist es vermutlich ziemlich wurscht, wenn wir uns seine Gedanken zu eigen machen. Drum, hier finden Sie „Borgens“ Analyse im Original: Thread I und Thread II. Falls Sie aber nicht so die Twitter-Freaks sind, haben wir den Gedankengang hier leicht verdichtet für Sie zusammengefasst: Finanz-Szene.de

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News

Mensch, die Kollegen des „Handelsblatts“ lassen beim Thema „Super-Landesbank“ aber wirklich nicht locker, auch wenn aus der „Super-Landesbank“ zwischenzeitlich ein „Super-Landesbänkchen“ wurde (bestehend nur noch aus Deka, Helaba und Berlin Hyp) und in der Berichterstattung heute Früh das „Super-Landesbänkchen“ nochmals schrumpft zum „Super-Landesbänkchen light“

Oder anders formuliert: Die jüngste Spekulation besagt, dass zumindest die Helaba und die Deka zusammengehen könnten. Als Beleg verweist das „HB“ auf Ereignisse im Herbst 2014 bzw. Frühjahr 2015. Damals hätten die  Verantwortlichen nämlich – wie neue Recherchen zeigten – „intensiv“ über einen Zusammenschluss der beiden öffentlich-rechtlichen Institute beraten. Sogar eine 150-seitige Machbarkeitsstudie sei erstellt worden und positiv ausgefallen. Nun zeigt ein Blick ins Archiv: So ganz neu ist das alles insofern nicht, als über eine Fusion von Helaba und Deka  seit Ewigkeiten spekuliert wird und 2015 sogar eine öffentliche Debatte hierüber geführt wurde (Beleg I, Beleg II). Und doch: Auch bei DZ Bank und WGZ Bank dachte man ja irgendwann, das wird nie was – und plötzlich war dann doch was draus geworden. Handelsblatt (Paywall)

Ein Nachtrag zur SSK Düsseldorf (weil wir glauben, die Zahlen inzwischen besser verstanden zu haben): Die neuntgrößte deutsche Sparkasse quetscht aus einer durchschnittlichen Bilanzsumme von rund 11,5 Mrd. Euro ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 80,3 Mio. Euro  heraus (also ziemlich schwache 0,70% „operativer Gewinn“ gemessen an der DBS). Davon muss man sich (jedenfalls auf mittlere Sicht) aber nun noch jene rund 55 Mio. Euro Spezialertrag wegdenken, die 2018 aus demnächst auslaufenden Private-Equity-Engagements kamen. Zudem verbuchte die SSK Düdo im vergangenen Jahr ein Bewertungsergebnis (also quasi: Risikokosten) in Höhe von rund 21 Mio. Euro. Das Geld geht also auch noch ab, und zwar jetzt schon. Und unter welchem Motto stand die Bilanz-PK? „Wir schütten wieder aus“. Fragt sich: Was? Beziehungsweise: Wovon?

Kurzmeldungen: Nur drei Monate nach der Einführung schafft Zalando Apple Pay schon wieder ab (t3n) +++ Check24 beteiligt sich mit einer siebenstelligen Summe am Hamburger Risikomanagement-Fintech Risk42 (Pressemeldung/PDF) +++ Der Münchner API-Dienstleister BANKSapi liefert das PSD2-Tool für die neue Finanzplattform von Swiss Life Deutschland (Versicherungsmonitor)

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Ignoriert

Was würden wir dafür geben, endlich mal die streng repräsentativen „mehr als 1000 Personen in Deutschland“ kennenzulernen, bei denen der Bitkom immer für seine Digital-Finance-Umfragen durchklingelt. Nachdem nämlich bei der letzten Bitkom-Befragung herauskam, dass jeder dritte Deutsche schon einmal mobil bezahlt hat, kam bei der jüngsten Bitkom-Befragung heraus, dass jeder dritte Deutsche per Sprachbefehl Geld überweisen würde. Lieber Bitkom, Vorschlag zur Güte: Du brauchst und nicht die 1000 zu geben, wenn Du uns die 333 gibst.

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Maulwurf im Doppelturm: Die Deutsche Bank verdächtigt ihre eigenen Aufsichtsräte, brisante Informationen an Journalisten durchzustechen. SZ

Alarmstufe Gelb: Bei der Betriebsversammlung der Commerzbank war gestern aus naheliegenden Gründen ziemlich viel los. Ein Stimmungsbericht. Frankfurter Allgemeine

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… war gestern unsere Analyse zu den Investitionsplänen der großen deutschen Fintechs. Finanz-Szene.de

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21/03/19: Die große „Deutsche Commerz“-Analyse, Helaba/Deka, Der neue BayernLB-Chef

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Ein Nachtrag zur SSK Düsseldorf (weil wir glauben, die Zahlen inzwischen besser verstanden zu haben): Die neuntgrößte deutsche Sparkasse quetscht aus einer durchschnittlichen Bilanzsumme von rund 11,5 Mrd. Euro ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 80,3 Mio. Euro  heraus (also ziemlich schwache 0,70% „operativer Gewinn“ gemessen an der DBS). Davon muss man sich (jedenfalls auf mittlere Sicht) aber nun noch jene rund 55 Mio. Euro Spezialertrag wegdenken, die 2018 aus demnächst auslaufenden Private-Equity-Engagements kamen. Zudem verbuchte die SSK Düdo im vergangenen Jahr ein Bewertungsergebnis (also quasi: Risikokosten) in Höhe von rund 21 Mio. Euro. Das Geld geht also auch noch ab, und zwar jetzt schon. Und unter welchem Motto stand die Bilanz-PK? „Wir schütten wieder aus“. Fragt sich: Was? Beziehungsweise: Wovon?

Kurzmeldungen: Der bisherige FMS-Wertmanagement-Chef Stephan Winkelmeier wird wie erwartet neuer Vorstandschef der BayernLB (Pressemitteilung), mehr dazu weiter unten bei den Linktipps +++ Auslandsbanken wie die BNP Paribas oder die ING sind 2018 im deutschen Firmenkundengeschäft deutlich stärker gewachsen als die heimischen Anbieter (Capital) +++ Roland Berger hat offenbar ein attraktive Mandat bei der Schweizer Raiffeisen-Zentrale eingeheimst (Inside Paradeplatz) +++ Nur drei Monate nach der Einführung schafft Zalando Apple Pay schon wieder ab (t3n) +++ Check24 beteiligt sich mit einer siebenstelligen Summe am Hamburger Risikomanagement-Fintech Risk42 (Pressemeldung/PDF)

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Was würden wir dafür geben, endlich mal die streng repräsentativen „mehr als 1000 Personen in Deutschland“ kennenzulernen, bei denen der Bitkom immer für seine Digital-Finance-Umfragen durchklingelt. Nachdem nämlich bei der letzten Bitkom-Befragung herauskam, dass jeder dritte Deutsche schon einmal mobil bezahlt hat, kam bei der jüngsten Bitkom-Befragung heraus, dass jeder dritte Deutsche per Sprachbefehl Geld überweisen würde. Lieber Bitkom, Vorschlag zur Güte: Du brauchst und nicht die 1000 zu geben, wenn Du uns die 333 gibst.

Linktipps

Stephan Winkelmeier: Was ist der künftige BayernLB-Chef für ein Typ – und was steht nun auf seiner Agenda? Süddeutsche

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Normale deutsche Sparkasse arbeitet ähnlich profitabel wie die Citigroup

Von Heinz-Roger Dohms

Soso, nur eine von zwölf deutschen Banken erwirtschaftet also ihre Eigenkapitalkosten. Wurde jüngst jedenfalls überall vermeldet. Urheber der Nachricht? Die Beraterfirma Bain, deren jährliche Erhebung zum teutonischen Bankenmarkt längst Benchmark-Status genießt. Fragt sich nur: Ist die Studie analytisch überhaupt zielführend? Wir möchten da ein paar Zweifel anmelden, nachdem wir uns zwischen den Jahren einfach mal durch die Bilanzen diverser deutscher Kreditinstitute gelesen haben. Beispiel: die Sparkasse Aachen. Die dürfte mit ziemlicher Sicherheit zu den Banken gehören, die laut Bain-Methodik ihre EK-Kosten NICHT verdienen. Zugleich zeigen unsere Berechnungen allerdings, dass die Sparkasse Aachen sensationellerweise fast so profitabel arbeitet wie die amerikanische Citigroup. Glauben Sie nicht? Hier unsere Analyse:

I. Das hier ist die 2017er GuV der Sparkasse Aachen

(Smartphone am besten QUER HALTEN, wenn Sie die GuV wirklich lesen wollen. Sollte Ihnen die Tabelle zu üppig sein, dann können Sie problemlos auch gleich zum nächsten Punkt runterscrollen …)

2016 (in Tsd.)
1. Zinserträge aus 265.751.288,43 281.308
2. Zinsaufwendungen 71.977.924,29 74.300
193.773.364,14 207.008
3. Laufende Erträge 22.281.390,63 15.070
4. Erträge aus Gewinnabführungen. etc. pp. 3.588.869,19 2.852
5. Provisionserträge 72.630.501,96 64.442
6. Provisionsaufw. 3.061.274,39 2.921
69.569.227,57 61.520
7. Nettoertrag des Handelsbestands
8. Sonstige betriebliche Erträge 28.203.689,18 34.538
317.416.540,71 320.988
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 163.974.513,16 173.494
11. Abschreibungen, Wertbericht. etc.pp. 13.359.991,07 8.662
12. Sonstige betr. Aufwendungen 24.323.790,81 26.136
13. Abschreibungen, Wertberichtigungen auf Forderungen etc. pp. 3.008.188,05
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 57.575
3.008.188,05 57.575
15. Abschreibungen, Wertberichtigungen auf Beteiligungen etc. pp. 158
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen etc. pp 1.019.269,87
1.019.269,87 158
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme
18. Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 34.473.540,40 90.627
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 79.295.787,09 79.487
20. AO Erträge
21. AO Aufwendungen
22. AO Ergebnis
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 40.368.671,78 38.099
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 743.713,48 870
41.112.385,26 38.969
25. Jahresüberschuss 38.183.401,83 40.518
26. Gewinnvortrag
38.183.401,83 40.518
27. Entnahmen aus Rücklagen
38.183.401,83 40.518
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
29. Bilanzgewinn 38.183.401,83 40.518

Unser Gefühl: Das ist zwar eine sehr gute, aber zugleich auch eine „normale“ Sparkassen-GuV in dem Sinne, dass sie nichts enthält, was man in den GuVs anderer Sparkassen nicht auch finden könnte Die Zahlen sind transparent, nachvollziehbar und unserem Eindruck nach durch keine größeren Sondereffekte geprägt.

II. Wieviel Gewinn hat die SK Aachen nun gemacht?

Die Ertragskraft zeigt sich in letzter Konsequenz  anhand von drei Kennziffern, nämlich den Zeilen 25 („Jahresüberschuss“), 23 („Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“) sowie 18 („Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken“).

18. Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 34.473.540,40
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 40.368.671,78
25. Jahresüberschuss 38.183.401,83
Summe 113.025.614,01

Ein bisschen platt gesagt:

  • Der „Jahresüberschuss“ ist das, was letztlich übrigbleibt, also der Nachsteuergewinn
  • Addiert man hierzu die „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“, erhält man den Vorsteuergewinn
  • Daneben gilt es als drittes den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ zu berücksichtigen. Hierbei handelt es sich um einen Reserveposten, in den nach HGB bilanzierende Banken einen Teil ihres erwirtschafteten Geldes übertragen können (wobei der Fonds versteuert gebildet und offen ausgewiesen wird).

So, und ganz, ganz, ganz wichtig: Es kommt vor, dass Sparkassen stille Reserven auflösen, um diese dann in die offene Reserve (sprich: in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“) zu überführen. So scheint es bei der Sparkasse Aachen 2016 gewesen zu sein (siehe oben in der GuV, Zeile 18, die üppigen 90 Mio. Euro in der rechten Spalte …). Saubererweise sollte man dieses Geld eher nicht dem operativen Gewinn zuschlagen, schließlich wurde das Geld ja nicht aktuell erwirtschaftet, sondern irgendwann in der Vergangenheit. Indes: Im Abschuss findet sich der explizite Hinweis, „dass  in 2017 keine Umwidmung von Vorsorgereserven (§ 340f HGB) in den Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) vorgenommen wurde“. Alles gut also, so zumindest unser Eindruck.

Unterm Strich: Wir haben es mit 113 Mio. Euro Gewinn zu tun, und dieser scheint im Großen und Ganzen operativ erwirtschaftet worden zu sein (bei freilich sehr niedriger Risikovorsorge …)

III. Wie steht es nun um die Profitabilität?

Erlauben Sie uns, die Profitabilität auf Basis der Bilanzsumme zu kalkulieren statt auf Basis des Eigenkapitals? Nicht weil wir tricksen wollen. Sondern weil wir finden, dass die Berechnung auf Basis der Bilanzsumme bei kreditgebenden Banken (anders als bei Investmentbanken oder Private-Banking-Häusern) durchaus Sinn macht. Letztlich geht es ja darum abschätzen zu können, welches Rad so eine Bank im Kreditgeschäft drehen muss, damit am Ende ein bisschen was rumkommt. Und da ist „Gewinn durch Bilanzsumme“ unserer Meinung nach nicht der dümmste Indikator.

Also: Die Bilanzsumme der Sparkasse Aachen betrug per Ende 2017 ziemlich exakt 11.055 Mio. Euro. Wenn Sie hierdurch jetzt den weiter oben errechneten Gesamtgewinn von 113 Mio. Euro teilen, dann kommen sie auf auf eine Vorsteuerrendite von 1,02%. Das ist unsere Ansicht nach eine ziemlich beeindruckende Zahl, denn zur Erinnerung: Wir befinden uns bei unseren Berechnungen im Jahr 2017, also mitten im Zinstief.

Zur Veranschaulichung: Käme die Commerzbank (Bilanzsumme per Ende 2017: 452, 5 Mrd. Euro) auf eine Vorsteuerrendite von 1,02%, dann hätte sie in jenem Jahr mal eben 4,6 Mrd. Euro Vorsteuergewinn gemacht. Und die Deutsche Bank? Dort wären es 15,1 Mrd. Euro gewesen.

Und falls sich in Ihrem Kopf jetzt der Gedanke hegt, dass das doch alles beim besten Willen gar nicht sein kann, weil die Sparkasse Aachen (die Sparkasse Aachen!) dann ja ähnlich profitabel wäre wie die großen Wall-Street-Banken, von denen es ja immer heißt, sie seien so unverschämt profitabel …

… natürlich haben wir auch das mal durchkalkuliert (allerdings saubererweise auf Basis der Nachsteuerendite, weil wir uns als kleiner No-Name-Blog niemals trauen würden, der dividendenfixierten Wall Street irgendwelche Vorsteuerzahlen vorzusetzen):

  • Sparkasse Aachen: 113 Mio. Euro Gewinn abzüglich 40 Mio. Euro „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“, und das Ganze dann geteilt durch die Bilanzsumme (11.055 Mio. Euro), macht: 0,66%.
  • Citigroup (hier der Link zum 2017er-Abschluss als PDF. Die Zahlen, die wir verwenden, finden Sie gleich auf Seite 3): 15,8 Mrd. Dollar Nettogewinn, geteilt durch 1843 Mrd. Euro „Total Assets“, macht: 0,86%

Der Vollständigkeit halber:

  • Ja: 0,66% sind weniger als 0,86%
  • Ja: Die Citigroup bilanziert naheliegenderweise nicht nach HGB, weshalb die Zahlenwerke nicht 1:1 vergleichbar sind (ganz grob aber schon …)
  • Ja: Die Sparkasse Aachen gehört zu den besseren deutschen Sparkassen, was ein Grund dafür ist, warum wir ausgerechnet sie für den Vergleich herangezogen haben
  • Ja: Es gibt 1-2 amerikanische Universalbanken, die noch mehr Gewinn machen als die Citigroup

Und trotzdem: Dass eine deutsche Sparkasse im Jahr 2017 ähnlich profitabel arbeitet wie eines der ganz großen US-Institute, finden wir dennoch extrem bemerkenswert, zumal ja, wenn man, die vielzitierte Benchmark-Studie von Bain zu Rate zieht, infrage steht, ob besagte deutsche Sparkasse überhaupt profitabel arbeitet.

Denn …

IV. Wie steht es um die Sparkasse Aachen nun nach der Bain-Methodik?
  • Bain bemisst die Profitabilität nicht an der Bilanzsumme, sondern am Eigenkapital
  • Bain beschränkt sich auf die Nachsteuerrendite
  • Bain berücksichtigt allein den Überschuss, nicht aber die Abführungen in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“

Diesen letzten Punkt können wir, um ehrlich zu sein, nicht nachvollziehen. Denn es geht Bain ja, wenn wir es richtig verstehen, um eine Betrachtung der Profitabilität. Und die Profitabilität, also die Wirtschaftlichkeit, lässt sich unserer Meinung nach nicht vernünftig ermitteln,  wenn man einen Teil des erwirtschafteten Geld einfach außen vor lässt.

Was wir aber fairerweise hinzufügen sollten: 1.) Diese Methodenkritik haben wir aus Anlass der 2017er Bain-Studie schon mal ausführlich geäußert und wollen es deshalb nicht nochmal tun. Und 2.) Bain ist in der 2018er-Studie auf diese Kritik insofern eingegangen, als nun explizit darauf hingewiesen wird, dass sowohl die Sparkassen als auch die Genossenschaftsbanken wesentlich besser abschneiden, wenn man die in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ eingestellten Gelder hinzurechnet. Konkret:

  • Sparkassen: 1,7% Rendite ohne, 6,5% Rendite mit den gebildeten Reserven
  • Genos: 2,8% Rendite ohne, 7,0% Rendite mit den gebildeten Reserven

Zurück zur Sparkasse Aachen: So wie wir die Methodik von Bain verstehen, nimmt man in deren Fall nun also den Jahresüberschuss von 38,2 Mio. Euro und teilt diesen durch das Eigenkapital, das aus dem Eigenkapital* im engeren Sinne (879,6 Mio. Euro) zuzüglich des „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ (571,7 Mio. Euro) besteht. Macht 2,6% Eigenkapitalrendite.

Das ist deutlich weniger als die Eigenkapitalkosten, die von Bain für die deutsche Bankenbranche sozusagen pauschal mit 4,9% veranschlagt werden.

Rechnet man hingegen im Zähler die Abführungen in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken hinzu“, kommt man auf 38,2 plus 34,5 Mio. Euro, macht 72,7 Mio. Euro durch 1451,3 Mio. Euro (also die Summe aus den 879,6 Mio. Euro und den 571,7 Mio. Euro). Ergibt: 5,0%.

Womit die Sparkasse plötzlich über den 4,9% liegt. Aber: auch nur so richtig, richtig, richtig knapp. Drum die Frage: Warum liegt ausgerechnet die auf der Ertragsseite offenkundig formidabel aufgestellte Sparkasse Aachen mit ihren 5,0% Rendite sogar unter dem Sparkassen-Durchschnitt von (siehe oben) 6,5%?

Und hier kommen wir nun zur eigentlichen Krux der Bain-Methodik. Die liegt nämlich nicht im Zähler. Sondern: im Nenner!!!

V. Worum geht es wirklich?

Vermutlich hat es bei Ihnen längst geklingelt:

  • Die Sparkasse Aachen verfügt  über 1,4513 Mrd. Euro Eigenkapital
  • Und das bei einer Bilanzsumme von 11,055 Mrd. Euro

Macht: eine Eigenkapitalquote von 13,2%. Und wohlgemerkt, wir reden hier nicht von der Art von Eigenkapitalquoten, wie sie gängigerweise berechnet werden (also gemessen an den risikogewichteten Assets). Sondern, wir reden hier von einer Vulgär-Variante der berühmten „Leverage Ratio“.

Exkurs: Liebe Regulierungsexperten unter unseren Lesern, ja, wir wissen, dass die gemäß CRR regulatorisch korrekt definierte „Leverage Ratio“ etwas anders (und komplexer) errechnet wird als die von uns hier präsentierte Vulgär-Variante. Laut Offenlegunsbericht betrug sie 2017 bei der Sparkasse Aachen im Jahr 2017 exakt 11,09%

… was allerdings, da werden Sie uns hoffentlich rechtgeben, an der grundsätzlichen Erkenntnis wenig ändert: Die „Leverage Ratio“ der Sparkasse Aachen, ob vulgär oder nach CRR ermittelt, liegt ganz grob gesagt beim Dreifachen (!) dessen, was „normale“ Privatbanken selbst heutzutage (nach vielen Jahren der Kapital-Aufpolsterungen bzw. der Bilanz-Schrumpfungen ) auf die Waage bringen.

Was heißt das nun?

Wir wollen uns hier nicht an den einst sehr intensiv geführten Debatten beteiligen, welche Kapitalausstattung für Banken die richtige ist (unser Beitrag zu dieser Debatte würde nämlich lauten: null Ahnung). Fest allerdings dürfte stehen:

„Mit einer Leverage Ratio von 11% oder 13% ist es fast unmöglich, eine hohe Eigenkapitalrendite zu erzielen.“

So sagt es jedenfalls ein ausgewiesener Experte, den wir zu Rate gezogen haben, nämlich Guido Versondert, Analyst bei der renommierten Schweizer Ratingboutique Independent Credit View (die u.a. auf die Bewertung kleiner und mittelgroßer deutscher Banken spezialisiert ist).

VI. Fazit

Vermutlich sind die allermeisten Sparkassen und Volksbanken nicht ganz so fett kapitalisiert, wie es die Sparkasse Aachen ist. Aber: Ein gewisser Hang zu einer vergleichsweise üppigen Kapitalisierung dürfte beiden Sektoren innewohnen.

Da heißt in letzter Konsequenz:

  • Ja, klar, dem deutschen Bankensektor mangelt es an Profitabilität. Da hat Bain natürlich Recht
  • Und, ja, womöglich stimmt sogar der Befund, das der ganz überwiegende Teil der deutschen Banken seine (theoretischen …) EK-Kosten nicht verdient und so gesehen per Definition (theoretisch …) unprofitabel ist
  • Wenn dieses Urteil aber selbst für eine Bank gilt, die auf anderer Berechnungsgrundlage fast so profitabel arbeitet wie die Citigroup, dann ist der analytische Wert dieses Befunds unserer Meinung nach sehr überschaubar

… es sei denn …

Es sei denn, die Lehre aus der Bain-Studie würde lauten, dass der deutsche Bankensektor massiv zu dekapitalisieren sei. Diese Schlussfolgerung wäre konsequent. Bloß: Sie findet sich, soweit wir das sehen, nirgends.

*Genau genommen verwendet Bain das durchschnittliche Eigenkapital, was aber keinen großen Unterschied macht

Liebe Fintechs, und was macht Ihr jetzt mit dem ganzen Geld?

Von Heinz-Roger Dohms

Ob Wefox (110 Mio. Euro), Weltsparen (100 Mio. Euro), Finleap (41 Mio. Euro) oder N26 (260 Mio. Euro): Deutschlands Fintechs funden wie verrückt. Doch während die Finanzierungsrunden als solche medial breit ausgewalzt werden (natürlich auch und gerade bei uns hier), kommt eine andere Frage häufig zu kurz: Was genau machen die Startups jetzt eigentlich mit dem vielen Geld? Fließt es in die Konsolidierung (siehe: Die Verschmelzung von Finreach und Figo unter dem Dach von Finleap)? Fließt es in Infrastruktur (siehe: Die Übernahme der MHB Bank durch Weltsparen)? Fließt es in Kundenportfolien (siehe: Clarks Akquise zweier Offline-Versicherungsmakler)? Oder fließt es lehrbuchhaft in neue Mitarbeiter, mehr Marketing und internationale Expansion? „Finanz-Szene.de“ hat sich ein Dutzend Fälle konkret angeschaut – und kommt zu dem Fazit: Ein klares Muster scheint es überraschenderweise nicht zu geben. Hier die analysierten Fälle im Detail:

Clark (24 Mio. Euro, April 2018):

Der Online-Makler Clark hat nach eigenen Angaben zwar schon mehr als 150.000 Kunden (=Maklermandate) – ein bisschen nachzuhelfen, kann ja aber trotzdem nicht schaden. Und so ging das Frankfurter Fintech mit den eingeworbenen Millionen zuletzt einfach mal in der Offline-Welt auf Einkaufstour. Zunächst wurde der Versicherungsmakler Malburg GmbH übernommen, dann das Maklergeschäft der Schneider-Golling-Gruppe. Über den jeweiligen Kaufpreis schwiegen sich die Beteiligten aus  – wer auf „siebenstellig“ tippt, liegt aber vermutlich nicht völlig falsch. Daneben investiert Clark offenkundig auch ins B2B-Geschäft: Nach Angaben der „Börsen-Zeitung“ bauen die Hessen den „digitalen Versicherungsmanager“ der Sparkassen; vergangene Woche wurde zudem bekannt,  dass sich auch die genossenschaftliche R+V Versicherung bei ihrem Online-Makler auf die Technologie von Clark stützt.

Deposit Solutions (50-60 Mio. Euro, August 2018)

Der Hamburger Einlagen-Vermittler nutzt das Mega-Funding aus dem vergangenen Sommer zu klassischer regionaler Expansion. So starteten die Hanseaten (die  zuvor nur in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aktiv waren) im Januar ihr B2C-Angebot in der Schweiz – einem Markt, in dem sich CEO Tim Sievers aufgrund einer hohen Sparquote und eines zugleich relativ geringen Wettbewerbs große Chancen ausrechnet. Zudem sollen in diesem Jahr noch mindestens zwei weitere Märkte erschlossen werden.

Finleap (41 Mio. Euro, November 2018)

Der Berliner Fintech-Inkubator investiert zunächst einmal ins bestehende Portfolio, genauer: in den einstigen Kontowechselservice-Anbieter Finreach. Der soll mit dem Hamburger API-Spezialisten Figo verschmolzen und zu einer Open-Banking-Plattform ausgebaut werden. Die hierfür nötige Kapitalerhöhung, angeblich ein hoher einstelliger Millionenbetrag, kommt von Finleap selbst. Darüber hinaus ist aus dem Umfeld des Company-Builders zu hören, dass bald (womöglich: noch im ersten Halbjahr) auch das nächste Fintech-Venture gelauncht wird.

Exklusiv: Der Fintech-Hammer – Figo schlüpft bei Finleap unter

Liqid (33 Mio. Euro, September 2019)

Beim Berliner Robo-Advisor (der lieber als „digitaler Vermögensverwalter“ bezeichnet wird) stehen die Zeichen nach der üppigen Finanzierungsrunde vom vergangenen Herbst auf Expansion. Schon in den nächsten Monaten will Liqid in Österreich und der Schweiz an den Start gehen, Spanien und Italien sollen alsbald folgen. Daneben investiert das 2016 gegründete Fintech auffällig ins Team, das von momentan rund 50 auf demnächst rund 80 Köpfe aufgestockt werden soll. Prominenteste Personalie: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ soll der frühere Europa-Chef des Rabattportals Priceline, Dennis Malamatinas, neuer Aufsichtsratschef von Liqid werden. Letzter Punkt: Das Startup will sein Produktportfolio erweitern. Details verraten die Berliner zwar noch nicht, allerdings soll sich das Angebot noch stärker dem einer klassischen Privatbank annähern.

Mambu (30 Mio. Euro, Februar 2019)

Nicht genug damit, dass wir nicht verstehen, was Mambu eigentlich genau macht (außer: irgendwas mit cloudbasierten Core-Banking-Anwendungen …) – wir haben auch keinen blassen Schimmer, was das Berliner B2B-Fintech mit den 30 Mio. Euro vorhat, die die jüngste Finanzierungsrunde angeblich in die Kassen gespült hat. Und was erschwerend hinzukommt: Als einziges Finanz-Startup da draußen zeigt Mambu nicht das geringste Interesse, mit uns zu kommunizieren, was wir einerseits ziemlich lässig finden, andererseits aber auch ein bisschen doof. Und nun? In der offiziellen Verlautbarung, die aus Anlass der jüngsten Finanzierungsrunde ventiliert wurde, heißt es, Mambu wolle „ins Team“ investieren und „ins Produkt“. Na, wenn das mal nicht originell ist!

N26 (260 Mio. Euro, Januar 2019)

Produktseitig kam zuletzt nicht mehr viel Neues (bzw.: ein Produkt, nämlich „N26 Invest“, wurde sogar eingestellt). Stattdessen setzt die Berliner Smartphone-Bank mit ihren mittlerweile 2,5 Mio. Kunden  alles daran, noch schneller zu wachsen, als sie das eh schon tut. Wie das geht? Natürlich mit Werbung (im Fernsehen, in der U-Bahn, überall). Und natürlich mit internationaler Expansion. In Großbritannien sind die Berliner mittlerweile live, der Start in den USA soll zeitnah folgen (wobei er das schon länger soll), und der nächste große Markt, den sich N26 vorknöpfen will, heißt: Brasilien. Dass das Geld kostet, ist klar: 2017 lag der Jahresfehlbetrag nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ bei 32 Mio. Euro, 2018 soll es sogar noch einmal deutlich mehr gewesen sein. Wobei: Sind das angesichts der jüngsten Finanzierungsrunde nicht Peanuts?

Raisin (100 Mio. Euro, Februar 2019)

Der hierzulande als „Weltsparen“ bekannte Berliner Einlagen-Vermittler kündigte bei seiner Funding-Runde an, dieses Jahr in zwei weitere europäische Länder expandieren zu wollen. Zusammen mit Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Großbritannien wäre das 2013 gegründete Fintech damit schon in acht europäischen Ländern aktiv. Daneben feilt Raisin weiter an der Produktpalette. So soll im Investment-Bereich der nächste größere Launch unmmittelbar bevorstehen. Und sonst so? Sorgten die Berliner zuletzt mit der Übernahme der eigenen Whitelabel-Bank für Aufsehen. Dadurch verfügt Raisin nun über eine EU-weit einsetzbare Banklizenz, was eine weitere regionale Expansion aus regulatorischer Sicht deutlich vereinfacht.

Fünf Gründe, warum das Fintech „Weltsparen“ die MHB-Bank kauft

Smava (30-40 Mio Euro, Januar 2018)

Das Berliner Kreditvergleichsportal strebt an die Börse – und hübscht sich momentan entsprechend auf. „Finanz-Szene.de“ liegen unveröffentlichte Nielsen-Zahlen vor, wonach die TV-Brutto-Werbespendings von Smava in den ersten zwei Monaten dieses Jahres rund 5,8 Mio. Euro betrugen – fast schon Check24-Dimensionen (der Münchner Gigant kam der Nielsen-Tabelle zufolge im Kreditbereich im gleichen Zeitraum auf 6,7 Mio. Euro). Zur Einordnung: Vor einem Jahr hatte Smava im Januar/Februar laut Nielsen gerade mal Brutto-Spendings in Höhe von 3,0 Mio. Euro.

Exklusiv: Hat auch Smava seine großen Funding-Runden mit „Secondaries“ aufgehübscht?

Solarisbank (57 Mio. Euro, März 2018)

Die Berliner Whitelabel-Bank stellt unentwegt neue Mitarbeiter ein (220 sind es mittlerweile, vor einem Jahr waren es zur gleichen Zeit noch 130) und erweitert das Produktportfolio. So wurden seit dem großen Funding der digitale SME-Kredit, der digitale Geschäftskunden-KYC und die Blockchain-Factory gelauncht (wobei eine Fabrik natürlich kein Produkt ist, sondern aus der Fabrik sollen jetzt weitere Produkte hervorgehen – sorry für die unglückliche Formulierung). Eher ungewöhnlich: Die Solarisbank nutzte einen (kleinen) Teil ihrer Finanzierung, um direkt in ein anderes Fintech zu investieren, nämlich in den Verbriefungs-Spezialisten Crosslend. Unterdessen liegen die Asien-Pläne auf Eis. Europa zuerst, lautet stattdessen nun das Motto.

Scalable Capital (30 Mio. Euro, Juli 2017)

Kleine Schritte statt großer Pläne. Scalable Capital konzentriert sich im B2C-Geschäft entgegen mancher Erwartungen ganz  auf den deutschen Markt (okay, daneben gibt es auch noch ein bisschen UK) – vermutlich, weil es  als heimischer Platzhirsch deutlich billiger ist, neue Kunden zu gewinnen, als es dies als ausländischer Angreifer wäre. Das dicke Funding von einst? Fließt brav in Marketing und Mitarbeiter. Rund 95 Beschäftigte hat Scalable mittlerweile, bis Jahresende sollen es 120 sein. Was die tun? Unter anderem fleißig neue Whitelabel-Partner anschließen, zuletzt zum Beispiel hierzulande die Targobank oder in Spanien die Santander-Tochter „Openbank“.

Exklusiv: Scalable Capital verdient mit seinen Kunden nach weniger als 18 Monaten Geld

Wefox (110 Mio. Euro, März 2019)

Die „große Finanzierungsrunde“ von Wefox war 2018 der Running-Gag des Jahres: Oft vermeldet – nie vollzogen. Als man dann fast schon nicht mehr daran glaubte, verkündete das deutsch-schweizerische Insurtech Anfang März dann aber doch noch ein Funding über bemerkenswerte 110 Mio. Euro. Und nun? Ein beliebtes Branchengerücht lautet seit Monaten, Wefox sei am Allfinanz-Maklerpool Fonds Finanz interessiert. Ob was dran ist? Wissen wir nicht! Darum verlassen wir uns lieber mal auf die offiziellen Aussagen, was Wefox mit dem Geld plant: Das bislang in der DACH-Region, Italien und Spanien aktive Versicherungs-Startup strebt in weitere europäische Länder, will zudem nach Japan und China expandieren.

Die ultimative Analyse zur Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Von Heinz-Roger Dohms

Dürfen wir Ihnen heute nochmal mit Deutscher Bank und Commerzbank kommen? Weil: 1.) Die übrige Themenlage ist eher mau. Und 2.) Wenn man ehrlich ist, haben wir in den letzten Tagen zwar brav die Nachrichtenlage abgebildet – analytisch allerdings waren wir eher suboptimal unterwegs. Das soll nun nicht heißen, dass wir von einem Tag auf den anderen plötzlich die großen Bescheidwisser sind. Sind wir nicht!!! Aber: Lustigerweise haben wir ausgerechnet bei Twitter eine Analyse entdeckt, bei deren Lektüre wir erstens dachten: Och, klingt eigentlich ziemlich plausibel. Und da es sich bei dem Verfasser um einen Anonymus (Deckname: „JohannesBorgen“) handelte, dachten wir zweitens: Och, so einem Anonymus ist es vermutlich ziemlich wurscht, wenn wir uns seine Gedanken zu eigen machen. Drum, hier finden Sie „Borgens“ Analyse im Original: Thread I und Thread II. Falls Sie aber nicht so die Twitter-Freaks sind, haben wir das Ganze einfach nochmal in unseren eigenen Worten für Sie zusamengefasst. Voilà:

Wie ist die Ausgangslage?

Irgendwas muss bei der Deutschen Bank passieren – in diesem Punkt stimmt „Borgen“ den Befürwortern einer Fusion zu. Denn: Die Eigenkapitalrendite liegt im Promillebereich, die Refinanzierungskosten sind zu hoch, die IT ist veraltet, und Besserung ist nicht in Sicht. Ein „Weiter so“ kann schwerlich die Lösung sein.

Wie sind die politischen Rahmenbedingungen?

Die haben sich „Borgen“ zufolge in zweierlei Hinsicht grundlegend verändert. 1.) Die Aufseher messen der „Too big to fail“-Problematik heute viel weniger Bedeutung bei als noch vor zwei, drei Jahren. Und 2.) Der deutsche Finanzminister heißt  nicht mehr Wolfgang Schäuble (der der Idee, die Deutsche Bank mit der Commerzbank zu verschmelzen, eher wenig abgewinnen konnte), sondern Olaf Scholz.

Was sind die Probleme der Deutschen Bank?

„Borgen“ widerspricht der beliebten These, die Deutsche Bank habe eine zu große Bilanz und gemessen daran zu wenig Eigenkapital. Seine Sicht der Dinge: Die Deutsche Bank hat a) genügend Eigenmittel, b) eher zu viel Liquidität als zu wenig, und c) ist die Sache mit dem Derivatebuch kein wirkliches Problem. Was dann das Problem ist? Die Deutsche Bank verdient in ihren beiden wichtigsten Geschäftsfeldern (einheimisches Retailbanking und internationales Investmentbanking) kein Geld – und daran wird sich so bald auch nichts ändern. Denn die Kapitalmärkte sind erschlafft. Und die Zinswende ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kann eine Fusion mit der Coba diese Probleme beheben?

In der Theorie: ja. Denn eine Verschmelzung von Deutscher Bank und Commerzbank verspricht im Retailbanking Einsparungen von 20% und mehr, so „Borgen“. Wenn sich darüber hinaus die erhofften Vorteile bei der Refinanzierung einstellen, könnten auch das I-Banking und das Corporate Banking substanziell profitieren (Anmerkung: Warum sich die „Deutsche Commerz“ so viel günstiger refinanzieren können soll als die Deutsche Bank, ist uns  ehrlich gesagt nicht ganz klar. Okay, der Bund würde zu den Aktionären gehören und das Geschäftsmodell wäre ein bisschen diversifizierter – aber reicht das als Erklärung aus? Egal.).

Wird eine Fusion mit der Coba diese Probleme beheben?

An diesem Punkt wechselt der Zwitscherer „Borgen“ aus dem Lager der Fusionsbefürworter in das der Fusionsskeptiker. So merkt er an, dass die großen Bankenfusionen hierzulande (also vor allem: Deutsche/Postbank und Coba/Dresdner) im Desaster endeten, und schreibt wörtlich: „Germany is a lot like France there“ – eine Anspielung auf die mächtige Position der Gewerkschaften und Betriebsräte. Unterm Strich kommt „Borgen“ zu dem Schluss: Die Synergien, die sich in der Theorie ergeben, sind in der Praxis kaum zu realisieren. Und: Hohen Exekutionsrisiken stünden selbst im Best-Case-Szenario überschaubare Erträge gegenüber (zum Best-Case-Szenario siehe auch weiter unten).

Welche Probleme gibt es auf dem Weg zur Fusion?

„Borgen“ zufolge lauern die Risiken nicht erst nach der Fusion, sondern schon auf dem Weg dorthin. Das größte Problem: Nach einhelliger Analystenmeinung bringt die Verschmelzung der beiden deutschen Großbanken die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung mit sich – unter anderem, weil durch die Neubewertung von Vermögenswerten (darunter ein momentan noch mit 8,4 Mrd. Euro veranschlagtes Italien-Portfolio der Commerzbank) hohe Abschreibungen fällig würden. Nach Einschätzung der DZ Bank bräuchte es alles in allem 8 Mrd. Euro frisches Kapital, die Analysten von Merrill Lynch gehen sogar von einer zweistelligen Milliardensumme aus.

Jedenfalls: In den letzten Tagen wurde verschiedentlich spekuliert, die Deutsche Bank könnte zumindest einen Teil der Kapitallücke durch die Bildung eines sogenannten negativen Goodwills schließen (was genau es hiermit auf sich hat, haben das „Handelsblatt“ /Paywall und die „Süddeutsche“ anschaulich erklärt). „Borgen“ argumentiert nun, ohne diesen Bilanztrick sei die Fusion finanziell kaum darstellbar – ob die Aufseher den Trick allerdings akzeptieren, sei keineswegs sicher.

Braucht es in jedem Fall eine Kapitalerhöhung?

Ganz ohne reguläre Kapitalerhöhung wird es nicht gehen, glaubt „Borgen“.  Angesichts des extrem niedrigen Kurs-Buch-Werts der Deutschen Bank kommt dieser Schritt die Aktionäre aber voraussichtlich sehr teuer – was letztlich den ganzen Deal infrage stellen könnte (zumal wenn die Deutsche-Bank-Aktie auf dem Weg zur Fusion wieder anfangen sollte zu fallen).

Gibt es wirklich keine Alternative?

Doch – die sähe so aus, dass die Deutsche Bank die DWS verkauft, um sich auf diesem Wege das Geld zu beschaffen, dass sie für die faktische Übernahme der Commerzbank (bzw. für die notwendige Kapitalerhöhung) braucht. Bloß: 1.) Macht es überhaupt Sinn, die DWS von der Deutschen Bank (und deren Filialen, über die die DWS-Fonds vertrieben werden) zu trennen? Und 2.) Warum sollte die Deutsche Bank eine profitable Sparte (also die DWS) verkaufen, um zwei Problemsparten (also Retail und CIB) zu stärken?

Und wofür das alles?

Letzten Endes, glaubt „Borgen“, muss der Staat eben doch Kapital zuschießen – auch wenn er das nicht direkt täte, sondern über die KfW. Und wofür das alles? Selbst im Best-Case würden sich bei der für die Investoren entscheidenden Kennziffer (Gewinn pro Aktie) letzten Ende nur bescheidene Verbesserungen ergeben, glaubt Borgen (und begründet das u.a. damit, dass die Eigenkapitalrendite durch die Erhöhung des Kapitals weiter gedrückt wird).

Kurzum: Ist es das wirklich wert?

20/03/19: So investieren Deutschlands Fintechs, Crowd-Fusion, Apple Pay gibt nach

Liebe Fintechs, und was bitteschön macht Ihr jetzt mit dem ganzen Geld?

Ob Wefox (110 Mio. Euro), Weltsparen (100 Mio. Euro), Finleap (41 Mio. Euro) oder N26 (260 Mio. Euro): Deutschlands Fintechs funden wie verrückt. Doch während die Finanzierungsrunden als solche medial breit ausgewalzt werden (natürlich auch und gerade bei uns hier), kommt eine andere Frage häufig zu kurz: Was genau machen die Startups jetzt eigentlich mit dem vielen Geld? Fließt es in die Konsolidierung (siehe: Die Verschmelzung von Finreach und Figo unter dem Dach von Finleap)? Fließt es in Infrastruktur (siehe: Die Übernahme der MHB Bank durch Weltsparen)? Fließt es in Kundenportfolien (siehe: Clarks Akquise zweier Versicherungsmakler)? Oder fließt es lehrbuchhaft in neue Mitarbeiter, mehr Marketing und internationale Expansion? „Finanz-Szene.de“ hat sich ein Dutzend Fälle konkret angeschaut – und kommt zu dem Fazit: Ein klares Muster scheint es überraschenderweise nicht zu geben. Hier die analysierten Fälle im Detail: Finanz-Szene.de

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Erfahren Sie mehr auf https://www.fundsaccess.com

News

Also, zur möglicherweise beabsichtigten Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank ist fürs erste ja eigentlich alles gesagt – aber natürlich noch nicht von jedem. Drum: Wundern Sie sich bitte nicht, wenn die Zeitungen Ihres Vertrauens, obwohl es nachrichtlich keinerlei neuen Stand gibt, auch heute wieder voll sind mit fundierten und unfundierten Wortmeldungen aller Art. Hier die Zusammenfassung im Telegrammstil: Die sog. Wirtschaftsweisen halten den Zusammenschluss für eine „in jeder Hinsicht ganz schlechte Idee“ (Börsen-Zeitung) +++ Herr Röseler von der Bafin warnt, dass „wieder Banken entstehen, die zu groß sind, um sie fallen zu lassen“ (Handelsblatt, Paywall) +++ Herr Wuermeling von der Bundesbank hält Fusionen für ein „wirkungsvolles Instrument, um hohe Verwaltungs-Aufwendungen aufzufangen“. +++ Und Herr Enria von der EZB hat gestern zu Protokoll geben, dass er „die Idee eines nationalen Champions“ aus ganz grundsätzlichen Erwägungen heraus „nicht mag“ (Financial Times, Paywall). Falls es uns gestattet sein sollte, zumindest die letzte der aufgeführten Wortmeldungen zu kommentieren: Lieber Herr Enria, die Sorge, die „Deutsche Commerz“ könnte zu einem „nationalen Champion“ werden, ist aller Voraussicht nach unbegründet.

Unsere Lieblingssparkasse, und damit ist nicht die Haspa gemeint (obwohl wir die auch sehr gern haben), sondern die in Düsseldorf, hat gestern offenbar so etwas Ähnliches wie eine Bilanz-Pressekonferenz abgehalten. Leider liegen uns hierzu nur Sekundärquellen vor (HB und BÖZ), was uns aber nicht davon abhält, ein paar Ansichten mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, teilen zu wollen: 1.) Laut HB und BÖZ ist das Betriebsergebnis vor Bewertung von 103 Mio.  auf 80 Mio. Euro gesunken. Für uns klingt das insofern seltsam, als das Betriebsergebnis im Vorjahr gar nicht bei 103 Mio. Euro lag, sondern bei 47 Mio. Euro (Einzelabschluss) bzw. 32 Mio. Euro (Konzernbilanz). Siehe hierzu auch unser Artikel aus dem vergangenen August, in dem wir die bemerkenswerte Nonchalance, die die Sparkasse Düdo im Umgang mit testierten Zahlen pflegt, schon mal näher beleuchtet haben. 2.) Der Zinsüberschuss soll um 12% eingebrochen sein. Bei einer normalen Sparkasse würde dies Fragen nach der operativen Schlagkraft aufwerfen – in Düsseldorf hingegen, muss man wissen, kam zuletzt ein Drittel des Zinsergebnisses gar nicht aus Kreditgeschäft, sondern aus „Aktien und anderen nicht-festverzinslichen Wertpapieren“, „Beteiligungen“ und „Anteilen an verbundenen Unternehmen“. Insofern: In operativer Hinsicht hat der Einbruch womöglich gar nichts zu heißen. 3.) Schließlich entnehmen wir der BÖZ. Dass der Gewinn vor Steuern mit 71 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 49 Mio. Euro gelegen habe, hänge „mit Einmaleffekten in beiden Jahren“ zusammen. Wenn wir auch hier unseren Senf drauftun dürfen: Kann es sein, dass die Zahlen der Sparkasse Düsseldorf insgesamt mal wieder ein einziger Einmaleffekt sind?

Kurzmeldungen: Auch für die Debatte hierzulande ist nicht uninteressant, dass die Credit Suisse nun doch Apple Pay einführen will – und das, nachdem die Amerikaner offenbar in einen entscheidenden Punkt nachgegeben haben (Finews) +++ Der deutsche Crowdinvesting-Markt ist 2018 um gut 50% auf 297 Mio. Euro gewachsen, wobei mehr als zwei Drittel hiervon weiterhin auf Immobilien entfallen und dieses Segment auch weiterhin das höchste Wachstum aufweist (crowdfunding.de/PDF) +++Die auch in Deutschland aktive österreichische  Crowd-Plattform Finnest fusioniert mit der finnischen Finanzierungs-Plattform Invesdor Oy (Handelsblatt, Paywall)

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Linktipps

Warum Donald Trump über die Deutsche Bank noch die ein oder andere Geschichte zu erzählen hätte … Ein paar Anmerkungen des Trump-Biografen Timothy L O’Brien. Bloomberg

Wie hätten Sie ihren Banker denn gerne? Bei der Frankfurter Sparkasse sollen die Kunden jetzt über das Outfit der Berater abstimmen. Manager Magazin

Gehörte es nicht mal zu den Verheißungen des digitalen Zeitalters, dass so Sachen wie „Skimming“ oder „Cash Trapping“ allmählich aussterben? Na, dann fragen Sie mal bei der Saalesparkasse nach, wie die Wirklichkeit da draußen aussieht: Mitteldeutsche Zeitung

Geht es Ihnen wie uns? Glauben auch Sie, dass eine  „PSD2-Lizenz“ (die in Wirklichkeit natürlich anders heißt …) im Grunde das Gleiche ist wie eine „Erlaubnis als E-Institut“? Na, dann tut Aufklärung aber mal so richtig Not: Paytechlaw.com 

Klickfavorit

… war gestern unser „Kurz gebloggt“ zu der Frage, was eigentlich aus der Fintech Group wird, wenn sie bald nicht mehr Fintech Group, sondern (wie früher schon mal) Flatex heißt. Finanz-Szene.de

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20/03/19: Fusions-Kakophonie*, Die Einmaleffekte der SK Düdo, Große Fintech-Analyse

Liebe Fintechs, und was bitteschön macht Ihr jetzt mit dem ganzen Geld?

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Unsere Lieblingssparkasse, und damit ist nicht die Haspa gemeint (obwohl wir die auch sehr gern haben), sondern die in Düsseldorf, hat gestern offenbar so etwas Ähnliches wie eine Bilanz-Pressekonferenz abgehalten. Leider liegen uns hierzu nur Sekundärquellen vor (HB und BÖZ), was uns aber nicht davon abhält, ein paar Ansichten mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, teilen zu wollen: 1.) Laut HB und BÖZ ist das Betriebsergebnis vor Bewertung von 103 Mio.  auf 80 Mio. Euro gesunken. Für uns klingt das insofern seltsam, als das Betriebsergebnis im Vorjahr gar nicht bei 103 Mio. Euro lag, sondern bei 47 Mio. Euro (Einzelabschluss) bzw. 32 Mio. Euro (Konzernbilanz). Siehe hierzu auch unser Artikel aus dem vergangenen August, in dem wir die bemerkenswerte Nonchalance, die die Sparkasse Düdo im Umgang mit testierten Zahlen pflegt, schon mal näher beleuchtet haben. 2.) Der Zinsüberschuss soll um 12% eingebrochen sein. Bei einer normalen Sparkasse würde dies Fragen nach der operativen Schlagkraft aufwerfen – in Düsseldorf hingegen, muss man wissen, kam zuletzt ein Drittel des Zinsergebnisses gar nicht aus Kreditgeschäft, sondern aus „Aktien und anderen nicht-festverzinslichen Wertpapieren“, „Beteiligungen“ und „Anteilen an verbundenen Unternehmen“. Insofern: In operativer Hinsicht hat der Einbruch womöglich gar nichts zu heißen. 3.) Schließlich entnehmen wir der BÖZ. Dass der Gewinn vor Steuern mit 71 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 49 Mio. Euro gelegen habe, hänge „mit Einmaleffekten in beiden Jahren“ zusammen. Wenn wir auch hier unseren Senf drauftun dürfen: Kann es sein, dass die Zahlen der Sparkasse Düsseldorf insgesamt mal wieder ein einziger Einmaleffekt sind?

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… war gestern unser „Kurz gebloggt“ zu der Frage, was eigentlich aus der Fintech Group wird, wenn sie bald nicht mehr Fintech Group, sondern (wie früher schon mal) Flatex heißt. Finanz-Szene.de

*Wir verwenden den Begriff „Kakophonie“  im Gerhardschröderschen Sinne, auch wenn der Duden das fragwürdig finden mag.

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