Finleap vs. Check24: Clash zwischen zwei Fintech-Welten

Von Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de) und Caspar Schlenk (Gründerszene)

Dass Finleap auch jetzt schon eine hübsche Story ist, wird niemand ernsthaft bestreiten. Seit der Gründung 2014 hat der Berliner Company-Builder mehr als ein Dutzend Fintechs hervorgebracht, darunter so verheißungsvolle Startups wie die Solarisbank, der B2B-Versicherer Element oder der Private-Banking-Digitalisierer Elinvar (das ist die Bude, bei der neulich erst Goldman Sachs eingestiegen ist …). Vergleichbare Player gibt es in Europa keine. Auch das war ein Grund, warum der chinesische Versicherungsgigant Ping An auf der Suche nach einem europäischen Brückenkopf im vergangenen Jahr auf Finleap verfiel – und im Herbst satte 40 Mio. Euro in den Fintech-Brutkasten investierte.

Indes, so hübsch Finleap auch dastehen mag: Ein Asset sucht man im Portfolio des Berliner Inkubators bislang vergeblich – nämlich einen breitbeinigen B2C-Challenger, der die Finanzbranche nicht nur aus dem Schatten heraus zu disruptieren versucht, sondern dort, wo es jeder sehen kann, sprich: im Endkundengeschäft. Nun jedoch will Finleap mithilfe von Ping An einen solchen bauen, Gründerszene und Finanz-Szene.de gestern exklusiv aufgedeckt haben. Insidern zufolge geht es um den Aufbau eines Vergleichsportals 4.0 und damit eines direkten Konkurrenten zum Münchner Vergleichsriesen Check24.

Diese Geschichte ist mehr als einfach nur das nächste Finleap-Venture. Es ist: der Clash zwischen alter und neuer Fintech-Welt.

Tatsächlich kommt der Vorstoß aus Berlin weniger überraschend, als es auf den ersten Blick scheint. Check24 – gegründet 1999 als Vergleichsportal für Kfz-Versicherungen – ist so etwas wie das große deutsche Ur-Fintech. Während Startups wie N26, die Solarisbank oder eben Finleap gewissermaßen die Adepten sind. Eingeweihte berichten, bei der Entwicklung neuer Finleap-Unternehmen sei Check24 von Anfang an ein Fixpunkt gewesen.

  • Mit dem Launch des Online-Versicherungsmaklers Clark beispielsweise kam Finleap dem größten europäischen Vergleichsportal 2015 schon einmal auffällig nahe.
  • Der Einstieg beim Affiliate-Spezialisten FinanceAds wiederum zeigte: Finleaps disruptives Credo besteht nicht nur aus Technologie, sondern auch aus Marketing – der großen Stärke von Check24.
  • Und auch mit dem Aufbau des B2B-Kontowechsel-Spezialisten Finreach bewegte sich Finleap tendenziell in Richtung des B2C-Alles-Wechsel-Spezialisten Check24, selbst wenn zwischen den beiden Unternehmen kein unmittelbares Konkurrenz-Verhältnis besteht.

Und umgekehrt? Scheut sich Check24 im Zweifel auch nicht, von Finleap und Konsorten abzukupfern. So sagte Geschäftsführer Christoph Röttele vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“: „Wir gehen jetzt genau in die Segmente hinein, die momentan noch von Fintechs besetzt sind.“ Bei einem des Tools, die Check24 damals startete, handelte es sich um einen sogenannten digitalen Versicherungsordner – eine direkte Replik auf die Gründung des Online-Maklers Clark durch Finleap.

Die nötigen Werkzeuge zum Angriff auf Check24 haben die Berliner beisammen. Dank Clark konnten sie Expertise im Maklergeschäft sammeln, mit FinanceAds spielen sie im europäischen Finance-Marketing ganz vorne mit. Nicht zu vergessen: Seit der Übernahme von Figo befindet sich unterm Finleap-Dach (neben der Kontowechsel-Expertise, die von Finreach kommt) auch originäre API-Schnittstellen-Kompetenz. Das kann nicht schaden, wenn es gilt, unterschiedlichste Finanzprodukte von unterschiedlichsten Anbietern in eigene Angebot zu integrieren.

Sonst nach was? Ach ja: Finleap-Topmanagerin Carolin Gabor war mal Geschäftsführerin von Toptarif, einem frühen Check24-Konkurrenten, der später von Verivox (also der Nummer zwei im deutschen Vergleichsmarkt) geschluckt wurde. Fehlt eigentlich nur noch das nötige Kleingeld, um in die vermutlich unausweichliche Marketingschlacht gegen Check24 einzusteigen. Doch dafür dürfte Ping An sorgen, Jahresumsatz zuletzt: umgerechnet 135 Mrd. Euro.

Die Frage ist: Reicht das alles, um 15 bis 20 Jahre Vorsprung auszugleichen? Zumal: Check24 ist beileibe nicht der einzige potente Konkurrent. Hinter Verivox steht der ProSieben-Sat.1-Konzern (mit entsprechender medialer Reichweite), in Teilbereichen des Vergleichsgeschäfts haben sich zudem ambitionierte Spezialplayer etabliert, etwa Finanzcheck und Smava bei Krediten. Diese Beispiele freilich zeigen auch: Check24 ist nicht unantastbar. Und: Es gibt eine Menge zu verteilen.

Ein paar Zahlen, die dies unterstreichen oder zumindest andeuten:

  • Die bislang konkretesten Zahlen zu Check24 lieferte vor gut zwei Jahren das „Manager Magazin“. Demnach wurden über die Vergleichsplattform im Geschäftsjahr 2015/16 Waren und Dienstleistungen im Wert von 15 bis 20 Mrd. Euro umgesetzt, bei Check24 blieb echter Umsatz (spricht: Provisionserträge) in Höhe von rund 500 Mio. Euro hängen. Angesichts eines jährlichen Wachstums von – zumindest damals noch – bis zu 50% wird klar: In diesem Markt geht es, anders als in einigen Fintech-Spezialsegmenten, um richtig viel Geld
  • Dass der Vergleichsmarkt, wenn man es richtig anstellt, auch schnelle Erfolge hergibt, bewies der Kreditvergleicher Finanzcheck (mit Check24 weder verwandt noch verschwägert). Gegründet 2012, wuchsen die Hamburger so rasch, dass die Gründer das Fintech letztes Jahr für rund 275 Mio. Euro an die Scout-Gruppe verkauften. Ein Initialinvestment in dreistelliger Millionenhöhe, wie es bei Finleap/Ping An im Raum steht, kann sich theoretisch also relativ bald amortisieren
  • Finanzcheck – das wurde im Zuge des Verkaufs bekannt – vermittelte 2017 Konsumentenkredite im Wert von 1,06 Mrd. Euro. In einer Marktanalyse schätzte „Finanz-Szene.de“ , dass Smava damals auf etwa 1,2 Mrd. Euro kam, Check24 auf etwa 2,5 bis 3 Mrd. Euro.  Dazu muss man nun aber wiederum wissen: Der gesamte Ratenkreditmarkt dürfte rund 90 Mrd. Euro schwer sein. Wenn die drei großen Vergleichsportale hiervon aber nur 6% bis 7% vermittelten (tatsächlich lag sogar der gesamte Online-Anteil laut Bankenfachverband ledglich bei rund 15%), dann zeigt das vor allem eines:  Das Marktpotenzial ist enorm, wenn man plausiblerweise davon ausgeht, dass der Online-Anteil in den nächsten Jahren weiter wachsen dürfte
  • Das gilt natürlich genauso für den Versicherungsmarkt, der – schaut man auf den Gesamtvertrieb, nicht nur auf online – immer noch ganz wesentlich von klassischen Playern wie DVAG oder AWD bestimmt wird. Auch das könnte sich im Laufe der nächsten Jahre allmählich ändern. Und auch dieses Potenzial hat Finleap natürlich im Blick.

Das heiß freilich nicht, dass die-Pläne zum Selbstläufer werden. Denn der Wettbewerb im Internetvertrieb ist knallhart – und der vielleicht wichtigste Spieler heißt nicht Check24, sondern der heißt: Google. Die Amerikaner sind in den vergangenen Jahren in einigen Ländern bzw. Segmenten immer tiefer ins Vergleichsgeschäft vorgedrungen. Doch selbst in Märkten, in denen sie das nicht tun, verdienen sie über ihre Werbesystem „GoogleAds“ kräftig mit. Beispiel: Laut Nielsen-Zahlen hat Check24 im vergangenen Jahr zwar satte rund 170 Mio. Euro für TV-Werbung ausgegeben – die Google-Spendings der Münchner allerdings sollen Insidern zufolge sogar noch höher sein.

Schon vor Jahren hieß es, dass im Herbst, wenn die Wechselsaison für KfZ-Policen ansteht, ein entsprechender Klick bei Google (z.B. bei einem Suchbegriff wie „Autoversicherung wechseln“) bis zu 10 Euro kosten kann. Einfache Rechnung: Bei einer realistischen Conversion Rate von 5% zahlten Vergleichsportale damals zu Hochzeiten also rund 200 Euro pro Kunde (20 Klicks à 10 Euro, um einen Kunden zu gewinnen …). Sie erhielten ihrerseits aber nur eine Provision von realistischerweise rund 100 Euro vom Versicherer. Und seitdem? „Sind die Akquisekosten über Google bei Finanzprodukten nochmal um sicherlich 50% gestiegen“, so ein Insider. „Das ist ein brutaler Wettbewerb, der da tobt.“

Kein leichtes Feld, dass sich Finleap da ausgesucht hat. Aber im Erfolgsfall auch ein sehr lukratives.

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Deutsche Bank: Das Phantom-Votum für Paul Achleitner

Von Christian Kirchner

In 19 von 28 EU-Ländern ist die Veröffentlichung von Wahlprognosen unmittelbar vor (politischen) Wahlen verboten. In Deutschland unterliegen zumindest die öffentlich-rechtlichen Sender einer freiwilligen Selbstbeschränkung.

Und das aus gutem Grund. Schließlich können Prognosen über den (wahrscheinlichen) Ausgang einer Wahl das Wahlverhalten beeinflussen: Menschen stimmen nämlich ganz gerne mit dem erwarteten Gewinner. Und wenn sie das Gefühl haben, ihre Stimmabgabe lohne ohnehin nicht, weil der Sieger angeblich schon feststeht, gehen sie vielleicht gar nicht erst zur Wahl – der Sieg Donald Trumps gegen die „Hat-ja-eh-gewonnen“-Hillary-Clinton 2016 lässt grüßen.

Man sollte das – natürlich nicht im juristischen, aber doch im kommunikativ-strategischen Sinne – im Hinterkopf haben, wenn man in diesen Tagen liest, die wichtigste Abstimmung auf der Deutsche-Bank-HV am morgigen Donnerstag sei im Grunde genommen schon entschieden. Nämlich  die über die Entlastung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Und zwar entschieden insofern, als dass „PA“ die über 50% bei der Entlastung schon sicher habe. So stand es sinngemäß am Sonntag in der „FAS“. So stand es gestern auf „Handelsblatt Online“.  Und so bestätigen das die berühmten „Finanzkreise“ auch gegenüber Finanz-Szene.de.

Plausibel ist das ganze allemal. Und setzt obendrein schon mal einen niedrigen Anker. Zwar machen Aktionärsberater öffentlich Stunk. Aber wie die Abstimmungsergebnisse ausfallen, das entscheiden letztlich …

  • der US-Fondsriese Blackrock (rund 5% Aktienanteil),
  • die inzwischen etwas klammen Chinesen von HNA (ebenfalls rund 5%),
  • der US-Finanzinvestor Cerberus (rund 3%),
  • die Investoren aus Qatar (6%) und
  • der Hedgefonds Hudson Executive (3%)

… und zwar entscheiden sie das notfalls auch gegen die moppernden Rebellen.

Die Großaktionäre halten zusammen also  mindestens 22% der stimmberechtigten Aktien. In der Regel konferieren sie in den Wochen vor der Hauptversammlung mit dem Aufsichtsratschef – und dürften entsprechend ihre Entscheidung (pro Achleitner) längst gefällt haben.

Nun aber zur mathematischen Einordnung:  In den Jahren 2014 bis 2018 betrug die Präsenzquote bei der Deutschen Bank-Hauptversammlung zwischen 30% und 43%.

Präsenzquote und Abstimmungsverhalten bei Entlastung Achleitner (einzeln) oder Aufsichtsrat

Quelle: DB Homepage

Das heißt: Es bräuchte vermutlich nicht einmal eine „geschlossene Reihe“ der Großanleger von in toto 22% der Stimmen, um Paul Achleitner mehrheitlich zu entlasten und so eine Blamage zu ersparen. Selbst die Fondsgesellschaft Union Investment (0,4% der Stimmen) kündigte bereits ihre Unterstützung Achleitners an. Zumal die meisten Aktionäre nicht auch noch einen wackelnden Großaktionär wollen, wo die Bank schon genug zu kämpfen hat mit Reputation und Ertragskraft.

Die Chancen stehen daher gut für Paul Achleitner, die Prüfung am Donnerstag auch ohne den kommunikativen „Die Sache ist eh‘ klar“-Spin zu bestehen.  Was erst Recht für den Fall gilt, dass er – wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet – auf Wunsch einiger Investoren dann doch zumindest vor Vertragsende 2022 Platz machen könnte.

Die Chancen stehen damit auch gut für die ganze Bank, dass zwar viele (womöglich auch ein wenig sensationslüstern) auf ein „Scherbengericht“ in der Festhalle warten. Aber dass es am Ende wieder die gleiche, geradezu folkloristische Vorstellung gibt, in der am Rednerpult letztlich nur ein paar minder wichtige Kritiker über das Missverhältnis von Boni und Aktienkurs wettern.

Und wenn Sie nun fragen, ob eine Zielmarke von 50% nicht ohnehin sehr niedrig gesetzt ist: 2015 saß der damalige Co-Chef Anshu Jain vor der HV scheinbar fest im Sattel – doch dann stimmten nur 61% der Aktionäre für eine Entlastung des Vorstands, 39% dagegen. Das reichte für eine Rasur: Nicht nur, aber auch wegen dieses Ergebnisses war Jain drei Wochen später (von Achleitner) später gefeuert. Insofern könnte es sich bei den 50% um cleveres Erwartungsmanagement handeln. Denn käme Achleitner auf jene 61%, die Jain einst zum Verhängnis wurden – dann könnte man das beinahe schon als Triumph verkaufen.

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Fintech-Coup des Jahres: Finleap plant Angriff auf Check24

Von Caspar Schlenk (Gründerszene) und Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de)

Keine Frage, bei Finleap tut sich was: Mehr als 30 Stellen hat der Berliner Company-Builder zuletzt für neue Fintech-Gründungen ausgeschrieben. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde steigt der Erfolgsdruck. „Solide“ reicht nicht mehr. Kritiker fragen, wo der „Big Bang“ bleibe, also gewissermaßen das Zalando für Finanzen.

Nach offiziellen Angaben stehen bei Finleap für diese Jahr zwei bis vier neue Ventures auf dem Plan. Unter den Jobanzeigen sind allerdings einige, die aus dem Raster fallen. Die dazugehörigen Beschreibungstexte deuten nämlich auf kein beliebiges neues Startup hin – sondern auf deutlich mehr. Auf etwas, das unter Insidern als Fintech-Projekt des Jahres gehandelt wird. Wörtlich heißt es:

„Wir bauen das nächste große B2C-Unternehmen im Bereich Finance und Versicherungen in Deutschland. Mit unserer Plattform möchten wir unseren Kunden ermöglichen, fundierte und auf ihren Bedarf ausgerichtete Entscheidungen zu treffen. (…) Mit unseren Produkten adressieren wir allein in Deutschland einen Multi-Milliarden-Euro-Markt. Um unsere Vision wahr werden zu lassen, haben wir bereits ein starkes Netzwerk an internationalen Investoren und Partnern an Bord geholt.“

Werden wir konkret. Recherchen von Gründerszene und Finanz-Szene.de zeigen: Finleap arbeitet an einer Art Vergleichsportal für Finanzprodukte – plant also den Angriff auf Check24, den digitalen Vertriebs-Giganten im hiesigen Banken- und Versicherungsmarkt. Dazu muss man wissen: Mit gewaltigen Werbeausgaben hat Check24 seine Marke bekannt gemacht, allein im vergangenen Jahr flossen 172 Mio. Euro in TV-Werbung (beim Rivalen Verivox sollen es übrigens ebenfalls weit mehr als 100 Mio. Euro gewesen sein). Sogar noch größer sind Marktkennern zufolge die Google-Spendings beider Unternehmen.

Wer dagegen anstinken will, braucht eine gewaltige Finanzkraft. Darum soll sich der Berliner Company-Builder unter der Führung von Gründer und CEO Ramin Niroumand nach Informationen von Gründerszene und Finanz-Szene.de die Unterstützung des chinesischen Milliardenkonzerns Ping An gesichert haben. Von einem dreistelligen Millionenbetrag ist die Rede. Finleap selbst will sich nicht zu diesen Informationen äußern, von Ping An an war bis gestern Abend keine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ping An ist bei Finleap schon jetzt ein wichtiger Geldgeber, mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 135 Mrd. Euro zählt das Unternehmen zu den größten Versicherern der Welt. Als strategischer Investor führte man die Finleap-Finanzierungsrunde Ende 2018 an – rund 40 Mio. Euro pumpte Ping An in das Berliner Unternehmen.

Ferner sollen angeblich drei weitere prominente Player bei dem Vorhaben involviert sein. McKinsey habe am Business-Plan mitarbeitet, ist zu hören. Auch die Namen der beiden Versicherungskonzerne Huk Coburg und Allianz fallen mehrfach. Ein Sprecher der Huk Coburg schreibt auf Nachfrage: „Aktuell gibt es keine Zusammenarbeit unseres Hauses mit Finleap.“ Zu Zukunftsprojekten will er hingegen nichts verraten. Die Allianz und McKinsey äußern sich auf Anfrage nicht.

Im Kreditbereich dominiert Check24 zusammen mit den Fintech-Rivalen Finanzcheck und Smava den Vergleichsmarkt – wobei Check24 allein etwa so viel Umsatz machen soll wie die beiden Wettbewerber zusammen. Sogar noch größer soll die Dominanz bei Autopolicen sein. Die Folge: Deutschlands größter Kfz-Versicherer, die Huk Coburg, liefert sich mit Check24 einen Dauerstreit vor Gericht. Die HuK-Produkte sind nicht auf der Vergleichsplattform gelistet. Die Allianz, Nummer zwei im Markt, vertreibt die Autoversicherung ihrer Hauptmarke ebenfalls nicht bei Check24.

2011 versuchte die Huk Coburg mit dem Einstieg beim Vergleichsportal Transparo einen Konkurrenten zu Check24 aufzubauen. Der Plan misslang. Drei Jahre später gingen die Domain und die Markenrechte an den Konkurrenten Verivox.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, mit welchem Konzept sich das neue Finleap-Unternehmen gegen Check24 behaupten will. Der Launch soll nach Gründerszene-Informationen im Oktober stattfinden. Szenekenner sind skeptisch, ob sich eine Marketingschlacht gegen Check24 gewinnen lässt. Wobei unklar ist, ob Finleap, Ping An & Co. wirklich ein klassisches Vergleichsportal planen – oder nicht doch eine neue Lösung.

Für Finleap hängt viel an dem Gemeinschaftsprojekt. In den vergangenen Jahren lag der Fokus stärker auf Geschäftsmodellen für andere Unternehmen (B2B), ein Beispiel ist die Solarisbank, die als Bankpartner für Fintechs und Digitalfirmen fungiert. Die Makler-App Clark ist das letzte verbleibende Venture, das sich an Endkunden richtet (B2C).

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