Ein Nachtrag zum „Hausrundschreiben von 1988“

Von Christian Kirchner

Gestern (13.6.) veröffentlichte Finanz-Szene.de die Transkription eines vermeintlichen „Hausrundschreibens“ (noch online hier) einer deutschen Großbank aus dem Jahr 1988 – ein kleines Sittenbild des Bankwesens der damaligen Zeit. Am Vormittag erreichten uns zwei Hinweise, die die Echtheit des Dokuments in Frage stellten – denen wir glauben. Kurz: Zwar handelte es sich um einen Gag, den wir aber so nicht hätten verbreiten dürfen.

Wo hatten wir das Dokument her? Es kursierte in den vergangenen Tagen in diversen Whatsapp-Gruppen von Bankern.

Wie haben wir die Echtheit des Dokuments geprüft? Über einen Abgleich der schwer lesbaren, geschwungenen Unterschrift des (namentlich nicht genannten Verfassers) auf dem „Hausrundschreiben“ mit den Unterschriften der Vorstandsmitglieder im Geschäftsbericht 1988, die zu einem Treffer führte. Zudem erhielten wir aus der Bank bzw. auch von einzelnen Mitarbeitern (darunter einer Mitarbeiterin aus der damaligen Zeit) Signale, das Schreiben sei als authentisch einzustufen.

Warum haben wir das Dokument nicht intensiver geprüft? Weil es letztlich um ein Gag-Thema von 1988 ging, nicht um Watergate.

Warum haben wir den Namen der Bank nicht genannt? Weil wir keinen Spekulationen über den (vermeintlichen) Urheber des Schreibens Vorschub leisten wollten.

Woher kommen jetzt die Zweifel? Ein Mitarbeiter des früheren Mitarbeiter-Magazins der Bank schrieb uns, man selber habe über das Dokument auch schon berichtet. Daraufhin habe sich ein längst in Ruhestand befindlicher Ex-Mitarbeiter gemeldet und gesagt, es handle sich bei dem Schreiben um einen „Scherz“, den sich damals – also 1988 – ein paar Mitarbeiter erlaubt hätten.

Was sagt die Bank selber? Dort heißt es, man gehe von einer Fälschung aus.

Gibt es klare Belege dafür, dass es sich um einen Fälschung handelt? Wir glauben der Bank. Aber wie gesagt: Es geht nicht um Watergate.

Hat die Bank eine Gegendarstellung oder so etwas verlangt? Nope. Wenn wir Mist geschrieben haben, dann sagen wir Ihnen das aus eigenem Antrieb, keine Bange.

 

Wie N26 sein Kundenwachstum über die Jahre beschleunigt hat

Offenbar hat N26 der Ärger der vergangenen Monate (meuternde Kunden, mäkelnde Aufseher, motzende Presse) nicht geschadet. Denn: Nach eigenen Angaben kommt die Berliner Smartphone-Bank nun auf 3,5 Mio Kunden. Grund genug, unsere Uralt-Rubrik „Die Grafik“ wieder aufleben zu lassen, um Ihnen auf einen Blick zu zeigen, wie N26 sein Wachstum über die Jahre immer weiter beschleunigt hat.

Die Grafik zeigt, wie viele Monate N26 seit Gründung für jeweils 500.000 neue Kunden gebraucht hat.

Quelle: Unternehmensangaben; eigene Recherchen; eigene Ableitungen