23/10/18: Funding-„Irrtum“ bei Deposit Solutions, Zu viel N26-Bashing?, Cringle/DKB

Exklusiv: Angebliche „100-Mio.-Runde“ von Deposit Solutions war in Wirklichkeit kleiner

65 Mio. Dollar für Smava, 57 Mio. Euro für die Solarisbank, 160 Mio. Dollar für N26, 100 Mio. Dollar für Deposit Solutions: Seit Monaten sorgt die deutsche Fintech-Branche für immer neue Funding-Bestmarken. Folge: Allein von Januar bis September seien mit insgesamt 778 Mio. Euro schon mehr Gelder in hiesige Finanz-Startups geflossen als im gesamten Rekordjahr 2017, vermeldete dieser Tage die Comdirect. Nun allerdings wecken Recherchen von „Finanz-Szene.de“ erstmals Zweifel an einigen der kolportierten Zahlen. Denn: Zumindest die angebliche 100-Mio.-Dollar-Finanzierung  des Hamburger  Vorzeige-Startups Deposit Solutions war in Wirklichkeit merklich kleiner. Ein  Teil der verkündeten Summe floss unseren Recherchen zufolge nämlich gar nicht ins Unternehmen, sondern auf die Konten von Altinvestoren, die ihre Anteile an neue Gesellschafter veräußert haben. Lesen Sie hier, was Deposit-Chef Tim Sievers zu unseren Recherchen sagt, was mit anderen Fundings ist – und was mögliche Lehren aus dem Fall sein könnten: Finanz-Szene.de

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News

Dachte man nicht eigentlich, dass die Sparkassen und Ingenico jetzt ziemlich beste Freunde seien, wo unsere öffentlich-rechtlichen Banker doch neulich ihren Acquirer BS Payone in ein 48:52-Joint-Venture mit dem französischen Payment-Konzern eingebracht haben? Nun denn, so kann man sich täuschen. Denn auf der Suche nach einem Online-Payment-Partner ist Ingenico jetzt beim skandinavischen Fintech Trustly fündig geworden – und dass, obwohl die Sparkassen mit Paydirekt und Giropay gleich zwei Anbieter in ihren Reihen haben, die über eine ähnliche bis sehr ähnliche Genetik wie Trustly verfügen. Tja. Pressemitteilung, IT-Finanzmagazin

Oddo reicht Seydler an den Selfmade-Unternehmer Rolf Elgeti weiter: … was kurz gesagt bedeutet, dass 1.) die Frankfurter Wertpapierhandelsbank ihren dritten Eigner binnen fünf Jahren bekommt, dass 2.) die Franzosen, denen ja auch (und auch weiterhin) die BHF gehört, allmählich merken dürften, dass der deutsche Bankenmarkt kein Ponyhof ist, und dass 3.) das ewige Wunderkind Elgeti, das zuletzt ja bereits das Finanzierungs-Fintech Creditshelf an die Börse komplimentiert hat, immer noch Opportunitäten sieht, wo wir Normalsterblichen sie nie vermuten würden. Wiwo, Süddeutsche Zeitung (Porträt Elgeti)

Gut, dass drunter keiner wohnt – so laut wie bei der Hamburger Warburg-Bank gestern die Stuhle gerückt wurden: Der für den Kapitalmarktbereich zuständige Partner Eckhard Fiene verlässt das Traditionshaus, sein Nachfolger (sowohl inhaltlich als auch, was den Partnerstatus angeht) wird Peter Tessmann, bis vor Kurzem noch Chef der Oldenburgischen Landesbank. Zudem geht nach fast 30 Jahren bei Warburg der zuletzt für Sales und Trading verantwortliche Generalbevollmächtigte Thomas Schult. Pressemitteilung

That’s not news

Wie gewohnt fassen die Montagsausschläfer von „Finanz-Szene.de“ am Dienstag nochmal kurz die Ereignisse des Wochenendes für Sie zusammen:

Für das Team des insolventen Berliner Payment-Fintechs Cringle hat sich eine Anschlussverwendung gefunden: Die jungen, neuerdings nach dem  Vorbild ihres künftigen Chefs Arnulf Keese offenbar mehrheitlich bärtigen Männer, kommen, was uns freut, bei der DKB unter. Pressemitteilung

PwC ist Favorit für WP-Mandat bei der Deutschen Bank: Das zumindest berichtet der „Spiegel“ – und findet das Ganze „heikel“, weil Norbert Winkeljohann, bis vor wenigen Monaten Deutschland-Chef von PwC, beim wichtigsten Geldhaus des Landes im Aufsichtsrat sitzt. Spiegel (Print)

Von den acht deutschen Banken, die am Stresstest der europäischen Bankenaufsicht teilnehmen, hat die NordLB nach übereinstimmenden Medienberichten am schlechtesten abgeschnitten: … was natürlich eine gute Nachricht ist. Denn sollte es eine Bank geben, die noch schlechter abgeschnitten hat als die NordLB (bei der man von einem sehr schlechten Abschneiden ja ausgehen muss), dann wäre das nicht nur für die betreffende Bank ein ziemlicher Schock. FAZ, NDR

Die DZ Bank kommt angeblich mit dem Verkauf der Luftfahrt- und Eisenbahnportfolien ihrer Krisentochter DVB Bank voran: Mögliche Bieter seien die australische Macquarie-Gruppe sowie zwei japanische Geldhäuser, berichtet „Reuters“.

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Wo Insurtech nicht draufsteht – aber drinsteckt! Die Deutsche Familienversicherung ist der volldigitale Versicherer hierzulande. Hier mehr erfahren:
deutsche-familienversicherung.de/ueber-uns/unternehmen/

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Kann es sein, dass wir alle miteinander (Medien, Konkurrenten, Twitter-Menschen etc. pp.) die Sache mit N26 und dem Foto-Ident-Verfahren ein bisschen zu hoch gehängt haben? … fragen die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog.

Wenn Banken und Fintechs wirklich gut zusammenarbeiten wollen, … dann erfordert das einen Kulturwandel auf beiden Seiten. Finletter

Klickfavorit

… war am Freitag unser „ultimatives Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs“. Finanz-Szene.de

In eigener Sache

„Finanz-Szene.de“ ist am Wochenende mit dem „Sonderpreis der Jury“ beim bankenunabhängigen „Comdirect Finanzblog Award 2018“  ausgezeichnet worden. Unsere Freude hierüber war eine durchaus diebische. Denn bei besagtem „Sonderpreis“ handelte es sich um den „Newcomer Award“  – nachdem wir der Jury verschwiegen hatten, dass unsere Redaktion (rechnet man den wunderbaren Teilzeit-Analysten Thomas Borgwerth und die cheflektorierende Frau Mama ein) auf ein Durchschnittsalter von Anfang, Mitte 50 kommt. Hoffentlich müssen wir das Preisgeld nicht zurückzahlen, nachdem wir das jetzt offenbart haben. Und hoffentlich hat die Frau Mama diese Nacht aus „Finanzblog“ nicht „Finanzblock“ gemacht. Den Preis bei den Erwachsenen gewann ein Blog namens „Talerbox“, der Publikumspreis ging an den Blog „Tim Schäfer Media“. Herzlichen Glückwunsch den Kollegen! Und Dankeschön für die Gratulationen, die uns selbst  u.a. via Twitter erreicht haben.

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23/10/18: Schock für deutsche Fintech-Branche, Oddo verkauft Seydler, Neuer WP für Dt. Bank

Exklusiv: Angebliche „100-Mio.-Runde“ von Deposit Solutions war in Wirklichkeit kleiner

65 Mio. Dollar für Smava, 57 Mio. Euro für die Solarisbank, 160 Mio. Dollar für N26, 100 Mio. Dollar für Deposit Solutions: Seit Monaten sorgt die deutsche Fintech-Branche für immer neue Funding-Bestmarken. Folge: Allein von Januar bis September seien mit insgesamt 778 Mio. Euro schon mehr Gelder in hiesige Finanz-Startups geflossen als im gesamten Rekordjahr 2017, vermeldete dieser Tage die Comdirect. Nun allerdings wecken Recherchen von „Finanz-Szene.de“ erstmals Zweifel an einigen der kolportierten Zahlen. Denn: Zumindest die angebliche 100-Mio.-Dollar-Finanzierung  des Hamburger  Vorzeige-Startups Deposit Solutions war in Wirklichkeit merklich kleiner. Ein  Teil der verkündeten Summe floss unseren Recherchen zufolge nämlich gar nicht ins Unternehmen, sondern auf die Konten von Altinvestoren, die ihre Anteile an neue Gesellschafter veräußert haben. Lesen Sie hier, was Deposit-Chef Tim Sievers zu unseren Recherchen sagt, was mit anderen Fundings ist – und was mögliche Lehren aus dem Fall sein könnten: Finanz-Szene.de

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Oddo reicht Seydler an den Selfmade-Unternehmer Rolf Elgeti weiter: … was kurz gesagt bedeutet, dass 1.) die Frankfurter Wertpapierhandelsbank ihren dritten Eigner binnen fünf Jahren bekommt, dass 2.) die Franzosen, denen ja auch (und auch weiterhin) die BHF gehört, allmählich merken dürften, dass der deutsche Bankenmarkt kein Ponyhof ist, und dass 3.) das ewige Wunderkind Elgeti, das zuletzt ja bereits das Finanzierungs-Fintech Creditshelf an die Börse komplimentiert hat, immer noch Opportunitäten sieht, wo wir Normalsterblichen sie nie vermuten würden. Wiwo, Süddeutsche Zeitung (Porträt Elgeti)

Gut, dass drunter keiner wohnt – so laut wie bei der Hamburger Warburg-Bank gestern die Stuhle gerückt wurden: Der für den Kapitalmarktbereich zuständige Partner Eckhard Fiene verlässt das Traditionshaus, sein Nachfolger (sowohl inhaltlich als auch, was den Partnerstatus angeht) wird Peter Tessmann, bis vor Kurzem noch Chef der Oldenburgischen Landesbank. Zudem geht nach fast 30 Jahren bei Warburg der zuletzt für Sales und Trading verantwortliche Generalbevollmächtigte Thomas Schult. Pressemitteilung

Dachte man nicht eigentlich, dass die Sparkassen und Ingenico jetzt ziemlich beste Freunde seien, wo unsere öffentlich-rechtlichen Banker doch neulich ihren Acquirer BS Payone in ein 48:52-Joint-Venture mit dem französischen Payment-Konzern eingebracht haben? Nun denn, so kann man sich täuschen. Denn auf der Suche nach einem Online-Payment-Partner ist Ingenico jetzt beim skandinavischen Fintech Trustly fündig geworden – und dass, obwohl die Sparkassen mit Paydirekt und Giropay gleich zwei Anbieter in ihren Reihen haben, die über eine ähnliche bis sehr ähnliche Genetik wie Trustly verfügen. Tja. Pressemitteilung, IT-Finanzmagazin

Und falls Sie heute Morgen zufällig eine FAZ zur Hand haben: Auf Seite 17 steht eine Geschichte, wonach die Bundesbank für ihre Mitarbeiter neue Insider-Regeln erlassen hat, die für manche Beschäftige (wenn wir es richtig verstehen) zur Folge haben, dass sie keine Bankaktien mehr kaufen dürfen oder entsprechende Transaktionen zumindest offenlegen müssen.

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Wie gewohnt fassen die Montagsausschläfer von „Finanz-Szene.de“ am Dienstag nochmal kurz die Ereignisse des Wochenendes für Sie zusammen:

PwC ist Favorit für WP-Mandat bei der Deutschen Bank: Das zumindest berichtet der „Spiegel“ – und findet das Ganze „heikel“, weil Norbert Winkeljohann, bis vor wenigen Monaten Deutschland-Chef von PwC, beim wichtigsten Geldhaus des Landes im Aufsichtsrat sitzt. Spiegel (Print)

Von den acht deutschen Banken, die am Stresstest der europäischen Bankenaufsicht teilnehmen, hat die NordLB nach übereinstimmenden Medienberichten am schlechtesten abgeschnitten: … was natürlich eine gute Nachricht ist. Denn sollte es eine Bank geben, die noch schlechter abgeschnitten hat als die NordLB (bei der man von einem sehr schlechten Abschneiden ja ausgehen muss), dann wäre das nicht nur für die betreffende Bank ein ziemlicher Schock. FAZ, NDR

Für das Team des insolventen Berliner Payment-Fintechs Cringle hat sich eine Anschlussverwendung gefunden: Die jungen, neuerdings nach dem  Vorbild ihres künftigen Chefs Arnulf Keese offenbar mehrheitlich bärtigen Männer, kommen, was uns freut, bei der DKB unter. Pressemitteilung

Die DZ Bank kommt angeblich mit dem Verkauf der Luftfahrt- und Eisenbahnportfolien ihrer Krisentochter DVB Bank voran: Mögliche Bieter seien die australische Macquarie-Gruppe sowie zwei japanische Geldhäuser, berichtet „Reuters“.

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Kann es sein, dass wir alle miteinander (Medien, Konkurrenten, Twitter-Menschen etc. pp.) die Sache mit N26 und dem Foto-Ident-Verfahren ein bisschen zu hoch gehängt haben? … fragen die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog.

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… war am Freitag unser „ultimatives Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs“. Finanz-Szene.de

In eigener Sache

„Finanz-Szene.de“ ist am Wochenende mit dem „Sonderpreis der Jury“ beim bankenunabhängigen „Comdirect Finanzblog Award 2018“  ausgezeichnet worden. Unsere Freude hierüber war eine durchaus diebische. Denn bei besagtem „Sonderpreis“ handelte es sich um den „Newcomer Award“  – nachdem wir der Jury verschwiegen hatten, dass unsere Redaktion (rechnet man den wunderbaren Teilzeit-Analysten Thomas Borgwerth und die cheflektorierende Frau Mama ein) auf ein Durchschnittsalter von Anfang, Mitte 50 kommt. Hoffentlich müssen wir das Preisgeld nicht zurückzahlen, nachdem wir das jetzt offenbart haben. Und hoffentlich hat die Frau Mama diese Nacht aus „Finanzblog“ nicht „Finanzblock“ gemacht. Den Preis bei den Erwachsenen gewann ein Blog namens „Talerbox“, der Publikumspreis ging an den Blog „Tim Schäfer Media“. Herzlichen Glückwunsch den Kollegen! Und Dankeschön für die Gratulationen, die uns selbst  u.a. via Twitter erreicht haben.

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19/10/18: Vier Fintechs gegen die Dt. Bank, 850 Kooperationen, Coba-Boni, „Loff ya“

Die Mission der Dt. Bank – oder: Ein Lehrstück über die Schlacht zwischen Fintechs und Banken

Viel öfter, als Sie hoffentlich merken, schreiben wir in unserem Newsletter über Themen, von denen wir nun wirklich gar keine Ahnung haben. So war das auch, als am Mittwochabend die ersten Meldungen über die Pläne der Deutschen Bank aufpoppten, einen internationalen Marktplatz für Handelsforderungen zu gründen. Natürlich haben wir das Ganze vermeldet (so dass Sie gestern Früh gleich informiert waren). Und natürlich waren wir dreist genug, uns ein schmissiges Motto auszudenken („Internationale Anti-Fintech-Allianz“). Ehrlicher wäre es indes gewesen, hätten wir über die Story einfach die Headline „Hä?“ gesetzt. Jedenfalls: Um heute nicht wieder ahnungslos vor Ihnen zu stehen, haben wir gestern einen Crashkurs in Sachen „Handelsfinanzierung anno 2018“ absolviert. Dabei lernten wir, dass es 1.) in diesem Beritt extrem spannende Fintechs gibt (darunter: deutsche, von Deutschen gegründete und von Deutschen finanzierte). Und dass 2.) der Versuch der Deutschen Bank, hiergegen anzustinken, zwar nicht der erste seiner Art ist – aber der ambitionierteste: Lesen Sie also hier unser Lehrstück über den Kampf zwischen Fintechs und Banken am Beispiel der Handelsfinanzierung: Finanz-Szene.de

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So ist das in Zeiten des Überflusses – da packt die „Deutsche Presseagentur“ gleich mal zwei Fintech-Studien in einen einzigen Text. Oder anders ausgedrückt: Die Comdirect hat gestern eine Erhebung veröffentlicht, wonach in den ersten neun Monaten dieses Jahre satte 778 Mio. Euro in deutsche Fintechs geflossen sein sollen. Und PwC hat eine Untersuchung veröffentlicht, wonach Deutschlands Banken und Versicherer sehr viel mehr Fintech-Kooperationen unterhalten als bislang bekannt – nämlich satte 850. Mehr Details zu beiden Befunden hier: dpa/FAZ, Pressemitteilung (PwC)

Ach, herrlich, da haben die Commerzbanker mal wieder ein Thema, über das sie sich mittags in der Fressgass oder nach Dienstschluss im „Sullivan“ so richtig schön echauffieren können. Und zwar: Für alle hierzulande außertariflich Beschäftigten ändern sich die Boni-Regeln dahingehend, dass die Prämien nur noch nach Gruppenleistung und nicht mehr auf Basis individueller Performance vergeben werden (wie Personalchefin Orlopp heute Früh im „Handelsblatt“-Interview sagt, machte die individuelle Komponente bislang noch rund 30% aus). Betroffen sind rund 20.000 Mitarbeiter. Für die Risk-Taker gilt der Coba-Sozialismus, wenn wir es richtig verstehen, allerdings nicht (und müssten es nicht eigentlich die Risk-Taker sein, bei denen das Gros der Boni ankommt?). FinanzNachrichten.de, Handelsblatt (Paywall)

Gibt es bei der Deutschen Bank überhaupt noch ausländische Spitzenmanager? Ach ja, klar, Frau Matherat und Herrn Lewis. Und natürlich Garth Ritchie, den Chef des Investmentbankings. Und was macht der noch so, nachdem sein Vertrag kürzlich verlängert wurde? Wie gestern bekannt wurde, hat er in einer internen Mail verkündet, dass der gefühlt viertletzte ausländische Spitzenmanager, nämlich John Gibbons, Chef der Transaction-Banking-Sparte, das Institut verlassen wird. Sein Nachfolger? Natürlich ein junger Deutscher: Stefan Hoops, bislang Co-Vertriebschef der Kapitalmarktsparte. Nicht mehr lang, und alles ist wieder so heimelig wie weiland unter Abs und später unter Herrhausen. Ist Herr Moreau eigentlich noch da? Handelsblatt (Paywall), Reuters

Wer unsere gestrige Ausgabe gelesen hat, wird festgestellt haben, dass wir die Ertragsentwicklung der deutschen Retailbanken deutlich besser beurteilen als die Strategieberatung zeb das tut (wobei wir uns frecherweise auch noch auf die Zahlen von zeb berufen). Jedenfalls: Ulrich Hoyer, Chef der Praxisgruppe Retailbanking bei zeb, merkt dazu Folgendes an: Ja, auf den ersten Blick stimme unsere Betrachtung. Schaue man jedoch genauer hin, dann sehe man, dass es sich 1.) um stabile Erträge „auf niedrigem Niveau“ handele und dass diese Stabilität 2.) ein „Ergebnis günstiger Umstände“ sei, womit er vor allem auf den privaten Bauboom anspielt. Hier Hoyers Argumentation: Finanz-Szene.de

Wie die „Zeit“ berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Köln „ihre Ermittlungen gegen Verantwortliche der Warburg-Bank […] deutlich ausgeweitet“. Inzwischen verdächtige sie auch Bankchef  Olearius, im Rahmen von Cum-Ex-Geschäften Steuern hinterzogen zu haben. Auch der Schaden sei  offenbar größer als bisher bekannt: insgesamt 330 Mio. Euro … Und was hält man jetzt davon? Inhaltlich beurteilen können wir den Fall nicht. Zumal ein Verdacht keine Anklage und schon gar kein Urteil ist. Aber es gilt, was wir auch schon im März (nach der damaligen großen Razzia) angemerkt haben: Ob Warburg wirklich gut beraten war, die Konfrontation mit den Staatsanwälten zur suchen? Die Zeit 

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Unabhängig, kritisch, kompetent! BANKMAGAZIN ist die größte, unabhängige Zeitschrift der Bankenbranche im deutschsprachigen Raum. Unabhängige Experten vermitteln fundierte Informationen aus allen bankrelevanten Geschäftsfeldern. Digitalisierung, Branchenentwicklung, IT-Effizienz, Vertrieb, Personal und neue Finanzlösungen stehen im redaktionellen Fokus. Testen Sie jetzt 2 Ausgaben gratis!

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„Der Coup des Jahrhunderts“: So ist eine lange Reportage in der aktuellen „Zeit“ überschrieben. Der nachrichtliche Kern des Stücks (das wir ehrlicherweise gestern nur angelesen habe): Die Cum-Ex-Schäden (siehe auch oben) für den Steuerzahler sollen viel höher sein als bislang vermutet: Die Zeit

Die Fintech-CEOs unter unseren Lesern schätzen wir ja so ein, dass Sie sich nicht verkneifen können, auf eine „Bilderstrecke“ zu klicken, in der sie ihr eigenes Konterfei vermuten. Drum hier als kleiner Service: Diese Fintech-Unternehmer mischen den deutschen Bankenmarkt auf. Manager Magazin

Nun mischt sich auch „Mr. Platform“ persönlich, nämlich Markus Pertlwieser von der Deutschen Bank, in die Plattform-Banking-Debatte ein: Schusseligerweise hat er seinen lesenswerten Gastbeitrag allerdings nicht an „redaktion@finanz-szene.de“ geschickt, sondern an die Kollegen der „BÖZ“. Wieder mal ganz blöd gelaufen für uns hier. Börsen-Zeitung (Paywall)

Unser Artgenosse Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ lässt das „Finanzwort des Jahres 2018“ suchen: Wenn Ihnen was Originelleres einfällt als „Plattform-Banking“, dann können Sie hier Ihren Vorschlag einreichen: Der Bank-Blog

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… waren gestern die Schlampereien beim (letztlich fehlgeschlagenen) Versuch, die Eba nach Frankfurt zu holen. Süddeutsche

Back-End

Dass wir an diesem Wochenende vermutlich unseren 9500. Abonnenten begrüßen dürfen (Stand gestern Abend: 9477), liegt daran, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Newsletter morgens immer ganz brav an ein paar Nicht-Abonnenten weiterleiten, von denen dann viele im Laufe der Zeit auch zu Abonnenten werden. Manchmal drücken Sie, liebe Leserinnen und Leser, statt auf „Weiterleiten“ jedoch versehentlich auf „Antworten“. Das hat dann zur Folge, dass wir hier unseren Newsletter zurückkriegen, meist versehen mit einem Kommentar, der nicht uns gilt, sondern demjenigen, den Sie den Newsletter eigentlich weiterleiten wollten. Jedenfalls, diese Woche kam wieder eine dieser fehlgeleiteten Mails bei uns an, und der Kommentar lautete: „Abonnier ihn dir mal selber. Ist wirklich gut. Loff ya.“ Eine Nachfrage ergab, dass das „Loff ya“ in der Tat nicht uns galt, sondern „meiner Freundin“, wie uns der Leser umgehend antwortete. Die unschuldige Offenheit, mit der er dies tat, ebenso wie seine erfrischend jugendliche Ausdrucksweise („Loff ya“), lassen uns vermuten, dass es sich bei besagter „Freundin“ um die Art von „Freundin“ handelt, wie Frankfurt-Finance-School-Studenten sie haben, bevor man dann irgendwann, wenn der Vertrag bei der Deutschen Bank in der Tasche ist, gemeinsam in den Hafen der Ehe segelt – und nicht um die Art von „Freundin“, wie etablierte Taunus-Banker, die sich anderweitig längst im Hafen befinden, sie eigentlich nicht haben sollten.

Alles gut also. Schönes Wochenende!, Heinz-Roger Dohms

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19/10/18: Die Mission der Deutschen Bank, Neue Boni-Regeln für die Coba, Die Cum-Ex-Saga

Die Mission der Dt. Bank – oder: Ein Lehrstück über die Schlacht zwischen Fintechs und Banken

Viel öfter, als Sie hoffentlich merken, schreiben wir in unserem Newsletter über Themen, von denen wir nun wirklich gar keine Ahnung haben. So war das auch, als am Mittwochabend die ersten Meldungen über die Pläne der Deutschen Bank aufpoppten, einen internationalen Marktplatz für Handelsforderungen zu gründen. Natürlich haben wir das Ganze vermeldet (so dass Sie gestern Früh gleich informiert waren). Und natürlich waren wir dreist genug, uns ein schmissiges Motto auszudenken („Internationale Anti-Fintech-Allianz“). Ehrlicher wäre es indes gewesen, hätten wir über die Story einfach die Headline „Hä?“ gesetzt. Jedenfalls: Um heute nicht wieder ahnungslos vor Ihnen zu stehen, haben wir gestern einen Crashkurs in Sachen „Handelsfinanzierung anno 2018“ absolviert. Dabei lernten wir, dass es 1.) in diesem Beritt extrem spannende Fintechs gibt (darunter: deutsche, von Deutschen gegründete und von Deutschen finanzierte). Und dass 2.) der Versuch der Deutschen Bank, hiergegen anzustinken, zwar nicht der erste seiner Art ist – aber der ambitionierteste: Lesen Sie also hier unser Lehrstück über den Kampf zwischen Fintechs und Banken am Beispiel der Handelsfinanzierung: Finanz-Szene.de

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„Der Coup des Jahrhunderts“: So ist eine lange Reportage in der aktuellen „Zeit“ überschrieben. Der nachrichtliche Kern des Stücks (das wir ehrlicherweise gestern nur angelesen habe): Die Cum-Ex-Schäden (siehe auch oben) für den Steuerzahler sollen viel höher sein als bislang vermutet: Die Zeit

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Alles gut also. Schönes Wochenende!, Heinz-Roger Dohms

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Das ultimative Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs

Von Heinz-Roger Dohms

Viel öfter, als Sie hoffentlich merken, schreiben wir in unserem Newsletter über Themen, von denen wir nun wirklich gar keine Ahnung haben. So war das auch, als am Mittwochabend die ersten Meldungen über die Pläne der Deutschen Bank aufpoppten, einen internationalen Marktplatz für Handelsforderungen zu gründen. Natürlich haben wir das Ganze vermeldet (so dass Sie gestern Früh gleich informiert waren). Und natürlich waren wir dreist genug, uns ein schmissiges Motto auszudenken („Internationale Anti-Fintech-Allianz“). Ehrlicher wäre jedoch gewesen, wenn wir über die Geschichte einfach die Headline „Hä?“ gesetzt hätten.

Jedenfalls: Um heute nicht wieder ahnungslos vor Ihnen zu stehen, haben wir gestern einen 45-minütigen Crashkurs in Sachen „Handelsfinanzierung anno 2018“ absolviert. Dabei haben wir gelernt, dass es in diesem Beritt extrem spannende Fintechs gibt (darunter: deutsche, von Deutschen gegründete und von Deutschen finanzierte Fintechs) – und dass der Versuch der Deutschen Bank, hiergegen anzustinken, zwar nicht der erste dieser Art ist, aber ganz sicher der machtvollste. Voilà:

1.) Das Grundproblem

Das Unternehmen A (zum Beispiel ein Lebensmittelhändler) hat mit dem Zulieferer B (zum Beispiel ein Getränkeproduzent) ein Zahlungsziel von 60 Tagen vereinbart. Die üblichen Verzögerungen eingerechnet, werden daraus dann gern mal 70 bis 75 Tage – also dreieinhalb Monate, in denen der Getränkeproduzent, obwohl er seine Ware längst geliefert hat, aufs Geld wartet.

2.) Wie die Banken das Problem klassischerweise lösten

Klassischerweise kennen Banken drei Möglichkeiten, wie sie dem Getränkeproduzenten weiterhelfen können:

  • Die Hausbank finanziert den Getränkeproduzenten mittels Kreditlinie
  • Die Hausbank übernimmt die Forderung, die der Getränkeproduzent gegenüber dem Lebensmittelhändler hat. Sie finanziert die Rechnung also gegen eine Gebühr von vielleicht 2% vor und holt sich das Geld dann vom Händler (Factoring)
  • Während Factoring auf nationaler Ebene (deutscher Zulieferer, deutscher Händler, deutsche Hausbank) sehr gut funktioniert, ziert sich die Hausbank bei internationalen Transaktionen häufig, die Forderung und damit auch das Risiko zu übernehmen. In solche Fällen ist es oftmals so, dass nicht die Bank des Zulieferers, sondern die Bank des Händlers die Vorfinanzierung übernimmt (Reverse Factoring).
3.) Wie die Fintechs in diese Beziehung einbrachen

Es gibt mindestens ein halbes Dutzend ernstzunehmende Fintechs da draußen, die den Banken in der Handelsfinanzierung ernsthafte Konkurrenz machen, dazu gehören Taulia (USA), C2FO (USA), Trustbills (Deutschland) oder auch Traxpay (Deutschland). Vom Prinzip her verfolgen die meisten dieser Startups ein Plattform-Modell, die Ansätze unterscheiden sich jedoch. Drei wollen wir beispielhaft skizzieren:

  • Als internationaler Vorreiter gilt Taulia, ein 2009 von jungen Deutschen in San Francisco gegründetes Fintech. Bei Taulia handelt es sich um eine sogenannte Lieferantenplattform, die ein Prinzip anwendet, dass „Dynamic Discounting“ genannt wird. Dieses funktioniert so, dass – um beim obigen Beispiel zu bleiben – der Lebensmittelhändler seine Rechnungen gegen ein nachträglich eingeräumtes individuelles dynamisches Skonto vom Lieferanten begleicht. Anders gesagt: Beide Unternehmen einigen sich auf der Taulia-Plattform über die Höhe des Skontos, das wiederum abhängt  vom restlichen Zahlungsziel und den Finanzierungskosten des Lieferanten. Der Vorteil: Große, kapitalstarke Unternehmen können ihren Cash-Bestand nutzen, um Erträge zu erzielen, statt das Geld auf der Bank zu parken. Die Lieferanten wiederum bekommen nicht nur die Rechnung zeitig beglichen, sondern zahlen – so jedenfalls das Versprechen der Plattform – hierfür weniger als bei klassischen Bankprodukten.
  • Einen sozusagen dritten Weg wählt das – immer ein wenig im Schatten agierende, aber sehr spannende – Frankfurter Fintech Traxpay. Es bietet  eine Kombination aus den angeführten Finanzierungen an und stellt sie dem Lebensmittelkonzern genauso wie dem Getränkeproduzenten als Komplettangebot zur Verfügung. Anders als Taulia oder C2FO geht Traxpay die Corporates allerdings nicht direkt an, sondern versucht die Banken als Partner zu gewinnen (damit diese ihren Unternehmenskunden dann die Traxpay-Lösung zur Verfügung stellen).
4. Was die Deutsche Bank nun plant

Die Deutsche Bank sagt sich nun: Bevor die Taulias uns das Geschäft komplett streitig machen oder wir uns von den Traxpays zu reinen Fintech-Partnern degradieren lassen, entwickeln wir doch lieber selbst eine digitale Plattformlösung für unsere Kunden. Welcher Ehrgeiz hinter diesen Plänen steckt, zeigt sich darin, dass sich der hiesige Marktführer dafür mit einigen der weltgrößten Banken zusammentut, darunter HSBC, die Citigroup und BNP Paribas. Ohne es final beurteilen zu können, scheint das, was die Großbanken da planen, eher der Traxpay-Lösung als der Taulia-Lösung oder der C2FO-Lösung zu ähneln. So hören wir es jedenfalls aus dem Markt, der allerdings ja auch manchmal irrt.

5. Wie die Initiative der Deutschen Bank einzuordnen ist
  • Der Schritt erscheint wagemutig, aber auch sinnhaft. Denn: Die Fintechs, die sich in dem Markt tummeln, sind zwar ambitioniert unterwegs, aber noch nicht so etabliert, dass man sagen könnte, die Reaktion der Banken komme zu spät.
  • Trotzdem scheint es uns so zu sein, dass die Pläne der Deutschen Bank nicht völlig neu sind. Lesen Sie doch hierzu bitte mal diesen Auszug hier aus einem „Techcrunch“-Artikel von Januar:  „The IBM-backed Hyperledger Fabric project is a trade finance platform aimed at international payments utilizing blockchain, with seven of its largest supporters including Deutsche Bank, HSBC, KBC, Natixis, Rabobank, Societe Generale and Unicredit. IBM’s blockchain platform will run through the IBM Cloud, allowing for interconnectivity between all parties in a particular secure transaction.“ Kann es sein, dass dieser Blockchain-basierte Ansatz erst einmal zurückgestellt wird und die Deutsche Bank nun (mit teils neuen Partnern) eine zwar ähnliche Plattform plant, nun aber ohne Blockchain?
  • Zudem wollen wir an eine Pressemitteilung der Deutschen Bank aus dem April 2017 erinnern. Damals beteiligte sich das wichtigste Geldhaus des Landes mit 12,5% am Hamburger Fintech TrustBills. In der PM hieß es: „Ziel von TrustBills ist es, die Plattform zu einem internationalen Marktplatz für Handelsforderungen von Unternehmen jeder Größe zu entwickeln. Über die Konditionen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Die Deutsche Bank folgt der DZ Bank AG, die bereits seit 2016 an TrustBills beteiligt ist.“ Fährt die Deutsche Bank mehrgleisig? Oder hat Trustbills keine Priorität mehr?
  • Und noch eine letzte Anmerkung: Techologisch ist das, was die Deutsche Bank da plant, nicht eben trivial, haben wir uns erklären. Es ist also nicht so, dass sich da einfach ein paar Banken zusammenschließen und schon haben sie – sozusagen qua Aura – den mehrjährigen Entwicklungs-Vorsprung von Fintechs via Taulia, C2FO, Trustbills oder Traxpay aufgeholt. Sondern: Die Deutsche Bank wird ganz schön ranklotzen müssen.

Kurz gebloggt: Übertüncht der Bauboom die strukturellen Probleme der Retailbanken?

von Heinz-Roger Dohms

Wer unsere gestrige Ausgabe gelesen hat, wird festgestellt haben, dass wir die Ertragsentwicklung der deutschen Retailbanken deutlich besser beurteilen als die Stategieberatung zeb das tut (wobei wir uns dabei frecherweise auch noch auf die Zahlen von zeb berufen).

Jedenfalls: Ulrich Hoyer, Chef der Praxisgruppe Retailbanking bei zeb, merkt dazu Folgendes an: Ja, auf den ersten Blick stimme unsere Betrachtung. Schaue man jedoch genauer hin, dann sehe man, dass es sich 1.) um stabile Erträge „auf niedrigem Niveau“ handele und dass diese Stabilität 2.) ein Ergebnis günstiger Umstände sei. Anders ausgedrückt: Seitens der Banken müssten viele Hausaufgaben erst noch gemacht werden. Hier, was Hoyer mit den „günstigen Umständen“ vor allem meint:

„Dass die Erträge seit 2013 einigermaßen stabil sind, ist mit einer positiven Entwicklung auf der Finanzierungsseite zu erklären. So wurden in der Baufinanzierung sowohl Volumina als auch Margen ausgeweitet – wodurch die Banken negative Effekte zumindest in Teilen kompensieren konnten. In der Bottom-Line-Betrachtung zahlt der historisch positive Verlauf der Risikokostenentwicklung ein. Dabei haben wir es mit strukturellen Verschiebungen zu tun: Der Ertragsrückgang auf der Einlagenseite hat nahezu alle Banken getroffen. Eine positive Entwicklung in der Immobilienfinanzierung hängt dagegen stark von regionalen Marktentwicklungen ab und führt daher zu einem Shift zwischen einzelnen Anbietern.“

18/10/18: Dt. Bank schmiedet Anti-Fintech-Pakt, Payment-Lobby erzählt Quatsch, N26

Kann es sein, dass „zeb“ die eigene Bankenstudie ein bisschen eigenwillig interpretiert?

Die auf den Finanzsektor spezialisierte Beraterfirma zeb hat gestern nicht nur ihre alljährliche Privatkundenstudie veröffentlicht – sie hat auch gleich den Ton der Berichterstattung gesetzt („Neuer Tiefpunkt bei Ertragslage und Ergebnis erreicht“). Dieser Deutung schließen sich die berichtenden Medien heute umstandslos an, die „Wirtschaftswoche“ etwa schreibt unter Berufung auf die Strategieberater: „Während 2011 noch fast 57 Mrd. Euro an Erträgen rund 48 Mrd. Euro an Kosten gegenüberstanden, lag das Plus 2017 nur noch bei mageren 2,3 Mrd. Euro.“ Ausweislich der zeb-Zahlen stimmt diese Rechnung zwar, anders sieht es jedoch aus, wenn man die 2017er-Zahlen nicht mit den extrem guten von 2011, sondern z.B. mit denen von 2013 vergleicht. In dem Zeitraum sind die Erträge nämlich gerade mal von 50,3  auf 50,1 Mrd. Euro und die Gewinne von 2,4 auf 2,3 Mrd. Euro gesunken. Bedenkt man, dass die zeb-Berater 2013 selber meinten, beim Ertrag sei Stagnation „das günstigste Szenario“ – dann muss man jetzt doch eigentlich schlussfolgern, dass sich die deutschen Retailbanken (zumal angesichts des elenden Zinstiefs …) seit Jahren sehr viel besser schlagen, als das einige wahrhaben wollen. Oder etwa nicht?

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Deutsche Bank schließt internationale Anti-Fintech-Allianz: Die digitalen Plattform-Anbieter kommen der Kreditwirtschaft ja längst nicht mehr nur im Retailgeschäft ins Gehege  (-> Hypoport, -> Finanzcheck), sondern auch im B2B-Geschäft (-> 360T, -> C2FO). Wie sich die Banken dagegen wehren können? Zum Beispiel, indem sie eigene Plattformen gründen. Genau das versucht nun die Deutsche Bank, ist heute Morgen in der FAZ (S. 29) und in der „BÖZ“ zu lesen. Gemeinsam mit anderen internationalen Großbanken, darunter die Citigroup, die Santander und die BNP Paribas, wollen die Frankfurter einen Marktplatz für Handelsfinanzierungen aufbauen. Der Arbeitstitel: „Trade Information Network“. Börsen-Zeitung (Paywall)

Nach unserem Dafürhalten ist es geradezu frappierend, mit was für fragwürdigen Umfragen die deutsche Banken- bzw. Payment-Lobby den Durchbruch der NFC-Technologie herbeizubelegen versucht: Beispielhaft lässt sich das an einer dieser Tage in mehreren Medien prominent zitierten Quatsch-Studie der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme“ in Kooperation mit Allensbach nachvollziehen. Voilà: Finanz-Szene.de

Lange hieß es, die EU-Bankenbehörde Eba werde im Zuge des Brexits von London nach Frankfurt verlegt – dann jedoch bekam Paris den Zuschlag. Lag es daran, dass die Deutschen bei ihrer Bewerbung geschlampt haben? Diesen Verdacht äußert heute Morgen zumindest die „SZ“. Süddeutsche Zeitung (Die Kerninfo befindet sich im fünften Absatz)

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„Ich habe eine Bank in der Bank geführt“: Die Geschichte des Chefs der Volksbank Langendernbach (Landkreis Limburg-Weilburg), der Millionen veruntreut haben soll. Manager Magazin

„1,5 Millionen Kunden können eine tragfähige Basis darstellen“: Warum N26 womöglich bald wirklich schwarze Zahlen schreibt. Wirtschaftswoche

Wo wir weiter oben schon mal beim kontaktlosen Bezahlen waren: Wie funktioniert eigentlich die zugrundeliegende NFC-Technologie? Das erklärt der stets aufs Neue lesenswerte Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

Und gleich nochmal Rudolf Linsenbarth (diesmal in einer Nachbetrachtung zum Dreierbündnis von Google Pay, Mastercard und Paypal): Warum  Paypal den deutschen Banken nach der Butter nun auch noch die Brotstulle wegnimmt. IT-Finanzmagazin

Und eines unserer Dauerthemen: Was müssen Banken bedenken, wenn sie sich ernsthaft als Plattform positionieren wollen. Der Bank-Blog

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… war gestern der „Leser-Blog“ zur Kapitalsituation der DZ Bank. Finanz-Szene.de

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18/10/18: Ertragswunder, Dt. Bank schmiedet Anti-Fintech-Pakt, Eba-Debakel

Kann es sein, dass „zeb“ die eigene Bankenstudie ein bisschen eigenwillig interpretiert?

Die auf den Finanzsektor spezialisierte Beraterfirma zeb hat gestern nicht nur ihre alljährliche Privatkundenstudie veröffentlicht – sie hat auch gleich den Ton der Berichterstattung gesetzt („Neuer Tiefpunkt bei Ertragslage und Ergebnis“). Dieser Deutung schließen sich die berichtenden Medien heute umstandslos an, die „Wirtschaftswoche“ etwa schreibt unter Berufung auf die Strategieberater: „Während 2011 noch fast 57 Mrd. Euro an Erträgen rund 48 Mrd. Euro an Kosten gegenüberstanden, lag das Plus 2017 nur noch bei mageren 2,3 Mrd. Euro.“ Ausweislich der zeb-Zahlen stimmt diese Rechnung zwar, anders sieht es jedoch aus, wenn man die 2017er-Zahlen nicht mit den extrem guten von 2011, sondern z.B. mit denen von 2013 vergleicht. In dem Zeitraum sind die Erträge nämlich gerade mal von 50,3  auf 50,1 Mrd. Euro und die Gewinne nur von 2,4 auf 2,3 Mrd. Euro gesunken. Bedenkt man, dass die zeb-Berater 2013 selber meinten, beim Ertrag sei Stagnation „das günstigste Szenario“ – dann muss man jetzt doch eigentlich schlussfolgern, dass sich die deutschen Retailbanken (zumal angesichts des elenden Zinstiefs …) seit Jahren sehr viel besser schlagen, als das einige wahrhaben wollen. Oder etwa nicht?

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Deutsche Bank schließt internationale Anti-Fintech-Allianz: Die digitalen Plattform-Anbieter kommen der Kreditwirtschaft ja längst nicht mehr nur im Retailgeschäft ins Gehege  (-> Hypoport, -> Finanzcheck), sondern auch im B2B-Geschäft (-> 360T, -> C2FO). Wie sich die Banken dagegen wehren können? Zum Beispiel, indem sie eigene Plattformen gründen. Genau das versucht nun die Deutsche Bank, ist heute Morgen in der FAZ (S. 29) und in der „BÖZ“ zu lesen. Gemeinsam mit anderen internationalen Großbanken, darunter die Citigroup, die Santander und die BNP Paribas, wollen die Frankfurter einen Marktplatz für Handelsfinanzierungen aufbauen. Der Arbeitstitel: „Trade Information Network“. Börsen-Zeitung (Paywall)

Nach unserem Dafürhalten ist es geradezu frappierend, mit was für fragwürdigen Umfragen die deutsche Banken- bzw. Payment-Lobby den Durchbruch der NFC-Technologie herbeizubelegen versucht: Beispielhaft lässt sich das an einer dieser Tage in mehreren Medien prominent zitierten Quatsch-Studie der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme“ in Kooperation mit Allensbach nachvollziehen. Voilà: Finanz-Szene.de

Lange hieß es, die EU-Bankenbehörde Eba werde im Zuge des Brexits von London nach Frankfurt verlegt – dann jedoch bekam Paris den Zuschlag. Lag es daran, dass die Deutschen bei ihrer Bewerbung geschlampt haben? Diesen Verdacht äußert heute Morgen zumindest die „SZ“. Süddeutsche Zeitung (Die Kerninfo befindet sich im fünften Absatz)

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Wo wir weiter oben schon mal beim kontaktlosen Bezahlen waren: Wie funktioniert eigentlich die zugrundeliegende NFC-Technologie? Das erklärt der stets aufs Neue lesenswerte Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

Und gleich nochmal Rudolf Linsenbarth (diesmal in einer Nachbetrachtung zum Dreierbündnis von Google Pay, Mastercard und Paypal): Warum  Paypal den deutschen Banken nach der Butter nun auch noch die Brotstulle wegnimmt. IT-Finanzmagazin

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Die Payment-Lobby erzählt Quatsch in puncto kontaktloses Bezahlen

Von Heinz-Roger Dohms

Nach unserem Dafürhalten ist es geradezu frappierend, mit was für fragwürdigen Umfragen die deutsche Banken- bzw. Payment-Lobby den Durchbruch der NFC-Technologie herbeizubelegen versucht. Beispielhaft lässt sich das an einer dieser Tage in mehreren Medien prominent zitierten Quatsch-Studie der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme“ in Kooperation mit Allensbach nachvollziehen.

1.) Die Ausgangslage

Laut offiziellen Zahlen der Bundesbank wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gemessen am Umsatz 1,1% aller Zahlungen „kontaktlos“ durchgeführt. Wir von „Finanz-Szene.de“ finden das (gemessen an unserer täglichen Wahrnehmung) eher viel als wenig – der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.“ (der unter anderem mehrere Bankenverbände angehören) war die Zahl allerdings vermutlich zu piefig. Also gab sie eine eigene Studie in Auftrag, um zu eigenen Zahlen zu kommen. Auftragnehmer war Allensbach, ein  Marktforschungs-Unternehmen, dem ein irgendwie renommiert-seriöses Image anhaftet, was ja nie schaden kann.

2.) Die Botschaft

Auf Basis der eigenen Studie versuchte die Initiative vergangene Woche die Botschaft zu platzieren, dass NFC-Zahlungen in Deutschland ganz mächtig im Kommen seien – und zwar so mächtig, dass sich sogar die Älteren für die neue Technologie begeisterten. Die Überschrift der Pressemitteilung lautete dementsprechend: „Jung und Alt: Kontaktlos weckt Interesse in allen Altersstufen„.

 „Auch Ältere bezahlen kontaktlos“, vermeldete daraufhin das Handelsjournal, „Aktuelle Zahlen belegen, dass auch die deutschen Verbraucher jenseits der 60 Gefallen am Bezahlen per NFC finden„, erläuterte das IT-Finanzmagazin seinen Lesern, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung wusste zu berichten: „Die Vorteile der kontaktlosen Kartenzahlung überzeugen offensichtlich immer mehr Menschen. Nach einer Allensbach-Umfrage finden es 60 Prozent gut, wenn ihre Girocard die Funktion zum kontaktlosen Zahlen hat.“

3.) Der Versuch einer Recherche

Es ist eine fürchterliche Journalisten-Unart, über „Umfagen“ bzw. „Studien“ zu berichten, die man überhaupt nicht gelesen hat. Diese Unart ist aber leider so verbreitet, dass sich PR-Agenturen sogar angewöhnt haben, Pressemitteilungen zu „Studien“ zu verschicken, die gar nicht existieren (bzw.: Es mag sein, dass manche Studien tatsächlich existieren, die Journalisten bekommen diese Studien dann aber nicht zu Gesicht, sondern sollen sich gefälligst mit der Pressemitteilung zufriedengeben).

Demensprechend war auch die „Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.“ nicht bereit, „Finanz-Szene.de“ die Umfrage im Original zur Verfügung zu stellen. Stattdessen wurden wir auf eine „Management Summary“ verwiesen, die mit „Technikbegeistert in allen Altersstufen“ überschrieben ist. Auf Seite 3 findet sich die wesentliche Zahl, die auch in der Pressemitteilung propagiert wird: „45 % der über 60-jährigen Inhaber einer Girocard finden oder fänden es praktisch oder sehr praktisch, mit ihrer Karte kontaktlos zu bezahlen.“ Wie viele Ältere tatsächlich schon kontaktlos bezahlen – dazu kein Wort.

4.) Was an der Botschaft wirklich dran ist

Natürlich ist die Botschaft, dass der durchschnittliche Über-60-Jährige hierzulande irgendwas mit kontaktlosem Bezahlen am Hut hat, völliger Quatsch – ansonsten wären die Bundesbank-Zahlen ja nicht so, wie sie sind. Interessanterweise findet sich dieser Befund offenbar so ähnlich auch in den Allensbach-Zahlen. Im August hatte die „Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V“ nämlich aus den Umfrage-Ergebnissen schon einmal eine Pressemitteilung destilliert. Die Botschaft damals: „Fast drei Viertel der Bevölkerung erachten die kontaktbehaftete Bezahlung mit PIN-Eingabe per girocard als sicher.“ Auch zu dieser Mitteilung existiert eine „Management Summary“. Und dort steht: Nur 12% der Über-60-Jährigen zahlen lieber mit Karte als mit Bargeld (wohlgemerkt: mit der Karte ganz generell, von „kontaktlos“ ist hier gar nicht erst die Rede).

So sind sie, unsere NFC-affinen Alten – glaubt man der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.“, dann würden sie am liebsten kontaktlos mit Bargeld bezahlen.

Was zur Kapitalsituation der DZ Bank noch zu sagen wäre …

Unsere gestrige Berichterstattung zur DZ Bank hat zwar viele positive Reaktionen hervorgerufen – allerdings schrieb uns ein Leser (bei dem es sich um einen hochrangigen Manager einer großen deutschen Bank handelt, die nicht die DZ Bank ist), auch wenn die Analyse insgesamt „interessant“ und „erfrischend“ gewesen sein, so hätten wir in Bezug auf die Kapitalsituation „den Kollegen bei der DZ Bank etwas Unrecht getan“. Hier, warum der Leser das so sieht:

„Im Konzern – und das ist, was die Aufsicht primär interessiert – werden die Anteile an den Unternehmen genauso herauskonsolidiert wie die Beteiligungserträge. Übrig bleibt das „echte“ Eigenkapital in den Gesellschaften. Das ist „hartes Eigenkapital“ – eingezahlt oder erwirtschaftet. Für die aufsichtliche Rechnung werden andere „weiche“ Posten wie z. B. immaterielle Vermögensgegenstände oder nicht realisierte Gewinne (Überbewertung) auch abgezogen. Das kann man gut in der Kapitaldarstellung des Offenlegungsberichtes 2017, S. 29/30, erkennen (hier das entsprechende PDF).

Das Handelsrecht lässt Ausweise zu, die nicht allen Qualitätsansprüchen genügen – daraus kann man aber keinem Institut einen Vorwurf machen. Deshalb gibt es ja auch eine separate aufsichtsrechtliche Kapitalermittlung, die über „prudential filter“ dies bereinigt. Auch für aktive latente Steuern gibt es Grenzen. Oberhalb der Grenze wird der Betrag vom Kapital abgezogen – unterhalb mit 250% bei den Aktiva angerechnet und fließt so als Belastung in die Kapitalquote ein (250% Risikogewicht entspricht einem Kredit im externen Rating CCC – also auch nicht übermäßig optimistisch). Insoweit würde ich nicht sehen, dass die DZ Bank Gruppe ein Qualitätsproblem beim Kapital hat.

Auf der Ebene der AG (und damit nach HGB) verschieben sich Positionen – z. B. Fond für allg. Bankrisiken statt Kapitalrücklage –, aber im Grund ist es vergleichbar. Weiche Positionen werden eliminiert oder sind mit Kapital zu unterlegen. Bliebe die Frage, ob die Beteiligungen werthaltig sind und im Zweifel veräußerbar sind. Die Bewertung will ich nicht vornehmen, aber ich würde darauf hinweisen wollen, dass dem Buchwert der Gesellschaften das jeweilige Eigenkapital und die Ertragskraft gegenüberstehen und dies regelmäßig zu überprüfen ist. Ausweislich des Konzerns ist ja auch genügend EK dezentral vorhanden.

Für einzelnen Gesellschaften wie die DG Hyp wurde ein Waiver genehmigt – hier muss z. B. die DG Hyp keine Mindestanforderungen an Kapital mehr erfüllen, weil sich die Aufsicht überzeugt hat, dass Kapital frei transferierbar ist. Dies könnte z. B. über eine Kapitalherabsetzung, Sonderausschüttung oder die Übernahme von Risiken erfolgen, um die Mutter zu entlasten. Umgekehrt kann die DZ „beliebig“ viel einschießen. Das geht offensichtlich nicht für alle Gesellschaften, aber es ist nicht nur der Anteilsverkauf, der zur Mobilisierung des Kapitals möglich ist.

Wer wird denn jetzt neuer Fintech-Beauftragter? Oder wird das niemand?

Von Heinz-Roger Dohms

Über Jens Spahn mochte man denken, wie man wollte – die deutschen Fintechs jedenfalls waren froh, dass sie ihn hatten. Schließlich ist es für eine junge Branche ja nicht das Schlechteste, wenn einer der kraftvollsten Politiker des Landes ebendiese Branche plötzlich als persönliche Spielwiese entdeckt und damit Türen öffnet, die zuvor verschlossen waren. Da war es der Szene auch egal, dass Jens Spahn gern von „Fintäschs“ sprach, wenn er „Fintechs“ meinte. Das sich hieraus ergebende Dilemma, den CDU-Mann entweder indirekt zu korrigueren oder ihn womöglich zu imitieren, wurde in gemeinsamen Runden – so hört man – elegant umschifft, indem die Branchenvertreter weder das Wort „Fintech“ noch das Wort „Fintäsch“ in den Mund nahmen. Sie sprachen dann von „Finanztechnologiefirmen“ oder von der „Finanztechnologiebranche.“

Jedenfalls: Das durchaus ernst gemeinte Küddelchen* der deutschen Fintech-Branche mit dem selbsternannten „deutschen Fintech-Beauftragten“ musste traurigerweise enden, als Jens Spahn nach dem Regierungswechsel vom Finanz-Staatssekretär zum Gesundheitsminister aufstieg. Und nun? Bzw.: Und seitdem?

Kann es sein, dass die Fintech-Branche vom politischen Radar schon wieder zu verschwunden droht?

Die  meisten Fintech-Menschen, zumindest unter jenen, die Lobbyismus als Teil des Geschäfts verstehen, gingen, nachdem klar war, dass das Finanzministerium an die SPD fallen würde, davon aus, dass sie schon bald einen neuen „Fintech-Beauftragten“ bekommen würden. Als sozusagen natürlicher Kandidat wurde Jörg Kukies gehandelt, früherer Deutschland-Chef von Goldman Sachs, der Anfang des Jahres als Staatssekretär ins Finanzministerium gewechselt war. Kukies‘ Affinität zum Thema Fintech geht weit über die anderer Banker hinaus, ihn fasziniert die junge Branche so sehr, dass er in seiner Goldman-Zeit in einige Startups (Scalable Capital, Fincompare …) persönliche investierte. Man dachte: Okay, aus Gründen der politischen Hygiene muss er diese Beteiligungen natürlich erst mal loswerden. Aber dann kann es losgehen. Inzwischen allerdings ist seit der Bundestagswahl gut ein Jahr und seit der Regierungsbildung gut ein halbes Jahr vergangen. Und bislang ist Kukies in Sachen Fintechs nicht in Erscheinung getreten.

Damit stellt sich auch die Frage nach dem „Fintech-Rat“, also dem von Jens Spahn ins Leben gerufenen Gremium, in dem – unter Führung des Finanzministeriums – neben diversen Fintech-CEOs auch Vertreter von Banken und Bankenverbänden sitzen. Dieser Zirkel kam unter Spahn nicht nur regelmäßig zusammen, er durfte auch den ein oder anderen Erfolg für sich verbuchen. So plädierte das Gremium  dafür, die Eignungsvoraussetzungen für Bankvorstände zu reformieren, damit es mehr Digitalexperte in die oberste Führungsebene schaffen. Die Bafin kam dem Ende letzten Jahres (Stichwort „Lex Techie“) schließlich nach.

Seit dem Regierungswechsel tagt der „Fintech-Rat“ zwar weiterhin, ist zu hören. Geleitet werden die Sitzungen allerdings, anders als zu Spahns Zeiten, nicht mehr von einem Staatssekretär, sondern von Levin Holle, dem – freilich renommierten – Abteilungsleiter Finanzmarktpolitik. Eigentlich läge damit die Vermutung nahe, dass also Holle (der auch schon der ein oder anderen Branchen-Veranstaltung beiwohnte) jetzt für die Fintechs zuständig ist, man sich den Titel „Fintech-Beauftragter“ aber sparen will. Hierfür gibt es allerdings keine Bestätigung seitens des BMF, das sich zu der ganzen Causa nicht äußern will.

Das wiederum liegt, so hört man, auch daran, dass dem Chef des Hauses, also Finanzminister Olaf Scholz, das Thema Fintech noch ein bisschen, nun ja: fremd ist. Das BMF müsse sich da erst mal ordnen, der neue Minister ein bisschen aufgeschlaut werden, sagt ein Eingeweihter. Als Scholz neulich bei der „Banken im Umbruch“-Tagung gefragt wurde, ob er Online-Banking oder gar Mobile-Banking betreibe, antwortete er zweimal mit entwaffender Ehrlichkeit: „Nein“. Wobei: Auch in einer Filiale scheint er schon länger nicht mehr gewesen zu sein (hier der entspechende Videoschnipsel). Gleichwohl, für die größeren Zusammenhänge soll Scholz dann doch ein gesteigertes Interesse mitbringen, was machen Apple und Google in Sachen Payment, was passiert da gerade im Bereich „Identity“, solche Sachen. Aus einem Fintech heißt es, Scholz verfolge durchaus eine klare Agenda. Ob das wirklich so ist, wird sich zeigen.

Während die Schnittmenge aus Fintech und Finanzministerium früher Jens Spahn hieß, könnte das momentane Vakuum dazu führen, dass sich neue Zugangswege ergeben, vielleicht ja gar zum Minister selber. Nach der Sommerpause sollte es eigentlich ein Treffen zwischen Scholz und bekannten Vertretern der Fintech-Community geben – interessanterweise außerhalb der Strukturen des Fintech-Rats (und auch in anderer personeller Zusammensetzung). Dieser Termin allerdings platzte, angeblich wird das Ganze im November nachgeholt. Unterdessen erzählt ein hohes Fintech-Tier, dass sich zwei andere hohe Fintech-Tiere am Rande der „Banken im Umbruch“ mit Scholz zu einem Exklusiv-Meeting zurückgezogen hätten. Das allerdings dementieren die beiden anderen hohen Fintech-Tiere. Stattdessen findet sich bei Twitter ein eher tristes Foto, das Scholz am Tag der „Banken im Umbruch“ bei einem allenfalls semiexklusiv anmutenden Treffen mit ein paar Fintech-Köpfen im im Frankfurter Techquartier zeigt.

So bleibt letztlich die Erkenntnis: Was auch immer wird – so schön wie mit Jens Spahn wird’s nimmer mehr.

*Küddelchen ist Aachener Mundart und lässt sich ganz grob mit Affäre übersetzen, wobei Küddelchen deutlich harmloser (allerdings nicht im Sinne von asexuell) und auch ein klein bisschen positiver konnotiert ist.

17/10/18: Wo bleibt der Fintech-Beauftragte?, Das Bitcoin-Urteil, Taugt N26 zum Bankenkiller?

Wer wird denn jetzt eigentlich der neue Fintech-Beauftragte – oder wird das niemand?

Über Jens Spahn mochte man denken, wie man wollte – die deutschen Fintechs jedenfalls waren froh, dass sie ihn hatten. Schließlich ist es für eine junge Branche ja nicht das Schlechteste, wenn einer der kraftvollsten Politiker des Landes ebendiese Branche plötzlich als persönliche Spielwiese entdeckt und damit Türen öffnet, die zuvor verschlossen waren. Da war es der Szene auch egal, dass Jens Spahn gern von „Fintäschs“ sprach, wenn er „Fintechs“ meinte. Lieber ein Fintäsch-Beauftragter als kein Fintech-Beauftragter! Womit wir beim Thema wären: Was ist denn jetzt eigentlich mit der Spahn-Nachfolge als oberster deutscher Fintech-Politiker – sollte der frühere Goldman-Deutschland-Chef und heutige BMF-Staatssekretär Kukies das nicht machen? Und warum hört man momentan so wenig vom ebenfalls beim BMF angesiedelten Fintech-Rat? Und: Was ist eigentlich mit dem Finanzminister persönlich – hat der irgendein Interesse am Thema? Eine Spurensuche (Warnung: Die Geschichte ist ein bisschen dünn geraten, aber wir hatten heute leider nichts anderes. Sorry.): Finanz-Szene.de

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Die Bafin darf den Menschen nicht den Handel mit Bitcoins verbieten: So lautet, ein bisschen vulgärjuristisch verkürzt, das bemerkenswerte Urteil des Berliner Kammergerichts (das in der Sache zuständig war, weil es um einen damals 16-Jährigen Berliner ging, der eine Kryptobörse aufgebaut hatte, bevor die Finanzaufsicht ihn 2013 stoppte). Gründerszene 

Unsere gestrige Berichterstattung zur DZ Bank hat zwar viele positive Reaktionen hervorgerufen – allerdings schrieb uns ein Leser (bei dem es sich um einen hochrangigen Manager einer großen deutschen Bank handelt, die nicht die DZ Bank ist), auch wenn die Analyse insgesamt „interessant“ und „erfrischend“ gewesen sein, so hätten wir in Bezug auf die Kapitalsituation „den Kollegen bei der DZ Bank etwas Unrecht getan“. Warum der Leser das so sieht, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

Und noch ein Nachklapp: Wie beschrieben, gehört zu den  Problem-Segmenten der DZ Bank auch die Privatbanktochter (auf die die Mutter 2015 eine satte, bislang unentdeckte Abschreibung von 274 Mio. Euro vornehmen musste). Jedenfalls: Wie es der Zufall manchmal so will, meldete „Bloomberg“ gestern, dass ebenjene DZ Privatbank die „Assets under Management“ auf 18 Mrd. Euro gesteigert habe. Interessanter als dieser sehr wohlmeinende Artikel ist allerdings die dazugehörige Einordnung in der „Börsen-Zeitung“ heute Früh. Die erinnert nämlich daran, dass die DZ Privatbank „von der einst bis 2016 geplanten Verdoppelung des Gesamtvolumens auf 30 Mrd. Euro“ weit entfernt sei, was offenbar nicht zuletzt daran liegt, dass die Kundenzahl von weiland mehr als 70.000 auf nur mehr 30.000 gesunken sei (bei „Bloomberg“ heißt es, die Zahl der Kunden sei von einst 50.000 auf jetzt 30.000 runter, welche Darstellung stimmt, ließ sich diese Nacht nicht mehr klären). Bloomberg/Welt, Börsen-Zeitung

Nachdem „Finanz-Szene.de“ die Hypo-Vereinsbank in den vergangenen Monaten ein paar mal etwas härter angepackt hat (in München findet man: zu hart), hatten wir uns fest vorgenommen, sobald es irgendwas Positives zu berichten gibt, das dann auch zu berichten. Also: Wie bei den ja generell etwas lebensbejahenderen Kollegen des „Handelsblatts“ nachzulesen ist, hat sich die HVB (bzw. die Unicredit) im deutschen Investmentbanking in Q3 von Platz 9 auf Platz 5 verbessert (Datenquelle: „Thomson-Reuters“), im M&A-Geschäft soll es bezogen aufs erste Halbjahr und die Zahl der Deals sogar für Platz eins gereicht haben (Datenquelle: „Mergermarket“). Und damit nicht genug: „Im Bereich des Mittelstands […] sieht man sich sogar auf Platz eins“ (Datenquelle: „Einfach-mal-so-dahinbehauptet.de“). Mal sehen, wie sich dieser positive Trend auf die zuletzt ja eher mäßigen Zahlen (Vorsteuergewinn: minus 35% im ersten Halbjahr) auswirken wird. Handelsblatt (Paywall)

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Warum Fintechs keine Bankenkiller werden: … einige Finanz-Startups wie N26 oder Scalable Capital aber trotzdem ganz gut dastehen. Manager Magazin

Der Startup-Accelerator Plug & Play hat – gemeinsam mit Partnern wie der Deutschen Bank, der DZ Bank oder der Aareal – den zweiten Durchgang seiner „Fintech Europe“-Kampagne gestartet: Hier auf einen Blick, welche Finanz-Startups mit von der Partie sind: DZ Innovationsblog

Suchen auch Sie nach einem Weg, sich die ermüdende (weil: immer gleiche) nachrichtliche Berichterstattung über die Quartalsergebnisse von JP Morgen, Goldman Sachs und Co.  zu sparen und trotzdem à jour zu sein? Dann lesen Sie doch diese knackige Zusammenfassung hier: Die fünf Lehren aus den Q3-Zahlen der großen US-Banken: Bloomberg

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… war gestern unsere DZ-Bank-Analyse: Finanz-Szene.de

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17/10/18: Noch mal was zur DZ Bank, Hoch lebe die HVB, Die Coba wird grün

Wer wird denn jetzt eigentlich der neue Fintech-Beauftragte – oder wird das niemand?

Über Jens Spahn mochte man denken, wie man wollte – die deutschen Fintechs jedenfalls waren froh, dass sie ihn hatten. Schließlich ist es für eine junge Branche ja nicht das Schlechteste, wenn einer der kraftvollsten Politiker des Landes ebendiese Branche plötzlich als persönliche Spielwiese entdeckt und damit Türen öffnet, die zuvor verschlossen waren. Da war es der Szene auch egal, dass Jens Spahn gern von „Fintäschs“ sprach, wenn er „Fintechs“ meinte. Lieber ein Fintäsch-Beauftragter als kein Fintech-Beauftragter! Womit wir beim Thema wären: Was ist denn jetzt eigentlich mit der Spahn-Nachfolge als oberster deutscher Fintech-Politiker – sollte der frühere Goldman-Deutschland-Chef und heutige BMF-Staatssekretär Kukies das nicht machen? Und warum hört man momentan so wenig vom ebenfalls beim BMF angesiedelten Fintech-Rat? Und: Was ist eigentlich mit dem Finanzminister persönlich – hat der irgendein Interesse am Thema? Eine Spurensuche (Warnung: Die Geschichte ist ein bisschen dünn geraten, aber wir hatten heute leider nichts anderes. Sorry.): Finanz-Szene.de

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Unsere gestrige Berichterstattung zur DZ Bank hat zwar viele positive Reaktionen hervorgerufen – allerdings schrieb uns ein Leser (bei dem es sich um einen hochrangigen Manager einer großen deutschen Bank handelt, die nicht die DZ Bank ist), auch wenn die Analyse insgesamt „interessant“ und „erfrischend“ gewesen sein, so hätten wir in Bezug auf die Kapitalsituation „den Kollegen bei der DZ Bank etwas Unrecht getan“. Warum der Leser das so sieht, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

Und noch ein Nachklapp: Wie beschrieben, gehört zu den  Problem-Segmenten der DZ Bank auch die Privatbanktochter (auf die die Mutter 2015 eine satte, bislang unentdeckte Abschreibung von 274 Mio. Euro vornehmen musste). Jedenfalls: Wie es der Zufall manchmal so will, meldete „Bloomberg“ gestern, dass ebenjene DZ Privatbank die „Assets under Management“ auf 18 Mrd. Euro gesteigert habe. Interessanter als dieser sehr wohlmeinende Artikel ist allerdings die dazugehörige Einordnung in der „Börsen-Zeitung“ heute Früh. Die erinnert nämlich daran, dass die DZ Privatbank „von der einst bis 2016 geplanten Verdoppelung des Gesamtvolumens auf 30 Mrd. Euro“ weit entfernt sei, was offenbar nicht zuletzt daran liegt, dass die Kundenzahl von weiland mehr als 70.000 auf nur mehr 30.000 gesunken sei (bei „Bloomberg“ heißt es, die Zahl der Kunden sei von einst 50.000 auf jetzt 30.000 runter, welche Darstellung stimmt, ließ sich diese Nacht nicht mehr klären). Bloomberg/Welt, Börsen-Zeitung

Nachdem „Finanz-Szene.de“ die Hypo-Vereinsbank in den vergangenen Monaten ein paar mal etwas härter angepackt hat (in München findet man: zu hart), hatten wir uns fest vorgenommen, sobald es irgendwas Positives zu berichten gibt, das dann auch zu berichten. Also: Wie bei den ja generell etwas lebensbejahenderen Kollegen des „Handelsblatts“ nachzulesen ist, hat sich die HVB (bzw. die Unicredit) im deutschen Investmentbanking in Q3 von Platz 9 auf Platz 5 verbessert (Datenquelle: „Thomson-Reuters“), im M&A-Geschäft soll es bezogen aufs erste Halbjahr und die Zahl der Deals sogar für Platz eins gereicht haben (Datenquelle: „Mergermarket“). Und damit nicht genug: „Im Bereich des Mittelstands […] sieht man sich sogar auf Platz eins“ (Datenquelle: „Einfach-mal-so-dahinbehauptet.de“). Mal sehen, wie sich dieser positive Trend auf die zuletzt ja eher mäßigen Zahlen (Vorsteuergewinn: minus 35% im ersten Halbjahr) auswirken wird. Handelsblatt (Paywall)

Na, sieh mal einer an, in Sachen Green Bonds tut sich jetzt ja doch ein bisschen was: Neulich die DZ Bank, Anfang der Woche die Berlin Hyp, jetzt auch noch die Commerzbank … Pressemitteilung

Die Bafin darf den Menschen nicht den Handel mit Bitcoins verbieten: So lautet, ein bisschen vulgärjuristisch verkürzt, das bemerkenswerte Urteil des Berliner Kammergerichts (das in der Sache zuständig war, weil es um einen damals 16-Jährigen Berliner ging, der eine Kryptobörse aufgebaut hatte, bevor die Finanzaufsicht ihn 2013 stoppte). Gründerszene 

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Suchen auch Sie nach einem Weg, sich die ermüdende (weil: immer gleiche) nachrichtliche Berichterstattung über die Quartalsergebnisse von JP Morgen, Goldman Sachs und Co.  zu sparen und trotzdem à jour zu sein? Dann lesen Sie doch diese knackige Zusammenfassung hier: Die fünf Lehren aus den Q3-Zahlen der großen US-Banken: Bloomberg

Warum Fintechs keine Bankenkiller werden: … einige Finanz-Startups wie N26 oder Scalable Capital aber trotzdem ganz gut dastehen. Manager Magazin

Der Startup-Accelerator Plug & Play hat – gemeinsam mit Partnern wie der Deutschen Bank, der DZ Bank oder der Aareal – den zweiten Durchgang seiner „Fintech Europe“-Kampagne gestartet: Hier auf einen Blick, welche Finanz-Startups mit von der Partie sind: DZ Innovationsblog

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… war gestern unsere DZ-Bank-Analyse: Finanz-Szene.de

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Die triste Wirklichkeit hinter der bilanziellen Fassade der DZ Bank

Von Heinz-Roger Dohms und Thomas Borgwerth

Wolfgang Kirsch, der scheidende Vorstandschef der DZ Bank, ist zwar noch ein paar Wochen im Amt – die Abschiedselogen auf seine Person sind jedoch praktischerweise schon verfasst. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Kirsch der „Doyen des deutschen Bankwesens“, der seinen Nachfolgern  „ein bestelltes Haus“ hinterlässt. Und die Börsen-Zeitung hielt neulich fest, Kirsch habe seine Amstzeit genutzt, um das genossenschaftliche Spitzeninstitut  „als eine der stabilsten, ertragsstärksten und obendrein von Ratingagenturen am besten bewerteten Bankengruppen Europas zu etablieren“.

Was an diesen Lobreden stimmt: Der DZ-Bank-Konzern steht heute besser da als 2006, als Wolfgang Kirsch den Chefposten übernahm – oder zumindest besser als nach dem Finanzcrash 2008. Darüber hinaus hat Kirsch es geschafft, das einst tief zerstrittene genossenschaftliche Lager zu befrieden und die DZ Bank nach vielen vergeblichen Anläufen schließlich doch noch mit der verschwisterten Düsseldorfer WGZ Bank zu fusionieren. Und zwar mehr oder weniger zu seinen Bedingungen. Das sind keine geringen Verdienste, zumal wenn man vergleichenderweise schaut, wie es anderen Großbanken hierzulande geht und wie schleppend die Konsolidierung im Sparkassensektor vorangeht.

Indes: Es gibt noch eine andere Wahrheit – eine, die der Öffentlichkeit bislang verborgen blieb. Denn diese Wahrheit zeigt sich erst, wenn man weit hinter die bilanzielle Fassade des nach Bilanzsumme zweitgrößten deutschen Bankkonzerns schaut.

So zeigen aufwendige Recherchen von „Finanz-Szene.de“: Wolfgang Kirsch, der „European Banker of the Year 2014“, wird seinen Nachfolgern Uwe Fröhlich (derzeit Generalbevollmächtigter) und Cornelius Riese (derzeit Finanzchef) nicht nur einen ertragsstarken Gesamtkonzern übergeben – sondern auch eine gewaltige Baustelle. Und hiermit sind nicht die beiden üblichen Problemtöchter gemeint, also die DVB Bank und die mittlerweile schamvoll umbenannte einstige VR Leasing. Sondern: Die entscheidende Baustelle ist die eigentliche DZ Bank AG selbst. Also die Kernbank, um die herum das Konglomerat aus Versicherung, Fondsgesellschaft, Leasing-Unternehmen, Bausparkasse und so weiter errichtet wurde.

Die öffentliche Wahrnehmung ist freilich eine andere. Die geht nämlich so, dass die eigentliche Bank vielleicht keine Ertragsperle ist, aber doch ähnlich viel zum Konzerngewinn beisteuert wie die beiden Stars der Gruppe, also die R+V und die Union Investment. Genau dieses Bild malte die DZ zuletzt bei der Bilanz-Pressekonferenz auch selber. Dort wurden neben dem Konzernergebnis auch die Gewinne der einzelnen Gesellschaften veröffentlicht. Platz eins: die R+V mit 795 Mio. Euro; Platz zwei mit sehr, sehr ordentlichen 752 Mio. Euro: die DZ Bank AG.

Wie die Recherchen von „Finanz-Szene.de“ nun allerdings zeigen, handelt es sich bei den 752 Mio. Euro um eine (man muss das leider so ausdrücken) bilanzielle Scheingröße, die weitgehend in sich zusammenfällt, sobald man hineinpiekst. Doch das ist nicht alles. Denn bei noch näherer Betrachtung stellen sich zwei fast schon ketzerisch anmutende Fragen:

  • Verdient die DZ Bank AG operativ überhaupt Geld?
  • Und, weil „Finanz-Szene.de“ bei seinen Recherchen nämlich auch noch auf die Auflösung von Reserven in beträchtlicher Höhe gestoßen ist: Wie ist es eigentlich um die Kapitalsituation der DZ Bank AG bestellt?

Lesen Sie hier unsere Bilanzanalyse in sieben Akten:

1. Akt: Wo stehen die 752 Mio. Euro?

Die Zahlen, die die DZ Bank Jahr für Jahr auf ihrer Bilanz-PK vorstellt, entstammen dem konsolidierten IFRS-Bericht des Gesamtkonzerns. Für 2017 weist der Bericht ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,8 Mrd. Euro aus. Wer wissen will, wie die Summe zustandekommt, muss auf die Doppelseite 28/29 scrollen (hier der Link zum entsprechenden PDF). Denn dort findet sich in Tabellenform die „Segmentberichterstattung“.

Die Zahlen der eigentlichen DZ Bank AG stehen gleich in der ersten Spalte, die Bank ist also quasi das erste Segment. In der Zeile „Konzernergebnis vor Steuern“ stößt man denn auch auf besagte 752 Mio. Euro, wobei sich dieser Gewinn ganz wesentlich (wie bei den meisten deutschen Banken) aus dem Zinsüberschuss speist. Dieser Zinsüberschuss steht gleich in der obersten Zeile und wird mit 1276 Mio. Euro angegeben. So weit, so gut. Scheinbar zumindest.

2. Akt: Wie hoch der Zinsüberschuss wirklich ist

Scrollt man in dem Dokument allerdings ein paar Seiten zurück, stellt man fest, dass dort für die DZ Bank AG plötzlich ein ganz anderer Zinsüberschuss vermerkt ist. Dieser beträgt nämlich nun nicht mehr 1276 Mio. Euro, wie es in der Tabelle heißt, sondern nur noch 646 Mio. Euro, also gerade mal die Hälfte. Die Begründung wird in Klammern mitgeliefert. Es handele sich bei den 646 Mio. Euro um das Zinsergebnis „ohne Beteiligungsergebnis“. Also um das, was man gemeinhin unter einem „Zinsergebnis“ versteht: Man zieht vom Zinsertrag den Zinsaufwand ab, und übrig bleibt das Zinsergebnis.

3. Akt: Huch, wer löst denn da Reserven auf?

Die DZ Bank veröffentlicht noch einen zweiten jährlichen Bericht, auch wenn die Öffentlichkeit den immer geflissentlich übersieht. Es handelt sich um den Abschluss der eigentlichen DZ Bank AG (hier der Link zum entsprechenden PDF), aufgestellt nach den Maßgaben des HGB und nicht nach denen des internationalen Regelwerks IFRS.

Die erste und gleich wesentliche Abbildung im HGB-Abschluss findet sich auf Seite 20, sie gibt die sog. „Ertragsrechnung“ wieder. Ein paar Dinge fallen einem hier gleich ins Auge:

  • Auch in der HGB-Bilanz ist das Zinsergebnis (das mit 1340 Mio. Euro ein bisschen höher ausfällt als in der Segmentspalte im IFRS-Bericht) kein reines Zinsergebnis. Denn 737 Mio. Euro entfallen auch hier auf „Beteiligungserträge“ (also z.B. abgeführte Gewinne von Töchtern).  Zieht man diesen Wert von den 1340 Mio. Euro ab, kommt man auf ein Zinsergebnis im eigentlich Sinne von nur noch 603 Mio. Euro.
  • Dann fällt auf, dass das HGB-Ergebnis vor Steuern deutlich von dem Wert in der Segmentspalte des Konzernberichts abweicht. Es beträgt nämlich gerade einmal 320 Mio. Euro statt 752 Mio. Euro.
  • Und dann stößt man in der „Ertragsrechnung“ noch auf einen 250 Mio. Euro hohen Erlös, der aus einer Auflösung  nach §340g HGB resultiert. Die Connaisseure wissen, dass damit der „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ gemeint ist, eine HGB-spezifische Bilanzposition, die Banken nutzen, um Reserven zu bilden (oder eben, wenn die Zeiten schwierig sind, um Reserven aufzulösen).

Die Frage lautet nun: Warum ist das HGB-Vorsteuerergebnis trotz des 250 Mio. Euro kräftigen Ertrags-Dopings so viel niedriger als das Vorsteuerergebnis in der Segmentspalte im IFRS-Bericht? Denn: Den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ gibt es in der IFRS-Welt überhaupt nicht. Darum sind die 250 Mio. Euro zwar in den 320 Mio. Euro HGB-Gewinn drin, nicht aber in den 752 Mio. Euro IFRS-Gewinn. Wie kann das sein?

4. Akt: Ein Versuch, den HGB-Abschluss der DZ Bank AG zu verstehen

Der HGB-Abschluss der DZ Bank ist was für Feinschmecker, nicht nur wegen des Zinsüberschusses, der nur zur Hälfte überhaupt ein Zinsüberschuss ist. So wendete die DZ Bank  im vergangenen Jahr 800 Mio. Euro auf, um das Schiffsdesaster bei der Tochter DVB Bank aufzufangen. Diese 800 Mio. Euro sind komplett GuV-relevant, allerdings finden sie sich nicht in einer Position, sondern in verschiedenen. Nach unserem Verständnis wurden der DVB in einem ersten Schritt 500 Mio. Euro zugeschustert, die man als „Ertragszuschuss“ deklarierte. Das hatte den Effekt, dass sich der Verlust der DVB auf nur noch rund 300 Mio. Euro reduzierte. Diese rund 300 Mio. Euro verbuchte die DZ Bank dann als Aufwendungen aus Verlustübernahme vor dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit. Die 500 Mio. Euro „Ertragszuschuss“ hingegen deklarierte die DZ Bank als außerordentliche Aufwendung, womit sie aus der normalen Geschäftstätigkeit getilgt wurden.

Also wie gesagt, was für Feinschmecker. Zumal der außerordentlichen Aufwendung in Höhe von 500 Mio. Euro  diverse andere Posten gegenüberstehen wie beispielsweise …

  • ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 107 Mio. Euro, der sich aus der Abwicklung einer Irland-Tochter ergab
  • besagte 250 Mio. Euro aus dem „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ (wobei die jedoch  dem normalen Ergebnis zugeordnet sind und nicht dem außerordentlichen)
  • ein Einmalertrag aus dem Verkauf der Concardis-Beteiligung in Höhe von 126 Mio. Euro

… jedenfalls: Lässt sich aus dieser Melange überhaupt so etwas wie der operative Gewinn der eigentlichen Bank destillieren? Kann man also überhaupt sagen, wie gut (oder schlecht) das eigentliche Bankgeschäft läuft?

5. Akt: Wie gut steht die DZ Bank denn nun da?

Mit dieser Frage wandte sich „Finanz-Szene.de“ (wie bei anderen komplexen bilanziellen Fragestellungen in der Vergangenheit auch schon) an Stefan Best, langjähriger Managing Director Financial Institutions bei Standard & Poor’s und heute Dozent an der Wiesbaden Business School. Auf Basis des Abschlusses der DZ Bank entwirft Best folgende Aufstellung:

DZ Bank AG, HGB
Erläuterungen S. 20ff 2017 2016
Zinsüberschuss 603 610
Beteiligungen, Gewinngemeinschaften etc. 737 741
Provisionen 376 406
Handel 424 563
Sonstige Erträge 152 147
Erträge 2.292 2.467
Verwaltung 1.477 1.458
Sonstige Aufwendungen 179 126
AfA 52 56
Aufwendungen 1.708 1.640
Risikovorsorge Kredit 14 -313
Zuschreibungen WP, Anteile etc. 225 117
Fonds f.a. Bankrisiken 250 0
Verlustübernahmen -351 -20
Ergebnis der normalen Geschäftstätgikeit 722 611
a.o. Erträge 107 1
a.o. Aufwand -509 -343
Steuern -250 -54
Jahresüberschuss 570 323

Aus dieser Aufstellung eliminiert Best nun sämtliche nicht-operativen Positionen, also insbesondere auch die 737 Mio. Euro Erträge aus Beteiligungen, Gewinngemeinschaften etc. …

DZ Bank AG HGB, operativ
Erläuterungen S. 20ff 2017 2016
Zinsüberschuss 603 610
Beteiligungen, Gewinngemeinschaften etc.
Provisionen 376 406
Handel 424 563
Sonstige Erträge 152 147
Erträge 1.555 1.726
Verwaltung 1.477 1.458
Sonstige Aufwendungen 179 126
AfA 52 56
Aufwendungen 1.708 1.640
Risikovorsorge Kredit 14 -313
Zuschreibungen WP, Anteile etc.
Fonds f.a. Bankrisiken
Verlustübernahmen
Ergebnis -139 -227
a.o. Erträge
a.o. Aufwand
Steuern
Jahresüberschuss

Auf den ersten Blick ergibt sich aus der Rechnung der Eindruck, die DZ Bank habe  im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 139 Mio. Euro und im Jahr davor (wegen der Risikovorsorge im Kreditgeschäft) sogar einen operativen Verlust in Höhe von 227 Mio. Euro erlitten …

… allerdings: Wenn man die Erträge abzieht, die sich aus der Holdingstruktur ergeben, dann muss man natürlich auch die Kosten berücksichtigen, die die Holdingstruktur mit sich bringt. Aus der Bilanz herauslesen lassen sich diese Aufwendungen nicht. Die DZ Bank gibt sie mit 300 Mio. Euro an, was zwar üppig, aber nicht unplausibel erscheint. (Anmerkung: Wir haben die Pressestelle der DZ Bank mit sämtlichen Ergebnissen unsere Recherche konfrontiert; die 300 Mio. Euro entstammen der Antwort, die uns das Institut gegeben hat. Und, wenn eine Anmerkung in der Anmerkung erlaubt ist: Die DZ Bank hat sämtliche unserer Fragen zügig, sauber, transparent und  umfassend beantwortet. Das haben wir bei ähnlichen Bilanzrecherchen in den vergangenen Monaten schon ganz anders erlebt.).

Jedenfalls: Kombiniert man die Berechnungen Stefan Bests mit den 300 Mio. Euro, so ergibt sich, dass die DZ Bank in den vergangenen zwei Jahren nur knapp über der Nulllinie war – 2017 wohlgemerkt bei positiver Risikovorsorge. Ein ernüchternder Befund. Zumal vor dem Hintergrund, dass „Finanz-Szene.de“ bei seinen Recherchen auf eine der Öffentlichkeit bislang unbekannte Altlast aus dem 2015er-HGB-Abschluss gestoßen ist. Dazu gleich mehr. Erst noch einmal zurück in die IFRS-Welt des Konzerns.

6. Akt: Was wird da eigentlich wie konsolidiert?

Noch einmal zur Erinnerung: Ausgangspunkt unserer Analyse war ja der (angeblich) 752 Mio. Euro schwere Ergebnisbeitrag der DZ Bank zum Konzerngewinn. Wie wir inzwischen wissen, kann der reale Beitrag so hoch garnicht gewesen sein – denn operativ hat die eigentliche DZ Bank ja kaum Gewinn gemacht.

Blicken wir noch mal auf die im „1. Akt“ bereits erwähnte große Tabelle zur „Segmentberichterstattung“ – und fangen wir einfach mal an zu rechnen:

  • Der Zinsüberschuss des DZ-Bank-Konzerns beläuft sich auf 2.941 Mio. Euro. Addiert man hingegen die Zinsergebnisse sämtlicher Segmente, kommt man auf eine Summe von 3.547 Mio. Euro.
  • Dasselbe beim Vorsteuergebnis. Das betrug 2017 auf Konzernebene, wie weiter oben schon einmal erwähnt, 1810 Mrd. Euro. Addiert man hingegen die Gewinne sämtlicher Segmente, kommt man auf 2.505 Mio. Euro.

Es tun sich also erkleckliche Differenzen von 596 Mio. Euro bei den Zinsen und von 695 Mio. Euro beim Ergebnis auf.

Diese Differenzen werden nun aufgefangen in einer Zusatzspalte, die sich „Sonstige/Konsolidierung“ nennt. Denn dort finden sich die entsprechenden Beträge 1:1 wieder, jeweils mit einem dicken Minuszeichen davor. Wie geht das?

Dadurch, dass die abgeführten Ergebnisse der Töchter als Zinsertrag in das Segmentergebnis der Bank gepackt werden, entsteht bei der Bank ein „unechter“ Zinsertrag – dem bei den Töchtern allerdings kein entsprechender Zinsaufwand gegenübersteht. Ein Plus ohne Minus. Somit fehlt in der Konsolidierungsspalte zu den Erträgen der korrespondierende Aufwand, wodurch der Gewinn hier wieder (dickes Minuszeichen!) künstlich eliminiert werden muss.

Die DZ Bank bestätigt: Ja, die Beteiligungserträge werden „doppelt ausgewiesen“, bevor sie dann herauskonsolidiert werden. Keine unrechtmäßige, aber eine gewöhnungsbedürftige Form der Bilanzierung. Und die  Erklärung dafür, wie es sein kann, dass einer Bank, die operativ knapp oberhalb der Nulllinie agiert, im IFRS-Bericht ein Vorsteuergewinn von 752 Mio. Euro zugebilligt wird. Wie groß der Ergebnisbeitrag wirklich ist? Die DZ Bank antwortet hierauf: „Der Ergebnisbeitrag der DZ Bank AG ohne Berücksichtigung von Beteiligungserträgen und Holdingkosten liegt (…) derzeit bei ca. 200 Mio. Euro p.a.“

7.  Akt: Hat die DZ Bank am Ende sogar ein Kapitalproblem?

Was hat all das nun mit Lage und Zukunft der DZ Bank AG zu tun? Einiges! Denn die vorletzte Woche öffentliche gewordenen Pläne,  bis 2022 nochmals weitere fast 500 Arbeitsplätze und damit fast jeden zehnten Job abzubauen (nachdem im Zuge der Übernahme der WGZ Bank  schon 700 Stellen gestrichen wurden), erscheint vor dem Hintergrund der „Finanz-Szene.de“-Recherchen plötzlich in völlig neuem Licht. Denn agiert die Geno-Spitzenbank wirklich noch aus einer „Position der Stärke“, wie zum Beispiel die „Börsen-Zeitung“ schrieb. Und war es überhaupt noch der scheidende Vorstandschef Kirsch, der das Programm auf den Weg gebracht hat? Oder waren es nicht vielmehr die künftigen Co-Chefs, die nicht noch mehr Zeit verlieren wollten?

Und schließlich: Warum wurde in dem Mitarbeiterbrief die Cost-Income-Ratio  mit „deutlich über 80%“ angegeben, obwohl die entsprechende Kennziffer sowohl im Konzernbericht als auch im HGB-Abschluss merklich niedriger ist?

Es sieht auf den ersten Blick fast so aus, als gäbe es bei der DZ Bank keine zweigeteilte, sondern eine dreigeteilte Berichterstattung, nämlich eine für die Öffentlichkeit (IFRS), eine fürs Handelsregister (HGB) und eine für den internen Gebrauch. Und das Bemerkenswerte: Ungefähr so scheint es auf den zweiten Blick tatsächlich auch zu sein. Denn so wie die DZ Bank die Sache in ihrer Antwort auf unsere Fragen darstellt, ist sie mit der eigenen Bilanzierung selber (noch) nicht wirklich zufrieden.

Wörtlich heißt es:

„Die DZ Bank hat Umfang und Transparenz der Finanzberichterstattung bereits in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet (z.B. Gesellschaften als Einzelsegmente). Darüber hinaus hat sie sich zum Ziel gesetzt, den Grundgedanken einer detaillierteren Trennung von Holding- und Geschäftsbank-Aktivitäten in der Berichterstattung umzusetzen. Die Separierung der Rechenwerke einer Holding ist herausfordernd. Neben der Ertragsposition aus Beteiligungen sind mit der Holding-Funktion auch signifikante Aufwendungen verbunden. Dies umfasst Verwaltungsaufwendungen (Konzernsteuerung, Projekte für Konzerndatenhaushalte, anteilige Bankenabgabe, etc.), Refinanzierungsaufwendungen für die Beteiligungsbuchwerte und Kosten für Nachrangkapital. Vor diesem Hintergrund sind erste Näherungsrechnungen projekthaft entwickelt und in der internen Kommunikation verwendet worden. Diese sollen in den nächsten Jahren schrittweise in die externe Berichterstattung überführt werden.“

Zurück zu unserer Analyse und der noch offenen Frage: Was war denn nun 2015? Also: Wie die Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, war der 250 Mio. Euro schwere Griff in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ in 2017 nicht der erste dieser Art. Denn zwei Jahre zuvor hatte die DZ Bank  den Notfonds schon einmal angezapft, damals sogar im Umfang von ziemlich satten 565 (!) Mio. Euro. Laut den Ausführungen im Jahresabschluss wurden die Reserven benötigt, um „Abschreibungen insbesondere auf die Buchwerte“ der beiden Töchter Schwäbisch Hall (-232 Mio. Euro) und DZ Privatbank (-274 Mio. Euro) zu kompensieren.

Während man hinter der Abschreibung auf die Schwäbisch-Hall die allgemeine Krise der Bausparkassen vermuten darf, kommt die erhebliche Abschreibung auf die ja doch eher kleine DZ Privatbank ziemlich überraschend. Was ist da vorgefallen? Bzw.: Ist da was vorgefallen? Die DZ Bank verneint dies. Sie schreibt: „Bei beiden Steuerungseinheiten [Anm.: also bei der Bausparkasse einerseits und der Privatbanktochter andererseits] schlägt sich insbesondere das Niedrigzinsniveau in den Unternehmenswerten nieder. Bei der DZ Privatbank kommt ergänzend das wettbewerbsintensive Marktumfeld im Private Banking hinzu.“

Interessanter an der Causa ist ohnehin ein anderer Aspekt: 2014/2015 hatte die DZ Bank ihren Eigentümern – also den Volks- und Raiffeisenbanken – eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro abgerungen; auch dieser Coup gilt zu Recht als eine der großen Leistungen von Vorstandschef Kirsch. Bloß: Rechnet man die aufgelösten 250 Mio. Euro aus 2017 und die aufgelösten 565 Mio. Euro aus 2015 zusammen, dann sind das mehr als 800 Mio. Euro, womit heute nach HGB-Logik die Hälfte der großen Kapitalerhöhung schon wieder aufgebraucht ist.

Per Ende 2017 stellt sich die Kapitalsituation der DZ Bank AG wie folgt dar:

2017
Eigenkapital 10.504
Fonds f.a. Bankrisiken 4.272
Summe 14.776
davon:
Anteile an verb. U. 11.414
Beteiligungen 386
Aktive latente Steuer 1.061
Immaterielles Vermögen 77
Überbewertung Finanzanlagen 93
Summe 13.031

Das Eigenkapital summert sich auf 14,8 Mrd. Euro (ohne den zweimaligen Griff in den „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ wären es mithin 15,6 Mrd. Euro …). Davon entfallen allerdings schon mal 11,8 Mrd. Euro auf Anteile an verbundene Unternehmen sowie auf Beteiligungen. „Das wirft die Fragen nach der Fungibilität – also der freien Verwendbarkeit – dieses Kapitals auf“, sagt der Bilanzexperte Best. Im Falle einer Notsituation sei nämlich „keineswegs klar, dass die DZ Bank AG tatsächlich Kapital von den Töchtern abziehen oder diese verkaufen kann.“

Verbleiben also noch rund 3 Mrd. Euro Eigenkapital. Davon allerdings setzen sich rund 1,25 Mrd. Euro aus aktiven latenten Steuern, immateriellem Vermögen und der Überbewertung von Finanzanlagen zusammensetzen. Dies seien „Positionen von zweifelhaftem Wert“, so Experte Best.

Hat die DZ Bank am Ende also ein Kapitalproblem? Das Institut antwortet wie folgt:

„Die angemessene Kapitalisierung bestimmt sich für Kreditinstitute auf Basis der Vorgaben gem. CRR / CRD IV. Für die Frage der angemessenen Kapitalisierung der DZ Bank ist hierbei vor allem die Gruppenperspektive relevant. Hier liegt die Kapitalisierung auf gutem Niveau (30.06.2018: harte Kernkapitalquote: 13,7%). Die DZ BANK AG ist mit einer harten Kernkapitalquote von 15,9% per 30.06.2018 sogar noch besser kapitalisiert. Die Kapitalquoten liegen jeweils deutlich über den aufsichtlichen Mindestanforderungen.“

Formell ist das natürlich richtig – zumal die Ratingagenturen der DZ Bank als Teil des großen genossenschaftlichen Verbunds ohnehin eine sehr gute Bonität bescheinigen. Und doch: Ist der Eindruck falsch, dass die Bank als solche über verblüffend wenig ureigenes, über jeden Zweifel erhabenes Eigenkapital verfügt?

16/10/18: Die Wahrheit über die DZ Bank, 7 Mio. € für Penta, N26, ING Diba/Apple Pay

Exklusiv: Die triste Wirklichkeit hinter der bilanziellen Fassade der DZ Bank

Kein anderes Kreditinstitut hierzulande steht so gut da wie die DZ Bank – so jedenfalls ist es immer wieder zu lesen. „Deutschlands erfolgreichste Geschäftsbank“, schwärmt das „Handelsblatt“, die „Börsen-Zeitung“ spricht ehrfurchtsvoll von einem „Ertragschampion“. Nun jedoch zeigen aufwendige Recherchen von „Finanz-Szene.de“: Die Wirklichkeit hinter der bilanziellen Fassade sieht weit trister aus – zumindest bezogen auf die eigentliche Bank (die ja ihrerseits Teil des großen DZ-Bank-Konzerns ist). Von den 752 Mio. Euro, die die Bank zuletzt angeblich zum Konzerngewinn beisteuerte, bleibt bei näherer Betrachtung kaum etwas übrig. Stattdessen stellt sich die Frage, ob die Kernbank operativ überhaupt profitabel arbeitet, trotz zuletzt sogar positiver Risikovorsorge. Und noch etwas: Wie die „Finanz-Szene.de“-Recherchen zeigen, musste die DZ Bank AG zuletzt gleich zweimal in die eigenen Reserven greifen. Droht dem vermeintlichen Vorzeigeinstitut am Ende  sogar ein Kapitalproblem? Unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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Kann es sein, dass Fintech-Investoren bestimmten Moden folgen? Jedenfalls, nachdem letztes Jahr diverse Factoring-Startups erstmals Geld erhielten und im Frühjahr dann gleich mehrere Insurtechs zu ihrer Series B oder Series C ansetzten, sind nun offenbar die Smartphone-Banken für kleine SMEs an der Reihe. Denn nur zwei Wochen nach dem Berliner Anbieter Kontist bekommt nun auch der ebenfalls in Berlin ansässige Rivale Penta Geld, und zwar 7 Mio. Euro. Gründerszene

ING-Diba-Chef bezeichnet es als Fehler, dass seine Bank (vorerst) kein Apple Pay anbietet: „Unseren Kunden keine adäquate Lösung anzubieten war ein Fehler, den ich schnell eingesehen habe. Ich muss zugeben, wir waren von der Anzahl der Kundenreaktionen überrascht“, so Nick Jue in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Hatten wir nicht neulich mal unter Berufung auf uns selber geschrieben, dass die zehn größten deutschen Banken im ersten Halbjahr knapp 6,4 Mrd. Euro vor Steuern verdient haben? Jedenfalls: Allein bei der Bank of America waren es allein im dritten Quartal 9 Mrd. Dollar – also umgerechnet rund 8 Mrd. Euro. Manager Magazin

Der bankeneigene Online-Bezahldienst Giropay (nicht zu verwechseln mit Paydirekt) hat die zum US-Investor Apollo gehörende Wüstenrot-Bank mit 300.000 Kunden als Vertriebspartner gewonnen: … was uns insofern vermeldenswert erscheint, als Giropay zwar bei den Sparkassen und Genobanken fast vollständig vertreten ist, von vielen Privatbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HVB …) allerdings seit Jahren ignoriert wird. Die große Frage wird nun sein, ob andere private Institute folgen. Bzw.: Theoretisch könnte Giropay sein Angebot auf PSD2-Basis ja eigentlich auch an den Banken vorbei auf den Gesamtmarkt ausweiten, so macht es der Konkurrent „Sofortüberweisung“. Pressemitteilung

Und noch zwei weitere Meldungen für unsere Payment-Nerds:  Alipay hat eigenen Angaben zufolge keine Ambitionen, nach Deutschland zu expandieren (Heise); und der vor uns vor ein paar Wochen schon exklusiv vermeldete Wechsel von Ex-Telecash-Deutschlandchef Thomas Hellweger zu Intercard ist jetzt offiziell (Pressemitteilung).

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Wie gehabt: Weil wir montags nicht erscheinen, fassen wir – wenn am Wochenende viel passiert ist – die wichtigsten News Dienstagsfrüh für Sie zusammen:

  • N26 hat Ärger mit der Bafin: … weil Kunden mit gefälschten Ausweisen Konten eröffnet haben sollen. Wirtschaftswoche
  • Und nochmal N26: Trotz der Verzögerungen beim Markteintritt in den USA und UK will das Berliner Fintech nun auch in die Schweiz expandieren. handelszeitung.ch
  • Deutsche Bank bei globalem Mega-IPO mit von der Partie: Laut „Bloomberg“ gehört das Frankfurter Geldhaus zu den Konsortialbanken beim angeblich bis zu 23 Mrd. Euro schweren Börsengang des japanischen Telekomkonzerns und Tech-Investors Softbank. Manager Magazin
  • Die Deutsche Handelsbank – die nach eigener Aussage Startups mit Fremdkapital ausstattet – will Ihr Kreditbuch bis 2021 von derzeit 230 Mio. auf mehr als 1 Mrd. Euro ausweiten: … braucht dafür aber erst einmal selber rund 100 Mio. Euro Eigenkapital. Ariva/Handelsblatt

Linktipps

Wie letzte Woche bei „Finanz-Szene.de“ beschrieben, hat die Deka mithilfe des Sparkassen-Filialvertriebs in kürzester Zeit den deutschen Zertifikate-Markt aufgerollt. Was Verbraucherschützer davon halten, lesen Sie hier: Süddeutsche Zeitung

Umsatz: 2 Millionen. Verlust: 37 Millionen: Die Kollegen von „Gründerszene“ haben sich die Zahlen des britischen N26-Pendants Monzo mal ein bisschen näher angeschaut. Gründerszene

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… war am Freitag unsere Analyse zu den Cost-Income-Ratios der drei großen deutschen Bankengruppen. Finanz-Szene.de

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