16/10/18: Die Wahrheit über die DZ Bank, ING Diba räumt Fehler ein, Kritik an Deka

Exklusiv: Die triste Wirklichkeit hinter der bilanziellen Fassade der DZ Bank

Kein anderes Kreditinstitut hierzulande steht so gut da wie die DZ Bank – so jedenfalls ist es immer wieder zu lesen. „Deutschlands erfolgreichste Geschäftsbank“, schwärmt das „Handelsblatt“, die „Börsen-Zeitung“ spricht ehrfurchtsvoll von einem „Ertragschampion“. Nun jedoch zeigen aufwendige Recherchen von „Finanz-Szene.de“: Die Wirklichkeit hinter der bilanziellen Fassade sieht weit trister aus – zumindest bezogen auf die eigentliche Bank (die ja ihrerseits Teil des großen DZ-Bank-Konzerns ist). Von den 752 Mio. Euro, die die Bank zuletzt angeblich zum Konzerngewinn beisteuerte, bleibt bei näherer Betrachtung kaum etwas übrig. Stattdessen stellt sich die Frage, ob die Kernbank operativ überhaupt profitabel arbeitet, trotz zuletzt sogar positiver Risikovorsorge. Und noch etwas: Wie die „Finanz-Szene.de“-Recherchen zeigen, musste die DZ Bank AG zuletzt gleich zweimal in die eigenen Reserven greifen. Droht dem vermeintlichen Vorzeigeinstitut am Ende  sogar ein Kapitalproblem? Unsere große Analyse: Finanz-Szene.de

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News

ING-Diba-Chef bezeichnet es als Fehler, dass seine Bank (vorerst) kein Apple Pay anbietet: „Unseren Kunden keine adäquate Lösung anzubieten war ein Fehler, den ich schnell eingesehen habe. Ich muss zugeben, wir waren von der Anzahl der Kundenreaktionen überrascht“, so Nick Jue in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Ist nicht böse gemeint, liebe Moody’s-Leute – aber die Berichte über Eure aktuelle Studie zu den deutschen Banken lesen sich nicht so, als wüsstet Ihr unbedingt mehr als andere oder als müsste man sich die Primärquelle jetzt unbedingt besorgen: Kapital? Gut. – Liquidität? Gut – Kreditqualität? Gut (was allerdings nicht für ausländische Kredite bzw. Vermögenswerte gilt, die immerhin ein Viertel aller Forderungen ausmachen) – Niedrigzins? Ein Problem – Profitabilität? Nicht so dolle – Und so weiter und so fort. Wussten wir doch alles schon. Dow Jones, FAZ (S. 26)

Hatten wir nicht neulich mal unter Berufung auf uns selber geschrieben, dass die zehn größten deutschen Banken im ersten Halbjahr knapp 6,4 Mrd. Euro vor Steuern verdient haben? Jedenfalls: Allein bei der Bank of America waren es allein im dritten Quartal 9 Mrd. Dollar – also umgerechnet rund 8 Mrd. Euro. Manager Magazin

Der bankeneigene Online-Bezahldienst Giropay (nicht zu verwechseln mit Paydirekt) hat die zum US-Investor Apollo gehörende Wüstenrot-Bank mit 300.000 Kunden als Vertriebspartner gewonnen: … was uns insofern vermeldenswert erscheint, als Giropay zwar bei den Sparkassen und Genobanken fast vollständig vertreten ist, von vielen Privatbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HVB …) allerdings seit Jahren ignoriert wird. Die große Frage wird nun sein, ob andere private Institute folgen. Bzw.: Theoretisch könnte Giropay sein Angebot auf PSD2-Basis ja eigentlich auch an den Banken vorbei auf den Gesamtmarkt ausweiten, so macht es der Konkurrent „Sofortüberweisung“. Pressemitteilung

Kann es sein, dass Fintech-Investoren bestimmten Moden folgen? Jedenfalls, nachdem letztes Jahr diverse Factoring-Startups erstmals Geld erhielten und im Frühjahr dann gleich mehrere Insurtechs zu ihrer Series B oder Series C ansetzten, sind nun offenbar die Smartphone-Banken für kleine SMEs an der Reihe. Denn nur zwei Wochen nach dem Berliner Anbieter Kontist bekommt nun auch der ebenfalls in Berlin ansässige Rivale Penta Geld, und zwar 7 Mio. Euro. Gründerszene

Und noch zwei  Meldungen für unsere Payment-Nerds:  Alipay hat eigenen Angaben zufolge keine Ambitionen, nach Deutschland zu expandieren (Heise); und der vor uns vor ein paar Wochen schon exklusiv vermeldete Wechsel von Ex-Telecash-Deutschlandchef Thomas Hellweger zu Intercard ist jetzt offiziell (Pressemitteilung).

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That’s not news

Wie gehabt: Weil wir montags nicht erscheinen, fassen wir – wenn am Wochenende viel passiert ist – die wichtigsten News Dienstagsfrüh für Sie zusammen:

  • N26 hat Ärger mit der Bafin: … weil Kunden mit gefälschten Ausweisen Konten eröffnet haben sollen. Wirtschaftswoche
  • Und nochmal N26: Trotz der Verzögerungen beim Markteintritt in den USA und UK will das Berliner Fintech nun auch in die Schweiz expandieren. handelszeitung.ch
  • Deutsche Bank bei globalem Mega-IPO mit von der Partie: Laut „Bloomberg“ gehört das Frankfurter Geldhaus zu den Konsortialbanken beim angeblich bis zu 23 Mrd. Euro schweren Börsengang des japanischen Telekomkonzerns und Tech-Investors Softbank. Manager Magazin
  • Die Deutsche Handelsbank – die nach eigener Aussage Startups mit Fremdkapital ausstattet – will Ihr Kreditbuch bis 2021 von derzeit 230 Mio. auf mehr als 1 Mrd. Euro ausweiten: … braucht dafür aber erst einmal selber rund 100 Mio. Euro Eigenkapital. Ariva/Handelsblatt
  • Die Aareal Bank peilt weitere Zukäufe an: … und geht für dieses Jahr (was sehr ordentlich wäre) von einem Betriebsergebnis von rund 350 Mio. Euro aus, so Vorstandschef Merkens gegenüber „Euro am Sonntag“. dpa-afx

Linktipps

Wie letzte Woche bei „Finanz-Szene.de“ beschrieben, hat die Deka mithilfe des Sparkassen-Filialvertriebs in kürzester Zeit den deutschen Zertifikate-Markt aufgerollt. Was Verbraucherschützer davon halten, lesen Sie hier: Süddeutsche Zeitung

Umsatz: 2 Millionen. Verlust: 37 Millionen: Die Kollegen von „Gründerszene“ haben sich die Zahlen des britischen N26-Pendants Monzo mal ein bisschen näher angeschaut. Gründerszene

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse zu den Cost-Income-Ratios der drei großen deutschen Bankengruppen. Finanz-Szene.de

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12/10/18: Ist Wefox 1 Mrd. $ wert?, Neuer Pre-Funding-News-Rekord, Die Preismacht der Sparkassen

Effizienz? Preismacht! Was passiert, wenn man die Cost-Income-Ratio der Sparkassen aufdröselt

Eigentlich dachten wir, wir hätten die große Banken-Statistik der Buba mit derselben Entschiedenheit ausgequetscht wie der Mann an der Frankfurter Bahnhofs-Saftbar seine Orangen (siehe -> „Das Zinsmassaker“, siehe -> „Der Selbstbetrug der Sparkassen und Volksbanken“). Dann allerdings meldete sich dieser Tage ein Freund des Hauses, nämlich der Datenguru Peter Barkow, mit der Frage, ob wir uns eigentlich mal die Mühe gemacht hätten, die Cost-Income-Ratios der drei großen Institutsgruppen aufzudröseln. Hatten wir natürlich nicht. Hatte er aber natürlich schon. Und freundlicherweise überließ uns Herr Barkow also seine entsprechenden Berechnungen zur freien Verfügung. Was uns an den Zahlen nicht überraschte: Es liegt eher am Ertrag als an den Kosten, dass die CIR der Sparkassen und Volkbanken wesentlich besser ist als die der Großbanken. Was uns aber sehr wohl überraschte, das ist, um wieviel größer der Ertragseffekt im Vergleich zum Kosteneffekt ist. Hier die komplette Analyse: Finanz-Szene.de

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News

Wenn diese Geschichte hier stimmt (wenn!), dann ist dies die womöglich höchste Finanzierungsrunde und die mit ziemlicher Sicherheit höchste Bewertung für ein (zumindest semi-) deutsches Fintech bislang: Wie heute Morgen im „Handelsblatt“ zu lesen ist, steht das schweizerisch-deutsche Insurtech Wefox bzw. dessen Sachversicherungstochter „One“ vor dem Abschluss einer Funding-Runde in dreistelliger Millionenhöhe – und das zu einer Bewertung von mindestens einer Milliarde (jeweils in Dollar). Nach unseren eigenen Daten wäre Wefox/One damit wertvoller als die Smartphone-Bank N26, die im Frühjahr eine Finanzierungsrunde über umgerechnet 160 Mio. Dollar vermeldet hatte und nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ dadurch Post-Money  mit 750 Mio. Dollar veranschlagt wird. Nun ist es natürlich keineswegs so, dass wir dem „Handelsblatt“ nicht blind vertrauen würden, immerhin sind wir treue Abonnenten. Aber wie die Wefox-Story ausgeht und ob sich das mit dem Unicorn-Status jemals anhand objektiver Belege von außen wird nachvollziehen lassen – da sind wir sehr, sehr, sehr gespannt. Handelsblatt (Paywall)

Neuer Pre-Funding-Exklusiv-News-Rekord für die deutsche Fintech-Branche: Nach der Exklusiv-Story „Wefox knackt die 100-Millionen-Grenze“ (Versicherungsmonitor, 9. Mai), der Exklusiv-Story „Insurtech-Startup Wefox auf der Suche nach mindestens 180 Mio. Dollar“ (Gründerszene, 13. Juni) und der Exklusiv-Story „Insurtech firm wefox in talks with suitors including Softbank – sources“ (Reuters, 1. August) stellt Wefox mit der heutigen Exklusiv-Geschichte im  „Handelsblatt“ einen neuen „Pre-Funding-Exklusiv-News-Rekord“ für die deutsche Fintech-Branche auf. Herzlichen Glückwunsch!

Und nochmal Insurtech: Die Deutsche Familienversicherung, die sich öffentlich zuletzt (Transparenzhinweis: unter anderem mit „Sponsored Content“ bei „Finanz-Szene.de“) als „der volldigitale Versicherer hierzulande“ positioniert hatte, konkretisiert ihre Börsenpläne. Angepeilter IPO-Erlös: 100 Mio. Euro. Begleitende Bank: Hauck & Aufhäuser. Wann: schon im November. Es wäre, wenn man der Insurtech-Selbstdefinition des 2006 gegründeten Frankfurter Unternehmens folgt, der erste Börsengang eines Versicherungs-Fintechs in Deutschland. Wirtschaftswoche

Auf den ersten – und eigentlich auch auf den zweiten – Blick sieht es ja so aus, als sei der private Bankenverband in Sachen HSH-Nordbank-Verkauf ganz schön eingeknickt (denn statt eines begrenzten Einlagenschutzes soll die HSH nach der Privatisierung ab 2022 nun doch den vollen BdB-Schutz genießen):  Gleichwohl, ein klein bisschen differenzierter darf man das Ganze auf den dritten Blick vermutlich doch betrachten. Denn wie die „Süddeutsche“ heute Früh berichtet, haben Sparkassen und Privatbanken den neuen Eignern um Cerberus immerhin abgetrotzt, 400 Mio. Euro als Sicherheit nachzuzahlen, sollte die HSH bestimmte Kennzahlen verfehlen. Hier weitere Details der Einigung: Süddeutsche

Wir wissen zwar ehrlich gesagt nicht, inwieweit man den Exklusiv-Infos der FAZ in Sachen NordLB vertrauen sollte (denn bei den „Finanzkreisen“, auf die sich die Kollegen gern berufen, scheint es sich bisweilen doch um arg interessengeleitete Finanzkreise zu handeln), verschweigen wollen wir Ihnen das Ganze aber auch nicht. Drum: FAZ, aktuelle Ausgabe, Seite 21, unten rechts, letzter Absatz: Angeblich „sehen“ die potenziellen Investoren einen „deutlich höheren Kapitalbedarf“ bei der niedersächsischen Landesbank „als zuletzt angenommen“. Schau’n mer mal.

„Liebes ‚Finanz-Szene.de‘-Team, wollt Ihr angesichts der jüngsten Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten nicht wenigstens mal, um Eurer Chronistenpflicht zumindest ein bisschen gerecht zu werden, kurz vermelden, was denn die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank so machen?“  Na gut. Deutsche Bank: 9,47 Euro und damit 90 Cent billiger als vor einer Woche. Commerzbank: 8,56 Euro und damit 92 Cent billiger als vor einer Woche. Hätte schlimmer kommen können.

Und noch was Internationales, aber durchaus mit deutschem Bezug: Die französische Bank Natixis erwägt die Übernahme des ebenfalls französischen Zahlungsdienstleisters Ingenico (der sich jüngst bekanntlich den hiesigen Sparkassen-Acquirer BS Payone mehrheitlich unter den Nagel gerissen hatte). Kolportiertes Dealvolumen: 4 Mrd. Euro. Angesichts solcher Meldungen (und solcher Zahlen) mag sich mancher deutsche Bankmanager heute Morgen fragen, ob es wirklich so eine großartige Idee war, die Concardis damals zu verkaufen. Financial Times (Paywall)

Linktipps

Müssten man, was die NordLB angeht, das Szenario einer Abwicklung nicht wenigstens mal diskutieren (bzw. gar erwägen)?, fragt mit – wie wir finden – sehr plausiblen Argumenten Meike Schreiber in der Süddeutschen Zeitung.

Wie die Banken die Hoheit über ihr Geschäftsmodell verloren, ohne es zu merken: Der Blogger Ralf Keuper über die Plattformökonomie und „Das Internet als Ur-Infrastruktur“. Bankstil

Und gleich noch was für die wahren Connaisseure unter unseren Lesern: Wie sich derivative Finanzprodukte mithilfe von Smart Contracts (sprich: mithilfe des Blockchain bzw. der Distributed Ledger Technology) neu denken lassen. DZ Innovationsblog

Wenn den lieben Kollegen des „Paymentandbanking“-Blogs die Themen ausgehen (was nur ganz selten vorkommt), dann reaktivieren sie (minimalinvasiv überarbeitet) gern mal den guten, alten „Swiss Fintech Overview“. Und wenn uns die Themen ausgehen (was natürlich auch nur ganz selten vorkommt)? Dann sind wir uns nicht zu schade, ebendiesen „Swiss Fintech Overview“ zum x-ten mal zu verlinken. An Tagen ohne richtige Fintech-Themen (und von diesen Tagen gab es mehrere diese Woche) sitzen wir alle im selben Boot. Paymentandbanking

Klickfavorit

… waren gestern unsere „Fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard“. Finanz-Szene.de

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12/10/18: Die Preismacht der Sparkassen, Ist der BdB eingeknickt?, Oddo-BHF

Effizienz? Preismacht! Was passiert, wenn man die Cost-Income-Ratio der Sparkassen aufdröselt

Eigentlich dachten wir, wir hätten die große Banken-Statistik der Buba mit derselben Entschiedenheit ausgequetscht wie der Mann an der Frankfurter Bahnhofs-Saftbar seine Orangen (siehe -> „Das Zinsmassaker“, siehe -> „Der Selbstbetrug der Sparkassen und Volksbanken“). Dann allerdings meldete sich dieser Tage ein Freund des Hauses, nämlich der Datenguru Peter Barkow, mit der Frage, ob wir uns eigentlich mal die Mühe gemacht hätten, die Cost-Income-Ratios der drei großen Institutsgruppen aufzudröseln. Hatten wir natürlich nicht. Hatte er aber natürlich schon. Und freundlicherweise überließ uns Herr Barkow also seine entsprechenden Berechnungen zur freien Verfügung. Was uns an den Zahlen nicht überraschte: Es liegt eher am Ertrag als an den Kosten, dass die CIR der Sparkassen und Volkbanken wesentlich besser ist als die der Großbanken. Was uns aber sehr wohl überraschte, das ist, um wieviel größer der Ertragseffekt im Vergleich zum Kosteneffekt ist. Hier die komplette Analyse: Finanz-Szene.de

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News

Auf den ersten – und eigentlich auch auf den zweiten – Blick sieht es ja so aus, als sei der private Bankenverband in Sachen HSH-Nordbank-Verkauf ganz schön eingeknickt (denn statt eines begrenzten Einlagenschutzes soll die HSH nach der Privatisierung ab 2022 nun doch den vollen BdB-Schutz genießen):  Gleichwohl, ein klein bisschen differenzierter darf man das Ganze auf den dritten Blick vermutlich doch betrachten. Denn wie die „Süddeutsche“ heute Früh berichtet, haben Sparkassen und Privatbanken den neuen Eignern um Cerberus immerhin abgetrotzt, 400 Mio. Euro als Sicherheit nachzuzahlen, sollte die HSH bestimmte Kennzahlen verfehlen. Hier weitere Details der Einigung: Süddeutsche

Wir wissen zwar ehrlich gesagt nicht, inwieweit man den Exklusiv-Infos der FAZ in Sachen NordLB vertrauen sollte (denn bei den „Finanzkreisen“, auf die sich die Kollegen gern berufen, scheint es sich bisweilen doch um arg interessengeleitete Finanzkreise zu handeln), verschweigen wollen wir Ihnen das Ganze aber auch nicht. Drum: FAZ, aktuelle Ausgabe, Seite 21, unten rechts, letzter Absatz: Angeblich „sehen“ die potenziellen Investoren einen „deutlich höheren Kapitalbedarf“ bei der niedersächsischen Landesbank „als zuletzt angenommen“. Schau’n mer mal.

„Liebes ‚Finanz-Szene.de‘-Team, wollt Ihr angesichts der jüngsten Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten nicht wenigstens mal, um Eurer Chronistenpflicht zumindest ein bisschen gerecht zu werden, kurz vermelden, was denn die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank so machen?“  Na gut. Deutsche Bank: 9,47 Euro und damit 90 Cent billiger als vor einer Woche. Commerzbank: 8,56 Euro und damit 92 Cent billiger als vor einer Woche. Hätte schlimmer kommen können.

Der neue französische Eigner (also Herr Oddo) will die BHF offenbar mit aller Macht in die deutsche Industrie hineinnisten: Denn nach dem  früheren Siemens-Chef Cromme soll nun auch noch der frühere VDA-Chef Wissmann in den Aufsichtsrat einziehen (und zuvor wird er schon mal Senior Advisor). Spiegel Online

Noch was Kleines, aber Interessantes: Die Frankfurter Investmentboutique Mainfirst übernimmt das institutionelle europäische Aktiengeschäft der US-Investmentboutique Raymond James. Private Banking Magazin

Und noch was Internationales, aber durchaus mit deutschem Bezug: Die französische Bank Natixis erwägt die Übernahme des ebenfalls französischen Zahlungsdienstleisters Ingenico (der sich jüngst bekanntlich den hiesigen Sparkassen-Acquirer BS Payone mehrheitlich unter den Nagel gerissen hatte). Kolportiertes Dealvolumen: 4 Mrd. Euro. Angesichts solcher Meldungen (und solcher Zahlen) mag sich mancher deutsche Bankmanager heute Morgen fragen, ob es wirklich so eine großartige Idee war, die Concardis damals zu verkaufen. Financial Times (Paywall)

Ignoriert

Nach der Exklusiv-Story „Wefox knackt die 100-Millionen-Grenze“ (Versicherungsmonitor, 9. Mai), der Exklusiv-Story „Insurtech-Startup Wefox auf der Suche nach mindestens 180 Mio. Dollar“ (Gründerszene, 13. Juni) und der Exklusiv-Story „Insurtech firm wefox in talks with suitors including Softbank – sources“ (Reuters, 1. August) kommt heute das „Handelsblatt“ mit der Exklusiv-Story, das schweizerisch-deutsche Insurtech Wefox (bzw. dessen Sachversicherungstochter „One“) stehe vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde zu einer astronomischen Bewertung von mindestens 1 Mrd. Dollar.  Sollte sich die Sache eines Tages wirklich mal materialisieren, werden Sie es erfahren, liebe LeserInnen von „Finanz-Szene.de“. Bis dahin ignorieren wir die Story – allerdings nicht, ohne der Wefox-PR-Abteilung  zum Aufstellen eines neuen „Pre-Funding-Exklusiv-News-Rekords“ gratuliert zu haben.

Linktipps

Müssten man, was die NordLB angeht, das Szenario einer Abwicklung nicht wenigstens mal diskutieren (bzw. gar erwägen)?, fragt mit – wie wir finden – sehr plausiblen Argumenten Meike Schreiber in der Süddeutschen Zeitung.

Wie die Banken die Hoheit über ihr Geschäftsmodell verloren, ohne es zu merken: Der Blogger Ralf Keuper über die Plattformökonomie und „Das Internet als Ur-Infrastruktur“. Bankstil

Und gleich noch was für die wahren Connaisseure unter unseren Lesern: Wie sich derivative Finanzprodukte mithilfe von Smart Contracts (sprich: mithilfe des Blockchain bzw. der Distributed Ledger Technology) neu denken lassen. DZ Innovationsblog

Wenn den lieben Kollegen des „Paymentandbanking“-Blogs die Themen ausgehen (was nur ganz selten vorkommt), dann reaktivieren sie (minimalinvasiv überarbeitet) gern mal den guten, alten „Swiss Fintech Overview“. Und wenn uns die Themen ausgehen (was natürlich auch nur ganz selten vorkommt)? Dann sind wir uns nicht zu schade, ebendiesen „Swiss Fintech Overview“ zum x-ten mal zu verlinken. An Tagen ohne richtige Fintech-Themen (und von diesen Tagen gab es mehrere diese Woche) sitzen wir alle im selben Boot. Paymentandbanking

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… waren gestern unsere „Fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard“. Finanz-Szene.de

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Effizienz? Preismacht! Was passiert, wenn man die Cost-Income-Ratio der Sparkassen aufdröselt

Von Heinz-Roger Dohms

Eigentlich dachten wir, wir hätten die jüngste Bundesbank-Statistik zu den deutschen Banken mit derselben Entschiedenheit ausgequetscht wie der Mann an der Frankfurter Bahnhofs-Saftbar seine Orangen (siehe -> „Das Zinsmassaker“, siehe -> „Der Selbstbetrug der Sparkassen und Volksbanken“). Dann allerdings meldete sich dieser Tage ein Freund des Hauses, nämlich der Düsseldorfer Datenguru Peter Barkow, mit der Frage, ob wir uns eigentlich mal die Mühe gemacht hätten, die Cost-Income-Ratios der drei großen Institutsgruppen aufzudröseln. Hatten wir natürlich nicht. Hatte er aber natürlich schon. Und freundlicherweise überlies uns Herr Barkow also seine entsprechenden Berechnungen zur freien Verfügung. Was uns an den Zahlen nicht überraschte: Es liegt eher am Ertrag als an den Kosten, dass die CIR der Sparkassen und Volkbanken wesentlich besser ist als die der Großbanken. Was uns aber sehr wohl überraschte, das ist, um wieviel größer der Ertagseffekt im Vergleich zum Kosteneffekt ist. Hier die Analyse im Detail:

Teil I: Die Zahlen:

1.) Die Cost-Income-Ratio

Wie unschwer zu erkennen, ist die Aufwand-Ertrags-Relation der privaten Banken wesentlich schlechter als die der Sparkassen und die der Volks- und Raiffeisenbanken  …

2.) Die Verwaltungsaufwendungen

… wer nun aber glaubt, die Sparkassen und Genobanken wäre, nur weil sie eine bessere CIR haben, auch kostengünstiger unterwegs als die privaten Banken, der täuscht sich. Im Gegenteil. Gemessen an der Bilanzsumme (warum an der Bilanzsumme? Dazu gleich mehr …) kommen die privaten Banken sogar mit deutlich weniger Aufwand aus.

3.) Die Zinserträge

Dass die kleinen Banken den großen trotz ungünstigerer Kostenbasis unterm Strich überlegen sind, liegt an den ungleich höheren Zinserträgen, die sie erwirtschaften. Nun stellt sich natürlich die Frage (siehe oben), ob die Bilanzsumme der perfekte Nagel ist, um daran die Aufwands- und Ertragsanalyse aufzuhängen. Antwort, das räumt auch Barkow ein: „Nein, das ist sie nicht.“ Schließlich sorgen die tendenziell langgezogenen Bilanzsummen der privaten Banken (siehe die Deutsche Bank mit ihren vielen derivativen Positionen) dafür, dass die Ergebnisse ein Stück weit verzerrt werden. „Besser wäre es darum, mit den risikogewichteten Assets zu arbeiten“, sagt Barkow – bloß sind diese Daten in den Bundesbank-Zahlen eben nicht enthalten. Darum: Die Bilanzsumme ist sicher kein perfekter Nagel, aber der beste, den wir haben.

4.) Die Zinsausgaben

Zurück zur Sache. Neben den ungleich höheren Zinserträgen haben die Sparkassen und Volksbanken auch noch niedrigere Zinsaufwendungen.

5.) Der Provisionsüberschuss

… und dann lohnt schließlich auch noch ein Blick auf die Gebühren (wobei wir uns hier die getrennte Betrachtung von Erträgen und Aufwendungen sparen und gleich zum „Netto“ kommen). Denn: Auch hier sind die Genos und die Sparkassen den Privatbanken mittlerweile ein Stück voraus (jedenfalls weiterhin gemessen an der Bilanzsumme). Die Erhöhung der Kontogebühren und der zuletzt insbesondere bei vielen Sparkassen bemerkenswert deutlich gestiegene Wertpapierabsatz  lassen grüßen.

Teil II: Die Interpretation

Wie ist die Ertragspower (=Preismacht) der Sparkassen und Volksbanken zu erklären? Würde „Finanz-Szene.de“ über eine seriös finanzierte Redaktion verfügen, hätten wir gestern mit einem halben Dutzend Branchenexperten- bzw. Branchenvertretern telefoniert, um Ihnen, lieben Leserinnen und Lesern, auf der Basis der Gespräche heute ein ausgewogenes Meinungsbild präsentieren zu können. Da wir uns solcherlei Luxus aber gottlob nicht leisten können, lassen wir einfach vier fiktive Mitglieder der deutschen Finanz-Community zu Wort kommen:

  • Das hier sagt der fiktive Sparkassen- bzw. Volksbankenvertreter: „Die Kunden schätzen unsere Nähe, unsere Produkte und unseren Service und sind darum – und das ist nichts, wofür wir uns schämen müssten – auch bereit, diese Leistungen entsprechend zu honorieren.“
  • Das hier sagt der fiktive Fintech-Vertreter: „Na klar, den Alten und Uninformierten überteuerte Kredite verkaufen, um damit die eigenen Ineffizienzen zu übertünchen, das ist wieder mal typisch. Bei uns gibt’s dasselbe für die Hälfte, und zwar ohne Schufa. Solange die Fintechs nicht die Welt erobern, wird diese Welt keine bessere werden.“
  • Das hier sagt der fiktive Großbanken -Vertreter: „Stimmen die Zahlen überhaupt? Kann ja fast nicht sein. Ist aber natürlich in erster Linie ein strukturelles Problem. Von wegen Drei-Säulen-Modell und overbanked. Wären wir mit unserem Geschäftsmodell und unserem Management statt in Deutschland in der Schweiz unterwegs, würden wir Gewinne ohne Ende machen. Wird Zeit, die Sparkassen und die Volksbanken endlich zu verbieten.“
  • Das hier sagt der fiktive Sparkassen-Kritiker: „Habe ich es doch geahnt. Da betreiben unsere feinen Herrn Ortsbank-Vorstände also mal wieder Fristentransformation ohne Ende. Das wird ein böses Erwachen geben, sage ich Ihnen.“
Teil III: Die Konsequenzen

Eigentlich ist das ein Thema für das nächste Kaffeekränzchen mit der Beraterfirma Ihrer Wahl („Schritt eins, Schritt zwei, Schritt drei …“). Ganz platt gesagt scheinen allerdings zwei Dinge auf der Hand zu liegen: 1.) Wenn es den kleinen Banken auch nur einigermaßen gelingt, ihre Erträge stabil zu halten, dann könnte sich auf der Kostenseite ein ganz schöner Hebel ergeben. Ist halt nur die Frage, ob das mit den Erträgen gelingt. Und 2.) Bei den privaten Banken stellt sich die Frage, welches Problem sie zuerst angehen, die Erträge oder die Kosten. So einfach beheben lässt sich freilich keines von beiden.

11/10/18: Google narrt die deutschen Banken, Der Wirecard-Crash, Das Lieblings-Fintech

Die fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard

Wie war das noch? Google braucht die deutschen Banken, um seinen Mobile-Payment-Dienst „Google Pay“ hierzulande zu etablieren? Seit gestern sind wir schlauer. Denn jetzt wissen wir, dass Google nun auch mit Paypal und Mastercard gemeinsame Sache macht – und also die deutschen Banken, mit denen man vornherum kooperiert, hintenherum attackiert. Worum geht es genau: Deutsche Paypal-Kunden, die im Besitz eines Android-Smartphones (=Google-Betriebssystem-Handys) sind, können künftig mittels Google Pay an sämtlichen kontaktlosen Mastercard-Akzeptanzstellen hierzulande mobil bezahlen. Man muss sich nur mal die Schnittmenge aus 20 Mio. hiesigen Paypal-Kunden, 80% Android-Marktanteil und rasant wachsender Zahl von NFC-fähigen Händler-Akzeptanzstellen anschauen, um zu erahnen: Die Nummer hat Sprengkraft. Was heißt das nun für die Girocard? Wie viele Erträge stehen (potenziell) auf dem Spiel? Und: Sind nur die Banken die Verlierer oder womöglich auch Paypal? Unsere Analyse: Finanz-Szene.de

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News

Nach dem kleinen Crash am Montag und der bemerkenswerten Erholung am Dienstag hat die Wirecard-Aktie gestern nun einen etwas größeren Crash hingelegt: … denn während die Papiere am Morgen noch mehr als 185 Euro kosteten, drohten sie am Nachmittag kurzzeitig sogar unter die 150-Euro-Marke zu stürzen, bevor sie zu einem Preis von 156,25 Euro aus dem Handel gingen. Vor dem Kursrutsch hatten diverse Investmentbanken übrigens das Kursziel angehoben. Da werden sich die Kunden hinterher ganz brav bedankt haben. Börse Online (Analystenschätzungen)

„Mit guten Argumenten“ (O-Ton „Handelsblatt“) hat der US-Riese Fidelity gestern den Start einer digitalen Vermögensverwaltung für den deutschen Markt angekündigt: … wir selber sind uns, was die guten Argumente angeht, nicht ganz so sicher. Denn einerseits zeigen die Beispiele Charles Schwab und Vanguard zwar, dass etablierte Vermögensverwalter (jedenfalls in den USA) durchaus auch als Robo-Advisor Erfolg haben können. Andererseits wirkt das Fidelity-Modell wieder wie einer dieser „Eine Robo, der kein Robo ist“-Ansätze, bei denen man mal abwarten muss, ob die Kunden hierin wirklich einen Mehrwert sehen. Private Banking Magazin

Nachtrag: Anders als von uns gestern geschrieben, ist die Deka nicht erst 2014, sondern schon 2013 ins Zertifikate-Geschäft eingestiegen. Mehrere Leser monierten zudem, wir hätten die Übernahme der Derivate-Aktivitäten der LBB unterschlagen, weswegen die Darstellung, die Deka habe ihren Marktanteil  von 0% auf 17% gesteigert, falsch sei. Hier verweist nun wiederum die Deka darauf, der LBB-Bestand sei erst Ende 2015 eingeflossen, habe zudem (grob gerechnet) nur zwei Prozentpunkte ausgemacht und sei heute weitgehend abgeschmolzen. Oder anders gesagt: Die Deka will sich von ihren 17% nichts wegnehmen lassen, auch nicht rückwirkend und schon gar nicht von der LBB.

Aus der Szene

Auch wenn es Fintechs gibt, die (bislang) in unserer Berichterstattung tendenziell  gut wegkommen – was uns leider fehlt, das ist so ein absolutes Lieblings-Fintech, bei dem wir sagen würden, hier sind Elogen jeder Art gestattet. Weiter sind in dieser Hinsicht die Kollegen von „Bilanz“. So erschien in dem fluffigen „Welt“-Ableger letztes Jahr bereits eine ebenso legendäre wie (warum eigentlich?) autorenlose Hymne mit dem Titel „Europas aussichtsreichste Fintech-Aktie“. Und nun? Nehmen die ansonsten eher fintech-fernen Kollegen die (für Menschen jenseits des Fintech-Kosmos ja nun wirklich extrem spannende!!!) Kooperation zwischen der Fintech Group und der österreichischen Post zum Anlass für die nächste Laudatio. Vermutlich ist das genau der Enthusiasmus, der unserem piefigen Kritikaster-Newsletter fehlt.

Linktipps

So ordnet Jochen Siegert vom „Paymentandbanking“-Blog die Kooperation zwischen Google, Paypal und Mastercard ein: PAB

„Vorsicht an der Bahnsteigkante“: … rät Bernd Wittkowski der Helaba, sollte diese sich wirklich und ernsthaft für die NordLB interessieren. Börsen-Zeitung

Wir selber glauben, ehrlich gesagt, trotz unseres Deka-Aufmachers von gestern nicht an eine wie auch immer geartete Renaissance der Filiale. Der geschätzte Kollege Hansjörg Leichsenring  vom „Bank-Blog“ ist da traditionell etwas anderer Ansicht – und womöglich wird er am Ende ja sogar Recht behalten. Hier sein Stück „Moderne und innovative Banken setzen auf Filialen“: Der Bank Blog

Klickfavorit

… war gestern unser ebenso reißerisch wie falsch (siehe oben, es sind fünf Jahre …) betiteltes Stück „Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte“

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11/10/18: Google narrt die deutschen Banken, Der Wirecard-Crash, HSH-Deal perfekt?

Die fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard

Wie war das noch? Google braucht die deutschen Banken, um seinen Mobile-Payment-Dienst „Google Pay“ hierzulande zu etablieren? Seit gestern sind wir schlauer. Denn jetzt wissen wir, dass Google nun auch mit Paypal und Mastercard gemeinsame Sache macht – und also die deutschen Banken, mit denen man vornherum kooperiert, hintenherum attackiert. Worum geht es genau: Deutsche Paypal-Kunden, die im Besitz eines Android-Smartphones (=Google-Betriebssystem-Handys) sind, können künftig mittels Google Pay an sämtlichen kontaktlosen Mastercard-Akzeptanzstellen hierzulande mobil bezahlen. Man muss sich nur mal die Schnittmenge aus 20 Mio. hiesigen Paypal-Kunden, 80% Android-Marktanteil und rasant wachsender Zahl von NFC-fähigen Händler-Akzeptanzstellen anschauen, um zu erahnen: Die Nummer hat Sprengkraft. Was heißt das nun für die Girocard? Wie viele Erträge stehen (potenziell) auf dem Spiel? Und: Sind nur die Banken die Verlierer oder womöglich auch Paypal? Unsere Analyse: Finanz-Szene.de

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Nach dem kleinen Crash am Montag und der bemerkenswerten Erholung am Dienstag hat die Wirecard-Aktie gestern nun einen etwas größeren Crash hingelegt: … denn während die Papiere am Morgen noch mehr als 185 Euro kosteten, drohten sie am Nachmittag kurzzeitig sogar unter die 150-Euro-Marke zu stürzen, bevor sie zu einem Preis von 156,25 Euro aus dem Handel gingen. Vor dem Kursrutsch hatten diverse Investmentbanken übrigens das Kursziel angehoben. Da werden sich die Kunden hinterher ganz brav bedankt haben. Börse Online (Analystenschätzungen)

Dass der Verkauf der HSH Nordbank nahezu perfekt zu sein scheint, hatten wir Ihnen ja an dieser Stelle schon mal erzählt. Trotzdem wollen wir es heute nochmal tun – denn diesmal handelt es sich bei der Quelle um BdB-Chef Peters persönlich. Handelsblatt (Paywall)

„Mit guten Argumenten“ (O-Ton „Handelsblatt“) hat der US-Riese Fidelity gestern den Start einer digitalen Vermögensverwaltung für den deutschen Markt angekündigt: … wir selber sind uns, was die guten Argumente angeht, nicht ganz so sicher. Denn einerseits zeigen die Beispiele Charles Schwab und Vanguard zwar, dass etablierte Vermögensverwalter (jedenfalls in den USA) durchaus auch als Robo-Advisor Erfolg haben können. Andererseits wirkt das Fidelity-Modell wieder wie einer dieser „Eine Robo, der kein Robo ist“-Ansätze, bei denen man mal abwarten muss, ob die Kunden hierin wirklich einen Mehrwert sehen. Private Banking Magazin

Irgendwas Neues von unserem Sorgenkind DWS? Ja, Morningstar nimmt den Weggang von Starmanager Tim Albrecht zum Anlass, die Deutschland-Flaggschiffe des Frankfurter Fondsspezialisten herabzustufen. Unschön. Fondsprofessionell

Nachtrag: Anders als von uns gestern geschrieben, ist die Deka nicht erst 2014, sondern schon 2013 ins Zertifikate-Geschäft eingestiegen. Mehrere Leser monierten zudem, wir hätten die Übernahme der Derivate-Aktivitäten der LBB unterschlagen, weswegen die Darstellung, die Deka habe ihren Marktanteil  von 0% auf 17% gesteigert, falsch sei. Hier verweist nun wiederum die Deka darauf, der LBB-Bestand sei erst Ende 2015 eingeflossen, habe zudem (grob gerechnet) nur zwei Prozentpunkte ausgemacht und sei heute weitgehend abgeschmolzen. Oder anders gesagt: Die Deka will sich von ihren 17% nichts wegnehmen lassen, auch nicht rückwirkend und schon gar nicht von der LBB.

Aus der Szene

Auch wenn es Fintechs gibt, die (bislang) in unserer Berichterstattung tendenziell  gut wegkommen – was uns leider fehlt, das ist so ein absolutes Lieblings-Fintech, bei dem wir sagen würden, hier sind Elogen jeder Art gestattet. Weiter sind in dieser Hinsicht die Kollegen von „Bilanz“. So erschien in dem fluffigen „Welt“-Ableger letztes Jahr bereits eine ebenso legendäre wie (warum eigentlich?) autorenlose Hymne mit dem Titel „Europas aussichtsreichste Fintech-Aktie“. Und nun? Nehmen die ansonsten eher fintech-fernen Kollegen die (für Menschen jenseits des Fintech-Kosmos ja nun wirklich extrem spannende!!!) Kooperation zwischen der Fintech Group und der österreichischen Post zum Anlass für die nächste Laudatio. Vermutlich ist das genau der Enthusiasmus, der unserem piefigen Kritikaster-Newsletter fehlt.

Linktipps

So ordnet Jochen Siegert vom „Paymentandbanking“-Blog die Kooperation zwischen Google, Paypal und Mastercard ein: PAB

„Vorsicht an der Bahnsteigkante“: … rät Bernd Wittkowski der Helaba, sollte diese sich wirklich und ernsthaft für die NordLB interessieren. Börsen-Zeitung

Wir selber glauben, ehrlich gesagt, trotz unseres Deka-Aufmachers von gestern nicht an eine wie auch immer geartete Renaissance der Filiale. Der geschätzte Kollege Hansjörg Leichsenring  vom „Bank-Blog“ ist da traditionell etwas anderer Ansicht – und womöglich wird er am Ende ja sogar Recht behalten. Hier sein Stück „Moderne und innovative Banken setzen auf Filialen“: Der Bank Blog

Klickfavorit

… war gestern unser ebenso reißerisch wie falsch (siehe oben, es sind fünf Jahre …) betiteltes Stück „Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte“

Die fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard

Von Heinz-Roger Dohms

Wie war das noch? Google braucht die deutschen Banken, um seinen Mobile-Payment-Dienst „Google Pay“ hierzulande zu etablieren? Seit gestern sind wie schlauer. Denn nun wissen wir, dass Google nun auch mit Paypal und Mastercard gemeinsame Sache macht – und also die deutschen Banken, mit denen man vornherum kooperiert, hintenherum attackiert.

Worum geht es genau: Deutsche Paypal-Kunden, die im Besitz eines Android-Smartphones (=Google-Betriebssystem-Handys) sind, können künftig mittels Google Pay (Download genügt …) an sämtlichen kontaktlosen Mastercard-Akzeptanzstellen hierzulande mobil bezahlen. Man muss sich nur mal die Schnittmenge aus 20 Mio. hiesigen Paypal-Kunden, 80% Android-Marktanteil und rasant wachsender Zahl von NFC-fähigen Händler-Akzeptanzstellen anschauen, um zu erahnen: Die Nummer hat Sprengkraft – auch wenn natürlich viele Bedingungen erfüllt sein müssen, damit aus der Kooperation letzten Ende ein Erfolg wird (u.a. muss sich Mobile Payment beim Endkunden durchsetzen, was hierzulande ja alles andere als ausgemacht ist).

Hier die fünf Lehren aus dem Deal:
  1. Für die deutschen Banken geht es um ordentlich Erträge: … schließlich handelt es sich um einen Frontalangriff auf die Girocard, mit der die Kunden im vergangenen Jahr laut Kreditwirtschaft Einkäufe im Höhe von 162,8 Mrd. Euro bezahlten. Geht man davon aus, dass 0,2% hiervon bei den Banken hängen bleiben und die Umsätze zuletzt kräftig wuchsen, stehen also Erträge in Höhe von 300 bis 400 Mio. Euro auf dem Spiel (und zwar stabile, risikofreie, kein Eigenkapital verschlingende Provisionserträge).
  2. Und womöglich geht es auch noch um ganze andere Erträge. Es heißt ja immer, die Banken würden in Zukunft – wie auch immer – Geld mit Daten verdienen. Wenn aber wichtige Zahlungstransaktionen an den Banken vorbeilaufen, dann fehlen auch geldwerte Daten (so stellen wir uns die Welt da draußen jedenfalls aus unserer journalistischen Laiensicht vor).
  3. Die Girocard anzugreifen heißt, die deutsche Kreditwirtschaft in ihrem Innersten zu attackieren. Denn: Es handelt sich um eine der wenigen Payment-Erfolgsgeschichten, die die hiesigen Banken zu erzählen haben. Soweit das Symbolische. Das Inhaltliche: So stark die Marktposition der Girocard auch sein mag, unverwundbar ist das System nicht (zumal dann nicht, wenn sich wie in diesem Fall die Techkonzerne mit den Kreditkarten-Schemes zusammentun). Hinzu kommt: Das rein deutsche Girocard-System benötigt ordentlich Masse, um wirtschaftlich zu arbeiten. Hohe Marktanteile sind also essentiell.
  4. Der Deal offenbart ein großes Dilemma der Banken: Sollen die Banken mit den Techfirmen kooperieren, um auf diese Weise zumindest Teil der Wertschöpfungskette zu bleiben? Oder sollen sie die offene Konfrontation suchen, in der Hoffnung, am Ende vielleicht die Oberhand zu behalten? Im Falle von Google Pay entschieden sich die Banken fürs Kollaborieren. Nun zeigt sich: Kooperation bedeutet nicht, dass man vor Angriffen geschützt ist.
  5. Während die neue Dreierkombi für Google und Mastercard sinnhaft erscheint, gilt das für Paypal nur bedingt: Denn eigentlich hätte es ja das Ziel des US-Zahlungsdienstleisters sein müssen (und war es ja auch mal), der Girocard am stationären „Point of Sale“ aus eigener Kraft Konkurrenz zu machen. Dass Paypal nun den Umweg über Mastercard geht und sich hierbei (mutmaßlich) mit sehr, sehr, sehr viel niedrigeren Gebühren zufriedengeben wird, als man sie im Onlinehandel durchzusetzen weiß, zeigt: Auch die Macht von Paypal kennt Grenzen. Oder anders ausgedrückt: Im Dreierbündnis mit Google und Mastercard kommt Paypal ja quasi die Rolle der Bank zu – und was die Verwundbarkeit der Banken angeht, siehe oben.

10/10/18: Die Macht der Filiale, Noch’n Fintech, Der Ärger der Ratepay-Chefin

Digital? Wozu! Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte

Da reden wir hier immer von der Digitalisierung, beschwören das Sterben der Filialen, vermelden jede einzelne Million, die irgendein Robo Advisor irgendeinem „Kunden 4.0“ da draußen abgetrotzt hat – und dann blättert man eher zufällig (bzw.: aus Themennot) durch die Marktstatistiken des Deutschen Derivate Verbands und stellt fest, dass es ja auch noch eine ganz andere Welt da draußen gibt: den guten, alten Markt für Investment-Zertifkate. Natürlich ist dieser Markt nicht mehr so groß, wie er das vor Lehman einmal war. Aber hübsche 65 Mrd. Euro bringt er immer noch auf die Waage und ist damit – wenn an dieser Stelle eine Pi-mal-Daumen-Schätzung erlaubt sei – rund 15 bis 20-mal so groß wie der Robo-Markt. Kein Wunder also, dass die Deka momentan so zufrieden mit sich ist. Denn dank Sparkassen-Filial-Power hat der öffentlich-rechtliche Asset Manager seinen Marktanteil binnen vier (!) Jahren von o% auf 17,2% gepusht. Ist das nachhaltig? Keine Ahnung. Aber für den Moment verdienen die Deka und mit ihr die Sparkassen ordentlich Geld in dem Segment. Anders als die Deutsche Bank und die Commerzbank, die in den vergangenen Jahren brutal Marktanteile verloren (oder soll man sagen: freiwillig hergeschenkt?) haben. Hier unsere große Grafik: Finanz-Szene.de

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News

Will das Land Niedersachsen die NordLB jetzt doch retten? Kommt vermutlich darauf an, welche Zeitung man morgens zuerst aufschlägt. Denn nachdem die „FAZ“ gestern Früh zu wissen glaubte, dass die Alteigentümer (also Niedersachsen, die Sparkassen und Sachsen-Anhalt) die Mehrheit an der leckgeschlagenen Landesbank aller Voraussicht nach verlieren werden, liest sich die Sache heute Morgen in der „Süddeutschen“ ein klein bisschen anders. Demnach erwägt Hannover nun doch, die NordLB aus eigener Kraft zu retten und ist angeblich sogar bereit, bis zu 2,5 Mrd. Euro der zur Stabilisierung mutmaßlich notwendigen rund 3,5 Mrd. Euro zu stemmen. Das wäre eine bemerkenswerte Wendung. Wobei: Kann einen in Sachen Landesbanken eigentlich irgendwas überraschen? Süddeutsche

Wirecard-Chef prahlt den Kurssturz von Montag kurzerhand weg: Auf einer Investorenkonferenz in London hat Markus Braun seine „Agenda 2020“ (Verdopplung des Umsatzes auf 3 Mrd. Umsatz) gestern um eine „Agenda 2025“ (Vervielfachung des Umsatzes auf 10 Mrd. Euro) ergänzt. Wem trotz der immer kühner werdenden Prognose nicht schwindelig wird, der ordert also nun wieder Wirecard-Aktien. Nach den strammen Verlusten vom Montag schlossen die Papiere gestern mit einem Plus von fast 10%. Alles ganz schön krass. Reuters, Financial Times (Paywall)

KfW bündelt Startup-Finanzierung: Schon jetzt engagiert sich die Staatsbank bekanntlich über diverse Vehikel (High-Tech-Gründerfonds, Coparion …) in der Förderung junger Unternehmen. Wenn wir es richtig verstehen, werden diese Aktivitäten nun in einer neuen Gesellschaft namens „KfW Capital“ zusammengefasst, die in den nächsten zehn Jahren 200 Mio. Euro p.a. in hiesige Startups pumpen soll (wobei die staatliche Förderbank nur dann investiert, wenn private Co-Investoren ebenfalls an Bord gehen). Wie viel Geld die KfW bislang jährlich in die Start-up-Branche investiert, ist uns nicht ganz klar. Aber es liest sich so, als bedeuteten die 200 Mio. Euro eine Verdopplung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Bei Rewe kann man jetzt schon ab einem Einkaufswert von 10 Euro Bargeld ziehen: … was uns, die wir zu den Stammkunden des Edeka-Markts Holst in Altona-Nord zählen (übrigens genauso wie der würdevoll gealterte Smudo, aber das wirklich nur nebenbei), ganz schön neidisch werden lässt. Denn bei Edeka liegt der Schwellenwert weiterhin bei 20 Euro. Bei Lidl übrigens sind es 10 Euro, bei Netto sogar nur 5 Euro. FAZ

Linktipps

Die Kreditbücher vieler Banken sehen heute wieder fast genauso aus wie in Jahren vor dem großen Finanzcrash 2008: … findet jedenfalls Patrick Jenkins von der „Financial Times“ (Paywall).

„Das leise Sterben der Volks- und Raiffeisenbank“:  … finden wir eine etwas seltsame Überschrift, denn es ist ja nicht so, dass niemand merkt, dass die Zahl der Genossenschaftsbanken von Jahr zu Jahr sinkt.  Freilich, wenn das Thema Sie interessiert, dann wollen wir Sie natürlich trotzdem nicht von der Lektüre abhalten: dpa/Wirtschaftswoche

Wie begegnet man Ihnen als männliche Führungskraft? Miriam Wohlfarth, Chefin des Payment-Fintechs Ratepay, hat mal all jene Journalistenfragen gesammelt, von denen Sie (vermutlich zu Recht) glaubt, dass sie einem Mann niemals gestellt würden. Welt

Aus der niemals versiegenden Rubrik „Noch’n Fintech“: Das Startup „DeineStudienfinanzierung“ macht irgendwas mit Bafög – und halt als Business Angel unter anderem einen gewissen André Bajorat gewonnen. Gründerszene

Okay, dass sich Banken irgendwie und irgendwann „digitalisieren“ müssen, daran führt vermutlich kein Weg vorbei. Aber womit fängt man an? Zu dieser Frage hat sich der Fintech-Avantgardist Jim Marous ein paar Gedanken gemacht. The Financial Brand

Paris hat Macron. Und wen hat Frankfurt? Eine Cartoon-Figur namens Frank Furt, die jetzt um die Brexit-Banker buhlen soll. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Youtube, Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern das Feldbetten-Interview mit Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch. Süddeutsche

10/10/18: Der Coup der Deka, Wendung bei der NordLB, „Frank Furt“

Digital? Wozu! Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte

Da reden wir hier immer von der Digitalisierung, beschwören das Sterben der Filialen, vermelden jede einzelne Million, die irgendein Robo Advisor irgendeinem „Kunden 4.0“ da draußen abgetrotzt hat – und dann blättert man eher zufällig (bzw.: aus Themennot) durch die Marktstatistiken des Deutschen Derivate Verbands und stellt fest, dass es ja auch noch eine ganz andere Welt da draußen gibt: den guten, alten Markt für Investment-Zertifkate. Natürlich ist dieser Markt nicht mehr so groß, wie er das vor Lehman einmal war. Aber hübsche 65 Mrd. Euro bringt er immer noch auf die Waage und ist damit – wenn an dieser Stelle eine Pi-mal-Daumen-Schätzung erlaubt sei – rund 15 bis 20-mal so groß wie der Robo-Markt. Kein Wunder also, dass die Deka momentan so zufrieden mit sich ist. Denn dank Sparkassen-Filial-Power hat der öffentlich-rechtliche Asset Manager seinen Marktanteil binnen vier (!) Jahren von o% auf 17,2% gepusht. Ist das nachhaltig? Keine Ahnung. Aber für den Moment verdienen die Deka und mit ihr die Sparkassen ordentlich Geld in dem Segment. Anders als die Deutsche Bank und die Commerzbank, die in den vergangenen Jahren brutal Marktanteile verloren (oder soll man sagen: freiwillig hergeschenkt?) haben. Hier unsere große Grafik: Finanz-Szene.de

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Will das Land Niedersachsen die NordLB jetzt doch retten? Kommt vermutlich darauf an, welche Zeitung man morgens zuerst aufschlägt. Denn nachdem die „FAZ“ gestern Früh zu wissen glaubte, dass die Alteigentümer (also Niedersachsen, die Sparkassen und Sachsen-Anhalt) die Mehrheit an der leckgeschlagenen Landesbank aller Voraussicht nach verlieren werden, liest sich die Sache heute Morgen in der „Süddeutschen“ ein klein bisschen anders. Demnach erwägt Hannover nun doch, die NordLB aus eigener Kraft zu retten und ist angeblich sogar bereit, bis zu 2,5 Mrd. Euro der zur Stabilisierung mutmaßlich notwendigen rund 3,5 Mrd. Euro zu stemmen. Das wäre eine bemerkenswerte Wendung. Wobei: Kann einen in Sachen Landesbanken eigentlich irgendwas überraschen? Süddeutsche

(übrigens ist die LBBW laut übereinstimmenden Medienberichten aus dem NordLB-Bieterprozess „ausgeschieden“. Das freilich überrascht nicht wirklich. Denn, mal ehrlich: War Sie jemals drin?)

Wirecard-Chef prahlt den Kurssturz von Montag kurzerhand weg: Auf einer Investorenkonferenz in London hat Markus Braun seine „Agenda 2020“ (Verdopplung des Umsatzes auf 3 Mrd. Umsatz) gestern um eine „Agenda 2025“ (Vervielfachung des Umsatzes auf 10 Mrd. Euro) ergänzt. Wem trotz der immer kühner werdenden Prognose nicht schwindelig wird, der ordert also nun wieder Wirecard-Aktien. Nach den strammen Verlusten vom Montag schlossen die Papiere gestern mit einem Plus von fast 10%. Alles ganz schön krass. Reuters, Financial Times (Paywall)

KfW bündelt Startup-Finanzierung: Schon jetzt engagiert sich die Staatsbank bekanntlich über diverse Vehikel (High-Tech-Gründerfonds, Coparion …) in der Förderung junger Unternehmen. Wenn wir es richtig verstehen, werden diese Aktivitäten nun in einer neuen Gesellschaft namens „KfW Capital“ zusammengefasst, die in den nächsten zehn Jahren 200 Mio. Euro p.a. in hiesige Startups pumpen soll (wobei die staatliche Förderbank nur dann investiert, wenn private Co-Investoren ebenfalls an Bord gehen). Wie viel Geld die KfW bislang jährlich in die Start-up-Branche investiert, ist uns nicht ganz klar. Aber es liest sich so, als bedeuteten die 200 Mio. Euro eine Verdopplung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Bei Rewe kann man jetzt schon ab einem Einkaufswert von 10 Euro Bargeld ziehen: … was uns, die wir zu den Stammkunden des Edeka-Markts Holst in Altona-Nord zählen (übrigens genauso wie der würdevoll gealterte Smudo, aber das wirklich nur nebenbei), ganz schön neidisch werden lässt. Denn bei Edeka liegt der Schwellenwert weiterhin bei 20 Euro. Bei Lidl übrigens sind es 10 Euro, bei Netto sogar nur 5 Euro. FAZ

Linktipps

Die Kreditbücher vieler Banken sehen heute wieder fast genauso aus wie in Jahren vor dem großen Finanzcrash 2008: … findet jedenfalls Patrick Jenkins von der „Financial Times“ (Paywall).

„Das leise Sterben der Volks- und Raiffeisenbank“:  … finden wir eine etwas seltsame Überschrift, denn es ist ja nicht so, dass niemand merkt, dass die Zahl der Genossenschaftsbanken von Jahr zu Jahr sinkt.  Freilich, wenn das Thema Sie interessiert, dann wollen wir Sie natürlich trotzdem nicht von der Lektüre abhalten: dpa/Wirtschaftswoche

Okay, dass sich Banken irgendwie und irgendwann „digitalisieren“ müssen, daran führt vermutlich kein Weg vorbei. Aber womit fängt man an? Zu dieser Frage hat sich der Fintech-Avantgardist Jim Marous ein paar Gedanken gemacht. The Financial Brand

Paris hat Macron. Und wen hat Frankfurt? Eine Cartoon-Figur namens Frank Furt, die jetzt um die Brexit-Banker buhlen soll. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Youtube, Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern das Feldbetten-Interview mit Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch. Süddeutsche

Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte

Von Heinz-Roger Dohms

Da reden wir hier immer von der Digitalisierung, beschwören das Sterben der Filialen, vermelden jede einzelne Million, die irgendein Robo Advisor irgendeinem „Kunden 4.0“ da draußen abgetrotzt hat – und dann blättert man eher zufällig (bzw.: aus Themennot) durch die Marktstatistiken des Deutschen Derivate Verbands und stellt fest, dass es ja auch noch eine ganz andere Welt da draußen gibt: den guten, alten Markt für Investment-Zertifkate.

Natürlich ist dieser Markt nicht mehr so groß, wie er das vor Lehman einmal war. Aber hübsche 65 Mrd. Euro bringt er immer noch auf die Waage und ist damit – wenn an dieser Stelle eine Pi-mal-Daumen-Schätzung erlaubt sei – rund 15 bis 20-mal so groß wie der Robo-Markt. Kein Wunder also, dass die Deka momentan so zufrieden mit sich ist. Denn dank Sparkassen-Filial-Power hat der öffentlich-rechtliche Asset Manager seinen Marktanteil binnen vier (!) Jahren von o% auf 17,2% gepusht.

Ist das nachhaltig? Keine Ahnung. Aber für den Moment verdienen die Deka und mit ihr die Sparkassen ordentlich Geld in dem Segment. Anders als die Deutsche Bank und die Commerzbank, die in den vergangenen Jahren brutal Marktanteile verloren (oder soll man sagen: freiwillig hergeschenkt?) haben:

 

Wie stark Konzern- und Bankgewinn bei der DZ auseinanderklaffen

Von Heinz-Roger Dohms

Mehr Ertrag, mehr digital, weniger Mitarbeiter, weniger Kosten: Das ist die Quintessenz des neuen „Verbund first 4.0“-Programms der DZ Bank. Die Pläne sind auch eine Reaktion darauf, dass die in den vergangenen Jahren sehr ordentlichen Gewinne des genossenschaftlichen Spitzeninstituts in erster Linie von Töchtern wie der R+V oder der Union Investment stammen – und weniger aus der eigentlichen Bank. Dies  zeigt auch die entsprechende „Finanz-Szene.de“-Grafik:

Die wichtigsten Punkte aus dem Mitarbeiterbrief der DZ Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Der DZ-Bank-Vorstand bereitet die Belegschaft auf den Abbau jeder zehnten Stelle vor – und zwar innerhalb der nächsten vier Jahre. Wir fassen die wichtigsten Punkte aus dem entsprechenden Mitarbeiterbrief (der uns vorliegt, obwohl wir nicht für die DZ Bank arbeiten) zusammen:

  • Die DZ-Bank-Führung beklagt vor allem die zu hohen Kosten. So heißt es in dem Schreiben wörtlich:

„Die Aufwands-Ertrags-Relation liegt deutlich über 80 Prozent und damit im Marktvergleich auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau.“

  • Die Digitalisierung soll helfen, die Kosten zu drücken – auch weil das Management davon ausgeht, die Bank schon in wenigen Jahren mit deutlich weniger Mitarbeitern betreiben zu können. So wird der geplante Abbau von fast 500 Stellen bis 2022 wie folgt begründet:

    Wir erwarten erhebliche Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung und die Vereinfachung unserer Abläufe. Diese werden sich auch auf die Zahl der benötigten Mitarbeiter auswirken.“

  • Bemerkenswert finden wir, dass die DZ Bank auch und vor allem an den externen Dienstleistern sparen will (nur ein Gedanke: Könnte das eventuell auch eine Folge des Arbeitnehmerüberlassungs-Gesetzes sein???) – und zwar kräftig. Also keine guten Nachrichten für die Accentures dieser Welt:

„Wir werden die externen Projektkosten 2018 bereits um ca. 30 Prozent und dauerhaft um 50 Prozent reduzieren.“

  • Daneben gibt die DZ-Bank-Führung aber auch erstaunlich ambitionierte Erlösziele aus:

„Die Erträge aus dem operativen Geschäft (…)  wollen wir bis 2022 um jährlich mindestens 3,5 Prozent (…) steigern (…) Dies gilt für alle Geschäftsfelder.“

  • Und da selbst ein Haudrauf-Medium wie „Finanz-Szene.de“ am Ende gerne fragt, wo denn das Positive bleibt – voilà:

    „Die anstehenden Veränderungen gehen einher mit umfangreichen Weiterbildungsangeboten sowie Investitionen in Nachwuchskräfte, um die Leistungsfähigkeit der Bank und ihrer Mitarbeiter zu sichern.“

N26 gewinnt (nach eigener Aussage) in nur vier Monaten eine halbe Million neue Kunden

Von Heinz-Roger Dohms

N26 bleibt (wenn man den verlautbarten Zahlen trauen darf) eine wahnwitzige Kundengewinnungs-Maschine: Denn wie Gründer Valentin Stalf in einem gestern veröffentlichten „Reuters“-Interview verrät, hat die Berliner Smartphone-Bank europaweit inzwischen 1,5 Mio. Kunden – und das nur vier (!) Monate, nachdem die Akquise des einmillionsten Kunden verkündet wurde.

Wie Stalf weiter sagte, soll N26 im zweiten Quartal 2019 erstmals schwarze Zahlen schreiben  – wobei dem Interview leider eine Fußnote fehlt, wie Stalf das mit den „schwarzen Zahlen“ genau definiert. Aber egal: Unterm Strich bleibt die Entwicklung des mit gut 600 Mio. Euro höchstbewerteten deutschen Fintechs imposant. Der ein oder andere  Rückschlag lässt sich da verkraften. Wie dieser hier: Der offizielle UK-Start kommt deutlich später als ursprünglich geplant. Zudem riecht das Ganze erst einmal nach Testbetrieb, noch nicht nach Vollbetrieb.

Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Projekte

Von Heinz-Roger Dohms

Als nächste bedeutende Retailbank nach der Commerzbank und der Hamburger Sparkasse begräbt nun auch die deutsche Santander ihr Robo-Advisor-Projekt. Eine Sprecherin bestätigte Informationen von „Finanz-Szene.de“, wonach die Santander ihr „Sina“ genanntes Angebot dichtgemacht hat – nachdem es zuletzt geheißen hatte, „Sina“ werde überarbeitet. Auch Medienberichte, wonach der Santander-Robo in neuer rechtlicher Hülle (nämlich als Finanzportfolioverwaltung) fortgeführt wird, sind demnach falsch. Stattdessen wird sich die deutsche Santander laut den Informationen von „Finanz-Szene.de“ vom Thema „Digitale Vermögensverwaltung“ komplett verabschieden.

Damit geht die in Mönchengladbach ansässige Tochter der spanischen Großbank sogar noch weiter als die Commerzbank und die Hamburger Sparkasse.  Denn die Coba hatte sich zuletzt zwar still und heimlich von ihrem Vorhaben verabschiedet, einen eigenen Robo-Advisor zu bauen. Sie leitet ihre Kunden aber immerhin zum Anlageroboter ihrer Direktbank-Tochter Cominvest weiter. Die Haspa wiederum hatte Mitte vergangenen Jahres mit großem Aplomb ein Bündnis mit dem unabhängigen Robo-Advisor Investify angekündigt – bis die Zusammenarbeit in diesem Sommer überraschend eingestellt wurde. Wie „Finanz-Szene.de“ erfuhr, gibt es in der Haspa allerdings Pläne, ein neues Robo-Angebot aufzusetzen. Als möglicher Partner hierfür gilt die digitale Vermögensverwaltung des Sparkassen-Fondsdienstleisters Deka, genannt „Bevestor“.

Für das Scheitern bzw. für das Einstellen der diversen Robo-Projekte gibt es je eigene Gründe. Die Commerzbank trug sich lange Zeit mit der Idee, einen Robo-Advisor mit ergänzender menschlicher Beratungskomponente in den Markt zu bringen. Zu 100 Prozent überzeugt war die Coba-Führung von diesem Vorhaben aber letztlich selber nicht – sodass man in die B-Variante mit der Comdirect flüchtete. Im Falle der Santander wiederum warfen Marktkenner schon zum Start von Sina die Frage auf, ob das Angebot einer digitalen Vermögensverwaltung überhaupt zur eigenen Klientel passt. Schließlich liegt die Kernkompetenz des Instituts ja eigentlich auf dem Geschäft mit Konsumentenkrediten.

Die Robo-Pläne der Haspa wiederum, so berichten Insider, scheiterten nicht zuletzt an internen Widerständen. Denn während Private-Banking-Chef Jörg Ludewig mit dem aggressiv bepreisten Angebot „auf steigende Kundenbedürfnisse reagieren“ wollte, fürchteten andere Haspa-Manager, der Vertrieb des Robo-Produkts könne zu Rückgängen beim Absatz klassischer Anlageprodukte führen. Die Folge: Das Robo-Angebot wurde allenfalls halbherzig vertrieben, sodass sich die „Assets under Management“ zum Ende der rund einjährigen Versuchsphase angeblich gerade mal auf einen einstelligen Millionenbetrag summierten. Die Haspa wollte sich hierzu auf Nachfrage nicht äußern.

Den Zielkonflikt, der sich bei der Hamburger Sparkasse zeigte, gibt es freilich bei fast allen klassischen Geldinstituten. Die Deutsche Bank zum Beispiel versuchte diesem Dilemma zu entkommen, in dem man zunächst auf einen Pseudo-Robo-Advisor namens „Anlagefinder“ gründete. Problem: Das Angebot fiel bei den Kunden glatt durch. So vollzog das größte hiesige Geldhaus zu Jahresbeginn einen Strategieschwenk und startete mit „Robin“ eine echte digitale Vermögensverwaltung, die sich bei der Preissetzung an unabhängigen Robo-Advisern wie Scalable, Vaamo oder Ginmon orientiert. Das anfangs nur online angebotene Produkt wird mittlerweile auch über die Filialen vertrieben. Damit läuft die Deutsche Bank freilich Gefahr, den Absatz klassischer Fondsprodukte zu schwächen – und das zu einer Zeit, da der hauseigene Fondsdienstleister DWS nach seinem enttäuschenden Börsengang jeden Vertriebserfolg gebrauchen kann.

Ein Ausweg für die Banken könnte es sein, für die eigenen Robo-Angebote deutlich höhere Preise aufzurufen, als dies die Fintech-Robo-Anbieter tun. Die Comdirect zum Beispiel scheint diese Strategie bei ihrem Robo „Cominvest“ mit leidlichem Erfolg umzusetzen. Indes: Die Kunden sind preissensibel, wie offenbar die niederländische Großbank ABN Amro zu spüren bekam, als sie Ende letzten Jahres in Deutschland einen hochpreisigen Edel-Robo namens Prospery an den Start brachte. Denn: Schon nach wenigen Monaten revidierte Prospery das Pricing-Modell.

So gibt es nach allem, was man weiß, nur eine größere Bank hierzulande, deren Robo-Strategie bislang aufzugehen scheint – nämlich die ING Diba, die ihre Kunden im Rahmen eines Erlös-Sharing-Modells zum größten deutschen Robo-Advisor Scalable Capital durchleitet. Der große Vorteil der Oranje-Bank: Ihre Angebotspalette umfasst bislang kaum klassische Anlageprodukte, so dass es kaum Geschäft gibt, dass mit dem Robo-Angebot kannibalisiert werden könnte. Oder anders gesagt: Wenn die ING Diba aus einem Sparer einen Robo-Anleger macht, dann steigen ihre Erträge – wenn dagegen die Deutsche Bank aus einem Fondsbesitzer einen Robo-Kunden macht, dann gehen die Erträge unter Umständen zurück.

Was noch hinzukommt: So richtig hebt das Thema „Robo Advisory“ in Deutschland bislang nicht ab. Vor einem Jahr prophezeite die Beraterfirma Bain der digitalen Vermögensverwaltung  bis 2020 einen Marktanteil von fünf Prozent. Bislang ist davon allerdings nicht viel zu sehen. So schätzt „Finanz-Szene.de“ das Marktvolumen – abhängig von der Deutschen Bank, die bislang keinerlei Zahlen zu „Robin“ veröffentlicht hat – auf aktuell gerade einmal 3 bis 4 Mrd. Euro. Gerade die letzten Monate seien eher enttäuschend gewesen, heißt es aus der Branche.

So stellt sich allmählich die Frage, wie viele der  – zählt man Fintech- und Banken-Angebote zusammen – weit mehr als 20 Robo-Advisor hierzulande überleben werden. Einige Fintech-Robos hatten gehofft, sich als Alternative zum hart umkämpften B2C-Geschäft als Kooperationspartner für Banken etablieren zu können. Bloß: Wenn immer mehr Banken ihre Robo-Projekte begraben, dann schwinden auch hier die Aussichten. Die Santander-Bank übrigens bietet ihren Kunden anstelle von „Sina“ jetzt eine beinahe klassische Vermögensberatung an – mit menschlicher Beratung via Telefon oder Video.

Commerzbank beerdigt Pläne für eigenen Robo-Advisor

04/10/18: Dt. Banken geben Robo-Projekte auf, Funding Circle mit IPO-Flop, Kontist/Simplesurance

Exklusiv: Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Advisor-Projekte

Als nächste bedeutende Retailbank nach der Commerzbank und der Hamburger Sparkasse begräbt nun auch die deutsche Santander-Tochter ihr Robo-Advisor-Projekt. Eine Sprecherin bestätigte Informationen von „Finanz-Szene.de“, wonach Santander das „Sina“ genannte Angebot dichtgemacht hat – nachdem es zuletzt geheißen hatte, „Sina“ werde lediglich überarbeitet. Auch wiederholte Medienberichte, wonach der Santander-Robo in neuer rechtlicher Hülle wiederaufleben werde, sind demnach falsch. Stattdessen wird sich die deutsche Santander laut den Informationen von „Finanz-Szene.de“ fürs erste komplett vom Thema „Digitale Vermögensverwaltung“ verabschieden. Was sind die Gründe für die Kehrtwende? Und warum zweifeln immer Banken (und übrigens auch Fintechs) an ihren Robo-Plänen? Lesen Sie hier unsere große Marktanalyse: Finanz-Szene.de

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Wo Insurtech nicht draufsteht – aber drinsteckt! Die Deutsche Familienversicherung ist der volldigitale Versicherer hierzulande. Mehr erfahren: deutsche-familienversicherung.de/ueber-uns/unternehmen/

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Wirecard strebt Marktkapitalisierung von mehr als 100 Mrd. Euro an: Dieses erstaunliche Ziel gibt Vorstandschef Markus Braun heute Morgen in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ aus. Dazu beitragen soll – wenn wir es richtig verstehen, was wir, wenn es um Wirecard geht, aber nur selten tun – die Ausweitung des Geschäftsmodells in Richtung klassisches Banking. Nachdem der bayerische Dax-Neuling im Frühjahr schon angekündigt hatte, Kredite vergeben zu wollen (siehe „Finanz-Szene.de“ vom 28. Mai), soll nun das hauseigene Bezahlsystem „Boon“ in Richtung Smartphone-Konto weiterentwickelt werden. HB (Paywall)

Am Dientag hatten wir ja schon angedeutet, dass die Fake-News-Attacke auf Kontist mutmaßlich das Ziel hatte, eine kurz vor dem Abschluss stehende  Funding-Runde zu torpedieren … Jedenfalls: Wenige Stunden nach unserer Berichterstattung hat Kontist die Finanzierung dann auch öffentlich verkündet. Hauptinvestor ist die Freiburger Haufe Group, was insofern sinnig erscheint, als Kontist eine Konto-App für Freiberufler und Selbständige anbietet, während Haufe mit Lexware für dieselbe Klientel die passende Buchhaltungs-Software im Angebot hat. Laut Kontist-Chef Christopher Plantener hat das Funding ein Volumen von „deutlich mehr“ als 5 Mio. Euro, Haufe erhält einen (mutmaßlich signifikanten) Minderheitsanteil. Pressemitteilung (PDF)

Carsten Maschmeyer wird quasi zum Co-Investor der Deutschen Bank: … was so kam, dass der AWD-Gründer am Dienstagabend in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ankündigte, 1 Mio. Euro in das Frankfurter Fintech Dwins („Finanzguru“) zu investieren, an dem sich im vergangenen Jahr schon die größte Bank des Landes mit damals knapp 25% beteiligt hatte. Auch wenn der Werbeeffekt der ganzen Nummer vermutlich ähnlich viel wert sein dürfte wie das eigentliche Funding (und kostenlos on top kommt), wollen wir uns der euphorischen Berichterstattung anderer Medien nicht uneingeschränkt anschließen. Denn: Mehrere Fintechs, deren Geschäftsmodelle in eine ähnliche Richtung wie das von Dwins  gingen (also grob gesagt irgendwas mit Banking-App bzw. Personal Finance Manager  bzw. Vertragsmanager), konnten sich am Markt nicht wirklich durchsetzen. Siehe -> Outbank, siehe ->Moneymap, siehe -> Figo vor dem Pivot. Gründerszene

Und noch ein Funding: Simplesurance +++ Berliner Insurtech +++ rund 10 Mio. Euro +++ Zu einer Bewertung von (und jetzt raten wir in unserer Feiertags-Euphorie einfach mal ganz frech drauflos, denn wissen tun wir es nicht) irgendwas grob um die 100 Mio. Euro. Gründerszene

Huch, was hat dieser Kreditboom denn jetzt zu bedeuten? Um 8,3% sind in Q2 die neu vergebenen Darlehen an Unternehmen und Selbstständige gestiegen, heißt es im aktuellen KfW-Kreditmarktausblick, aus dem das „Handelsblatt“ heute Morgen aus habituellen Gründen exklusiv zitieren darf. Noch spannender als das Wachstum als solches (über das wir uns als Freunde unserer heimischen Banken natürlich olafscholzmäßig freuen!), ist freilich die Frage: Woher kommt’s? Die Volkswirte der Deutschen Bank, die dieser Tage Ähnliches beobachtet hatten wie nun die KfW, meinen grob zusammengefasst: „Alles dufte da draußen.“ Die Staatsbanker hingegen kommen zu einer fast schon gegenteiligen These: Alles so unsicher da draußen (gerade was die Frage angeht, wie lange die Zinsen niedrig bleiben), dass sich die Unternehmen zur Sicherheit mit Liquidität vollsaugen. Handelsblatt (Paywall)

Die Aktien des größten europäischen Marketplace-Lenders Funding Circle sind gestern zum Börsenstart um ein Viertel eingebrochen: … was nicht nur für die in Berlin ansässige Deutschland-Tochter des Londoner Fintechs eine schlechte Nachricht ist, sondern indirekt auch für den Düsseldorfer Konkurrenten und hiesigen Marktführer Auxmoney. Denn der erwägt ja bekanntlich, ebenfalls an die Börse zu gehen. Sollte es (zumindest im Hinterkopf der Gründer) schon grobe Preisvorstellungen gegeben haben, dann dürften diese (freilich ebenfalls nur im Hinterkopf) nun ein bisschen heruntergeschraubt werden. BBC

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Linktipps

Wenn Sie anstelle unseres Heißdüsen-Newsletters mal was Richtiges lesen wollen, dann besorgen Sie sich heute Morgen doch einfach mal die gute, alte „Börsen-Zeitung“ (Ausgabe vom 3. Oktober), schlagen Sie die Seite 6 auf – und dann lesen Sie Bernd Neubachers  Artikel „Wenn die Bank auf die grüne Wiese geht“. In dem Stück geht der Kollege nämlich sehr anschaulich der spannenden Frage nach, ob es für IT-legacy-gestresste Altbanken nicht Sinn machen könnte, einfach auf der grünen Wiese eine neue Bank zu gründen, die die alte Bank dann mit allen nötigen Innovationen versorgt. Oder noch krasser: Man schubst die Kunden der Altbank einfach auf die Neubank und gibt die Altbank geflissentlich zur Demontage frei, etwas heißdüsenmäßig zugespitzt ausgedrückt. Börsen-Zeitung (Paywall)

Wenn klassische Banken den digitalen Weg gehen – bedeutet das dann zwangsläufig, dass sie Gefahr laufen, sich selbst zu kannibalisieren? Mit dieser ewig jungen Frage beschäftigt sich der Paymentandbanking-Blog.

Liebe Sparkassen-Chefs unter den „Finanz-Szene.de“-Lesern, wenn Sie ihren Digitalisierungs-Beauftragten mal wieder ein wenig piesacken möchten, dann fragen Sie ihn doch einfach mal, was er von Robotic Process Automation hält. Wichtig: Zuvor sollten Sie sich selber ein wenig ins Thema eingelesen haben. Dabei wird Ihnen zum Beispiel dieser Link hier behilflich sein: Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war am Dienstag die Fake-News-Attacke auf das Berliner Fintech Kontist. Finanz-Szene.de

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