22/02/18: Der leise Tod eines deutschen Fintechs, Giromatch, Billomat, Sparkassen-Kommentar

Exklusiv: Der leise Tod des Frankfurter Fintechs Fintura

Wenn ein neues Fintech startet – dann geht die Nachricht binnen kürzester Zeit durch die Community. Bei Twitter wird geshared, bei Xing und Linkedin geliked („Congrats!!“), die Newsletter berichten, die Startup-Medien berichten, häufig bringen sogar das „Handelsblatt“, die „Börsen-Zeitung“ oder die „Frankfurter Allgemeine“ eine kleine Geschichte.  Doch was passiert, wenn plötzlich eine diese Firmen wieder vom Markt verschwindet? Und zwar keines dieser kleinen, kaum wahrgenommenen Nischen-B2B-Fintechs. Sondern das prominente Frankfurter Startup Fintura, das sich in den vergangenen Jahren unter beachtlicher medialer Anteilnahme darangemacht hatte, zum Check24 für Unternehmens-Kredite zu werden? Kaum einer kriegt es mit. Oder soll es mitkriegen. Könnte ja ein negatives Licht auf die Fintech-Szene werfen. „Finanz-Szene.de“ hat den Fall rekonstruiert – und nennt fünf Gründe für das Scheitern.

Finanz-Szene.de

News

Sind wir bei „Finanz-Szene.de“ nicht mal mit dem Anspruch angetreten, nicht gleich jede diffuse Banken-Fintech-Kooperation und nicht gleiches jedes bescheidene Funding zu vermelden? Ach, was soll’s: Giromatch macht jetzt irgendwas mit der weltberühmten Degussa Bank, während Billomat ein bisserl was gefunded hat. Handelsblatt, Wiwo-Gründer

Postbank steigert Provisionsüberschuss um 12 Prozent: Leider beziffert das Bonner Geldinstitut nicht, welchen Anteil die höheren Kontogebühren daran haben. Es scheint allerdings so, als würde das Kalkül, das Zinstief durch höhere Provisionen auszugleichen, für den Moment aufgehen – und zwar nicht nur bei der Postbank (Beispiel: Die Sparkasse München, die gestern ebenfalls Zahlen vorlegte, hat den Provisionsüberschuss sogar um 17 Prozent gesteigert) . Pressemitteilung, Reuters (mit allen wichtigen Kennziffern zur Postbank), Börsen-Zeitung (die gleichen Zahlen, aber negativer gedeutet), Börsen-Zeitung (zu Sparkasse München, Paywall)

Goldman Sachs watscht die Deutsche Bank ab: Selbst wenn die Erträge im Investmentbanking in diesem Jahr um 50 Prozent steigen sollten, werde sich die Blaubank schwertun, auf eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent zu kommen, schreiben die Analysten der US-Investmentbank. Bloomberg

Das hier ist Ulrike Brouzi, … die bisherige Finanzchefin der NordLB, die die gleiche Position künftig bei der DZ Bank bekleiden wird (und die damit zu einer der wichtigsten Frauen in der deutschen Finanzbranche aufsteigt). Handelsblatt

Wie kommt es eigentlich, dass bei der Hamburger Sparkasse Jahr für Jahr unterm Strich ein Gewinn von 80 Mio. Euro steht … während alle anderen Kennziffern munter in Bewegung sind? Naja, vielleicht will man das so genau ja auch gar nicht wissen. Jedenfalls, um unsere nachrichtliche Pflicht zu erfüllen: Die größte deutsche Sparkasse hat 2017, richtig geraten: genau 80 Mio. Euro verdient, genauso wie 2014, 2015 und 2016 auch schon. Pressemitteilung, Statista

Kommentar: Hoffentlich weiß der neue Sparkassen-Präsident, wie Recht er vermutlich hat

Bei Twitter entspann sich gestern tatsächlich ein Streit, ob man in Sachen Yomo von einem „Fiasko“ sprechen könne. Mit Verlaub: Wie soll man es denn sonst nennen, wenn ein technologisch eigentlich händelbares Projekt zweieinhalb Jahre nach dem Start noch immer in der Beta-Phase steckt, wenn sich zwei von zehn Sparkassen, darunter die größte, zumindest vorübergehend aus der Nummer verabschieden, wenn öffentliche Aussagen darauf schließen lassen, dass es hinter den Kulissen ordentlich gekracht haben muss? (Übrigens: Warum setzt die Frankfurter Sparkasse mit „1822Mobile“ eigentlich auf ein eigenes „Yomo“?). Und es ist ja nicht nur Yomo. Bei Paydirekt trugen die Sparkassen durch ihr anfängliches Zögern zu den heutigen Problemen bei, mit Kwitt machten sie wiederum Paydirekt (und damit sich selbst) Konkurrenz, und während die Deka für den Verbund den Robo-Advisor Bevestor aufbaut, legt sich die Haspa mit dem Bevestor-Konkurrenten Investify ins Bett. Zusammengefasst: Kann es sein, dass sich die analogen Strukturprobleme des Sparkassensektors in der digitalen Welt fortsetzen? Der neue DSGV-Chef Schleweis jedenfalls sagt heute Früh im „Handelsblatt“-Interview, die Strukturen der Gruppe seien „nicht zukunftsfähig“. Ob er weiß, wie Recht er vermutlich hat?

Lesetipps

Wer die Vermutung hegt, die PR-Strategen der Deutschen Börse könnten geneigt sein, den neuen Vorstandschef Weimer (grundbescheiden) als totalen Gegenentwurf zum ehemaligen Vorstandschef Kengeter (geldgeil) zu positionieren, … der findet für diese These heute im Handelsblatt (Seite 28) und in der FAZ (ebenfalls Seite 28) sicherlich ein bisschen Nahrung.

Leser B. (im richtigen Leben Consultant für Finanzierungsfragen) … hat die dieser Tage von uns verlinkte „Krypto-Wegleitung“ der Schweizer Finanzaufsicht Finma mit dem ebenfalls von uns verlinkten „Krypto-Hinweisschreiben“ der Bafin verglichen. Er kommt zu dem Schluss, das Finma-Schreiben sei „für jeden verständlich, der sich ein wenig mit der Materie auskennt“. Dagegen verstecke sich die Bafin „hinter einem Gestrüpp von Vorschriften, die sie in Schachtelsätze packt, in denen sich jeder verheddern muss, der auf Aufklärung hofft“. Vielleicht lesen Sie ja nochmal in die beiden Aufseher-Dokumente hinein. Dann werden Sie feststellen, dass der Leser B. so falsch nicht liegt. Finma (PDF), Bafin (PDF) 

Klickfavorit

… war gestern unser Yomo-Scoop. Finanz-Szene.de

22/02/18: Sparkassen-Kommentar, Watschn für die Deutsche Bank, Ulrike Brouzi, Fintech-Tod

Kommentar: Hoffentlich weiß der neue Sparkassen-Präsident, wie Recht er vermutlich hat

Bei Twitter entspann sich gestern tatsächlich ein Streit, ob man in Sachen Yomo von einem „Fiasko“ sprechen könne. Mit Verlaub: Wie soll man es denn sonst nennen, wenn ein technologisch eigentlich händelbares Projekt zweieinhalb Jahre nach dem Start noch immer in der Beta-Phase steckt, wenn sich zwei von zehn Sparkassen, darunter die größte, zumindest vorübergehend aus der Nummer verabschieden, wenn öffentliche Aussagen darauf schließen lassen, dass es hinter den Kulissen ordentlich gekracht haben muss? (Übrigens: Warum setzt die Frankfurter Sparkasse mit „1822Mobile“ eigentlich auf ein eigenes „Yomo“?). Und es ist ja nicht nur Yomo. Bei Paydirekt trugen die Sparkassen durch ihr anfängliches Zögern zu den heutigen Problemen bei, mit Kwitt machten sie wiederum Paydirekt (und damit sich selbst) Konkurrenz, und während die Deka für den Verbund den Robo-Advisor Bevestor aufbaut, legt sich die Haspa mit dem Bevestor-Konkurrenten Investify ins Bett. Zusammengefasst: Kann es sein, dass sich die analogen Strukturprobleme des Sparkassensektors in der digitalen Welt fortsetzen? Der neue DSGV-Chef Schleweis jedenfalls sagt heute Früh im „Handelsblatt“-Interview, die Strukturen der Gruppe seien „nicht zukunftsfähig“. Ob er weiß, wie Recht er vermutlich hat?

News

Exklusiv – Der leise Tod eines prominenten Frankfurter Fintechs: Anfang Februar hat das auf Firmenkredite spezialisierte Vergleichsportal Fintura  seinen Betrieb eingestellt. Und wenn wir das richtig sehen, dann hat niemand es mitbekommen. Oder niemand wollte es mitbekommen. „Finanz-Szene.de“ hat den Fall rekonstruiert – und nennt fünf Gründe für das Scheitern des Fintechs. Finanz-Szene.de

Postbank steigert Provisionsüberschuss um 12 Prozent: Leider beziffert das Bonner Geldinstitut nicht, welchen Anteil die höheren Kontogebühren daran haben. Es scheint allerdings so, als würde das Kalkül, das Zinstief durch höhere Provisionen auszugleichen, für den Moment aufgehen – und zwar nicht nur bei der Postbank (Beispiel: Die Sparkasse München, die gestern ebenfalls Zahlen vorlegte, hat den Provisionsüberschuss sogar um 17 Prozent gesteigert) . Pressemitteilung, Reuters (mit allen wichtigen Kennziffern zur Postbank), Börsen-Zeitung (die gleichen Zahlen, aber negativer gedeutet), Börsen-Zeitung (zu Sparkasse München, Paywall)

Goldman Sachs watscht die Deutsche Bank ab: Selbst wenn die Erträge im Investmentbanking in diesem Jahr um 50 Prozent steigen sollten, werde sich die Blaubank schwertun, auf eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent zu kommen, schreiben die Analysten der US-Investmentbank. Bloomberg

Das hier ist Ulrike Brouzi, … die bisherige Finanzchefin der NordLB, die die gleiche Position künftig bei der DZ Bank bekleiden wird (und die damit zu einer der wichtigsten Frauen in der deutschen Finanzbranche aufsteigt). Handelsblatt

Wie kommt es eigentlich, dass bei der Hamburger Sparkasse Jahr für Jahr unterm Strich ein Gewinn von 80 Mio. Euro steht … während alle anderen Kennziffern munter in Bewegung sind? Naja, vielleicht will man das so genau ja auch gar nicht wissen. Jedenfalls, um unsere nachrichtliche Pflicht zu erfüllen: Die größte deutsche Sparkasse hat 2017, richtig geraten: genau 80 Mio. Euro verdient, genauso wie 2014, 2015 und 2016 auch schon. Pressemitteilung, Statista

Deutsche Börse strebt Marktanteil von 25 Prozent im Euro-Clearing an: … was einem Volumen von rund 250. Mrd. Euro entsprechen würde. Börsen-Zeitung, Financial Times (Paywall)

Oha, was ist das denn für eine Geschichte? Das „Handelsblatt“ hat heute Morgen auf Seite 1 eine Story über einen Geldwäsche-Verdacht im Zusammenhang mit dem Verkauf der Wohnungsgesellschaft GBW durch die BayernLB an ein Konsortium um den Immobilienkonzern Patrizia. HB (Paywall)

Sind wir bei „Finanz-Szene.de“ nicht mal mit dem Anspruch angetreten, nicht gleich jede diffuse Banken-Fintech-Kooperation und nicht gleiches jedes bescheidene Funding zu vermelden? Ach, was soll’s: Giromatch macht jetzt irgendwas mit der weltberühmten Degussa Bank, während Billomat ein bisserl was gefunded hat. Handelsblatt, Wiwo-Gründer

Lesetipps

Wer die Vermutung hegt, die PR-Strategen der Deutschen Börse könnten geneigt sein, den neuen Vorstandschef Weimer (grundbescheiden) als totalen Gegenentwurf zum ehemaligen Vorstandschef Kengeter (geldgeil) zu positionieren, … der findet für diese These heute im Handelsblatt (Seite 28) und in der FAZ (ebenfalls Seite 28) sicherlich ein bisschen Nahrung.

Leser B. (im richtigen Leben Consultant für Finanzierungsfragen) … hat die dieser Tage von uns verlinkte „Krypto-Wegleitung“ der Schweizer Finanzaufsicht Finma mit dem ebenfalls von uns verlinkten „Krypto-Hinweisschreiben“ der Bafin verglichen. Er kommt zu dem Schluss, das Finma-Schreiben sei „für jeden verständlich, der sich ein wenig mit der Materie auskennt“. Dagegen verstecke sich die Bafin „hinter einem Gestrüpp von Vorschriften, die sie in Schachtelsätze packt, in denen sich jeder verheddern muss, der auf Aufklärung hofft“. Vielleicht lesen Sie ja nochmal in die beiden Aufseher-Dokumente hinein. Dann werden Sie feststellen, dass der Leser B. so falsch nicht liegt. Finma (PDF), Bafin (PDF) 

Klickfavorit

… war gestern unser Yomo-Scoop. Finanz-Szene.de

Exklusiv: Der leise Tod des Frankfurter Fintechs Fintura – und was sich daraus lernen lässt

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn ein neues Fintech startet – dann geht die Nachricht binnen kürzester Zeit durch die Community. Bei Twitter wird geshared, bei Xing und Linkedin geliked („Congrats!!“), die Newsletter berichten, die Startup-Medien berichten, häufig bringen sogar das „Handelsblatt“, die „Börsen-Zeitung“ oder die „Frankfurter Allgemeine“ eine kleine Geschichte.

Doch was passiert, wenn plötzlich eine diese Firmen wieder vom Markt verschwindet? Und zwar keines dieser kleinen, kaum wahrgenommenen Nischen-B2B-Fintechs. Sondern das prominente Frankfurter Startup Fintura, das sich in den vergangenen Jahren unter beachtlicher medialer Anteilnahme darangemacht hatte, zum Check24 für Unternehmens-Kredite zu werden?

Um es kurz zu machen: Niemand kriegt es mit. Oder will es mitkriegen. Anfang des Monats hat Fintura aufgegeben. Doch einzig bei Linkedin findet sich überhaupt ein Hinweis auf die unternehmerische Tragödie, ein knapper Abschieds-Post der Gründer unter der Überschrift: „Fintura – das Finanzportal des Mittelstands stellt den Betrieb ein“. Ganze zweimal wurde der Beitrag in mittlerweile zwei Wochen weitergeleitet. Warum nicht häufiger? Ach ja,  weil sonst vielleicht ein schlechtes Licht auf die Fintech-Szene fallen könnte.

Entscheidende Frage: Warum ist Fintura gescheitert? Also jenes Startup, das für die „Börsen-Zeitung“ ein „erfolgreich operierender Anbieter“ war und dessen Chef einst im „Handelsblatt“ behauptete, „die klassische Finanzindustrie ist zu langsam und nicht innovativ genug, um mit den Fintechs mitzuhalten“. Aus Gesprächen, die „Finanz-Szene.de“ in den vergangenen Tagen mit Kennern des Unternehmens führte, lassen sich grosso modo fünf Gründe destillieren:

1.) Die Idee, das Erfolgsmodell von Check24 (bei Ratenkrediten) und Interhyp (bei Baufinanzierungen) auf den Firmenkundenbereich zu übertragen, erwies sich aufgrund der schwierigen Standardisierbarkeit dieses Kreditsegments offenbar als komplexer als gedacht

2.) Die Zielgruppe, nämlich mittelständische Unternehmer, vertraut in der Mehrzahl noch immer eher der Hausbank als dem Internet

3.) Auch als Folge von Punkt 2 waren die Kosten für die Kunden-Akquisition deutlich höher als gedacht

4.) Allem Anschein nach wurde Fintura zudem zum Opfer extremer adverser Selektion. Simpler ausgedrückt: Das Portal lockte vor allem die Klientel an, die bei der Hausbank eher keinen Kredit mehr bekommt

5.) Und womöglich waren die Gründer Gernot Overbeck und Thomas Becher – beides anerkannte Branchenexperten – auch schlicht zwei, drei Jahre zu früh dran mit ihrer Idee. Denn dass sich das Geschäft mit SME-Krediten nicht auf alle Zeiten der Digitalisierung verweigern wird, das glauben (siehe: ING Diba/Lendico) ja längst auch ganz anderer Player.

Jedenfalls: Vermutlich könnten andere Fintech-Gründer, übrigens genauso wie die Digitalisierungsmenschen in den Banken, aus dem „Fall Fintura“ viel lernen. Aber das muss man natürlich auch erst einmal wollen.

Kommentar: Hoffentlich weiß der neue Sparkassen-Präsident, wie recht er vermutlich hat

Von Heinz-Roger Dohms

Bei Twitter entspann sich gestern tatsächlich ein Streit, ob man in Sachen Yomo von einem „Fiasko“ sprechen könne. Mit Verlaub: Wie soll man es denn sonst nennen, wenn ein technologisch eigentlich händelbares Projekt zweieinhalb Jahre nach dem Start noch immer in der Beta-Phase steckt, wenn sich zwei von zehn Sparkassen, darunter die größte, zumindest vorübergehend aus der Nummer verabschieden, wenn öffentliche Aussagen darauf schließen lassen, dass es hinter den Kulissen ordentlich gekracht haben muss? (Übrigens: Warum setzt die Frankfurter Sparkasse mit „1822Mobile“ eigentlich auf ein eigenes „Yomo“?). Und es ist ja nicht nur Yomo. Bei Paydirekt trugen die Sparkassen durch ihr anfängliches Zögern zu den heutigen Problemen bei, mit Kwitt machten sie wiederum Paydirekt (und damit sich selbst) Konkurrenz, und während die Deka für den Verbund den Robo-Advisor Bevestor aufbaut, legt sich die Haspa mit dem Bevestor-Konkurrenten Investify ins Bett. Zusammengefasst: Kann es sein, dass sich die analogen Strukturprobleme des Sparkassensektors in der digitalen Welt fortsetzen? Der neue DSGV-Chef Schleweis jedenfalls sagt heute Früh im „Handelsblatt“-Interview, die Strukturen der Gruppe seien „nicht zukunftsfähig“. Da hat er vermutlich Recht.

Exklusiv: Das digitale Vorzeigeprojekt der Sparkassen wird zum Fiasko

Von Heinz-Roger Dohms

Die Yomo genannte „Mobile-Bank“-Initiative der deutschen Sparkassen entwickelt sich zum Fiasko. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, hat sich die Haspa – und damit die größte Sparkasse hierzulande – zumindest vorübergehend aus dem Projekt zurückgezogen. Statt auf Yomo wolle man sich zunächst auf die Umstellung des eigenen IT-Systems konzentrieren, bestätigte eine Sprecherin der Instituts gestern Abend per E-Mail. „Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst ab Mitte 2019 anzubieten.“

Ob es sich bei dem „mobilen Konto“ dann tatsächlich um Yomo handeln wird, ist den Recherchen zufolge unsicher. Denn parallel hat die Hamburger Sparkasse zuletzt diverse andere App-Projekte vorangetrieben, die sich gegebenenfalls zu einem Konto-Angebot ausweiten ließen. Und was die Sache für die Yomo-Verantwortlichen noch schlimmer macht: Auch die Bremer Sparkasse könnte womöglich ausscheren,  wie „Finanz-Szene.de“ gestern aus zwei Quellen erfuhr. Eine Sprecherin des Instituts wollte sich dazu nicht äußern, ebensowenig der Sprecher von Yomo.

Um die Dimension zu verdeutlichen: Yomo gehört neben dem bislang ebenfalls enttäuschenden Online-Zahlungsanbieter Paydirekt zu den wichtigsten Digital-Initiativen der klassischen Kreditwirtschaft hierzulande. Mit der schon 2015 lancierten „Smartphone-Bank“ wollten zehn der größten Sparkassen eigentlich einen schlagkräftigen Konkurrenten zur Berliner Fintech-Bank N26 aufbauen. Neben der Haspa und den Bremern beteiligten sich unter anderem die Sparkassen in München, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und Köln an dem Projekt. Der überwiegende Teil der rund 400 Sparkassen blieb derweil außen vor – ebenso wie der Sparkassenverband DSGV. Durch diese Beschränkung wollten die beteiligten Institute das ansonsten übliche Kompetenzgerangel im öffentlich-rechtlichen Bankensektor umschiffen. Das damit verbundene Ziel: Yomo möglichst schnell an den Markt zu bringen.

Davon allerdings ist knapp zweieinhalb Jahre nach dem Start des Projekts wenig zu sehen. Zwar können sich Interessenten die Yomo-Anwendung aus den gängigen App-Stores herunterladen. Dabei handelt es sich allerdings bislang bloß um eine Beta-Version; zudem kommen die Kunden zunächst auf eine Warteliste, die nur peu à peu abgearbeitet wird. Die anfangs rege PR-Arbeit ist weitgehend zum Erliegen gekommen, die über den Yomo-Account in die Welt gesetzten Twitter-Meldungen klingen zunehmend hilfos.

Ein Beispiel, versandt am 13. November 2017: „Auch wenn es bei #yomo aktuell ruhig ist: Im Hintergrund passiert viel! Wir sind konzentriert an der Umsetzung eurer wichtigsten Beiträge zu #create_yomo. Das bedeutet leider: längere Entwicklungszyklen … So garantieren wir hohe Qualität bei neuen Features!  Unser Versprechen: Wir stellen uns aktuell so auf, dass #create_yomo gemeinsam mit euch auch in Zukunft weitergeht! Habt also noch ein wenig Geduld mit uns – wir feilen schon bald wieder zusammen an neuen Ideen und Funktionen für #yomo!“

Dass die Hamburger Sparkasse dem Projekt zunehmend kritisch gegenüberstand, war Mitte November bereits aus Aussagen von Vorstandschef Harald Vogelsang im „Bank-Blog“ herauszuhören. Dort antwortete er auf die Frage, ob er mit dem aktuellen Status des Projekts zufrieden sei, kurz und knapp: „Nein“. Im weiteren Verlauf des Interviews schob er hinterher, es gebe „verschiedene Faktoren“, warum Yomo nicht richtig in die Gänge kommen: „Nicht zuletzt waren einige technische Faktoren wohl etwas komplizierter als ursprünglich angenommen. [Und] ein Learning aus dem Projekt scheint mir, dass man öffentlich nicht über ungelegte Eier, sondern erst über fertige Dinge reden sollte. Für unsere eigenverantworteten Lösungen praktizieren wir dies schon immer.“

Damit spielte Vogelsang offensichtlich auf die hauseigenen Apps an – nämlich die zum ganz normalen Haspa-Girokonto gehörende „Joker App“, die Event-App „Aino“ und die Informations-App „Kiekmo“. Kenner der Hamburger Sparkasse halten es für denkbar, dass die Hanseaten versuchen könnten, aus diesen Komponenten ein eigenes „Mobile-Banking“-Ökosystem zu entwickeln. In diesem Fall würde Yomo wohl endgültig ohne Deutschlands größte Sparkasse starten.

21/02/18: Das Digital-Fiasko der Sparkassen, Smava/Solarisbank, Bafin zu ICOs

Exklusiv: Digital-Fiasko für die Sparkassen – Haspa zieht sich aus Yomo zurück

Die Yomo genannte „Mobile-Bank“-Initiative der deutschen Sparkassen entwickelt sich zum Fiasko. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, hat sich die Haspa – und damit die größte Sparkasse hierzulande – zumindest vorübergehend aus dem Projekt zurückgezogen. Statt auf Yomo wolle man sich zunächst auf die Umstellung des eigenen IT-Systems konzentrieren, bestätigte eine Sprecherin der Instituts gestern Abend per E-Mail. „Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst ab Mitte 2019 anzubieten.“ Doch selbst ob es sich bei diesem „mobilen Konto“ dann um Yomo handeln wird, ist offenbar  unsicher. Denn parallel hat die Hamburger Sparkasse zuletzt diverse andere App-Projekte vorangetrieben, die sich womöglich zu einem eigenen neuen Konto-Angebot verknüpfen ließen. Und was die Sache für die Yomo-Verantwortlichen noch schlimmer macht: Auch die Bremer Sparkasse könnte möglicherweise ausscheren,  erfuhr „Finanz-Szene.de“ gestern aus zwei Quellen. Eine Sprecherin des Instituts wollte sich dazu nicht äußern, ebenso wenig ein Sprecher von Yomo. Hier weitere Details – und was Haspa-Chef Vogelsang den Yomo-Machern so alles vorwirft:

Finanz-Szene.de

News

Smava erweitert sein Geschäftsmodell: Als „Finanz-Szene.de“ Mitte Januar beim Berliner Vergleichsportal anfragte, ob die Information stimme, dass das Geschäftsmodell in Zukunft „stärker Richtung Bank“ gehe, verweigerte der Smava-Chef noch die Aussage. Dafür hat er das Ganze nun gegenüber dem „Handelsblatt“ bestätigt. Als Partner für die Vergabe eigener Kredite baut Smava dabei auf die Solarisbank. Handelsblatt

Deutsche Bank drückt bei DWS-Börsengang aufs Tempo: Laut „Reuters“ könnte die Emission schon am kommenden Montag offiziell angekündigt werden. Was allerdings noch fehlt, ist der offizielle Vorstandsbeschluss. Börsen-Zeitung

Banken (und Sparkassen), schaut in Eure Kreditbücher! … zumindest wäre dies vermutlich ratsam, nachdem der Chef des renommierten Forschungsinstituts Empirica gestern einen „Rückgang der Kaufpreise insbesondere in München und Berlin und möglicherweise auch in Stuttgart um real ein Viertel bis ein Drittel“ innerhalb der kommenden vier Jahre prophezeit hat. Süddeutsche

Die Deutsche Börse verfehlt ihr Gewinnziel: … erhöht dafür aber die Dividende (fair enough!, finden wir). Gespart werden soll derweil offenbar am Bonus für Ex-Chef Carsten  Kengeter. Laut „SZ“ verhandeln/feilschen dessen Anwälte seit Wochen mit dem Dax-Konzern über die Höhe der Sonderzahlung. Handelsblatt, Süddeutsche

Dombret geht (freiwillig): Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vize kämpft nicht länger um eine zweite Amtszeit (falls er diesen Kampf denn überhaupt je geführt hat, was ja spekuliert wurde, nun aber in den Berichten nicht mehr ganz so klingt). Jedenfalls: Damit werden nun gleich zwei Vorstandsposten bei der Buba frei, was die Chancen des guten Burkhard Balz erhöhen dürfte. Manager Magazin, FAZ (Seite 18), Süddeutsche

Und hier eine semi-spannende Personalie: Martin Deckert, lange Jahre Vorstand bei der deutschen UBS (und aktuell u.a. Aufsichtsrat bei unserem neuen Lieblings-Fintech Niiio mit drei „i“), wird Finanzchef bei Merck Finck mit zweimal „ck“. Private Banking Magazin

Und dann noch eine ganz kleine Nachricht, und zwar speziell für die manchmal etwas lebensfremden Payment-Nerds unter unseren Lesern: Die Mitfahr-Plattform Blablacar hat zwei Jahre nach der Abschaffung von Bargeld-Zahlungen ihr Angebot erweitert. Bargeld-Zahlungen sind (zumindest in Deutschland) jetzt  wieder möglich. Computer-Bild

Lesetipps

Die Bafin hat gestern ein „Hinweisschreiben“ zur regulatorischen Einordnung von ICOs bzw. Token veröffentlicht: Weil uns die Yomo-Recherche (siehe oben) nicht nur Nerven, sondern auch Zeit gekostet hat, sind wir nicht zur Lektüre gekommen. Falls Sie es besser machen wollen, voilà: PDF

Wenn die Vorzeige-Filiale auf der falsche Straßenseite liegt: Egal, welche Zeitung Sie lesen – in fast jeder findet sich heute ein Stück zur Zweigstellen-Situation bei der Commerzbank (allgemeiner Tenor: Es geht voran, aber nicht so richtig). Am intensivsten hat sich Kollege Seibel von der „Welt“ mit der Problematik auseinandergesetzt. Welt

Einer unserer Lieblings-Blogger da draußen, nämlich „About Fintech“-Betreiber Tobias Baumgarten, arbeitet im richtigen Leben bei der Haspa. Doch nicht nur deswegen sollten Sie seinen jüngsten Blog-Eintrag lesen, in dem er der eigenen Branche ein „vielfach fehlendes Verständnis für die strategische Bedeutung der Digitalisierung“ vorwirft. Baumgartens Diagnose: „Die in der Branche vorherrschende Hierarchie und Seniorität – bisher eher ein Asset – rächt sich hier.“ About Fintech

Na, da haben die Roland-Berger-Leute ja mal Glück mit dem Timing … und werfen zwei Tage nach der ING-Diba/Lendico-Geschichte eine Studie auf den Marktplatz, die sich mit der freilich auch nicht ganz neuen Frage beschäftigt, ob sich die europäischen Fintechs eher als Herausforderer oder eher als Partner der Banken verstehen (wenig überraschend gilt für die große Mehrzahl Letzteres). Studie zum Download

Wer in Sachen „Deutschlands Banken und ihre IT“ auf den aktuellen Stand kommen will … der sollte sich heute eine FAZ kaufen und die Seite 17 aufschlagen, recht unten. Kein großes Stück. Aber ein vernünftiger Überblick.

Falls Sie überlegen, was Sie nach ihrer Banker-Karriere machen sollen: … Chris Babu, Ex-Chef des „Government-Backed-Mortgage-Bond“-Handels bei der Deutschen Bank, hätte da eine Idee für Sie. Er schreibt nämlich jetzt post-apokalyptische Romane. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern der sperrige 50-Seiten-Report der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich über die Folgen der Fintech-Revolution für die etablierten Banken. Dieses Klickverhalten bestärkt uns übrigens in unserer Vermutung, dass die „Finanz-Szene.de“-Leser von Tag zu Tag beflissener werden, was aber natürlich für die Redaktion genauso gilt. BIZ (PDF)

21/02/18: Das Sparkassen-Fiasko, Immobilienkredite, DWS, Kengeters letzter Kampf

Exklusiv: Digital-Fiasko für die Sparkassen – Haspa zieht sich aus Yomo zurück

Die Yomo genannte „Mobile-Bank“-Initiative der deutschen Sparkassen entwickelt sich zum Fiasko. Wie Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen, hat sich die Haspa – und damit die größte Sparkasse hierzulande – zumindest vorübergehend aus dem Projekt zurückgezogen. Statt auf Yomo wolle man sich zunächst auf die Umstellung des eigenen IT-Systems konzentrieren, bestätigte eine Sprecherin der Instituts gestern Abend per E-Mail. „Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst ab Mitte 2019 anzubieten.“ Doch selbst ob es sich bei diesem „mobilen Konto“ dann um Yomo handeln wird, ist offenbar  unsicher. Denn parallel hat die Hamburger Sparkasse zuletzt diverse andere App-Projekte vorangetrieben, die sich womöglich zu einem eigenen neuen Konto-Angebot verknüpfen ließen. Und was die Sache für die Yomo-Verantwortlichen noch schlimmer macht: Auch die Bremer Sparkasse könnte möglicherweise ausscheren,  erfuhr „Finanz-Szene.de“ gestern aus zwei Quellen. Eine Sprecherin des Instituts wollte sich dazu nicht äußern, ebenso wenig ein Sprecher von Yomo. Hier weitere Details – und was Haspa-Chef Vogelsang den Yomo-Machern so alles vorwirft:

Finanz-Szene.de

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Deutsche Bank drückt bei DWS-Börsengang aufs Tempo: Laut „Reuters“ könnte die Emission schon am kommenden Montag offiziell angekündigt werden. Was allerdings noch fehlt, ist der offizielle Vorstandsbeschluss. Börsen-Zeitung

Banken (und Sparkassen), schaut in Eure Kreditbücher! … zumindest wäre dies vermutlich ratsam, nachdem der Chef des renommierten Forschungsinstituts Empirica gestern einen „Rückgang der Kaufpreise insbesondere in München und Berlin und möglicherweise auch in Stuttgart um real ein Viertel bis ein Drittel“ innerhalb der kommenden vier Jahre prophezeit hat. Süddeutsche

Die Deutsche Börse verfehlt ihr Gewinnziel: … erhöht dafür aber die Dividende (fair enough!, finden wir). Gespart werden soll derweil offenbar am Bonus für Ex-Chef Carsten  Kengeter. Laut „SZ“ verhandeln/feilschen dessen Anwälte seit Wochen mit dem Dax-Konzern über die Höhe der Sonderzahlung. Handelsblatt, Süddeutsche

Dombret geht (freiwillig): Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vize kämpft nicht länger um eine zweite Amtszeit (falls er diesen Kampf denn überhaupt je geführt hat, was ja spekuliert wurde, nun aber in den Berichten nicht mehr ganz so klingt). Jedenfalls: Damit werden nun gleich zwei Vorstandsposten bei der Buba frei, was die Chancen des guten Burkhard Balz erhöhen dürfte. Manager Magazin, FAZ (Seite 18), Süddeutsche

Smava erweitert sein Geschäftsmodell: Als „Finanz-Szene.de“ Mitte Januar beim Berliner Vergleichsportal anfragte, ob die Information stimme, dass das Geschäftsmodell in Zukunft „stärker Richtung Bank“ gehe, verweigerte der Smava-Chef noch die Aussage. Dafür hat er das Ganze nun gegenüber dem „Handelsblatt“ bestätigt. Als Partner für die Vergabe eigener Kredite baut Smava dabei auf die Solarisbank. Handelsblatt

Und hier eine semi-spannende Personalie: Martin Deckert, lange Jahre Vorstand bei der deutschen UBS (und aktuell u.a. Aufsichtsrat bei unserem neuen Lieblings-Fintech Niiio mit drei „i“), wird Finanzchef bei Merck Finck mit zweimal „ck“. Private Banking Magazin

Und dann noch eine ganz kleine Nachricht, und zwar speziell für die manchmal etwas lebensfremden Payment-Nerds unter unseren Lesern: Die Mitfahr-Plattform Blablacar hat zwei Jahre nach der Abschaffung von Bargeld-Zahlungen ihr Angebot erweitert. Bargeld-Zahlungen sind (zumindest in Deutschland) jetzt  wieder möglich. Computer-Bild

Lesetipps

Die Bafin hat gestern ein „Hinweisschreiben“ zur regulatorischen Einordnung von ICOs bzw. Token veröffentlicht: Weil uns die Yomo-Recherche (siehe oben) nicht nur Nerven, sondern auch Zeit gekostet hat, sind wir nicht zur Lektüre gekommen. Falls Sie es besser machen wollen, voilà: PDF

Wenn die Vorzeige-Filiale auf der falsche Straßenseite liegt: Egal, welche Zeitung Sie lesen – in fast jeder findet sich heute ein Stück zur Zweigstellen-Situation bei der Commerzbank (allgemeiner Tenor: Es geht voran, aber nicht so richtig). Am intensivsten hat sich Kollege Seibel von der „Welt“ mit der Problematik auseinandergesetzt. Welt

Einer unserer Lieblings-Blogger da draußen, nämlich „About Fintech“-Betreiber Tobias Baumgarten, arbeitet im richtigen Leben bei der Haspa. Doch nicht nur deswegen sollten Sie seinen jüngsten Blog-Eintrag lesen, in dem er der eigenen Branche ein „vielfach fehlendes Verständnis für die strategische Bedeutung der Digitalisierung“ vorwirft. Baumgartens Diagnose: „Die in der Branche vorherrschende Hierarchie und Seniorität – bisher eher ein Asset – rächt sich hier.“ About Fintech

Na, da haben die Roland-Berger-Leute ja mal Glück mit dem Timing … und werfen zwei Tage nach der ING-Diba/Lendico-Geschichte eine Studie auf den Marktplatz, die sich mit der freilich auch nicht ganz neuen Frage beschäftigt, ob sich die europäischen Fintechs eher als Herausforderer oder eher als Partner der Banken verstehen (wenig überraschend gilt für die große Mehrzahl Letzteres). Studie zum Download

Wer in Sachen „Deutschlands Banken und ihre IT“ auf den aktuellen Stand kommen will … der sollte sich heute eine FAZ kaufen und die Seite 17 aufschlagen, recht unten. Kein großes Stück. Aber ein vernünftiger Überblick.

Falls Sie überlegen, was Sie nach ihrer Banker-Karriere machen sollen: … Chris Babu, Ex-Chef des „Government-Backed-Mortgage-Bond“-Handels bei der Deutschen Bank, hätte da eine Idee für Sie. Er schreibt nämlich jetzt post-apokalyptische Romane. Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern der sperrige 50-Seiten-Report der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich über die Folgen der Fintech-Revolution für die etablierten Banken. Dieses Klickverhalten bestärkt uns übrigens in unserer Vermutung, dass die „Finanz-Szene.de“-Leser von Tag zu Tag beflissener werden, was aber natürlich für die Redaktion genauso gilt. BIZ (PDF)

20/02/18: Erfolg für Elinvar, Jede Menge Robo-News, Wie die ING Diba funktioniert

Wie steht es wirklich um die kleinen Banken in Deutschland?

… auf diese Frage geben die 2017er-Zahlen des Genossenschaftsverbands (der für Volks- und Raiffeisenbanken in 14 Bundesländern steht) eine ziemlich belastbare Antwort. Also, auf geht’s: Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist (allen Unkenrufen zum Trotz) um 7,6 % gestiegen, wobei spannenderweise nicht nur der Provisionsüberschuss (um 6,7 %), sondern auch der Zinsüberschuss (um  0,7 %) zulegte. Letzteres lag nicht zuletzt an der Ausweitung des Kreditvolumens (plus 6,7 %), wobei vor allem der Zuwachs bei den langfristigen Krediten (plus 7,2 %) aufmerken lässt. Im Vergleich hierzu stieg das Einlagenvolumen nur um 4,2 %. Und was passierte bei den Kosten? Es gab 28 Fusionen, wodurch die Institutszahl um 6,5 % sank. Die Zahl der Zweigstellen (inkl. SB) ging um 3,8 % zurück, die der Mitarbeiter um 2,8 % – und alles in allem stieg der Aufwand gerade mal um 0,2 %. Fazit: Die Genobanken stehen dank höherer Risiken (so deuten wir jedenfalls das stark gestiegene Kreditengagement) und tiefer Einschnitte immer noch einigermaßen gut da. Wobei K&K, also Konjunktur und Kontogebühren, vermutlich ein Übriges tun. Wie die Sache letztlich ausgeht, wird man sehen.

Charts (PDF), Datenblatt (PDF), Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (Paywall), Handelsblatt

News

Santander Deutschland setzt seinen (von Vaamo gebauten) Robo-Advisor „Sina“ außer Betrieb: … jedenfalls vorübergehend und jedenfalls für Neukunden. Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ vermuten, das liege daran, dass die Iberobank ihren Robo von reiner Fondsvermittlung auf Finanzportfolio-Verwaltung umstellen wolle (wodurch, bei Lichte betrachtet, der Robo ja eigentlich auch erst zum Robo wird). Fondsprofessionell

Und noch eine News aus der Robo-Republik: Die Stammleser von „Finanz-Szene.de“ werden sich erinnern, dass die ABN Amro hierzulande im Dezember den bemerkenswerten Versuch gestartet hatte, unter dem Namen „Prospery“ einen Hochpreis-Robo-Advisor zu etablieren. Was aus dieser Pricing-Strategie nach nur zwei Monaten geworden ist, wissen wiederum die Kollegen von Fondsprofessionell.

Und Robo, die Dritte: Der Finleap-Ableger Elinvar hat seine B2B-Lösung für eine digitale Vermögensverwaltung nun auch bei Donner & Reuschel untergebracht (nachdem das Berliner Fintech im vergangenen Jahr als ersten bedeutenden Kunden Warburg gewonnen hatte). Interessant: Anders als Warburg will Donner & Reuschel mithilfe der Elinvar-Plattform auch gleich den kompletten Bestand digitalisieren. Klingt mehr nach Transformation als nur nach Einbau eines neuen Tools. Börsen-Zeitung (Paywall)  

Huch, was die denn da bei der HVB los? Peter Buschbeck, der das Privatkundengeschäft der Unicredit-Tochter gefühlt seit den 70er-Jahren leitet (in Wirklichkeit waren es allerdings nur neun Jahre), wird das Institut verlassen, „um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden“, wie es heißt. Ihn ersetzt der Italiener Emanuele Butta, wodurch sich die Milanisierung der Münchner Großbank noch verstärken dürfte.  Dow JonesBörsen-Zeitung (Paywall)

Was bei der Deutschen Börse los ist, sieht dagegen jeder: Denn dort haben die Großaktionäre mal eben gegen den früheren BayernLB-Chef Gerd Häusler geputscht, der eigentlich Aufsichtsrat werden sollte, dies nun aber doch nicht wird. Hat man auch nicht alle Tage, so einen Fall. Handelsblatt (Paywall)

Endlich schwarz: Die UBS hat bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ angerufen, um durchzustecken, dass die notorisch defizitäre Deutschland-Dependance der Schweizer Großbank im vergangenen Jahr endlich, endlich eine „schwarze Null“ erwirtschaftet habe. Wie nachhaltig das Ganze ist, wird sich zeigen: Denn in die 2016er-Zahlen (Verlust: satte 71 Mio. Euro) hatte die UBS ja vermutlich soooo viele Kosten eingerechnet, dass für 2017 gar nicht mehr viel übrig bleiben konnte. Behaupten wir jetzt jedenfalls einfach mal. NZZ

Die Deutsche Bank tut was für die Cost-Income-Ratio: … was für bis zu 500 ihrer Investmentbanker in London und New York bedeutet, dass sie sich demnächst einen neuen Job suchen müssen. Bloomberg, Financial Times (Paywall)

Beyond .de

Was der Lette so macht, ist uns ja normalerweise latte: … aber die Geschichte, wie das lettische EZB-Ratsmitglied Rimsevics Bestechungsgelder von Banken in seiner Heimat erpresst haben soll, klingt so unfassbar, dass wir Ihnen das Ganze nicht vorenthalten wollten. Handelsblatt

Lesetipps

Wie sieht das eigentlich aus, wenn die ING Diba einen Bereich, von dem man nicht wusste, ob er sich wirklich standardisieren/digitalisieren lässt, dann doch standardisiert/digitalisiert? Aus gegebenem Anlass würden wir Ihnen gerne einen Archiv-Artikel aus 2015 empfehlen, der beschreibt, wie die Oranje-Bank die Baufinanzierung in Deutschland revolutionierte. Das soll nicht heißen, dass die angestrebte Digitalisierung des KMU-Geschäfts nun exakt demselben Muster folgen wird. Aber ein paar inhaltliche Parallelen wird es sicherlich geben. Und die strategische Parallele (weiland der Kauf von Interhyp durch die ING Groep, heute der Kauf von Lendico durch die ING Diba) ist ja geradezu augenfällig. Capital

So kommt Oliver Wyman auf die 150: Nach unserer Kritik an der analytischen Substanz der jüngsten Banken-Studie der Frankfurter Consultants geben die Autoren Alexander Peitsch und Thomas Schnarr im Interview mit dem „Bank-Blog“ ein paar hilfreiche Hinweise, wie sie auf die Behauptung kommen, dass es in Deutschland bald nur noch 150 Banken geben könnte. Der Bank-Blog

Was sich aus dem Girokonto wirklich herauslesen lässt: … erklärt der Payment-Experte Maik Klotz. IT-Finanzmagazin

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat einen 50-seitigen Report über die Folgen der Fintech-Revolution für die etablierten Banken vorgelegt: Wir selber haben das Dokument zwar nicht gelesen.  Aber falls Sie, liebe Business-Development-Mitarbeiter, vor Ihrem Chef gut dastehen möchten, dann drucken Sie sich das Konvolut doch wenigstens mal aus und platzieren es so auf Ihrem Schreibtisch, dass der Chef es sieht, wenn er das nächste Mal bei Ihnen vorbeischaut. BIZ (PDF)

Klickfavorit

… war gestern naheliegenderweise der ING-Diba/Lendico-Scoop. Finanz-Szene

Und in diesem Zusammenhang noch eine Anmerkung: Allein über unseren Content-Partner „Manager-Magazin.de“ hat die Geschichte gestern mehr als 50.000 Leser gefunden. Dies nur als winkender Zaunpfahl für die ausgebufften PR-Profis da draußen, die sich immer so dolle ärgern, wenn eine Geschichte zuerst bei „Finanz-Szene.de“ steht, „statt in einem richtigen Medium, wo der Impact ein völlig anderer wäre“.

20/02/18: Die Vermessung der dt. Kleinbanken, So kommt Oliver Wyman auf die 150, Das Prinzip ING Diba

Wie steht es wirklich um die kleinen Banken in Deutschland?

… auf diese Frage geben die 2017er-Zahlen des Genossenschaftsverbands (der für Volks- und Raiffeisenbanken in 14 Bundesländern steht) eine ziemlich belastbare Antwort. Also, auf geht’s: Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist (allen Unkenrufen zum Trotz) um 7,6 % gestiegen, wobei spannenderweise nicht nur der Provisionsüberschuss (um 6,7 %), sondern auch der Zinsüberschuss (um  0,7 %) zulegte. Letzteres lag nicht zuletzt an der Ausweitung des Kreditvolumens (plus 6,7 %), wobei vor allem der Zuwachs bei den langfristigen Krediten (plus 7,2 %) aufmerken lässt. Im Vergleich hierzu stieg das Einlagenvolumen nur um 4,2 %. Und was passierte bei den Kosten? Es gab 28 Fusionen, wodurch die Institutszahl um 6,5 % sank. Die Zahl der Zweigstellen (inkl. SB) ging um 3,8 % zurück, die der Mitarbeiter um 2,8 % – und alles in allem stieg der Aufwand gerade mal um 0,2 %. Fazit: Die Genobanken stehen dank höherer Risiken (so deuten wir jedenfalls das stark gestiegene Kreditengagement) und tiefer Einschnitte immer noch einigermaßen gut da. Wobei K&K, also Konjunktur und Kontogebühren, vermutlich ein Übriges tun. Wie die Sache letztlich ausgeht, wird man sehen.

Charts (PDF), Datenblatt (PDF), Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (Paywall), Handelsblatt

News

Huch, was die denn da bei der HVB los? Peter Buschbeck, der das Privatkundengeschäft der Unicredit-Tochter gefühlt seit den 70er-Jahren leitet (in Wirklichkeit waren es allerdings nur neun Jahre), wird das Institut verlassen, „um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden“, wie es heißt. Ihn ersetzt der Italiener Emanuele Butta, wodurch sich die Milanisierung der Münchner Großbank noch verstärken dürfte.  Dow JonesBörsen-Zeitung (Paywall)

Was bei der Deutschen Börse los ist, sieht dagegen jeder: Denn dort haben die Großaktionäre mal eben gegen den früheren BayernLB-Chef Gerd Häusler geputscht, der eigentlich Aufsichtsrat werden sollte, dies nun aber doch nicht wird. Hat man auch nicht alle Tage, so einen Fall. Handelsblatt (Paywall)

Endlich schwarz: Die UBS hat bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ angerufen, um durchzustecken, dass die notorisch defizitäre Deutschland-Dependance der Schweizer Großbank im vergangenen Jahr endlich, endlich eine „schwarze Null“ erwirtschaftet habe. Wie nachhaltig das Ganze ist, wird sich zeigen: Denn in die 2016er-Zahlen (Verlust: satte 71 Mio. Euro) hatte die UBS ja vermutlich soooo viele Kosten eingerechnet, dass für 2017 gar nicht mehr viel übrig bleiben konnte. Behaupten wir jetzt jedenfalls einfach mal. NZZ

Die Deutsche Bank tut was für die Cost-Income-Ratio: … was für bis zu 500 ihrer Investmentbanker in London und New York bedeutet, dass sie sich demnächst einen neuen Job suchen müssen. Bloomberg, Financial Times (Paywall)

Santander Deutschland setzt seinen Robo-Advisor „Sina“ außer Betrieb: … jedenfalls vorübergehend und jedenfalls für Neukunden. Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ vermuten, das liege daran, dass die Iberobank ihren Robo von reiner Fondsvermittlung auf Finanzportfolio-Verwaltung umstellen wolle (wodurch, bei Lichte betrachtet, der Robo ja eigentlich auch erst zum Robo wird). Fondsprofessionell

Und noch eine News aus der Robo-Republik: Die Stammleser von „Finanz-Szene.de“ werden sich erinnern, dass die ABN Amro hierzulande im Dezember den bemerkenswerten Versuch gestartet hatte, unter dem Namen „Prospery“ einen Hochpreis-Robo-Advisor zu etablieren. Was aus dieser Pricing-Strategie nach nur zwei Monaten geworden ist, wissen wiederum die Kollegen von Fondsprofessionell.

Und Robo, die Dritte: Der Finleap-Ableger Elinvar hat seine B2B-Lösung für eine digitale Vermögensverwaltung nun auch bei Donner & Reuschel untergebracht (nachdem das Berliner Fintech im vergangenen Jahr als ersten bedeutenden Kunden Warburg gewonnen hatte). Interessant: Anders als Warburg will Donner & Reuschel mithilfe der Elinvar-Plattform auch gleich den kompletten Bestand digitalisieren. Klingt mehr nach Transformation als nur nach Einbau eines neuen Tools. Börsen-Zeitung (Paywall)  

Beyond .de

Was der Lette so macht, ist uns ja normalerweise latte: … aber die Geschichte, wie das lettische EZB-Ratsmitglied Rimsevics Bestechungsgelder von Banken in seiner Heimat erpresst haben soll, klingt so unfassbar, dass wir Ihnen das Ganze nicht vorenthalten wollten. Handelsblatt

Lesetipps

Wie sieht das eigentlich aus, wenn die ING Diba einen Bereich, von dem man nicht wusste, ob er sich wirklich standardisieren/digitalisieren lässt, dann doch standardisiert/digitalisiert? Aus gegebenem Anlass würden wir Ihnen gerne einen Archiv-Artikel aus 2015 empfehlen, der beschreibt, wie die Oranje-Bank die Baufinanzierung in Deutschland revolutionierte. Das soll nicht heißen, dass die angestrebte Digitalisierung des KMU-Geschäfts nun exakt demselben Muster folgen wird. Aber ein paar inhaltliche Parallelen wird es sicherlich geben. Und die strategische Parallele (weiland der Kauf von Interhyp durch die ING Groep, heute der Kauf von Lendico durch die ING Diba) ist ja geradezu augenfällig. Capital

So kommt Oliver Wyman auf die 150: Nach unserer Kritik an der analytischen Substanz der jüngsten Banken-Studie der Frankfurter Consultants geben die Autoren Alexander Peitsch und Thomas Schnarr im Interview mit dem „Bank-Blog“ ein paar hilfreiche Hinweise, wie sie auf die Behauptung kommen, dass es in Deutschland bald nur noch 150 Banken geben könnte. Der Bank-Blog

Was sich aus dem Girokonto wirklich herauslesen lässt: … erklärt der Payment-Experte Maik Klotz. IT-Finanzmagazin

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat einen 50-seitigen Report über die Folgen der Fintech-Revolution für die etablierten Banken vorgelegt: Wir selber haben das Dokument zwar nicht gelesen.  Aber falls Sie, liebe Business-Development-Mitarbeiter, vor Ihrem Chef gut dastehen möchten, dann drucken Sie sich das Konvolut doch wenigstens mal aus und platzieren es so auf Ihrem Schreibtisch, dass der Chef es sieht, wenn er das nächste Mal bei Ihnen vorbeischaut. BIZ (PDF)

Klickfavorit

… war gestern naheliegenderweise der ING-Diba/Lendico-Scoop. Finanz-Szene

Und in diesem Zusammenhang noch eine Anmerkung: Allein über unseren Content-Partner „Manager-Magazin.de“ hat die Geschichte gestern mehr als 50.000 Leser gefunden. Dies nur als winkender Zaunpfahl für die ausgebufften PR-Profis da draußen, die sich immer so dolle ärgern, wenn eine Geschichte zuerst bei „Finanz-Szene.de“ steht, „statt in einem richtigen Medium, wo der Impact ein völlig anderer wäre“.

Wie steht es wirklich um die kleinen Banken in Deutschland?

Von Heinz-Roger Dohms

… auf diese Frage geben die 2017er-Zahlen des Genossenschaftsverbands (der für Volks- und Raiffeisenbanken in 14 Bundesländern steht) eine ziemlich belastbare Antwort. Also, auf geht’s: Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist (allen Unkenrufen zum Trotz) um 7,6 % gestiegen, wobei spannenderweise nicht nur der Provisionsüberschuss (um 6,7 %), sondern auch der Zinsüberschuss (um  0,7 %) zulegte. Letzteres lag nicht zuletzt an der Ausweitung des Kreditvolumens (plus 6,7 %), wobei vor allem der Zuwachs bei den langfristigen Krediten (plus 7,2 %) aufmerken lässt. Im Vergleich hierzu stieg das Einlagenvolumen nur um 4,2 %.

Und was passierte bei den Kosten? Es gab 28 Fusionen, wodurch die Institutszahl um 6,5 % sank. Die Zahl der Zweigstellen (inkl. SB) ging um 3,8 % zurück, die der Mitarbeiter um 2,8 % – und alles in allem stieg der Aufwand gerade mal um 0,2 %. Fazit: Die Genobanken stehen dank höherer Risiken (so deuten wir jedenfalls das stark gestiegene Kreditengagement) und tiefer Einschnitte immer noch einigermaßen gut da. Wobei K&K, also Konjunktur und Kontogebühren, vermutlich ein Übriges tun. Wie die Sache letztlich ausgeht, wird man sehen.

Exklusiv: ING Diba kauft Lendico – und macht als erste große deutsche Bank wirklich ernst mit Fintech

Von Heinz-Roger Dohms

Es ist die erste große Fintech-Akquisition durch eine führende deutsche Bank: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat die ING Diba den ursprünglich von den Samwers gegründeten Berliner Online-Kreditmarktplatz Lendico gekauft. Die Übernahme wurde Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet und dürfte in den nächsten Tagen offiziell verkündet werden. Eine Sprecherin der Online-Bank bestätigte die Informationen am Wochenende gegenüber „Finanz-Szene.de“.

Die Transaktion ist aus mindestens zwei Gründen einschneidend für die deutsche Bankenbranche. Erstens: Nach den Kooperationen mit dem Robo-Advisor Scalable Capital und dem digitalen Versicherungs-Makler Clark signalisiert die ING Diba mit dem Lendico-Deal, dass sie so konsequent wie keine andere große deutsche Bank die „Fintechisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebt. Und zweitens: Anders als die meisten bekannten Online-Kreditmarketplätze wie Lending Club in den USA oder Auxmoney in Deutschland fokussiert sich Lendico nicht auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen – das heißt, die ING Diba beschreitet nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich, was so im hiesigen Bankenmarkt noch kaum verbreitet ist.

Schon bei der Bilanz-Pressekonferenz Anfang Februar hatte ING-Diba-Chef Nick Jue angedeutet, mit einem speziellen Online-Kredit für kleine und mittelgroße Firmen an den Markt gehen zu wollen – Beobachter waren allerdings davon ausgegangen, dass die Oranje-Bank das entsprechende Tool selber bauen würde. Nicht nur deshalb kommt der Kauf von Lendico auf den ersten Blick überraschend. Denn: Der 2013 als große Fintech-Hoffnung der Samwer-Brüder gestartete Kreditmarktplatz kam – soweit sich das von außen beurteilen lässt – nie wirklich in die Gänge.

Bezeichnend: Wie aus einem Geschäftsbericht von Rocket Internet hervorgeht, mussten die Samwers 2016 auf Lendico eine „Wertminderungsaufwendung“ in Höhe von 19,5 Millionen Euro vornehmen. Auch ansonsten ging bei Lendico einiges schief  – so wurde zum Beispiel das Neugeschäft in Spanien, Polen und Südafrika wieder eingestellt. Im vergangenen Herbst wendete sich Lendico dann nochmal mit einer vermeintlichen Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit – so würden nun Darlehen im Umfang von durchschnittlich fünf Millionen Euro monatlich vergeben. Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ zeigten jedoch, dass über Lendico damit im Schnitt gerade mal zwei Kredite täglich vermittelt wurden.

Warum also sucht sich die ING Diba ausgerechnet diesen scheinbar lahmen Fintech-Player aus? Lendico-Insider sagen: Es stimme zwar, dass die Firma – verglichen etwa mit Konkurrenten wie Auxmoney – am Markt nie wirlich durchgestartet sei. Das ändere aber nichts daran, dass die dahinterstehende Technologie für eine Bank, die ins Geschäft mit SME-Onlinekrediten einsteige, hochinteressant sei.  „Es ist nicht so, dass man bei Lendico damals einfach mal ein Frontend gebaut und dann losgelegt hat. Sondern: Das ist echt ‚Full Stack‘, also eine komplette Technologie, mit der die ING Diba zeitnah loslegen kann“, meint ein Kenner der Materie. Und ein anderer sagt: „Natürlich kann eine Bank wie die Diba so etwas auch selber bauen. Aber das würde dann erst mal anderthalb Jahre die IT-Kapazitäten unnötig belasten. Lendico und damit die Lendico-Technologie zu übernehmen, macht insofern absolut Sinn.“

Bleibt die Frage nach dem Kaufpreis. Hierzu war am Wochenende allerdings nichts wirklich Belastbares in Erfahrung zu bringen. Interessant ist derweil auch, wer welchen Anteil kriegt. Im vergangenen Juli hießt es, Rocket wolle Lendico an einen britischen Hedge-Fonds namens Arrowgrass verkaufen – Vollzug wurde aber  offiziell nie gemeldet. Vermutlich hielten zuletzt sowohl Rocket als auch Arrowgrass nennenswerte Anteile.

19/02/18: ING Diba kauft Lendico, ICO-Regulierung light, PSD2, Provisionswunder

Exklusiv: ING Diba kauft Lendico – und macht als erste deutsche Großbank wirklich ernst mit Fintech

Es ist die bislang bedeutendste Fintech-Akquisition durch eine große deutsche Bank: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat die ING Diba den Online-Kreditmarktplatz Lendico gekauft. Die Übernahme wurde Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet, wie eine Sprecherin der  Online-Bank gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Aus mindestens zwei Gründen ist die Transaktion einschneidend für die deutsche Bankenbranche. Erstens: Nach den Kooperationen mit dem Robo-Advisor Scalable Capital und dem digitalen Versicherungs-Makler Clark signalisiert die ING Diba mit dem Lendico-Deal endgültig, dass sie so konsequent wie keine andere führende deutsche Bank die „Fintechisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebt. Und zweitens: Anders als Lending Club in den USA oder Auxmoney in Deutschland fokussiert sich Lendico nicht auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen. Das heißt, die ING Diba beschreitet nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich – ein Novum unter den deutschen Großbanken. Lesen Sie hier alle Details:

Finanz-Szene.de

News

Unter welchen Umständen eine deutsche Regionalbank auch heutzutage ihr Ergebnis noch steigern kann: Trotz Zinskrise hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihr Vorsteuerergebnis von 80 Mio. Euro auf 84 Mio. Euro gesteigert. Das hatte nicht zuletzt mit der Erhöhung der Kontogebühren zu tun, die zu einer fast sensationellen Steigerung des Provisionsergebnisses um knapp ein Drittel beitrugen. Hinzu kommt (wir reden hier u.a. von Potsdam …) der Berlin-Speckgürtel-Effekt, der sich zum Beispiel in einem 18-prozentigen Plus bei der Immobilien-Finanzierung zeigte, aber auch in einer erhöhten Nachfrage nach Wertpapieren. Und noch eine Kennziffer, die das Herz von Sparkassen-Connaisseuren höher schlagen lässt: Das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ betrug 1,45 (Nicht-Sparkassen-Connaisseuren sei gesagt: Das ist sehr, sehr ordentlich). Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall), MOZ

Dass es auch anders geht … zeigt derweil das Beispiel der Sparkasse Essen, wo das Geschäft mit der Baufinanzierung nicht etwa gestiegen, sondern um mehr als 13 Prozent eingebrochen ist. Falls Sie das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ auch in diesem eher tristen Fall interessiert: Es lag 2017 bei 0,75 Prozent. Börsen-Zeitung (Paywall)

Die HSH Nordbank wird wie durch ein Wunder zur 1a-Ertragsperle mit Sternchen … und dann wird das Ganze durch weitere mirakulöse Umstände auch noch mitten im Verkaufsverfahren publik. Und das dritte Wunder: Weil der HSH-Vorstand bis zuletzt offiziell an seiner konservativen 120-Mio.-Euro-Prognose festgehalten hat, lesen sich die nun lancierten angeblich „knapp 300 Mio. Euro“ Vorsteuerergebnis gemessen an der Prognose gleich noch ein wenig besser. Handelsblatt/Reuters

Warum HNA plötzlich „nur“ noch 8,8 Prozent an der Deutschen Bank hält … und was die UBS damit zu tun hat, erklärt Yasmin Osman im „HB“. Darüber hinaus haben wir einen „BÖZ“-Artikel vom Wochenende verlinkt, aus dem hervorgeht, dass die Chinesen ihren Anteil in keinem Fall weiter reduzieren wollen (sagen sie jedenfalls bzw. lassen sie ihren austriakischen Vasall sagen)  Handelsblatt, Börsen-Zeitung

Beyond .de

Wie die Finanzaufsicht in der selbst ernannten Krypto-Nation Schweiz mit dem Thema ICOs umgeht: In ihrem am Freitag veröffentlichen Regelwerk nimmt die Finma u.a. eine Unterscheidung zwischen drei Arten von Coins bzw. Token vor. Finanz und Wirtschaft, Finews

Lesetipps

Am Freitag hatten wir ja schon auf die Frankfurter Fintech-Offensive hingewiesen … wer zu dem Thema aber noch ein paar tiefer gehende Informationen sucht, dem empfehlen wir das Stück von Katharina Schneider im „HB“ zur Lektüre. Handelsblatt 

Wie Machine Learning die Beratung im (Online-)Banking verbessern kann … und warum der Kunde keine Angst davor zu haben braucht. ZEB-Bankinghub

„Bankvorstände setzen auf die falschen Projekte – und die falschen Berater“: … sagt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Und noch Link, der zu ein paar weiterführenden Links zu der Frage führt … wie Banken die PSD2- und die Mifid-II-Richtlinie nutzen können, um ihre Position am Markt zu stärken. Der Bank-Blog

Karriere

Wie gut die Investmentbanker der UBS (und anderer Schweizer Banken) verdienen … wissen die Kollegen von efinancialcareers.

Klickfavoriten

… war am Freitag nahezu gleichauf das BayernLB-Dokument zum Steinhoff-Schuldschein und die Geschäftszahlen der Solarisbank

19/02/18: ING Diba landet Coup, Sparkasse mit Provisionswunder, HNA/Deutsche Bank

Exklusiv: ING Diba kauft Lendico – und macht als erste deutsche Großbank wirklich ernst mit Fintech

Es ist die bislang bedeutendste Fintech-Akquisition durch eine große deutsche Bank: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat die ING Diba den Online-Kreditmarktplatz Lendico gekauft. Die Übernahme wurde Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet, wie eine Sprecherin der  Online-Bank gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Aus mindestens zwei Gründen ist die Transaktion einschneidend für die deutsche Bankenbranche. Erstens: Nach den Kooperationen mit dem Robo-Advisor Scalable Capital und dem digitalen Versicherungs-Makler Clark signalisiert die ING Diba mit dem Lendico-Deal endgültig, dass sie so konsequent wie keine andere führende deutsche Bank die „Fintechisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebt. Und zweitens: Anders als Lending Club in den USA oder Auxmoney in Deutschland fokussiert sich Lendico nicht auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen. Das heißt, die ING Diba beschreitet nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich – ein Novum unter den deutschen Großbanken. Lesen Sie hier alle Details:

Finanz-Szene.de

News

Unter welchen Umständen eine deutsche Regionalbank auch heutzutage ihr Ergebnis noch steigern kann: Trotz Zinskrise hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihr Vorsteuerergebnis von 80 Mio. Euro auf 84 Mio. Euro gesteigert. Das hatte nicht zuletzt mit der Erhöhung der Kontogebühren zu tun, die zu einer fast sensationellen Steigerung des Provisionsergebnisses um knapp ein Drittel beitrugen. Hinzu kommt (wir reden hier u.a. von Potsdam …) der Berlin-Speckgürtel-Effekt, der sich zum Beispiel in einem 18-prozentigen Plus bei der Immobilien-Finanzierung zeigte, aber auch in einer erhöhten Nachfrage nach Wertpapieren. Und noch eine Kennziffer, die das Herz von Sparkassen-Connaisseuren höher schlagen lässt: Das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ betrug 1,45 (Nicht-Sparkassen-Connaisseuren sei gesagt: Das ist sehr, sehr ordentlich). Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall), MOZ

Dass es auch anders geht … zeigt derweil das Beispiel der Sparkasse Essen, wo das Geschäft mit der Baufinanzierung nicht etwa gestiegen, sondern um mehr als 13 Prozent eingebrochen ist. Falls Sie das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ auch in diesem eher tristen Fall interessiert: Es lag 2017 bei 0,75 Prozent. Börsen-Zeitung (Paywall)

Die HSH Nordbank wird wie durch ein Wunder zur 1a-Ertragsperle mit Sternchen … und dann wird das Ganze durch weitere mirakulöse Umstände auch noch mitten im Verkaufsverfahren publik. Und das dritte Wunder: Weil der HSH-Vorstand bis zuletzt offiziell an seiner konservativen 120-Mio.-Euro-Prognose festgehalten hat, lesen sich die nun lancierten angeblich „knapp 300 Mio. Euro“ Vorsteuerergebnis gemessen an der Prognose gleich noch ein wenig besser. Handelsblatt/Reuters

Kommt die DWS schon in Kürze an die Börse? Trotz des jüngsten Ausverkaufs an den Aktienmärkten will die Deutsche Bank den IPO ihres Asset Managers noch vor April durchziehen – behauptet jedenfalls Bloomberg.

Warum HNA plötzlich „nur“ noch 8,8 Prozent an der Deutschen Bank hält … und was die UBS damit zu tun hat, erklärt Yasmin Osman im „HB“. Darüber hinaus haben wir einen „BÖZ“-Artikel vom Wochenende verlinkt, aus dem hervorgeht, dass die Chinesen ihren Anteil in keinem Fall weiter reduzieren wollen (sagen sie jedenfalls bzw. lassen sie ihren austriakischen Vasall sagen)  Handelsblatt, Börsen-Zeitung

Eine SPD-Finanzpolitikerin von nachrangiger Prominenz mahnt die Bafin zu härterem Durchgreifen in Sachen Deutsche Bank/HNA … was wir insofern vermelden, als  die SPD ja demnächst wieder den Finanzminister stellen wird. Welt

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Wie die Finanzaufsicht in der selbst ernannten Krypto-Nation Schweiz mit dem Thema ICOs umgeht: In ihrem am Freitag veröffentlichen Regelwerk nimmt die Finma u.a. eine Unterscheidung zwischen drei Arten von Coins bzw. Token vor. Finanz und Wirtschaft, Finews

Lesetipps

Am Freitag hatten wir ja schon auf die Frankfurter Fintech-Offensive hingewiesen … wer zu dem Thema aber noch ein paar tiefer gehende Informationen sucht, dem empfehlen wir das Stück von Katharina Schneider im „HB“ zur Lektüre. Handelsblatt 

Wie Machine Learning die Beratung im (Online-)Banking verbessern kann … und warum der Kunde keine Angst davor zu haben braucht. ZEB-Bankinghub

„Bankvorstände setzen auf die falschen Projekte – und die falschen Berater“: … sagt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Und noch Link, der zu ein paar weiterführenden Links zu der Frage führt … wie Banken die PSD2- und die Mifid-II-Richtlinie nutzen können, um ihre Position am Markt zu stärken. Der Bank-Blog

Karriere

Wie gut die Investmentbanker der UBS (und anderer Schweizer Banken) verdienen … wissen die Kollegen von efinancialcareers.

Klickfavoriten

… war am Freitag nahezu gleichauf das BayernLB-Dokument zum Steinhoff-Schuldschein und die Geschäftszahlen der Solarisbank

 

16/02/18: Zahlen zur Solarisbank, Frankfurter Fintech-Offensive, BayernLB im Steinhoff-Sumpf

Steinhoff-Skandal erreicht die BayernLB (und womöglich auch Sparkassen und Volksbanken)

Überraschende Wende in der „Causa Steinhoff“: Nach Recherchen von „Süddeutsche“-Redakteurin Meike Schreiber trifft der Skandal um den Möbelriesen nicht nur die Commerzbank (was bereits bekannt war), sondern auch die BayernLB. Diese soll Steinhoff-Kredite im Umfang von 200 Mio. Euro in den Büchern gehabt haben – wobei sich die Landesbank just dieser Tage von Darlehen mit einem Nominalwert von 150 Mio. Euro getrennt und dabei Verluste in Höhe von geschätzt 60 Mio. Euro in Kauf genommen habe (bei den 50 Mio. Euro, die auf der Bilanz bleiben, handelt es sich der SZ zufolge um besicherte Immobiliendarlehen). Darüber hinaus soll die BayernLB der Steinhoff Europe AG im Juni 2015 geholfen haben, einen Schuldschein in Höhe von 730 Mio. Euro zu platzieren; angeblich landeten die Papiere auch bei Sparkassen und Volksbanken.  Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein zweieinhalb Jahre altes Dokument des „Bundesverbands Öffentlicher Banken“ (suchen Sie in dem PDF einfach nach dem Wort „Steinhoff“ und achten Sie dann besonders auf die Bookrunner, zu denen neben der BayernLB offenbar auch die DZ Bank gehörte). Und wenn Sie danach immer noch nicht genug haben, dann klicken Sie doch gern auch noch auf dieses PDF-Dokument hier, das aus dem Januar 2017 und von der BayernLB selber stammt.

Süddeutsche Zeitung

News

Hinter dem Schleier die Solarisbank: Der geschätzte Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene.de“ hat im Bundesanzeiger und auf der Homepage die 2016er-Geschäftszahlen des ambitionierten Berliner Fintechs entdeckt. Falls Sie, liebe Leser/innen, nun der Meinung sind: Die Zahlen haben nullkommanull Aussagekraft, weil Solaris ja erst im Frühjahr jenen Jahres gestartet ist – dann klicken Sie bitte gar nicht erst. Doch wenn Sie denken: Ach komm, das geb‘ ich mir jetzt mal – dann finden Sie hinter dem Link unter anderem Angaben zum Einlagenvolumen (17,3 Mio. Euro), zu den Provisionserträgen (1,2 Mio. Euro), zum Jahresfehlbetrag (7,6 Mio Euro), zur Bewertung und noch ein bisschen was mehr. Gründerszene

Wann kriegen die Banken in der Unternehmensfinanzierung endlich wieder höhere Margen durchgesetzt? Laut Barkow Consulting sind die durchschnittlichen Zinsen für fünfjährige Unternehmenskredite  seit Anfang Dezember um 0,28 Punkte auf 1,99 Prozent gestiegen. Auf die Margen schlage sich der Effekt bislang aber noch kaum nieder – wobei: Zumindest bei den KMUs scheint sich auch hier ein bisschen was zu tun, so Barkow. Handelsblatt

Wenn alles vorbei ist bei der HSH Nordbank … bleiben vielleicht noch 1300 bis 1400 Arbeitsplätze übrig, mutmaßt „Reuters“ und bezieht sich auf „Insider“. Zur Einordnung: Zu besten Zeiten (wenn man diese Zeiten denn wirklich so nennen will) hatte die hamburgisch-schleswig-holsteinische Landesbank rund 5000 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch etwa 2000. Reuters

„Frankfurt ist nicht Champions League“: Mit dieser auf das Standing des Finanzplatzes bezogenen Feststellung hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern in die „Bloomberg“-Nachrichten geschafft, herzlichen Glückwunsch! Bloomberg

Im Fintech-Bereich ist Frankfurt bekanntlich nicht mal Europa League … aber das soll jetzt anders werden. Ein Bündnis, bestehend aus hessischem Wirtschaftsministerium, diversen Hochschulen  sowie Unternehmen aus der Region, will bis 2022 rund 15 bis 20 Mio. Euro in den Fintech-Standort zu investieren. Wirtschaftswoche

Lesetipps

Kommt bald die „Uber-for-mergers-app“? Wie bei Goldman Sachs die Finanz-Ingenieure mehr und mehr von den richtigen Ingenieuren abgelöst werden. Bloomberg

Sind Sie Unternehmer? Dann vergleichen Sie doch einfach mal: Das hier ist eine Demo-Version des neuen KMU-Finance-Managers von Finleap, über den wir gestern berichteten. Und das hier ist das Unternehmer-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken (über das der DZ-Innovationsblog dieser Tage berichtete).

Wie Instant Payments und PSD2 die Rahmenbedingungen im Payment-Bereich ändern … und was das für die Frage bedeutet, wie wir im Jahr 2025 bezahlen werden. Der Bank-Blog

Ein Lesetipp exklusiv für den Leser B., der uns diese Woche beim gemeinsamen Mittagessen fragte, ob wir ihm mal ein paar konkrete Anwendungsfälle für die Blockchain im Finanzbereich nennen könnten. Konnten wir natürlich nicht- im Gegensatz zu Maxim Zavgorodny, Senior-Entwickler bei DataArt. Hier sein Artikel: IT-Finanzmagazin

Noch was vergessen? Ja: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit gebührendem Abstand zum Zweitplatzierten unser Scoop über das neue Finleap-Venture. Finanz-Szene.de

16/02/18: BayernLB im Steinhoff-Sumpf, Kahlschlag bei der HSH, Wo bleibt die Marge?

Steinhoff-Skandal erreicht die BayernLB (und womöglich auch Sparkassen und Volksbanken)

Überraschende Wende in der „Causa Steinhoff“: Nach Recherchen von „Süddeutsche“-Redakteurin Meike Schreiber trifft der Skandal um den Möbelriesen nicht nur die Commerzbank (was bereits bekannt war), sondern auch die BayernLB. Diese soll Steinhoff-Kredite im Umfang von 200 Mio. Euro in den Büchern gehabt haben – wobei sich die Landesbank just dieser Tage von Darlehen mit einem Nominalwert von 150 Mio. Euro getrennt und dabei Verluste in Höhe von geschätzt 60 Mio. Euro in Kauf genommen habe (bei den 50 Mio. Euro, die auf der Bilanz bleiben, handelt es sich der SZ zufolge um besicherte Immobiliendarlehen). Darüber hinaus soll die BayernLB der Steinhoff Europe AG im Juni 2015 geholfen haben, einen Schuldschein in Höhe von 730 Mio. Euro zu platzieren; angeblich landeten die Papiere auch bei Sparkassen und Volksbanken.  Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein zweieinhalb Jahre altes Dokument des „Bundesverbands Öffentlicher Banken“ (suchen Sie in dem PDF einfach nach dem Wort „Steinhoff“ und achten Sie dann besonders auf die Bookrunner, zu denen neben der BayernLB offenbar auch die DZ Bank gehörte). Und wenn Sie danach immer noch nicht genug haben, dann klicken Sie doch gern auch noch auf dieses PDF-Dokument hier, das aus dem Januar 2017 und von der BayernLB selber stammt.

Süddeutsche Zeitung

News

Wann kriegen die Banken in der Unternehmensfinanzierung endlich wieder höhere Margen durchgesetzt? Laut Barkow Consulting sind die durchschnittlichen Zinsen für fünfjährige Unternehmenskredite  seit Anfang Dezember um 0,28 Punkte auf 1,99 Prozent gestiegen. Auf die Margen schlage sich der Effekt bislang aber noch kaum nieder – wobei: Zumindest bei den KMUs scheint sich auch hier ein bisschen was zu tun, so Barkow. Handelsblatt

Wenn alles vorbei ist bei der HSH Nordbank … bleiben vielleicht noch 1300 bis 1400 Arbeitsplätze übrig, mutmaßt „Reuters“ und bezieht sich auf „Insider“. Zur Einordnung: Zu besten Zeiten (wenn man diese Zeiten denn wirklich so nennen will) hatte die hamburgisch-schleswig-holsteinische Landesbank rund 5000 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch etwa 2000. Reuters

„Frankfurt ist nicht Champions League“: Mit dieser auf das Standing des Finanzplatzes bezogenen Feststellung hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern in die „Bloomberg“-Nachrichten geschafft, herzlichen Glückwunsch! Bloomberg

Im Fintech-Bereich ist Frankfurt bekanntlich nicht mal Europa League … aber das soll jetzt anders werden. Ein Bündnis, bestehend aus hessischem Wirtschaftsministerium, diversen Hochschulen  sowie Unternehmen aus der Region, will bis 2022 rund 15 bis 20 Mio. Euro in den Fintech-Standort zu investieren. Wirtschaftswoche

Hinter dem Schleier die Solarisbank: Der geschätzte Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene.de“ hat im Bundesanzeiger und auf der Homepage die 2016er-Geschäftszahlen des ambitionierten Berliner Fintechs entdeckt. Falls Sie, liebe Leser/innen, nun der Meinung sind: Die Zahlen haben nullkommanull Aussagekraft, weil Solaris ja erst im Frühjahr jenen Jahres gestartet ist – dann klicken Sie bitte gar nicht erst. Doch wenn Sie denken: Ach komm, das geb‘ ich mir jetzt mal – dann finden Sie hinter dem Link unter anderem Angaben zum Einlagenvolumen (17,3 Mio. Euro), zu den Provisionserträgen (1,2 Mio. Euro), zum Jahresfehlbetrag (7,6 Mio Euro), zur Bewertung und noch ein bisschen was mehr. Gründerszene

Lesetipps

Kommt bald die „Uber-for-mergers-app“? Wie bei Goldman Sachs die Finanz-Ingenieure mehr und mehr von den richtigen Ingenieuren abgelöst werden. Bloomberg

Sind Sie Unternehmer? Dann vergleichen Sie doch einfach mal: Das hier ist eine Demo-Version des neuen KMU-Finance-Managers von Finleap, über den wir gestern berichteten. Und das hier ist das Unternehmer-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken (über das der DZ-Innovationsblog dieser Tage berichtete).

Wie Instant Payments und PSD2 die Rahmenbedingungen im Payment-Bereich ändern … und was das für die Frage bedeutet, wie wir im Jahr 2025 bezahlen werden. Der Bank-Blog

Ein Lesetipp exklusiv für den Leser B., der uns diese Woche beim gemeinsamen Mittagessen fragte, ob wir ihm mal ein paar konkrete Anwendungsfälle für die Blockchain im Finanzbereich nennen könnten. Konnten wir natürlich nicht- im Gegensatz zu Maxim Zavgorodny, Senior-Entwickler bei DataArt. Hier sein Artikel: IT-Finanzmagazin

Noch was vergessen? Ja: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit gebührendem Abstand zum Zweitplatzierten unser Scoop über das neue Finleap-Venture. Finanz-Szene.de