23/03/18: Bankaktien im freien Fall, Das Tafelsilber der Coba, BayernLB – wie geht das denn?

Bis zu 26 % Minus in nur zwei Monaten: Gibt die Börse die deutschen Banken auf?

Nach dem Kurseinbruch der Deutschen Bank am Mittwoch hat es gestern auch die Commerzbank erwischt. Die Papiere der Gelbbank verloren 6,2 % an Wert und notierten zum Handelsschluss bei nur noch 11,19 Euro – der schwächste Kurs seit sechs Monaten. Für die Blaubank ging es derweil weiter bergab, sie verlor nochmals 3,0 % an Wert, die Pfandbriefbank büßte 3,8 % ein, die Aareal 2,0 %.  Zum Teil sind diese Verluste  der allgemeinen Unsicherheit an den Märkten dieser Tage zuzuschreiben (Handelskonflikt, Konjunktursorgen). Doch davon abgesehen drängt sich der Eindruck auf, dass viele Investoren der Deutschen Bank und der Commerzbank einen raschen Turnaround schlicht nicht mehr zutrauen (Hallo Herr Cryan, hallo Herr Zielke). Indiz: Die Aktie der Blauen ist in den vergangen zwei Monaten um 26 % abgerutscht, die der Gelben um 17 %. Was Herr Moltke zum Q1 der Dt. Bank gesagt hat, hatten wir ja gestern berichtet. Was sagt denn Herr Engels zum Q1 der Coba? Offenbar nicht viel (siehe sechster Absatz im Börsenbericht der FAZ).

Deutsche-Bank-Aktie, Commerzbank-Aktie

Die T-Frage der Commerzbank: Wie viel Tafelsilber ist eigentlich noch übrig?

Und wo wir schon mal dabei sind: Anfang nächster Woche wird die Commerzbank ihren 2017er-Geschäftsbericht  veröffentlichen – nicht der schlechteste Anlass, sich mal mit den außerordentlichen Erträgen zu befassen. Die machten 2017 nämlich 43 % des sog. „operativen Ergebnisses“ von 1,3 Mrd. Euro aus; und 2016 waren es sogar 59 %. Noch interessanter wird die Sache, wenn man auf das Konzernergebnis guckt (das die Restrukturierungen berücksichtigt). 2016 lag es bei 279 Mio. Euro, 2017 bei 156 Mio. Euro. Denkt man sich davon nun die außerordentlichen Erträge weg (831 Mio. Euro in 2016 und 557 Mio. Euro in 2017), dann sind die Zahlen plötzlich nicht mehr schwarz, sondern rot. Kurzum, was passiert, wenn die Einmaleffekte mal nicht mehr so günstig ausfallen wie zuletzt? Und was ist eigentlich noch an Tafelsilber übrig, wenn man bedenkt, was zuletzt alles abgestoßen wurde. Sehen Sie hier unsere große Tabelle, in der wir die vielen Einmalerlöse der vergangenen 24 Monate einfach mal fein säuberlich aufgedröselt haben: Finanz-Szene.de

News

Zurück von der Commerzbank zur Deutschen Bank: Der Asset Manager der Blaubank, also die DWS, wird heute zu 32,50 Euro an die Börse gehen. Da nicht 25 % der Aktien platziert werden (was war nochmal mit der dollen Überzeichnung?), sondern nur 22,5 %, beläuft sich der Emissionserlös auf 1,4 Mrd. Euro (statt der ehedem mal erhofften 2,0 Mrd. Euro). Was man fairerweise hinzufügen sollte: Der Zeitpunkt für den IPO (siehe der heutige Aufmacher) hätte schlechter auch kaum sein können. Zum fehlenden Glück gesellt sich also auch noch das Pech. Handelsblatt

Und wieder zur Commerzbank: Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, die Coba arbeite (übrigens nicht von Frankfurt, sondern von Lodz aus) an einer „internationalen Onlinebank“, um Privatkunden im europäischen Ausland zu bedienen. Ob die Plattform  umgesetzt werde, sei aber noch unklar. Dafür müsse „vor allem die Finanzierbarkeit geprüft werden“. Woran man in diesem Kontext leider erinnern muss: Als die Coba Anfang der Nullerjahre schon einmal von einer internationalen Onlinebank träumte (und zwar in Gestalt der Comdirect, die damals u.a. nach Frankreich und Italien expandierte), ging das Ganze krachend schief. Wirtschaftswoche, Spiegel Online (Archiv-Artikel aus 2002)

Und noch ein (drittletztes) mal Commerzbank: Als wäre der gestrige Tag nicht schon aufregend genug gewesen, hat die Gelbbank (btw: Was würden wir dafür geben, wenn es ein vernünftiges Synonym für „Commerzbank“ gäbe …) gestern zwei neue Digitalprodukte für das Firmenkunden-Geschäft vorgestellt, nämlich einmal einen Online-Betriebsmittelkredit und zum zweiten einen komplett digitalen Beratungsprozess für das Zins- und Währungsmanagement. Klar ist: Das ist unbedingt nicht das, was die Investoren dieser Tage interessiert – aber das spricht ja nicht gegen die Initiative. Und, dass man vom letzten großen digitalen Firmenkunden-Projekt der Coba („Main Funders“) irgendwie nie mehr was gehört hat, ist zwar bemerkenswert – spricht aber auch nicht gegen die neue Initiative. Finance Magazin (sehr lesenswert)  

Ist an den BayernLB-Zahlen irgendwas faul? Nein, natürlich nicht. Und wer würde Vorstandschef Riegler die 677 Mio. Euro Konzerngewinn missgönnen, die er gestern der Presse präsentieren durfte. Falls allerdings eine Anmerkung erlaubt sei: Wenn das Zinsergebnis der Helaba (siehe unsere gestrige Ausgabe) um 11% sinkt – wie kann es dann sein, dass das Zinsergebnis der BayernLB um 12,5 % steigt (und im Kapitalmarktgeschäft sogar um 255%, siehe Seite 15 der IR-Präsentation).  Schon klar: Wie fast  immer, wenn es von der BayernLB was Positives zu berichten gibt, lautet ein Teil der Antwort „DKB“ (siehe Seite 14 der Präsentation). Aber zum guten Ergebnis dürfte wohl beigetragen haben, dass die BayernLB offenbar in größeren Stil eigene Schuldscheine vorzeitig gekündigt hat (wozu sich in der Präsentation freilich kein Hinweis findet). IR-Präsentation (PDF)

Apropos: Aus besagter Präsentation geht hervor, dass die DKB mittlerweile 3,7 Millionen Kunden hat. Beachtlich.

Wie die Baufinanzierung immer stärker aus der Filiale ins Netz (bzw. auf die Plattformen) abwandert: Erinnern Sie sich noch an die Meldung von vergangener Woche, wonach die PSD-Banken inzwischen 61 Prozent ihres Baufinanzierungs-Volumens über Plattformen wie Europace abwickeln? Dazu passt, dass der Münchner Baugeldvermittler Interhyp sein Finanzierungsvolumen 2017 um zehn Prozent und seinen Marktanteil um einen Punkt auf 8,4 Prozent gesteigert hat. Pressemitteilung

Und noch zwei Personalien, die nur die Finanzplatz-Menschen im engsten Sinne interessieren: Beim Sparkassenverband Hessen-Thüringen hat sich Gerhard Grandke (laut „Börsen-Zeitung“ eine „Persönlichkeit mit bundesweiter Strahlkraft“) breitschlagen lassen, eine gefühlt 28. Amtszeit auf sich zu nehmen, bei der bisweilen Soap-Opera-reifen Investment-Boutique Mainfirst wird Ebrahim Attarzadeh künftig eine Doppelspitze mit Björn Kirchner bilden. Börsen-Zeitung (Grandke-Heiligsprechung hinter Paywall), Fondsprofessionell (Mainfirst-Meldung).

Linktipps

Wer braucht schon eine Banklizenz? Sieben Beispiele, wie Amazon jetzt bereits Bankgeschäfte betreibt. American Banker

Plattform oder Pipeline? Ein paar sehr grundsätzliche, leicht akademische Gedanken zur Zukunft des Bankings im digitalen Zeitalter. Bankstil

Selbes Themenfeld, etwas zupackenderer Ansatz: Rene C. Keller, CIO der Deutschen Bank, skizziert „Vier Handlungsfelder für die Bank der Zukunft“. Der Bank-Blog

Keine Ahnung, warum wir das hier jetzt verlinken (vermutlich, weil wir allmählich in ein Alter kommen, in dem früher alles besser war) … äh, und was verlinken wir? Ach ja, einen extrem anheimelnden Dresdner-Bank-Spot aus dem Jahr 1997, den derselbe Kollege ausgegraben hat, der sich (siehe oben) die akademischen Gedanken gemacht hat. Bankstil

Zurück in die schlechte Zeit. Neulich hatten wir Ihnen ja gezeigt, was die Deutsche Bank bei Instagram macht … heute erklärt Ihnen Herr Przibylla, was seine Bank, nämlich die Commerzbank, bei WhatsApp macht. Whatsbroadcast.com

Und dazu zumindest so ein bisschen passend: Wie die Commerzbank begründet, warum sie als offenbar erstes großes deutsches Unternehmen die Werbung bei Facebook gestoppt hat. Handelsblatt

Warum an der Kasse (fast) niemand mit dem Smartphone zahlt (der Artikel bezieht sich zwar auf die Schweiz, wo die Gemengelage – Stichwort „Twint“ – eine besondere ist, aber der ein oder andere Aspekt ist sicher auch aus deutscher Perspektive interessant). Watson

Und wem unsere Linktipps mal wieder zu gestrig, altbacken und unvollständig sind …, den verweisen wir wie immer freitags auf die coole, zeitgemäße, umfangreiche „Was wir lesen“-Liste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern der von Peter Barkow in die Welt gesandte Tweet zur Causa Savedroid vs. Fraspa. Twitter

Die T-Frage der Commerzbank: Wie viel Tafelsilber ist noch übrig?

Von Heinz-Roger Dohms

Anfang nächster Woche wird die Commerzbank ihren 2017er-Geschäftsbericht  veröffentlichen – nicht der schlechteste Anlass, sich mal mit den außerordentlichen Erträgen zu befassen. Die machten 2017 nämlich 43 % des sog. „operativen Ergebnisses“ von 1,3 Mrd. Euro aus; und 2016 waren es sogar 59 %. Noch interessanter wird die Sache, wenn man auf das Konzernergebnis guckt (das die Restrukturierungen berücksichtigt). 2016 lag es bei 279 Mio. Euro, 2017 bei 156 Mio. Euro. Denkt man sich davon nun die außerordentlichen Erträge weg (831 Mio. Euro in 2016 und 557 Mio. Euro in 2017), dann sind die Zahlen plötzlich nicht mehr schwarz, sondern rot.

Kurzum, was passiert, wenn die Einmaleffekte mal nicht mehr so günstig ausfallen wie zuletzt? Und was ist eigentlich noch an Tafelsilber übrig, wenn man bedenkt, was zuletzt alles abgestoßen wurde. Sehen Sie hier unsere große Tabelle, in der wir die vielen Einmalerlöse der vergangenen 24 Monate einfach mal fein säuberlich aufdröselt haben:

Erlös*
Verkauf der Unternehmenszentrale 225 Q3 2017
Wertaufholung Heta-Anleihen 135 Q4 2016
Verkauf von Immobilien 133 Q4 2016
Auflösung Joint-Venture mit BNP Paribas 131 Q3 2017
Verkauf Anteile an Visa Europe 123 Q2 2016
Verkauf Anteile an Concardis 89 Q3 2017
Wertaufholung im Bereich Public Finance 68 Q1 2016
Sonderdividende Euro Kartensystem GmbH 44 Q1 2016
Verkauf von Anleihepositionen 43 Q1 2016
Verkauf der Commerzbank Luxemburg (Cisal) 25 Q3 2016
Sonstige Bewertungseffekte in 2016 328
Sonstige Bewertungseffeke in 2017 44
Summe: 1388
* bzw.: GuV-Effekt in Millionen Euro
Quellen: Quartalsberichte, Präsentationen

 

An uns (den Medien), liebe Deutsche Bank und liebe DWS, hat es ganz sicher nicht gelegen …

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn die Deutsche Bank aus dem IPO-Prozess der DWS irgendetwas Positives mitnehmen kann – dann, dass es an medialem Rückenwind (von wem auch immer der gesät wurde) nicht gemangelt hat. Das begann mit der Geschichte, die DWS sammle „wieder kräftig Kundengeld ein“ (HB, 25.1.) – dabei reichten die 2017-Zuflüsse bei weitem nicht aus, um die 2016er-Abflüsse zu kompensieren.

Weiter ging es mit der Story, Nippon Life wolle sich mit „annähernd 10%“ an der DWS beteiligen  (FAZ, 6.3.); letztlich waren es dann doch nur 5%. Schön auch: „Blackrock könnte sich an DWS-Börsengang beteiligen“ (HB, 6.3.). Oder: Orderbücher „wenige Stunden nach Beginn der Zeichnungsfrist bereits gefüllt“ (BÖZ, 15.3.). Der Höhepunkt dann diese Woche, als Reuters, BÖZ, HB und FAZ quasi parallel  von einer (deutlichen) „Überzeichnung“ der Emission berichteten.

Dabei kam nur wenige Stunden später der Moment, in dem Finanz-PR auf Wirklichkeit traf. Preisspanne: 32 bis 33 Euro. Maximaler Emissionserlös: 1,65 Mrd. Euro (statt der angestrebten 2,0 Mrd. Euro). Das mag unterm Strich okay sein. Aber es klafft doch eine gefühlte Lücke zwischen dem, was wochenlang zu lesen war, und dem, was jetzt ist.

22/03/18: Savedroid vs. Fraspa, Apple Pay ist da, Gini, Deutsche-Bank-Schock

An uns (den Medien), liebe Deutsche Bank und liebe DWS, hat es ganz sicher nicht gelegen …

Wenn die Deutsche Bank aus dem IPO-Prozess der DWS irgendetwas Positives mitnehmen kann – dann, dass es an medialem Rückenwind (von wem auch immer der gesät wurde) nicht gemangelt hat. Das begann mit der Geschichte, die DWS sammle „wieder kräftig Kundengeld ein“ (HB, 25.1.) – dabei reichten die 2017-Zuflüsse bei weitem nicht aus, um die 2016er-Abflüsse zu kompensieren. Weiter ging es mit der Story, Nippon Life wolle sich mit „annähernd 10%“ an der DWS beteiligen  (FAZ, 6.3.); letztlich waren es dann doch nur 5%. Schön auch: „Blackrock könnte sich an DWS-Börsengang beteiligen“ (HB, 6.3.). Oder: Orderbücher „wenige Stunden nach Beginn der Zeichnungsfrist bereits gefüllt“ (BÖZ, 15.3.). Der Höhepunkt dann diese Woche, als Reuters, BÖZ, HB und FAZ quasi parallel  von einer (deutlichen) „Überzeichnung“ der Emission berichteten. Dabei kam nur wenige Stunden später der Moment, in dem Finanz-PR auf Wirklichkeit traf. Preisspanne: 32 bis 33 Euro. Maximaler Emissionserlös: 1,65 Mrd. Euro (statt der angestrebten 2,0 Mrd. Euro). Das mag unterm Strich okay sein. Aber es klafft doch eine gefühlte Lücke zwischen dem, was wochenlang zu lesen war, und dem, was jetzt ist.

Manager Magazin (mit der News zur Preisspanne)

Moltke bringt mit Gewinnwarnung die Deutsche-Bank-Aktie zum Einsturz

Und als wäre die Lage nicht schon trist genug gewesen (Boni-Aufregung, DWS-Enttäuschung, Winter-Einbruch) – auch das noch: Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke hat gestern mit einer Art Gewinnwarnung die Aktie seines Arbeitgebers mal so richtig ins Rutschen gebracht. Um bis zu 7% (!) lagen die Papiere im Minus, nachdem von Moltke auf einer Investorenkonferenz erzählt hatte, wegen des starken Euros und höherer Refinanzierungskosten rechne sein Institut mit Belastungen von rund 450 Millionen Euro. Nun herrschte gestern bis in die Abendstunden hinein Verwirrung, inwiefern die Aussagen überhaupt einen Neuigkeitswert hatten. So sprach der Analyst Stuart Graham von „Fake News“, da die Währungseffekte längst bekannt gewesen seien. Doch so oder so: Auch diese Geschichte wirft kein gutes Licht auf die Deutsche Bank. SZ, Handelsblatt, Aktienkurs

News

Das Frankfurter Fintech Savedroid stichelt/polemisiert öffentlich gegen die Frankfurter Sparkasse: So stellt sich die Sache für uns jedenfalls dar, nachdem wir Twitter konsultiert haben, Zeugen vernommen haben, mit dem Savedroid-Chef telefoniert haben (was nicht so einfach war, weil er in der S-Bahn und wir auf dem Spielplatz waren) und versucht haben, mit der Fraspa-Sprecherin zu telefonieren (die aber nichts sagen wollte). Worum geht es konkret: Erst hat die Fraspa offenbar das Konto von Savedroid gekündigt. Der Grund, unserer Vermutung nach: Weil auf ebendieses  Konto auch Gelder aus dem Savedroid-ICO geflossen sind (und ICOs sind aus Sicht der Fraspa vermutlich so eine Sache …). Darob war der Savedroid-Chef dann offenkundig so unamüsiert, dass er das Kündigungsschreiben (bzw. dessen obere Hälfte) gestern bei einer Veranstaltung in Berlin an die Wand projiziert hat. Sonst ist nix passiert? Nö. Warum wir dann berichten? Weil es ein bemerkenswertes Novum ist, von einem Hamburger Spielplatz aus eine Frankfurter Kindergarten-Story zu recherchieren.

Wer nach einem Beleg sucht, wie brutal sich der Niedrigzins dann doch in die Bilanzen zumindest einiger deutscher Banken hineinfrisst …, der sollte sich einfach mal Seite 6 der IR-Präsentation zu den gestern vorgelegten Helaba-Zahlen anschauen. Denn grafisch sieht so ein Minus von 11% noch krasser aus, als es sich hingeschrieben liest. Hinzu kommt eine satte Abschreibung auf den Firmenwert der  Frankfurter Sparkasse (siehe Seite 8), sodass man gar nicht berechnen will, wie schlecht die 2017er-Zahlen ausgefallen wären, wenn nicht das Handelsergebnis im positiven Sinne explodiert wäre (Seite 7). IR-Präsentation (PDF), Reuters (mit Ausblick auf 2018)

Erneute Groß-Razzia bei M.M. Warburg: Laut „Handelsblatt“ haben rund 50 Ermittler am Dienstag und Mittwoch Büros der Hamburger Privatbank  sowie Wohnungen von Gesellschaftern durchsucht. Der Hintergrund, so das HB:  Der Verdacht auf „schwere Steuerhinterziehung“ im Zusammenhang mit Cum-Ex und Cum-Cum habe sich offenbar „nicht abgeschwächt, sondern verstärkt“. Wenn man bedenkt, wie rigoros Warburg die massiven Vorwürfe immer zurückgewiesen hat (und auch weiterhin zurückweist), bleibt als Eindruck zurück, dass die Sache nur extrem bitter enden kann. Für die Staatsanwaltschaft. Oder für de Bank. Handelsblatt (Paywall)

Beyond.de

Die Neuordnung des Payment-Markts in der DACH-Region erfolgt … Mitte dieses Jahres. Bis dahin nämlich will der Schweizer Finanztechnologie-Konzern SIX seine milliardenschwere Zahlungsdienste-Tochter verkauft haben, wie gestern verlautete. Zur Erinnerung: Zu den Interessenten gehören auch die Finanzinvestoren Bain und Advent, die SIX mit der deutschen Concardis verschmelzen könnten. Reuters/HB

Linktipps

 

Ist Fintech das Einfallstor für Finanzbetrügereien aller Art und ungeahnten Ausmaßes? Dies zumindest scheint ein hochrangiger britischer Richter zu befürchten. FT (Paywall)Rede im Original

Wie man in Deutschland Apple Pay nutzen kann (und zwar ohne dass Apple seinen Bezahldienst in Deutschland eingeführt hätte). Paymentandbanking

Klar, die Digitalisierung beschäftigt die Bank-CEOs … aber noch mehr Gedanken machen sie sich einer Studie zufolge über Cybercrime und (immer noch) über Regulierung. IT-Finanzmagazin, Handelsblatt

„Immer neue Ausreden“: Die Deutsche Bank habe nicht nur ein Umsetzungs-, sondern sehr wohl auch ein Strategieproblem, schreibt Daniel Schäfer heute Früh im Handelsblatt (Paywall).

„Es reicht“: FAZ-Kollege Braunberger sieht die Sache ähnlich wie HB-Kollege Schäfer. FAZ

Interessantes Stück heute über Hans-Dieter Kemler, den (einigermaßen) neuen Kapitalmarktvorstand der Helaba, dem der Ruf vorauseilt, sich mit Digitalisierung tatsächlich auszukennen, was vielleicht nicht die Kernkompetenz in seiner Position sein sollte, ja aber auch nicht schaden kann. FAZ (Seite 20)

Gestern Abend, als wir schon halb aus der Tür waren, um den ersten Kneipenbesuch seit Mai letzten Jahres zu absolvieren, morst uns doch tatsächlich via Linkedin der „Strategy Executer“ des Fintechs Gini  an, ob wir nicht das soeben gelaunchte „Demoprodukt für den Volldigitalen Kreditantrag auch ohne X2SA“ verlinken wollen. Antwort an den jungen Mann: „Finanz-Szene.de“ verlinkt grundsätzlich und selbstverständlich nur nach intensiver journalistischer Prüfung des Neuigkeitswerts. Außer in Ausnahmefällen. Gini

Karriere

Diese 100 Fragen … werden Jobaspiranten in Vorstellungsgesprächen bei Banken in Deutschland und der Schweiz gestellt (natürlich nicht alle in ein- und demselben Gespräch). efinancialcareers

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… war gestern das Interview mit dem Markenchef der Commerzbank. Horizont

22/03/18: Deutsche-Bank-Schock, Zinsdesaster bei der Helaba, Die PR der DWS

An uns (den Medien), liebe Deutsche Bank und liebe DWS, hat es ganz sicher nicht gelegen …

Wenn die Deutsche Bank aus dem IPO-Prozess der DWS irgendetwas Positives mitnehmen kann – dann, dass es an medialem Rückenwind (von wem auch immer der gesät wurde) nicht gemangelt hat. Das begann mit der Geschichte, die DWS sammle „wieder kräftig Kundengeld ein“ (HB, 25.1.) – dabei reichten die 2017-Zuflüsse bei weitem nicht aus, um die 2016er-Abflüsse zu kompensieren. Weiter ging es mit der Story, Nippon Life wolle sich mit „annähernd 10%“ an der DWS beteiligen  (FAZ, 6.3.); letztlich waren es dann doch nur 5%. Schön auch: „Blackrock könnte sich an DWS-Börsengang beteiligen“ (HB, 6.3.). Oder: Orderbücher „wenige Stunden nach Beginn der Zeichnungsfrist bereits gefüllt“ (BÖZ, 15.3.). Der Höhepunkt dann diese Woche, als Reuters, BÖZ, HB und FAZ quasi parallel  von einer (deutlichen) „Überzeichnung“ der Emission berichteten. Dabei kam nur wenige Stunden später der Moment, in dem Finanz-PR auf Wirklichkeit traf. Preisspanne: 32 bis 33 Euro. Maximaler Emissionserlös: 1,65 Mrd. Euro (statt der angestrebten 2,0 Mrd. Euro). Das mag unterm Strich okay sein. Aber es klafft doch eine gefühlte Lücke zwischen dem, was wochenlang zu lesen war, und dem, was jetzt ist.

Manager Magazin (mit der News zur Preisspanne)

Moltke bringt mit Gewinnwarnung die Deutsche-Bank-Aktie zum Einsturz

Und als wäre die Lage nicht schon trist genug gewesen (Boni-Aufregung, DWS-Enttäuschung, Winter-Einbruch) – auch das noch: Deutsche-Bank-Finanzchef James von Moltke hat gestern mit einer Art Gewinnwarnung die Aktie seines Arbeitgebers mal so richtig ins Rutschen gebracht. Um bis zu 7% (!) lagen die Papiere im Minus, nachdem von Moltke auf einer Investorenkonferenz erzählt hatte, wegen des starken Euros und höherer Refinanzierungskosten rechne sein Institut mit Belastungen von rund 450 Millionen Euro. Nun herrschte gestern bis in die Abendstunden hinein Verwirrung, inwiefern die Aussagen überhaupt einen Neuigkeitswert hatten. So sprach der Analyst Stuart Graham von „Fake News“, da die Währungseffekte längst bekannt gewesen seien. Doch so oder so: Auch diese Geschichte wirft kein gutes Licht auf die Deutsche Bank. SZ, Handelsblatt, Aktienkurs

News

Wer nach einem Beleg sucht, wie brutal sich der Niedrigzins dann doch in die Bilanzen zumindest einiger deutscher Banken hineinfrisst …, der sollte sich einfach mal Seite 6 der IR-Präsentation zu den gestern vorgelegten Helaba-Zahlen anschauen. Denn grafisch sieht so ein Minus von 11% noch krasser aus, als es sich hingeschrieben liest. Hinzu kommt eine satte Abschreibung auf den Firmenwert der  Frankfurter Sparkasse (siehe Seite 8), sodass man gar nicht berechnen will, wie schlecht die 2017er-Zahlen ausgefallen wären, wenn nicht das Handelsergebnis im positiven Sinne explodiert wäre (Seite 7). IR-Präsentation (PDF), Reuters (mit Ausblick auf 2018)

Erneute Groß-Razzia bei M.M. Warburg: Laut „Handelsblatt“ haben rund 50 Ermittler am Dienstag und Mittwoch Büros der Hamburger Privatbank  sowie Wohnungen von Gesellschaftern durchsucht. Der Hintergrund, so das HB:  Der Verdacht auf „schwere Steuerhinterziehung“ im Zusammenhang mit Cum-Ex und Cum-Cum habe sich offenbar „nicht abgeschwächt, sondern verstärkt“. Wenn man bedenkt, wie rigoros Warburg die massiven Vorwürfe immer zurückgewiesen hat (und auch weiterhin zurückweist), bleibt als Eindruck zurück, dass die Sache nur extrem bitter enden kann. Für die Staatsanwaltschaft. Oder für de Bank. Handelsblatt (Paywall)

Beyond.de

Die Neuordnung des Payment-Markts in der DACH-Region erfolgt … Mitte dieses Jahres. Bis dahin nämlich will der Schweizer Finanztechnologie-Konzern SIX seine milliardenschwere Zahlungsdienste-Tochter verkauft haben, wie gestern verlautete. Zur Erinnerung: Zu den Interessenten gehören auch die Finanzinvestoren Bain und Advent, die SIX mit der deutschen Concardis verschmelzen könnten. Reuters/HB

Falls es irgendwer nicht mitbekommen haben sollte: Die Fed hat gestern Abend (deutscher Zeit) die Zinsen erhöht. Spiegel-Online

Linktipps

„Immer neue Ausreden“: Die Deutsche Bank habe nicht nur ein Umsetzungs-, sondern sehr wohl auch ein Strategieproblem, schreibt Daniel Schäfer heute Früh im Handelsblatt (Paywall).

„Es reicht“: FAZ-Kollege Braunberger sieht die Sache ähnlich wie HB-Kollege Schäfer. FAZ

Interessantes Stück heute über Hans-Dieter Kemler, den (einigermaßen) neuen Kapitalmarktvorstand der Helaba, dem der Ruf vorauseilt, sich mit Digitalisierung tatsächlich auszukennen, was vielleicht nicht die Kernkompetenz in seiner Position sein sollte, ja aber auch nicht schaden kann. FAZ (Seite 20)

Ist Fintech das Einfallstor für Finanzbetrügereien aller Art und ungeahnten Ausmaßes? Dies zumindest scheint ein hochrangiger britischer Richter zu befürchten. FT (Paywall)Rede im Original

Wie man in Deutschland Apple Pay nutzen kann (und zwar ohne dass Apple seinen Bezahldienst in Deutschland eingeführt hätte). Paymentandbanking

Klar, die Digitalisierung beschäftigt die Bank-CEOs … aber noch mehr Gedanken machen sie sich einer Studie zufolge über Cybercrime und (immer noch) über Regulierung. IT-Finanzmagazin, Handelsblatt

Gestern Abend, als wir schon halb aus der Tür waren, um den ersten Kneipenbesuch seit Mai letzten Jahres zu absolvieren, morst uns doch tatsächlich via Linkedin der „Strategy Executer“ des Fintechs Gini  an, ob wir nicht das soeben gelaunchte „Demoprodukt für den Volldigitalen Kreditantrag auch ohne X2SA“ verlinken wollen. Antwort an den jungen Mann: „Finanz-Szene.de“ verlinkt grundsätzlich und selbstverständlich nur nach intensiver journalistischer Prüfung des Neuigkeitswerts. Außer in Ausnahmefällen. Gini

Aus der Szene

Das Frankfurter Fintech Savedroid stichelt/polemisiert öffentlich gegen die Frankfurter Sparkasse: So stellt sich die Sache für uns jedenfalls dar, nachdem wir Twitter konsultiert haben, Zeugen vernommen haben, mit dem Savedroid-Chef telefoniert haben (was nicht so einfach war, weil er in der S-Bahn und wir auf dem Spielplatz waren) und versucht haben, mit der Fraspa-Sprecherin zu telefonieren (die aber nichts sagen wollte). Worum geht es konkret: Erst hat die Fraspa offenbar das Konto von Savedroid gekündigt. Der Grund, unserer Vermutung nach: Weil auf ebendieses  Konto auch Gelder aus dem Savedroid-ICO geflossen sind (und ICOs sind aus Sicht der Fraspa vermutlich so eine Sache …). Darob war der Savedroid-Chef dann offenkundig so unamüsiert, dass er das Kündigungsschreiben (bzw. dessen obere Hälfte) gestern bei einer Veranstaltung in Berlin an die Wand projiziert hat. Sonst ist nix passiert? Nö. Warum wir dann berichten? Weil es ein bemerkenswertes Novum ist, von einem Hamburger Spielplatz aus eine Frankfurter Kindergarten-Story zu recherchieren.

Karriere

Diese 100 Fragen … werden Jobaspiranten in Vorstellungsgesprächen bei Banken in Deutschland und der Schweiz gestellt (natürlich nicht alle in ein- und demselben Gespräch). efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern das Interview mit dem Markenchef der Commerzbank. Horizont

Steigt US-Konzern First Data bei Sparkassen-Acquirer BS Payone ein?

Von Heinz-Roger Dohms

Die deutschen Sparkassen sondieren nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen möglichen Einstieg des US-Konzerns First Data beim öffentlich-rechtlichen Zahlungs-Dienstleister BS Payone. Dahinter könnte die Idee stehen, dass First Data seine hiesige Tochter Telecash bei BS Payone einbringt und im Gegenzug einen Anteil an der fusionierten Firma erhält. Weder der Deutsche Sparkassenverlag, der hinter BS Payone steht, noch First Data wollte sich zu den Informationen äußern.

Die Sparkassen hatten vor knapp einem Jahr bekanntgegeben, dass sie einen Investor für ihren hauseigenen Payment-Spezialisten suchen. Um die Attraktivität der Tochter zu steigern, verschmolzen sie zunächst die einstige B+S Card Services (die ihre Stärken im stationären Handel hat) mit dem 2015 übernommenen Kieler Finanz-Startup Payone (das auf den Internethandel ausgerichtet ist). Erklärtes Ziel ist es, mit dem Einstieg eines neuen Investors „das deutsche Acquiring-Geschäft mit europaweit agierenden Händlern zu stärken und weiter auszubauen“, wie eine Sprecherin von BS Payone kürzlich erläuterte. Der M&A-Prozess soll bis Ende diesen Jahren abgeschlossen sein

Als Favorit für einen Einstieg bei BS Payone galten bislang die beiden US-Finanzinvestoren Bain und Advent. Auf den ersten Blick würde solch ein Bündnis durchaus Sinn gemacht – schließlich haben Bain und Advent den deutschen Banken zuletzt bereits den Acquirer Concardis abgekauft, zudem erwarben sie das aufstrebende Berliner Bezahl-Startup Ratepay sowie die deutschen Netzbetreiber PCS PayCard Services und Simplepay.

Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ dürfte ein etwaiges Bündnis allerdings daran scheitern, dass die Sparkassen erklärtermaßen nur einen Minderheits-Anteil an BS Payone abgeben wollen. Für Bain und Advent wäre ein Deal dem Vernehmen nach aber nur dann attraktiv gewesen, wenn sie selber die Mehrheit an dem Sparkassen-Acquirer hätten erwerben können. „Die Reihen der Interessenten lichten sich. Während First Data gut im Rennen liegt, sind andere – darunter Bain und Advent – de facto ausgeschieden“, sagte ein Insider. Ein Sprecher von Bain lehnte einen Kommentar ab.

First Data, sagen Marktkenner, könnte sich durchaus mit einem Minderheitsanteil an dem Sparkassen-Unternehmen zufriedengeben. Hintergrund: Der US-Payment-Riese war in den frühen Nullerjahren mit beträchtlichem Ehrgeiz nach Deutschland gekommen und hatte 2003 zunächst Telecash (von der Telekom) sowie 2006 den Kartenabwickler GZS (von den Banken) übernommen. Welch starke Stellung die Amerikaner seinerzeit am deutschen Markt hatten, zeigte sich daran, dass die GZS-Tochter Easycash (die heute zu Ingenico gehört) im Zuge der Übernahme gleich wieder verkauft werden musste – ansonsten hätte das Bundeskartellamt dem Deal die Zusage verweigert, weil Telecash und GZS/Easycash im deutschen Netzbetrieb auf einen Marktanteil von über 50 Prozent gekommen wären.

Zuletzt war von dem einstigen Ehrgeiz allerdings nicht mehr ganz so viel zu spüren. Um Telecash und First Data wurde es mit den Jahren immer ruhiger, in den vergangenen 36 Monaten veröffentlichte der hiesige Ableger des US-Konzerns eine einzige Pressemitteilung (sie bezog sich auf die Einführung des „smarten Kassensystems“ Clover in Deutschland und Österreich). Insofern könnten die Amerikaner durchaus geneigt sein, mit BS Payone gemeinsame Sache zu machen.

Aus Sparkassen-Perpektive wäre so eine Konstellation sehr präsentabel. Sie hätten die B+S Card Systems binnen kurzer Zeit um gleich zwei Firmen erweitert (Payone und Telecash) – und hätten weiterhin das Sagen. Ob die Dreierkombinantion allerdings auch strategisch Sinn ergäbe, ist eine andere Frage: „Die Payone ist noch gar nicht richtig integriert, da holt man sich womöglich schon das nächsten Integrationsprojekt ins Unternehmen“, sagt ein Kenner.

Unklar ist auch, ob First Data wirklich der Aktionär ist, den sich BS-Payone-Chef Niklaus Santschi wünscht. Die Sparkassen hatten den branchenweit angesehenen Schweizer Payment-Manager Ende 2016 verpflichtet, um die etwas angestaubte B+S für die Digital-Ära fitzumachen. Theoretisch müsste sich Santschi als Minderheitsgesellschafter aber eigentlich einen  Finanzinvestor wünschen – denn der brächte im besten Fall nicht nur Geld mit, sondern könnte ihm auch helfen, die Sparkassen vor sich herzutreiben.

21/03/18: Die zehn größten deutschen Fintech-Deals, SumUp, BS Payone, Nachklapp N26

Exklusiv: Steigt US-Konzern First Data bei Sparkassen-Acquirer BS Payone ein?

Die deutschen Sparkassen sondieren nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen möglichen Einstieg des US-Konzerns First Data bei ihrem Zahlungs-Dienstleister BS Payone. Dahinter könnte die Idee stehen, dass First Data seine hiesige Tochter Telecash bei BS Payone einbringt und im Gegenzug einen Anteil an der fusionierten Firma erhält. Die Sparkassen hatten letztes Jahr bekanntgegeben, dass sie einen Investor für ihren  Payment-Spezialisten suchen. Um die Attraktivität der Tochter zu steigern, verschmolzen sie zunächst die einstige B+S Card Services mit dem 2015 übernommenen Kieler Finanz-Startup Payone. Als Favorit für einen Einstieg bei BS Payone galten bislang die US-Finanzinvestoren Bain und Advent. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ dürfte deren Einstieg allerdings daran scheitern, dass die Sparkassen erklärtermaßen nur einen Minderheits-Anteil an BS Payone abgeben wollen – was Bain und Advent vermutlich zu wenig ist. Lesen Sie hier die ganze Geschichte (oder auch nicht, falls Ihnen die Suppe noch zu dünn sein sollte und/oder Payment nicht Ihr Thema ist):

Finanz-Szene.de

Das sind die zehn größten deutschen Fintech-Deals

130 Millionen Euro – mit der Rekordfinanzierung für N26 erklimmt die deutsche Fintech-Branche eine neue Entwicklungsstufe. Erstmals überhaupt erhält ein hiesiges Finanz-Startup (gemeint sind „Fintechs im engeren Sinne“ gemäß der Definition von „Finanz-Szene.de“) eine Eigenkapital-Spritze in dreistelliger Millionenhöhe. Nimmt man das Funding der Solarisbank von Anfang März hinzu, dann haben zwei der größten deutschen Fintechs binnen eines Monats zusammen sogar fast 200 Millionen Euro in die Kassen bekommen. Geht das jetzt so weiter? Zumindest fällt auf: Sechs der zehn größten Finanzierungen wurden seit Anfang 2017 (also binnen der letzten 15 Monate) verbucht. Und: Die deutschen Fintechs sind noch nicht am Ende ihrer Funding-Historie, abgesehen von Kreditech ist keines der jüngeren deutschen Fintechs über die „Series C“-Runde hinaus. Sehen Sie hier den Überblick: Finanz-Szene.de

News

Fusioniert die Allianz demnächst mit N26? Na – soweit es ist noch nicht und wird es vermutlich auch nie kommen. Aber interessant darf man schon finden, dass der CEO von Allianz X in der offiziellen Pressemitteilung des Versicherers explizit von einem „Zusammengehen zwischen N26 und der Allianz Gruppe“ spricht. Dass es sich lediglich um eine schlecht gewählte Formulierung handelt, erscheint unwahrscheinlich. Immerhin werden solche Pressemitteilung ja x-mal bzw. 26-mal intern abgestimmt. Allianz

SumUp gewinnt den Glauben: Die Church of England führt die Mini-Zahlungsterminals des deutschen-britischen Fintechs für ihre 16.000 Mitgliedskirchen ein (wobei SumUp, wenn wir es richtig verstehen, bei dem Deal gemeinsame Sache mit dem schwedischen Konkurrenten iZettle macht). Financial Times (Paywall), Huffington Post

DWS-Börsengang „deutlich“ überzeichnet: Das zumindest berichteten gestern Abend urplötzlich quasi alle Medien, die für die Causa ein gesteigertes Interesse aufbringen (HB, BÖZ, FAZ, Reuters). Dass der für diesen Freitag geplante IPO noch scheitert, dürfte damit nahezu ausgeschlossen sein – zumal mit Nippon Life und den Franzosen mit dem seltsamen Namen („Tikehau“) ja schon zwei Großaktionäre gefunden scheinen. Indes: Ob der Emissionspreis wirklich am oberen Ende der Preisspanne von 30 bis 36 Euro liegen wird (worauf eine deutlich Überzeichnung ja eigentlich hindeuten sollte), bleibt abzuwarten. So haben die Kollegen der FAZ gestern mal in den vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gelugt und festgestellt, dass die Papiere dort zu nur 33,45 Euro gehandelt wurden. Handelsblatt, Reuters, FAZ (Seite 23)

Wo das Provisionswunder der Volks- und Raiffeisenbanken (abgesehen von höheren Kontogebühren) auch herrührt: Die R+V hat 2017 Provisionen in Höhe von 498 Millionen Euro verteilt, wie Kollege Freiberger  aus den gestern vorgelegten Zahlen des genossenschaftlichen Versicherers destilliert hat. Das bedeutete nochmals einen Zuwachs von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. SZ (Seite 18)

Wird Ex-IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter (irgendwann) Aufsichtsratschef der Deutschen Börse? Das zumindest spekuliert das „Manager Magazin“, das dem jetzigen AR-Vorsitzenden Faber übrigens attestiert, er habe „fast alles falsch gemacht“. MM 

Ex-Digitalmanager der Deutschen Bank hat neue Pläne: Baki Irmak startet mit dem Tech-Experten Stefan Waldhauser (der sich als Über-Performer auf der Social-Trading-Plattform Wikifolio einen Namen gemacht hat) einen eigenen Fonds. Dieser soll in Unternehmen investieren, die die Digitalisierung besonders gut meistern. Fondsprofessionell

Linktipps

Aus aktuellem Anlass: Das sind die zehn bislang größten Finanzierungs-Runden deutscher Fintechs …  Finanz-Szene.de

Und ebenfalls aus aktuellem Anlass: Wie Smartphone-Banken traditionelle Geldhäuser das Fürchten lehren. Handelsblatt (Paywall)

Und nochmal aus aktuellem Anlass: Versucht die Allianz mit N26 das, was sie mit der Dresdner Bank nicht geschafft hat? Finance Magazin

Lena rennt (nicht mehr): Commerzbank-Markenchef Uwe Hellmann erklärt, was es mit der neuen Werbekampagne seines Instituts auf sich hat. Horizont

Die Zähmung: Dirk Elsner erklärt, warum die härtere Gangart der Aufseher hoffentlich zu einer Professionalisierung der Krypto-Bewegung führen wird. Capital

IoT und die Banken: Wie sich Filialen durch das Internet der Dinge verändern (könnten). Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern so ziemlich alles (die Click-Rate lag bis Redaktionsschluss bei unfassbaren rund 35 Prozent). Letzten Endes setzte sich N26 knapp vor der Volkswagen-Bank durch

21/03/18: US-Investor für Sparkassen-Tochter?, IPO-Preis der DWS, Coba-Kampagne

Exklusiv: Steigt US-Konzern First Data bei Sparkassen-Acquirer BS Payone ein?

Die deutschen Sparkassen sondieren nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen möglichen Einstieg des US-Konzerns First Data bei ihrem Zahlungs-Dienstleister BS Payone. Dahinter könnte die Idee stehen, dass First Data seine hiesige Tochter Telecash bei BS Payone einbringt und im Gegenzug einen Anteil an der fusionierten Firma erhält. Die Sparkassen hatten letztes Jahr bekanntgegeben, dass sie einen Investor für ihren  Payment-Spezialisten suchen. Um die Attraktivität der Tochter zu steigern, verschmolzen sie zunächst die einstige B+S Card Services mit dem 2015 übernommenen Kieler Finanz-Startup Payone. Als Favorit für einen Einstieg bei BS Payone galten bislang die US-Finanzinvestoren Bain und Advent. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ dürfte deren Einstieg allerdings daran scheitern, dass die Sparkassen erklärtermaßen nur einen Minderheits-Anteil an BS Payone abgeben wollen – was Bain und Advent vermutlich zu wenig ist. Lesen Sie hier die ganze Geschichte (oder auch nicht, falls Ihnen die Suppe noch zu dünn sein sollte und/oder Payment nicht Ihr Thema ist):

Finanz-Szene.de

News

DWS-Börsengang „deutlich“ überzeichnet: Das zumindest berichteten gestern Abend urplötzlich quasi alle Medien, die für die Causa ein gesteigertes Interesse aufbringen (HB, BÖZ, FAZ, Reuters). Dass der für diesen Freitag geplante IPO noch scheitert, dürfte damit nahezu ausgeschlossen sein – zumal mit Nippon Life und den Franzosen mit dem seltsamen Namen („Tikehau“) ja schon zwei Großaktionäre gefunden scheinen. Indes: Ob der Emissionspreis wirklich am oberen Ende der Preisspanne von 30 bis 36 Euro liegen wird (worauf eine deutlich Überzeichnung ja eigentlich hindeuten sollte), bleibt abzuwarten. So haben die Kollegen der FAZ gestern mal in den vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gelugt und festgestellt, dass die Papiere dort zu nur 33,45 Euro gehandelt wurden. Handelsblatt, Reuters, FAZ (Seite 23)

Fusioniert die Allianz demnächst mit N26? Na – soweit es ist noch nicht und wird es vermutlich auch nie kommen. Aber interessant darf man schon finden, dass der CEO von Allianz X in der offiziellen Pressemitteilung des Versicherers explizit von einem „Zusammengehen zwischen N26 und der Allianz Gruppe“ spricht. Dass es sich lediglich um eine schlecht gewählte Formulierung handelt, erscheint unwahrscheinlich. Immerhin werden solche Pressemitteilung ja x-mal bzw. 26-mal intern abgestimmt. Allianz

Beim Brexit-Banker i.w.S. muss es sich nicht zwingend um einen Brexit-Banker i.e.S. handeln: … was man daran erkennt, dass die kanadische Ratingagentur DBRS gestern angekündigt hat, ein Frankfurter Büro eröffnen zu wollen (nachdem jüngst ja auch schon Fitch mitgeteilt hatte, den Standort FFM wegen des Brexits auszubauen). Und dann hätten wir noch eine Meldung für das Poesie-Album von Frankfurt-Main-Finance-Geschäftsführer Hubertus Väth: Die US-Investment-Boutique Raymond James will ebenfalls eine Frankfurter Dependance eröffnen. FAZ (DBRS), Handelsblatt (Raymond James)

Wo das Provisionswunder der Volks- und Raiffeisenbanken (abgesehen von höheren Kontogebühren) auch herrührt: Die R+V hat 2017 Provisionen in Höhe von 498 Millionen Euro verteilt, wie Kollege Freiberger  aus den gestern vorgelegten Zahlen des genossenschaftlichen Versicherers destilliert hat. Das bedeutete nochmals einen Zuwachs von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. SZ (Seite 18)

Unser aller Bad Bank (also die FMS Wertmanagement) unternimmt einen neuen Versuch, die Depfa zu verkaufen: Die geplante Transaktion sei Teil eines Masterplans (Codewort „Next“), mit dem die FMSW bis 2025 ihre eigene Auflösung sicherstellen wolle, berichtet „Capital“.

Wird Ex-IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter (irgendwann) Aufsichtsratschef der Deutschen Börse? Das zumindest spekuliert das „Manager Magazin“, das dem jetzigen AR-Vorsitzenden Faber übrigens attestiert, er habe „fast alles falsch gemacht“. MM 

Ex-Digitalmanager der Deutschen Bank hat neue Pläne: Baki Irmak startet mit dem Tech-Experten Stefan Waldhauser (der sich als Über-Performer auf der Social-Trading-Plattform Wikifolio einen Namen gemacht hat) einen eigenen Fonds. Dieser soll in Unternehmen investieren, die die Digitalisierung besonders gut meistern. Fondsprofessionell

SumUp gewinnt den Glauben: Die Church of England führt die Mini-Zahlungsterminals des deutschen-britischen Fintechs für ihre 16.000 Mitgliedskirchen ein (wobei SumUp, wenn wir es richtig verstehen, bei dem Deal gemeinsame Sache mit dem schwedischen Konkurrenten iZettle macht). Financial Times (Paywall), Huffington Post

Linktipps

Aus aktuellem Anlass: Das sind die zehn bislang größten Finanzierungs-Runden deutscher Fintechs …  Finanz-Szene.de

Und ebenfalls aus aktuellem Anlass: Wie Smartphone-Banken traditionelle Geldhäuser das Fürchten lehren. Handelsblatt (Paywall)

Und nochmal aus aktuellem Anlass: Versucht die Allianz mit N26 das, was sie mit der Dresdner Bank nicht geschafft hat? Finance Magazin

Lena rennt (nicht mehr): Commerzbank-Markenchef Uwe Hellmann erklärt, was es mit der neuen Werbekampagne seines Instituts auf sich hat. Horizont

Die Zähmung: Dirk Elsner erklärt, warum die härtere Gangart der Aufseher hoffentlich zu einer Professionalisierung der Krypto-Bewegung führen wird. Capital

IoT und die Banken: Wie sich Filialen durch das Internet der Dinge verändern (könnten). Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern so ziemlich alles (die Click-Rate lag bis Redaktionsschluss bei unfassbaren rund 35 Prozent). Letzten Endes setzte sich N26 knapp vor der Volkswagen-Bank durch

Das sind die zehn bislang größten Fintech-Fundings in Deutschland

Von Heinz-Roger Dohms

130 Millionen Euro – mit der Rekordfinanzierung für N26 erklimmt die deutsche Fintech-Branche eine neue Entwicklungsstufe. Erstmals überhaupt erhält ein hiesiges Finanz-Startup (gemeint sind „Fintechs im engeren Sinne“ gemäß der Definition von „Finanz-Szene.de“) eine Eigenkapital-Spritze in dreistelliger Millionenhöhe. Nimmt man das Funding der Solarisbank von Anfang März hinzu, dann haben zwei der größten deutschen Fintechs binnen eines Monats zusammen fast 200 Millionen Euro in die Kassen bekommen.

Geht das jetzt so weiter? In dem Tempo sicher nicht. Denn Fintechs mit großen internationalen Ambitionen  (wie N26, Solarisbank oder Kreditech) gibt es in Deutschland eher wenige, Fundings in dreistelliger Millionenhöhe dürften darum die Ausnahme bleiben. Allerdings: Finanzierungsrunden irgendwo zwischen 50 und 100 Millionen Euro könnte es bald weitere geben. Denn: Die Tendenz zeigt klar in diese Richtung, sechs der zehn größten Finanzierungen wurden seit Anfang 2017 (also binnen der letzten 15 Monate) verbucht. Und: Die deutsche Fintechs sind noch nicht am Ende ihrer Funding-Historie, abgesehen von Kreditech ist keines der jüngeren deutschen Fintechs über die „Series C“-Runde hinaus.

Mio. Euro Jahr Runde
N26 130 2018 C
Kreditech 82 2015 C
Kreditech 80* 2017 D
Solarisbank 57 2018 B
Finleap 39 2017 -*
N26 36 2016 B
Finanzcheck 33 2016 C
Raisin 30 2017 C
Scalable 30 2017 B
Kreditech 29 2014 B

*Die Angabe zur 2017er-Runde von Kreditech basiert auf einer Schätzung; Da sich der Fintech-Inkubator Finleap selber nicht als Venture sieht, verzichtet er auf übliche Klassifizierung der Funding-Runden (ansonsten würden es sich bei den 39 Millionen vermutlich um eine „Series B“ handeln)

Quellen: Barkow Consulting, eigene Recherchen; Smava wurde ausgeklammert, da unklar ist, inwieweit die jüngst verkündete Funding-Runde tatsächlich aus Eigenkapital bestand

Allianz brüskiert Deutschlands Banken – und steigt bei Vorzeige-Fintech N26 ein

Von Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de, und Caspar Schlenk, Gründerszene.de

Die Allianz düpiert die gesamte deutsche Bankenbranche – und steigt im großen Stil beim Vorzeige-Fintech N26 ein. Mitte vergangener Woche hatte der Münchner Versicherungskonzern entsprechende Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ noch als „Marktgerücht“ abgetan (worauf wir zunächst von einer Berichterstattung absahen). Gestern Abend machte die News dann aber endgültig die Runde. Demnach beteiligen sich neben der Allianz auch der chinesische Internetkonzern Tencent und eine Reihe kleinerer Investoren bei der Berliner Smartphone-Bank. Heute Morgen soll die Meldung offiziell verkündet werden.

Die Finanzierungsrunde ist umgerechnet 130 Millionen Euro schwer. Das bedeutet für die deutsche Fintech-Branche einen neuen Rekord. Die bisherige Bestmarke hatte der Hamburger Online-Lender Kreditech gehalten, dem im Herbst 2015 zunächst 82,5 Millionen Euro und Anfang vergangenen Jahres dann noch einmal geschätzt zwischen 75 Millionen und 80 Millionen Euro frisches Eigenkapital zuflossen. Hinter N26 und Kreditech folgt bereits die Berliner Solarisbank, die Anfang März eine Funding-Runde über rund 57 Millionen Euro gestemmt hatte.

Dass Solaris und N26 fast zeitgleich solch gewaltige Finanzierungen vermelden, zeigt, dass sich die großen deutschen Fintechs endgültig mit ihren Pendants in UK oder den USA messen können. Zur Bewertung von N26 wurde gestern noch nichts bekannt. Ein Kenner der Vorgänge hatte vergangene Woche behauptet, durch die neue Finanzierung steige der Wert des 2013 gegründeten Start-ups „Richtung halbe Milliarde“. Das klingt im Lichte der neuen Informationen zwar plausibel, eine zweite Quelle für diese Schätzung gibt es allerdings nicht.

Spektakulär am N26-Funding ist aber nicht nur die Höhe – sondern mindestens ebenso sehr, dass die Finanzierungsrunde von der Allianz angeführt wird (die genau genommen über ihr VC-Vehikel Allianz X investiert). Was genau der Versicherungsriese mit dem Einstieg bezweckt, blieb zunächst unklar. Auffällig allerdings ist, dass immer mehr Versicherer nicht nur in Insurtechs, sondern auch und gerade in Banken-Startups investieren.

So gehörten die Hannover Rück und die Signal Iduna zu den ersten und  Investoren des Berliner Fintech-Inkubators Finleap, der unter anderem hinter der Solarisbank steht. Eine andere Finleap-Ausgründung ist die auf digitale Vermögensverwaltung spezialisierte Elinvar; an der beteiligte sich die Hannover-Re-Mutter Talanx. Der niederländische Versicher Aegon schließich stieg vor einem Jahr beim Düsseldorfer Kredit-Marktplatz Auxmoney ein. Parallel zum Equity-Engagement investieren die Holländer in großem Umfang in Kredite, die über die Plattform angeboten werden. Banken-Business, betrieben von einem Versicherer.

Auch die Allianz ist nun offenbar bestrebt, über Fintech-Beteiligungen  in die Wertschöpfungskette der Bankenbranche vorzudringen. Dafür spricht neben dem N26-Coup auch ein hierzulande kaum beachteter Deal von Ende Februar.  Da wurde bekannt, dass die Allianz 30 Millionen Dollar in ein US-amerikanisches Fintech namens  C2FO investiert. Dessen Spezialität: Unternehmen mit Working Capital auszustatten – auch das ein Geschäft, dass klassischerweise zu denen der Banken gehört.

20/03/18: Allianz steigt bei N26 ein, Rocket-Fintech gibt auf, Das VW-Bank-Wunder

Ad-hoc: Allianz steigt beim Vorzeige-Fintech N26 ein und brüskiert damit die deutschen Banken

Die Allianz düpiert die gesamte deutsche Bankenbranche – und steigt im großen Stil beim Vorzeige-Fintech N26 ein. Mitte vergangener Woche hatte der Münchner Versicherungskonzern entsprechende Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ noch als „Marktgerücht“ abgetan (woraufhin wir zunächst von einer Berichterstattung absahen). Gestern Abend machte die News dann aber endgültig die Runde. Demnach beteiligen sich neben der Allianz auch der chinesische Internetkonzern Tencent und eine Reihe kleinerer Investoren bei der Smartphone-Bank. Die Finanzierungsrunde ist umgerechnet 130 Millionen Euro schwer. Das bedeutet für die deutsche Fintech-Branche einen neuen Rekord. Weitere Details und was die Allianz mit ihrem Engagement bei N26 bezwecken könnte, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

10 Gründe, warum Volkswagen zur erfolgreichsten deutschen Bank wurde

Kleines Quiz: Welche deutsche Bank 2017 hat den höchsten Gewinn erzielt? Klar ist: Die Deutsche Bank war es wieder mal nicht, ebenso wenig wie die Commerzbank. Also die DZ Bank? Oder die KfW? Oder die ING Diba? Alles falsch. Denn keines der klassischen Kreditinstitute  hat 2017 so viel Gewinn gemacht wie die Finanzsparte von Volkswagen. Die präsentierte gestern ein Vorsteuerergebnis von 2,46 Milliarden Euro (und übrigens: gleich dahinter kommt mit einem Ergebnis von 2,0 Milliarden Euro die Mercedes-Benz-Bank). Angesichts von Dieselkrise und Bankenkrise mag auf den ersten Blick überraschen, dass ausgerechnet die Autobanken von Rekord zu Rekord eilen. Indes: Der Höhenflug der sogenannten „Captives“ hat seine Gründe. Und zwar mindestens zehn. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Das nächste KMU-Finanzierungs-Fintech gibt auf: Nach Fintura hat es nun auch Innolend (übrigens aus dem Hause von und zu Rocket) erwischt. Gründerszene

Der Angst-Index der Finanzbranche schlägt wieder aus: Der TED-Spread, der den Zinsaufschlag abbildet, den Banken für kurzfristige Dollar-Finanzierungen zahlen müssen, steht so hoch wie zuletzt 2008 und 2011/2012. Was das bedeutet (nämlich nichts Gutes), erläutert Kollege Zschäpitz von der Welt.

Einer aus unserer Mitte wird Staatssekretär im BMF: Wir waren ja mal fest davon ausgegangen, dass der neue Finanzminister aus dem Kreise der „Finanz-Szene.de“-Leser kommt. Dann aber scheiterte Jamaika, womit gleich zwei Kandidaten raus waren; und dann verzichtete die Union aufs BMF, wodurch sich ein weiterer prominenter Leser was anderes suchen musste (und auch gefunden hat). Immerhin: Nun werden „wir“ wenigstens ein Stück weit entschädigt. Denn wie gestern bekannt wurde, zieht Jörg Kukies, Deutschland-Chef von Goldman Sachs und bekennender (!) Leser von „Finanz-Szene.de“ (hier der Beleg, bitte ganz nach unten scrollen), als Staatssekretär ins BMF ein.  Glückwunsch! Tagesspiegel

Beyond.de

Obacht, Deutsche Bank, das könnte Dir (darf man die Deutsche Bank eigentlich duzen?) auch passieren: Ein aktivistischer Aktionär hat 5,2 Prozent der Stimmrechte bei Barclays erworben – und dürfte dem Management nun ordentlich einheizen. Guardian

Linktipps

Ist Ihre Bank wirklich schon digital? Dann machen Sie doch den Selbst-Test, den Fintech-Guru Chris Skinner entworfen hat: The Finanser

Wie Frankreichs Banken ihre Stellung in Europa ausbauen – auch und gerade dank Zukäufen in Deutschland. Süddeutsche

Sieben unangenehme Wahrheiten … über das Personal der Deutschen Bank. efinancialcareers

Fünf Feststellungen zum Geschäftsausblick der Deutschen Bank: Das Privatkundengeschäft stagniert, die Renditen bleiben mager – und noch drei weitere Punkte … Handelsblatt

That’s not news:

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Jetzt wird es ernst für John Cryan: Die Großaktionäre erhöhen abermals den Druck auf den Deutsche-Bank-Chef. Handelsblatt (Paywall)
  • Bei der Deutschen Bank verdienen 50 Mitarbeiter mehr als der Chef: Insgesamt machte das größte hiesige Geldhaus im vergangenen Jahr 705 seiner Beschäftigten zu Einkommens-Millionären. Süddeutsche
  • Kengeter hat 2017 trotz allem rund fünf Millionen Euro verdient … und selbst dieses Jahr kassiert der Ex-Chef der Deutschen Börse noch siebenstellig. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die Präsentation der Sparkasse Köln-Bonn (aus der übrigens, Seite 20, auch hervorgeht, dass das rheinische Power-House es 2017 als eine der wenigen Retail-Banken geschafft hat, sich im Provisionsgeschäft zu verschlechtern). PDF

20/03/18: Allianz steigt bei N26 ein / Das VW-Bank-Wunder / Was nun, Deutsche Bank?

Ad-hoc: Allianz steigt beim Vorzeige-Fintech N26 ein und brüskiert damit die deutschen Banken

Die Allianz düpiert die gesamte deutsche Bankenbranche – und steigt im großen Stil beim Vorzeige-Fintech N26 ein. Mitte vergangener Woche hatte der Münchner Versicherungskonzern entsprechende Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ noch als „Marktgerücht“ abgetan (woraufhin wir zunächst von einer Berichterstattung absahen). Gestern Abend machte die News dann aber endgültig die Runde. Demnach beteiligen sich neben der Allianz auch der chinesische Internetkonzern Tencent und eine Reihe kleinerer Investoren bei der Smartphone-Bank. Die Finanzierungsrunde ist umgerechnet 130 Millionen Euro schwer. Das bedeutet für die deutsche Fintech-Branche einen neuen Rekord. Weitere Details und was die Allianz mit ihrem Engagement bei N26 bezwecken könnte, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

10 Gründe, warum Volkswagen zur erfolgreichsten deutschen Bank wurde

Kleines Quiz: Welche deutsche Bank 2017 hat den höchsten Gewinn erzielt? Klar ist: Die Deutsche Bank war es wieder mal nicht, ebenso wenig wie die Commerzbank. Also die DZ Bank? Oder die KfW? Oder die ING Diba? Alles falsch. Denn keines der klassischen Kreditinstitute  hat 2017 so viel Gewinn gemacht wie die Finanzsparte von Volkswagen. Die präsentierte gestern ein Vorsteuerergebnis von 2,46 Milliarden Euro (und übrigens: gleich dahinter kommt mit einem Ergebnis von 2,0 Milliarden Euro die Mercedes-Benz-Bank). Angesichts von Dieselkrise und Bankenkrise mag auf den ersten Blick überraschen, dass ausgerechnet die Autobanken von Rekord zu Rekord eilen. Indes: Der Höhenflug der sogenannten „Captives“ hat seine Gründe. Und zwar mindestens zehn. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Der Angst-Index der Finanzbranche schlägt wieder aus: Der TED-Spread, der den Zinsaufschlag abbildet, den Banken für kurzfristige Dollar-Finanzierungen zahlen müssen, steht so hoch wie zuletzt 2008 und 2011/2012. Was das bedeutet (nämlich nichts Gutes), erläutert Kollege Zschäpitz von der Welt.

Einer aus unserer Mitte wird Staatssekretär im BMF: Wir waren ja mal fest davon ausgegangen, dass der neue Finanzminister aus dem Kreise der „Finanz-Szene.de“-Leser kommt. Dann aber scheiterte Jamaika, womit gleich zwei Kandidaten raus waren; und dann verzichtete die Union aufs BMF, wodurch sich ein weiterer prominenter Leser was anderes suchen musste (und auch gefunden hat). Immerhin: Nun werden „wir“ wenigstens ein Stück weit entschädigt. Denn wie gestern bekannt wurde, zieht Jörg Kukies, Deutschland-Chef von Goldman Sachs und bekennender (!) Leser von „Finanz-Szene.de“ (hier der Beleg, bitte ganz nach unten scrollen), als Staatssekretär ins BMF ein.  Glückwunsch! Tagesspiegel

Bundesbank stellt Sinn von Cocos infrage: Ein regulatorischer Nutzungsanreiz für die einst als Lehre aus der Finanzkrise eingeführten Hybrid-Anleihen sei „derzeit nicht sachgerecht“, heißt es im Monatsbericht der Behörde (wenn dem wirklich so sein sollte – kann es sein, dass die Erkenntnis rund zehn Jahre zu spät kommt?). Börsenzeitung (Paywall)

Was uns nicht klar war letzte Woche (und Ihnen vielleicht auch nicht): Der frühere Skandalhändler der Deutschen Bank, Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Bonus), sitzt tatsächlich in Haft. Bloomberg, Manager Magazin

Das nächste KMU-Finanzierungs-Fintech gibt auf: Nach Fintura hat es nun auch Innolend (übrigens aus dem Hause von und zu Rocket) erwischt. Gründerszene

Beyond Banking

Anlageskandale sind ja nicht unbedingt ein Thema für einen B2B-Newsletter … aber die Dimensionen dieser ganzen Container-Nummer sind so unfassbar, dass wir doch mal einen Link setzen: Manager Magazin

Beyond.de

Obacht, Deutsche Bank, das könnte Dir (darf man die Deutsche Bank eigentlich duzen?) auch passieren: Ein aktivistischer Aktionär hat 5,2 Prozent der Stimmrechte bei Barclays erworben – und dürfte dem Management nun ordentlich einheizen. Guardian

Linktipps

Ist Ihre Bank wirklich schon digital? Dann machen Sie doch den Selbst-Test, den Fintech-Guru Chris Skinner entworfen hat: The Finanser

Wie Frankreichs Banken ihre Stellung in Europa ausbauen – auch und gerade dank Zukäufen in Deutschland. Süddeutsche

Sieben unangenehme Wahrheiten … über das Personal der Deutschen Bank. efinancialcareers

Fünf Feststellungen zum Geschäftsausblick der Deutschen Bank: Das Privatkundengeschäft stagniert, die Renditen bleiben mager – und noch drei weitere Punkte … Handelsblatt

That’s not news:

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Jetzt wird es ernst für John Cryan: Die Großaktionäre erhöhen abermals den Druck auf den Deutsche-Bank-Chef. Handelsblatt (Paywall)
  • Bei der Deutschen Bank verdienen 50 Mitarbeiter mehr als der Chef: Insgesamt machte das größte hiesige Geldhaus im vergangenen Jahr 705 seiner Beschäftigten zu Einkommens-Millionären. Süddeutsche
  • Kengeter hat 2017 trotz allem rund fünf Millionen Euro verdient … und selbst dieses Jahr kassiert der Ex-Chef der Deutschen Börse noch siebenstellig. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die Präsentation der Sparkasse Köln-Bonn (aus der übrigens, Seite 20, auch hervorgeht, dass das rheinische Power-House es 2017 als eine der wenigen Retail-Banken geschafft hat, sich im Provisionsgeschäft zu verschlechtern). PDF

16/03/18: DKB setzt auf Chatbots, Finreach, Fallen 2/3 aller Bankjobs in FFM weg?

Das Kundenverhalten im Jahr 2017 am Beispiel der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands

Die Themenlage war gestern – ehrlich gesagt – so mau, dass wir (ohnehin frustriert nach einer gescheiterten Großrecherche) in unserer nackten Verzweiflung irgendwann bei einer frisch vorgestellten Präsentation der Sparkasse KölnBonn gelandet sind. Und ohne diesen spätabendlichen Fund jetzt überverkaufen zu wollen: Ganz uninteressant fanden wir den Inhalt nicht. Denn er verrät ein bisschen was über den durchschnittlichen urbanen Nutzer von Bankdienstleistungen in der heutigen Zeit. Also, auf geht’s: Wenn wir die Präsentation richtig verstehen, dann verliert sich der Otto-Normal-Kunde nur noch 1-mal im Jahr in der Filiale, ans Call-Center wendet er sich 2-mal, den Automaten sucht er 24-mal auf, das Online-Banking nutzt er 120-mal und das Mobile-Banking 192-mal (die letzte Zahl bezieht sich vermutlich nur auf die Kunden, die die App auch runtergeladen haben). 60 % der privaten Girokunden machen mittlerweile Online-Banking, was gemessen am Vorjahr einen Zuwachs von 3,2 Punkten bedeutet. Über die App-Nutzer erfährt man, dass ihre Zahl um gut ein Viertel gestiegen ist. Und die Zahl der Transaktionen legte  um 4,8 Prozent auf 16 Millionen zu, was rund 20 pro Jahr und  Kunde entsprechen dürfte (leider sind die Angaben z.T. nicht ganz eindeutig, aber sei’s drum).

Charts zur Bilanz-PK der Sparkasse KölnBonn (PDF)

News

DKB lässt Kreditkunden jetzt mit Chatbots kommunizieren: … und kooperiert dafür mit dem bislang eher als Kontowechsel-Helfer auffällig gewordenen Berliner Startup Finreach. Handelsblatt

Die meisten Händler setzen auf Paypal: … doch auch der kleine deutsche Wettbewerber Giropay schneidet in der ECC-Payment-Studie erstaunlich gut ab. IT-Finanzmagazin

Deutsche-Bank-Skandalhändler bekennt sich schuldig, den Euribor manipuliert zu haben: Welche Strafe Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Euro-Bonus) droht, ist noch unklar. Reuters, Handelsblatt

Beyond.de

Schwedische Großbank Nordea zieht nach Helsinki um: … haben die Aktionäre gestern beschlossen. Damit sitzt die größte Bank Skandinaviens künftig in der Eurozone. Bloomberg

Bei HSBC verdienen Frauen 59 Prozent weniger als Männer: … und bei den Boni beträgt der Unterschied sogar 89 Prozent. Reuters, Bloomberg

Linktipps

Warum alles noch viel schlimmer wird als ohnehin befürchtet: In Frankfurt werden auf lange Sicht zwei Drittel aller Bankjobs wegfallen, glaubt Andreas Buschmeier. Capital

Wieso die Banken nicht mit Amazon paktieren sollten …, erklärt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Ist okay, was Petrus Advisers mit der Commerzbank macht? Dieser Frage ist der Vorsitzende des M&A-Bundesverbands nachgegangen. Bilanz

Kann es wirklich sein, dass Europa nicht in der Lage ist, diese lettische Bank dichtzumachen? … wundern sich die Kollegen von Bloomberg.

Und wie immer freitags empfehlen wir zur weiterführenden Lektüre … die „Was wir lesen“-Linkliste des weltweit einzigen Blogs, der keine Themenarmut kennt. DZ-Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern die Jubelmeldung über die Norisbank-App. Hoffentlich wird dieser Klickerfolg auch die Deutsche Bank besänftigen – nachdem wir ihr gestern fälschlicherweise angedichtet hatten, sie würde ihrer Tochter deren Erfolge neiden. On the records: Tut sie nicht!!! Denn, 1.) Natürlich stecken in den Norisbank-Produkten viele Innovationen made in Frankfurt. Und 2.) Natürlich gönnt die Deutsche Bank allen ihren Töchtern alles. Wie sollte es anders auch sein?

In diesem Sinne, Ihnen ein schönes Wochenende, am Dienstag, 5 Uhr, sind wir wieder für Sie da – dann auch wieder mit richtigen Themen!

16/03/18: Fallen 2/3 aller Bankjobs in FFM weg?, Der Durchschnittskunde, DKB setzt auf Chatbots

Das Kundenverhalten im Jahr 2017 am Beispiel der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands

Die Themenlage war gestern – ehrlich gesagt – so mau, dass wir (ohnehin frustriert nach einer gescheiterten Großrecherche) in unserer nackten Verzweiflung irgendwann bei einer frisch vorgestellten Präsentation der Sparkasse KölnBonn gelandet sind. Und ohne diesen spätabendlichen Fund jetzt überverkaufen zu wollen: Ganz uninteressant fanden wir den Inhalt nicht. Denn er verrät ein bisschen was über den durchschnittlichen urbanen Nutzer von Bankdienstleistungen in der heutigen Zeit. Also, auf geht’s: Wenn wir die Präsentation richtig verstehen, dann verliert sich der Otto-Normal-Kunde nur noch 1-mal im Jahr in der Filiale, ans Call-Center wendet er sich 2-mal, den Automaten sucht er 24-mal auf, das Online-Banking nutzt er 120-mal und das Mobile-Banking 192-mal (die letzte Zahl bezieht sich vermutlich nur auf die Kunden, die die App auch runtergeladen haben). 60 % der privaten Girokunden machen mittlerweile Online-Banking, was gemessen am Vorjahr einen Zuwachs von 3,2 Punkten bedeutet. Über die App-Nutzer erfährt man, dass ihre Zahl um gut ein Viertel gestiegen ist. Und die Zahl der Transaktionen legte  um 4,8 Prozent auf 16 Millionen zu, was rund 20 pro Jahr und  Kunde entsprechen dürfte (leider sind die Angaben z.T. nicht ganz eindeutig, aber sei’s drum).

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DKB lässt Kreditkunden jetzt mit Chatbots kommunizieren: … und kooperiert dafür mit dem bislang eher als Kontowechsel-Helfer auffällig gewordenen Berliner Startup Finreach. Handelsblatt

Die meisten Händler setzen auf Paypal: … doch auch der kleine deutsche Wettbewerber Giropay schneidet in der ECC-Payment-Studie erstaunlich gut ab. IT-Finanzmagazin

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Schwedische Großbank Nordea zieht nach Helsinki um: … haben die Aktionäre gestern beschlossen. Damit sitzt die größte Bank Skandinaviens künftig in der Eurozone. Bloomberg

Bei HSBC verdienen Frauen 59 Prozent weniger als Männer: … und bei den Boni beträgt der Unterschied sogar 89 Prozent. Reuters, Bloomberg

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Ist okay, was Petrus Advisers mit der Commerzbank macht? Dieser Frage ist der Vorsitzende des M&A-Bundesverbands nachgegangen. Bilanz

Kann es wirklich sein, dass Europa nicht in der Lage ist, diese lettische Bank dichtzumachen? … wundern sich die Kollegen von Bloomberg.

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Klickfavorit

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In diesem Sinne, Ihnen ein schönes Wochenende, am Dienstag, 5 Uhr, sind wir wieder für Sie da – dann auch wieder mit richtigen Themen!

Exklusiv: Neuer Fintech-Inkubator Finconomy launcht erstes Venture

Von Heinz-Roger Dohms

Der neue Fintech-Inkubator Finconomy hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sein erstes Venture gelauncht, nämlich einen  Robo Advisor namens WeAdvise. Zwar gibt es am deutschen Markt bereits eine Vielzahl digitaler Vermögensverwalter wie Scalable Capital, Liqid oder Vaamo – zudem haben auch einige etablierte Player eigene Robos an den Markt gebracht, darunter die Deutsche Bank („Robin“) oder die Genobanken („Visualvest“). Trotzdem glaubt Co-Founder Christian Ropel, dass sich WeAdvise vom Rest der Marktes abheben wird: „Als erster und einziger Anbieter fokussieren wir uns ausschließlich auf das B2B-Segment“, sagte Ropel im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Das heißt: Es geht um reine White-Label-Lösung, im Endkundengeschäft wird der Name „WeAdvise“ nicht auftauchen.

„Die Palette der Anbieter, für die unsere Lösung infrage kommt, reicht von Banken und Versicherern über Finanzvertriebe, Maklerpools  bis hin zum Vermögensverwalter“, erläuterte Ropel. Den Bedarf macht er an einem Beispiel deutlich: „Wenn ein Kunde seinen Vermögensverwalter damit konfrontiert, dass er Robo Advisory spannend findet – dann hat der Vermögensverwalter bislang nur die Möglichkeit, den Kunden an einen der existierenden Anbieter zu vermitteln. Mit WeAdvise hingegen geben wir dem Vermögensverwalter jetzt ein Tool an die Hand, das ihm ermöglicht, dem Kunden eine eigene Robo-Lösung anzubieten. Das heißt: Er behält seinen Kunden statt ihn zu vermitteln.“

Die WeAdvise-Lösung sei „hochgradig anpassbar“ an die jeweiligen Wünsche der Bank, des Versicherers oder eben des Vermögensverwalters, so Ropel – „das kann man sich wie einen modularen Baukasten vorstellen, aus dem jeder Anbieter seine Teile wählen kann“. In technologischer Hinsicht liegt der Kern des Produkts darin, dass es sich bei der WeAdvise-Plattform um eine offene Architektur handelt, die nach Wünschen des Lizenznehmers bestückt werden kann. „Dadurch versetzen wir zum Beispiel den ansonsten analog tätigen Vermögensverwalter in die Lage, seinen Klienten digital zu bedienen.“ Darüber hinaus stellt WeAdvise sicher, dass die Verbindung zur jeweiligen Transaktionsbank funktioniert.

WeAdvise selber verdient in erster Linie an den Lizenzgebühren. Die fließen im wesentlichen für die Software-Lösung als solche, aber zum Beispiel auch für den laufenden technischen Support und für regelmäßige „Produkt-Updates“, etwa wenn sich der regulatorische Rahmen verändert. „Wir garantieren, dass die regulatorische Compliance fortlaufend sichergestellt ist“, sagt Ropel.

Aus Branchensicht spannend: Wird WeAdvise zum Erfolg, dann könnte sich Finconomy auf Sicht vielleicht als zweiter deutscher Fintech-Inkubator neben Finleap in Berlin etablieren. Finconomy war im vergangenen Herbst an den Start gegangen – allerdings nicht bei Null, sondern auf Basis zweier bestehender Fintechs, sie heißen BANKSapi und Fundsaccess. Daneben gab es damals noch eine Beteiligung an der mittlerweile komplett zum W&W-Konzern gehörenden Treefin GmbH. Gleichwohl: WeAdvise ist nun das erste Venture, das tatsächlich aus dem Inkubator hervorgeht. Neben Finconomy ist das Management um Christian Ropel und Markus Klems beteiligt.

Der B2B-Ansatz ist im Robo-Markt insofern spannend, als nur wenige unabhängige Anbieter im Endkundenmarkt letztlich auf eine kritische Größte kommen dürften. Auch andere Fintechs setzen darum mittlerweile – zusätzlich zu ihrem B2C-Geschäft – auf Lösungen für etablierte Partner. So baute zum Beispiel Vaamo den Robo-Advisor für die deusche Santander, während Whitebox mit der VW Bank kooperiert und Investify mit der Hamburger Sparkasse. Ein wiederum anderes Beispiel ist Elinvar. Das Berliner Fintech hilft klassischen Banken wie zum Beispiel Warburg bei der Digitalisierung ihrer Vermögensverwaltung – wozu dann auch roboartige Angebote gehören können.