Wie die PR-Strategen der Deutschen Bank den neuen CEO positionierten

Von Heinz-Roger Dohms

Kennen Sie Christian Sewing, den neuen Chef der Deutschen Bank? Nein? Kein Problem. Denn um den Manager zu beschreiben, reicht offenbar ein einziges Wort: bodenständig. Eine Dokumentation von Finanz-Szene.de

„Sewing dagegen ist beides: Bodenständig, schon durch seine Herkunft, aber zugleich freundlich und offen“ (Spiegel online, 9. April)
„Bodenständiger Westfale mit Fingerspitzengefühl“ (Deutschlandfunk, 9. April)
„Der neue Chef der Deutschen Bank ist ein bodenständiger Manager, der auf einmal Angriffslust verkörpern soll“ (Zeit, 11. April)
„Bodenständigkeit soll den Erfolg bringen“ (Süddeutsche Zeitung, 10. April)
„Vor dem bodenständigen Westfalen steht eine …“ (ARD, 9. April)
„Er ist bodenständig, hat dennoch eine internationale Karriere hinter sich“ (Handelsblatt, 8. April)
„Geboren und aufgewachsen in einer deutschen Kleinstadt – das wirkt wohltuend bodenständig“ (SWR, 9. April)
„Der als bodenständig geltende Christian Sewing aus Westfalen ist sozusagen ein Eigengewächs“ (ZDF, 9. April)
„Vor dem bodenständigen Westfalen steht eine Herkulesaufgabe“ (SRF, Schweiz, 9. April)
„Der Weg nach oben führte den als bodenständig und kühl beschriebenen Banker …“ (Standard, Österreich. 9. April
„Nach dem indischstämmigen Investmentbanker Anshu Jain und anschließend dem britischen Sanierer John Cryan soll nun der bodenständige Ostwestfale …“ (Neue Westfälische, 9. April)
„Von Beobachtern wird er als bodenständig und durchsetzungsfähig beschrieben“ (NZZ, Schweiz, 10. April)
„Er gilt als nahbar, debattenfähig und bodenständig“ (Berliner Zeitung, 10. April)
„Stephan Szukalski, Chef der Bankengewerkschaft DBV, lobt den Manager als ‚bodenständigen, zuverlässigen jungen Mann'“ (Handelsblatt, 10. April)
„Zumindest gilt Sewing nicht als Hasardeur, sondern eher als bodenständiger Kosmopolit“ (NOZ, 8. April)

12/04/18: Fintechs bleiben börsenabstinent, Fast Follower, Finleap, Deutsche-Bank-PR

Steckt hinter dem großen Revirement bei Concardis vielleicht eine kleine Botschaft?

Liebe LeserInnen, nach drei Tagen voller krachender Neuigkeiten steht die heutige Ausgabe angesichts dramatischer Nachrichten-Armut unter dem Motto „Nischen, Nerds & Non-Events“. Das beginnt schon damit, dass wir uns für eine Aufmacher-News entschieden haben, die scheinbar gar nicht neu ist, nämlich: Der Ex-CEO der Internetfirma 1&1, Robert Hoffmann, wird Chef des Payment-Konglomerats Concardis (das hatten wir im März bereits gescooped). Doch aufgepasst, das Interessante liegt im Detail, denn: Der bisherige Concardis-CEO Marcus Mosen bleibt dem Unternehmen, anders als geplant, nun doch nicht operativ erhalten, sondern zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Warum, wissen wir zwar nicht, allerdings haben wir eine Vermutung im Angebot: Mosen, der in den vergangenen Jahren erkennbar Freude an seiner Rolle als Concardis-Buy-and-Build-Mann gefunden hatte, hätte seinem Neo-Konglomerat dem Vernehmen nach auch gern noch die zum Verkauf stehende Payment-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX hinzugefügt. Könnte Mosens Rückzug bedeuten, dass die Concardis-Eigner, also die beiden US-Finanzinvestoren Bain und Advent, aus dem Bieterverfahren ausgeschieden sind? Wir haben gestern überall freundlich nachgefragt. Kein Kommentar.

Finextra (News)Archiv (unsere große Concardis-Story von neulich)

News

Geben Sie doch mal bitte die Begriffe „Sewing“ und „bodenständig“ bei Google ein …, dann werden Sie feststellen, dass die PR-Abteilung der Deutschen Bank, so schwankend ihre Performance in den vergangenen Tagen auch gewesen sein mag, noch nicht alles verlernt hat. Google

Je reifer das Fintech, desto entfernter die Börse: Das scheint uns hierzulande jedenfalls das Motto zu sein. Denn während man auf der Suche nach börsennotierten deutschen Fintechs bei irgendwelchen Nagas und Niiios landet, hat nach Weltsparen-Chef Tamaz Georgadze nun auch Auxmoney-Gründer Raffael Johnen klargestellt, dass das Thema IPO keine Priorität hat. Zugegeben: Bei N26-Chef Valentin Stalf klang das neulich ein ganz klein bisschen anders. Aber vermutlich hat der junge Mann das auch nur gesagt, weil er meint, seine angelsächsischen Geldgeber würden das von ihm hören wollen (womit er freilich nicht mal so falsch liegen dürfte). Börsen-Zeitung (zu Auxmoney)

Apropos Naga: Liebe Deutsche Börse, hast Du Dir eigentlich mal den Kursverlauf der Naga AG angeschaut, eines Unternehmens, das ja nicht nur bei Dir gelistet ist, sondern mit dem Du auch noch nebenbei ein kleines Küddelchen unterhältst (Küddelchen ist Aachener Mundart und bedeutet so viel wie Joint Venture). Nein, hast Du nicht? Voilà. So sieht gelebte Aktienkultur aus. Naga-Kurs (bitte als Börse „Tradegate“ auswählen und als Zeitraum „1 Jahr“ einstellen, dann siehst Du, was wir meinen)

Imitiert die deutsche BNP jetzt die deutsche ING? Scheint so. Denn nachdem die Diba neulich den auf Firmenkunden ausgerichteten Lending-Marktplatz Lendico gekauft hat, kündigt BNP-Paribas-Deutschland-Chef Diederichs nun im FAZ-Interview an: „Wir prüfen ein digitales Angebot für kleinere Firmenkunden.“ Dazu passt, dass die Commerzbank neulich ja ebenfalls eine Online-Offensive genau für diese Zielgruppe angekündigt hatte (wobei dafür bei der Coba passenderweise der einstige Lendico-Gründer Dominik Steinkühler verantwortlich zeichnet, so klein ist die Welt). Keine Frage: Die Digitalisierung des KMU-Geschäfts ist ein, wenn nicht das große Trend-Thema dieses Jahres. Wobei der Fokus noch auf dem „K“ liegt.  Aber das „M“ wird folgen. Fondsprofessionell

Wäre mal interessant zu untersuchen, wo Finleap eigentlich mehrheitlich seine Manager herholt … eher aus der Banken-/Versicherungsbranche, eher aus der Consulting-Szene oder eher aus dem E-Commerce-Umfeld? Wobei, soooooo interessant ist es vielleicht auch wieder nicht. Wie wir drauf kommen? Element hat jetzt einen CEO. Hier erfahren Sie, wer er ist, und vor allem auch, woher er kommt. Versicherungsbote, Versicherungsmonitor (Paywall)

Linktipps

Nicht die Fintechs werden den Markt erobern, sondern die Fast Follower: So sieht das jedenfalls der Consultant Oevermann, und plausibel scheint uns der Gedanke allemal (dagegen würden wir seiner Behauptung, es gebe in Sachen profitable Fintechs keine Tendenz zum Trendwechsel, in dieser Absolutheit sachte widersprechen). IT-Finanzmagazin

Wie die P2P-Payment-Allianz zwischen Sparkassen und Genossen allmählich Fahrt aufnimmt…, zeichnet das IT-Finanzmagazin nach.

Emotionale Mehrwerte öffnen im Bankgeschäft den Weg zu höheren Margen, behauptet der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann – was sein Artikel dann zwar nicht wirklich belegt, uns aber trotzdem schlüssig erscheint, wenn man bedenkt, welche Hammergebühren die ökologisch durchhauchte GLS Bank ihren Kunden letztes Jahr auferlegen durfte, ohne dass eine Massenflucht eingesetzt hätte. Der Bank-Blog (Forthmann), Archiv (alter Newsletter mit Meldung zur GLS)

Und da unsere Abo-Kündigungs-Quote unter den Bitcoin-Bewegten ohnehin schon bei 96,2 Prozent liegt …, verlinken wir jetzt auch noch auf ein Stück zur einer Barclays-Studie. These: Mit dem Bitcoin verhält es sich wie mit einer Grippewelle. Bloomberg, Manager Magazin

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück über die Fintech-Filiale. Finanz-Szene

12/04/18: Deutsche-Bank-PR, Digitalwelle im KMU-Geschäft, Sparkassen-Geno-Allianz

Steckt hinter dem großen Revirement bei Concardis vielleicht eine kleine Botschaft?

Liebe LeserInnen, nach drei Tagen voller krachender Neuigkeiten steht die heutige Ausgabe angesichts dramatischer Nachrichten-Armut unter dem Motto „Nischen, Nerds & Non-Events“. Das beginnt schon damit, dass wir uns für eine Aufmacher-News entschieden haben, die scheinbar gar nicht neu ist, nämlich: Der Ex-CEO der Internetfirma 1&1, Robert Hoffmann, wird Chef des Payment-Konglomerats Concardis (das hatten wir im März bereits gescooped). Doch aufgepasst, das Interessante liegt im Detail, denn: Der bisherige Concardis-CEO Marcus Mosen bleibt dem Unternehmen, anders als geplant, nun doch nicht operativ erhalten, sondern zieht sich in den Aufsichtsrat zurück. Warum, wissen wir zwar nicht, allerdings haben wir eine Vermutung im Angebot: Mosen, der in den vergangenen Jahren erkennbar Freude an seiner Rolle als Concardis-Buy-and-Build-Mann gefunden hatte, hätte seinem Neo-Konglomerat dem Vernehmen nach auch gern noch die zum Verkauf stehende Payment-Sparte des Schweizer Finanzkonzerns SIX hinzugefügt. Könnte Mosens Rückzug bedeuten, dass die Concardis-Eigner, also die beiden US-Finanzinvestoren Bain und Advent, aus dem Bieterverfahren ausgeschieden sind? Wir haben gestern überall freundlich nachgefragt. Kein Kommentar.

Finextra (News)Archiv (unsere große Concardis-Story von neulich)

News

Geben Sie doch mal bitte die Begriffe „Sewing“ und „bodenständig“ bei Google ein …, dann werden Sie feststellen, dass die PR-Abteilung der Deutschen Bank, so schwankend ihre Performance in den vergangenen Tagen auch gewesen sein mag, noch nicht alles verlernt hat. Google

Imitiert die deutsche BNP jetzt die deutsche ING? Scheint so. Denn nachdem die Diba neulich den auf Firmenkunden ausgerichteten Lending-Marktplatz Lendico gekauft hat, kündigt BNP-Paribas-Deutschland-Chef Diederichs nun im FAZ-Interview an: „Wir prüfen ein digitales Angebot für kleinere Firmenkunden.“ Dazu passt, dass die Commerzbank neulich ja ebenfalls eine Online-Offensive genau für diese Zielgruppe angekündigt hatte (wobei dafür bei der Coba passenderweise der einstige Lendico-Gründer Dominik Steinkühler verantwortlich zeichnet, so klein ist die Welt). Keine Frage: Die Digitalisierung des KMU-Geschäfts ist ein, wenn nicht das große Trend-Thema dieses Jahres. Wobei der Fokus noch auf dem „K“ liegt.  Aber das „M“ wird folgen. Fondsprofessionell

Ach ja, der gute Herr Diederichs hat auch noch etwas anderes gesagt in dem Interview … nämlich dass Paris ihm aufgetragen habe, er solle die Erträge in diesem Jahr mal eben von 1,65 Mrd. Euro auf 2,0 Mrd. Euro steigern. Na, das wird ein Hauen und Stechen im deutschen Firmenkundengeschäft (wobei hier der Fokus natürlich in erster Linie auf dem „M“ liegt, weniger auf dem „K“).

3x die Farbe rot und 1x die Farbe blau: Wahllos zusammengewürfelt haben wir hier drei simple Nachrichten des gestrigen Tages, nämlich dass Ex-DSGV-Chef Fahrenschon der Prozess gemacht wird (muss das eigentlich sein?), dass sich der SPD-Finanzminister Scholz zur Deutschen Bank geäußert hat (oha!) und dass der neue Blaubank-Chef Sewing eine SPD-Delegation empfangen hat (oha, oha!).

Je reifer das Fintech, desto entfernter die Börse: Das scheint uns hierzulande jedenfalls das Motto zu sein. Denn während man auf der Suche nach börsennotierten deutschen Fintechs bei irgendwelchen Nagas und Niiios landet, hat nach Weltsparen-Chef Tamaz Georgadze nun auch Auxmoney-Gründer Raffael Johnen klargestellt, dass das Thema IPO keine Priorität hat. Zugegeben: Bei N26-Chef Valentin Stalf klang das neulich ein ganz klein bisschen anders. Aber vermutlich hat der junge Mann das auch nur gesagt, weil er meint, seine angelsächsischen Geldgeber würden das von ihm hören wollen (womit er freilich nicht mal so falsch liegen dürfte). Börsen-Zeitung (zu Auxmoney)

Apropos Naga: Liebe Deutsche Börse, hast Du Dir eigentlich mal den Kursverlauf der Naga AG angeschaut, eines Unternehmens, das ja nicht nur bei Dir gelistet ist, sondern mit dem Du auch noch nebenbei ein kleines Küddelchen unterhältst (Küddelchen ist Aachener Mundart und bedeutet so viel wie Joint Venture). Nein, hast Du nicht? Voilà. So sieht gelebte Aktienkultur aus. Naga-Kurs (bitte als Börse „Tradegate“ auswählen und als Zeitraum „1 Jahr“ einstellen, dann siehst Du, was wir meinen)

Linktipps

Nicht die Fintechs werden den Markt erobern, sondern die Fast Follower: So sieht das jedenfalls der Consultant Oevermann, und plausibel scheint uns der Gedanke allemal (dagegen würden wir seiner Behauptung, es gebe in Sachen profitable Fintechs keine Tendenz zum Trendwechsel, in dieser Absolutheit sachte widersprechen). IT-Finanzmagazin

Wie die P2P-Payment-Allianz zwischen Sparkassen und Genossen allmählich Fahrt aufnimmt…, zeichnet das IT-Finanzmagazin nach.

Emotionale Mehrwerte öffnen im Bankgeschäft den Weg zu höheren Margen, behauptet der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann – was sein Artikel dann zwar nicht wirklich belegt, uns aber trotzdem schlüssig erscheint, wenn man bedenkt, welche Hammergebühren die ökologisch durchhauchte GLS Bank ihren Kunden letztes Jahr auferlegen durfte, ohne dass eine Massenflucht eingesetzt hätte. Der Bank-Blog (Forthmann), Archiv (alter Newsletter mit Meldung zur GLS)

Wie die Private Equity-Branche bei der Bafin salonfähig wurde (Süddeutsche) … und wie die Finanzinvestoren vorgehen, wenn sie zur Due Diligence anrücken (ebenfalls Süddeutsche)

Ach ja, den gibt’s ja auch noch: Ein langes, langes „Zeit“-Interview mit Klaus-Peter Müller, dem Paul Achleitner der Commerzbank. Zeit

Und da unsere Abo-Kündigungs-Quote unter den Bitcoin-Bewegten ohnehin schon bei 96,2 Prozent liegt …, verlinken wir jetzt auch noch auf ein Stück zur einer Barclays-Studie. These: Mit dem Bitcoin verhält es sich wie mit einer Grippewelle. Bloomberg, Manager Magazin

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück über die Fintech-Filiale. Finanz-Szene

Warum erstmals ein deutsches Fintech eine Filiale aufmacht

Von Heinz-Roger Dohms

Auch im digitalen Zeitalter liegen die besten Geschichte manchmal auf der Straße. Oder genauer: in einer Straße, und zwar in einer der teuersten Straßen der Hamburger Innenstadt, nämlich der Bleichenbrücke. Dort hat kürzlich eine neue Bankfiliale eröffnet, was in diesen Zeiten schon für sich genommen eine News wäre. Die eigentlich News allerdings lautet: Keine Bank hat die Filiale eröffnet, sondern ein Fintech, namentlich Finanzcheck.de, eines der größten deutschen Kreditvergleichsportale.  Warum in aller Welt eröffnet ein Fintech eine Filiale? Und was bedeutet das für das Banking der Zukunft? Genau darüber haben wir mit Finanzcheck.de-Gründer Moritz Thiele gesprochen.

Herr Thiele, in der Hamburger Innenstadt gibt es ein Ladenlokal, das aussieht wie eine Bankfiliale und auf dem unverkennbar „Finanzcheck.de“ steht … 

Moritz Thiele: Das ist richtig. Und das sieht nicht nur aus wie eine Filiale – das ist eine.

Sie wollen uns aber jetzt nicht erzählen, dass Sie eine Filiale eröffnet haben? Finanzcheck.de ist schließlich ein Vergleichsportal für Ratenkredite, also ein Online-Anbieter reinster Prägung.

Thiele: Das heißt ja aber nicht, dass wir keine Filiale eröffnen dürfen. Den Standort in der Hamburger City gibt es schon seit ein paar Monaten. Wir haben das aber bislang nicht an die große Glocke gehängt, weil wir erst einmal sehen wollten, wie sich die Filiale entwickelt.

Und?

Thiele: Das Konzept wird so gut angenommen, dass wir die konkrete Idee verfolgen, weitere Filialen in anderen Städten zu eröffnen, auch wenn in dieser Hinsicht noch nichts spruchreif ist.

Finanzcheck.de ist seit 2012 am Markt und damit ein Kind der Fintech-Ära. Nach allem, was man   hört, scheint Ihr Konzept zu funktionieren. Sie sollen hinter Check24, aber vor Smava der zweitgrößte Anbieter am deutschen Markt sein, haben vor zwei Jahren bei Investoren 33 Millionen Euro eingesammelt – eine der höchsten Finanzierungen, die ein deutsches Finanz-Startup je erhalten hat. Warum machen Sie jetzt einen Schritt zurück in die analoge Welt?

Thiele: Aus meiner Sicht ist das kein Schritt zurück, sondern eine sinnvolle Ergänzung unseres Angebots. Wir haben festgestellt, dass es viele Kunden gibt, die zwar zufrieden mit unserer telefonischen Beratung sind, aber darüber hinaus ein persönliches Gespräch wünschen. Wir haben dann angefangen, Kunden hier in unseren Hamburger Büros zu empfangen – was aber irgendwann einfach zu viel geworden ist. Immer öfter waren Konferenzräume besetzt, weil darin Beratungsgespräche stattgefunden haben. So kam die Idee, eine Filiale zu eröffnen.

Soweit wir das sehen, ist Finanzcheck.de das erste deutsche Fintech jüngerer Prägung, das eine eigene Filiale unterhält …

Thiele: Ich glaube, das ist wirklich so. Allerdings gibt es unter den älteren Anbietern durchaus ein, zwei Vorbilder.

Damit spielen Sie vermutlich auch auf den Online-Baugeldvermittler Interhyp an. Dem gelang – so jedenfalls erzählen es die Gründer – der endgültige Durchbruch erst, als er begann, in immer mehr Städten eigene Beratungsbüros zu eröffnen. Das allerdings ist fast 20 Jahre her, damals waren weder die Technologie noch die Menschen so digital wie heute. Zudem sind Hypothekendarlehen deutlich größer, komplexer und damit beratungsintensiver als ein Konsumentenkredit. Lässt sich das wirklich vergleichen?

Thiele: Das  Beispiel Interhyp haben wir uns sehr genau angeschaut. Klar ist: Eine Baufinanzierung abzuschließen, das hat eine andere Tragweite als einen Ratenkredit aufzunehmen, das macht man nur einmal im Leben, und dann gleich mit einer Bindung von 10, 20 oder noch mehr Jahren. Da will natürlich jeder ganz genau verstehen, was er da abschließt, und nimmt sich auch die entsprechende Zeit. Trotz dieser Unterschiede zu unserem Produkt gibt es allerdings auch Parallelen. Vielen Kunden beschert es ein gutes Gefühl, wenn sie wissen: Da ist jemand, den ich persönlich aufsuchen kann – und sei es nur für den Fall, dass während der Laufzeit mal irgendein Problem auftaucht.

Wird dieses Gefühl wieder stärker – oder ist das ein Überbleibsel aus der analogen Welt?

Thiele: Ich glaube, das Gefühl war immer da. Obwohl viele Kunden digitale Angebote sehr schätzen und nicht mehr missen möchten, fragt sich manch einer, warum sich nicht auch ein Stück alte Welt bewahren lässt, und zieht den persönlichen Kontakt vor. Wir bieten das Beste aus beiden Welten – den unabhängigen Kredit­vergleich, kombiniert mit der persönlichen Beratung vor Ort.

Ihr Schritt läutet also nicht die große Renaissance der Filiale ein?

Thiele: Die klassische Bankfiliale mit ihren Standarddienstleistungen hat keine Existenzgrundlage mehr. Trotzdem glaube ich, dass Filialkonzepte, wenn man sie radikal neu denkt, sehr wohl aufgehen können. Was will der Kunde?  Er will sichergehen, dass er das für ihn richtige Produkt bekommt. Für viele Kunden gehört es immer noch dazu, auf dem Weg zu diesem Ziel auch ein persönliches Beratungsgespräch zu führen. Die Filiale wird also überleben, allerdings in geringerer Zahl und mit einer anderen Dienstleistung als heute. Das ist unsere Prämisse.

Tatsächlich ist es ja so, dass Ratenkredite noch immer in erster Linie über die Filialen vertrieben werden – auch wenn der Online-Anteil sukzessive steigt. Die typische Targobank-Filiale findet man allerdings eher in den B-Lagen. Warum haben Sie sich entschieden, mit Ihrer Filiale mitten in die sündteure Hamburger City zu gehen. Vermuten Sie dort Ihre Klientel?

Thiele: Es ging uns darum, einen Standort zu finden, der für möglichst viele Menschen möglichst einfach zu erreichen ist – dafür waren wir bereit, einen höheren Mietpreis in Kauf zu nehmen. Sollten wir in weiteren  Städten ebenfalls Filialen eröffnen, was ich momentan für wahrscheinlich halte, dann werden wir auch dort voraussichtlich in die Innenstädte gehen.

Und das rechnet sich? Sie sind ja reiner Vermittler, verdienen also nicht an den Zinsen, sondern lediglich an den Provisionen, die Sie von den Banken erhalten.

Thiele: Im Moment betreuen wir in unserer Filiale im Schnitt gut eine Handvoll Kunden täglich, je nach Aufkommen ist die Filiale mit zwei bis drei Beratern besetzt …

… was jetzt noch nicht so klingt, als würde es sich rechnen …

Thiele: … wobei die Berater natürlich, wenn gerade kein Kunde im Büro ist, normale telefonische Beratung machen. Aber das ist alles gar nicht der Punkt. Wir machen da keine rein wirtschaftliche Rechnung auf, sondern unser Ziel lautet, dass wir alles tun müssen, damit der Kunde zufrieden ist. Und wenn der Kunde den persönlichen Kontakt mit dem Berater präferiert, dann wollen wir ihm diese Möglichkeit geben.

11/04/18: Erstes Fintech mit Filiale (!!!), Verimi/Paydirekt, Deutschlands reichster Banker

Exklusiv: Zum ersten Mal eröffnet ein deutsches Fintech (und zwar ein namhaftes) eine Filiale

Auch im digitalen Zeitalter liegen die besten Geschichte manchmal auf der Straße. Oder genauer: in einer Straße, und zwar in einer der teuersten Straßen der Hamburger Innenstadt, nämlich der Bleichenbrücke. Dort hat kürzlich eine neue Bankfiliale eröffnet, was in diesen Zeiten schon für sich genommen eine News wäre. Die eigentlich News allerdings lautet: Keine Bank hat die Filiale eröffnet, sondern ein Fintech, namentlich Finanzcheck.de, eines der größten deutschen Kreditvergleichsportale, 2012 an den Start gegangen, vor zwei Jahren mit satten 33 Millionen Euro gefunded. Frage: Warum in aller Welt eröffnet ein Fintech eine Filiale? Und Anschlussfrage: Was bedeutet das für das Banking der Zukunft? Genau darüber haben wir mit Finanzcheck.de-Gründer Moritz Thiele gesprochen. Lesen Sie hier das Interview und also die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de (übrigens mit Bild!!)

Exklusiv: Deutschlands bestbezahlter Banker kassierte 2016 rund 7,6 Millionen Euro

Merken Sie was? Heute sind wir nicht nur schwer (pseudo-)exklusiv unterwegs, sondern auch plakativ hoch drei. Drum: Nach „Deutschlands erster Fintech-Filiale“ jetzt also auch noch „Deutschlands bestbezahlter Banker“. Der hat im Jahr 2016 exakt 7.611.574 Euro verdient – so steht es  in einem gestern veröffentlichten Report der europäischen Aufsichtsbehörde EBA. Falls Sie sich jetzt fragen, um welchen Banker es sich handelt: Das wüssten wir auch gern, allerdings fehlte uns gestern Abend die Zeit zum Recherchieren, und so ganz einfach sind die Vergütungsberichte mit ihrem ganzen DCGK-Gedöns ja auch nicht zu lesen (jedenfalls für einen Journalisten, bei den Vergütungsexperten aus den WP-Firmen sieht das anders aus, aber die will man ja auch nicht spätabends anrufen). Oh, bevor wir uns verquatschen: Hier alle Details, inklusive schmuckloser, eigenhändig gebastelter Tabelle. Finanz-Szene.de

News

Was geht bzw. ging denn da zwischen Verimi und Paydirekt ab? Eigentlich lautete die schlichte und doch relevante Nachricht des gestrigen Tages, dass Verimi als erste deutsche Identitäts-Plattform nun tatsächlich an den Start geht (falls auch Sie bei dem Thema gern mal durcheinander kommen: Verimi sind die, hinter denen Deutsche Bank/Postbank sowie diverse Industriekonzerne stehen; Yes sind die anderen, also die, mit den Sparkassen dahinter). Fast noch spannender ist aber der Nebenstrang, auf den Fintech-CEO und Hobby-Blogger André Bajorat hinweist. Demnach soll es den Versuch gegeben haben, Verimi und Yes unter dem Dach von Paydirekt (irgendwie) zu vereinen, was aber dann „an den Roten“ gescheitert sei (vermutlich ist nicht die SPD gemeint, sondern die Sparkassen). Paymentandbanking

KfW findet IT-Chefin: Und zwar fiel die Wahl laut „Handelsblatt“ auf Melanie Kehr, die bisherige Bereichsleiterin Group IT bei der BayernLB. Zur Erinnerung, um sich die Bedeutung der Personalie klarzumachen: Die Bafin hatte der Staatsbank zuletzt sogar mit höheren Kapitalauflagen gedroht, falls die ihre IT-Probleme nicht in den Griff bekommt. Handelsblatt (Paywall), Kurzporträt von Frau Kehr

Sind Sie auch Deutsche-Bank-müde? Dann belassen wir es heute bei einer kurzen Gute-Nacht-Geschichte: Laut „Financial Times“ dürfte der Rauswurf des CEOs das dysfunktionale Frankfurter Institut sieben Millionen Euro kosten. (hat der Nachfolger aber sicher im Blick gehabt, als er vorgestern sein semi-ambitioniertes Kostenziel für dieses Jahr ausgegeben hat).  FT (Paywall)

Ach nee, muss wieder mal eine Landesbank gerettet werden?! Sieht so aus. Denn wie diverse Medien (zuvorderst die FAZ) berichten, bereitet das Land Niedersachsen (bei VW eigentlich alles okay?) eine Kapitalspritze für die angeschlagene Landesbank vor. Dabei soll es um eine Summe von bis zu drei Milliarden Euro gehen. Wirtschaftswoche

Beyond .de

Auf den Verdacht hin, dass diese Meldung für den ein oder anderen Fintech-CEO vielleicht relevant sein könnte: Die EU-Kommission will, wenn wir es richtig verstehen, eine Art Public-Private-Partnership-Fonds für die europäische Startup-Branche aufsetzen. Pressemitteilung, FT (Paywall)

Ant Financial strebt eine Bewertung von 150 Milliarden Dollar an … womit das chinesische Mega-Fintech sogar wertvoller wäre als, sagen wir, Naga. CNBC

Linktipps

Wenn es um Paydirekt geht …, dann ziehen sogar die sonst so distinguierten Kollegen der FAZ die Samthandschuhe aus und kloppen ordentlich drauf (freilich mit guten Argumenten). FAZ (Paywall), Fondsprofessionell (kurze Zusammenfassung)

Wie Chatbots funktionieren … und ob sie den Bankberater wirklich überflüssig machen, erklärt Der Bank-Blog.

Wie Plattformen die Bank und deren Prozesshoheit ersetzen …, hier am Beispiel des Markts für Emissionen. Bankstil

Klickfavorit

… war gestern die in Jägerlatein verfasste Botschaft des Christian Sewing an seine Truppe. Deutsche-Bank-Homepage

11/04/18: Deutschlands reichster Banker, Erstes Fintech eröffnet Filiale, Cryans Abfindung

Exklusiv: Zum ersten Mal eröffnet ein deutsches Fintech (und zwar ein namhaftes) eine Filiale

Auch im digitalen Zeitalter liegen die besten Geschichte manchmal auf der Straße. Oder genauer: in einer Straße, und zwar in einer der teuersten Straßen der Hamburger Innenstadt, nämlich der Bleichenbrücke. Dort hat kürzlich eine neue Bankfiliale eröffnet, was in diesen Zeiten schon für sich genommen eine News wäre. Die eigentlich News allerdings lautet: Keine Bank hat die Filiale eröffnet, sondern ein Fintech, namentlich Finanzcheck.de, eines der größten deutschen Kreditvergleichsportale, 2012 an den Start gegangen, vor zwei Jahren mit satten 33 Millionen Euro gefunded. Frage: Warum in aller Welt eröffnet ein Fintech eine Filiale? Und Anschlussfrage: Was bedeutet das für das Banking der Zukunft? Genau darüber haben wir mit Finanzcheck.de-Gründer Moritz Thiele gesprochen. Lesen Sie hier das Interview und also die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de (übrigens mit Bild!!)

Exklusiv: Deutschlands bestbezahlter Banker kassierte 2016 rund 7,6 Millionen Euro

Merken Sie was? Heute sind wir nicht nur schwer (pseudo-)exklusiv unterwegs, sondern auch plakativ hoch drei. Drum: Nach „Deutschlands erster Fintech-Filiale“ jetzt also auch noch „Deutschlands bestbezahlter Banker“. Der hat im Jahr 2016 exakt 7.611.574 Euro verdient – so steht es  in einem gestern veröffentlichten Report der europäischen Aufsichtsbehörde EBA. Falls Sie sich jetzt fragen, um welchen Banker es sich handelt: Das wüssten wir auch gern, allerdings fehlte uns gestern Abend die Zeit zum Recherchieren, und so ganz einfach sind die Vergütungsberichte mit ihrem ganzen DCGK-Gedöns ja auch nicht zu lesen (jedenfalls für einen Journalisten, bei den Vergütungsexperten aus den WP-Firmen sieht das anders aus, aber die will man ja auch nicht spätabends anrufen). Oh, bevor wir uns verquatschen: Hier alle Details, inklusive schmuckloser, eigenhändig gebastelter Tabelle. Finanz-Szene.de

News

Ach nee, muss wieder mal eine Landesbank gerettet werden?! Sieht so aus. Denn wie diverse Medien (zuvorderst die FAZ) berichten, bereitet das Land Niedersachsen (bei VW eigentlich alles okay?) eine Kapitalspritze für die angeschlagene Landesbank vor. Dabei soll es um eine Summe von bis zu drei Milliarden Euro gehen. Wirtschaftswoche

KfW findet IT-Chefin: Und zwar fiel die Wahl laut „Handelsblatt“ auf Melanie Kehr, die bisherige Bereichsleiterin Group IT bei der BayernLB. Zur Erinnerung, um sich die Bedeutung der Personalie klarzumachen: Die Bafin hatte der Staatsbank zuletzt sogar mit höheren Kapitalauflagen gedroht, falls die ihre IT-Probleme nicht in den Griff bekommt. Handelsblatt (Paywall), Kurzporträt von Frau Kehr

Was geht bzw. ging denn da zwischen Verimi und Paydirekt ab? Eigentlich lautete die schlichte und doch relevante Nachricht des gestrigen Tages, dass Verimi als erste deutsche Identitäts-Plattform nun tatsächlich an den Start geht (falls auch Sie bei dem Thema gern mal durcheinander kommen: Verimi sind die, hinter denen Deutsche Bank/Postbank sowie diverse Industriekonzerne stehen; Yes sind die anderen, also die, mit den Sparkassen dahinter). Fast noch spannender ist aber der Nebenstrang, auf den Fintech-CEO und Hobby-Blogger André Bajorat hinweist. Demnach soll es den Versuch gegeben haben, Verimi und Yes unter dem Dach von Paydirekt (irgendwie) zu vereinen, was aber dann „an den Roten“ gescheitert sei (vermutlich ist nicht die SPD gemeint, sondern die Sparkassen). Paymentandbanking

Bad Bank der Ex-HRE könnte schon 2025 aufgelöst werden: Ob das eine gute Nachricht ist, liegt allerdings, wie so häufig, wenn es um die FMS Wertmanagement geht, im Auge des Betrachters. dpa, Reuters

Sind Sie auch Deutsche-Bank-müde? Dann belassen wir es heute bei einer kurzen Gute-Nacht-Geschichte: Laut „Financial Times“ dürfte der Rauswurf des CEOs das dysfunktionale Frankfurter Institut sieben Millionen Euro kosten. (hat der Nachfolger aber sicher im Blick gehabt, als er vorgestern sein semi-ambitioniertes Kostenziel für dieses Jahr ausgegeben hat).  FT (Paywall)

Beyond .de

Auf den Verdacht hin, dass diese Meldung für den ein oder anderen Fintech-CEO vielleicht relevant sein könnte: Die EU-Kommission will, wenn wir es richtig verstehen, eine Art Public-Private-Partnership-Fonds für die europäische Startup-Branche aufsetzen. Pressemitteilung, FT (Paywall)

Ant Financial strebt eine Bewertung von 150 Milliarden Dollar an … womit das chinesische Mega-Fintech sogar wertvoller wäre als, sagen wir, Naga. CNBC

Linktipps

Wenn es um Paydirekt geht …, dann ziehen sogar die sonst so distinguierten Kollegen der FAZ die Samthandschuhe aus und kloppen ordentlich drauf (freilich mit guten Argumenten). FAZ (Paywall), Fondsprofessionell (kurze Zusammenfassung)

Wie Chatbots funktionieren … und ob sie den Bankberater wirklich überflüssig machen, erklärt Der Bank-Blog.

Wie Plattformen die Bank und deren Prozesshoheit ersetzen …, hier am Beispiel des Markts für Emissionen. Bankstil

Klickfavorit

… war gestern die in Jägerlatein verfasste Botschaft des Christian Sewing an seine Truppe. Deutsche-Bank-Homepage

Exklusiv: Deutschlands bestbezahlter Banker hat 7,6 Mio. Euro verdient

Von Heinz-Roger Dohms

Deutschlands bestbezahlter Banker im Jahr 2016 hat exakt 7.611.574 Euro verdient – so steht es zumindest im gestern veröffentlichten Gehaltsreport der europäischen Aufsichtsbehörde EBA. Falls Sie jetzt fragen, um welchen Banker es sich handelt: Das wüssten wir auch gern, allerdings fehlte uns gestern Abend die Zeit zum Recherchieren und so ganz einfach sind die Vergütungsberichte nicht zu lesen (jedenfalls nicht für einen Journalisten, bei Experten in WP-Firmen sieht das anders aus).

Also, belassen wir es heute bei den anonymisierten Zahlen (in der Hoffnung, dass sich nachher ein Headhunter meldet und uns steckt, wer das mit den 7,6 Mio. Euro denn war, redaktion@finanz-szene.de):

  • Insgesamt listet die Tabelle 253 Einkommensmillionäre auf
  • Das ist ein Rückgang im Vergleich zu 2016, als es 279 waren (unsere Vermutung lautet, dass dies nicht unwesentlich auf die Deutsche Bank und auf die Hypo-Vereinsbank zurückzuführen ist, wo die Zahl der Einkommensmillionäre nach früheren Recherchen von „Finanz-Szene.de“ 2016 jeweils deutlich gesunken war)
  • Wie Sie unserer Tabelle weiter unten (noch etwas detaillierter) entnehmen können, verdienten 205 Banker 1-2 Millionen Euro, 34 Banker verdienten 2-3 Millionen Euro und 14 Banker verdienten 3-8 Millionen Euro
  • Und anders gewendet: 148 Einkommensmillionäre waren Vorstände, 71 arbeiteten im Investmentbanking, sieben im Retail usw. (Details ebenfalls siehe Tabelle)
  • Sehr aufmerksame Leser werden jetzt vielleicht fragen, warum der „große Gehaltsreport“ von „Finanz-Szene.de“ vor einigen Wochen zu dem Schluss kam, dass bei deutschen Banken 2016 mindestens 400 Einkommensmillionäre gearbeitet hätten. Hierzu ist zu sagen: Im Zweifel vertrauen wir unseren eigenen Recherchen in diesem Fall mehr als denen der EBA, allerdings gibt es vermutlich einen ganz banalen Grund, nämlich dass die EBA womöglich nur die Banker in Deutschland gezählt hat, während wir auf Basis der Geschäftsberichte die Beschäftigten bei deutschen Banken  gezählt hatten (allein bei der Deutschen Bank waren das 316 Einkommensmillionär, von denen sehr viele, wenn nicht sogar die Mehrheit in London arbeiten dürften)
  • Sehr, sehr spannend (und aus unsere Sicht ein großes Rätsel): Während die meisten Einkommensmillionäre von der EBA den Stempel „Identified Staff“ aufgedrückt bekommen (Definition siehe ganz unten, also noch unter der Tabelle), zählt ausgerechnet der Banker mit den 7,6 Millionen nicht zu den „Identified Staff“-Leuten. Vermutlich  gibt es auch hierfür eine ganz simple Erklärung. Wir wollten allerdings nichts mitten in der Nacht bei der EBA anrufen, um zu fragen, wie diese lautet.
Gehalt Anzahl der Empfänger
1-2 Mio. Euro 205
2-3 Mio. Euro 34
3-4 Mio. Euro 7
4-5 Mio. Euro 3
5-6 Mio. Euro 2
6-7 Mio. Euro 1
7-8 Mio. Euro 1
Summe 253
Funktion Anzahl der Empfänger
Vorstand 148
Investmentbanking 71
Retailbanking 7
Asset Management 12
Corporate Functions 8
All Other 7
Summe 253

Quelle: EBA

Definition „Identified Staff“: „Eine Kategorie von Mitarbeitern, einschließlich der Geschäftsleitung, der Risikoträger, der Kontrollfunktionen und aller anderen Mitarbeiter, die in die Vergütungsspanne der Geschäftsleitung und der Risikoträger fallen und deren berufliche Handlungen einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil der OGAWKapitalverwaltungsgesellschaft oder der durch sie verwalteten OGAW sowie eine Kategorie von Mitarbeitern, auf die Aufgaben der Vermögensverwaltung durch die OGAWKapitalverwaltungsgesellschaft übertragen worden sind und deren Handlungen einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil des OGAW haben, den die Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet“ (vgl. S. 4 der UCITS Remuneration Guidelines)

10/04/19: Ex-Goldman-Chef als Fintech-Beauftragter?, Macht Paypal ernst?, Deutsche Bank

Wie geschwächt ist der starke Mann der Deutschen Bank?

Paul Achleitner hat bekommen, was er wollte – aber zu welchem Preis? Nach dem Rauswurf von Vorstandschef Cryan ist der Unmut unter den Investoren jedenfalls groß wie nie zuvor. So meinte Hans-Christoph Hirt, Chef des einflussreichen Investorenberaters Hermes, gestern in Richtung des Deutsche-Bank-Aufsichtsratschefs: „Die Ernennung von Christian Sewing ist der dritte Chefwechsel während seiner sechsjährigen Amtszeit. Warum musste jetzt ein neuer Chef ernannt werden?“ „Bloomberg“ zitierte unterdessen einen Investor, der Achleitner offen zum Rücktritt aufforderte, während die „Financial Times“ schrieb, drei der zehn größten Anteilseigner seien frustriert vom Vorgehen des AR-Chefs. Die Schlussfolgerung der „FT“: Es sei nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch, wie schnell Achleitners eigene Stellung „unhaltbar“ werde. Und der Österreicher selbst? Äußerte in einem Interview mit der „FAZ“ noch einmal deutliche Kritik an Cryan. Reuters (mit Hirt-Zitat), Bloomberg, FT-Kommentar (Paywall), FT-Analyse (Paywall) , FAZ

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News

Wird Jörg Kukies der neue Fintech-Beauftragte der Bundesregierung? Diese (naheliegende) Vermutung stellen die Kollegen von „Gründerszene“ an – und weisen darauf hin, dass sich der frühere Goldman-Deutschland-Chef und neue Finanz-Staatssekretär von seinen beiden Fintech-Beteiligungen (Scalable Capital, Fincompare) mittlerweile getrennt habe. Gründerszene

Beraterfirmen setzen auf Fintech: Die Digitaleinheit der Boston Consulting Group startet gemeinsam mit dem Finanzdienstleister W&W „Fintech Nist“, einen Immobilien-Rechner, der Verbrauchern beim Kauf eines Eigenheims helfen soll. Dazu passt, dass BCG Digital auch neulich schon in Sachen „Heycar“ mit der Finanzsparte von VW rumgemacht hat – und dass Finleap-Chef Niroumand gestern in einer Rundmail auf ein gemeinsames Whitepaper mit PwC aufmerksam machte. Gründerszene, Finleap-Whitepaper 

Schwerpunkt Deutsche Bank

Blut, Schweiß und Jagen: Mit diesem Brief hat sich der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gestern an die Belegschaft gewandt … Deutsche-Bank-Website

Einmal das große Ganze: Die „Süddeutsche“ skizziert die Lage der Deutschen Bank am Tag eins nach dem großen Revirement. SZ

Von Sewing bis Hammonds: Das „Handelsblatt“ stellt die Mitglieder des umgebildeten Deutsche-Bank-Vorstands vor. Bilderserie

Linktipps

Wie sich nach Amazon nun auch Paypal ins klassische US-Retailbanking vorwagt (und zwar ohne Banklizenz). Fortune

Das sind die Krypto-Player im deutschsprachigen Raum: Ein Überblick des Paymenandbanking-Blogs

Braucht es die Video-Legitimation überhaupt? Die SWK-Bank führte das revolutionäre Identifikations-Verfahren vor vier Jahren als eines der ersten Institute überhaupt ein – nun denkt der Chef schon einen Schritt weiter. Der Bank-Blog

„Finanz-Szene.de“ hat jetzt mehr als 5000 Abonnenten (was Wahnsinn ist …)

Gestatten Sie uns noch eine Prise Eigen-PR? „Finanz-Szene.de“ hat jetzt mehr als 5000 Abonnenten, was wir ganz gern als krassen Erfolg verbuchen würden – denn: Wir sind ja erst vor siebeneinhalb Monaten gestartet. Und: Die Open Rate liegt weiterhin bei unfassbaren 56%. Dafür gebührt Ihnen, liebe LeserInnen, ein großer Dank, genauso wie allen Menschen, die „Finanz-Szene.de“ mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und wenn dann noch ein weiterer Hinweis erlaubt sei: Wie sie womöglich wahrgenommen haben, ziert unseren Newsletter heute erstmals der „Sponsored Content“ eines Werbepartners. Vielleicht wäre das ja auch was für Ihr Unternehmen? Denn wie sonst erreichen Sie mit einer einzigen Mail 2500-3000 Professionals (5000 mal 0,56 +/- Schwankung) aus der deutschen Banken- und Fintechbranche, darunter Hunderte Top-Entscheider? Kommen Sie gerne auf uns zu. Am einfachsten geht das, indem Sie auf „Antworten“ drücken und uns Ihrerseits eine Mail schreiben.

Klickfavorit

… war gestern die Sewing-News. Manager Magazin

10/04/19: Und nun, Herr Achleitner?, Deutsche-Bank-Spezial, Kukies neuer Fintech-Beauftragter?

Wie geschwächt ist der starke Mann der Deutschen Bank?

Paul Achleitner hat bekommen, was er wollte – aber zu welchem Preis? Nach dem Rauswurf von Vorstandschef Cryan ist der Unmut unter den Investoren jedenfalls groß wie nie zuvor. So meinte Hans-Christoph Hirt, Chef des einflussreichen Investorenberaters Hermes, gestern in Richtung des Deutsche-Bank-Aufsichtsratschefs: „Die Ernennung von Christian Sewing ist der dritte Chefwechsel während seiner sechsjährigen Amtszeit. Warum musste jetzt ein neuer Chef ernannt werden?“ „Bloomberg“ zitierte unterdessen einen Investor, der Achleitner offen zum Rücktritt aufforderte, während die „Financial Times“ schrieb, drei der zehn größten Anteilseigner seien frustriert vom Vorgehen des AR-Chefs. Die Schlussfolgerung der „FT“: Es sei nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch, wie schnell Achleitners eigene Stellung „unhaltbar“ werde. Und der Österreicher selbst? Äußerte in einem Interview mit der „FAZ“ noch einmal deutliche Kritik an Cryan. Reuters (mit Hirt-Zitat), Bloomberg, FT-Kommentar (Paywall), FT-Analyse (Paywall) , FAZ

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Financial Ecosystems, Banking as a Service und Robo Advisory: Themen, die das finanzielle Leben der Kunden verändern werden. Themen, die sich darauf fokussieren, wie zukünftig Maschine und Berater miteinander agieren. Themen, die enabled werden wollen. Als CPO und Co-Founder (m/w) hilfst Du, Financial Services neu zu erfinden. Bewirb dich jetzt bei uns in München! https://finconomy.de/careers/

Schwerpunkt Deutsche Bank

Blut, Schweiß und Jagen: Mit diesem Brief hat sich der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gestern an die Belegschaft gewandt … Deutsche-Bank-Website

Einmal das große Ganze: Die „Süddeutsche“ skizziert die Lage der Deutschen Bank am Tag eins nach dem großen Revirement. SZ

Von Sewing bis Hammonds: Das „Handelsblatt“ stellt die Mitglieder des umgebildeten Deutsche-Bank-Vorstands vor. Bilderserie

Das machte die Deutsche-Bank-Aktie: Am Morgen stand sie zunächst rund vier Prozent im Plus (kann es sein, dass mancher Investor froh war, dass sich überhaupt ein neuer Vorstandschef gefunden hat?), danach gab sie allerdings wieder nach. Aktienkurs

News

Wird Jörg Kukies der neue Fintech-Beauftragte der Bundesregierung? Diese (naheliegende) Vermutung stellen die Kollegen von „Gründerszene“ an – und weisen darauf hin, dass sich der frühere Goldman-Deutschland-Chef und neue Finanz-Staatssekretär von seinen beiden Fintech-Beteiligungen (Scalable Capital, Fincompare) mittlerweile getrennt habe. Gründerszene

EZB lotet neue Nothilfe für Banken aus: Dabei soll es um eine Liquiditäts-Linie gehen, die die Restrukturierung und Abwicklung angeschlagener Institute im Euro-Währungsraum erleichtert. Börsen-Zeitung

Linktipps

Wie sich nach Amazon nun auch Paypal ins klassische US-Retailbanking vorwagt (und zwar ohne Banklizenz). Fortune

Das sind die Krypto-Player im deutschsprachigen Raum: Ein Überblick des Paymenandbanking-Blogs

Braucht es die Video-Legitimation überhaupt? Die SWK-Bank führte das revolutionäre Identifikations-Verfahren vor vier Jahren als eines der ersten Institute überhaupt ein – nun denkt der Chef schon einen Schritt weiter. Der Bank-Blog

„Finanz-Szene.de“ hat jetzt mehr als 5000 Abonnenten (was Wahnsinn ist …)

Gestatten Sie uns noch eine Prise Eigen-PR? „Finanz-Szene.de“ hat jetzt mehr als 5000 Abonnenten, was wir ganz gern als krassen Erfolg verbuchen würden – denn: Wir sind ja erst vor siebeneinhalb Monaten gestartet. Und: Die Open Rate liegt weiterhin bei unfassbaren 56%. Dafür gebührt Ihnen, liebe LeserInnen, ein großer Dank, genauso wie allen Menschen, die „Finanz-Szene.de“ mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und wenn dann noch ein weiterer Hinweis erlaubt sei: Wie sie womöglich wahrgenommen haben, ziert unseren Newsletter heute erstmals der „Sponsored Content“ eines Werbepartners. Vielleicht wäre das ja auch was für Ihr Unternehmen? Denn wie sonst erreichen Sie mit einer einzigen Mail 2500-3000 Professionals (5000 mal 0,56 +/- Schwankung) aus der deutschen Banken- und Fintechbranche, darunter Hunderte Top-Entscheider? Kommen Sie gerne auf uns zu. Am einfachsten geht das, indem Sie auf „Antworten“ drücken und uns Ihrerseits eine Mail schreiben.

Klickfavorit

… war gestern die Sewing-News. Manager Magazin

09/04/18: Funding-Rekord, Paydirekt, Growney, Der neue Deutsche-Bank-Chef

Achleitner setzt sich durch: Christian Sewing wird neuer Chef der Deutschen Bank

Der neue Chef der Deutsche Bank heißt Christian Sewing. Wie das Geldhaus um kurz vor Mitternacht mitteilte, ersetzt der 47-Jährige mit sofortiger Wirkung den bisherigen CEO John Cryan, der sich mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner überworfen hatte und das Institut deswegen verlassen muss. Sewing, der bislang das Privat- und Firmenkundengeschäft leitete, bekommt zwei Stellvertreter an die Seite gestellt, nämlich den bisherigen Co-Chef des Investmentbankings Garth Richtie und Personalvorstand Karl von Rohr. Dagegen kehrt Marcus Schenck (der bislang mit Ritchie das Investmentbanking leitete und ebenso wie Sewing als Stellvertreter Cryans firmierte) der Deutschen Bank den Rücken. AR-Chef Achleitner hatte den übrigen Aufsichtsräten die Sewing-Lösung gestern bei einem kurzfristig einberufenen Treffen präsentiert; zuvor hatte sich der Österreicher nach übereinstimmenden Medienberichten vergeblich um eine externe Nachfolge-Regelung bemüht. Dass das Ergebnis erst nach stundenlanger Sitzung offiziell bekanntgegeben wurde, deutet auf kontroverse Debatten innerhalb des Aufsichtsrats hin.

Pressemitteilung, Süddeutsche (mit Porträt Sewing), Manager Magazin (was das neue Personaltableau zu bedeuten hat), FAZ (Kommentar zur Frage, wie angeschlagen Achleitner nun selber ist)

News

Neuer Finanzierungs-Rekord für hiesige Finanz-Startups: In unserer Analyse über das „Erwachsenwerden“ der deutschen Fintech-Branche kürzlich hatten wir ja schon gemutmaßt, dass die aggregierten Funding-Zahlen für das erste Quartal sehr gut ausfallen würden. Nun kommt die Bestätigung seitens der Datenexperten von Barkow-Consulting. Demnach pumpten VC-Gesellschaften und strategische Investoren von Januar bis März rund 295 Millionen Euro in die Fintech-Industrie (was angesichts der üppigen Finanzierungen für N26 und die Solarisbank nicht verwundert). Das war sogar mehr als in Q1 2016, dem bisherigen Rekordquartal. Damals sammelten die deutschen Finanz-Startups binnen drei Monaten 264 Millionen Euro ein. dpa/Onvista, Barkow

Paukenschlag bei Paydirekt Wie „Finanz-Szene.de“ am Freitagmittag exklusiv berichtete (und wie später offiziell bestätigt wurde), wechselt die für den Zahlungsdienstleister Paydirekt zuständige Sparkassen-Tochter GIZS ihren Geschäftsführer aus. Frank Schwab, der bei seiner Berufung Anfang 2016 noch als digitaler Hoffnungsträger des öffentlich-rechtlichen Lagers galt, wird abgelöst durch den bisherigen „Chief Operating Officer“ Henning vorm Walde.  Pikant: Vor vier Wochen hatte der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) gegenüber „Finanz-Szene.de“ und der „Süddeutschen Zeitung“ noch dementiert, dass Schwab vor der Ablösung stehe – auch wenn die Personalie im Sparkassen-Lager da bereits die Runde machte (und zwar nicht nur gerüchteweise). Schwab geht laut einer vom DSV am Freitag herumgeschickten Pressemitteilung „auf eigenen Wunsch“ und um sich „neuen Herausforderungen“ zu stellen. Nun denn. Hier weitere Details: Finanz-Szene.de

Immer mehr Robo-Adviser setzen auf B2B-Kooperationen statt auf B2C-Rivalität: Jüngstes Beispiel ist der Berliner Anbieter Growney, der künftig mit der Signal Iduna kollaborieren wird. Der Versicherungskonzern baut den digitalen Vermögensverwalter in seinen Fondsvertrieb ein, wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet. Einen ähnlichen Weg beschreiten auch andere Robos wie Investify (mit der Hamburger Sparkasse und Poll Finance) oder Vaamo (u.a. mit N26 und 1822). Hinzukommen reine B2B-Robo-Spezialisten wie Fincite, Elinvar oder WeAdvise. Börsenzeitung (kurze News), Börsen-Zeitung (Langfassung hinter Paywall)

LBBW findet neue IT-Chefin, und zwar bei der Commerzbank: Christiane Vorspel (hier ihr mutmaßliches LinkedIn-Profil) wird den Job zum 1. Juni antreten, dabei allerdings nicht als richtige Vorständin firmieren, sondern lediglich als „Bereichsvorständin für Informationstechnologie“, was damit zusammenhängt, dass die  Landesbank den Posten des IT-Vorstands jüngst abgeschafft hat. Das wiederum liegt daran, dass Vorstandschef Rainer Neske (ein studierter Informatiker, man glaubt’s kaum) die Digitalisierung zur CEO-Sache machen will. Die Informatikerin Vorspel (die wie Neske in Karlsruhe studiert hat) wird folglich an Neske berichten. Bei der Commerzbank war die 52-Jährige zuletzt CIO fürs Investmentbanking (die Coba macht nämlich immer noch Investmentbanking, auch das glaubt man kaum). Pressemitteilung, Computerwoche (Mini-Porträt von Vorspel aus 2015)

Linktipps

Wenn der Bankberater überleben will …, dann muss er sich nicht nur digitale Kompetenzen aneignen, sondern seine sozialen verbessern. Der Bank-Blog

„Ist der Bitcoin tot?“ … fragen betont sachlich die Kollegen von Gründerszene

Wie funktioniert digitale Identität? Im vierten Teil der kleinen Serie im „IT-Finanzmagazin“ widmet sich Rudolf Linsenbarth dem Problem der Rechtssicherheit. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war am Freitag das Stück über die Marketingkampagne von N26. W&V

09/04/18: Der neue Deutsche-Bank-Chef, Paukenschlag bei Paydirekt, Fintech-Rekord

Achleitner setzt sich durch: Christian Sewing wird neuer Chef der Deutschen Bank

Der neue Chef der Deutsche Bank heißt Christian Sewing. Wie das Geldhaus um kurz vor Mitternacht mitteilte, ersetzt der 47-Jährige mit sofortiger Wirkung den bisherigen CEO John Cryan, der sich mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner überworfen hatte und das Institut deswegen verlassen muss. Sewing, der bislang das Privat- und Firmenkundengeschäft leitete, bekommt zwei Stellvertreter an die Seite gestellt, nämlich den bisherigen Co-Chef des Investmentbankings Garth Richtie und Personalvorstand Karl von Rohr. Dagegen kehrt Marcus Schenck (der bislang mit Ritchie das Investmentbanking leitete und ebenso wie Sewing als Stellvertreter Cryans firmierte) der Deutschen Bank den Rücken. AR-Chef Achleitner hatte den übrigen Aufsichtsräten die Sewing-Lösung gestern bei einem kurzfristig einberufenen Treffen präsentiert; zuvor hatte sich der Österreicher nach übereinstimmenden Medienberichten vergeblich um eine externe Nachfolge-Regelung bemüht. Dass das Ergebnis erst nach stundenlanger Sitzung offiziell bekanntgegeben wurde, deutet auf kontroverse Debatten innerhalb des Aufsichtsrats hin.

Pressemitteilung, Süddeutsche (mit Porträt Sewing), Manager Magazin (was das neue Personaltableau zu bedeuten hat), FAZ (Kommentar zur Frage, wie angeschlagen Achleitner nun selber ist)

News

Paukenschlag bei Paydirekt Wie „Finanz-Szene.de“ am Freitagmittag exklusiv berichtete (und wie später offiziell bestätigt wurde), wechselt die für den Zahlungsdienstleister Paydirekt zuständige Sparkassen-Tochter GIZS ihren Geschäftsführer aus. Frank Schwab, der bei seiner Berufung Anfang 2016 noch als digitaler Hoffnungsträger des öffentlich-rechtlichen Lagers galt, wird abgelöst durch den bisherigen „Chief Operating Officer“ Henning vorm Walde.  Pikant: Vor vier Wochen hatte der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) gegenüber „Finanz-Szene.de“ und der „Süddeutschen Zeitung“ noch dementiert, dass Schwab vor der Ablösung stehe – auch wenn die Personalie im Sparkassen-Lager da bereits die Runde machte (und zwar nicht nur gerüchteweise). Schwab geht laut einer vom DSV am Freitag herumgeschickten Pressemitteilung „auf eigenen Wunsch“ und um sich „neuen Herausforderungen“ zu stellen. Nun denn. Hier weitere Details: Finanz-Szene.de

LBBW findet neue IT-Chefin, und zwar bei der Commerzbank: Christiane Vorspel (hier ihr mutmaßliches LinkedIn-Profil) wird den Job zum 1. Juni antreten, dabei allerdings nicht als richtige Vorständin firmieren, sondern lediglich als „Bereichsvorständin für Informationstechnologie“, was damit zusammenhängt, dass die  Landesbank den Posten des IT-Vorstands jüngst abgeschafft hat. Das wiederum liegt daran, dass Vorstandschef Rainer Neske (ein studierter Informatiker, man glaubt’s kaum) die Digitalisierung zur CEO-Sache machen will. Die Informatikerin Vorspel (die wie Neske in Karlsruhe studiert hat) wird folglich an Neske berichten. Bei der Commerzbank war die 52-Jährige zuletzt CIO fürs Investmentbanking (die Coba macht nämlich immer noch Investmentbanking, auch das glaubt man kaum). Pressemitteilung, Computerwoche (Mini-Porträt von Vorspel aus 2015)

Der faktische Deutsche-Bank-Großaktionär darf den vorgeschobenen übernehmen – oder anders ausgedrückt: Die österreichische Finanzaufsicht hat ihr Plazet für die mehrheitliche Akquisition des Wiener Vermögensverwalters C-Quadrat durch HNA gegeben. Hintergrund: C-Quadrat hält für die Chinesen deren rund neunprozentigen Anteil an der Blaubank. Vielleicht wird aus HNA ja doch noch mal so etwas Ähnliches wie ein einigermaßen normaler Investor.  Handelsblatt

Neuer Finanzierungs-Rekord für hiesige Finanz-Startups: In unserer Analyse über das „Erwachsenwerden“ der deutschen Fintech-Branche kürzlich hatten wir ja schon gemutmaßt, dass die aggregierten Funding-Zahlen für das erste Quartal sehr gut ausfallen würden. Nun kommt die Bestätigung seitens der Datenexperten von Barkow-Consulting. Demnach pumpten VC-Gesellschaften und strategische Investoren von Januar bis März rund 295 Millionen Euro in die Fintech-Industrie (was angesichts der üppigen Finanzierungen für N26 und die Solarisbank nicht verwundert). Das war sogar mehr als in Q1 2016, dem bisherigen Rekordquartal. Damals sammelten die deutschen Finanz-Startups binnen drei Monaten 264 Millionen Euro ein. dpa/Onvista, Barkow

Linktipps

Wenn der Bankberater überleben will …, dann muss er sich nicht nur digitale Kompetenzen aneignen, sondern seine sozialen verbessern. Der Bank-Blog

„Ist der Bitcoin tot?“ … fragen betont sachlich die Kollegen von Gründerszene

Wie funktioniert digitale Identität? Im vierten Teil der kleinen Serie im „IT-Finanzmagazin“ widmet sich Rudolf Linsenbarth dem Problem der Rechtssicherheit. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war am Freitag das Stück über die Marketingkampagne von N26. W&V

Exklusiv: Paukenschlag im Sparkassen-Lager. Paydirekt-Beauftrager Schwab vor Ablösung

Von Heinz-Roger Dohms

Paukenschlag bei den deutschen Sparkassen: Nach Informationen des Branchen-Newsletters „Finanz-Szene.de“ steht der Geschäftsführer der für den Zahlungsdienstleister Paydirekt zuständigen GIZS, Frank Schwab, unmittelbar vor der Demission. Er soll bereits zum 1. Mai durch den bisherigen „Chief Operating Officer“ Henning vorm Walde ersetzt werden.  Vor vier Wochen hatte der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) gegenüber „Finanz-Szene.de“ und der „Süddeutschen Zeitung“ noch dementiert, dass Schwab vor der Ablösung stehe – auch wenn die Personalie im Sparkassen-Lager längst die Runde machte.

Bei der GIZS handelt es sich um ein Ende 2015 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen des Deutschen Sparkassenverlags, der Helaba und der LBBW. Über die Gesellschaft kontrolliert der öffentlich-rechtliche Finanzsektor seinen Anteil an Paydirekt, dem Paypal-Klon der deutschen Kreditwirtschaft, an dem auch die Privatbanken und die genossenschaftlichen Institute beteiligt sind.

Mit der Berufung Schwabs an die Spitze des GIZS hatten die Sparkassen Anfang 2016 eigentlich ein Signal des Aufbruchs setzen wollen – denn: Schwab, der auf seinem LinkedIn-Profil als „Speaker, Enthusiast, Chairman, CEO, Co-Founder, Investor, Advisory Board Member“ firmiert, ist alles andere als ein Sparkassen-Gewächs. Er entstammt der Deutschen Bank, arbeitete später für die Beraterfirma McKinsey und stand von 2013 bis 2015 an der Spitze der Fidor TecS AG, einer Banking-Plattform-Tochter der Münchner Fintech-Bank Fidor.

Warum Schwab nun geht, ist unklar. Ebenso wie die Frage, ob sich die Personalie wirklich erst kurzfristig ergeben hat (wie es jetzt im Umfeld des DSV heißt). Sein Nachfolger Henning vorm Walde kam erst vor wenigen Wochen zur GIZS. „Finanz-Szene.de“ hatte Mitte Dezember exklusiv über die Personalie berichtet. Schon damals gab es (allerdings eher lose) Gerüchte, dass er Schwab womöglich ersetzen solle. In Sparkassen-Kreisen wurde damals allerdings betont, dass der Geschäftsleiter vorm Walde dem Geschäftsführer Schwab lediglich an die Seite gestellt werde. Vorm Walde arbeitete zuvor vier Jahre lang als „Medialer Referent“ für den Sparkassenverband Rheinland-Pfalz. Anders als Schwab bei dessen Start Anfang 2016 kennt er die öffentlich-rechtliche Bankenwelt also sehr gut.

06/04/18: Fintech-Studien-Irrsinn, Die N26-Kampagne, Alles auf Factoring

Warum können Fintech-Studien nicht zur Abwechslung mal seriös sein?

Viele Fintech-Studien sind – ehrlich gesagt – entweder unplausibel oder so erkennbar interessengesteuert, dass es fast schon plump ist (oder beides). Umso glücklicher waren wir, als uns dieser Tage eine Studie der London Stock Exchange in die Hände fiel. Denn: Die altehrwürdige LSE, eine der größten Börsen weltweit, kann eine Quelle seriöser sein? Zumal die Umfragebasis vergleichsweise üppig erschien: 403 interviewte Fintech-Topmanager in acht Ländern, davon allein 64 in Deutschland (und darunter z.B. explizit die Chefs von Weltsparen und Kreditech) … Was will man mehr? Doch dann lasen wir ein bisschen in die Studie hinein … und, naja, was soll man sagen, plötzlich entpuppte sich Deutschland als Heimstätte krass wachsender, unfassbar gut finanzierter, kapitalmarkt-geschwängerter Finanz-Startups. Doch lesen Sie selbst:

Finanz-Szene.de

Gehen die Deutsche-Bank-Vorstände jetzt schon freiwillig?

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Wie das „Wall Street Journal“  berichtet, verhandelt der Co-Chef des Investmentbankings, Garth Ritchie, über einen Abschied vom größten hiesigen Geldhaus. Mit der (angeblichen) Amtsmüdigkeit des 49-Jährigen stellt sich immer drängender die Frage, was aus dem I-Banking der Blaubank werden soll. Während Vorstandschef Cryan (angeblich) die Kosten senken will, sieht AR-Chef Achleitner das mit dem Kostensenken (angeblich) eher so: „Look, ist das nicht eh schon egal?“ (fiktives Zitat). Entsprechend galt die Nominierung des früheren Merrill-Lynch-Chefs John Thains für den Aufsichtsrat diese Woche als Signal, dass das I-Banking zumindest nicht geschwächt werden soll. Vor diesem Hintergrund liest sich allerdings eine neue JP-Morgan-Studie zur Deutschen Bank fast schon wie eine Provokation. Die Analysten des Wall-Street-Instituts empfehlen dem Frankfurter Konkurrenten nämlich, das US-Investmentbanking radikal zurechtzustutzen. Wall Street Journal (Paywall), Reuters (Ritchie-News), Bloomberg (JP-Morgan-Studie)

News

Deutsche-Bank-Ankeraktionär plant Befreiungsschlag: HNA will sich von seinem 26-Prozent-Paket an der Hotelkette Hilton trennen (oder zumindest von Teilen davon). Zur Einordnung: An der Börse ist der Anteil rund 6,5 Milliarden Dollar wert, also weitaus mehr als der Nicht-mehr-ganz-zehn-Prozent-Anteil von HNA an der Deutschen Bank. Spiegel Online

Die zehn größten europäischen Banken haben im vergangenen Jahr zusammen 71 Milliarden Euro verdient … während bei den zehn größten US-Instituten gut doppelt so viel herumkam. Manager Magazin

Zur Abwechslung mal eine Anregung für die Pricing-Beauftragten unter unseren Lesern (jedenfalls für jene, die bei einer Retailbank arbeiten): Die Bremer Sparkasse bietet künftig nur noch zwei Kontenmodelle an, nämlich eines für acht Euro (fast alles drin) und eines für vier Euro (Buchungen kosten extra). Die Kreditkarte kostet in beiden Fällen 36 Euro extra, allerdings unclevererweise nicht pro Monat, sondern pro Jahr. Weser-Kurier

Was macht eigentlich der Bitcoin? Nachdem die Krypto-Währung zuletzt auf die Liste der bedrohten Themen abzurutschen drohte, wollen wir noch mal ein kurzes Update geben: Gestern kostete ein Bitcoin nicht mal mehr 7000 Dollar, nachdem es vor ein paar Monaten ja mal fast 20.000 Dollar waren. Die Blase platzt nicht. Aber inzwischen ist dann doch gehörig Luft entwischen. Manager Magazin

Linktipps

„Nicht die Bank Deines Opas“: Wie die Werbekampagne aufgebaut ist, mit der N26 Europas Millennials erobern will. W&V

Warum Factoring zwar dröge klingt: … für Fintechs aber ein hochspannendes Feld ist. Capital

Nicht nur in Deutschland verharrt P2P-Payment in der Nische …, auch in den USA. Aber warum eigentlich? American Banker

Wie die Datenrevolution die Kreditvergabe verändert … und zwar womöglich/wahrscheinlich sogar zum Besseren. American Banker

Brutto mag der Brexit ein paar tausend Jobs nach Frankfurt bringen …, netto jedoch könnte er für den Finanzplatz zum Bumerang werden. Capital

Die Deutsche Bank kann an ihrem Geschäftsmodell drehen und schrauben, wie sie will …, ohne Rückenwind vom Kapitalmarkt wird sie in keinem Fall die Wende schaffen. Capital

Und wem unsere Suppe auch heute wieder zu dünn ist …, für den haben wir wie immer freitags  noch eines kleines Rinderbrühe-Würfelchen on top, nämlich die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war gestern das „Finanzplatz-Manifest“ von Hubertus Väth. Finanz-Szene

06/04/18: Dt.-Bank-Vorstand vor dem Absprung?, Girokonten-Pricing, Was die Großbanken verdienen

Gehen die Deutsche-Bank-Vorstände jetzt schon freiwillig?

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Wie das „Wall Street Journal“  berichtet, verhandelt der Co-Chef des Investmentbankings, Garth Ritchie, über einen Abschied vom größten hiesigen Geldhaus. Mit der (angeblichen) Amtsmüdigkeit des 49-Jährigen stellt sich immer drängender die Frage, was aus dem I-Banking der Blaubank werden soll. Während Vorstandschef Cryan (angeblich) die Kosten senken will, sieht AR-Chef Achleitner das mit dem Kostensenken (angeblich) eher so: „Look, ist das nicht eh schon egal?“ (fiktives Zitat). Entsprechend galt die Nominierung des früheren Merrill-Lynch-Chefs John Thains für den Aufsichtsrat diese Woche als Signal, dass das I-Banking zumindest nicht geschwächt werden soll. Vor diesem Hintergrund liest sich allerdings eine neue JP-Morgan-Studie zur Deutschen Bank fast schon wie eine Provokation. Die Analysten des Wall-Street-Instituts empfehlen dem Frankfurter Konkurrenten nämlich, das US-Investmentbanking radikal zurechtzustutzen.

Wall Street Journal (Paywall), Reuters (Ritchie-News), Bloomberg (JP-Morgan-Studie)

News

Deutsche-Bank-Ankeraktionär plant Befreiungsschlag: HNA will sich von seinem 26-Prozent-Paket an der Hotelkette Hilton trennen (oder zumindest von Teilen davon). Zur Einordnung: An der Börse ist der Anteil rund 6,5 Milliarden Dollar wert, also weitaus mehr als der Nicht-mehr-ganz-zehn-Prozent-Anteil von HNA an der Deutschen Bank. Spiegel Online

Die zehn größten europäischen Banken haben im vergangenen Jahr zusammen 71 Milliarden Euro verdient … während bei den zehn größten US-Instituten gut doppelt so viel herumkam. Manager Magazin

Zur Abwechslung mal eine Anregung für die Pricing-Beauftragten unter unseren Lesern (jedenfalls für jene, die bei einer Retailbank arbeiten): Die Bremer Sparkasse bietet künftig nur noch zwei Kontenmodelle an, nämlich eines für acht Euro (fast alles drin) und eines für vier Euro (Buchungen kosten extra). Die Kreditkarte kostet in beiden Fällen 36 Euro extra, allerdings unclevererweise nicht pro Monat, sondern pro Jahr. Weser-Kurier

Finden Sie es eigentlich schlimm, dass wir hier bei „Finanz-Szene.de“ nicht jeden millimeteresken Weiterdreh des Cum-Ex-Skandals vermelden? Ja, finden Sie? Dann wollen wir wenigstens nicht verschweigen, dass jetzt auch die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream ins Visier der Behörden geraten ist. Reuters

Was macht eigentlich der Bitcoin? Nachdem die Krypto-Währung zuletzt genauso wie Cum-Ex auf die Liste der bedrohten Themen abzurutschen drohte, wollen wir noch mal ein kurzes Update geben: Gestern kostete ein Bitcoin nicht mal mehr 7000 Dollar, nachdem es vor ein paar Monaten ja mal fast 20.000 Dollar waren. Die Blase platzt nicht. Aber inzwischen ist dann doch gehörig Luft entwischen. Manager Magazin

Linktipps

Brutto mag der Brexit ein paar tausend Jobs nach Frankfurt bringen …, netto jedoch könnte er für den Finanzplatz zum Bumerang werden. Capital

Die Deutsche Bank kann an ihrem Geschäftsmodell drehen und schrauben, wie sie will …, ohne Rückenwind vom Kapitalmarkt wird sie in keinem Fall die Wende schaffen. Capital

„Nicht die Bank Deines Opas“: Wie die Werbekampagne aufgebaut ist, mit der N26 Europas Millennials erobern will. W&V

Warum Factoring zwar dröge klingt: … für Fintechs aber ein hochspannendes Feld ist. Capital

Nicht nur in Deutschland verharrt P2P-Payment in der Nische …, auch in den USA. Aber warum eigentlich? American Banker

Wie die Datenrevolution die Kreditvergabe verändert … und zwar womöglich/wahrscheinlich sogar zum Besseren. American Banker

Und wem unsere Suppe auch heute wieder zu dünn ist …, für den haben wir wie immer freitags  noch eines kleines Rinderbrühe-Würfelchen on top, nämlich die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

Aus der Szene

Viele Fintech-Studien sind – ehrlich gesagt – entweder unplausibel oder so erkennbar interessengesteuert, dass es fast schon plump ist (oder beides). Umso glücklicher waren wir, als uns dieser Tage eine Studie der London Stock Exchange in die Hände fiel. Denn: Die altehrwürdige LSE, eine der größten Börsen weltweit, kann eine Quelle seriöser sein? Zumal die Umfragebasis vergleichsweise üppig erschien: 403 interviewte Fintech-Topmanager in acht Ländern, davon allein 64 in Deutschland (und darunter z.B. explizit die Chefs von Weltsparen und Kreditech) … Was will man mehr? Doch dann lasen wir ein bisschen in die Studie hinein … und, naja, was soll man sagen, plötzlich entpuppte sich Deutschland als Heimstätte krass wachsender, unfassbar gut finanzierter, kapitalmarkt-geschwängerter Finanz-Startups. Doch lesen Sie selbst: Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern das „Finanzplatz-Manifest“ von Hubertus Väth. Finanz-Szene

Gibt es eigentlich irgendeine seriöse Fintech-Studie da draußen?

Von Heinz-Roger Dohms

Mit den Fintech-Studien, die die „Finanz-Szene.de“-Redaktion erreichen, lassen sich ganz wunderbar Papierkörbe füllen. Denn mindestens eines der beiden folgenden Kriterien erfüllen viele dieser Untersuchungen geradezu spielend:

  • unplausibel
  • so erkennbar interessengesteuert, dass es fast schon plump ist

Umso glücklicher waren wir, als uns dieser Tage eine Studie der London Stock Exchange in die Hände fiel. Die altehrwürdige LSE, eine der größten Börsen weltweit, kann eine Quelle seriöser sein? Zumal die Umfragebasis vergleichsweise üppig erschien: 403 interviewte Fintech-Topmanager in acht Ländern, davon allein 64 in Deutschland (und darunter z.B. explizit die Chefs von Weltsparen und Kreditech) … Was will man mehr?

Doch dann lasen wir ein bisschen in die Studie hinein … und, naja, was soll man sagen. Sehen Sie selbst:

  • Die 64 befragten deutschen Finanz-Startups rechnen über die nächsten drei Jahre mit einem Wachstum von 284%. Zum Vergleich: Die US-Fintechs kalkulieren mit einem Plus von 39%, die UK-Fintechs mit 88%.

Nun mag man argumentieren, dass die deutsche Fintech-Branche in puncto Entwicklungsstand hinter der angelsächsischen hinterherhinkt, sich also ein gewisser Aufholeffekt ergeben könnte. Aber 284% vs. 39%? … Doch weiter geht’s:

  • Rund jedes dritte (!!!) deutsche Fintech hat bereits mehr als umgerechnet 100 Mio. Dollar (!!!) „geraised“. Ufftata. Selbst wenn man das Fremdkapital einbezieht (was die Studie offensichtlich tut), erscheint dieser Wert gelinde gesagt seeeehr hoch, zumal wenn zugleich laut derselben Studie bislang nur rund jedes 20. britische Fintech ein Gesamtfunding von mehr als 100 Mio. Dollar erreicht hat.

Indes, es kommt noch besser, denn:

  • Gut 35 Prozent der 64 befragten deutschen Fintechs haben sich laut der Studie schon Geld über ein „Public market listing“ besorgt (was wir mal mit „Börse“ übersetzen würden), sogar gut 40 Prozent über eine „Listed debt issuance“ (damit scheint eine „Kapitalmarktanleihe“ gemeint zu sein). Das wirft die  Frage auf, welche deutschen Fintechs da wohl befragt worden sind – Daimler? Bayer? BASF?

Naja, letzten Endes werden die Zahlen, so unglaublich sie auch sind, dann doch stimmen, sonst würde eine der renommiertesten europäischen Finanzinstitutionen sie ja kaum verbreiten.

Übrigens: Durchgeführt im Auftrag der LSE wurden die 403 Interviews vom Marktforscher Yougov, der den Stammlesern von „Finanz-Szene.de“ ja auch schon wegen seiner hochseriösen Kontowechsel-Studien ein Begriff ist. Aber das nur nebenbei.