07/02/18: Finiata schon 35 Mio. Euro wert, Der Crash und die Robos, Deposit Solutions

Bank-Aktien crashen, Credit Suisse erlebt 2007er-Moment – doch der Dow Jones erholt sich

Der Dow Jones hat sich vom dunkelgrauen Montag erstaunlich schnell erholt – und mit einem Plus von 550 Punkten die heftigen Verluste des Vortags gestern zur Hälfte wieder aufgeholt. Zuvor mussten die Schockwellen indes einmal die Erdkugel umkreisen. Das hatte zur Folge, dass der Dax mit einem Minus von 2,3 Prozent schloss, wobei es (wie sollte es auch anders sein) die Deutsche Bank (minus 3,5 Prozent) und die Commerzbank (minus 4,5 Prozent) mal wieder am stärksten erwischte. Big picture: Auf Ein-Monats-Sicht hat die Blaubank jetzt 15,0 Prozent verloren, die Gelbbank 2,4 Prozent. Noch viel krasser allerdings war, was gestern bei der Credit Suisse abging. Die hatte nämlich (wenn wir das richtig verstehen) ein milliardenschweres Derivat (Fachbegriff: Exchange Traded Note) am Markt, mit dem Anleger auf eine niedrige Volatilität wetten konnten – und das gestern folgerichtig implodierte. Kurzzeitig hielt sich das Gerücht, die Implosion könnte so richtig auf das Buch der Credit Suisse durchschlagen, was aber offenbar doch nicht so ist. Trotzdem, liebe Nachwuchs-Leser: So ungefähr hat sich 2007 angefühlt (und 2008 sollte da ja erst noch kommen).

Manager Magazin (Dow-Bericht), Finanz und Wirtschaft (Credit Suisse), Reuters (Credit Suisse), Finews (Credit Suisse), FT Alphaville (Credit Suisse), FT Lex (Credit Suisse), Aktienkurs Deutsche Bank, Aktienkurs Coba

News

Exklusiv – Finiata schon rund 35 Mio. Euro wert: Das lässt sich dem Bundesanzeiger entnehmen (wenn man die dortigen Angaben kombiniert mit dem, was Gründer Sebastian Diemer vor ein paar Wochen im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“-erzählt hat). Damit dürfte das Ende 2016 gelaunchte Factoring-Startup auf eine der höchsten Bewertungen kommen, die je ein deutsches Fintech im Zuge seiner Serie-A-Finanzierung erreicht hat.

Commerzbank mit neuen KYC-Problemen: Hat die zweitgrößte Privatbank des Landes aus der 1,45-Milliarden-Dollar-Strafe (USA, 2015, Geldwäsche) noch immer nichts gelernt? Jedenfalls, wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, steckt die Coba in neuen Kalamitäten, diesmal gehe es um die Dependance in Singapur, wo rund 350 Commerzbanker arbeiten. Ein hochrangiger Compliance-Manager habe das Institut sogar verlassen müssen. Handelsblatt (Paywall) 

Beyond .de

Börsen-Crash lässt US-Robos abschmieren: Wegen des Kundenansturms  sind die Internetseiten von Betterment und Wealthfront am Montag kurzzeitig zusammengebrochen.  Business Insider

Beyond Banking

Was ist denn da los bei den vermeintlichen Digital-Vorreitern der Allianz? Laut „SZ“ wird Chief Digital Officer Solmaz Altin seinen Posten aufgeben – was auch insofern bemerkenswert ist, als der Versicherungsriese vor Jahresfrist ja auch schon sein anderes Digital-Gesicht, nämlich den einstigen Hubraum-Chef Peter Borchers, verloren hat. Süddeutsche, Gründerszene (Archiv)

Lesetipps

Warum sich für Fintech-Freaks heute Morgen der Kauf der „Börsen-Zeitung“ lohnen könnte … weil Deposit-Solutions-Gründer Tim Sievers darin ein Interview gibt, das so lang ist (36 Fragen, wir haben gezählt!), dass man mit der Lektüre locker den halben Vormittag zubringt. Börsen-Zeitung (Paywall)

Warum die Deutschen besessen vom Bargeld sind … erklären die Kollegen von Bloomberg in einer langen Reportage. Zwar enthält das Stück keinen gänzlich neuen Gedanken, es ist aber sehr interessant zu lesen. Bloomberg

Warum bei Instant Payment dann doch nicht alles so instant geht … erklärt Karsten Seibel von der Welt

Warum sich „Robotic Process Automation“ zwar dufte anhört … IT-Legacy-geplagte Banken auf das Schlagwort aber besser nicht hereinfallen sollten. Paymentandbanking

Warum Kollege Hansjörg Leichsenring jetzt einen neuen Bankberater hat (bzw. eine Bankberaterin) … er aber weder weiß, wie die Dame heißt, noch, wie er sie erreichen kann, noch, was das Ganze überhaupt soll. Der Bank-Blog 

Warum es so wenige Frauen in der Finanzbranche gibt … weiß die Süddeutsche Zeitung

Klickfavorit

… war gestern die Bundesbank-Studie zu den Sparkassen-Gebühren. Finanz-Szene.de

07/02/18: Deutsche Bankaktien crashen, Credit Suisse erlebt 2007er-Moment, Dow Jones 550 Punkte rauf

Bank-Aktien crashen, Credit Suisse erlebt 2007er-Moment – doch der Dow Jones erholt sich

Der Dow Jones hat sich vom dunkelgrauen Montag erstaunlich schnell erholt – und mit einem Plus von 550 Punkten die heftigen Verluste des Vortags gestern zur Hälfte wieder aufgeholt. Zuvor mussten die Schockwellen indes einmal die Erdkugel umkreisen. Das hatte zur Folge, dass der Dax mit einem Minus von 2,3 Prozent schloss, wobei es (wie sollte es auch anders sein) die Deutsche Bank (minus 3,5 Prozent) und die Commerzbank (minus 4,5 Prozent) mal wieder am stärksten erwischte. Big picture: Auf Ein-Monats-Sicht hat die Blaubank jetzt 15,0 Prozent verloren, die Gelbbank 2,4 Prozent. Noch viel krasser allerdings war, was gestern bei der Credit Suisse abging. Die hatte nämlich (wenn wir das richtig verstehen) ein milliardenschweres Derivat (Fachbegriff: Exchange Traded Note) am Markt, mit dem Anleger auf eine niedrige Volatilität wetten konnten – und das gestern folgerichtig implodierte. Kurzzeitig hielt sich das Gerücht, die Implosion könnte so richtig auf das Buch der Credit Suisse durchschlagen, was aber offenbar doch nicht so ist. Trotzdem, liebe Nachwuchs-Leser: So ungefähr hat sich 2007 angefühlt (und 2008 sollte da ja erst noch kommen).

Manager Magazin (Dow-Bericht), Finanz und Wirtschaft (Credit Suisse), Reuters (Credit Suisse), Finews (Credit Suisse), FT Alphaville (Credit Suisse), FT Lex (Credit Suisse), Aktienkurs Deutsche Bank, Aktienkurs Coba

News

Commerzbank mit neuen KYC-Problemen: Hat die zweitgrößte Privatbank des Landes aus der 1,45-Milliarden-Dollar-Strafe (USA, 2015, Geldwäsche) noch immer nichts gelernt? Jedenfalls, wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, steckt die Coba in neuen Kalamitäten, diesmal gehe es um die Dependance in Singapur, wo rund 350 Commerzbanker arbeiten. Ein hochrangiger Compliance-Manager habe das Institut sogar verlassen müssen. Handelsblatt (Paywall) 

BNP Paribas zeigt, wie’s geht: Die ja auch in Deutschland nicht ganz schlecht aufgestellte französische Großbank (Firmenkunden-Niederlassung plus Consors) hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 7,8 Mrd. Euro erwirtschaftet. Wie lange müsste man wohl zurückrechnen, um mittels Kumulierung der Deutschen-Bank-Gewinne auf eine ähnliche Zahl zu kommen? Sei’s drum. Dass auch bei BNP nicht alles rundlief, zeigen zwei missglückte Großengagements im Firmenkunden-Geschäft, wovon eines angeblich Steinhoff sein soll. T-Online, FAZ (Print, Seite 18)

Exklusiv – Finiata schon rund 35 Mio. Euro wert: Das lässt sich dem Bundesanzeiger entnehmen (wenn man die dortigen Angaben kombiniert mit dem, was Gründer Sebastian Diemer vor ein paar Wochen im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“-erzählt hat). Damit dürfte das Ende 2016 gelaunchte Factoring-Startup auf eine der höchsten Bewertungen kommen, die je ein deutsches Fintech im Zuge seiner Serie-A-Finanzierung erreicht hat. 

Beyond .de

Börsen-Crash lässt US-Robos abschmieren: Wegen des Kundenansturms  sind die Internetseiten von Betterment und Wealthfront am Montag kurzzeitig zusammengebrochen.  Business Insider

Beyond Banking

Was ist denn da los bei den vermeintlichen Digital-Vorreitern der Allianz? Laut „SZ“ wird Chief Digital Officer Solmaz Altin seinen Posten aufgeben – was auch insofern bemerkenswert ist, als der Versicherungsriese vor Jahresfrist ja auch schon sein anderes Digital-Gesicht, nämlich den einstigen Hubraum-Chef Peter Borchers, verloren hat. Süddeutsche, Gründerszene (Archiv)

Lesetipps

Warum die Deutschen besessen vom Bargeld sind … erklären die Kollegen von Bloomberg in einer langen Reportage. Zwar enthält das Stück keinen gänzlich neuen Gedanken, es ist aber sehr interessant zu lesen. Bloomberg

Warum bei Instant Payment dann doch nicht alles so instant geht … erklärt Karsten Seibel von der Welt

Warum sich „Robotic Process Automation“ zwar dufte anhört … IT-Legacy-geplagte Banken auf das Schlagwort aber besser nicht hereinfallen sollten. Paymentandbanking

Warum Kollege Hansjörg Leichsenring jetzt einen neuen Bankberater hat (bzw. eine Bankberaterin) … er aber weder weiß, wie die Dame heißt, noch, wie er sie erreichen kann, noch, was das Ganze überhaupt soll. Der Bank-Blog 

Warum Josef Ackermann mit seiner Nachfolger-Schelte nicht ganz falsch liegt … erklärt Arvid Kaiser vom Manager Magazin

Warum es so wenige Frauen in der Finanzbranche gibt … weiß die Süddeutsche Zeitung

Warum sich für Fintech-Freaks heute Morgen der Kauf der „Börsen-Zeitung“ lohnen könnte … weil Deposit-Solutions-Gründer Tim Sievers darin ein Interview gibt, das so lang ist (36 Fragen, wir haben gezählt!), dass man mit der Lektüre locker den halben Vormittag zubringt. Börsen-Zeitung (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Bundesbank-Studie zu den Sparkassen-Gebühren. Finanz-Szene.de

06/02/18: Bitcoin-Crash, Deposit Solutions, Penta, Angst vor den Gafas

Bundesbank-Studie: Können höhere Gebühren die Sparkassen retten?

Was können Deutschlands Sparkassen tun, um in Zeiten sinkender Zinseinnahmen die Erträge zu stabilisieren? Dieser Frage hat sich in bemerkenswerter Tiefe ein Forscherteam der Bundesbank gewidmet. Dazu griffen die Ökonomen auf einen anonymisierten Datensatz zurück, der sämtliche Jahresabschlüsse von 416 Sparkassen zwischen 2002 bis 2013 enthielt. Die Ergebnisse? Sind nicht spektakulär, aber interessant: So lernt der Leser, dass bei manchen kommunalen Geldhäusern mehr als 70 Prozent aller Gebühren aus dem Zahlungsverkehr (spricht: Konto und Karte) stammen – und das war wohlgemerkt vor der großen Gebührenerhöhungswelle. Andere Provisionen hingegen, etwa aus dem Aktiengeschäft oder der Vermittlung von Versicherungen, Fonds und Bausparverträgen, spielten bei diesen Instituten kaum eine Rolle. Die Autoren kommen letztlich zu dem Ergebnis, dass Sparkassen mit hohen Gebühreneinnahmen profitabler sind als Institute, die sich in erster Linie auf das Zinsgeschäft verlassen. Dabei gehen die Forscher auf eine Frage allerdings nicht ein: Wie lange machen die Kunden das mit?

Bundesbank-Studie (PDF)

News

Deposit Solutions zündet die nächste Ausbaustufe: Das Hambuger „Wir sind mehr als 200 Mio. Euro wert“-Fintech eröffnet in gleich sechs europäischen Ländern bzw. Regionen eigene Dependancen. Dabei betont der Einlagen-Spezialist („Zinspilot“), dass es sich bei den lokalen Gebietsdirektoren nicht um irgendwelche Startup-Bürscherl handele, sondern um gestandene Manager, die zuvor „u.a. bei Goldman Sachs, RBS, Unicredit, Barclays, Julius Baer und Accenture“ gearbeitet hätten. Lustig ist das: Banken wollen jetzt wie Fintechs rüberkommen. Und Fintechs wie Banken. Pressemitteilung

Challenger-Bank Penta sammelt 2,2 Mio. Euro ein: Damit können die Berliner jetzt endlich mal zeigen, ob sie mehr als cleveres Marketing beherrschen. Gründerszene

Die Naga AG für Connaisseure: Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben heute Früh, dann vergleichen Sie doch mal die „vorläufigen ungeprüften 2017er-Zahlen“ des Hamburger Supi-Fintechs mit den „korrigierten vorläufigen ungeprüften 2017er-Zahlen“ des Hamburger Supi-Fintechs. Und dann ziehen Sie als Sekundärquelle noch diesen Bericht hier hinzu.  Und wenn Sie sich dann immer noch keinen Reim drauf machen können – dann geht es Ihnen so wie uns.

Berenberg rehabilitiert sich für das schwache Vorjahr: Na, schau an, die letzte deutsche Gel-Banker-Bank kann es ja doch noch. Nachdem der Provisionsüberschuss (und auf den kommt es bei Berenberg an) 2016 eingebrochen war, hat er 2017 wieder deutlich auf 343 Mio. Euro zugelegt. Der Lohn: Eine Eigenkapitalrendite von 43 Prozent, und das diesmal, soweit ersichtlich, ganz ohne Einmaleffekte. Wenn trotzdem ein kleiner Kritikpunkt erlaubt ist: Das verwaltete Vermögen vermehrte sich schon wieder nur in homöopathischer Dosis, nämlich von 40,7 Mrd. Euro auf 41,5 Mrd. Euro. Pressemitteilung, Reuters/HB

Die KfW gewinnt immer: Ach, Staatsbanker müsste man sein. Steigert die KfW ihr Ergebnis, dann freuen sich alle, weil der Bundeshaushalt profitiert. Und sinkt der Gewinn, dann freuen sich alle, weil die Förderbank es in edler Selbstbescheidung schafft, ihr Mandat nicht zu überdehnen. Was 2017 der Fall war? Letzteres. Reuters

Beyond Banking

Die Banken geben dem Bitcoin den Rest … Die Krypto-Währung ist gestern Abend erstmals seit November unter die Marke von 7000 Dollar gerutscht – und hat damit im Vergleich zu ihrem Höchststand im Dezember ziemlich genau zwei Drittel ihres Werts verloren.  Zum neuerlichen Absturz trug auch bei, dass verschiedene Großbanken ihren Kunden den Bitcoin-Kauf per Kreditkarte  untersagt hatten. Bloomberg, Manager Magazin

… und in den USA crasht der Dow: Zugegeben, was an der Börse so vor sich geht, interessiert uns bei „Finanz-Szene.de“ normalerweise nicht die Bohne. Aber lesen Sie doch mal, was gestern Abend im späten US-Handel passiert ist … Manager Magazin

Lesetipps

Warum die Digitalisierung für viele traditionelle Banken in Wirklichkeit ein Glücksfall ist … erklärt Thomas Dapp, der Fintech-Vordenker der KfW. Der Bank-Blog

Europas Großbanker fürchten die Gafas: Techkonzerne wie Amazon oder Facebook schicken sich an, die herkömmlichen Banken zu ersetzen, warnt BBVA-Chairman Gonzales – und ruft die Politik zu Hilfe. ING-Chef Ralph Hamers sieht die Dinge ähnlich. Financial Times (Paywall)

Warum die Deutsche Bank im Grunde gar nicht anders kann, als Ihr Schicksal in die Hände der Boni-Banker zu legen … erläutert Christian Kirchner. Capital

Ohne erkennbaren Anlass … porträtiert die „Frankfurter Allgemeine“ einfach mal das Finanz-Startup Mybucks. Diese beneidenswerte Unbekümmertheit in der Themenauswahl möchte wir mit einem Link belohnen: FAZ

Karriere

Wo Berenberg überall neue Stellen schafft: Vielleicht ist ja auch für Sie was dabei … efinancialcareers

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun), finden Sie immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen.

  • Ehemalige Postbank-Aktionäre piesacken das Topmanagement der Deutschen Bank mit Strafanzeige. Spiegel
  • Nachdem die 2017er-Zahlen noch schlimmer ausgefallen sind als befürchtet, wächst der Druck auf Deutsche-Bank-Chef Cryan. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die mittlerweile berühmt-berüchtigte Oliver-Wyman-Studie. PDF

06/02/18: Die G-Frage der Sparkassen, Berenberg schlägt zurück, Flash-Crash an der Wall Street

Bundesbank-Studie: Können höhere Gebühren die Sparkassen retten?

Was können Deutschlands Sparkassen tun, um in Zeiten sinkender Zinseinnahmen die Erträge zu stabilisieren? Dieser Frage hat sich in bemerkenswerter Tiefe ein Forscherteam der Bundesbank gewidmet. Dazu griffen die Ökonomen auf einen anonymisierten Datensatz zurück, der sämtliche Jahresabschlüsse von 416 Sparkassen zwischen 2002 bis 2013 enthielt. Die Ergebnisse? Sind nicht spektakulär, aber interessant: So lernt der Leser, dass bei manchen kommunalen Geldhäusern mehr als 70 Prozent aller Gebühren aus dem Zahlungsverkehr (spricht: Konto und Karte) stammen – und das war wohlgemerkt vor der großen Gebührenerhöhungswelle. Andere Provisionen hingegen, etwa aus dem Aktiengeschäft oder der Vermittlung von Versicherungen, Fonds und Bausparverträgen, spielten bei diesen Instituten kaum eine Rolle. Die Autoren kommen letztlich zu dem Ergebnis, dass Sparkassen mit hohen Gebühreneinnahmen profitabler sind als Institute, die sich in erster Linie auf das Zinsgeschäft verlassen. Dabei gehen die Forscher auf eine Frage allerdings nicht ein: Wie lange machen die Kunden das mit?

Bundesbank-Studie (PDF)

News

Berenberg rehabilitiert sich für das schwache Vorjahr: Na, schau an, die letzte deutsche Gel-Banker-Bank kann es ja doch noch. Nachdem der Provisionsüberschuss (und auf den kommt es bei Berenberg an) 2016 eingebrochen war, hat er 2017 wieder deutlich auf 343 Mio. Euro zugelegt. Der Lohn: Eine Eigenkapitalrendite von 43 Prozent, und das diesmal, soweit ersichtlich, ganz ohne Einmaleffekte. Wenn trotzdem ein kleiner Kritikpunkt erlaubt ist: Das verwaltete Vermögen vermehrte sich schon wieder nur in homöopathischer Dosis, nämlich von 40,7 Mrd. Euro auf 41,5 Mrd. Euro. Pressemitteilung, Reuters/HB

Die KfW gewinnt immer: Ach, Staatsbanker müsste man sein. Steigert die KfW ihr Ergebnis, dann freuen sich alle, weil der Bundeshaushalt profitiert. Und sinkt der Gewinn, dann freuen sich alle, weil die Förderbank es in edler Selbstbescheidung schafft, ihr Mandat nicht zu überdehnen. Was 2017 der Fall war? Letzteres. Reuters

Deposit Solutions zündet die nächste Ausbaustufe: Das Hambuger „Wir sind mehr als 200 Mio. Euro wert“-Fintech eröffnet in gleich sechs europäischen Ländern bzw. Regionen eigene Dependancen. Dabei betont der Einlagen-Spezialist („Zinspilot“), dass es sich bei den lokalen Gebietsdirektoren nicht um irgendwelche Startup-Bürscherl handele, sondern um gestandene Manager, die zuvor „u.a. bei Goldman Sachs, RBS, Unicredit, Barclays, Julius Baer und Accenture“ gearbeitet hätten. Lustig ist das: Banken wollen jetzt wie Fintechs rüberkommen. Und Fintechs wie Banken. Pressemitteilung

Challenger-Bank Penta sammelt 2,2 Mio. Euro ein: Damit können die Berliner jetzt endlich mal zeigen, ob sie mehr als cleveres Marketing beherrschen. Gründerszene

Die Naga AG für Connaisseure: Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben heute Früh, dann vergleichen Sie doch mal die „vorläufigen ungeprüften 2017er-Zahlen“ des Hamburger Supi-Fintechs mit den „korrigierten vorläufigen ungeprüften 2017er-Zahlen“ des Hamburger Supi-Fintechs. Und dann ziehen Sie als Sekundärquelle noch diesen Bericht hier hinzu.  Und wenn Sie sich dann immer noch keinen Reim drauf machen können – dann geht es Ihnen so wie uns.

Beyond Banking

Die Banken geben dem Bitcoin den Rest … Die Krypto-Währung ist gestern Abend erstmals seit November unter die Marke von 7000 Dollar gerutscht – und hat damit im Vergleich zu ihrem Höchststand im Dezember ziemlich genau zwei Drittel ihres Werts verloren.  Zum neuerlichen Absturz trug auch bei, dass verschiedene Großbanken ihren Kunden den Bitcoin-Kauf per Kreditkarte  untersagt hatten. Bloomberg, Manager Magazin

… und in den USA crasht der Dow: Zugegeben, was an der Börse so vor sich geht, interessiert uns bei „Finanz-Szene.de“ normalerweise nicht die Bohne. Aber lesen Sie doch mal, was gestern Abend im späten US-Handel passiert ist … Manager Magazin

Lesetipps

Warum die Digitalisierung für viele traditionelle Banken in Wirklichkeit ein Glücksfall ist … erklärt Thomas Dapp, der Fintech-Vordenker der KfW. Der Bank-Blog

Europas Großbanker fürchten die Gafas: Techkonzerne wie Amazon oder Facebook schicken sich an, die herkömmlichen Banken zu ersetzen, warnt BBVA-Chairman Gonzales – und ruft die Politik zu Hilfe. ING-Chef Ralph Hamers sieht die Dinge ähnlich. Financial Times (Paywall)

Warum die Deutsche Bank im Grunde gar nicht anders kann, als Ihr Schicksal in die Hände der Boni-Banker zu legen … erläutert Christian Kirchner. Capital

Einer von ihnen: Wieso der neue KfW-Chef der richtige Mann zur richtigen Zeit sein könnte. Süddeutsche

„Habe 2012 eine gut aufgestellte Deutsche Bank übergeben“: Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag lässt Josef Ackermann die Welt dankenswerterweise an seiner Sicht der Dinge teilhaben. dpa/Manager Magazin

Ohne erkennbaren Anlass … porträtiert die „Frankfurter Allgemeine“ einfach mal das Finanz-Startup Mybucks. Diese beneidenswerte Unbekümmertheit in der Themenauswahl möchte wir mit einem Link belohnen: FAZ

Karriere

Wo Berenberg überall neue Stellen schafft: Vielleicht ist ja auch für Sie was dabei … efinancialcareers

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun), finden Sie immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen.

  • Ehemalige Postbank-Aktionäre piesacken das Topmanagement der Deutschen Bank mit Strafanzeige. Spiegel
  • Nachdem die 2017er-Zahlen noch schlimmer ausgefallen sind als befürchtet, wächst der Druck auf Deutsche-Bank-Chef Cryan. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die mittlerweile berühmt-berüchtigte Oliver-Wyman-Studie. PDF

02/02/18: Der Paypal-GAU, Naga, Wefox, Funding Circle, Kontowechsler

Heute ausnahmsweise in der „B-Variante“ …

Liebe Leserinnen und Leser, bis gestern Nachmittag hatten wir keinen Schimmer, was „Pseudokrupp“ ist. Dann aber lehrte uns das Leben eine kleine Lektion, und … naja, was sollen wir sagen – die Nacht war kurz.

„Finanz-Szene.de“ erscheint darum heute ausnahmsweise in der „B-Variante“, das heißt, ohne pseudo-exklusive Geschichten, ohne vulgär-analytische Einordnungen und vor allem auch: ohne billige Seitenhiebe gegen die Deutsche Bank. Denn: Wenn Sie einmal so ein röchelndes Kleinkind im Bett hatten, dann bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie es sein muss, wenn man einen röchelnden chinesischen Großinvestor im Aktionariat hat. Solche Erfahrungen verbinden.

Alles auf einen Blick

  • Das deutsch-schweizerische Insurtech Wefox hat einen prominenten Investor aufgetrieben, nämlich Ashton Kutcher (bevor es zu Verwechslungen kommt: Das ist nicht der sinistre Schwiegersohn des US-Präsidenten, sondern der Schauspieler aus „Two and a half men“). Wiwo, Handelsblatt (Paywall)
  • Spanische Bank will deutschen Mittelständlern via Funding Circle 50 Mio. Euro leihen. Finextra
  • Das, nun ja: schillernde Hamburg Fintech Naga hat gestern Abend für 2017 „ungeprüfte“ Zahlen vorgelegt, die „entscheidend durch einmalige Umsatzerlöse in Höhe von 6,3 Mio. EUR für Dienstleistungen im Rahmen des erfolgten Token Sales“ geprägt waren. Sachen gibt’s. Ad-hoc-Mitteilung
  • Eine Analyse, warum sich Ebay von Paypal getrennt hat: CNBC
  • Was der Paypal-GAU mit der Aktie des Zahlungsdienstleisters gemacht hat: The Motley Fool
  • Das hier ist Adyen, das milliardenschwere niederländische Payment-Startup, das jetzt anstelle von Paypal mit Ebay kooperiert: Financial Times (Paywall)
  • Interessanter Deal in China: Alibaba übernimmt jetzt doch wieder 33 Prozent an Ant Financial (=Alipay). Financial Times (Paywall)
  • Im gelobten Land der Bargeld-Hasser (also in Dänemark) sind die Fälle von Kartenbetrug 2016 um 60 Prozent gestiegen. Bloomberg
  • Bei der spanischen BBVA sind die Digitalkunden angeblich doppelt so profitabel wie die analogen. Handelsblatt
  • Auf diese fünf Punkte müssen Sie laut „Handelsblatt“ heute bei den Zahlen der Deutschen Bank achten: HB
  • Trotz der kurzen Nacht haben wir in die „In Deutschland wird es 2030 u.U. nur noch 150 Banken geben“-Studie von Oliver Wyman zumindest mal hineingelugt. Eine nachvollziehbare analytische Herleitung, warum Oliver Wyman ausgerechnet auf „150“ statt beispielsweise auf „350“ oder „420“ oder „530“ kommt, haben wir allerdings nicht entdeckt. (Es sei denn, „Wir gehen davon aus, dass …“ geht als nachvollziehbare analytische Herleitung durch) Oliver-Wyman-Studie (PDF)
  • Laut „Handelsblatt“ wollen zu wenige Brexit-Banker nach Frankfurt. Darum sei unter den Instituten ein Hauen und Stechen um jene Leute entbrannt, die man womöglich doch für FFM begeistern kann (z.B: deutsche Expats). Handelsblatt (Paywall)
  • Die ING Diba  hat 2017 so viele Girokonto-Kunden gewonnen wie noch nie, nämlich rund 350.000. Hier die Grafik: Barkow-Consulting
  • An der Stelle dann doch eine kleine Einordnung: Jemand mit exzellentem Einblick ins deutsche Retailbanking sagte uns dieser Tage, dass die Zahl der jährlichen Kontowechsler bei gut zwei Millionen liegen dürfte (hierzu auch unser Stück von vor ein paar Wochen). Damit kriegt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie groß der Diba-Anteil ist.
  • Und hier die eigentlichen 2017er-Zahlen der ING Diba: Der Vorsteuer-Gewinn ist nochmals leicht auf 1,269 Mrd. Euro gestiegen. Handelsblatt
  • Ein Drittel dieses Gewinns entstammte übrigens dem Geschäft mit Großkunden. Die Welt
  • Und last but not least hier noch alles zur Produkt-Offensive der ING Diba (u.a.: ein Digitalkredit für kleine und mittlere Unternehmen). Dow Jones
  • Jetzt macht sich sogar schon die „Bild-Zeitung“ Sorgen um den Job des Bankberaters im Zeitalter der Digitalisierung … Bild (Paywall)
  • Das „Finanzwort des Jahres 2017“ steht fest (und der Gewinner ist wenig überraschend). Der Bank-Blog
  • Und auch und gerade in der „B-Variante“ unverzichtbar: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere pseudo-exklusive Geschichte zu „Amazon Lending Germany“. Finanz-Szene.de

02/02/18: Wie kommt Oliver Wyman auf 150???, ING Diba, Brexit-Banker wollen nicht nach FFM

Heute ausnahmsweise in der „B-Variante“ …

Liebe Leserinnen und Leser, bis gestern Nachmittag hatten wir keinen Schimmer, was „Pseudokrupp“ ist. Dann aber lehrte uns das Leben eine kleine Lektion, und … naja, was sollen wir sagen – die Nacht war kurz.

„Finanz-Szene.de“ erscheint darum heute ausnahmsweise in der „B-Variante“, das heißt, ohne pseudo-exklusive Geschichten, ohne vulgär-analytische Einordnungen und vor allem auch: ohne billige Seitenhiebe gegen die Deutsche Bank. Denn: Wenn Sie einmal so ein röchelndes Kleinkind im Bett hatten, dann bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie es sein muss, wenn man einen röchelnden chinesischen Großinvestor im Aktionariat hat. Solche Erfahrungen verbinden.

Alles auf einen Blick

  • Auf diese fünf Punkte müssen Sie laut „Handelsblatt“ heute bei den Zahlen der Deutschen Bank achten: HB
  • Trotz der kurzen Nacht haben wir in die „In Deutschland wird es 2030 u.U. nur noch 150 Banken geben“-Studie von Oliver Wyman zumindest mal hineingelugt. Eine nachvollziehbare analytische Herleitung, warum Oliver Wyman ausgerechnet auf „150“ statt beispielsweise auf „350“ oder „420“ oder „530“ kommt, haben wir allerdings nicht entdeckt. (Es sei denn, „Wir gehen davon aus, dass …“ geht als nachvollziehbare analytische Herleitung durch) Oliver-Wyman-Studie (PDF)
  • Laut „Handelsblatt“ wollen zu wenige Brexit-Banker nach Frankfurt. Darum sei unter den Instituten ein Hauen und Stechen um jene Leute entbrannt, die man womöglich doch für FFM begeistern kann (z.B: deutsche Expats). Handelsblatt (Paywall)
  • Die ING Diba  hat 2017 so viele Girokonto-Kunden gewonnen wie noch nie, nämlich rund 350.000. Hier die Grafik: Barkow-Consulting
  • An der Stelle dann doch eine kleine Einordnung: Jemand mit exzellentem Einblick ins deutsche Retailbanking sagte uns dieser Tage, dass die Zahl der jährlichen Kontowechsler bei gut zwei Millionen liegen dürfte (hierzu auch unser Stück von vor ein paar Wochen). Damit kriegt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie groß der Diba-Anteil ist.
  • Und hier die eigentlichen 2017er-Zahlen der ING Diba: Der Vorsteuer-Gewinn ist nochmals leicht auf 1,269 Mrd. Euro gestiegen. Handelsblatt
  • Ein Drittel dieses Gewinns entstammte übrigens dem Geschäft mit Großkunden. Die Welt
  • Und last but not least hier noch alles zur Produkt-Offensive der ING Diba (u.a.: ein Digitalkredit für kleine und mittlere Unternehmen). Dow Jones
  • Jetzt macht sich sogar schon die „Bild-Zeitung“ Sorgen um den Job des Bankberaters im Zeitalter der Digitalisierung … Bild (Paywall)
  • M.M. Warburg übernimmt die Mehrheit an der Asset-Management-Tochter der NordLB. Private Banking Magazin
  • Das, nun ja: schillernde Hamburg Fintech Naga hat gestern Abend für 2017 „ungeprüfte“ Zahlen vorgelegt, die „entscheidend durch einmalige Umsatzerlöse in Höhe von 6,3 Mio. EUR für Dienstleistungen im Rahmen des erfolgten Token Sales“ geprägt waren. Sachen gibt’s. Ad-hoc-Meldung
  • Spanische Bank will deutschen Mittelständlern via Funding Circle 50 Mio. Euro leihen. Finextra
  • Das deutsch-schweizerische Insurtech Wefox hat einen prominenten Investor aufgetrieben, nämlich Ashton Kutcher (bevor es zu Verwechslungen kommt: Das ist nicht der sinistre Schwiegersohn des US-Präsidenten, sondern der Schauspieler aus „Two and a half men“). Wiwo, Handelsblatt (Paywall)
  • Eine Analyse, warum sich Ebay von Paypal getrennt hat: CNBC
  • Was der Paypal-GAU mit der Aktie des Zahlungsdienstleisters gemacht hat: The Motley Fool
  • Das hier ist Adyen, das milliardenschwere niederländische Payment-Startup, das jetzt anstelle von Paypal mit Ebay kooperiert: Financial Times (Paywall)
  • Bei der spanischen BBVA sind die Digitalkunden angeblich doppelt so profitabel wie die analogen. Handelsblatt
  • Interessanter Deal in China: Alibaba übernimmt jetzt doch wieder 33 Prozent an Ant Financial (=Alipay). Financial Times (Paywall)
  • Im gelobten Land der Bargeld-Hasser (also in Dänemark) sind die Fälle von Kartenbetrug 2016 um 60 Prozent gestiegen. Bloomberg
  • Das „Finanzwort des Jahres 2017“ steht fest (und der Gewinner ist wenig überraschend). Der Bank-Blog
  • Und auch und gerade in der „B-Variante“ unverzichtbar: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere pseudo-exklusive Geschichte zu „Amazon Lending Germany“. Finanz-Szene.dem „02/02/18: Wie kommt Oliver Wyman auf 150???, ING Diba, Brexit-Banker wollen nicht nach FFM“ weiterlesen

Newsletter 01/02/18: „Amazon Lending Germany“, Fintech Group, Gibt es 2030 nur noch 150 dt. Banken?

Liebe deutsche Banker, kriegt Ihr mit, wie Amazon Euch gerade Eure Kunden ausspannen will?

Was hat es zu bedeuten, wenn Amazon dieser Tage in einem Jobportal nach einem Kreditanalysten für seine deutsche Dependance sucht? Und wie kommt es, dass ein langjähriger, renommierter Mitarbeiter einer bekannten Ratingagentur auf seinem LinkedIn-Profil als neuen Arbeitgeber „Amazon Lending Germany“ angibt? Macht der amerikanische E-Commerce-Riese nun also ernst und tut, was in manchen Finanz-Blogs ja gern mal prophezeit wird – steigt er also ins deutsche Banking ein? Um es kurz zu machen: Nein, ganz so ist es nicht. Aber fast. Denn: Amazon schickt sich offenbar an, Händler seines Marktplatzes auch hierzulande mit Finanzierungen zu versorgen (angekündigt wurden die Pläne schon vor längerer Zeit). Nun mag man sagen: So what? Man kann darin aber auch den Eintritt der Tech-Giganten ins deutsche Kreditgeschäft sehen (zumal Paypal das gleiche macht). Welche Folgen das möglicherweise nach sich zieht, dies hat „Finanz-Szene.de“ den Payment-Experten und früheren Paypal-Manager Jochen Siegert gefragt:

Finanz-Szene.de

Gibt es 203o nur noch 150 deutsche Banken?

Es ist nur eine Studie. Und von den Beraterfirmen weiß man ja, dass sie in ihrem verzweifelten Kampf um Aufmerksamkeit bisweilen Thesen raushauen, vor denen selbst ein Boulevard-Medium wie „Finanz-Szene.de“ zurückschrecken würde. Gleichwohl: Was die Consultants von Oliver Wyman in einer neuen Studie  (aus der die FAZ heute Morgen exklusiv zitieren darf) behaupten, das ist so krass, dass man es schlicht nicht ignorieren kann. Auf den Punkt gebracht: Von den derzeit noch rund 1900 Banken in Deutschland sollen bis ungefähr 2030 nur noch 150 bis 300 übrig bleiben. Für den Wyman-Banking-Experten Thomas Schnarr scheint es fast zwingend zu sein, dass es genauso kommt. Er sagt: „Nimmt man das bisherige Tempo [Anm.: des Bankensterbens] als Ausgangspunkt und geht noch von einer gewissen, wahrscheinlichen Beschleunigung des Prozesses aus, dann wird sich die Zahl der deutschen Banken in dem von uns beschriebenen Ausmaß reduzieren.“ Topp, die Wette gilt (FAZ, Seite 29)

News

Berenberg adelt die Fintech Group: Journalismus ist ja immer auch Bauchgefühl. Und bei der Fintech Group (also bei der Firma, die früher mal Flatex hieß und ein Online-Broker war) sagte unser Bauch bislang immer: Mmmmhhhh, ist das nicht irgendwie der Metzger, der zum Veganer-Shop mutiert, weil sich das Viertel, in dem er sitzt, gentrifiziert? Nun denn: Vielleicht sollten wir bei „Finanz-Szene.de“ einfach mal weniger auf unseren Bauch hören. Denn glaubt man der Erst-Studie von Berenberg, dann vereint die Fintech Group „das beste aus zwei Welten“, hat „eine signifikante Restrukturierung abgeschlossen“ und verfügt „über ein hochgradig skalierbares Geschäftsmodell“. Wenn das stimmt, hätte unser Bauch sich getäuscht (Hinweis an die Leser: Bitte nicht immer fragen, ob wir solche Studie illegal weiterleiten können. Sie bringen uns damit echt in eine Konfliktsituation).

Weimer schafft bei der Deutschen Börse den erweiterten Vorstand ab: Das berichtet zumindest das „Handelsblatt“ heute Früh. Betroffen von dem kleinen Coup sind demnach unter anderem Regulierungschefin Alexandra Hachmeister, Eurex-Chef Thomas Book, Eurex-Clearing-Chef Eric Müller und Fintech-Star Carlo Kölzer (das ist der Chef der 2015 für 725 Mio. Euro gekauften Devisenhandelsplattform 360T). Handelsblatt (Paywall)

Bei HNA beginnt der Ausverkauf: Laut „Bloomberg“ will sich der klamme Deutsche-Bank-Ankeraktionär bis Jahresmitte von Unternehmensanteilen im Wert von umgerechnet 16 Mrd. Dollar trennen. Bloomberg

Der nächste Stresstest: Die Eba will sich in den kommenden Monaten insgesamt 48 europäische Großbanken vorknöpfen – darunter acht Institute aus Deutschland. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, inwieweit die Geldhäuser für krisenhafte Folgen eines möglichen Brexits gewappnet sind. Handelsblatt 

Noch ein ICO: Diesmal ist es der Wiesbadener Finanzvertrieb JDC Group (ehemals: Aragno), der die Krypto-Community beglückt. Gibt es auch hierzu ein Bauchgefühl? Ja. Aber das behält der Bauch für sich. DGAP-Mitteilung

Beyond Banking

Ist die Bitcoin-Blase bereits geplatzt? Diese nicht unberechtigte Frage stellt das Manager Magazin – denn immerhin notiert die Krypto-Währung inzwischen 50 Prozent unter dem Rekordstand von vor vier Wochen. MM

Lesetipps

Wird es in zehn Jahren überhaupt noch einen persönlichen Kundenservice bei deutschen Banken geben? … fragt Kollege Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ (wobei: als er das schrieb, wusste er freilich noch gar nicht, dass es – siehe oben Oliver Wyman – in zehn Jahren hierzulande ja eh keine Banken mehr geben wird, womit sich das Thema dann eh erledigt hat). Der Bank-Blog

Und falls Sie jetzt eh schon auf dem Weg zum Büro Ihres Chefs/Ihrer Chefin sind, … um ihm/ihr die frisch gebügelte, aber notorisch ungelesene FAZ vom Schreibtisch zu stibitzen, was Sie tun, weil Sie den Bankensterben-Artikel lesen wollen … jedenfalls: dann schlagen Sie doch auch gleich mal Seite 23 auf, denn da geht es um die Deutsche Bank, und zwar einmal um  die miese Stimmung in der Belegschaft und zum zweiten um die Frage, welche Handhabe die Aufseher gegenüber HNA haben.

Aus der Szene

Durch einen Bericht der „Handelsblatt“-Kollegen sind wir darauf aufmerksam geworden, dass die Lobbyisten des „Institute of International Finance“ eine Liste der „künftigen Topmanager der globalen Finanz- und Versicherungsbranche“ erstellt haben. Aus zweierlei Gründen fanden wir das Ganze interessant: 1.) Unter den 51 Köpfen sind auch drei Shootingstars aus der Frankfurter Szene, deren Namen man sich sicherlich merken sollte, nämlich Stefan Hoops von der Deutschen Bank, Frederik König von der DZ Bank und Stefan Gringel  von der Commerzbank. Allen dreien herzlichen Glückwunsch! Gleichwohl fällt 2.)  auch auf, dass unter den 51 „Future Leaders“ kein einziger Fintech- und kein einziger Gafa-Mensch zu sein scheint. Nun ist es natürlich legitim, dass eine Lobbyorganisation ihre eigenen Leute promotet. Allerdings: Kann es sein, dass die Liste  zugleich auf eine gewisse Betriebsblindheit hindeutet?

Klickfavorit

… war gestern unsere Artikel über den baldigen Milliarden-Robo Scalable. Finanz-Szene.de

Newsletter 01/02/18: Gibt es 2030 nur noch 150 dt. Banken?, „Amazon Lending Germany“, Weimers Coup

Liebe deutsche Banker, kriegt Ihr mit, wie Amazon Euch gerade Eure Kunden ausspannen will?

Was hat es zu bedeuten, wenn Amazon dieser Tage in einem Jobportal nach einem Kreditanalysten für seine deutsche Dependance sucht? Und wie kommt es, dass ein langjähriger, renommierter Mitarbeiter einer bekannten Ratingagentur auf seinem LinkedIn-Profil als neuen Arbeitgeber „Amazon Lending Germany“ angibt? Macht der amerikanische E-Commerce-Riese nun also ernst und tut, was in manchen Finanz-Blogs ja gern mal prophezeit wird – steigt er also ins deutsche Banking ein? Um es kurz zu machen: Nein, ganz so ist es nicht. Aber fast. Denn: Amazon schickt sich offenbar an, Händler seines Marktplatzes auch hierzulande mit Finanzierungen zu versorgen (angekündigt wurden die Pläne schon vor längerer Zeit). Nun mag man sagen: So what? Man kann darin aber auch den Eintritt der Tech-Giganten ins deutsche Kreditgeschäft sehen (zumal Paypal das gleiche macht). Welche Folgen das möglicherweise nach sich zieht, dies hat „Finanz-Szene.de“ den Payment-Experten und früheren Paypal-Manager Jochen Siegert gefragt:

Finanz-Szene.de

Gibt es 203o nur noch 150 deutsche Banken?

Es ist nur eine Studie. Und von den Beraterfirmen weiß man ja, dass sie in ihrem verzweifelten Kampf um Aufmerksamkeit bisweilen Thesen raushauen, vor denen selbst ein Boulevard-Medium wie „Finanz-Szene.de“ zurückschrecken würde. Gleichwohl: Was die Consultants von Oliver Wyman in einer neuen Studie  (aus der die FAZ heute Morgen exklusiv zitieren darf) behaupten, das ist so krass, dass man es schlicht nicht ignorieren kann. Auf den Punkt gebracht: Von den derzeit noch rund 1900 Banken in Deutschland sollen bis ungefähr 2030 nur noch 150 bis 300 übrig bleiben. Für den Wyman-Banking-Experten Thomas Schnarr scheint es fast zwingend zu sein, dass es genauso kommt. Er sagt: „Nimmt man das bisherige Tempo [Anm.: des Bankensterbens] als Ausgangspunkt und geht noch von einer gewissen, wahrscheinlichen Beschleunigung des Prozesses aus, dann wird sich die Zahl der deutschen Banken in dem von uns beschriebenen Ausmaß reduzieren.“ Topp, die Wette gilt (FAZ, Seite 29)

News

Weimer schafft bei der Deutschen Börse den erweiterten Vorstand ab: Das berichtet zumindest das „Handelsblatt“ heute Früh. Betroffen von dem kleinen Coup sind demnach unter anderem Regulierungschefin Alexandra Hachmeister, Eurex-Chef Thomas Book, Eurex-Clearing-Chef Eric Müller und Fintech-Star Carlo Kölzer (das ist der Chef der 2015 für 725 Mio. Euro gekauften Devisenhandelsplattform 360T). Handelsblatt (Paywall)

Bei HNA beginnt der Ausverkauf: Laut „Bloomberg“ will sich der klamme Deutsche-Bank-Ankeraktionär bis Jahresmitte von Unternehmensanteilen im Wert von umgerechnet 16 Mrd. Dollar trennen. Bloomberg

Der nächste Stresstest: Die Eba will sich in den kommenden Monaten insgesamt 48 europäische Großbanken vorknöpfen – darunter acht Institute aus Deutschland. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, inwieweit die Geldhäuser für krisenhafte Folgen eines möglichen Brexits gewappnet sind. Handelsblatt 

Berenberg adelt die Fintech Group: Journalismus ist ja immer auch Bauchgefühl. Und bei der Fintech Group (also bei der Firma, die früher mal Flatex hieß und ein Online-Broker war) sagte unser Bauch bislang immer: Mmmmhhhh, ist das nicht irgendwie der Metzger, der zum Veganer-Shop mutiert, weil sich das Viertel, in dem er sitzt, gentrifiziert? Nun denn: Vielleicht sollten wir bei „Finanz-Szene.de“ einfach mal weniger auf unseren Bauch hören. Denn glaubt man der Erst-Studie von Berenberg, dann vereint die Fintech Group „das beste aus zwei Welten“, hat „eine signifikante Restrukturierung abgeschlossen“ und verfügt „über ein hochgradig skalierbares Geschäftsmodell“. Wenn das stimmt, hätte unser Bauch sich getäuscht (Hinweis an die Leser: Bitte nicht immer fragen, ob wir solche Studie illegal weiterleiten können. Sie bringen uns damit echt in eine Konfliktsituation).

Noch ein ICO: Diesmal ist es der Wiesbadener Finanzvertrieb JDC Group (ehemals: Aragno), der die Krypto-Community beglückt. Gibt es auch hierzu ein Bauchgefühl? Ja. Aber das behält der Bauch für sich. DGAP-Mitteilung

Beyond Banking

Ist die Bitcoin-Blase bereits geplatzt? Diese nicht unberechtigte Frage stellt das Manager Magazin – denn immerhin notiert die Krypto-Währung inzwischen 50 Prozent unter dem Rekordstand von vor vier Wochen. MM

Lesetipps

Wird es in zehn Jahren überhaupt noch einen persönlichen Kundenservice bei deutschen Banken geben? … fragt Kollege Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ (wobei: als er das schrieb, wusste er freilich noch gar nicht, dass es – siehe oben Oliver Wyman – in zehn Jahren hierzulande ja eh keine Banken mehr geben wird, womit sich das Thema dann eh erledigt hat). Der Bank-Blog

Und falls Sie jetzt eh schon auf dem Weg zum Büro Ihres Chefs/Ihrer Chefin sind, … um ihm/ihr die frisch gebügelte, aber notorisch ungelesene FAZ vom Schreibtisch zu stibitzen, was Sie tun, weil Sie den Bankensterben-Artikel lesen wollen … jedenfalls: dann schlagen Sie doch auch gleich mal Seite 23 auf, denn da geht es um die Deutsche Bank, und zwar einmal um  die miese Stimmung in der Belegschaft und zum zweiten um die Frage, welche Handhabe die Aufseher gegenüber HNA haben.

Aus der Szene

Durch einen Bericht der „Handelsblatt“-Kollegen sind wir darauf aufmerksam geworden, dass die Lobbyisten des „Institute of International Finance“ eine Liste der „künftigen Topmanager der globalen Finanz- und Versicherungsbranche“ erstellt haben. Aus zweierlei Gründen fanden wir das Ganze interessant: 1.) Unter den 51 Köpfen sind auch drei Shootingstars aus der Frankfurter Szene, deren Namen man sich sicherlich merken sollte, nämlich Stefan Hoops von der Deutschen Bank, Frederik König von der DZ Bank und Stefan Gringel  von der Commerzbank. Allen dreien herzlichen Glückwunsch! Gleichwohl fällt 2.)  auch auf, dass unter den 51 „Future Leaders“ kein einziger Fintech- und kein einziger Gafa-Mensch zu sein scheint. Nun ist es natürlich legitim, dass eine Lobbyorganisation ihre eigenen Leute promotet. Allerdings: Kann es sein, dass die Liste  zugleich auf eine gewisse Betriebsblindheit hindeutet?

Klickfavorit

… war gestern unsere Artikel über den baldigen Milliarden-Robo Scalable. Finanz-Szene.de

Liebe deutsche Banker, kriegt Ihr mit, wie Amazon Euch gerade Eure Kunden ausspannen will?

Von Heinz-Roger Dohms

Was hat es zu bedeuten, wenn Amazon dieser Tage in einem Jobportal nach einem Kreditanalysten für seine deutsche Dependance sucht? Und wie kommt es, dass ein langjähriger, renommierter Mitarbeiter einer bekannten Ratingagentur auf seinem LinkedIn-Profil als neuen Arbeitgeber plötzlich „Amazon Lending Germany“ angibt? Macht der amerikanische E-Commerce-Riese nun also ernst und tut, was in manchen Finanz-Blogs ja gern mal prophezeit wird – steigt er also ins deutsche Banking ein? Um es kurz zu machen: Nein, ganz so ist es nicht. Aber fast. Denn: Amazon schickt sich offenbar an, Händler seines Marktplatzes auch hierzulande mit Finanzierungen zu versorgen (angekündigt wurden die Pläne schon vor längerer Zeit). Nun mag man sagen: So what? Man kann darin aber auch den Eintritt der Tech-Giganten ins deutsche Kreditgeschäft sehen (zumal Paypal das gleiche macht). Welche Folgen das möglicherweise nach sich zieht, dies hat „Finanz-Szene.de“ den Payment-Experten und früheren Paypal-Manager Jochen Siegert gefragt:

Herr Siegert, Amazon sucht offenbar in Deutschland nach Kreditanalysten. Was hat das zu bedeuten?

Jochen Siegert: Die machen exakt das Gleiche, was ich einst für Paypal als Produkt in Europa initiiert habe – und was Paypal letztes Jahr endlich auch in Deutschland ausgerollt hat. Nämlich Finanzierungsangebote für kleine Händler. Amazon und Paypal haben das beide in UK getestet und kommen damit jetzt langsam auch nach Deutschland.

Was sind das für Kredite?

Siegert: Im Grunde klassisches Merchant Lending. Die Kreditnehmer sind kleine Verkäufer auf dem Amazon-Marktplatz.

Wird diese Klientel von den Banken nicht bedient?

Siegert: Zu wenig. Manchen Banken verstehen dieses Geschäft nicht richtig, anderen sind die Volumina zu klein, wieder andere fühlen sich unwohl dabei, weil gerade junge Händler noch keine BWA-Historie vorweisen können, also keine Betriebswirtschaftlichen Analysen, die lange genug zurückreichen.

Und Amazon glaubt, die Risiken solcher Händler besser einschätzen zu können als die Sparkassen oder Volksbank vor Ort?  

Siegert: Amazon kennt – im Gegensatz zu den Banken – die komplette Geschäftsentwicklung auf Tagesebene, die kennen die Margen, können den in den nächsten Monaten zu erwartenden Umsatz relativ präzise vorhersagen. Amazon sieht, ob die Produkte des Händlers nachgefragt werden, Amazon weiß, wie sich Händler entwickeln, die im gleichen Segment tätig sind, Amazon hat Einblick in alle relevanten Prozesse – also Reklamationen, Kundenfeedback, Lieferungsverzögerungen etc. pp. Daher ist es für Amazon (genau wie für Paypal) fast schon trivial, das Risiko des Kredits einzuschätzen. Hinzu kommt: Amazon kann sich mit dem zukünftigen Umsatz absichern. Wenn ein Kredit nicht zurückgezahlt wird, werden die Erlöse des Händlers eingefroren. Also ein fast risikoloses Geschäft.

Wie können sich die Banken dagegen wehren?

Siegert: Gerade bei kleinen KMUs haben die Banken ein wirkliches Wettbewerbsproblem: Die Datenbasis ist schlechter, die Prozesses sind komplizierter – und die klassischen Firmenkundenberater verfügen oftmals nur über begrenztes Wissen, was die Dynamik des Online-Geschäfts betrifft. Nicht von ungefähr stürzen sich ja auch viele Fintechs genau in dieses Segment. Hinzukommt, dass viele Kreditinstitute gerade diese Klientel – also die kleinen KMUs – in der Vergangenheit stark vernachlässigt haben. Das macht es für Amazon und PayPal vergleichsweise leicht, das Segment zu besetzen. Die können es sich sogar leisten, relativ hohe Zinsen zu nehmen und ihr eigenes Working Capital entsprechend satt zu verzinsen.

Wenn viele Banken dieses Segment ohnehin vernachlässigt haben – lässt sich dann nicht argumentieren, dass gar nicht so viel Geschäft verloren gehen kann?

Siegert: Das ist zu kurz gedacht. Denken Sie daran, wie es bei Paypal war: Die haben sich zunächst an die kleinen Händler rangemacht, die von den Kreditkarten-Anbietern mangels Größe und Bonität und wegen des vermeintlich hohen Risiko des Onlinehandels damals meist abgelehnt wurden. Und mit der Zeit hat sich Paypal dann in der Wertschöpfung zu den Top-Händlern hochgearbeitet. Meines Erachtens könnte dieser Weg, der im Payment-Bereich wunderbar funktioniert hat, als Blaupause für das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden von Amazon und PayPal dienen: Erst die Kleinen. Und irgendwann die Großen. Und das täte den Banken dann richtig weh.

Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht. Die Oranje-Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern, ebensowenig wie Scalable.

Die mutmaßlichen 300 Mio. Euro der ING Diba sind vor allem interessant, wenn man diese mit den Zahlen der Comdirect vergleicht. Denn auch die Broker-Tochter der Commerzbank hatte mit ihrem bereits im vergangenen Mai gestarteten Robo-Advisor zunächst einen Blitzstart hingelegt (> 100 Mio Euro bis Ende Juni), konnte dieses Tempo dann aber nicht mehr halten. So standen die Quickborner Ende des dritten Quartals bei 150 Mio. Euro und zum 31. Dezember dann bei gut 200 Mio. Euro (allerdings: Die ING Diba muss Gebühreneinnahmen mit Scalable teilen, die Comdirect wirtschaftet komplett auf eigene Rechnung, sodass die Coba-Tochter bei den Umsätzen noch vor der Oranje-Bank liegen sollte).

Tatsächlich waren die ING Diba und die Deutsche Bank  die ersten ganz großen Player am deutschen Markt, der sich offensiv zum Robo-Geschäft bekennen. Die Volks- und Raiffeisenbanken (über ihren Fondsdienstleister Union Investment) und die Sparkassen (über die Deka) haben zwar längst eigene Robo-Adviser gegründet – bewerben diese aber praktisch gar nicht, vermutich weil sie nicht riskieren wollen, das einträglichere Geschäft mit klassischen Investmentfonds und Zertifikaten zu kannibalisieren.

Die Commerzbank werkelt an ihrem Robo noch, dürfte in den nächsten Monaten aber livegehen; die HVB wiederum hält sich bei den Thema bislang erstaunlich bedeckt. Von den Fintech-Robotern m kommt bislang abgesehen von Scalable (dürfte inklusive der Diba-Millionen auf die 750 Mio. Euro zugehen) nur Liqid (steht nach „Finanz-Szene.de“-Infos aktuell bei 195 Mio. Euro) auf nennenswerte Volumina. Daneben dürfte es am deuschen Markt allenfalls 2-3 weitere Player geben, die schon dreistellig sind – einer davon vermutlich der Robo „Quirion“ von der Berliner Quirin-Bank.

Newsletter 31/01/18: Scalable bald bei 1 Mrd. €, Lana Labs, Gebühren-Kamikaze

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

Beyond .de

Was machen Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway denn da? Naja, sie haben sich zusammengetan, um „eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter“ zu gründen, wie es die Kollegen von „Spiegel Online“ in ihrem unnachahmlichen „Jeder-soll-es-verstehen-Deutsch“ formulieren. Nun ist „eine Art Krankenkasse“ noch nicht „Amazon Insurance“, und „Amazon Insurance“ wäre noch nicht „Amazon Bank“. Aber lesen Sie’s vielleicht trotzdem mal. Spiegel-Online, Wall Street Journal (Paywall)

Lesetipps

Warum die Kunden beim Erstkonto weiterhin auf Banken (und nicht auf Fintechs) setzen … erläutert Remigiusz Smolinski, Business-Development-Vordenker bei der von uns sehr geschätzten Comdirect. Der Bank-Blog

Warum Banking das neue Payment ist (oder werden könnte) … dröseln die Kollegen des Paymentandbanking-Blogs auf. Paymentandbanking 

Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de

Newsletter 31/01/18: Für die DBank wird’s ernst, Gebühren-Kamikaze, Scalable bald bei 1 Mrd. €

Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht (keine der beiden Firmen wollte Stellung nehmen). Andere Player können damit nur bedingt mithalten. So verfügte die im Mai vergangenen Jahres gestartete Comdirect per 31. Dezember über gut 200 Mio. Euro Robo-AuMs, hat aber etwa an Dynamik verloren. Von den unabhängigen Digital-Vermögensverwaltern schlägt sich vor allem Liqid weiterhin beachtlich. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ liegen die Berliner aktuell bei 195 Mio. Euro. Den (mehr oder weniger) kompletten Marktüberblick finden Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Gebühren-Kamikaze-Strategie der GLS Bank geht offenbar auf: Eine 60-Euro-Pauschal-Gebühr zusätzlich zu den bestehenden Kontoentgelten – mit dieser Neuerung beglückte die Bochumer Öko-Bank GLS vor einem Jahr ihre Leute. Wie die Sache ausgegangen ist? Offenbar gut. Denn obwohl die Kunden dem deutschlandweit einmaligen Hausbank-Soli-Zuschlag explizit zustimmen mussten, suchten bis Jahresende nur (ja, wir finden: NUR) rund 18.000 der bis dato 211.000 Kunden die Flucht, also nicht mal 10%. Zugleich kamen aber 20.000 neue Kunden hinzu, viele wohl auch in vollem Bewusstsein, was sie da tun. Für die GLS Bank heißt das (wenn wir das alles richtig verstanden haben), dass sie zumindest vorerst mit 12 Mio. Euro  Solidar-Profits im Jahr kalkulieren darf, nicht schlecht für ein Institut ihrer Größe. Doch falls Sie, liebe 0-8-15-Banker, jetzt auf die Idee kommen sollten, es der Ökobank gleichzutun: Überlegen Sie sich das gut. Für den Soli-Gedanken dürfte nicht jede Klientel so empfänglich sein wie die der GLS (also: lieber weiterhin eher hintenrum an der Gebührenschraube drehen!!!). Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Jetzt wird es ernst, Deutsche Bank: Bislang hat „Finanz-Szene.de“ alles, was dem Themenkomplex „DBank / HNA“ zuzuordnen war, im Zustand gesteigerter Belustigung verfolgt. Vermutlich ist es nun allerdings an der Zeit, den Tonfall zu ändern. Denn: Seit gestern glaubt die Welt zu wissen, wie ernst es um den Ankeraktionär des größten deutschen Geldinstituts wirklich steht (mindestens 2,4 Mrd. Dollar sollen HNA an Liquidität fehlen). Das klingt nicht gut, selbst für Leute wie uns, die die Einzelheiten dieses ganzen Deutsche-Bank-UBS-HNA-Collar-Trade-Deals nie durchdrungen haben. Bezeichnend: Die Deutsche-Bank-Aktie ist gestern gleich mal um fast fünf Prozent eingesackt. Nicht lustig. Reuters

95 Millionen Euro für Quickborn: Dass wir die Comdirect nicht ganz so dolle finden, wie sie sich selber findet, haben wir anlässlich der Q3-Zahlen ja schon mal durchscheinen lassen. Drum wollen wir es diesmal kurz und knapp halten: Die Coba-Tochter hat 2017 vor Steuern 94,9 Mio. Euro verdient und findet das „gut“. dpa/FNP

Eine kleine Einordnung zu unserer Scalable-Geschichte von weiter oben: Die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben, dass der nicht sonderlich große, aber auch nicht gänzlich unbekannte Freiburger Asset Manager Greiff Capital die Ein-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen hat. Damit wissen wir nun auch, wo der größte deutsche Robo in Deutschland jetzt volumenmäßig ungefähr steht – irgendwo im Rang einer Mittelklasse-Geldverwalter-Bude. Wir finden das angesichts der Wachstumsziffern nicht schlecht, aber natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen: Robo – viel Bohei um wenig. Fondsprofessionell

Den Main Incubator gibt es auch noch: … und gestern hat der Fintech-Investor der Commerzbank sogar mal wieder von sich hören lassen. Er beteiligt sich nämlich an einem Berliner Startup namens Lana Labs, das sich grob gesagt im Themenfeld  Banking-Software / Big Data / Process Mining bewegt. Hier die entsprechende Pressemitteilung. Und wenn Sie mehr zu Lana Labs erfahren wollen, dann klicken Sie hier auf die sehr vernünftig gemachte Unternehmens-Homepage.

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Was machen Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway denn da? Naja, sie haben sich zusammengetan, um „eine Art Krankenkasse für die Mitarbeiter“ zu gründen, wie es die Kollegen von „Spiegel Online“ in ihrem unnachahmlichen „Jeder-soll-es-verstehen-Deutsch“ formulieren. Nun ist „eine Art Krankenkasse“ noch nicht „Amazon Insurance“, und „Amazon Insurance“ wäre noch nicht „Amazon Bank“. Aber lesen Sie’s vielleicht trotzdem mal. Spiegel-Online, Wall Street Journal (Paywall)

Und noch eine Meldung, die einige von Ihnen tangieren oder wenigstens irgendwie interessieren könnte: Blackstone kauft das Kerngeschäft (sprich: Börsen- und Wirtschaftsdaten) von Thomson Reuters. Handelsblatt

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Warum Banking das neue Payment ist (oder werden könnte) … dröseln die Kollegen des Paymentandbanking-Blogs auf. Paymentandbanking 

Klickfavorit

… war gestern unser rechtmäßig erworbener Scoop zum erstaunlichen Akquise-Erfolg von N26 in Frankreich. Finanz-Szene.de

Newsletter 30/01/18: Nächster Meilenstein für N26, Die Metabank, Fintech-Ausblick

Exklusiv: N26 hat in Frankreich ein Jahr nach dem Launch mehr als 200.000 Kunden

N26 steht nach dem Blitzstart in Deutschland auch in Frankreich an der Schwelle zum Massenmarkt. Wie Gründer Valentin Stalf gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ verriet, hat die Berliner Mobile-Bank im Nachbarland ein Jahr nach dem Launch bereits mehr als 200.000 Kunden gewonnen. Besonders erstaunlich: Offensichtlich kommt N26 in Frankreich mit der Akquise sogar schneller voran als in Deutschland, wo das Fintech nach dem Marktstart im Frühjahr 2015 schätzungsweise anderthalb Jahre brauchte, bis die 200.000er-Marke durchbrochen war. Aus Sicht von Stalf ist damit die – unter anderem von „Finanz-Szene.de“ aufgestellte – These widerlegt, wonach für N26 die Kundengewinnung im Ausland deutlich teurer werden dürfte als hierzulande. Denn: In Frankreich liege der Anteil viral (sprich: ohne Marketingkosten) gewonnener Kunden „bei über 50 Prozent“, so Stalf. Wie er das begründet, lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank schließt nächsten Millionenvergleich in den USA:  Diesmal geht es um die (angebliche) Manipulation von Edelmetallpreisen. Die Höhe der Zahlung? 30 Mio. Dollar. Klingt einerseits verkraftbar. Andererseits: Der wievielte Vergleich in dieser Größenordnung ist das jetzt eigentlich? Wiwo

Hessen will „Hire and Fire“-Gesetz für Brexit-Banker: … naja, natürlich nicht nur für Brexit-Banker. Sondern, um es korrekt zu sagen: Das hessische Finanzministerium arbeitet an einem Gesetz, dass den Kündigungsschutz für Spitzenverdiener lockern soll. Das Kalkül dahinter: Durch solch ein Gesetz  könnte es Londons Banken leichter fallen, hochbezahltes Personal nach Frankfurt zu verlagern. Reuters/HB

Wirecard wieder mal mit exzellenten Zahlen: Indien? War da war? Der bayerische Zahlungsdienstleister kontert die jüngsten Vorwürfe  mit gewohnt starken Zahlen. Das heißt konkret: 45 Prozent mehr Umsatz und 34 Prozent mehr Ebitda. Wow. FAZ

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Der nächste dicke Payment-Deal: Diesmal ist es der ING-Konzern, der zu einer Gesamtbewertung von 360  Mio. Euro den PSP Payvision mehrheitlich übernimmt. Financial Times (Paid)

Jamie Dimon bleibt weitere fünf Jahre JP-Morgan-Chef: Das lief noch über die Ticker, als wir eigentlich längst im Bett liegen wollten. CNN Money

Ignoriert

Wundern Sie sich auch, dass die Geschichte von den Milliarden-Boni bei der Deutschen Bank jetzt schon seit drei Tagen die Schlagzeilen beherrscht? Denn: Ist überhaupt neu, was die wackeren Kollegen von der FAZ da „ausgegraben“ haben? Nun: Die „Wiwo“ berichtete schon am 5. Januar, dass Deutsche-Bank-Vize Schenck für die Investmentbanker-Truppe Sonderzahlungen von 1,2 Mrd. Euro gefordert habe. Und das „Handelsblatt“ schrieb am 9. Januar: „Inzwischen hat das Topmanagement [der Deutschen Bank] eine Einigung erreicht, die Finanzkreisen zufolge in der Größenordnung von einer Milliarde Euro liegen soll.“ Vergleich Sie das bitte jetzt mal mit der „Exklusiv“-Geschichte der Kluge-Köpfe-Fraktion von diesem Wochenende: „Die Deutsche Bank zahlt nach einem Bericht der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘ für das Jahr 2017 trotz eines Verlustes mehr als eine Milliarde Euro Boni.“ Na, sehen Sie, was wir sehen?

Lesetipps

Ein kleiner Willkommensgruß an unseren neuen Abonnenten Arnulf Keese: Im Podcast mit Figo-Mann André Bajorat erklärt der frühere Paypal-Deutschland-Chef, warum der „Metabank“ die Zukunft gehören könnte – und was eine „Metabank“ überhaupt ist. Paymentandbanking

Oh nein, bitte nicht noch ein Fintech-Jahresausblick … ach, was soll’s, einer noch: Diesmal hat das „“IT-Finanzmagazin“ diverse Branchenkenner gefragt, welche Trends die kommenden Monate prägen werden. IT-Finanzmagazin

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun), finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen.

  • Union Investment prophezeit Zerschlagung der Deutschen Bank. Die Welt
  • Landgericht erklärt Negativzinsen für unzulässig. Manager Magazin

Klickfavorit

… war am Freitag die Deutsche-Bank-Präsentation, die wir gewohnt effekthascherich in unserer Kurzanalyse „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“ verlinkt hatten.

Newsletter 30/01/18: DBank muss wieder blechen, Martin Blessing, Nächster Meilenstein für N26

Exklusiv: N26 hat in Frankreich ein Jahr nach dem Launch mehr als 200.000 Kunden

N26 steht nach dem Blitzstart in Deutschland auch in Frankreich an der Schwelle zum Massenmarkt. Wie Gründer Valentin Stalf gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ verriet, hat die Berliner Mobile-Bank im Nachbarland ein Jahr nach dem Launch bereits mehr als 200.000 Kunden gewonnen. Besonders erstaunlich: Offensichtlich kommt N26 in Frankreich mit der Akquise sogar schneller voran als in Deutschland, wo das Fintech nach dem Marktstart im Frühjahr 2015 schätzungsweise anderthalb Jahre brauchte, bis die 200.000er-Marke durchbrochen war. Aus Sicht von Stalf ist damit die – unter anderem von „Finanz-Szene.de“ aufgestellte – These widerlegt, wonach für N26 die Kundengewinnung im Ausland deutlich teurer werden dürfte als hierzulande. Denn: In Frankreich liege der Anteil viral (sprich: ohne Marketingkosten) gewonnener Kunden „bei über 50 Prozent“, so Stalf. Wie er das begründet, lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank schließt nächsten Millionenvergleich in den USA:  Diesmal geht es um die (angebliche) Manipulation von Edelmetallpreisen. Die Höhe der Zahlung? 30 Mio. Dollar. Klingt einerseits verkraftbar. Andererseits: Der wievielte Vergleich in dieser Größenordnung ist das jetzt eigentlich? Wiwo

Hessen will „Hire and Fire“-Gesetz für Brexit-Banker: … naja, natürlich nicht nur für Brexit-Banker. Sondern, um es korrekt zu sagen: Das hessische Finanzministerium arbeitet an einem Gesetz, dass den Kündigungsschutz für Spitzenverdiener lockern soll. Das Kalkül dahinter: Durch solch ein Gesetz  könnte es Londons Banken leichter fallen, hochbezahltes Personal nach Frankfurt zu verlagern. Reuters/HB

Wirecard wieder mal mit exzellenten Zahlen: Indien? War da war? Der bayerische Zahlungsdienstleister kontert die jüngsten Vorwürfe  mit gewohnt starken Zahlen. Das heißt konkret: 45 Prozent mehr Umsatz und 34 Prozent mehr Ebitda. Wow. FAZ

Beyond .de

Der nächste dicke Payment-Deal: Diesmal ist es der ING-Konzern, der zu einer Gesamtbewertung von 360  Mio. Euro den PSP Payvision mehrheitlich übernimmt. Financial Times (Paid)

Jamie Dimon bleibt weitere fünf Jahre JP-Morgan-Chef: Das lief noch über die Ticker, als wir eigentlich längst im Bett liegen wollten. CNN Money

Ignoriert

Wundern Sie sich auch, dass die Geschichte von den Milliarden-Boni bei der Deutschen Bank jetzt schon seit drei Tagen die Schlagzeilen beherrscht? Denn: Ist überhaupt neu, was die wackeren Kollegen von der FAZ da „ausgegraben“ haben? Nun: Die „Wiwo“ berichtete schon am 5. Januar, dass Deutsche-Bank-Vize Schenck für die Investmentbanker-Truppe Sonderzahlungen von 1,2 Mrd. Euro gefordert habe. Und das „Handelsblatt“ schrieb am 9. Januar: „Inzwischen hat das Topmanagement [der Deutschen Bank] eine Einigung erreicht, die Finanzkreisen zufolge in der Größenordnung von einer Milliarde Euro liegen soll.“ Vergleich Sie das bitte jetzt mal mit der „Exklusiv“-Geschichte der Kluge-Köpfe-Fraktion von diesem Wochenende: „Die Deutsche Bank zahlt nach einem Bericht der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘ für das Jahr 2017 trotz eines Verlustes mehr als eine Milliarde Euro Boni.“ Na, sehen Sie, was wir sehen?

Lesetipps

Ganz ehrlich, hätten Sie’s ihm zugetraut? Martin Blessings erstaunlicher Aufstieg zum möglicherweise künftigen Chef der UBS. Handelsblatt (Paywall)

Ein kleiner Willkommensgruß an unseren neuen Abonnenten Arnulf Keese: Im Podcast mit Figo-Mann André Bajorat erklärt der frühere Paypal-Deutschland-Chef, warum der „Metabank“ die Zukunft gehören könnte – und was eine „Metabank“ überhaupt ist. Paymentandbanking

Oh nein, bitte nicht noch ein Fintech-Jahresausblick … ach, was soll’s, einer noch: Diesmal hat das „“IT-Finanzmagazin“ diverse Branchenkenner gefragt, welche Trends die kommenden Monate prägen werden. IT-Finanzmagazin

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun), finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen.

  • Union Investment prophezeit Zerschlagung der Deutschen Bank. Die Welt
  • Landgericht erklärt Negativzinsen für unzulässig. Manager Magazin

Klickfavorit

… war am Freitag die Deutsche-Bank-Präsentation, die wir gewohnt effekthascherich in unserer Kurzanalyse „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“ verlinkt hatten.

Exklusiv: N26 durchbricht in Frankreich die 200.000-Kunden-Marke

Von Heinz-Roger Dohms

N26 steht nach dem Blitzstart in Deutschland auch in Frankreich an der Schwelle zum Massenmarkt. Wie Gründer Valentin Stalf heute Vormittag auf dem Pariser Fintech-Forum verkünden will, hat die Berliner Mobile-Bank im Nachbarland ein Jahr nach dem Launch bereits mehr als 200.000 Kunden gewonnen. Besonders erstaunlich: Offensichtlich kommt N26 in Frankreich mit der Akquise sogar schneller voran als in Deutschland, wo das Fintech nach dem Marktstart im Frühjahr 2015 schätzungsweise anderthalb Jahre brauchte, bis die 200.000er-Marke durchbrochen war.

Aus Sicht von Stalf ist damit die – unter anderem von „Finanz-Szene.de“ aufgestellte – These widerlegt, wonach für N26 die Kundengewinnung im Ausland deutlich teurer werden dürfte als hierzulande. In Frankreich liege der Anteil viral (sprich: ohne Marketingkosten) gewonnener Kunden „bei über 50 Prozent“, sagte der 32-Jährige gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. „Dabei kommt uns zugute, dass wir durch unseren erfolgreichen Start in Deutschland bereits über einen entsprechenden Track Record verfügen. Das macht uns auch für potenzielle Kunden in Frankreich interessant. Zudem haben unsere Produkte heute deutlich mehr Features, als sie das zum vergleichbaren Zeitpunkt in Deutschland hatten.“ Stalf betonte abermals, dass N26 mit seinen Bestandskunden bereits operativ Geld verdiene – eine Behauptung, die sich schwer überprüfen lässt, weil das Fintech bislang keine detaillierten Geschäftsberichte zu veröffentlichen braucht.

Unabhängig davon ist das Tempo, mit dem die Berliner neue Kunden akquirieren, verblüffend. So brauchte die Smartphone-Bank (wenn man den offiziellen Verlautbarungen glauben darf) in Frankreich nur gut vier Monate, um die Kundenzahl von 100.000 auf 200.000 zu steigern. Halten die Berliner, die mittlerweile knapp 350 Leute beschäftigen, diese Schlagzahl bei, dürfte in diesem Jahr – alle Märkte addiert – sogar die Ein-Millionen-Marke fallen. Zugleich steht in den kommenden Monaten allerdings auch der nächste Lackmustest an. So geht Marktkenner davon aus, dass N26 dieses Jahr in jedem Fall seine nächste Funding-Runde abschließen will. Ausgang? Offen.

(Zum Thema N26/Funding empfehlen wir einen Artikel, der vor einigen Monaten bei den Kollegen von Gründerszene erschien).