19/02/18: ING Diba landet Coup, Sparkasse mit Provisionswunder, HNA/Deutsche Bank

Exklusiv: ING Diba kauft Lendico – und macht als erste deutsche Großbank wirklich ernst mit Fintech

Es ist die bislang bedeutendste Fintech-Akquisition durch eine große deutsche Bank: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat die ING Diba den Online-Kreditmarktplatz Lendico gekauft. Die Übernahme wurde Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet, wie eine Sprecherin der  Online-Bank gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Aus mindestens zwei Gründen ist die Transaktion einschneidend für die deutsche Bankenbranche. Erstens: Nach den Kooperationen mit dem Robo-Advisor Scalable Capital und dem digitalen Versicherungs-Makler Clark signalisiert die ING Diba mit dem Lendico-Deal endgültig, dass sie so konsequent wie keine andere führende deutsche Bank die „Fintechisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebt. Und zweitens: Anders als Lending Club in den USA oder Auxmoney in Deutschland fokussiert sich Lendico nicht auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen. Das heißt, die ING Diba beschreitet nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich – ein Novum unter den deutschen Großbanken. Lesen Sie hier alle Details:

Finanz-Szene.de

News

Unter welchen Umständen eine deutsche Regionalbank auch heutzutage ihr Ergebnis noch steigern kann: Trotz Zinskrise hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihr Vorsteuerergebnis von 80 Mio. Euro auf 84 Mio. Euro gesteigert. Das hatte nicht zuletzt mit der Erhöhung der Kontogebühren zu tun, die zu einer fast sensationellen Steigerung des Provisionsergebnisses um knapp ein Drittel beitrugen. Hinzu kommt (wir reden hier u.a. von Potsdam …) der Berlin-Speckgürtel-Effekt, der sich zum Beispiel in einem 18-prozentigen Plus bei der Immobilien-Finanzierung zeigte, aber auch in einer erhöhten Nachfrage nach Wertpapieren. Und noch eine Kennziffer, die das Herz von Sparkassen-Connaisseuren höher schlagen lässt: Das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ betrug 1,45 (Nicht-Sparkassen-Connaisseuren sei gesagt: Das ist sehr, sehr ordentlich). Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall), MOZ

Dass es auch anders geht … zeigt derweil das Beispiel der Sparkasse Essen, wo das Geschäft mit der Baufinanzierung nicht etwa gestiegen, sondern um mehr als 13 Prozent eingebrochen ist. Falls Sie das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ auch in diesem eher tristen Fall interessiert: Es lag 2017 bei 0,75 Prozent. Börsen-Zeitung (Paywall)

Die HSH Nordbank wird wie durch ein Wunder zur 1a-Ertragsperle mit Sternchen … und dann wird das Ganze durch weitere mirakulöse Umstände auch noch mitten im Verkaufsverfahren publik. Und das dritte Wunder: Weil der HSH-Vorstand bis zuletzt offiziell an seiner konservativen 120-Mio.-Euro-Prognose festgehalten hat, lesen sich die nun lancierten angeblich „knapp 300 Mio. Euro“ Vorsteuerergebnis gemessen an der Prognose gleich noch ein wenig besser. Handelsblatt/Reuters

Kommt die DWS schon in Kürze an die Börse? Trotz des jüngsten Ausverkaufs an den Aktienmärkten will die Deutsche Bank den IPO ihres Asset Managers noch vor April durchziehen – behauptet jedenfalls Bloomberg.

Warum HNA plötzlich „nur“ noch 8,8 Prozent an der Deutschen Bank hält … und was die UBS damit zu tun hat, erklärt Yasmin Osman im „HB“. Darüber hinaus haben wir einen „BÖZ“-Artikel vom Wochenende verlinkt, aus dem hervorgeht, dass die Chinesen ihren Anteil in keinem Fall weiter reduzieren wollen (sagen sie jedenfalls bzw. lassen sie ihren austriakischen Vasall sagen)  Handelsblatt, Börsen-Zeitung

Eine SPD-Finanzpolitikerin von nachrangiger Prominenz mahnt die Bafin zu härterem Durchgreifen in Sachen Deutsche Bank/HNA … was wir insofern vermelden, als  die SPD ja demnächst wieder den Finanzminister stellen wird. Welt

Beyond .de

Wie die Finanzaufsicht in der selbst ernannten Krypto-Nation Schweiz mit dem Thema ICOs umgeht: In ihrem am Freitag veröffentlichen Regelwerk nimmt die Finma u.a. eine Unterscheidung zwischen drei Arten von Coins bzw. Token vor. Finanz und Wirtschaft, Finews

Lesetipps

Am Freitag hatten wir ja schon auf die Frankfurter Fintech-Offensive hingewiesen … wer zu dem Thema aber noch ein paar tiefer gehende Informationen sucht, dem empfehlen wir das Stück von Katharina Schneider im „HB“ zur Lektüre. Handelsblatt 

Wie Machine Learning die Beratung im (Online-)Banking verbessern kann … und warum der Kunde keine Angst davor zu haben braucht. ZEB-Bankinghub

„Bankvorstände setzen auf die falschen Projekte – und die falschen Berater“: … sagt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Und noch Link, der zu ein paar weiterführenden Links zu der Frage führt … wie Banken die PSD2- und die Mifid-II-Richtlinie nutzen können, um ihre Position am Markt zu stärken. Der Bank-Blog

Karriere

Wie gut die Investmentbanker der UBS (und anderer Schweizer Banken) verdienen … wissen die Kollegen von efinancialcareers.

Klickfavoriten

… war am Freitag nahezu gleichauf das BayernLB-Dokument zum Steinhoff-Schuldschein und die Geschäftszahlen der Solarisbank

 

16/02/18: Zahlen zur Solarisbank, Frankfurter Fintech-Offensive, BayernLB im Steinhoff-Sumpf

Steinhoff-Skandal erreicht die BayernLB (und womöglich auch Sparkassen und Volksbanken)

Überraschende Wende in der „Causa Steinhoff“: Nach Recherchen von „Süddeutsche“-Redakteurin Meike Schreiber trifft der Skandal um den Möbelriesen nicht nur die Commerzbank (was bereits bekannt war), sondern auch die BayernLB. Diese soll Steinhoff-Kredite im Umfang von 200 Mio. Euro in den Büchern gehabt haben – wobei sich die Landesbank just dieser Tage von Darlehen mit einem Nominalwert von 150 Mio. Euro getrennt und dabei Verluste in Höhe von geschätzt 60 Mio. Euro in Kauf genommen habe (bei den 50 Mio. Euro, die auf der Bilanz bleiben, handelt es sich der SZ zufolge um besicherte Immobiliendarlehen). Darüber hinaus soll die BayernLB der Steinhoff Europe AG im Juni 2015 geholfen haben, einen Schuldschein in Höhe von 730 Mio. Euro zu platzieren; angeblich landeten die Papiere auch bei Sparkassen und Volksbanken.  Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein zweieinhalb Jahre altes Dokument des „Bundesverbands Öffentlicher Banken“ (suchen Sie in dem PDF einfach nach dem Wort „Steinhoff“ und achten Sie dann besonders auf die Bookrunner, zu denen neben der BayernLB offenbar auch die DZ Bank gehörte). Und wenn Sie danach immer noch nicht genug haben, dann klicken Sie doch gern auch noch auf dieses PDF-Dokument hier, das aus dem Januar 2017 und von der BayernLB selber stammt.

Süddeutsche Zeitung

News

Hinter dem Schleier die Solarisbank: Der geschätzte Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene.de“ hat im Bundesanzeiger und auf der Homepage die 2016er-Geschäftszahlen des ambitionierten Berliner Fintechs entdeckt. Falls Sie, liebe Leser/innen, nun der Meinung sind: Die Zahlen haben nullkommanull Aussagekraft, weil Solaris ja erst im Frühjahr jenen Jahres gestartet ist – dann klicken Sie bitte gar nicht erst. Doch wenn Sie denken: Ach komm, das geb‘ ich mir jetzt mal – dann finden Sie hinter dem Link unter anderem Angaben zum Einlagenvolumen (17,3 Mio. Euro), zu den Provisionserträgen (1,2 Mio. Euro), zum Jahresfehlbetrag (7,6 Mio Euro), zur Bewertung und noch ein bisschen was mehr. Gründerszene

Wann kriegen die Banken in der Unternehmensfinanzierung endlich wieder höhere Margen durchgesetzt? Laut Barkow Consulting sind die durchschnittlichen Zinsen für fünfjährige Unternehmenskredite  seit Anfang Dezember um 0,28 Punkte auf 1,99 Prozent gestiegen. Auf die Margen schlage sich der Effekt bislang aber noch kaum nieder – wobei: Zumindest bei den KMUs scheint sich auch hier ein bisschen was zu tun, so Barkow. Handelsblatt

Wenn alles vorbei ist bei der HSH Nordbank … bleiben vielleicht noch 1300 bis 1400 Arbeitsplätze übrig, mutmaßt „Reuters“ und bezieht sich auf „Insider“. Zur Einordnung: Zu besten Zeiten (wenn man diese Zeiten denn wirklich so nennen will) hatte die hamburgisch-schleswig-holsteinische Landesbank rund 5000 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch etwa 2000. Reuters

„Frankfurt ist nicht Champions League“: Mit dieser auf das Standing des Finanzplatzes bezogenen Feststellung hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern in die „Bloomberg“-Nachrichten geschafft, herzlichen Glückwunsch! Bloomberg

Im Fintech-Bereich ist Frankfurt bekanntlich nicht mal Europa League … aber das soll jetzt anders werden. Ein Bündnis, bestehend aus hessischem Wirtschaftsministerium, diversen Hochschulen  sowie Unternehmen aus der Region, will bis 2022 rund 15 bis 20 Mio. Euro in den Fintech-Standort zu investieren. Wirtschaftswoche

Lesetipps

Kommt bald die „Uber-for-mergers-app“? Wie bei Goldman Sachs die Finanz-Ingenieure mehr und mehr von den richtigen Ingenieuren abgelöst werden. Bloomberg

Sind Sie Unternehmer? Dann vergleichen Sie doch einfach mal: Das hier ist eine Demo-Version des neuen KMU-Finance-Managers von Finleap, über den wir gestern berichteten. Und das hier ist das Unternehmer-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken (über das der DZ-Innovationsblog dieser Tage berichtete).

Wie Instant Payments und PSD2 die Rahmenbedingungen im Payment-Bereich ändern … und was das für die Frage bedeutet, wie wir im Jahr 2025 bezahlen werden. Der Bank-Blog

Ein Lesetipp exklusiv für den Leser B., der uns diese Woche beim gemeinsamen Mittagessen fragte, ob wir ihm mal ein paar konkrete Anwendungsfälle für die Blockchain im Finanzbereich nennen könnten. Konnten wir natürlich nicht- im Gegensatz zu Maxim Zavgorodny, Senior-Entwickler bei DataArt. Hier sein Artikel: IT-Finanzmagazin

Noch was vergessen? Ja: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit gebührendem Abstand zum Zweitplatzierten unser Scoop über das neue Finleap-Venture. Finanz-Szene.de

16/02/18: BayernLB im Steinhoff-Sumpf, Kahlschlag bei der HSH, Wo bleibt die Marge?

Steinhoff-Skandal erreicht die BayernLB (und womöglich auch Sparkassen und Volksbanken)

Überraschende Wende in der „Causa Steinhoff“: Nach Recherchen von „Süddeutsche“-Redakteurin Meike Schreiber trifft der Skandal um den Möbelriesen nicht nur die Commerzbank (was bereits bekannt war), sondern auch die BayernLB. Diese soll Steinhoff-Kredite im Umfang von 200 Mio. Euro in den Büchern gehabt haben – wobei sich die Landesbank just dieser Tage von Darlehen mit einem Nominalwert von 150 Mio. Euro getrennt und dabei Verluste in Höhe von geschätzt 60 Mio. Euro in Kauf genommen habe (bei den 50 Mio. Euro, die auf der Bilanz bleiben, handelt es sich der SZ zufolge um besicherte Immobiliendarlehen). Darüber hinaus soll die BayernLB der Steinhoff Europe AG im Juni 2015 geholfen haben, einen Schuldschein in Höhe von 730 Mio. Euro zu platzieren; angeblich landeten die Papiere auch bei Sparkassen und Volksbanken.  Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein zweieinhalb Jahre altes Dokument des „Bundesverbands Öffentlicher Banken“ (suchen Sie in dem PDF einfach nach dem Wort „Steinhoff“ und achten Sie dann besonders auf die Bookrunner, zu denen neben der BayernLB offenbar auch die DZ Bank gehörte). Und wenn Sie danach immer noch nicht genug haben, dann klicken Sie doch gern auch noch auf dieses PDF-Dokument hier, das aus dem Januar 2017 und von der BayernLB selber stammt.

Süddeutsche Zeitung

News

Wann kriegen die Banken in der Unternehmensfinanzierung endlich wieder höhere Margen durchgesetzt? Laut Barkow Consulting sind die durchschnittlichen Zinsen für fünfjährige Unternehmenskredite  seit Anfang Dezember um 0,28 Punkte auf 1,99 Prozent gestiegen. Auf die Margen schlage sich der Effekt bislang aber noch kaum nieder – wobei: Zumindest bei den KMUs scheint sich auch hier ein bisschen was zu tun, so Barkow. Handelsblatt

Wenn alles vorbei ist bei der HSH Nordbank … bleiben vielleicht noch 1300 bis 1400 Arbeitsplätze übrig, mutmaßt „Reuters“ und bezieht sich auf „Insider“. Zur Einordnung: Zu besten Zeiten (wenn man diese Zeiten denn wirklich so nennen will) hatte die hamburgisch-schleswig-holsteinische Landesbank rund 5000 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch etwa 2000. Reuters

„Frankfurt ist nicht Champions League“: Mit dieser auf das Standing des Finanzplatzes bezogenen Feststellung hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern in die „Bloomberg“-Nachrichten geschafft, herzlichen Glückwunsch! Bloomberg

Im Fintech-Bereich ist Frankfurt bekanntlich nicht mal Europa League … aber das soll jetzt anders werden. Ein Bündnis, bestehend aus hessischem Wirtschaftsministerium, diversen Hochschulen  sowie Unternehmen aus der Region, will bis 2022 rund 15 bis 20 Mio. Euro in den Fintech-Standort zu investieren. Wirtschaftswoche

Hinter dem Schleier die Solarisbank: Der geschätzte Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene.de“ hat im Bundesanzeiger und auf der Homepage die 2016er-Geschäftszahlen des ambitionierten Berliner Fintechs entdeckt. Falls Sie, liebe Leser/innen, nun der Meinung sind: Die Zahlen haben nullkommanull Aussagekraft, weil Solaris ja erst im Frühjahr jenen Jahres gestartet ist – dann klicken Sie bitte gar nicht erst. Doch wenn Sie denken: Ach komm, das geb‘ ich mir jetzt mal – dann finden Sie hinter dem Link unter anderem Angaben zum Einlagenvolumen (17,3 Mio. Euro), zu den Provisionserträgen (1,2 Mio. Euro), zum Jahresfehlbetrag (7,6 Mio Euro), zur Bewertung und noch ein bisschen was mehr. Gründerszene

Lesetipps

Kommt bald die „Uber-for-mergers-app“? Wie bei Goldman Sachs die Finanz-Ingenieure mehr und mehr von den richtigen Ingenieuren abgelöst werden. Bloomberg

Sind Sie Unternehmer? Dann vergleichen Sie doch einfach mal: Das hier ist eine Demo-Version des neuen KMU-Finance-Managers von Finleap, über den wir gestern berichteten. Und das hier ist das Unternehmer-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken (über das der DZ-Innovationsblog dieser Tage berichtete).

Wie Instant Payments und PSD2 die Rahmenbedingungen im Payment-Bereich ändern … und was das für die Frage bedeutet, wie wir im Jahr 2025 bezahlen werden. Der Bank-Blog

Ein Lesetipp exklusiv für den Leser B., der uns diese Woche beim gemeinsamen Mittagessen fragte, ob wir ihm mal ein paar konkrete Anwendungsfälle für die Blockchain im Finanzbereich nennen könnten. Konnten wir natürlich nicht- im Gegensatz zu Maxim Zavgorodny, Senior-Entwickler bei DataArt. Hier sein Artikel: IT-Finanzmagazin

Noch was vergessen? Ja: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit gebührendem Abstand zum Zweitplatzierten unser Scoop über das neue Finleap-Venture. Finanz-Szene.de

15/02/18: Finleap launcht nächstes Banken-Fintech, Raisin/BBVA, Ist der Bitcoin öko?

Exklusiv: Finleap startet sein nächstes Banken-Fintech – und visiert nun das KMU-Geschäft an

Der größte deutsche Fintech-Inkubator Finleap bringt gut zwei Jahre nach dem Launch der Solarisbank  sein nächstes Banking-Startup an den Markt. Das hat Managing Director Matthias Lange im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verraten. Bei der „Infinitec Solutions“ getauften Firma handelt es sich um einen B2B-Anbieter, der Banken und andere Finanzdienstleister bei der Digitalisierung ihres Firmenkunden-Geschäfts unterstützen soll.  Mit mehreren Instituten sei man in der Pilotphase, demnächst würden die ersten Partner offiziell livegehen, sagte Lange. Namen wollte er noch nicht verraten. Infinitec ist das mittlerweile 14. Startup des Berliner Company Builders – und markiert in gewisser Hinsicht eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn: Zuletzt hatte sich Finleap deutlich vom Banking wegbewegt und stattdessen ein Insurtech namens Element und ein Cyber-Security-Startup mit dem Namen Perseus auf den Weg gebracht. Mit Infinitec wollen die Berliner nun beweisen, dass sie auch im klassischen Fintech-Bereich weiterhin zu den Innovationsführern gehören. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, welcher Ex-Deutschbanker das neue Venture führen wird).

Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – Raisin greift in den Niederlanden an: Die dortige Binck-Bank integriert die Sparprodukte des Berliner Einlagen-Spezialisten in sein Angebot, wie das Fintech heute bekanntgeben will. Wie zudem aus der Pressemitteilung hervorgeht: Raisin kooperiert inzwischen auch mit der spanischen Großbank BBVA. Scheint zwar nicht ganz neu zu sein, gehörte (soweit wir das sehen) aber auch noch nicht zum Allgemeinwissen.

Visa investiert in deutsches Payment-Fintech: … genauer gesagt in ein offenbar ganz gewieftes Münchner B2B-Startup namens Payworks, das insgesamt beachtliche 14,5 Mio. Euro einsammelte (wovon ein Teil von der Commerzbank kommt). Soweit wir das sehen, ist es das erste Investment einer der großen Kreditkartenfirmen bei einem hiesigen Fintech. Gründerszene, Handelsblatt (Paywall)

So sieht die real existierende Sparkassen-Welt im Jahr 2017 aus (und zwar am Beispiel von Westfalen-Lippe): Nur noch 45 Prozent der Kunden kommmen in die Filiale, vier Prozent aller Stellen wurden gestrichen, 70 Filialen machten dicht, die Kontogebühren steigen weiter, und die Kunden ertränken die Institute allmählich mit ihren Einlagen. NRZ, WDR, dpa/Welt

Die NRW-Sparkassen entdecken, dass es da draußen ja womöglich tatsächlich so etwas ähnliches wie Synergieeffekte geben könnte … und denken nun doch wieder über eine Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland nach. Handelsblatt

Banken versuchen beim Baugeld höhere Zinsen durchzusetzen: So hat die Deutsche Bank ihren effektiven Zinssatz bei zehnjähriger Bindung zunächst von 1,34 % auf 1,4% und nun sogar auf 1,5% erhöht, manche Sparkasse ist sogar schon bei über 1,6% angelangt. FAZ, Seite 25

Die Deutschen zahlen immer noch am liebsten bar, aber immer öfter auch mit Karte: Zu dieser Erkenntnis wären die Bundesbank-Volkswirte vermutlich auch gekommen, wenn sie sich eine Viertelstunde in den Edeka von Frankfurt-Dornbusch gestellt hätten – stattdessen ist eine 80-Seiten-Studie draus geworden. Studie (PDF), Barkow (Grafik zur Verdreifachung des Cash-Umlaufs binnen anderthalb Jahrzehnten)

Und das hier ist der nächste Deutschland-Chef von Klarna: Robert Bueninck, bislang in selber Position für das Niederlande- und Belgien-Geschäft des schwedischen Payment-Riesen zuständig. Pressemitteilung

Nachtrag: In der großen Tabelle zu den Personalkosten bei Deutschlands Banken letzte Woche hatten wir versäumt, bei der HVB den Zusatz VKÄ („Vollkräfteäquivalent“) zu vermerken. Das ist mittlerweile nachgeholt. Sorry nach München. Finanz-Szene.de

Beyond .de

Suchen Sie sich aus, welcher Aspekt in Sachen Credit Suisse Sie am meisten interessiert: … was Herr Thiam zum Zwei-Milliarden-Dollar-an- einem-Nachmittag-vernichtet-Volo-Derivat-Debakel sagt (FT / Paywall) … der Milliardenverlust durch die Trump’sche Steuerreform (NZZ) … oder der immer offenkundigere Wandel von der Investmentbank zum Wealth Manager.  (FT Lex / Paywall)

Lesetipps

Wie groß ist das 944-Mrd. Euro-Problem wirklich? Die Kollegen von „Bloomberg“ haben sich mal etwas näher mit den Non-Performing-Loans-Statistiken befasst. Bloomberg

Ist der Bitcoin öko? Leser H., als Geschäftsführer einer bodenständigen Fondsboutique wilder Krypto-Fantasien unverdächtig, schreibt uns, dass er unseren „Daily-Fin-Tratsch-Newsletter“ eigentlich sehr schätze, er sich aber einen etwas positiveren Blick auf den Bitcoin wünsche. Dazu schickte er folgenden Link: Bloomberg

Hat es die Tulpen-Blase nie gegeben? Das zumindest behauptet eine gewisse Anna Goldgar, und die müsste es eigentlich wissen, denn sie ist Geschichtsprofessorin. The Conversation

Forbes kürt seine 50 Fintechs des Jahres: … und aus Deutschland ist keines dabei, dafür aber gleich zwei aus Amsterdam (wobei man sagen muss: abgesehen von den beiden niederländischen und ein paar britischen Fintechs ist die Liste extrem US-zentriert). Forbes

Klickfavorit

… (oder sagen wir besser: der am wenigsten schlecht gelesene Artikel) war gestern der Fintech-Appell an den neuen Finanzminister. Finanz-Szene.de

3500 Abonnenten, 57 Prozent „Open Rate“

Mit dem heutigen Tag ist „Finanz-Szene.de“ ein halbes Jahr am Markt. Okay, netto ein bisschen weniger, weil wir uns nach Weihnachten eine ausgedehnte Pause gegönnt haben – aber sei’s drum, trotzdem ein guter Zeitpunkt für eine kurze Zwischenbilanz. Also: Anfang der Woche haben wir die Marke von 3500 Abonnenten geknackt, vergangene Woche hatte der Newsletter zudem dank einer Öffnungsrate von 60 Prozent erstmals mehr als 2000 Leser an einem Tag. Die durchschnittliche „Open Rate“ liegt allerdings etwas niedriger, nämlich bei 56,7 Prozent. Die Zuwachsraten? Weiterhin rund 150 neue Abonnenten pro Woche. Noch ein Satz zur Leserschaft: Fast ausschließlich B2B, vor allem Leute, die sich in mehr oder weniger verantwortlicher Position darum kümmern, wie Banking in zwei bis fünf Jahren aussehen wird. Sonst noch was? Kürzlich hat uns eine nette junge Frau ein Analyse-Tool für unsere maximal stiefmütterlich behandelte Website installiert. Resultat: Die Tage hatten wir erstmals mehr als 3000 „Page Views“ an einem Tag, sonst scheinen es eher so 1500 bis 2000 zu sein.

Und noch eine Bitte: Das Marketingbudget liegt immer noch bei null Euro, entsprechend abhängig ist „Finanz-Szene.de“ davon, dass das mit  dem  Mund-zu-Mund auch weiterhin so fantastisch funktioniert wie in den ersten sechs Monaten. Scheuen Sie sich also nicht uns  zu empfehlen. Der einfachste Weg: Leiten Sie den heutigen Newsletter an ein paar Kollegen und Geschäftspartner weiter. Die brauchen sich dann einfach nur unter diesem Link hier anzumelden:  Das Angebot ist weiterhin kostenlos. Besten Dank!

15/02/18: Real existierende Sparkassen-Welt, Finleap launcht nächstes Banken-Fintech, Zinsschraube

Exklusiv: Finleap startet sein nächstes Banken-Fintech – und visiert nun das KMU-Geschäft an

Der größte deutsche Fintech-Inkubator Finleap bringt gut zwei Jahre nach dem Launch der Solarisbank  sein nächstes Banking-Startup an den Markt. Das hat Managing Director Matthias Lange im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verraten. Bei der „Infinitec Solutions“ getauften Firma handelt es sich um einen B2B-Anbieter, der Banken und andere Finanzdienstleister bei der Digitalisierung ihres Firmenkunden-Geschäfts unterstützen soll.  Mit mehreren Instituten sei man in der Pilotphase, demnächst würden die ersten Partner offiziell livegehen, sagte Lange. Namen wollte er noch nicht verraten. Infinitec ist das mittlerweile 14. Startup des Berliner Company Builders – und markiert in gewisser Hinsicht eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn: Zuletzt hatte sich Finleap deutlich vom Banking wegbewegt und stattdessen ein Insurtech namens Element und ein Cyber-Security-Startup mit dem Namen Perseus auf den Weg gebracht. Mit Infinitec wollen die Berliner nun beweisen, dass sie auch im klassischen Fintech-Bereich weiterhin zu den Innovationsführern gehören. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, welcher Ex-Deutschbanker das neue Venture führen wird).

Finanz-Szene.de

News

So sieht die real existierende Sparkassen-Welt im Jahr 2017 aus (und zwar am Beispiel von Westfalen-Lippe): Nur noch 45 Prozent der Kunden kommmen in die Filiale, vier Prozent aller Stellen wurden gestrichen, 70 Filialen machten dicht, die Kontogebühren steigen weiter, und die Kunden ertränken die Institute allmählich mit ihren Einlagen. NRZ, WDR, dpa/Welt

Die NRW-Sparkassen entdecken, dass es da draußen ja womöglich tatsächlich so etwas ähnliches wie Synergieeffekte geben könnte … und denken nun doch wieder über eine Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland nach. Handelsblatt

Banken versuchen beim Baugeld höhere Zinsen durchzusetzen: So hat die Deutsche Bank ihren effektiven Zinssatz bei zehnjähriger Bindung zunächst von 1,34 % auf 1,4% und nun sogar auf 1,5% erhöht, manche Sparkasse ist sogar schon bei über 1,6% angelangt. FAZ, Seite 25

Die Deutschen zahlen immer noch am liebsten bar, aber immer öfter auch mit Karte: Zu dieser Erkenntnis wären die Bundesbank-Volkswirte vermutlich auch gekommen, wenn sie sich eine Viertelstunde in den Edeka von Frankfurt-Dornbusch gestellt hätten – stattdessen ist eine 80-Seiten-Studie draus geworden. Studie (PDF), Barkow (Grafik zur Verdreifachung des Cash-Umlaufs binnen anderthalb Jahrzehnten)

Wenn wir es richtig verstehen, ist der Börsengang der Essener Immobilien-Firma Instone gestern ziemlich enttäuschend verlaufen … lesen Sie hier, letzter Absatz, wer die Konsortialbanken waren, die offenbar dachten, diese Woche einen IPO durchzuziehen, sei eine gute Idee (kleiner Tipp: eine deutsche Bank mit blauem Logo ist auch darunter): Property Magazine 

Visa investiert in deutsches Payment-Fintech: … genauer gesagt in ein offenbar ganz gewieftes Münchner B2B-Startup namens Payworks, das insgesamt beachtliche 14,5 Mio. Euro einsammelte (wovon ein Teil von der Commerzbank kommt). Soweit wir das sehen, ist es das erste Investment einer der großen Kreditkartenfirmen bei einem hiesigen Fintech. Gründerszene, Handelsblatt (Paywall)

Und das hier ist der nächste Deutschland-Chef von Klarna: Robert Bueninck, bislang in selber Position für das Niederlande- und Belgien-Geschäft des schwedischen Payment-Riesen zuständig. Pressemitteilung

Nachtrag: In der großen Tabelle zu den Personalkosten bei Deutschlands Banken letzte Woche hatten wir versäumt, bei der HVB den Zusatz VKÄ („Vollkräfteäquivalent“) zu vermerken. Das ist mittlerweile nachgeholt. Sorry nach München. Finanz-Szene.de

Beyond .de

Suchen Sie sich aus, welcher Aspekt in Sachen Credit Suisse Sie am meisten interessiert: … was Herr Thiam zum Zwei-Milliarden-Dollar-an- einem-Nachmittag-vernichtet-Volo-Derivat-Debakel sagt (FT / Paywall) … der Milliardenverlust durch die Trump’sche Steuerreform (NZZ) … oder der immer offenkundigere Wandel von der Investmentbank zum Wealth Manager.  (FT Lex / Paywall)

Lesetipps

Wie groß ist das 944-Mrd. Euro-Problem wirklich? Die Kollegen von „Bloomberg“ haben sich mal etwas näher mit den Non-Performing-Loans-Statistiken befasst. Bloomberg

Ist der Bitcoin öko? Leser H., als Geschäftsführer einer bodenständigen Fondsboutique wilder Krypto-Fantasien unverdächtig, schreibt uns, dass er unseren „Daily-Fin-Tratsch-Newsletter“ eigentlich sehr schätze, er sich aber einen etwas positiveren Blick auf den Bitcoin wünsche. Dazu schickte er folgenden Link: Bloomberg

Hat es die Tulpen-Blase nie gegeben? Das zumindest behauptet eine gewisse Anna Goldgar, und die müsste es eigentlich wissen, denn sie ist Geschichtsprofessorin. The Conversation

Forbes kürt seine 50 Fintechs des Jahres: … und aus Deutschland ist keines dabei, dafür aber gleich zwei aus Amsterdam (wobei man sagen muss: abgesehen von den beiden niederländischen und ein paar britischen Fintechs ist die Liste extrem US-zentriert). Forbes

Klickfavorit

… (oder sagen wir besser: der am wenigsten schlecht gelesene Artikel) war gestern der Fintech-Appell an den neuen Finanzminister. Finanz-Szene.de

3500 Abonnenten, 57 Prozent „Open Rate“

Mit dem heutigen Tag ist „Finanz-Szene.de“ ein halbes Jahr am Markt. Okay, netto ein bisschen weniger, weil wir uns nach Weihnachten eine ausgedehnte Pause gegönnt haben – aber sei’s drum, trotzdem ein guter Zeitpunkt für eine kurze Zwischenbilanz. Also: Anfang der Woche haben wir die Marke von 3500 Abonnenten geknackt, vergangene Woche hatte der Newsletter zudem dank einer Öffnungsrate von 60 Prozent erstmals mehr als 2000 Leser an einem Tag. Die durchschnittliche „Open Rate“ liegt allerdings etwas niedriger, nämlich bei 56,7 Prozent. Die Zuwachsraten? Weiterhin rund 150 neue Abonnenten pro Woche. Noch ein Satz zur Leserschaft: Fast ausschließlich B2B, vor allem Leute, die sich in mehr oder weniger verantwortlicher Position darum kümmern, wie Banking in zwei bis fünf Jahren aussehen wird. Sonst noch was? Kürzlich hat uns eine nette junge Frau ein Analyse-Tool für unsere maximal stiefmütterlich behandelte Website installiert. Resultat: Die Tage hatten wir erstmals mehr als 3000 „Page Views“ an einem Tag, sonst scheinen es eher so 1500 bis 2000 zu sein.

Und noch eine Bitte: Das Marketingbudget liegt immer noch bei null Euro, entsprechend abhängig ist „Finanz-Szene.de“ davon, dass das mit  dem  Mund-zu-Mund auch weiterhin so fantastisch funktioniert wie in den ersten sechs Monaten. Scheuen Sie sich also nicht uns  zu empfehlen. Der einfachste Weg: Leiten Sie den heutigen Newsletter an ein paar Kollegen und Geschäftspartner weiter. Die brauchen sich dann einfach nur unter diesem Link hier anzumelden:  Das Angebot ist weiterhin kostenlos. Besten Dank!

Finleap launcht nächstes Banken-Fintech – und nimmt nun das KMU-Geschäft ins Visier

Von Heinz-Roger Dohms

Der größte deutsche Fintech-Inkubator Finleap bringt gut zwei Jahre nach dem Launch der Solarisbank  sein nächstes Banking-Startup an den Markt. Das hat Managing Director Matthias Lange im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verraten. Bei der „Infinitec Solutions“ getauften Firma handelt es sich um einen B2B-Anbieter, der traditionelle Finanzdienstleister auf „Software as a Service“-Basis bei der Digitalisierung ihres Firmenkunden-Geschäfts unterstützen soll.  Mit mehreren Banken sei man in der Pilotphase, demnächst würden die ersten Partner offiziell livegehen, sagte Lange. Namen wollte er noch nicht verraten.

Infinitec ist das mittlerweile 14. Startup des Berliner Company Builders – und markiert in gewisser Hinsicht eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn: Zuletzt hatte sich Finleap deutlich vom Banking-Bereich wegbewegt und stattdessen ein Versicherungs-Fintech namens Element und ein Cyber-Security-Startup mit dem Namen Perseus auf den Weg gebracht. Dieser Richtungsschwenk hatte zu Mutmaßungen geführt, der bekanntesten Fintech-Schmiede des Landes, die ihre Finanz-Startups eine Zeitlang fast im Monats-Rhythmus lanciert hatte, könnten in ihrem Stammberitt die Ideen ausgegangen sein.

Mit Infinitec will Finleap nun das Gegenteil beweisen – und knüpft dabei an einen Trend an, der in den vergangenen Monaten in der gesamten deutschen Finanzbranche zu beobachten war: Ging es in den Anfangsjahren der Fintech-Revolution in erster Linie darum, das Retailgeschäft zu digitalisieren, so rückt inzwischen der Firmenkunden-Bereich in den Fokus. Beispiele hierfür sind Challenger-Banken wie Holvi oder Penta, aber auch Factoring-Startups wie Billie oder Finiata. Als Nachzügler sieht sich Infinitec allerdings nicht. Vielmehr werde das neue Fintech „schon seit August 2016 entwickelt“, betont Helmut Kranzmaier, ein früherer Deutschbanker, den Finleap verpflichtet hat, um das Venture zu führen.

Infinitec ist, anders als das bei Solaris der Fall war, selber keine Bank, sondern eine Technologie-Plattform, die normale Banken als Whitelabel-Lösung in ihr eigenes Online-Angebot integrieren können.  Von den Funktionen her lässt sich das  Tool mit den aus dem Retailgeschäft bekannten „Personal Finance Managern“ vergleichen – aber eben mit dem Unterschied, dass der Kunden mithilfe von Infinitec nicht seine persönlichen Finanzen ordnen soll, sondern die seines Unternehmen. Das beginnt mit der Buchhaltung und reicht über die Liquiditätsplanung bis hin zu der Frage, ob sich für die nächste Finanzierung ein klassischer Investitionskredit eignet, oder ob der Kunde mit einer Leasing- oder Factoring-Lösung nicht besser fährt.

An dieser Stelle endet dann das Finanz-Management des Nutzers – und für die Bank beginnt das eigentliche Geschäft. Denn mit dem nächsten Klick soll der Kunde dann optimalerweise bei den entsprechenden Angeboten des Instituts landen, wobei die mögliche Produktpalette neben Kreditlösungen zum Beispiel auch Konto, Kreditkarte, internationalen Zahlungsverkehr oder Inkasso umfassen soll. Kranzmaier ist überzeugt, in eine Marktlücke zu stoßen: „Viele Mittelständler betreiben ihr Finanzmanagement immer noch so wie vor zehn oder 15 Jahren:  Man führt ein paar Excel-Listen, hat manche Positionen auch einfach nur im Kopf – und wenn man das Gefühl hat, in den nächsten Monaten könnte die Liquidität knapp werden, dann geht man halt zur Hausbank und beantragt einen Betriebsmittelkredit. Mit Infinitec dagegen können selbst kleine Betriebe eine hochprofessionelle Finanzplanung betreiben.“ Auch klassische Finanzsoftware-Programme wie „Starmoney Business“ seien mit dem neuen Angebot nicht vergleichbar.

Auf eine Kernklientel wollen sich Lange und Kranzmaier nicht festlegen lassen. Klar allerdings sei: „Es geht nicht um Freelancer, sondern um  Kapitalgesellschaften.“ Das könne der mittelgroße  Handwerksbetrieb genauso sein wie ein Technologie-Startup oder ein E-Commerce-Shop mit mehreren Millionen Euro Jahresumsatz. „Im Grunde geht es um alle Firmen, die keinen eigenen kaufmännischen Geschäftsführer oder Prokuristen haben“, sagt Kranzmaier.

Spannend übrigens ist, dass Finleap diesmal – anders als bei allen vorangegangenen Ventures – keinen Co-Investor an Bord hat. Und das, obwohl die Funding-Summe, zu der Lange sich nicht äußern will, eher im oberen als im unteren einstelligen Millionenbereich zu verorten sein dürfte. Denn: Das Vorhaben ist durchaus ambitioniert, schon jetzt hat Infinitec mehr als 40 Mitarbeiter. Bei der Frage, ob Finleap niemanden gefunden hat, der bereit war einzusteigen, lacht Lange und schüttelt sachte den Kopf. Vermutlich soll diese Geste aussagen: Von dieser Geschäftsidee sind wir derart überzeugt, dass wir erst einmal ganz allein ins Risiko gehen.

14/02/18: Fintech-Szene appelliert an Olaf Scholz, Hammer-Studie, Bitcoin-Irrsinn

Exklusiv – Appell an neuen Finanzminister: „Der Fintech-Rat muss bleiben“

Was wird aus dem „Fintech-Beauftragten der Bundesregierung“? Und was aus dem „Fintech-Rat“? Das sind aus Finanz-Startup-Perspektive die spannendsten Fragen im Zusammenhang mit der neuen Koalition. Denn: Auch wenn die Position des „Fintech-Beauftragten“ eng mit der Person Jens Spahn verknüpft war – der CDU-Mann bekleidete den Posten dann doch nicht kraft seiner selbst, sondern in seiner Funktion als Finanz-Staatssekretär. Das BMF jedoch (an das auch der „Fintech-Rat“ angedockt ist) fällt in der neuen Koalition an die SPD (bzw. an den designierten neuen Ressortchef Olaf Scholz). Und nun? Klar ist: Die Fintech-Szene hat die institutionelle Verknüpfung mit dem Finanzministerium in den vergangenen Monaten durchaus schätzen gelernt. Und darum verwundert auch nicht, dass sich mehrere prominente Fintech-Vertreter nun im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ für den Erhalt des Gremiums stark machen. Hier die Details:

Finanz-Szene.de

News

Wenn Sie heute Morgen die FAZ, Seite 27, aufschlagen … dann wird Ihnen die Hammer-Nachricht begegnen, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr unfassbare 1,21 Milliarden Dollar „eingesammelt“ hätten (was mal eben eine Steigerung von 166 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeute, so die Kollegen). Nun liegt uns nichts ferner, als der altehrwürdigen FAZ irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Als devote Leser allerdings hätten wir uns dann doch eine Erläuterung gewünscht, wie die irre Zahl zustandekommt. Was also tun? Zunächst mal haben wir uns durch die KPMG-Studie „The Pulse of Fintech“ gescrollt, die der FAZ-Meldung offenbar zugrundeliegt. Mit dem Ergebnis, dass sich auch dort keine Erklärung fand (es sei denn, wir haben sie übersehen). Weil es zu spät war,  bei KPMG anzurufen, haben wir uns dann ein paar ältere KPMG-Studien angesehen – und sind in jener für das dritte Quartal 2017 auf den Hinweis gestoßen, dass, wenn wir es richtig verstehen, der Verkauf des bankeneigenen Acquirers Concardis an Bain und Advent mitgezählt wurde. Nun handelt es sich bei Concardis um ein Unternehmen, dessen Wurzeln laut „Wikipedia“ in eine Zeit zurückreichen, in der deutsche Fußball-Nationalspieler Kosenamen wie „schöner Hansi“ trugen – aber warum, bitteschön, soll es damals noch keine Fintechs gegeben haben? Es gibt ja auch heutzutage noch schöne Hansis! Bleibt allerdings eine Frage: Wenn Deutschlands Banken einen Jahrzehnte alten Acquirer an zwei PE-Investoren verkaufen – warum haben deutsche Fintechs dann Geld „eingesammelt“?

No-Name-Politiker soll Andreas Dombret ablösen: Der CDU-Europaparlamentarier Burkhard Balz (Kategorie: „Dieser Politiker ist mir unbekannt“) könnte den früheren Investmentbanker als für Bankenaufsicht zuständiger Bundesbank-Vorstand beerben – berichtet jedenfalls das „Manager Magazin“

Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA besorgt sich frische Liquidität: … und zwar durch den Verkauf zweier Grundstücke in Hongkong im Gesamtwert von 1,7 Mrd. Euro (falls jetzt übrigens irgendein Ketzer auf die Idee kommt zu fragen, ob zwei  Grundstücke in Hongkong heutzutage mehr wert sind als ein 9,2-Prozent-Anteil am größten deutschen Geldinstitut… – nee, der 9,2-Prozent-Anteil von HNA ist immerhin noch 2,4 Mrd. Euro wert, also ein bisschen mehr als zwei Grundstücke in Hongkong). Reuters

Die Postbank hat Ärger mit Google: … weil der US-Konzern Werbebanner des Bonner Geldinstituts unter anderem auf islamistischen Webseiten platziert hatte. Horizont

Beyond .de

Unser Lieblings-Vola-Derivat von der Credit Suisse … hat offenbar das Interesse der SEC auf sich gezogen. Reuters

Lesetipps

„Das größte Trauma der Deutschen Bank“: Aus aktuellem Anlass (Bundesanwaltschaft  verlangt Überprüfung der Freisprüche) zeichnet die „Welt“ nochmal die Blaubank-Kirch-Saga nach. Welt

Neues vom Bitcoin-Irrsinn: In Island (wo aufgrund der günstigen Strompreise besonders viele Krypto-Münzen „geschürft“ werden) könnte der Bitcoin-Stromverbrauch in diesem Jahr den der privaten Haushalte übertreffen. Spiegel-Online

„In banks we trust“: Der Blogger Tobias Baumgarten findet, dass die Banken in ihrem Kampf gegen Fintechs und Gafas stärker mit dem Datenschutz-Argument wuchern sollten. About Fintech

Das „Wall Street Journal“ … widmet sich dem deutschen Robo-Markt. WSJ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Geschichte, was an der Börse passiert, wenn aus einem Kölner Vermögensverwalter ein Super-Duper-Robo-Blockchain-Fintech wird. Finanz-Szene.de

14/02/18: Ein „No-Name“ als Dombret-Nachfolger?, Nächste Hammer-Studie, Postbank

No-Name-Politiker soll Andreas Dombret als Banken-Chefaufseher bei der Buba ablösen

Der CDU-Europaparlamentarier Burkhard Balz (Kategorie: „Dieser Politiker ist mir unbekannt“) könnte Andreas Dombret als für Bankenaufsicht zuständiger Bundesbank-Vorstand ablösen – berichtet jedenfalls das „Manager Magazin“. Die Rückendeckung Niedersachsens habe der 48-Jährige bereits, jetzt gehe es noch um das Plazet aus Bremen und Sachsen-Anhalt (wir sparen uns jetzt einfach mal die Erklärung, warum es bei der Besetzung des Postens ausgerechnet auf diese drei Bundesländer ankommt …). Jedenfalls: In der Union gilt Balz als „Finanzfachmann“, auch weil er früher mal Abteilungsleiter bei der Commerzbank war. Das MM spricht ihm die Befähigung für das Amt trotzdem ab. An einer Stelle des Artikels heißt es: „Möglicherweise überschätzt Balz sich. Seine Selbstauskunft, ‚Stationen in Tokio und London‘ hätten ihm ermöglicht, ‚die internationalen Finanzmärkte eingehend kennen zu lernen‘, fußt auf einem vier- beziehungsweise zweimonatigen Praktikum während des Studiums.“

Manager Magazin

News

Wenn Sie heute Morgen die FAZ, Seite 27, aufschlagen … dann wird Ihnen die Hammer-Nachricht begegnen, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr unfassbare 1,21 Milliarden Dollar „eingesammelt“ hätten (was mal eben eine Steigerung von 166 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeute, so die Kollegen). Nun liegt uns nichts ferner, als der altehrwürdigen FAZ irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Als devote Leser allerdings hätten wir uns dann doch eine Erläuterung gewünscht, wie die irre Zahl zustandekommt. Was also tun? Zunächst mal haben wir uns durch die KPMG-Studie „The Pulse of Fintech“ gescrollt, die der FAZ-Meldung offenbar zugrundeliegt. Mit dem Ergebnis, dass sich auch dort keine Erklärung fand (es sei denn, wir haben sie übersehen). Weil es zu spät war,  bei KPMG anzurufen, haben wir uns dann ein paar ältere KPMG-Studien angesehen – und sind in jener für das dritte Quartal 2017 auf den Hinweis gestoßen, dass, wenn wir es richtig verstehen, der Verkauf des bankeneigenen Acquirers Concardis an Bain und Advent mitgezählt wurde. Nun handelt es sich bei Concardis um ein Unternehmen, dessen Wurzeln laut „Wikipedia“ in eine Zeit zurückreichen, in der deutsche Fußball-Nationalspieler Kosenamen wie „schöner Hansi“ trugen – aber warum, bitteschön, soll es damals noch keine Fintechs gegeben haben? Es gibt ja auch heutzutage noch schöne Hansis! Bleibt allerdings eine Frage: Wenn Deutschlands Banken einen Jahrzehnte alten Acquirer an zwei PE-Investoren verkaufen – warum haben deutsche Fintechs dann Geld „eingesammelt“?

Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA besorgt sich frische Liquidität: … und zwar durch den Verkauf zweier Grundstücke in Hongkong im Gesamtwert von 1,7 Mrd. Euro (falls jetzt übrigens irgendein Ketzer auf die Idee kommt zu fragen, ob zwei  Grundstücke in Hongkong heutzutage mehr wert sind als ein 9,2-Prozent-Anteil am größten deutschen Geldinstitut… – nee, der 9,2-Prozent-Anteil von HNA ist immerhin noch 2,4 Mrd. Euro wert, also ein bisschen mehr als zwei Grundstücke in Hongkong). Reuters

Die Postbank hat Ärger mit Google: … weil der US-Konzern Werbebanner des Bonner Geldinstituts unter anderem auf islamistischen Webseiten platziert hatte. Horizont

Exklusiv: Fintech-CEOs appellieren an neuen Finanzminister:  Der beim BMF angedockte „Fintech-Rat“ müsse unbedingt erhalten bleiben – auch wenn das Finanzministerium künftig von der SPD geführt werde (und die Fintechs dadurch einen wichtigen Berliner Fürsprecher verlieren dürften, nämlich den CDU-Finanz-Staatsekretär und „Fintech-Beauftragten der Bundesregierung“ Jens Spahn). Finanz-Szene.de

Beyond .de

Unser Lieblings-Vola-Derivat von der Credit Suisse … hat offenbar das Interesse der SEC auf sich gezogen. Reuters

Lesetipps

„Das größte Trauma der Deutschen Bank“: Aus aktuellem Anlass (Bundesanwaltschaft  verlangt Überprüfung der Freisprüche) zeichnet die „Welt“ nochmal die Blaubank-Kirch-Saga nach. Welt

Neues vom Bitcoin-Irrsinn: In Island (wo aufgrund der günstigen Strompreise besonders viele Krypto-Münzen „geschürft“ werden) könnte der Bitcoin-Stromverbrauch in diesem Jahr den der privaten Haushalte übertreffen. Spiegel-Online

„In banks we trust“: Der Blogger Tobias Baumgarten findet, dass die Banken in ihrem Kampf gegen Fintechs und Gafas stärker mit dem Datenschutz-Argument wuchern sollten. About Fintech

Das „Wall Street Journal“ … widmet sich dem deutschen Robo-Markt. WSJ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Geschichte, was an der Börse passiert, wenn aus einem Kölner Vermögensverwalter ein Super-Duper-Robo-Blockchain-Fintech wird. Finanz-Szene.de

Wie die FAZ auf die Idee kommt, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr 1,21 Mrd. Dollar eingesammelt haben

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn Sie heute Morgen die FAZ, Seite 27, aufschlagen, dann wird Ihnen die Hammer-Nachricht begegnen, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr unfassbare 1,21 Milliarden Dollar „eingesammelt“ hätten (was mal eben eine Steigerung von 166 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeute, so die Kollegen). Nun liegt uns nichts ferner, als der altehrwürdigen FAZ irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Als devote Leser allerdings hätten wir uns dann doch eine Erläuterung gewünscht, wie die irre Zahl zustandekommt.

Was also tun? Zunächst mal haben wir uns durch die KPMG-Studie „The Pulse of Fintech“ gescrollt, die der FAZ-Meldung offenbar zugrundeliegt. Mit dem Ergebnis, dass sich auch dort keine Erklärung fand (es sei denn, wir haben sie übersehen). Weil es zu spät war,  bei KPMG anzurufen, haben wir uns dann ein paar ältere KPMG-Studien angesehen – und sind in jener für das dritte Quartal 2017 auf den Hinweis gestoßen, dass, wenn wir es richtig verstehen, der Verkauf des bankeneigenen Acquirers Concardis an Bain und Advent mitgezählt wurde.

Nun handelt es sich bei Concardis um ein Unternehmen, dessen Wurzeln laut „Wikipedia“ in eine Zeit zurückreichen, in der deutsche Fußball-Nationalspieler Kosenamen wie „schöner Hansi“ trugen – aber warum, bitteschön, soll es damals noch keine Fintechs gegeben haben? Es gibt ja auch heutzutage noch schöne Hansis! Bleibt allerdings eine Frage: Wenn Deutschlands Banken einen Jahrzehnte alten Acquirer an zwei PE-Investoren verkaufen – warum haben deutsche Fintechs dann Geld „eingesammelt“?

Exklusiv – Appell an neuen Finanzminister: „Der Fintech-Rat muss bleiben“

Von Heinz-Roger Dohms

Was wird aus dem „Fintech-Beauftragten der Bundesregierung“? Und was aus dem „Fintech-Rat“? Das sind aus Finanz-Startup-Perspektive die spannendsten Fragen im Zusammenhang mit der neuen Koalition. Denn: Auch wenn die Position des „Fintech-Beauftragten“ eng mit der Person Jens Spahn verknüpft war – der CDU-Mann bekleidete den Posten dann doch nicht kraft seiner selbst, sondern in seiner Funktion als Finanz-Staatssekretär. Das BMF jedoch (an das auch der „Fintech-Rat“ angedockt ist) fällt in der neuen Koalition an die SPD. Und nun?

Dazu muss man wissen: Die Fintech-Szene hat die institutionelle Verknüpfung mit dem Finanzministerium in den vergangenen Monaten durchaus schätzen gelernt. Das zeigte sich zuletzt Ende November, als die Banken- und Startup-Vertreter im „Fintech-Rat“ mit stillschweigender Unterstützung des BMF ein sehr weitgehendes Zehn-Punkte-Papier veröffentlichten. Darin wurde unter anderem gefordert, IT-Experten ohne explizite Krediterfahrung den Zugang in die Vorstände von Banken und Fintechs zu erleichtern. Und siehe da: Kurz darauf erließ die Bafin – mit mutmaßlicher Ermunterung durch das Finanzministerium – ein entsprechendes Dekret.

Folgerichtig setzen die Mitglieder des Fintech-Rats darauf, dass der designierte künftige Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an dem Gremium und möglichst auch an der Position des Fintech-Beauftragten festhält – selbst wenn dieser dann nicht mehr Spahn heißen wird, sondern den Namen eines SPD-Finanzpolitikers trägt.  „Der Fintech-Rat ist ein wichtiges Gremium, um das Versprechen einzulösen, Finanztechnologie ‚made in Germany‘ europaweit wettbewerbsfähig zu machen und nicht vor der gefühlten Allmacht der amerikanischen Tech-Riesen zu kapitulieren“, sagte Christian Grobe, Gründer des Factoring-Fintechs Billie, gesten im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“.  Als Beispiele für Themen, bei denen der Rat gefordert sei, nannte er „die Einführung einer sicheren digitalen Identität zur einfachen Online-Abwicklung von Bankgeschäften oder den notwendigen Regulierungsbedarf bei neuen Blockchain-Technologien.“

Auch Tim Sievers, Chef der Einlagen-Plattform Deposit Solutions, unterstrich gegenüber „Finanz-Szene.de“ die Bedeutung des Gremiums: „Der Fintech-Rat schafft ein Forum für den Austausch von Politik und Aufsicht mit etablierten und neuen Marktteilnehmern, um sich über die Chancen und Risiken neuer Finanztechnologien auszutauschen. Ich glaube, dass Praxisnähe und Innovationsoffenheit zu guten politischen Ergebnissen beitragen.“ Ähnlich äußerte sich Chris Bartz vom Finleap-Venture Elinvar: „Es ist erklärtes Ziel der neuen Koalition, Deutschlands Rolle als einer der führenden Digitalisierungs- und Fintech-Standorte zu stärken. Der Fintech-Rat hat sich in diesem Kontext bewährt.“

13/07/18: Die Geschichte der Niiio AG, Klarna verschleißt DACH-Chefs, Investify

Exklusiv: Wie ein defizitärer Vermögensverwalter zum neuen deutschen Wunder-Fintech mutierte

Die Niiio AG (mit dreifachem „i“) scheint der neue Alleskönner unter Deutschlands Fintechs zu sein. Sie beherrscht „Innovation hoch zwei“, will das „SAP fürs Wertpapiergeschäft“ sein, plant einen „eigenen Blockchain-Marktplatz“, gibt mit ihrer „hochmodernen Robo-Advisor-Suite eine konkrete Antwort auf die zentralen Zukunftsfragen der Finanzbranche“ und hat erst jüngst wieder „ein neues Geschäftsmodell“ angekündigt. Und nicht zu vergessen: Auch an Prominenz mangelt es dem  Super-Duper-Robo-Blockchain-Startup nicht. Dem Aufsichtsrat gehören unter anderem ein früherer UBS-Deutschland-Vorstand und ein früherer Fidor-Vorstand an. Wundert es da, dass sich der Aktienkurs der Niiio AG zwischen Anfang 2017 und Anfang 2018 in etwa vervierfacht hat (bevor das Papier zuletzt im allgemeinen Börsenrutsch nachgab)? Höchste Zeit zu fragen: Was ist das eigentlich für ein Unternehmen? Und wo kommt es her? „Finanz-Szene.de“ hat sich das neue deutsche Wunder-Fintech mal etwas genauer angeschaut. Hier die Antwort in fünf Akten:

Finanz-Szene.de

News

Braucht Klarna vielleicht gar keinen Deutschland-Chef? Die Meldung, dass Marc Berg neuer Chef von Mytaxi wird, wurde übers Wochenende in so ziemlich jeder Automobil-Gazette aufgegriffen. Aber warum hat sich bislang niemand die Personalie mal aus Banking-Payment-Perspektive angeschaut? Denn: Trat Berg nicht vor wenigen Tagen noch in seiner aktuellen Eigenschaft als Klarna-DACH-Chef in Erscheinung? Und kann es sein, dass die Liste der gefühlten und echten Ex-Klarna-DACH-Chefs mittlerweile ziemlich lang ist, und das nicht nur wegen der Übernahme von Sofortüberweisung (Mikael Wintzell, Martin Grass, Jens Lütcke, Gerrit Seidel, Marc Berg …)? Branchenkenner jedenfalls bescheinigen Berg, er habe keinen schlechten Job gemacht. Die Frage sei vielmehr, ob ihn der Job zufriedengestellt habe.  Denn: Je mehr Sofort innerhalb des Klarna-Reichs zur reinen Produktlinie mutiere, desto klarer werde, wer bei Klarna-DACH das Sagen habe: die Schweden.

Robo-Advisor Investify sammelt zweistelligen Millionenbetrag ein: Zu den Investoren der erstaunlich hohen Serie-A-Finanzierung soll (wenn wir es richtig verstehen) auch die Hamburger Sparkasse gehören. Gründerszene

Deutsche Bank sucht KPMG-Nachfolger: Das größte Geldhaus des Landes beginnt die Fahndung nach einem neuen Abschlussprüfer. Hintergrund: Durch das EU-Rotationsverfahren ist das Institut gezwungen, von 2020 an einen neuen WP zu berufen. Das Mandat gehört zu den lukrativsten, die die Deutschland AG zu vergeben hat. So schrieb KPMG der Deutschen Bank allein für 2016 Rechnungen in Höhe von 82 Mio. Euro – davon waren 49 Mio. Euro Prüfungshonorare, der Rest fiel für sonstige Dienstleistungen an. Pressemitteilung 

Wird die Deutsche Bank jetzt zum SC Freiburg des Investmentbankings? So zumindest liest sich ein „Bloomberg“-Artikel, demzufolge die Blaubank im europäischen Aktiengeschäft jetzt verstärkt auf Nachwuchskräfte setzen will. Bloomberg

Lesetipps

Warum die Deutsche Bank im Investmentbanking nicht performt … aber noch nicht alle Hoffnung verloren ist. FAZ (Paywall)

Wie digital sind Deutschlands Banken? Darüber haben Christoph Keese (nicht zur verwechseln mit Ex-Paypal-Deutschland-Chef Arnulf Keese) und der unverwechselbare Figo-Chef André Bajorat diskutiert. Hier der Link zum entsprechenden Podcast: Paymentandbanking

Mein Gott, was haben wir denn da für eine Debatte losgetreten? Nachdem „Finanz-Szene.de“ neulich sechs deutsche Fintechs aufführte, die (nach unserer Ansicht) an der Schwelle zum Massenmarkt stehen, zweifelte Kollege Hansjörg Leichsenring im „Bank-Blog“ die Validität unserer These an. Ebefalls im „Bank-Blog“ setzt Jochen Siegert jetzt zur nochmaligen Gegenrede an. Das freut uns einerseits. Andererseits: Wir würden sehr dafür plädieren, dass damit aber auch gut ist. Der Bank-Blog

Diese Frau führt das wertvollste Fintech der Welt: Das „Manager Magazin“ porträtiert Lucy Peng, die Frau hinter dem chinesischen Payment-Giganten Ant Financial („Alipay“), dessen Wert im Zuge einer neuen Funding-Runde auf 120 Mrd. Dollar ansteigen soll. Manager Magazin, Financial Times (Paywall)

Warum nicht einmal Apple Pay für den Durchbruch von Mobile Payment in Deutschland sorgen würde: Weil Bezahlen per Smartphone ein Problem löst, das hierzulande schlicht nicht existiert, meint der Payment-Blogger Maik Klotz. Paymentandbanking

That’s not news

Was am Freitag, Samstag und Sonntag passiert ist:

  • Der chinesische Großaktionär HNA verringert seinen Anteil an der Deutschen Bank … Spiegel Online
  • … dafür ist Mao Tse-tung (oder genauer: die chinesische Staatsbank Citic) jetzt sehr indirekt bei der Deutschen Bank an Bord. Handelsblatt (Paywall)
  • Zudem haben chinesische Investoren offenbar Interesse an der „HSH light“ (sprich: an der DZ-Bank-Tochter DVB). n-tv
  • Bafin verhängt Moratorium über die Münchner Dero Bank. Focus
  • Oberste Bankenabwicklerin König kritisiert EU-Pläne zur Bevorzugung von Öko-Assets in Bankbilanzen. Wiwo

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… war am Freitag Hanno Benders PSD2-Theaterstück: Bargeldlosblog

13/07/18: Dt. Bank vergibt Mega-Mandat, Die Chinesen kommen, Das deutsche Wunder-Fintech

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Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank sucht KPMG-Nachfolger: Das größte Geldhaus des Landes beginnt die Fahndung nach einem neuen Abschlussprüfer. Hintergrund: Durch das EU-Rotationsverfahren ist das Institut gezwungen, von 2020 an einen neuen WP zu berufen. Das Mandat gehört zu den lukrativsten, die die Deutschland AG zu vergeben hat. So schrieb KPMG der Deutschen Bank allein für 2016 Rechnungen in Höhe von 82 Mio. Euro – davon waren 49 Mio. Euro Prüfungshonorare, der Rest fiel für sonstige Dienstleistungen an. Pressemitteilung 

Wird die Deutsche Bank jetzt zum SC Freiburg des Investmentbankings? So zumindest liest sich ein „Bloomberg“-Artikel, demzufolge die Blaubank im europäischen Aktiengeschäft jetzt verstärkt auf Nachwuchskräfte setzen will. Bloomberg

Braucht Klarna vielleicht gar keinen Deutschland-Chef? Die Meldung, dass Marc Berg neuer Chef von Mytaxi wird, wurde übers Wochenende in so ziemlich jeder Automobil-Gazette aufgegriffen. Aber warum hat sich bislang niemand die Personalie mal aus Banking-Payment-Perspektive angeschaut? Denn: Trat Berg nicht vor wenigen Tagen noch in seiner aktuellen Eigenschaft als Klarna-DACH-Chef in Erscheinung? Und kann es sein, dass die Liste der gefühlten und echten Ex-Klarna-DACH-Chefs mittlerweile ziemlich lang ist, und das nicht nur wegen der Übernahme von Sofortüberweisung (Mikael Wintzell, Martin Grass, Jens Lütcke, Gerrit Seidel, Marc Berg …)? Branchenkenner jedenfalls bescheinigen Berg, er habe keinen schlechten Job gemacht. Die Frage sei vielmehr, ob ihn der Job zufriedengestellt habe.  Denn: Je mehr Sofort innerhalb des Klarna-Reichs zur reinen Produktlinie mutiere, desto klarer werde, wer bei Klarna-DACH das Sagen habe: die Schweden.

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Lesetipps

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Mein Gott, was haben wir denn da für eine Debatte losgetreten? Nachdem „Finanz-Szene.de“ neulich sechs deutsche Fintechs aufführte, die (nach unserer Ansicht) an der Schwelle zum Massenmarkt stehen, zweifelte Kollege Hansjörg Leichsenring im „Bank-Blog“ die Validität unserer These an. Ebefalls im „Bank-Blog“ setzt Jochen Siegert jetzt zur nochmaligen Gegenrede an. Das freut uns einerseits. Andererseits: Wir würden sehr dafür plädieren, dass damit aber auch gut ist. Der Bank-Blog

Diese Frau führt das wertvollste Fintech der Welt: Das „Manager Magazin“ porträtiert Lucy Peng, die Frau hinter dem chinesischen Payment-Giganten Ant Financial („Alipay“), dessen Wert im Zuge einer neuen Funding-Runde auf 120 Mrd. Dollar ansteigen soll. Manager Magazin, Financial Times (Paywall)

Warum nicht einmal Apple Pay für den Durchbruch von Mobile Payment in Deutschland sorgen würde: Weil Bezahlen per Smartphone ein Problem löst, das hierzulande schlicht nicht existiert, meint der Payment-Blogger Maik Klotz. Paymentandbanking

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Was am Freitag, Samstag und Sonntag passiert ist:

  • Der chinesische Großaktionär HNA verringert seinen Anteil an der Deutschen Bank … Spiegel Online
  • … dafür ist Mao Tse-tung (oder genauer: die chinesische Staatsbank Citic) jetzt sehr indirekt bei der Deutschen Bank an Bord. Handelsblatt (Paywall)
  • Zudem haben chinesische Investoren offenbar Interesse an der „HSH light“ (sprich: an der DZ-Bank-Tochter DVB). n-tv
  • Bafin verhängt Moratorium über die Münchner Dero Bank. Focus
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Exklusiv: Wie aus einem defizitären Vermögensverwalter das neue deutsche Wunder-Fintech wurde

Von Heinz-Roger Dohms und Thomas Borgwerth

Die Niiio AG (mit dreifachem „i“) scheint der Alleskönner unter Deutschlands Fintechs zu sein. Sie beherrscht „Innovation hoch zwei“, will das „SAP fürs Wertpapiergeschäft“ sein, plant einen „eigenen Blockchain-Marktplatz“, gibt mit ihrer „hochmodernen Robo-Advisor-Suite eine konkrete Antwort auf die zentralen Zukunftsfragen der Finanzbranche“ und hat erst jüngst wieder „ein neues Geschäftsmodell“ angekündigt.

Wundert es da, dass sich der Aktienkurs der Niiio AG zwischen Anfang 2017 und Anfang 2018 in etwa vervierfacht hat (bevor das Papier zuletzt im allgemeinen Börsenrutsch nachgab)?

An Prominenz mangelt es dem neuen deutschen Super-Duper-Robo-Blockchain-Startup jedenfalls nicht. Dem Aufsichtsrat gehören neben Michael Mellinghoff vom Frankfurter Fintech-Forum auch ein früherer UBS-Deutschland-Vorstand und ein früherer Fidor-Vorstand an, ein weiterer hochrangiger Ex-Banker könne folgen, ist zu hören. Höchste Zeit zu fragen: Was ist das eigentlich für ein Unternehmen? Und wo kommt es her? „Finanz-Szene.de“ hat sich das neue deutsche Wunder-Fintech mal etwas genauer angeschaut. Hier die Antwort in fünf Akten:

Erster Akt: Die Meridio AG

Die Meridio AG war ein klassischer deutscher Vermögensverwalter. Gegründet wurde die Kölner Gesellschaft 1998 von Uwe Zimmer, den das interessierte Publikum vor allem aus dem „n-tv Geldanlagecheck“ kennt. Was die „n-tv“-Redaktion vermutlich nicht wusste: Die Meridio AG war wirtschaftlich nicht sonderlich erfolgreich. Seit der Finanzkrise 2008 erwirtschaftete das Unternehmen in keinem einzigen Jahr einen positiven Ertrag. Ende 2015 betrug der kumulierte Bilanzverlust erstaunliche rund 5,5 Mio. Euro. Was das mit der Niiio AG zu tun hat? Nun …

Zweiter Akt: Die Verwandlung

Mitte 2016 wurde die in Sachsen beheimatete Niiio GmbH in die im Rheinland beheimatete Meridio AG eingebracht (die Niiio GmbH war also nun Teil der Meridio AG). Im Gegenzug gab die Meridio AG im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung 6,85 Millionen Aktien an die Eigentümer der Niiio GmbH aus. Da sich das Stammkapital des Kölner Vermögensverwalters vor dieser Kapitalerhöhung auf lediglich auf 3,15 Millionen Aktien belief, gehörte die Meridio AG jetzt mehrheitlich den Eignern der Niiio GmbH. Denn: Neben besagter Sachkapitalerhöhung sollte es zwar auch noch eine Barkapitalerhöhung über 8,9 Millionen Aktien geben. Von denen wurden allerdings nur 141.490 Anteile gezeichnet, eine Quote von gerade mal 1,6 Prozent. Bald darauf wurde die Meridio AG in Niiio Finance Group AG umbenannt. Neuer starker Mann im Unternehmen ist ein gewisser Johann Horch.

Dritter Akt: Das Gutachten zur Meridio AG

Laut Paragraf 183, Absatz 3 des deutschen Aktiengesetzes hat bei einer Kapitalerhöhung mit Sacheinlagen „eine Prüfung durch einen oder mehrere Prüfer stattzufinden“. Im konkreten Fall übernahme dies die MSW GmbH, eine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft. Obwohl die Meridio AG seit 2007 nur noch Verluste gezeigt hatte und die Provisionserlöse 2015 gerade einmal 1,3 Mio. Euro betrugen, kamen die Gutachter auf einen positiven Unternehmenswert von 2,2 Mio. Euro. Nach der Ertragswertmethode war das freilich gar nicht möglich. Denn die Planungen wiesen selbst für das letzte Planjahr 2020 kein positives Ebit aus. Um dennoch einen Wert zu ermitteln, verfielen die Gutachter auf einen AUM-Multiplikator (AUM soll wohl Assets under Management heißen). So kam man auf Basis einer nicht näher definierten Peer-Group von 18 Vermögensverwaltern auf den Wert von 2,2 Mio. Euro.

Vierter Akt: Das(-selbe) Gutachten zur Niiio GmbH

Für die Niiio GmbH kommt der Gutachter auf Basis des Ertragswert-Verfahrens auf einen Wert von 15,4 Mio. Euro und nach dem sogenannten Multiplikator-Verfahren auf einen Plausibilisierungswert von 9,8 Mio. Euro. Dem zugrunde lag der Plan, 2016 Umsätze von 2,6 Mio Euro zu erzielen und diese bis 2018 dann gleich mal zu verzehnfachen. Wie das gehen soll? Wird im Gutachten nicht en detail hinterfragt. Stattdessen nimmt der Gutachter einfach einen pauschalen Abschlag von 30 Prozent auf die Umsatzplanung vor. Unter Berücksichtigung dieses Abschlags soll in 2018 bereits ein Jahresüberschuss von 12,8 Mio. Euro erwirtschaftet werden.

Fünfter Akt: Wenn Hype auf Realität trifft

Glaubt man der Explosion der Niiio-Aktie, dann ist das neue Super-Duper-Robo-Blockchain-Fintech auf einem sehr guten Weg. Der kürzlich veröffentlichte 2017er-Halbjahresbericht allerdings liest sich weniger vielversprechend. Das alte Kerngeschäft der Meridio (also die klassische Vermögensverwaltung) wurde für nur 200.000 Euro an die Kölner Maiestas Vermögensmanagement AG veräußert – also nicht mal ein Zehntel des vom Gutachter ermittelten Werts. Die Beteiligung an der Niiio GmbH (die laut Gutachten ja 15,4 Mio. Euro wert sein sollte) wurde mittlerweile auf nur noch 5,6 Mio. Euro abgewertet. Mitte 2017 bestand zudem laut Managements eine Unsicherheit über die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft, die durch eine Kapitalerhöhung von 750.000 Euro beseitigt werden sollte (was nach Angaben des Unternehmens mittlerweile geschehen ist). Anfang Dezember hat die Niiio AG nun eine weitere Kapitalerhöhung über 8,5 Mio. Euro beschlossen. Vergangene Woche wurde bekanntgegeben, dass die Kapitalerhöhung nun kurzfristig bevorsteht und den Bezugspreis auf einen Euro festgelegt. Ein kräftiger Abschlag von 30 Prozent auf den aktuellen Kurs von zuletzt rund 1,50 Euro. Mit dem frischen Geld will due Niiio AG nun den Bereich Blockchain aufbauen.

Und nun?

So seltsam das gesamte Konstrukt (im Fachjargon „Reverse Takeover“ genannt) anmutet – ohne Ratio ist es nicht. Die offenkundig völlig unwirtschaftliche Meridio AG sparte sich ein teures Delisting. Während die offenkundig sehr ambitionierte Niiio GmbH es ohne teuren IPO an die Börse schaffte. Das Gutachten mag man zweifelhaft finden – schädigte aber zunächst einmal niemanden. So kann man nämlich in der hohen Bewertung der Meridio AG auch ein Zugeständnis der neuen Gesellschafter an die Altaktionäre sehen. Fraglich ist allerdings, ob anschließend jene Aktionäre, die den Kurs 2017 um rund 300 Prozent nach oben trieben, wussten, was sie da tun.

Hat Niiio ein Geschäftsmodell? Zumindest die „alte Firma“ hatte eines. Zuletzt habe der Umsatz der Niiio GmbH bei knapp 650.000 Euro, der Vorsteuergewinn bei gut 160.000 Euro gelegen, sagte Aufsichtsratschef Mario Uhl dieser Tage im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Das allerdings reicht der sächsischen Technologiefirma offenkundig allein nicht aus, jetzt soll es Robo, jetzt soll es Blockchain, jetzt soll es Börse sein. „Das Listing verschafft uns eine ganz andere Visibilität, auch international“, sagt AR-Chef Uhl. „Aufbauend auf unserer bestehenden Kundenbasis, die mehr als 80 Banken umfasst, werden wir nun unsere neuen Produkte am Markt platzieren – darunter ein B2B2C-Angebot im Robo-Bereich.“ Ob diese Pläne aufgehen, wird man sehen.

Fragt sich nur noch, was aus Uwe Zimmer geworden ist, dem bekannten „n-tv-Experte“ und langjährigen Chef der defzitären Meridio AG? Er firmiert inzwischen als Geschäftsführer von Fundamental Capital, der „ersten digitalen Vermögensverwaltung, die aktive Hedgefonds-Technologien für Privatanleger zugänglich macht“.

Auch Zimmer ist jetzt also „robo“.

09/02/18: Voice-Banking-Fiasko, Blockchain, PSD2-Theater, Kapitaler Bock

Amazon killt Voice-Banking-Pläne der deutschen Kreditwirtschaft (jedenfalls vorerst)

Es mutet fast schon tragisch an: Noch vor wenigen Monaten galt Voice-Banking als eine der wenigen neuen Technologien, bei denen die deutsche Kreditwirtschaft wirklich mal vorn dabei war. Und nun? Schon Mitte November berichteten wir, dass Amazon (über dessen Sprachassistent „Alexa“ das Ganze ablaufen sollte) die Banken hinhält. Damals allerdings waren es nur mündliche Signale, die die Institute vom amerikanischen Tech-Riesen empfingen – schriftlich gab es nichts. Das jedoch ist nun anders. In einem Schreiben, dass diversen Banken (und „Finanz-Szene.de“) vorliegt, stellt Amazon klar, bis auf weiteres weder Kontostandabrufe noch Zahlungsvorgänge mittels „Alexa“ zuzulassen (wobei, klitzekleiner Trost: Hinten raus liest sich das Schreiben so, als könnte der US-Konzern seinen Standpunkt doch noch mal ändern). Für die weiteren Details verweisen wir auf den Artikel der Kollegen Schneider im „Handelsblatt“. Die hatte die Geschichte gestern Abend als erstes – und ist eh sehr viel tiefer in dem Thema drin.

Handelsblatt (Paywall), Finanz-Szene.de (Archiv)

News

Die Commerzbank erwirtschaftet mit 500.000 zusätzlichen Kunden 200 Millionen Euro weniger Ertrag: Wenn Sie gestern ein bisschen die Coba-Berichterstattung verfolgt haben, dann werden Sie wissen, dass sich die 2017er-Zahlen  unterschiedlich deuten lassen. Wer es positiv sehen will, kann darauf verweisen, dass die Gelbbank trotz Restrukturierungskosten immerhin einen kleinen Gewinn erwirtschaftet hat (und sich traut, für 2018 eine Dividende in Aussicht zu stellen). Wer gegenteiliger Ansicht ist, der wird sich auf den Standpunkt stellen, dass die (einstige) Großbank auch im Jahr neun nach der Finanzkrise irgendwie nicht aus dem Quark kommt. Und unser Senf dazu? Bemerkenswert fanden wir weniger den Gewinneinbruch als den Umstand, dass die Erträge um 2,5 Prozent zurückgegangen sind. Zumal sich die Commerzbank zugleich damit brüstet, schon wieder 500.000 zusätzliche Kunden gewonnen zu haben. Was bringen die ganzen Kunden, wenn sie nicht zu höheren Einnahmen führen? Breakingviews, Welt, Pressemitteilung

Beyond .de

Wird Goldman zum Konsumentenfinanzierer für Apple? Das zumindest berichtet das „Wall Street Journal“. Demnach loten die Investmentbank und der Tech-Konzern eine mögliche Kooperation aus. WSJ (Paywall), Handelsblatt

Die Peer-Group läuft der Deutschen Bank davon: Nach der BNP Paribas haben gestern auch die Société Générale und die Unicredit die Anleger mit ihren Zahlen überzeugt. Reuters (Unicredit), Reuters (SocGen)

Lesetipps

Man kann ja über die DWS sagen, was man will (tun wir auch) … aber: Vor den Niedrig-Vola-Wetten, wie sie die Credit Suisse mit großem Hebel betrieb, haben unsere Frankfurter Freunde nachweislich schon im vergangenen Juni eindringlich gewarnt. Glauben Sie nicht? Dann empfehlen wir Ihnen den acht Monate alten Beitrag „Volatility – Why we play it safe“ von DWS-Multi-Asset-Chef Christian Hille zur Lektüre. Findet sich im Online-Archiv der Deutschen Bank. PDF

Falls Sie mal eine „Die Zukunft des Bankings“-Studie lesen wollen, die nicht wie Sauerbier angepriesen wird … dann verweisen wir auf das jüngste Konvolut des Berenberg-Research zu dem Thema. Heißt „Banks without borders“, umfasst 69 Seiten – und wurde dieser Tage an ausgewählte Kunden verschickt. Wenn Sie verschlungene Wege nicht scheuen, kriegen Sie die Studie ja vielleicht irgendwie in die Hände.

Die GroKo und die BloCha: Gleich sechsmal taucht das Wort „Blockchain“ im Koalitionsvertrag auf, haben die Kollegen von Gründerszene gezählt – und erklären, was Schwarz-Rot genau vorhat. Gründerszene 

„Die PSD2 – Ein Theaterstück in sechs Akten“: … verfasst von unserem Kollegen Hanno Bender, zur Lektüre dringend empfohlen. BargeldlosBlog

Und noch ein lesenswertes Stück zu PSD2: Warum beschäftigt sich eigentlich niemand mit den neuen Regeln zur PIN-Eingabe beim kontaktlosen Bezahlen?, fragt der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. Denn: Gerade dieser Aspekt der neuen Zahlungsdienste-Richtlinie habe es in sich. IT-Finanzmagazin

Limousinen und verlängerte Wochenenden: Trotz des dritten Verlustjahrs in Folge pflegen die Investmentbanker der Deutschen Banken offenbar weiterhin eine „barocke Spesenpraxis“, wie die „Süddeutsche“ schreibt. SZ

Und wie jeden Freitag … der Hinweis auf die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war gestern leider, leider unsere Personalkostenanalyse. Warum leider? Weil wir gestern Mittag des unbewussten, aber kräftigen Zahlendopings überführt worden sind. Siehe …

Schande auf unser Haupt, aber mal so richtig!

Liebe Leser/innen, wir wissen gar nicht, wie wir Ihnen das jetzt schonend beibringen können. Aber, was irgendwann mal passieren musste, das ist gestern passiert – wir haben einen kapitalen Bock geschossen. Und zwar: In unseren Berechnungen zu den durchschnittlichen Personalkosten haben wir in der Excel-Tabelle bei den 44.267 Commerzbank-Mitarbeitern  keinen Punkt, sondern ein Leerzeichen („44 267“) gesetzt, wodurch nur 44 Coba-Mitarbeiter in die Wertung eingingen (hätte spätestens beim dritten Plausibilitäts-Check auffallen müssen, ist es aber nicht). Jedenfalls: Statt rund 211.000 sind es insgesamt rund 255.000 Banker. Dadurch sind es nicht 128.000 Euro Kosten im Schnitt, sondern rund 105.000 Kosten im Schnitt. Und dadurch würde der Vorsteuergewinn nicht um „rund ein Drittel“, sondern um knapp 28 Prozent höher ausfallen, wenn die Personalkosten zehn Prozent niedriger wären. Falls Sie jetzt denken: Das ist nicht Euer Ernst – doch, das ist es, leider. Sorry!

Und nun? Mal angenommen, sie billigen uns noch einen letzten Rest Chuzpe zu  – dürfen wir Sie dann ins Wochenende entlassen mit der Frage, ob die Grundaussage des Artikels (Die Personalkosten sind gemessen an dem, was bei Deutschlands Banken letztlich rumkommt, relativ hoch) vielleicht trotzdem nicht so ganz falsch war?

Sonst noch was? Ja. Denn  anders als gestern behauptet, sind hierzulande nicht 300 Santander-Filialen bedroht, sondern jede dritte der insgesamt rund 300 Santander-Filialen.

Herzlichen Dank an die Leserin Caroline S., den Leser Roger T. und den Leser Sven G., die uns auf die Fehler aufmerksam gemacht haben, Ihnen dreien, aber auch allen anderen: Schönes Wochenende! Nächsten Dienstag sind wir wieder für Sie da, sehr kleinlaut und mit neuem Taschenrechner.

09/02/18: Voice-Banking-Fiasko, Was hat die Coba von ihren Kunden?, Kapitaler Bock

Amazon killt Voice-Banking-Pläne der deutschen Kreditwirtschaft (jedenfalls vorerst)

Es mutet fast schon tragisch an: Noch vor wenigen Monaten galt Voice-Banking als eine der wenigen neuen Technologien, bei denen die deutsche Kreditwirtschaft wirklich mal vorn dabei war. Und nun? Schon Mitte November berichteten wir, dass Amazon (über dessen Sprachassistent „Alexa“ das Ganze ablaufen sollte) die Banken hinhält. Damals allerdings waren es nur mündliche Signale, die die Institute vom amerikanischen Tech-Riesen empfingen – schriftlich gab es nichts. Das jedoch ist nun anders. In einem Schreiben, dass diversen Banken (und „Finanz-Szene.de“) vorliegt, stellt Amazon klar, bis auf weiteres weder Kontostandabrufe noch Zahlungsvorgänge mittels „Alexa“ zuzulassen (wobei, klitzekleiner Trost: Hinten raus liest sich das Schreiben so, als könnte der US-Konzern seinen Standpunkt doch noch mal ändern). Für die weiteren Details verweisen wir auf den Artikel der Kollegen Schneider im „Handelsblatt“. Die hatte die Geschichte gestern Abend als erstes – und ist eh sehr viel tiefer in dem Thema drin.

Handelsblatt (Paywall), Finanz-Szene.de (Archiv)

News

Die Commerzbank erwirtschaftet mit 500.000 zusätzlichen Kunden 200 Millionen Euro weniger Ertrag: Wenn Sie gestern ein bisschen die Coba-Berichterstattung verfolgt haben, dann werden Sie wissen, dass sich die 2017er-Zahlen  unterschiedlich deuten lassen. Wer es positiv sehen will, kann darauf verweisen, dass die Gelbbank trotz Restrukturierungskosten immerhin einen kleinen Gewinn erwirtschaftet hat (und sich traut, für 2018 eine Dividende in Aussicht zu stellen). Wer gegenteiliger Ansicht ist, der wird sich auf den Standpunkt stellen, dass die (einstige) Großbank auch im Jahr neun nach der Finanzkrise irgendwie nicht aus dem Quark kommt. Und unser Senf dazu? Bemerkenswert fanden wir weniger den Gewinneinbruch als den Umstand, dass die Erträge um 2,5 Prozent zurückgegangen sind. Zumal sich die Commerzbank zugleich damit brüstet, schon wieder 500.000 zusätzliche Kunden gewonnen zu haben. Was bringen die ganzen Kunden, wenn sie nicht zu höheren Einnahmen führen? Breakingviews, Welt, Pressemitteilung

Bundesbank mahnt Brexit-Banken zur Eile: Nach Einschätzung von Buba-Vize Dombret benötigen mehr als 100 britische Geldinstitute eine neue (oder zumindest eine überarbeitete) Lizenz für die EU. Und da die Aufseher natürlich nicht alle Anträge gleichzeitig bearbeiten können, warnt er: „Unsere Kapazitäten sind begrenzt.“ Wirtschaftswoche

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Wird Goldman zum Konsumentenfinanzierer für Apple? Das zumindest berichtet das „Wall Street Journal“. Demnach loten die Investmentbank und der Tech-Konzern eine mögliche Kooperation aus. WSJ (Paywall), Handelsblatt

Die Peer-Group läuft der Deutschen Bank davon: Nach der BNP Paribas haben gestern auch die Société Générale und die Unicredit die Anleger mit ihren Zahlen überzeugt. Reuters (Unicredit), Reuters (SocGen)

Lesetipps

Man kann ja über die DWS sagen, was man will (tun wir auch) … aber: Vor den Niedrig-Vola-Wetten, wie sie die Credit Suisse mit großem Hebel betrieb, haben unsere Frankfurter Freunde nachweislich schon im vergangenen Juni eindringlich gewarnt. Glauben Sie nicht? Dann empfehlen wir Ihnen den acht Monate alten Beitrag „Volatility – Why we play it safe“ von DWS-Multi-Asset-Chef Christian Hille zur Lektüre. Findet sich im Online-Archiv der Deutschen Bank. PDF

Falls Sie mal eine „Die Zukunft des Bankings“-Studie lesen wollen, die nicht wie Sauerbier angepriesen wird … dann verweisen wir auf das jüngste Konvolut des Berenberg-Research zu dem Thema. Heißt „Banks without borders“, umfasst 69 Seiten – und wurde dieser Tage an ausgewählte Kunden verschickt. Wenn Sie verschlungene Wege nicht scheuen, kriegen Sie die Studie ja vielleicht irgendwie in die Hände.

Die GroKo und die BloCha: Gleich sechsmal taucht das Wort „Blockchain“ im Koalitionsvertrag auf, haben die Kollegen von Gründerszene gezählt – und erklären, was Schwarz-Rot genau vorhat. Gründerszene 

„Die PSD2 – Ein Theaterstück in sechs Akten“: … verfasst von unserem Kollegen Hanno Bender, zur Lektüre dringend empfohlen. BargeldlosBlog

Und noch ein lesenswertes Stück zu PSD2: Warum beschäftigt sich eigentlich niemand mit den neuen Regeln zur PIN-Eingabe beim kontaktlosen Bezahlen?, fragt der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. Denn: Gerade dieser Aspekt der neuen Zahlungsdienste-Richtlinie habe es in sich. IT-Finanzmagazin

Limousinen und verlängerte Wochenenden: Trotz des dritten Verlustjahrs in Folge pflegen die Investmentbanker der Deutschen Banken offenbar weiterhin eine „barocke Spesenpraxis“, wie die „Süddeutsche“ schreibt. SZ

Und wie jeden Freitag … der Hinweis auf die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war gestern leider, leider unsere Personalkostenanalyse. Warum leider? Weil wir gestern Mittag des unbewussten, aber kräftigen Zahlendopings überführt worden sind. Siehe …

Schande auf unser Haupt, aber mal so richtig!

Liebe Leser/innen, wir wissen gar nicht, wie wir Ihnen das jetzt schonend beibringen können. Aber, was irgendwann mal passieren musste, das ist gestern passiert – wir haben einen kapitalen Bock geschossen. Und zwar: In unseren Berechnungen zu den durchschnittlichen Personalkosten haben wir in der Excel-Tabelle bei den 44.267 Commerzbank-Mitarbeitern  keinen Punkt, sondern ein Leerzeichen („44 267“) gesetzt, wodurch nur 44 Coba-Mitarbeiter in die Wertung eingingen (hätte spätestens beim dritten Plausibilitäts-Check auffallen müssen, ist es aber nicht). Jedenfalls: Statt rund 211.000 sind es insgesamt rund 255.000 Banker. Dadurch sind es nicht 128.000 Euro Kosten im Schnitt, sondern rund 105.000 Kosten im Schnitt. Und dadurch würde der Vorsteuergewinn nicht um „rund ein Drittel“, sondern um knapp 28 Prozent höher ausfallen, wenn die Personalkosten zehn Prozent niedriger wären. Falls Sie jetzt denken: Das ist nicht Euer Ernst – doch, das ist es, leider. Sorry!

Und nun? Mal angenommen, sie billigen uns noch einen letzten Rest Chuzpe zu  – dürfen wir Sie dann ins Wochenende entlassen mit der Frage, ob die Grundaussage des Artikels (Die Personalkosten sind gemessen an dem, was bei Deutschlands Banken letztlich rumkommt, relativ hoch) vielleicht trotzdem nicht so ganz falsch war?

Sonst noch was? Ja. Denn  anders als gestern behauptet, sind hierzulande nicht 300 Santander-Filialen bedroht, sondern jede dritte der insgesamt rund 300 Santander-Filialen.

Herzlichen Dank an die Leserin Caroline S., den Leser Roger T. und den Leser Sven G., die uns auf die Fehler aufmerksam gemacht haben, Ihnen dreien, aber auch allen anderen: Schönes Wochenende! Nächsten Dienstag sind wir wieder für Sie da, sehr kleinlaut und mit neuem Taschenrechner.