05/04/18: Fincompare vs. Compeon, Finleaps neuer Partner, Savedo

Will Fincompare dem Platzhirschen Compeon etwa die Mitarbeiter abjagen?

Wenn ein Berliner Finanz-Startup irgendwo in der Republik eine Dependance errichten will, dann bieten sich einige attraktive Standorte an. Wie wäre es mit München, der heimlichen deutschen Fintech-Hauptstadt? Oder mit Hamburg, wo Unternehmen wie Kreditech und Figo sitzen. Oder: Warum nicht Frankfurt? Und, falls es lieber NRW sein soll: Was ist mit Köln? Aber nein: Bei Fincompare, dem vor einem Jahr gegründeten Vergleichsportal für Unternehmens-Finanzierungen, muss es Düsseldorf sein. Dabei sitzt ausgerechnet dort der bereits 2012 gegründete Rivale Compeon. Will der Herausforderer dem Platzhirschen etwa die Leute abjagen?

Finanz-Szene.de

News

Finleap kungelt mit der DVAG: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, haben die beiden eher ungleichen Unternehmen ein Joint-Venture aufgesetzt, dass die Digitalisierung des Finanzvertriebs vorantreiben soll. HB (Paywall)

Versobank-GAU scheint für Savedo glimpflich auszugehen: Laut „SZ“ sollen die ersten der gut 1100 deutschen Kunden (die bei der von der Aufsicht geschlossenen estnischen Skandalbank ihre Ersparnisse liegen hatten) heute ihr Geld zurückerhalten, die übrigen folgen demnach bis zum 20. April. „Im aktuellen Fall sehen wir, dass die für den Ernstfall vorgesehenen Prozesse greifen“, wird Savedo-Chef Christian Tiessen zitiert. Das Berliner Einlagenportal (hinter dem das Hamburger Fintech Deposit Solutions steht) hatte die deutschen Sparer an die Versobank übermittelt. Süddeutsche

Deutsche Bank bestätigt Berufung von vier neuen Aufsichtsräten: … und zwar handelt es sich (wie die „Wirtschaftswoche“ die Tage schon richtig vermutete) um den früheren Merrill-Lynch-CEO John Thain, um die ehemalige Morgan-Stanley-Bankerin Mayree Clark, um die frühere UBS-Managerin Michele Trogni sowie um den scheidenden PwC-Deutschland-Chef Norbert Winkeljohann. Dafür verlassen Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, Eon-CEO Johannes Teyssen, die Juristin Louise M. Parent und die frühere JP-Morgan-Managerin Dina Dublon das Gremium. Die Kritik an dem geplanten Revirement ist durchaus vernehmlich. So merkt das „Manager Magazin“ an, dass sich erstmals überhaupt „kein einziger Vertreter der deutschen oder europäischen Industrie“ mehr im Aufsichtsrat befinde. Und die „Börsen-Zeitung“ schlägt gar garstig vor, das „Deutsche“ aus der Firmierung zu streichen. Wiwo, Manager Magazin, Börsen-Zeitung

Auch die Direktbanken wollen offenbar kein Geld mehr: Wenn Sie auf die Links klicken, sehen Sie, wie die ING Diba und die Consorsbank ihre Tagesgeldzinsen zuletzt immer weiter gesenkt haben, und zwar bis auf jetzt nur noch 0,01 Prozent (leider sehen Sie es nicht grafisch, sondern nur tabellarisch, aber trotz interessant).

Linktipps

Die Mobile App der Deutschen Bank mag ja generell ganz gut sein …, für die mobile Bezahlfunktion gilt dieses Urteil allerdings nicht, kritisiert der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. IT-Finanzmagazin

Was der Facebook-Skandal für die Banken bedeutet: … unter anderem, dass sie sehr umsichtig sein sollten beim Versuch, die Daten, auf denen sie sitzen, zu Ertrag zu machen. Bankstil

Wo anfangen. Und wann? An welchem Punkt sollten Banken welche neue Finanztechnologie in ihr Angebot integrieren? Der Bank-Blog

Der Mann hinter Schorch: Im Podcast des Paymentandbanking-Blogs erklärt Peter Bosek, Vorstand der österreichischen Erste Group, was sein gefeiertes Online-Banking-Projekt „George“ macht. PAB

Wenn die Deutsche Bank überleben will …, dann muss sie zur Deutschen Langweilerbank mutieren und sich (statt Goldman nachzueifern) auf Geschäftsfelder wie die (gääähn) Handelsfinanzierung konzentrieren, findet Beat Balzli. Wirtschaftswoche

Spezial: Frankfurt und die Brexit-Banker

„Warum ich an der 10.000 festhalte“: Kommen wirklich 10.000 Brexit-Banker nach Frankfurt? Kaum ein Thema haben wir seit dem Start von „Finanz-Szene.de“ so inbrünstig verfolgt wie dieses. Mal skeptisch, mal spöttisch, mal ironisch – und meist destruktiv. Umso dankbarer sind wir, dass der Mann, der „die 10.000“ einst in die Welt gesetzt hat (nämlich Hubertus Väth, Chef der Finanzplatz-Initiative „Main Finance“) uns in all den Monaten als Leser treu geblieben ist. Und umso erfreuter waren wir, dass Herr Väth spontan zugesagt hat, als wir ihn gefragt haben, ob er nicht einfach mal seine Sicht der Dinge darlegen möchte. Also, 21 Monate nach dem Brexit-Votum: Wie begründet der Finanzplatz-Lobbyist aus heutiger Sicht „die 10.000“? Wieso hält er an der Zahl fest? Und warum könnte die deutsche Finanzmetropole von Väths Kampage auch dann profitieren, wenn es letztlich doch nicht 10.000 Brexit-Banker werden, sondern ein paar weniger? Eine Verteidigungsrede von Hubertus Väth: Finanz-Szene.de

1420 oder 3050: Wie viele Jobs hat Frankfurt schon sicher? Wie weit die Zählungen in Sachen Brexit-Banker auseinanderklaffen, zeigen zwei dieser Tage veröffentlichte Meldungen von „Bloomberg“ und „Reuters“. Während die eine Nachrichtenagentur auf 3050 Jobs kommt, die von Großbritannien nach Frankfurt wandern, sind es bei der anderen nur 1420. Die große Differenz rührt zum einen daher, dass vonseiten der UBS und Goldman Sachs zuletzt unterschiedliche Zahlen nach außen drangen. Zudem hat „Reuters“ nur jene Arbeitsplätze gewertet, die voraussichtlich schon bis zum offiziellen Brexit-Termin (dem 19. März 2019) in FFM angesiedelt werden. Bloomberg, Reuters

Klickfavorit

… war gestern unser kleiner Scoop über Paydirekt und Notebooksbilliger. Finanz-Szene.de

05/04/18: Das Finanzplatz-Manifest, Heftige Kritik an Dt. Bank, ING Diba wird zum 0,01%-Anbieter

Finanzplatz-Lobbyist Väth: „Warum ich an der 10.000 festhalte“

Kommen wirklich 10.000 Brexit-Banker nach Frankfurt? Kaum ein Thema haben wir seit dem Start von „Finanz-Szene.de“ so inbrünstig verfolgt wie dieses. Mal skeptisch, mal spöttisch, mal ironisch – und meist destruktiv. Umso dankbarer sind wir, dass der Mann, der „die 10.000“ einst in die Welt gesetzt hat (nämlich Hubertus Väth, Chef der Finanzplatz-Initiative „Main Finance“) uns in all den Monaten als Leser treu geblieben ist. Und umso erfreuter waren wir, dass Herr Väth spontan zugesagt hat, als wir ihn gefragt haben, ob er nicht einfach mal seine Sicht der Dinge darlegen möchte. Also, 21 Monate nach dem Brexit-Votum: Wie begründet der Finanzplatz-Lobbyist aus heutiger Sicht „die 10.000“? Wieso hält er an der Zahl fest? Und warum könnte die deutsche Finanzmetropole von Väths Kampage auch dann profitieren, wenn es letztlich doch nicht 10.000 Brexit-Banker werden, sondern ein paar weniger? Eine Verteidigungsrede.

Finanz-Szene.de

1420 oder 3050: Wie viele Brexit-Jobs hat Frankfurt bislang eigentlich schon sicher?

Wie weit die Zählungen in Sachen Brexit-Banker auseinanderklaffen, zeigen zwei dieser Tage veröffentlichte Meldungen von „Bloomberg“ und „Reuters“. Während die eine Nachrichtenagentur auf 3050 Jobs kommt, die von Großbritannien nach Frankfurt wandern, sind es bei der anderen nur 1420. Die große Differenz rührt zum einen daher, dass vonseiten der UBS und Goldman Sachs zuletzt unterschiedliche Zahlen nach außen drangen. Zudem hat „Reuters“ nur jene Arbeitsplätze gewertet, die voraussichtlich schon bis zum offiziellen Brexit-Termin (dem 19. März 2019) in FFM angesiedelt werden. Bloomberg, Reuters

News

Deutsche Bank bestätigt Berufung von vier neuen Aufsichtsräten: … und zwar handelt es sich (wie die „Wirtschaftswoche“ die Tage schon richtig vermutete) um den früheren Merrill-Lynch-CEO John Thain, um die ehemalige Morgan-Stanley-Bankerin Mayree Clark, um die frühere UBS-Managerin Michele Trogni sowie um den scheidenden PwC-Deutschland-Chef Norbert Winkeljohann. Dafür verlassen Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, Eon-CEO Johannes Teyssen, die Juristin Louise M. Parent und die frühere JP-Morgan-Managerin Dina Dublon das Gremium. Die Kritik an dem geplanten Revirement ist durchaus vernehmlich. So merkt das „Manager Magazin“ an, dass sich erstmals überhaupt „kein einziger Vertreter der deutschen oder europäischen Industrie“ mehr im Aufsichtsrat befinde. Und die „Börsen-Zeitung“ schlägt gar garstig vor, das „Deutsche“ aus der Firmierung zu streichen. Wiwo, Manager Magazin, Börsen-Zeitung

Auch die Direktbanken wollen offenbar kein Geld mehr: Wenn Sie auf die Links klicken, sehen Sie, wie die ING Diba und die Consorsbank ihre Tagesgeldzinsen zuletzt immer weiter gesenkt haben, und zwar bis auf jetzt nur noch 0,01 Prozent (leider sehen Sie es nicht grafisch, sondern nur tabellarisch, aber trotz interessant).

Die DVAG kungelt mit dem Fintech-Inkubator Finleap: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, haben die beiden eher ungleichen Unternehmen ein Joint-Venture aufgesetzt, dass die Digitalisierung des Finanzvertriebs vorantreiben soll. HB (Paywall)

Versobank-GAU scheint für Savedo glimpflich auszugehen: Laut „SZ“ sollen die ersten der gut 1100 deutschen Kunden (die bei der von der Aufsicht geschlossenen estnischen Skandalbank ihre Ersparnisse liegen hatten) heute ihr Geld zurückerhalten, die übrigen folgen demnach bis zum 20. April. „Im aktuellen Fall sehen wir, dass die für den Ernstfall vorgesehenen Prozesse greifen“, wird Savedo-Chef Christian Tiessen zitiert. Das Berliner Einlagenportal (hinter dem das Hamburger Fintech Deposit Solutions steht) hatte die deutschen Sparer an die Versobank übermittelt. Süddeutsche

Linktipps

Wenn die Deutsche Bank überleben will …, dann muss sie zur Deutschen Langweilerbank mutieren und sich (statt Goldman nachzueifern) auf Geschäftsfelder wie die (gääähn) Handelsfinanzierung konzentrieren, findet Beat Balzli. Wirtschaftswoche

Die Mobile App der Deutschen Bank mag ja generell ganz gut sein …, für die mobile Bezahlfunktion gilt dieses Urteil allerdings nicht, kritisiert der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. IT-Finanzmagazin

Was der Facebook-Skandal für die Banken bedeutet: … unter anderem, dass sie sehr umsichtig sein sollten beim Versuch, die Daten, auf denen sie sitzen, zu Ertrag zu machen. Bankstil

Wo anfangen. Und wann? An welchem Punkt sollten Banken welche neue Finanztechnologie in ihr Angebot integrieren? Der Bank-Blog

Der Mann hinter Schorch: Im Podcast des Paymentandbanking-Blogs erklärt Peter Bosek, Vorstand der österreichischen Erste Group, was sein gefeiertes Online-Banking-Projekt „George“ macht. PAB

Aus der Szene

Wenn ein Berliner Finanz-Startup irgendwo in der Republik eine Dependance errichten will, dann bieten sich einige attraktive Standorte an. Wie wäre es mit München, der heimlichen deutschen Fintech-Hauptstadt? Oder mit Hamburg, wo Unternehmen wie Kreditech und Figo sitzen. Oder: Warum nicht Frankfurt? Und, falls es lieber NRW sein soll: Was ist mit Köln? Aber nein: Bei Fincompare, dem vor einem Jahr gegründeten Vergleichsportal für Unternehmensfinanzierungen, muss es stattdessen Düsseldorf sein. Dabei sitzt ausgerechnet dort der bereits 2012 gegründete Rivale Compeon. Will der Herausforderer dem Platzhirschen etwa die Leute abjagen? Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern unser kleiner Scoop über Paydirekt und Notebooksbilliger. Finanz-Szene.de

Will Fincompare dem Platzhirschen Compeon die Leute abjagen?

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn ein Berliner Finanz-Startup irgendwo in der Republik eine Dependance errichten will, dann bieten sich einige attraktive Standorte an. Wie wäre es mit München, der heimlichen deutschen Fintech-Hauptstadt? Oder Hamburg, wo Unternehmen wie Kreditech, Deposit Solutions und Figo sitzen. Oder: Warum nicht Frankfurt? Und, falls es stattdessen lieber Nordrhein-Westfalen sein soll: Was ist mit Köln?

Oder eben: Düsseldorf. Wobei, was, wenn dort zufällig der wichtigste Wettbewerber sitzt, dann vielleicht doch nicht? Oder gerade dann?

Gerade dann! So zumindest muss man eine Ankündigung deuten, die Fincompare dieser Tage verbreitet hat. Fincompare, gegründet 2017, Sitz: Berlin, ist ein Online-Marktplatz für gewerbliche Finanzierungen. Der wichtigste Konkurrent in diesem Bereich heißt Compeon, gegründet 2012, Sitz: Düsseldorf. Und ausgerechnet dort hat Fincompare nun also ein Büro eröffnet, um „ein Team mit rund 20 Mitarbeitern“ aufzubauen, wie es in der Verlautbarung heißt.

Das ist ganz schön keck angesichts der Tatsache, dass Fincompare nach eigener Aussage insgesamt erst 38 Mitarbeiter beschäftigt (auf der Homepage finden sich unter „Team“ sogar nur 25 Profile). Oder anders ausgedrückt: Das ist eine Kampfansage! Denn: Wie soll man die Standortwahl anders deuten, als dass der Herausforderer Fincompare dem Platzhirschen Compeon den ein oder anderen Mitarbeiter abjagen will? Zumal: Den ein oder anderen Abwerbeversuch hat es in der Vergangenheit schon gegeben, wird in der Fintech-Szene erzählt (und von keiner Seite bestritten).

Dazu muss man wissen, dass Fincompare und Compeon zwar ein sehr ähnliches Geschäftsmodell betreiben, ansonsten aber ziemliche Antipoden sind:

  • Bei Compeon handelt es sich um ein typisches Bankenszene-Fintech. Die drei Gründer Frank WüllerKai Böringschulte und Nico Peters entstammen allesamt dem Sparkassen- oder Genosektor, danach arbeiteten sie als Consultants für zeb, die auf Finanzdienstleister spezialisierte Beratungsgesellschaft. Das Trio hat Compeon sehr behutsam aufgebaut, bis zur 12 Millionen Euro schweren Serie-B-Finanzierung im vergangenen Herbst vergingen rund fünf Jahre.
  • Bei Fincompare handelt es sich hingegen um ein typisches Gründerszene-Fintech. CEO Stephan Heller arbeitete früher für Groupon, startete dann den Luxusuhren-Marktplatz Watchmaster.com, war schließlich als Angel Investor tätig.  Zu den Investoren von Fincompare gehören einige der prominentesten deutschen Fintech-Köpfe, nämlich André Bajorat (Figo), Carlo Kölzer (360T), Marcus Börner (Optiopay) und Alexander Graubner-Müller (Kreditech). Hinzukommen der scheidende Goldman-Deutschland-Chef Jörg Kukies (der seine Anteile als Finanz-Staatssekretär allerdings vermutlich verkaufen wird) und der Citi-Deutschland-Chef Stefan Wintels. Die Agenda scheint klar: Fincompare soll nicht behutsam, sondern durchaus rasant wachsen, um bald zu Compeon aufzuschließen.

Auch mit einer Rekrutierungs-Offensive beim Rivalen?

Stephan Heller jedoch will davon nichts wissen. Die Düsseldorfer Dependance habe vielmehr damit zu tun, dass Fincompare schon im vergangenen Jahr ein komplettes Team bei einem Leasing-Spezialisten namens LeasinGo abgeworden habe. „Diese Mitarbeiter waren alle in Düsseldorf oder in der Region angesiedelt. Darum werden wir unseren Bereich Absatzfinanzierung nun von Düsseldorf aus betreiben“, erzählt Heller am Telefon.

Was Compeon zu alldem sagt: „Wir sind überzeugt, dass wir für unsere über 70 Mitarbeiter das bessere Modell haben“, so Geschäftsführer Peters. „Die Fluktuation in unserer Belegschaft ist sehr gering, und ich bin sehr optimistisch, dass das auch so bleiben wird.“ Nach Berlin überzusiedeln, hat Compeon jedenfalls nicht vor.

Finanzplatz-Lobbyist Väth: Warum ich an der „10.000“ festhalte

Von Hubertus Väth, Geschäftsführer Main-Finance*

Als Volkswirt berechnet man viele Zahlen in seinem Leben. Als Kommunikator lernt man, sie als Träger von Botschaften schätzen. Noch keine „meiner“ Zahlen hat die Gemüter und Medien so bewegt, wie die Prognose vom „Morgen danach“. 10.000 – Wochen zuvor errechnet für den Fall der Fälle, am Tag nach dem Brexit-Referendum veröffentlicht und in die  Welt getragen, wandert seither diese Zahl durch die Medienlandschaft.

10.000 Jobs könnten es werden, die es nach Frankfurt verschlägt, wenn… (und dann folgten zahlreiche Bedingungen). 20.000 bis 25.000 Jobs könnte die Londoner City insgesamt verlieren. Nicht wirklich viel, beschäftigt der Finanzplatz London doch 700.000, erheblich aber für Frankfurt.

Die Zahl war eine Botschaft: Viel für Frankfurt, wenig für London. Es war eine weite Definition, umfasste also alle Unterstützungsindustrien. Auch war die Zahl an Bedingungen geknüpft: Der Brexit kommt, das Passporting fällt, die EBA kommt und das Euro-Clearing wird nicht in London bleiben, die Verlagerung wird sich mehr als fünf Jahre erstrecken und – sie sei brutto, also ohne Berücksichtigung etwaiger Verluste von Arbeitsplätzen am Standort in Frankfurt.

Man sieht: Alle zentralen Diskussionsfelder bis heute wurden bereits am „Morgen danach“ aufgezeigt. Doch im Scheinwerferlicht stand nur sie, die Eine. Die Zahl. Zu Komplex die Materie, zu schön ihre Rundung.

Seither tritt sie in rund 90 Ländern auf. Sie ist zu hören, zu sehen, zu lesen. Journalisten aus aller Welt pilgerten in die schöne Stadt am Main mit den großen Selbstzweifeln, um sich zu überzeugen. Mit mehr als 800 von ihnen habe ich bis heute gesprochen.

Frankfurt als großer Gewinner des Brexit? Die Zweifler waren nicht weit. Es gibt keine Schulen, keine Büros, keine Wohnungen. Selbst am Essen und der Bierversorgung, ja an der Qualität des am Ort erhältlichen Kaffees wurde rumgemäkelt und der Kulturlandschaft ein Armutszeugnis ausgestellt. Das Image sei verheerend, wussten Münchner, Düsseldorfer, Kölner, Hamburger und Berliner einträchtig zu berichten, und die Londoner wie auch die Konkurrenten um Londoner Arbeitsplätze aus Paris, Dublin und andernorts zitierten es genüsslich.

Es werden maximal 2.000 bis 3.000 Jobs hieß es hinter vorgehaltener Hand. Eine Prognose, die man am gleichen Ort seither mehrfach erhöhte. Die Frankfurt School of Finance sah 20.000 Banker von jenseits des Kanals im Anmarsch. Dagegen hielten vermeintlich Besonnene jegliche Prognose für unseriös (Das Who is Who der Beraterszene tat jedoch genau das in London: prognostizieren. Aber in Frankfurt war man seriös, jawohl!) Rund 15 Monate später wusste die gleiche Quelle dann allerdings von 5.000 Arbeitsplätzen netto zu berichten. Man prognostizierte nun also Zustrom aus London und Arbeitsplatzverlust in Frankfurt zugleich. Allen Nachfragen zum Trotz, können wir bis heute die beiden Komponenten dieser Zahl nicht herausfinden.

Schon früh sprang uns die Helaba zur Seite. Die stets vielbeachtete, jährliche und im Gegensatz zu uns als Lobbyverein (abschätziger geht es nicht mehr) stets als seriös bezeichnete Studie zur Lage des Finanzplatzes kam 2016 auf 7.000 Londoner Jobs, um ein Jahr später, 2017, sogar 8.000 als Untergrenze zu sehen.

Kaum waren die ersten Namen der sich zum Standort bekennenden Finanz-Häuser bekannt, und kaum war durch Vorstandswort öffentlich geworden, dass in der Deutschen Bank in London im schlimmsten Fall bis zu 4.000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand stehen, schon wollte man, dass wir die Zahl erhöhen. Kaum war die Entscheidung zur Verlagerung der EBA zugunsten von Paris gefallen, wähnten viele Frankfurt auf der Verliererstraße.

Nein, wir blieben und bleiben bei den 10.000. Sind wir nicht lernfähig? Doch, sind wir, aber wer vor-denkt, braucht nicht nach-legen: Genaues darüber, wie der Brexit aussehen wird, weiß man bis heute nicht. Obwohl mittlerweile vieles klarer ist als vor Monaten: Der Brexit wird kommen. Das kann als sehr sicher gelten. Eine Übergangsfrist von 21 Monaten wurde eingeräumt. Die Fünf-Jahresfrist, in der sich die von uns prognostizierten 10.000 Arbeitsplätze nach Frankfurt verlagern sollten, haben sich als weitsichtig erwiesen, ebenso wie die These, dass das Euro-Clearing zum Thema werden und entscheidend für das Ergebnis sein wird.

Ja, wir sind unbeirrt, denn auch 21 Monate nach dem Referendum ist unser Szenario intakt. Die Übergangsfrist ist nicht verlängerbar. Der Exit vom Brexit, den manche zu sehen glauben, wird sich als Fata Morgana erweisen. Nur die EBA ist nicht gekommen, und damit haben wir die perfekte Entschuldigung, wenn es nicht ganz für 10.000 reicht.

Und noch eines: Chancen kann man nutzen oder eben auch nicht. 10.000 sind für den Finanzplatz Frankfurt absolut möglich. Wenn wir sie nicht erreichen, muss die Frage lauten: Warum sind sie nicht gekommen? Für besser halten wir, jetzt die Frage zu stellen: Was müssen wir noch tun, um sie zu erreichen? Einiges! Die 10.000 sind weiterhin machbar. Weil viele sehr still, sehr viel Gutes getan haben. Wenn man den Mitteleinsatz betrachtet (bescheiden), mit dem das Bisherige erreicht wurde, ist das Resultat sensationell. Frankfurterisch halt.

*Die 2008 gegründete „Frankfurt Main Finance“ ist eine Lobby-Organisation für den Finanzplatz Frankfurt. Zu den mehr als 40 Mitgliedern der Initiative zählen das Land Hessen, die Stadt Frankurt und mehrere große Banken.

Exklusiv: N26 ist sogar rund 610 Millionen Euro wert

Von Caspar Schlenk, Gründerszene, und Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de

Das ging dann schneller als gedacht: N26 hat seine Rekord-Finanzierung  über 130 Millionen Euro bereits im Handelsregister eintragen lassen – womit sich die Bewertung des deutschen Vorzeige-Fintechs nun mehr oder weniger genau ermitteln lässt. Also: Um 21,2 Prozent wurde das Stammkapital erhöht. Dadurch ergibt sich ein Unternehmenswert von gut 610 Millionen Euro, was N26 zum mit Abstand größten deutschen Finanz-Startup macht. Bereits vergangene Woche hatte „Finanz-Szene.de“ gemutmaßt, dass die Bewertung bei mehr als 500 Millionen Euro liegen dürfte, die Berliner Smartphone-Bank also als erstes Fintech hierzulande den Status eines „Semi-Unicorns“ für sich beanspruchen darf.

Die beiden neuen Großinvestoren – nämlich Allianz und Tencent – investierten laut Berechnungen von Gründerszene und „Finanz-Szene.de“ je gut 37,5 Millionen Euro und halten damit jetzt dem Handelsregister zufolge jeweils 6,15 Prozent an N26. Spannend: Die Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal besitzen über ihre persönlichen Investmentgesellschaften zusammen immer noch stattliche 24,4  Prozent, womit ihre Anteile auf dem Papier inzwischen stolze rund 150 Millionen Euro wert sind.

Aus Finanzkreisen heißt es, einige Investoren hätten beim jüngsten Funding wegen  der hohen Bewertung abgewinkt. Und es stimmt, N26 muss jetzt liefern: Insgesamt 850.000 Kunden vermeldete das Startup anlässlich der Finanzierungsrunde. Rechnet man den Unternehmenswert auf die Kundenbasis herunter, ergibt sich ein Wert von rund 700 Euro je Kunde – diese Summe muss das Fintech erst einmal rechtfertigen. Schließlich ist das Kernprodukt von N26, nämlich das Girokonto, bislang kostenlos. Die Berliner verdienen lediglich  an Zusatzprodukten wie einer Premium-Karte sowie an Partnerschaften mit anderen Fintechs wie Weltsparen (Geldanlage) oder Clark (Versicherungen).

Wenn man die 700 Euro je Kunde in Relation setzen will: Die Commerzbank hat rund 18 Millionen Kunden und kam Ende letzter Woche auf einen Börsenwert von 13,2 Milliarden Euro – macht 734 Euro je Kunde (wobei sich die Zahlen natürlich nicht 1:1 vergleichen lassen, weil die Commerzbank ja nicht nur Retailgeschäft betreibt).

04/04/18: N26 ist sogar 750 Mio. $ wert, Paydirekt-Scoop, Fintech ohne Fakten

Exklusiv: Paydirekt sendet ein Lebenszeichen

Achtungserfolg für Paydirekt: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der Paypal-Klon der deutschen Banken einen weiteren renommierten Großkunden gewonnen, nämlich den viertgrößten deutschen Online-Shop „Notebooksbilliger.de“. Der auf Unterhaltungs-Elektronik spezialisierte Versandhändler setzte zuletzt gut 700 Millionen Euro jährlich um – womit laut Zahlen des EHI Retail Instituts hierzulande nur Amazon, Otto und Zalando größer waren. In Finanzkreisen hieß es, Paydirekt habe „Notebooksbilliger“ die Zusammenarbeit durch einen Werbekostenzuschuss in sechs- bis siebenstelliger Höhe schmackhaft gemacht. Ein Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Lesen Sie hier alle Hintergründe – und was der Deal für Paydirekt bedeutet:

Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – So viel ist N26 tatsächlich wert: Bereits letzte Woche hatten wir gemutmaßt, dass N26 nach der jüngsten Funding-Runde mehr als 500 Millionen Euro wert sein dürfte. Auf Basis des zwischenzeitlich veröffentlichten Handelsregister-Eintrags lässt sich die Bewertung jetzt sogar einigermaßen genau bestimmen – und zwar liegt sie sogar bei gut 610 Millionen Euro (bzw. rund 750 Mio. Dollar). Das bedeutet: Obwohl die Allianz satte 37,5 Mio. Euro in das Berliner Fintech pumpte, beträgt ihr Anteil gerade mal gut sechs Prozent. Die beiden Gründer halten weiterhin deutlich mehr. Finanz-Szene

Die Volksbanken starten endlich ihren Alexa-Skill: … wobei man mit dem Tool  so wenig anfangen kann, dass es vermutlich übertrieben wäre, hierfür den Begriff „Voice Banking“ zu verwenden. Handelsblatt

Der Quirin-Robo hat 2017 die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt: Wie es der Berliner Bank sonst so geht? Geht so. Fondsprofessionell, Börsen-Zeitung (Paywall)

(Ein klein bisschen) Kritik an Achleitner: „Reuters“ zitiert einen Großaktionär, der dem Aufsichtsratschef der Deutschen Bank „zu viele Ausreden für strategische Fehlentscheidungen“ vorwirft, und noch einen, der sagt: „Achleitner kontrolliert den Prozess offensichtlich nicht.“ Die Quotes werden  dem Österreicher nicht gefallen. Andererseits: Zwei moppernde Investoren nach einer Woche Ausnahmezustand – was ist das schon? Reuters

Deutsche-Bank-Aktie im Sinkflug: Gestern war das Papier nur mehr rund 11 Euro wert – und damit so wenig wie zuletzt im Zitterherbst 2016. Auch die Commerzbank-Aktie sackte ab. Manager Magazin, Deutsche-Bank-Aktie, Commerzbank-Aktie

Linktipps

Die faktenärmste Fintech-Grafik aller Zeiten: Das Finanz-Startup Barzahlen hat erste Nutzerzahlen zu Cash26 (also zum Ein- und Auszahlverhalten von N26-Kunden an der Supermarktkasse) veröffentlicht. Wobei: Abgesehen davon, dass der Service am 2. November 2017 genutzt worden sein muss, erfährt man eigentlich nichts (auch nicht auf explizite Nachfrage). Schade eigentlich. IT-Finanzmagazin

Dazu passend ein Tweet des geschätzten Kollegen (und Sparda-Kunden) Christian Kirchner: In der Theorie klappt Barzahlen.de ja ganz wunderbar, aber die Lebenswirklichkeit ist halt manchmal noch (noch!!!) so, wie sie ist. Twitter

Vier Szenarien für die Deutsche Bank: Von „Investmentbank à la Goldman Sachs“ bis hin zu „reine Digitalbank“. Manager Magazin

So denkt ein x-beliebiger Volksbank-Vorstand (nämlich Herr Koelbach von der Westerwald Bank eG) über die Zukunft der Filiale: „Das vorhandene Filialnetz muss einer regelmäßigen und rigorosen Prüfung unterzogen werden. Nur zukunftsfähige Standorte können bleiben. In diese aber muss massiv investiert werden, um …“ Hier der ganze Beitrag: Linkedin

Wie Deutschlands Landesbanken den Schuldschein digitalisieren: Die LBBW setzt auf die Blockchain, die Helaba auf eine Kooperation mit dem Fintech Value Concepts. Bloomberg

Wie die elektronische Signatur nun auch im Firmenkunden-Geschäft Einzug hält … am Beispiel der DZ Bank. DZ Innovationsblog

Und ein kleiner Service für alle, die sich für die Schweizer Fintech-Szene interessieren: Der Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse im März. Finanz und Wirtschaft.

That’s not news

Da wir seit Gründonnerstag nicht mehr erschienen sind, fassen wir die wichtigsten Meldungen des langen Osterwochenendes kurz für Sie zusammen:

  • Die Hypo-Vereinsbank hat im vergangenen Jahr 1,6 Mrd. Euro verdient: Das ist das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Börsen-Zeitung (Paywall), Geschäftsbericht (PDF)
  • UBS-Manager Zeltner angeblich Kandidat für Cryan-Nachfolge: Laut „Spiegel“ soll Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner bereits entsprechende Gespräche mit dem Schweizer geführt haben. Spiegel
  • Commerzbank verteuert „Premium-Konto“ um 30 Prozent: Statt 9,90 Euro zahlen die Kunden jetzt 12,90 Euro im Monat. FAZ/HB

Klickfavorit

… war am vergangenen Donnerstag unsere Analyse zu den 2017er-Zahlen der deutschen Banken. Finanz-Szene

04/04/18: Paydirekt-Scoop, Deutsche Bank im Abwärtsstrudel, N26 ist sogar 750 Mio. $ wert,

Exklusiv: Paydirekt sendet ein Lebenszeichen

Achtungserfolg für Paydirekt: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der Paypal-Klon der deutschen Banken einen weiteren renommierten Großkunden gewonnen, nämlich den viertgrößten deutschen Online-Shop „Notebooksbilliger.de“. Der auf Unterhaltungs-Elektronik spezialisierte Versandhändler setzte zuletzt gut 700 Millionen Euro jährlich um – womit laut Zahlen des EHI Retail Instituts hierzulande nur Amazon, Otto und Zalando größer waren. In Finanzkreisen hieß es, Paydirekt habe „Notebooksbilliger“ die Zusammenarbeit durch einen Werbekostenzuschuss in sechs- bis siebenstelliger Höhe schmackhaft gemacht. Ein Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Lesen Sie hier alle Hintergründe – und was der Deal für Paydirekt bedeutet:

Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – So viel ist N26 tatsächlich wert: Bereits letzte Woche hatten wir gemutmaßt, dass N26 nach der jüngsten Funding-Runde mehr als 500 Millionen Euro wert sein dürfte. Auf Basis des zwischenzeitlich veröffentlichten Handelsregister-Eintrags lässt sich die Bewertung jetzt sogar einigermaßen genau bestimmen – und zwar liegt sie sogar bei gut 610 Millionen Euro (bzw. rund 750 Mio. Dollar). Das bedeutet: Obwohl die Allianz satte 37,5 Mio. Euro in das Berliner Fintech pumpte, beträgt ihr Anteil gerade mal gut sechs Prozent. Die beiden Gründer halten weiterhin deutlich mehr. Finanz-Szene

(Ein klein bisschen) Kritik an Achleitner: „Reuters“ zitiert einen Großaktionär, der dem Aufsichtsratschef der Deutschen Bank „zu viele Ausreden für strategische Fehlentscheidungen“ vorwirft, und noch einen, der sagt: „Achleitner kontrolliert den Prozess offensichtlich nicht.“ Die Quotes werden  dem Österreicher nicht gefallen. Andererseits: Zwei moppernde Investoren nach einer Woche Ausnahmezustand – was ist das schon? Reuters

Deutsche-Bank-Aktie im Sinkflug: Gestern war das Papier nur mehr rund 11 Euro wert – und damit so wenig wie zuletzt im Zitterherbst 2016. Auch die Commerzbank-Aktie sackte ab. Manager Magazin, Deutsche-Bank-Aktie, Commerzbank-Aktie

… und als wäre die Situation nicht schon trist genug: In den M&A-Statistiken für das erste Quartal (jedenfalls in denen von Dealogic) reicht es für die Deutsche Bank nicht einmal mehr zu einem Top-Ten-Platz in ihrem Heimatmarkt. Börsen-Zeitung

Die Volksbanken starten endlich ihren Alexa-Skill: … wobei man mit dem Tool  so wenig anfangen kann, dass es vermutlich übertrieben wäre, hierfür den Begriff „Voice Banking“ zu verwenden. Handelsblatt

Der Quirin-Robo hat 2017 die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt: Wie es der Berliner Bank sonst so geht? Geht so. Fondsprofessionell, Börsen-Zeitung (Paywall)

Linktipps

Vier Szenarien für die Deutsche Bank: Von „Investmentbank à la Goldman Sachs“ bis hin zu „reine Digitalbank“. Manager Magazin

So denkt ein x-beliebiger Volksbank-Vorstand (nämlich Herr Koelbach von der Westerwald Bank eG) über die Zukunft der Filiale: „Das vorhandene Filialnetz muss einer regelmäßigen und rigorosen Prüfung unterzogen werden. Nur zukunftsfähige Standorte können bleiben. In diese aber muss massiv investiert werden, um …“ Hier der ganze Beitrag: Linkedin

Wie Deutschlands Landesbanken den Schuldschein digitalisieren: Die LBBW setzt auf die Blockchain, die Helaba auf eine Kooperation mit dem Fintech Value Concepts. Bloomberg

Wie die elektronische Signatur nun auch im Firmenkunden-Geschäft Einzug hält … am Beispiel der DZ Bank. DZ Innovationsblog

Die faktenärmste Fintech-Grafik aller Zeiten: Das Finanz-Startup Barzahlen hat erste Nutzerzahlen zu Cash26 (also zum Ein- und Auszahlverhalten von N26-Kunden an der Supermarktkasse) veröffentlicht. Wobei: Abgesehen davon, dass der Service am 2. November 2017 genutzt worden sein muss, erfährt man eigentlich nichts (auch nicht auf explizite Nachfrage). Schade eigentlich. IT-Finanzmagazin

Dazu passend ein Tweet des geschätzten Kollegen (und Sparda-Kunden) Christian Kirchner: In der Theorie klappt Barzahlen.de ja ganz wunderbar, aber die Lebenswirklichkeit ist halt manchmal noch (noch!!!) so, wie sie ist. Twitter

Und ein kleiner Service für alle, die sich für die Schweizer Fintech-Szene interessieren: Der Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse im März. Finanz und Wirtschaft.

That’s not news

Da wir seit Gründonnerstag nicht mehr erschienen sind, fassen wir die wichtigsten Meldungen des langen Osterwochenendes kurz für Sie zusammen:

  • Die Hypo-Vereinsbank hat im vergangenen Jahr 1,6 Mrd. Euro verdient: Das ist das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Börsen-Zeitung (Paywall), Geschäftsbericht (PDF)
  • UBS-Manager Zeltner angeblich Kandidat für Cryan-Nachfolge: Laut „Spiegel“ soll Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner bereits entsprechende Gespräche mit dem Schweizer geführt haben. Spiegel
  • Ex-Merrill-Lynch-Chef Thain soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden. Hintergrund: Den früheren Investmentbanker verbindet eine gemeinsame Goldman-Vergangenheit mit Paul Achleitner. Wiwo
  • Einstieg privater Investoren bei der NordLB wird immer wahrscheinlicher: Als Kandidaten gelten (wie immer in solchen Fällen) Cerberus und Apollo. Wiwo
  • Commerzbank verteuert „Premium-Konto“ um 30 Prozent: Statt 9,90 Euro zahlen die Kunden jetzt 12,90 Euro im Monat. FAZ/HB

Klickfavorit

… war am vergangenen Donnerstag unsere Analyse zu den 2017er-Zahlen der deutschen Banken. Finanz-Szene

Exklusiv: Paydirekt gewinnt nach Otto seinen zweiten Top-5-Händler

Von Heinz-Roger Dohms

Achtungserfolg für Paydirekt: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der Paypal-Klon der deutschen Banken einen weiteren renommierten Großkunden gewonnen, nämlich den viertgrößten deutschen Online-Shop „Notebooksbilliger.de“. Der auf Unterhaltungs-Elektronik spezialisierte Versandhändler setzte zuletzt gut 700 Millionen Euro jährlich um – womit laut Zahlen des EHI Retail Instituts hierzulande nur Amazon, Otto und Zalando größer waren. In Finanzkreisen hieß es, Paydirekt habe „Notebooksbilliger“ die Zusammenarbeit durch einen Werbekostenzuschuss in sechs- bis siebenstelliger Höhe schmackhaft gemacht. Ein Sprecher wollte sich hierzu nicht äußern.

Den Informationen zufolge soll Paydirekt bereits in den nächsten Wochen bei „Notebooksbilliger.de“ eingebunden werden.  Damit können Kunden den Bezahldienst  demnächst in vier der zehn wichtigsten Online-Shops hierzulande nutzen – die drei anderen sind Otto,  Media Markt (Nr. 6) und Alternate (Nr. 10).  Ein weiterer  Kandidat dürfte die Otto-Tochter Bonprix sein, die im EHI-Ranking zuletzt den fünften Platz belegte. Die Pipeline fülle sich, heißt es im Umfeld von Paydirekt hierzu.

Die Frage ist allerdings, ob solche Erfolge ausreichen, um den großen Abstand zum Marktführer Paypal in absehbarer Zeit signifikant zu verkürzen. Zuletzt war Paydirekt Ende Januar mit Zahlen nach draußen gegangen. Da war von 8600 Online-Shops die Rede, die die Bezahlmethode per Ende 2017 eingebunden hätten – eine Verdreifachung binnen zwölf Monaten. Zudem habe sich die Zahl der Endkunden auf rund 1,7 Millionen verdoppelt. Zum Vergleich: Paypal kommt in Deutschland auf rund 19 Millionen Nutzer.

Zu den tatsächlichen Transaktionszahlen fand sich in der Mitteilung allerdings kein Wort. Entsprechend sprießen die Spekulationen. So schrieb die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ unlängst: „Bei einer großen norddeutschen Sparkasse hieß es, dass im vergangenen Jahr gerade einmal rund 100.000 Euro Umsätze mit Paydirekt verbucht wurden. Gemessen an der Zahl der Kunden sei das ‚praktisch nichts‘. Diese Zahl deckt sich mit Eindrücken von Sparkassen-Experten wie Rainer Lindenau von der Unternehmensberatung mm1. Er schätzt, dass „auf 100 Euro, die mit Paypal bezahlt werden, nicht einmal 1 Euro kommt, bei dem das Bezahlverfahren Paydirekt heißt“.

Weiterführende Lektüre: Das Paydirekt-Dossier von „Finanz-Szene.de“

29/03/18: Ist N26 jetzt über 500 Mio. wert?, ING Diba/myPension, „Dick und analog“

Wo liegt die Bewertung von N26? Unser Tipp: Bei mehr als 500 Millionen Euro

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding wert? So lautet aktuell die Lieblingsfrage der deutschen Fintech-Community – wobei allerdings nur die Beteiligten selber die Antwort wissen. Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die exakte Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns seeeehr sicher, dass N26 den Konkurrenten Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech abgelöst hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist. Wie wir drauf kommen? Erfahren Sie hier:

Finanz-Szene

Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Haben Sie in der Flut der 2017er-Ergebnisse auch ein wenig den Überblick verloren? Uns ging es jedenfalls so. Darum haben wir die Zahlen gestern einfach noch mal ein wenig aufbereitet: Welche Banken haben besonders gut abgeschnitten? Und welche besonders schlecht? Wen traf das Zinstief am härtesten? Und wer konnte es kompensieren? Welche großen (oder zumindest mittelgroßen) Linien lassen sich erkennen? Und was heißt das alles für das laufende Geschäftsjahr? Lesen Sie also hier: Die wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken. Finanz-Szene.de

News

Von sich aus, das dürfte nun feststehen, wird John Cryan die Deutsche Bank nicht verlassen: Der angezählte Vorstandschef hat sich gestern nämlich mit einem Brief an die Belegschaft gewandt – und wer will, kann in dem Schreiben vielleicht sogar eine Kampfansage an AR-Chef Achleitner sehen. Wörtlich heißt es: „Ich möchte Ihnen versichern, dass ich mich weiterhin mit aller Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weitergehen werde, den wir vor drei Jahren angetreten haben.“ Reuters (News), Welt (Interpretation)

Deutsche Bank will im Investmentbanking sparen … und sucht deshalb nun nach schwachen Geschäftsfeldern (Anm.: die finden sich bestimmt!), um dort gezielt den Rotstift anzusetzen. Bloomberg

Drehen die Ösi-Banker jetzt völlig durch? Scheint so. Denn nicht genug damit, dass sich die Bawag (angetrieben durch Cerberus) in Deutschland auf Akquisitionstour befindet. Und nicht genug damit, dass jüngst die Wiener Easybank hierzulande an den Start ging. Sondern: Jetzt meldet sich auch noch die Linzer Oberbank zu Wort und kündigt „eine regelrechte Deutschland-Offensive“ an, unter anderem mit Filialen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle. Sind wir Piefkes womöglich underbanked? Und keiner merkt’s, außer den Österreichern? Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch irgendein Fintech da draußen, mit dem die ING Diba nicht kooperiert? Naja, jedenfalls arbeitet sie im Bereich Altersvorsorge jetzt mit myPension zusammen. Extra-Funds

Linktipps

„Dick und analog“: Warum sich die Commerzbank bei der Digitalisierung schwerer tut als sie zugeben mag. Wirtschaftswoche

Daten sind nicht das neue Öl … sondern das neue Geld, schreibt der Blogger Ralf Keuper. Und davon sei eine Branche ganz besonders betroffen – die Banken. Bankstil

Warum die Banken vor den Gafas (angeblich) keine Angst haben müssen … erklärt Star-Finanz-Geschäftsführer Christian Kastner. Der Bank-Blog

Gegen die Selbstverzwergung der Deutschen Bank: Ein Rückzug aus dem Investmentbanking käme einem Selbstmord gleich, schreibt der Publizist Bernd Ziesemer. Capital

Der Abstieg der Deutschen Bank als Director’s Cut: Das „HB“ widmet sich heute in einer langen, langen Reportage der blauen Katastrophe (hier der Text, allerdings hinter der Paywall) und gibt seinen Abonnenten noch ein fettes Cryan-Porträt obendrauf (ebenfalls hinter Paywall)

Und wie immer freitags, halt nur diesmal schon am Donnerstag, weil an diesem Freitag ja das Leben ruht: Die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere kleine Analyse zur DKB. Finanz-Szene

Warum „Finanz-Szene.de“ Fehler macht, müde ist und  schöne Ostern wünscht

Liebe LeserInnen, vielleicht ist Ihnen gestern der Bock mit der Bundesbank (wir schrieben „Bundesbank“, wo wir „Bundesregierung“ meinten) ja gar nicht aufgefallen. Schließlich liest man über solche Sachen ja manchmal drüber, genau wie man Sachen manchmal schreibt, ohne es zu merken. Trotzdem: Dummer Fehler. Nächster Anklagepunkt, nächstes Geständnis: Ja, der Newsletter kam gestern und vorgestern erst um 6 Uhr statt um 5 Uhr. Lag daran, dass wir tagelang versäumt haben, einen simplen Haken bei Mailchimp neu zu setzen. Vielleicht nehmen wir die beiden Fauxpässe dann auch gleich mal zum Anlass, eine beliebte Leserfrage zu beantworten: „Wie groß ist eigentlich das Team von ‚Finanz-Szene.de‘?“Antwort: Es gibt kein Team. Drum: Bleiben Sie uns doch bitte trotz aller Unzulänglichkeiten gewogen. Wir schlafen jetzt mal ein paar Tage und sind dann Mittwoch, spätestens aber Donnerstag in alter Frische wieder für Sie da. Bis dahin: Schöne Ostern, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

P.S.: Und wenn Sie „Finanz-Szene.de“ trotz allem empfehlen wollen, dann leiten Sie den Newsletter doch bitte einfach weiter. Die Adressaten brauchen dann nur noch hier zu klicken und sind mit zwei weiteren Klicks kostenlos an Bord.

29/03/18: Der Brief des Cryan, Große Analyse zu 2017er-Zahlen, Noch mehr Ösi-Banker

Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Haben Sie in der Flut der 2017er-Ergebnisse auch ein wenig den Überblick verloren? Uns ging es jedenfalls so. Darum haben wir die Zahlen gestern einfach noch mal ein wenig aufbereitet: Welche Banken haben besonders gut abgeschnitten? Und welche besonders schlecht? Wen traf das Zinstief am härtesten? Und wer konnte es kompensieren? Welche großen (oder zumindest mittelgroßen) Linien lassen sich erkennen? Und was heißt das alles für das laufende Geschäftsjahr? Lesen Sie also hier: Die acht wichtigsten Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken.

Finanz-Szene.de

News

Von sich aus, das dürfte nun feststehen, wird John Cryan die Deutsche Bank nicht verlassen: Der angezählte Vorstandschef hat sich gestern nämlich mit einem Brief an die Belegschaft gewandt – und wer will, kann in dem Schreiben vielleicht sogar eine Kampfansage an AR-Chef Achleitner sehen. Wörtlich heißt es: „Ich möchte Ihnen versichern, dass ich mich weiterhin mit aller Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weitergehen werde, den wir vor drei Jahren angetreten haben.“ Reuters (News), Welt (Interpretation)

Deutsche Bank will im Investmentbanking sparen … und sucht deshalb nun nach schwachen Geschäftsfeldern (Anm.: die finden sich bestimmt!), um dort gezielt den Rotstift anzusetzen. Bloomberg

Drehen die Ösi-Banker jetzt völlig durch? Scheint so. Denn nicht genug damit, dass sich die Bawag (angetrieben durch Cerberus) in Deutschland auf Akquisitionstour befindet. Und nicht genug damit, dass jüngst die Wiener Easybank hierzulande an den Start ging. Sondern: Jetzt meldet sich auch noch die Linzer Oberbank zu Wort und kündigt „eine regelrechte Deutschland-Offensive“ an, unter anderem mit Filialen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle. Sind wir Piefkes womöglich underbanked? Und keiner merkt’s, außer den Österreichern? Handelsblatt

Gibt es eigentlich noch irgendein Fintech da draußen, mit dem die ING Diba nicht kooperiert? Naja, jedenfalls arbeitet sie im Bereich Altersvorsorge jetzt mit myPension zusammen. Extra-Funds

Analyse: Wie hoch ist die Bewertung von N26?

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding wert? So lautet aktuell die Lieblingsfrage der deutschen Fintech-Community – wobei allerdings nur die Beteiligten selber die Antwort wissen. Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die exakte Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns seeeehr sicher, dass N26 den Konkurrenten Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech abgelöst hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist. Wie wir drauf kommen? Erfahren Sie hier: Finanz-Szene

Linktipps

Gegen die Selbstverzwergung der Deutschen Bank: Ein Rückzug aus dem Investmentbanking käme einem Selbstmord gleich, schreibt der Publizist Bernd Ziesemer. Capital

Der Abstieg der Deutschen Bank als Director’s Cut: Das „HB“ widmet sich heute in einer langen, langen Reportage der blauen Katastrophe (hier der Text, allerdings hinter der Paywall) und gibt seinen Abonnenten noch ein fettes Cryan-Porträt obendrauf (ebenfalls hinter Paywall)

„Dick und analog“: Warum sich die Commerzbank bei der Digitalisierung schwerer tut als sie zugeben mag. Wirtschaftswoche

Daten sind nicht das neue Öl … sondern das neue Geld, schreibt der Blogger Ralf Keuper. Und davon sei eine Branche ganz besonders betroffen – die Banken. Bankstil

Warum die Banken vor den Gafas (angeblich) keine Angst haben müssen … erklärt Star-Finanz-Geschäftsführer Christian Kastner. Der Bank-Blog

Und wie immer freitags, halt nur diesmal schon am Donnerstag, weil an diesem Freitag ja das Leben ruht: Die unverzichtbare „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unsere kleine Analyse zur DKB. Finanz-Szene

Warum „Finanz-Szene.de“ Fehler macht, müde ist und  schöne Ostern wünscht

Liebe LeserInnen, vielleicht ist Ihnen gestern der Bock mit der Bundesbank (wir schrieben „Bundesbank“, wo wir „Bundesregierung“ meinten) ja gar nicht aufgefallen. Schließlich liest man über solche Sachen ja manchmal drüber, genau wie man Sachen manchmal schreibt, ohne es zu merken. Trotzdem: Dummer Fehler. Nächster Anklagepunkt, nächstes Geständnis: Ja, der Newsletter kam gestern und vorgestern erst um 6 Uhr statt um 5 Uhr. Lag daran, dass wir tagelang versäumt haben, einen simplen Haken bei Mailchimp neu zu setzen. Vielleicht nehmen wir die beiden Fauxpässe dann auch gleich mal zum Anlass, eine beliebte Leserfrage zu beantworten: „Wie groß ist eigentlich das Team von ‚Finanz-Szene.de‘?“Antwort: Es gibt kein Team. Drum: Bleiben Sie uns doch bitte trotz aller Unzulänglichkeiten gewogen. Wir schlafen jetzt mal ein paar Tage und sind dann Mittwoch, spätestens aber Donnerstag in alter Frische wieder für Sie da. Bis dahin: Schöne Ostern, herzlichst, Heinz-Roger Dohms

P.S.: Und wenn Sie „Finanz-Szene.de“ trotz allem empfehlen wollen, dann leiten Sie den Newsletter doch bitte einfach weiter. Die Adressaten brauchen dann nur noch hier zu klicken und sind mit zwei weiteren Klicks kostenlos an Bord.

Analyse: Ist das Vorzeige-Fintech N26 jetzt mehr als 500 Mio. Euro wert?

Von Heinz-Roger Dohms

Wie viel ist N26 nach dem jüngsten Mega-Funding (durch die Allianz, Tencent und weitere Investoren) wert? Diese Frage stellt die momentan die Fintech-Community. Die Antwort jedoch wissen bislang nur  die Beteiligten selber.

Um es vorwegzunehmen: Auch wir kennen die Bewertung nicht. Aber: Wir sind uns ziiiemlich sicher, dass N26 das Hamburger Startup Kreditech als wertvollstes deutsches Fintech überholt hat. Und: Wir halten es für sehr gut möglich, dass N26 mit der jüngsten Finanzierungs-Runde sogar die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat und damit so etwas wie das erste deutsche Fintech-Semi-Unicorn ist (jedenfalls wenn man Ur-Fintechs wie Hypoport, 360T oder Check24 mal ausklammert).

Hier kommt unsere Argumentationskette:

  • Die Runde war 130 Millionen Euro schwer (offizielle Verlautbarung)
  • Die Kollegen von Juve schreiben: „Wegen der hohen Bewertung der bestehenden Gesellschafteranteile verändert sich mit den 130 Millionen Euro Neukapital die Gesellschafterstruktur nicht grundlegend. So bleiben etwa die Allianz X-Anteile im einstelligen Prozentbereich“ (eine offizielle Quelle gibt er hierfür zwar nicht, aber da die Zahl mutmaßlich von einem nicht nur beteiligten, sondern auch plappernden Anwalt kam, erscheint und die Angabe sehr glaubhaft)
  • Wir selber wiederum hören, dass der Anteil der Allianz an den 130 Millionen Euro irgendwo bei 30 bis 35 Millionen Euro gelegen haben soll
  • Nehmen wir einmal an, mit dem „einstelligen Prozentbereich“ wären 9,99 Prozent gemeint, dann läge die Post-Money-Bewertung also bei etwa 300 bis 350 Millionen Euro
  • Nun hören wir allerdings fernerhin, dass die Allianz zwar irgendwas zwischen 5% und 10% an N26 halten soll (und nicht etwa unter 5% …), allerdings: Die Beteiligung liege nicht unbedingt näher an 10% als an 5%.
  • Gehen wir also, gefühlt und konservativ, mal von 6,5% aus, dann käme man auf eine Bewertung irgendwo zwischen 462 Millionen und 538 Millionen Euro.

Wie gesagt, wissen tun wir’s nicht. Aber wir würden fast drauf wetten, dass wir so falsch nicht liegen.

Acht Erkenntnisse aus den 2017er-Zahlen der deutschen Banken

Von Heinz-Roger Dohms

Die meisten Banken haben ihre 2017er-Zahlen (und ihren 2018er-Ausblick) inzwischen veröffentlicht – die anderen werden es demnächst tun.  Zeit für ein Fazit: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

1.) Vielen Sparkassen und Volksbanken geht es immer noch erstaunlich gut

… jedenfalls oberflächlich betrachtet und gemessen an den düsteren Weissagungen der vergangenen Jahre. Die Sparkassen haben 2,2 Milliarden Euro verdient (plus 7,4 Prozent), bei den Volksbanken waren es 1,6 Milliarden Euro (plus 4,5 Prozent), und das wohlgemerkt jeweils nach Steuern und unter Berücksichtigung der Abführungen in den sogenannten „Fonds für Allgemeine Bankrisiken“ (was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier).

2.) … was nicht ausschließlich, aber doch in erster Linie am „Provisionswunder“ liegt

Die Erhöhung der Kontoführungs-Gebühren macht sich für den Moment bezahlt. So haben die Volks- und Raiffeisenbanken das kleine Kunststück vollbracht, den Provisionsüberschuss so stark zu steigern (8,1 Prozent), dass sie damit den in diesen Zeiten fast unvermeidlichen Rückgang beim Zinsergebnis überkompensieren. Bei den Sparkassen (Provisionsergebnis plus 8,4 Prozent) war es ähnlich. Und: Natürlich profitieren nicht nur die Ortsbanken von höheren Gebühren, sondern auch andere Retailinstitute, die Postbank etwa, deren Provisionsüberschuss um 12,0 Prozent stieg. Bemerkenswert: Die allermeisten Kunden scheinen die höheren Gebühren zu akzeptieren (oder sie bemerken sie nicht oder sie sind zu faul zum Wechseln).

3.) Banken, die kein Retailgeschäft betreiben, kriegen den Zinsschwund hingegen so richtig zu spüren

Beispielhaft sei hier zum einen auf die Aareal Bank verwiesen, deren Betriebsergebnis von 366 Mio. Euro auf 328 Mio. Euro sank – und die für dieses Jahr nur noch mit 260 bis 300 Mio. Euro rechnet. Ähnlich sieht es bei der Pfandbriefbank aus, deren Gewinn von 301 auf 204 Mio. Euro fiel und die für 2018 nur mehr von 150 bis 170 Mio. Euro ausgeht.

4.) Die Deutsche Bank hat in den „Alles oder Nichts“-Modus geschaltet

Schon krass, die Investmentbanker-Boni-Sache bei der Deutschen Bank, oder? Der Noch-Vorstand macht sich freiwillig zur Geisel jener Sparte, die in den vergangenen 10 bis 15 fast nur Unheil über das Institut gebracht hat (und die ein Geschäft betreibt, dass bei den großen Wall-Street-Häusern zu funktionieren scheint, mit dem aber, so weit wir das sehen, keine einzige größere europäische Bank in den letzten Jahren so richtig glücklich geworden ist – naja, vielleicht die französischen so ein bisschen). Der eigentliche Wahnsinn ist allerdings nicht der Wahnsinn als solcher, sondern dass dieser Wahnsinn strategisch alternativlos zu sein scheint. Gütiger Herrhausen.

5.) Die Commerzbank hat derweil gar keinen Modus

… außer, dass Sie (anders als die Sparkassen) auf höhere Gebühren verzichtet (tut die ING Diba ja auch), während sie sich zugleich (anders als die ING Diba) eine Cost-Income-Ratio wie im vordigitalen Zeitalter leistet (tun die Sparkassen ja auch). Oder anders gesagt: Die Commerzbank hat sich für den Moment das Schlechteste aus zwei Welten ausgesucht. Das muss freilich nicht so bleiben, denn das strategische Kalkül scheint ja zu sein, dass es nach der Dürre plötzlich heißen wird: Mehr digital. Weniger Kosten. Restrukturierung abgeschlossen. Und jetzt mit breiter Kundenbasis so richtig durchstarten. Irgendwann ab 2020 oder so. Womöglich dann ja auch immer noch eigenständig.

6.) Die Wucht der Digitalisierung zeigt sich im Kleinen

Lassen wir N26 mal außen vor. Und die neuesten Fintech-Studien von McKinsey, Capgemini und wem auch immer ebenso. Schauen wir nur mal auf drei vermeintlich unspektakuläre Zahlen zur Baufinanzierung: a) Bei den Sparkassen ist das Baufi-Volumen 2017 trotz Immobilienbooms um 1,8 Prozent gesunken. b) Bei den PSD-Banken kommt inzwischen 61 Prozent des Geschäfts über Plattformen wie Interhyp, Europace (dahinter steht Hypoport) oder Planethome. c) Interhyp hat seinen Marktanteil derweil um einen Punkt auf 8,4 Prozent gesteigert. Das mag alles nicht erdrutschartig sein. Und ein bisschen vergleichen wir auch Äpfel mit Birnen. Aber doch zeigt sich hier aus unserer Sicht im Kleinen die Wucht der Digitalisierung. Und Interhyp vermittelt ja nur, geht also gar nicht erst ins Risiko. Was für ein Geschäftsmodell, wenn’s einmal funktioniert.

7.) Auf den Point of Sale kommt es an

Neulich hatten wir ja berichtet, dass die beiden gewinnträchtigsten deutschen Banken des vergangenen Jahres Volkswagen und Mercedes heißen (dahinter übrigens dürfte gleich BMW kommen). Gründe dafür gibt es, wie dargelegt, viele. Ein ganz entscheidender aber scheint zu sein: Die Autobanken beherrschen den Point of Sale. Und genau das fällt vielen klassischen Banken immer schwerer.

8.) Die Schiffskrise führt zur endgültigen Neuordnung der Landesbanken-Szene

Die HSH Nordbank ist schon privatisiert, die NordLB (inklusive BLB) könnte laut „Spiegel“ folgen (bzw.: Sie überlegt zumindest, sich für private Investoren zu öffnen). Gut möglich also, dass es demnächst nördlich der Mainlinie keine einzige reinrassige Landesbank mehr gibt. Und das alles nicht nur, aber in erster Linie wegen der Schiffkrise (die darüber hinaus 2017 ja auch bei der DZ Bank tobte, wobei die natürlich keine Landesbank ist).

28/03/18: Deutsche Bank implodiert, Viel Schein bei der DKB, Gute und schlechte Sparkassen

Sechs Tage, in denen die Dt. Bank fünf Vorstände beschädigte (sofern sie das nicht selber taten)

Ein Dementi? Nein, kein Dementi. Offensichtlich stimmt, was die britische „Times“ am Montagabend als erste berichtete, nämlich dass die Deutsche Bank (sprich: ihr Aufsichtsratschef Paul Achleitner) einen (potenziellen) Nachfolger für ihren Vorstandschef sucht. Nun sei mal dahingestellt, ob die Sache herauskommen sollte oder einfach nur herauskam. Jedenfalls haben damit sechs geradezu unglaubliche Tage ihre Krönung gefunden. Alles begann letzten Donnerstag, als Finanzchef von Moltke mit ein paar unglücklichen Äußerungen eine kleine Panik unter den Investoren auslöste. Das Wochenende gehörte dann der „Affäre Hammonds“. Und schließlich folgte der  Dienstag, von dem in Erinnerung bleiben könnte,  dass der Vorstandschef (Cryan) abgelöst werden soll, jedoch nicht von seinen beiden vermeintlichen Kronprinzen (Sewing, Schenck). Bleibt die Frage: Und der Große Vorsitzende (Achleitner) soll aus der ganzen Sache ernsthaft unbeschädigt hervorgehen?

Reuters (News), Bloomberg (Analyse), FAZ (Anti-Achtleitner-Kommentar), Bloomberg (Was die Analysten sagen), Deutsche-Bank-Aktie

90 Tage, in denen die deutsche Fintech-Branche erwachsen wurde

In den nächsten Tagen wird der Düsseldorfer Datenguru Peter Barkow auf den Knopf drücken – und dann wird ihm seine untrügliche „Barkow Consulting Fintech MoneyMap“ die Q1-Funding-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche ausspucken. Was dabei herauskommen wird? Wir vermuten, auf unser Bauchgefühl vertrauend: 1.) Die Funding-Zahlen haben sich, wenn man nur auf das Volumen schaut, positiv entwickelt. Das liegt aber 2.) fast ausschließlich an den Mega-Finanzierungen für N26 und Solarisbank. Dagegen ist 3.) die Zahl der Fundings zurückgegangen, nicht zuletzt, weil immer weniger Finanz-Startups nachkommen. Oder anders ausgedrückt: Die deutsche Fintech-Branche ist jetzt nicht mehr „Early Stage“. Sie ist jetzt „Later Stage“. Und das gilt beileibe nicht nur in Bezug auf die Finanzierungen. Lesen Sie hier unsere große Analyse über das Erwachsenwerden der deutschen Fintech-Branche: Finanz-Szene.de

News

Ist die DKB wirklich so toll, wie sie tut? Nein, nicht ganz. Denn man sollte nicht nur auf diejenigen Zahlen achten, die die zweitgrößte deutsche Direktbank gestern stolz hergezeigt hat, sondern auch auf die Zahlen, die sie gestern nicht hergezeigt hat. Und wenn man dann diese Zahlen mit denen der ING Diba vergleicht, dann sieht man, dass der Abstand zwischen der Nr. 1. und der Nr. 2 im vergangenen Jahr nicht wirklich kleiner geworden ist. Finanz-Szene

Was die Bundesregierung mit ihrem Commerzbank-Anteil machen könnte: Die Kollegen von „Bloomberg“ zeigen vier Szenarien auf. Bloomberg

Gibt es „die Sparkassen“ überhaupt? Nicht unbedingt, wenn man sieht, dass die Berliner Sparkasse auf eine Cost-Income-Ration von 81 Prozent kommt, während die Mittelbrandenburgische Sparkasse bei 47 Prozent liegt (wie das „Handelsblatt“ herausgearbeitet hat). In dem Zusammenhang ganz interessant, wenn auch nicht ganz frisch: Bei „den Sparkassen“ ist das Aufwand-Ertrag-Verhältnis in den vergangenen fünf Jahren von 62,9 Prozent auf 64,6 Prozent gestiegen, wie aus den kürzlich vorgelegten DSGV-Zahlen hervorgeht. DSGV-Präsentation

Eine Meldung, die im Lichte dessen, was gestern sonst so los war, erstaunlich irrelevant daherkommt: Die Deutsche Bank hat ihr Portugal-Geschäft verkauft. Reuters

Apollo schnappt sich auch noch die Wüstenrot Bank: … und sortiert diese bei ihrem als „Bremer Kreditbank“ firmierenden Nordbanken-Portfolio ein (zu dem bekanntlich auch die OLB gehört).  Börsen-Zeitung (Paywall), Immobilienzeitung

Linktipps

„Die Fintech-Revolution hat gerade erst begonnen“, glaubt Hartmut Giesen, digitaler Vordenker der Hamburger Sutorbank. Finletter 

Retail war nur der Anfang: Als nächstes greifen die Vergleichsportale bei Krediten für Gewerbekunden an. Der Bank-Blog

Hilfe, die Chinesen kommen: Was hinter Investments wie dem von Tencent bei N26 oder Kooperation wie der zwischen Alipay und Wirecard steckt (oder stecken könnte). Bankstil

Rote PR: Warum die Sparkassen einen „gigantischen Newsroom“ mit fast 100 Mitarbeitern aufbauen. W&V

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über den unterschiedlichen Umgang der Landesbanken mit ihren institutionellen Investoren. Finanz-Szene.de

28/03/18: Die deutschen Fintechs sind jetzt „Later Stage“, Savedo, Nachklapp zu N26/Tencent

90 Tage, in denen die deutsche Fintech-Branche erwachsen wurde

In den nächsten Tagen wird der Düsseldorfer Datenguru Peter Barkow auf den Knopf drücken – und dann wird ihm seine untrügliche „Barkow Consulting Fintech MoneyMap“ die Q1-Funding-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche ausspucken. Was dabei herauskommen wird? Wir vermuten, auf unser Bauchgefühl vertrauend: 1.) Die Funding-Zahlen haben sich, wenn man nur auf das Volumen schaut, positiv entwickelt. Das liegt aber 2.) fast ausschließlich an den Mega-Finanzierungen für N26 und Solarisbank. Dagegen ist 3.) die Zahl der Fundings zurückgegangen, nicht zuletzt, weil immer weniger Finanz-Startups nachkommen. Oder anders ausgedrückt: Die deutsche Fintech-Branche ist jetzt nicht mehr „Early Stage“. Sie ist jetzt „Later Stage“. Und das gilt beileibe nicht nur in Bezug auf die Finanzierungen. Lesen Sie hier unsere große Analyse über das Erwachsenwerden der deutschen Fintech-Branche: Finanz-Szene.de

Sechs Tage, in denen die Dt. Bank fünf Vorstände beschädigte (sofern sie das nicht selber taten)

Ein Dementi? Nein, kein Dementi. Offensichtlich stimmt, was die britische „Times“ am Montagabend als erste berichtete, nämlich dass die Deutsche Bank (sprich: ihr Aufsichtsratschef Paul Achleitner) einen (potenziellen) Nachfolger für ihren Vorstandschef sucht. Nun sei mal dahingestellt, ob die Sache herauskommen sollte oder einfach nur herauskam. Jedenfalls haben damit sechs geradezu unglaubliche Tage ihre Krönung gefunden. Alles begann letzten Donnerstag, als Finanzchef von Moltke mit ein paar unglücklichen Äußerungen eine kleine Panik unter den Investoren auslöste. Das Wochenende gehörte dann der „Affäre Hammonds“. Und schließlich folgte der  Dienstag, von dem in Erinnerung bleiben könnte,  dass der Vorstandschef (Cryan) abgelöst werden soll, jedoch nicht von seinen beiden vermeintlichen Kronprinzen (Sewing, Schenck). Bleibt die Frage: Und der Große Vorsitzende (Achleitner) soll aus der ganzen Sache ernsthaft unbeschädigt hervorgehen? Reuters (News), Bloomberg (Analyse), FAZ (Anti-Achtleitner-Kommentar), Bloomberg (Was die Analysten sagen), Deutsche-Bank-Aktie

News

Ist die DKB wirklich so toll, wie sie tut? Nein, nicht ganz. Denn man sollte nicht nur auf diejenigen Zahlen achten, die die zweitgrößte deutsche Direktbank gestern stolz hergezeigt hat, sondern auch auf die Zahlen, die sie gestern nicht hergezeigt hat. Und wenn man dann diese Zahlen mit denen der ING Diba vergleicht, dann sieht man, dass der Abstand zwischen der Nr. 1. und der Nr. 2 im vergangenen Jahr nicht wirklich kleiner geworden ist. Finanz-Szene

Vermutlich dürfte die Sache in Estland (wir berichteten gestern) glimpflich für alle Beteiligten ausgehen … allerdings wird man bei Savedo/Deposit Solutions inständig hoffen,  dass die Finanzaufsicht in Tallinn die Dinge tatsächlich so regelt (und zwar auch so schnell regelt), wie es der europäische Einlagenschutz vorsieht. Denn ansonsten werden sich unschöne Schlagzeilen wie gestern beim Handelsblatt oder bei Gründerszene in den nächsten Tagen häufen.

Was die Bundesregierung mit ihrem Commerzbank-Anteil machen könnte: Die Kollegen von „Bloomberg“ zeigen vier Szenarien auf. Bloomberg

Gibt es „die Sparkassen“ überhaupt? Nicht unbedingt, wenn man sieht, dass die Berliner Sparkasse auf eine Cost-Income-Ration von 81 Prozent kommt, während die Mittelbrandenburgische Sparkasse bei 47 Prozent liegt (wie das „Handelsblatt“ herausgearbeitet hat). In dem Zusammenhang ganz interessant, wenn auch nicht ganz frisch: Bei „den Sparkassen“ ist das Aufwand-Ertrag-Verhältnis in den vergangenen fünf Jahren von 62,9 Prozent auf 64,6 Prozent gestiegen, wie aus den kürzlich vorgelegten DSGV-Zahlen hervorgeht. DSGV-Präsentation

Linktipps

„Die Fintech-Revolution hat gerade erst begonnen“, glaubt Hartmut Giesen, digitaler Vordenker der Hamburger Sutorbank. Finletter 

Retail war nur der Anfang: Als nächstes greifen die Vergleichsportale bei Krediten für Gewerbekunden an. Der Bank-Blog

Hilfe, die Chinesen kommen: Was hinter Investments wie dem von Tencent bei N26 oder Kooperation wie der zwischen Alipay und Wirecard steckt (oder stecken könnte). Bankstil

Rote PR: Warum die Sparkassen einen „gigantischen Newsroom“ mit fast 100 Mitarbeitern aufbauen. W&V

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über den unterschiedlichen Umgang der Landesbanken mit ihren institutionellen Investoren. Finanz-Szene.de

90 Tage, in denen die deutsche Fintech-Branche erwachsen wurde

Von Heinz-Roger Dohms

In den nächsten Tagen wird der Düsseldorfer Datenguru Peter Barkow auf seinen berühmten Knopf drücken – und dann wird ihm seine untrügliche „Barkow Consulting Fintech MoneyMap“ die Q1-Funding-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche ausspucken.

Was dabei herauskommen wird? Zugegeben: Im Gegensatz zu Herrn Barkow haben wir hier bei „Finanz-Szene.de“ keine Datenbank, sondern nur einen Datenbauch. Und so ein Bauch kann sich ja auch mal irren. Aber, mal angenommen, unser Bauchgefühl irrt sich nicht, dann dürfte herauskommen:

  • Die Funding-Zahlen haben sich, wenn man nur auf das Volumen schaut, positiv entwickelt
  • Das liegt aber fast ausschließlich an den Mega-Finanzierungen für N26 und Solarisbank
  • Dagegen ist die Zahl der Fundings merklich zurückgegangen, nicht zuletzt, weil immer weniger Finanz-Startups nachkommen

Oder anders ausgedrückt: Die deutsche Fintech-Branche ist jetzt nicht mehr „Early Stage“. Sie ist jetzt „Later Stage“. Oder noch anders ausgedrückt: Das erste Quartal 2018 wird einmal als das Quartal betrachtet werden, in dem die deutsche Fintech-Branche erwachsen wurde.

Woran machen wir das fest, abgesehen von der spektakulären Höhe der Finanzierungen bei N26 (130 Mio. Euro) und Solarisbank (57 Mio. Euro)?

  1. Bei den wichtigen deutschen Fintechs steigen inzwischen große, strategische, meist ausländische Investoren ein, namentlich Visa (Solarisbank, Payworks), BBVA und Amro (beide Solarisbank) sowie Tencent und als nicht-ausländisches Beispiel die Allianz (beide N26). Damit hat sich im ersten Quartal ein Trend manifestiert, der sich 2017 bereits zart angedeutet hatte (Aegon bei Auxmoney, Blackrock bei Scalable und Paypal bei Weltsparen).
  2. Zugleich nähern sich die erfolgreicheren unter den „Fintechs im engeren Sinne“ (siehe unsere Definition) allmählich der Profitabilität. Auxmoney hat kürzlich kundgetan, erstmals auf 6-Monats-Sicht schwarze Zahlen geschrieben zu haben, N26 scheint sich zumindest einer Art Pseudo-Profitabilität zu erfreuen, und Payment-Fintechs wie Billpay oder Ratepay haben nachgewiesen, dass sie sogar auf 12-Monats-Basis Geld verdienen können.
  3. Das Thema Börse könnte für einige der größeren Fintechs bald konkret werden. N26 beschäftigt sich mit dieser Option (wie Gründer Valentin Stalf vor wenigen Tagen betonte), bei Auxmoney würden wir auf spekulativer Basis davon ausgehen, dass es ähnlich ist (wissen tun wir es nicht), der Raisin/Weltsparen-Chef wird zumindest schon mal auf das Thema angesprochen.
  4. Dagegen ist auf „Early-Stage“-Niveau zuletzt nicht mehr wirklich viel los gewesen. Oder ist Ihnen, vielleicht mit Ausnahme der beiden neuen Inkubatoren- Ventures  von Finleap und Finconomy, im ersten Quartal eine Neugründung untergekommen, bei der Sie „Aha!“ gedacht haben? (wobei das natürlich ein wohlfeiles Indiz ist, weil man jedem neuen Fintech die Chance zugestehen muss, sich zu entwickeln. Aber Sie wissen hoffentlich, wie wir’s meinen …)
  5. Dazu auch noch was Anekdotisches: Als wir zuletzt als Jury-Mitglied beim „Fintech des Jahres“-Award aus einem ganzen Bündel von neuen „Early Stage“-Fintechs unsere Favoriten auswählen sollten, da waren darunter doch einige mit beträchtlichem „Who the f***“-Faktor … Natürlich: Das war in erster Linie mangelnder Branchenkenntnis unsererseits geschuldet. Aber vielleicht ja auch nicht nur.

Wie es nun weitergeht?

Wenn wir noch einen letzten Gedanken äußern dürfen, der unserem Bauch beim Rückblick aufs erste Quartal gekommen ist: Schon auffällig, dass die größeren Fintechs das Thema Internationalisierung höchst unterschiedlich angehen, nämlich …

  • fast schon maximal ambitioniert (N26)
  • sehr ambitioniert (Solarisbank, SumUp)
  • im dritten Gang, nachdem der fünfte nicht funktioniert hat (Kreditech)
  • bedächtig (z.B. Raisin, Deposit Solutions, Scalable, Finreach … )
  • bislang gar nicht (Auxmoney, Smava, Finanzcheck)

Diese unterschiedlichen Strategien mögen in erster Linie den unterschiedlichen Geschäftsmodellen geschuldet sein. Aber: Es hat schon auch ein kleines bisschen damit zu tun, dass die Fintech-Macher in Deutschland bei der Frage, was geht und was nicht geht, zu abweichenden Einschätzungen gelangen. Spannend zu sehen, welche Sicht sich durchsetzen wird.