20/03/18: Allianz steigt bei N26 ein, Rocket-Fintech gibt auf, Das VW-Bank-Wunder

Ad-hoc: Allianz steigt beim Vorzeige-Fintech N26 ein und brüskiert damit die deutschen Banken

Die Allianz düpiert die gesamte deutsche Bankenbranche – und steigt im großen Stil beim Vorzeige-Fintech N26 ein. Mitte vergangener Woche hatte der Münchner Versicherungskonzern entsprechende Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ noch als „Marktgerücht“ abgetan (woraufhin wir zunächst von einer Berichterstattung absahen). Gestern Abend machte die News dann aber endgültig die Runde. Demnach beteiligen sich neben der Allianz auch der chinesische Internetkonzern Tencent und eine Reihe kleinerer Investoren bei der Smartphone-Bank. Die Finanzierungsrunde ist umgerechnet 130 Millionen Euro schwer. Das bedeutet für die deutsche Fintech-Branche einen neuen Rekord. Weitere Details und was die Allianz mit ihrem Engagement bei N26 bezwecken könnte, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

10 Gründe, warum Volkswagen zur erfolgreichsten deutschen Bank wurde

Kleines Quiz: Welche deutsche Bank 2017 hat den höchsten Gewinn erzielt? Klar ist: Die Deutsche Bank war es wieder mal nicht, ebenso wenig wie die Commerzbank. Also die DZ Bank? Oder die KfW? Oder die ING Diba? Alles falsch. Denn keines der klassischen Kreditinstitute  hat 2017 so viel Gewinn gemacht wie die Finanzsparte von Volkswagen. Die präsentierte gestern ein Vorsteuerergebnis von 2,46 Milliarden Euro (und übrigens: gleich dahinter kommt mit einem Ergebnis von 2,0 Milliarden Euro die Mercedes-Benz-Bank). Angesichts von Dieselkrise und Bankenkrise mag auf den ersten Blick überraschen, dass ausgerechnet die Autobanken von Rekord zu Rekord eilen. Indes: Der Höhenflug der sogenannten „Captives“ hat seine Gründe. Und zwar mindestens zehn. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Das nächste KMU-Finanzierungs-Fintech gibt auf: Nach Fintura hat es nun auch Innolend (übrigens aus dem Hause von und zu Rocket) erwischt. Gründerszene

Der Angst-Index der Finanzbranche schlägt wieder aus: Der TED-Spread, der den Zinsaufschlag abbildet, den Banken für kurzfristige Dollar-Finanzierungen zahlen müssen, steht so hoch wie zuletzt 2008 und 2011/2012. Was das bedeutet (nämlich nichts Gutes), erläutert Kollege Zschäpitz von der Welt.

Einer aus unserer Mitte wird Staatssekretär im BMF: Wir waren ja mal fest davon ausgegangen, dass der neue Finanzminister aus dem Kreise der „Finanz-Szene.de“-Leser kommt. Dann aber scheiterte Jamaika, womit gleich zwei Kandidaten raus waren; und dann verzichtete die Union aufs BMF, wodurch sich ein weiterer prominenter Leser was anderes suchen musste (und auch gefunden hat). Immerhin: Nun werden „wir“ wenigstens ein Stück weit entschädigt. Denn wie gestern bekannt wurde, zieht Jörg Kukies, Deutschland-Chef von Goldman Sachs und bekennender (!) Leser von „Finanz-Szene.de“ (hier der Beleg, bitte ganz nach unten scrollen), als Staatssekretär ins BMF ein.  Glückwunsch! Tagesspiegel

Beyond.de

Obacht, Deutsche Bank, das könnte Dir (darf man die Deutsche Bank eigentlich duzen?) auch passieren: Ein aktivistischer Aktionär hat 5,2 Prozent der Stimmrechte bei Barclays erworben – und dürfte dem Management nun ordentlich einheizen. Guardian

Linktipps

Ist Ihre Bank wirklich schon digital? Dann machen Sie doch den Selbst-Test, den Fintech-Guru Chris Skinner entworfen hat: The Finanser

Wie Frankreichs Banken ihre Stellung in Europa ausbauen – auch und gerade dank Zukäufen in Deutschland. Süddeutsche

Sieben unangenehme Wahrheiten … über das Personal der Deutschen Bank. efinancialcareers

Fünf Feststellungen zum Geschäftsausblick der Deutschen Bank: Das Privatkundengeschäft stagniert, die Renditen bleiben mager – und noch drei weitere Punkte … Handelsblatt

That’s not news:

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Jetzt wird es ernst für John Cryan: Die Großaktionäre erhöhen abermals den Druck auf den Deutsche-Bank-Chef. Handelsblatt (Paywall)
  • Bei der Deutschen Bank verdienen 50 Mitarbeiter mehr als der Chef: Insgesamt machte das größte hiesige Geldhaus im vergangenen Jahr 705 seiner Beschäftigten zu Einkommens-Millionären. Süddeutsche
  • Kengeter hat 2017 trotz allem rund fünf Millionen Euro verdient … und selbst dieses Jahr kassiert der Ex-Chef der Deutschen Börse noch siebenstellig. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die Präsentation der Sparkasse Köln-Bonn (aus der übrigens, Seite 20, auch hervorgeht, dass das rheinische Power-House es 2017 als eine der wenigen Retail-Banken geschafft hat, sich im Provisionsgeschäft zu verschlechtern). PDF

20/03/18: Allianz steigt bei N26 ein / Das VW-Bank-Wunder / Was nun, Deutsche Bank?

Ad-hoc: Allianz steigt beim Vorzeige-Fintech N26 ein und brüskiert damit die deutschen Banken

Die Allianz düpiert die gesamte deutsche Bankenbranche – und steigt im großen Stil beim Vorzeige-Fintech N26 ein. Mitte vergangener Woche hatte der Münchner Versicherungskonzern entsprechende Informationen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ noch als „Marktgerücht“ abgetan (woraufhin wir zunächst von einer Berichterstattung absahen). Gestern Abend machte die News dann aber endgültig die Runde. Demnach beteiligen sich neben der Allianz auch der chinesische Internetkonzern Tencent und eine Reihe kleinerer Investoren bei der Smartphone-Bank. Die Finanzierungsrunde ist umgerechnet 130 Millionen Euro schwer. Das bedeutet für die deutsche Fintech-Branche einen neuen Rekord. Weitere Details und was die Allianz mit ihrem Engagement bei N26 bezwecken könnte, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

10 Gründe, warum Volkswagen zur erfolgreichsten deutschen Bank wurde

Kleines Quiz: Welche deutsche Bank 2017 hat den höchsten Gewinn erzielt? Klar ist: Die Deutsche Bank war es wieder mal nicht, ebenso wenig wie die Commerzbank. Also die DZ Bank? Oder die KfW? Oder die ING Diba? Alles falsch. Denn keines der klassischen Kreditinstitute  hat 2017 so viel Gewinn gemacht wie die Finanzsparte von Volkswagen. Die präsentierte gestern ein Vorsteuerergebnis von 2,46 Milliarden Euro (und übrigens: gleich dahinter kommt mit einem Ergebnis von 2,0 Milliarden Euro die Mercedes-Benz-Bank). Angesichts von Dieselkrise und Bankenkrise mag auf den ersten Blick überraschen, dass ausgerechnet die Autobanken von Rekord zu Rekord eilen. Indes: Der Höhenflug der sogenannten „Captives“ hat seine Gründe. Und zwar mindestens zehn. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Der Angst-Index der Finanzbranche schlägt wieder aus: Der TED-Spread, der den Zinsaufschlag abbildet, den Banken für kurzfristige Dollar-Finanzierungen zahlen müssen, steht so hoch wie zuletzt 2008 und 2011/2012. Was das bedeutet (nämlich nichts Gutes), erläutert Kollege Zschäpitz von der Welt.

Einer aus unserer Mitte wird Staatssekretär im BMF: Wir waren ja mal fest davon ausgegangen, dass der neue Finanzminister aus dem Kreise der „Finanz-Szene.de“-Leser kommt. Dann aber scheiterte Jamaika, womit gleich zwei Kandidaten raus waren; und dann verzichtete die Union aufs BMF, wodurch sich ein weiterer prominenter Leser was anderes suchen musste (und auch gefunden hat). Immerhin: Nun werden „wir“ wenigstens ein Stück weit entschädigt. Denn wie gestern bekannt wurde, zieht Jörg Kukies, Deutschland-Chef von Goldman Sachs und bekennender (!) Leser von „Finanz-Szene.de“ (hier der Beleg, bitte ganz nach unten scrollen), als Staatssekretär ins BMF ein.  Glückwunsch! Tagesspiegel

Bundesbank stellt Sinn von Cocos infrage: Ein regulatorischer Nutzungsanreiz für die einst als Lehre aus der Finanzkrise eingeführten Hybrid-Anleihen sei „derzeit nicht sachgerecht“, heißt es im Monatsbericht der Behörde (wenn dem wirklich so sein sollte – kann es sein, dass die Erkenntnis rund zehn Jahre zu spät kommt?). Börsenzeitung (Paywall)

Was uns nicht klar war letzte Woche (und Ihnen vielleicht auch nicht): Der frühere Skandalhändler der Deutschen Bank, Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Bonus), sitzt tatsächlich in Haft. Bloomberg, Manager Magazin

Das nächste KMU-Finanzierungs-Fintech gibt auf: Nach Fintura hat es nun auch Innolend (übrigens aus dem Hause von und zu Rocket) erwischt. Gründerszene

Beyond Banking

Anlageskandale sind ja nicht unbedingt ein Thema für einen B2B-Newsletter … aber die Dimensionen dieser ganzen Container-Nummer sind so unfassbar, dass wir doch mal einen Link setzen: Manager Magazin

Beyond.de

Obacht, Deutsche Bank, das könnte Dir (darf man die Deutsche Bank eigentlich duzen?) auch passieren: Ein aktivistischer Aktionär hat 5,2 Prozent der Stimmrechte bei Barclays erworben – und dürfte dem Management nun ordentlich einheizen. Guardian

Linktipps

Ist Ihre Bank wirklich schon digital? Dann machen Sie doch den Selbst-Test, den Fintech-Guru Chris Skinner entworfen hat: The Finanser

Wie Frankreichs Banken ihre Stellung in Europa ausbauen – auch und gerade dank Zukäufen in Deutschland. Süddeutsche

Sieben unangenehme Wahrheiten … über das Personal der Deutschen Bank. efinancialcareers

Fünf Feststellungen zum Geschäftsausblick der Deutschen Bank: Das Privatkundengeschäft stagniert, die Renditen bleiben mager – und noch drei weitere Punkte … Handelsblatt

That’s not news:

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Jetzt wird es ernst für John Cryan: Die Großaktionäre erhöhen abermals den Druck auf den Deutsche-Bank-Chef. Handelsblatt (Paywall)
  • Bei der Deutschen Bank verdienen 50 Mitarbeiter mehr als der Chef: Insgesamt machte das größte hiesige Geldhaus im vergangenen Jahr 705 seiner Beschäftigten zu Einkommens-Millionären. Süddeutsche
  • Kengeter hat 2017 trotz allem rund fünf Millionen Euro verdient … und selbst dieses Jahr kassiert der Ex-Chef der Deutschen Börse noch siebenstellig. Handelsblatt

Klickfavorit

… war am Freitag die Präsentation der Sparkasse Köln-Bonn (aus der übrigens, Seite 20, auch hervorgeht, dass das rheinische Power-House es 2017 als eine der wenigen Retail-Banken geschafft hat, sich im Provisionsgeschäft zu verschlechtern). PDF

16/03/18: DKB setzt auf Chatbots, Finreach, Fallen 2/3 aller Bankjobs in FFM weg?

Das Kundenverhalten im Jahr 2017 am Beispiel der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands

Die Themenlage war gestern – ehrlich gesagt – so mau, dass wir (ohnehin frustriert nach einer gescheiterten Großrecherche) in unserer nackten Verzweiflung irgendwann bei einer frisch vorgestellten Präsentation der Sparkasse KölnBonn gelandet sind. Und ohne diesen spätabendlichen Fund jetzt überverkaufen zu wollen: Ganz uninteressant fanden wir den Inhalt nicht. Denn er verrät ein bisschen was über den durchschnittlichen urbanen Nutzer von Bankdienstleistungen in der heutigen Zeit. Also, auf geht’s: Wenn wir die Präsentation richtig verstehen, dann verliert sich der Otto-Normal-Kunde nur noch 1-mal im Jahr in der Filiale, ans Call-Center wendet er sich 2-mal, den Automaten sucht er 24-mal auf, das Online-Banking nutzt er 120-mal und das Mobile-Banking 192-mal (die letzte Zahl bezieht sich vermutlich nur auf die Kunden, die die App auch runtergeladen haben). 60 % der privaten Girokunden machen mittlerweile Online-Banking, was gemessen am Vorjahr einen Zuwachs von 3,2 Punkten bedeutet. Über die App-Nutzer erfährt man, dass ihre Zahl um gut ein Viertel gestiegen ist. Und die Zahl der Transaktionen legte  um 4,8 Prozent auf 16 Millionen zu, was rund 20 pro Jahr und  Kunde entsprechen dürfte (leider sind die Angaben z.T. nicht ganz eindeutig, aber sei’s drum).

Charts zur Bilanz-PK der Sparkasse KölnBonn (PDF)

News

DKB lässt Kreditkunden jetzt mit Chatbots kommunizieren: … und kooperiert dafür mit dem bislang eher als Kontowechsel-Helfer auffällig gewordenen Berliner Startup Finreach. Handelsblatt

Die meisten Händler setzen auf Paypal: … doch auch der kleine deutsche Wettbewerber Giropay schneidet in der ECC-Payment-Studie erstaunlich gut ab. IT-Finanzmagazin

Deutsche-Bank-Skandalhändler bekennt sich schuldig, den Euribor manipuliert zu haben: Welche Strafe Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Euro-Bonus) droht, ist noch unklar. Reuters, Handelsblatt

Beyond.de

Schwedische Großbank Nordea zieht nach Helsinki um: … haben die Aktionäre gestern beschlossen. Damit sitzt die größte Bank Skandinaviens künftig in der Eurozone. Bloomberg

Bei HSBC verdienen Frauen 59 Prozent weniger als Männer: … und bei den Boni beträgt der Unterschied sogar 89 Prozent. Reuters, Bloomberg

Linktipps

Warum alles noch viel schlimmer wird als ohnehin befürchtet: In Frankfurt werden auf lange Sicht zwei Drittel aller Bankjobs wegfallen, glaubt Andreas Buschmeier. Capital

Wieso die Banken nicht mit Amazon paktieren sollten …, erklärt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Ist okay, was Petrus Advisers mit der Commerzbank macht? Dieser Frage ist der Vorsitzende des M&A-Bundesverbands nachgegangen. Bilanz

Kann es wirklich sein, dass Europa nicht in der Lage ist, diese lettische Bank dichtzumachen? … wundern sich die Kollegen von Bloomberg.

Und wie immer freitags empfehlen wir zur weiterführenden Lektüre … die „Was wir lesen“-Linkliste des weltweit einzigen Blogs, der keine Themenarmut kennt. DZ-Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern die Jubelmeldung über die Norisbank-App. Hoffentlich wird dieser Klickerfolg auch die Deutsche Bank besänftigen – nachdem wir ihr gestern fälschlicherweise angedichtet hatten, sie würde ihrer Tochter deren Erfolge neiden. On the records: Tut sie nicht!!! Denn, 1.) Natürlich stecken in den Norisbank-Produkten viele Innovationen made in Frankfurt. Und 2.) Natürlich gönnt die Deutsche Bank allen ihren Töchtern alles. Wie sollte es anders auch sein?

In diesem Sinne, Ihnen ein schönes Wochenende, am Dienstag, 5 Uhr, sind wir wieder für Sie da – dann auch wieder mit richtigen Themen!

16/03/18: Fallen 2/3 aller Bankjobs in FFM weg?, Der Durchschnittskunde, DKB setzt auf Chatbots

Das Kundenverhalten im Jahr 2017 am Beispiel der größten kommunalen Sparkasse Deutschlands

Die Themenlage war gestern – ehrlich gesagt – so mau, dass wir (ohnehin frustriert nach einer gescheiterten Großrecherche) in unserer nackten Verzweiflung irgendwann bei einer frisch vorgestellten Präsentation der Sparkasse KölnBonn gelandet sind. Und ohne diesen spätabendlichen Fund jetzt überverkaufen zu wollen: Ganz uninteressant fanden wir den Inhalt nicht. Denn er verrät ein bisschen was über den durchschnittlichen urbanen Nutzer von Bankdienstleistungen in der heutigen Zeit. Also, auf geht’s: Wenn wir die Präsentation richtig verstehen, dann verliert sich der Otto-Normal-Kunde nur noch 1-mal im Jahr in der Filiale, ans Call-Center wendet er sich 2-mal, den Automaten sucht er 24-mal auf, das Online-Banking nutzt er 120-mal und das Mobile-Banking 192-mal (die letzte Zahl bezieht sich vermutlich nur auf die Kunden, die die App auch runtergeladen haben). 60 % der privaten Girokunden machen mittlerweile Online-Banking, was gemessen am Vorjahr einen Zuwachs von 3,2 Punkten bedeutet. Über die App-Nutzer erfährt man, dass ihre Zahl um gut ein Viertel gestiegen ist. Und die Zahl der Transaktionen legte  um 4,8 Prozent auf 16 Millionen zu, was rund 20 pro Jahr und  Kunde entsprechen dürfte (leider sind die Angaben z.T. nicht ganz eindeutig, aber sei’s drum).

Charts zur Bilanz-PK der Sparkasse KölnBonn (PDF)

News

Deutsche-Bank-Skandalhändler bekennt sich schuldig, den Euribor manipuliert zu haben: Welche Strafe Christian Bittar (das war der mit dem 80-Millionen-Euro-Bonus) droht, ist noch unklar. Reuters, Handelsblatt

DKB lässt Kreditkunden jetzt mit Chatbots kommunizieren: … und kooperiert dafür mit dem bislang eher als Kontowechsel-Helfer auffällig gewordenen Berliner Startup Finreach. Handelsblatt

Die meisten Händler setzen auf Paypal: … doch auch der kleine deutsche Wettbewerber Giropay schneidet in der ECC-Payment-Studie erstaunlich gut ab. IT-Finanzmagazin

Beyond.de

Schwedische Großbank Nordea zieht nach Helsinki um: … haben die Aktionäre gestern beschlossen. Damit sitzt die größte Bank Skandinaviens künftig in der Eurozone. Bloomberg

Bei HSBC verdienen Frauen 59 Prozent weniger als Männer: … und bei den Boni beträgt der Unterschied sogar 89 Prozent. Reuters, Bloomberg

Linktipps

Warum alles noch viel schlimmer wird als ohnehin befürchtet: In Frankfurt werden auf lange Sicht zwei Drittel aller Bankjobs wegfallen, glaubt Andreas Buschmeier. Capital

Wieso die Banken nicht mit Amazon paktieren sollten …, erklärt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Ist okay, was Petrus Advisers mit der Commerzbank macht? Dieser Frage ist der Vorsitzende des M&A-Bundesverbands nachgegangen. Bilanz

Kann es wirklich sein, dass Europa nicht in der Lage ist, diese lettische Bank dichtzumachen? … wundern sich die Kollegen von Bloomberg.

Und wie immer freitags empfehlen wir zur weiterführenden Lektüre … die „Was wir lesen“-Linkliste des weltweit einzigen Blogs, der keine Themenarmut kennt. DZ-Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern die Jubelmeldung über die Norisbank-App. Hoffentlich wird dieser Klickerfolg auch die Deutsche Bank besänftigen – nachdem wir ihr gestern fälschlicherweise angedichtet hatten, sie würde ihrer Tochter deren Erfolge neiden. On the records: Tut sie nicht!!! Denn, 1.) Natürlich stecken in den Norisbank-Produkten viele Innovationen made in Frankfurt. Und 2.) Natürlich gönnt die Deutsche Bank allen ihren Töchtern alles. Wie sollte es anders auch sein?

In diesem Sinne, Ihnen ein schönes Wochenende, am Dienstag, 5 Uhr, sind wir wieder für Sie da – dann auch wieder mit richtigen Themen!

Exklusiv: Neuer Fintech-Inkubator Finconomy launcht erstes Venture

Von Heinz-Roger Dohms

Der neue Fintech-Inkubator Finconomy hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sein erstes Venture gelauncht, nämlich einen  Robo Advisor namens WeAdvise. Zwar gibt es am deutschen Markt bereits eine Vielzahl digitaler Vermögensverwalter wie Scalable Capital, Liqid oder Vaamo – zudem haben auch einige etablierte Player eigene Robos an den Markt gebracht, darunter die Deutsche Bank („Robin“) oder die Genobanken („Visualvest“). Trotzdem glaubt Co-Founder Christian Ropel, dass sich WeAdvise vom Rest der Marktes abheben wird: „Als erster und einziger Anbieter fokussieren wir uns ausschließlich auf das B2B-Segment“, sagte Ropel im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Das heißt: Es geht um reine White-Label-Lösung, im Endkundengeschäft wird der Name „WeAdvise“ nicht auftauchen.

„Die Palette der Anbieter, für die unsere Lösung infrage kommt, reicht von Banken und Versicherern über Finanzvertriebe, Maklerpools  bis hin zum Vermögensverwalter“, erläuterte Ropel. Den Bedarf macht er an einem Beispiel deutlich: „Wenn ein Kunde seinen Vermögensverwalter damit konfrontiert, dass er Robo Advisory spannend findet – dann hat der Vermögensverwalter bislang nur die Möglichkeit, den Kunden an einen der existierenden Anbieter zu vermitteln. Mit WeAdvise hingegen geben wir dem Vermögensverwalter jetzt ein Tool an die Hand, das ihm ermöglicht, dem Kunden eine eigene Robo-Lösung anzubieten. Das heißt: Er behält seinen Kunden statt ihn zu vermitteln.“

Die WeAdvise-Lösung sei „hochgradig anpassbar“ an die jeweiligen Wünsche der Bank, des Versicherers oder eben des Vermögensverwalters, so Ropel – „das kann man sich wie einen modularen Baukasten vorstellen, aus dem jeder Anbieter seine Teile wählen kann“. In technologischer Hinsicht liegt der Kern des Produkts darin, dass es sich bei der WeAdvise-Plattform um eine offene Architektur handelt, die nach Wünschen des Lizenznehmers bestückt werden kann. „Dadurch versetzen wir zum Beispiel den ansonsten analog tätigen Vermögensverwalter in die Lage, seinen Klienten digital zu bedienen.“ Darüber hinaus stellt WeAdvise sicher, dass die Verbindung zur jeweiligen Transaktionsbank funktioniert.

WeAdvise selber verdient in erster Linie an den Lizenzgebühren. Die fließen im wesentlichen für die Software-Lösung als solche, aber zum Beispiel auch für den laufenden technischen Support und für regelmäßige „Produkt-Updates“, etwa wenn sich der regulatorische Rahmen verändert. „Wir garantieren, dass die regulatorische Compliance fortlaufend sichergestellt ist“, sagt Ropel.

Aus Branchensicht spannend: Wird WeAdvise zum Erfolg, dann könnte sich Finconomy auf Sicht vielleicht als zweiter deutscher Fintech-Inkubator neben Finleap in Berlin etablieren. Finconomy war im vergangenen Herbst an den Start gegangen – allerdings nicht bei Null, sondern auf Basis zweier bestehender Fintechs, sie heißen BANKSapi und Fundsaccess. Daneben gab es damals noch eine Beteiligung an der mittlerweile komplett zum W&W-Konzern gehörenden Treefin GmbH. Gleichwohl: WeAdvise ist nun das erste Venture, das tatsächlich aus dem Inkubator hervorgeht. Neben Finconomy ist das Management um Christian Ropel und Markus Klems beteiligt.

Der B2B-Ansatz ist im Robo-Markt insofern spannend, als nur wenige unabhängige Anbieter im Endkundenmarkt letztlich auf eine kritische Größte kommen dürften. Auch andere Fintechs setzen darum mittlerweile – zusätzlich zu ihrem B2C-Geschäft – auf Lösungen für etablierte Partner. So baute zum Beispiel Vaamo den Robo-Advisor für die deusche Santander, während Whitebox mit der VW Bank kooperiert und Investify mit der Hamburger Sparkasse. Ein wiederum anderes Beispiel ist Elinvar. Das Berliner Fintech hilft klassischen Banken wie zum Beispiel Warburg bei der Digitalisierung ihrer Vermögensverwaltung – wozu dann auch roboartige Angebote gehören können.

15/03/18: Finleap-Rivale launcht erstes Venture, Was kann Instant Payment?, Das Ende des Sparkassen-Claims

Exklusiv: Neuer Fintech-Inkubator Finconomy lanciert sein erstes Venture

Der neue Fintech-Inkubator Finconomy hat nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sein erstes Venture gelauncht, nämlich einen  Robo Advisor namens WeAdvise. Zwar gibt es am deutschen Markt bereits eine Vielzahl digitaler Vermögensverwalter wie Scalable Capital, Liqid oder Vaamo – zudem haben auch einige etablierte Player eigene Robos an den Markt gebracht, darunter die Deutsche Bank („Robin“) oder die Genobanken („Visualvest“). Trotzdem glaubt Co-Founder Christian Ropel, dass sich WeAdvise vom Rest der Marktes abheben wird: „Als erster und einziger Anbieter fokussieren wir uns ausschließlich auf das B2B-Segment“, sagte Ropel im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Das heißt: Es geht um reines White-Label-Tool, im Endkundengeschäft wird der Name „WeAdvise“ nicht auftauchen. Wie die Lösung genau aussehen wird, auf welche B2B-Kunden Finconomy abzielt und alle weiterem wichtigen Details erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

Frankfurt und die Brexit-Banker: Ist 5.000 das neue 10.000?

Im Juni sollen die ersten Londoner Goldmänner nach Frankfurt kommen. Zudem zitierten Medien jüngst aus einem internen Memo der UBS, wonach die Schweizer Großbank bald die ersten Verwaltungsjobs von der Themse an den Main verlegt. Und: Wenn der wackere Kollege von „efinancialcareers“ Recht hat, dann sind auch ein paar hiesige Jobvakanzen bei Morgan Stanley so zu deuten, dass in FFM demnächst Arbeitsplätze entstehen, die ohne Brexit vermutlich in London geblieben wären. Kurzum: Es läppert sich also. Bloß: Wohin läppert es sich, auf welche Zahl? Seit dem Tag des britischen EU-Austritts-Votums steht als Antwort auf diese Frage die „10.000“ im Raum. Bloß: Ist diese Prognose realistisch? Der Auslandsbanken-Verband jedenfalls hat gestern von 3.000-5.000 sozusagen reinen Brexit-Bankern gesprochen und diese Zahl plausibel begründet. Hinzu komme noch mal eine vierstellige Zahl an Bankern bei deutschen Häusern, die Jobs aus London zurückverlagern. Unterm Strich darf man also fragen: Ist 5.000 das neue 10.000? Sieht für den Moment fast so aus. Wobei 5.000 so schlecht ja auch nicht wäre. Spiegel Online (News), efinancialcareers (mit Details, um welche Jobs es genau geht)

News

Gäbe es bei „Finanz-Szene.de“ die Rubrik „Zahl des Tages“, dann wäre diese Zahl heute die „61“ – denn: Die PSD-Banken haben im vergangenen Jahr 61 Prozent ihres Baufinanzierungs-Volumens über Plattformen wie Interhyp, Europace (dahinter steht Hypoport) oder Planethome bezogen. Diese Zahl mag die Baukredit-Insider vielleicht nicht überraschen – wir als Baukredit-Outsider fanden es aber zumindest sehr vermeldenswert. Zumal sich die PSD Banken zugute halten, dass über die Plattformen vor allem die Kunden kämen, die man gerne hat, also die bonitätsstarken. (mit den schwierigen Fällen können sich dann die Filialbanker von der Sparkasse herumschlagen). Pressemitteilung (ohne die konkrete Zahl), FAZ (Seite 19)

Die Bafin fährt schwere Geschütze gegen die KfW auf: Laut „Handelsblatt“ haben die Aufseher in den vergangenen Monaten die interne Revision der Staatsbank durchleuchtet  – „und dort zahlreiche Mängel entdeckt“. In mindestens einem Fall gehe es sogar um ein Versäumnis mit der Note „F4“, was für „schwerwiegend“ stehe. Jedenfalls, wenn wir es richtig verstehen, ist die Sache so arg, dass sie sich nicht einfach heilen lässt, indem die KfW fünf neue interne Kontrolleure einstellt. Sondern: Sie soll, schreibt das HB, wegen des Falls künftig mehr Eigenkapital vorhalten. Uff. HB (Paywall)

Lassen die Sparkassen klammheimlich ihren „Wenn’s um Geld geht“-Claim verschwinden? Diese hübsche Beobachtung hat Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ gemacht. Und auch wenn der DSGV sachte widerspricht – uns scheint, dass die Beweisführung des Kollegen ziemlich überzeugend ist. Doch lesen Sie selbst: Der Bank-Blog

Linktipps

Wird Instant Payment die Zahlung am physischen Point of Sale wirklich verändern? Dieser Frage geht einer unserer Lieblings-Blogger nach, nämlich Rudolf Linsenbarth. IT-Finanzmagazin

Was so eine Banking-App heutzutage alles kann …, erfahren Sie bei der Lektüre einer gestern verbreiteten Pressemitteilung der Norisbank. Nun macht man das als seriöser Journalist ja eigentlich nicht – einfach so eine Produkt-Pressemitteilung versenden. Andererseits, erstens: Überlesen Sie einfach das Jubel-Deutsch und nehmen Sie nur den inhaltlichen Kern mit. Und zweitens: Wenn die Norisbank gut wegkommt, ärgern sich die Leute bei der Deutschen Bank. Der Spaß ist es uns wert. Pressemitteilung

Klickfavorit

… war gestern unsere ins Epische lappende Berichterstattung über Concardis. Finanz-Szene.de

15/03/18: Das Ende des Sparkassen-Claims, Schwere Mängel bei der KfW, Nur 5.000 Brexit-Banker?

Frankfurt und die Brexit-Banker: Ist 5.000 das neue 10.000?

Im Juni sollen die ersten Londoner Goldmänner nach Frankfurt kommen. Zudem zitierten Medien jüngst aus einem internen Memo der UBS, wonach die Schweizer Großbank bald die ersten Verwaltungsjobs von der Themse an den Main verlegt. Und: Wenn der wackere Kollege von „efinancialcareers“ Recht hat, dann sind auch ein paar hiesige Jobvakanzen bei Morgan Stanley so zu deuten, dass in FFM demnächst Arbeitsplätze entstehen, die ohne Brexit vermutlich in London geblieben wären. Kurzum: Es läppert sich also. Bloß: Wohin läppert es sich, auf welche Zahl? Seit dem Tag des britischen EU-Austritts-Votums steht als Antwort auf diese Frage die „10.000“ im Raum. Bloß: Ist diese Prognose realistisch? Der Auslandsbanken-Verband jedenfalls hat gestern von 3.000-5.000 sozusagen reinen Brexit-Bankern gesprochen und diese Zahl plausibel begründet. Hinzu komme noch mal eine vierstellige Zahl an Bankern bei deutschen Häusern, die Jobs aus London zurückverlagern. Unterm Strich darf man also fragen: Ist 5.000 das neue 10.000? Sieht für den Moment fast so aus. Wobei 5.000 so schlecht ja auch nicht wäre.

Spiegel Online (News), efinancialcareers (mit Details, um welche Jobs es genau geht)

News

Die Bafin fährt schwere Geschütze gegen die KfW auf: Laut „Handelsblatt“ haben die Aufseher in den vergangenen Monaten die interne Revision der Staatsbank durchleuchtet  – „und dort zahlreiche Mängel entdeckt“. In mindestens einem Fall gehe es sogar um ein Versäumnis mit der Note „F4“, was für „schwerwiegend“ stehe. Jedenfalls, wenn wir es richtig verstehen, ist die Sache so arg, dass sie sich nicht einfach heilen lässt, indem die KfW fünf neue interne Kontrolleure einstellt. Sondern: Sie soll, schreibt das HB, wegen des Falls künftig mehr Eigenkapital vorhalten. Uff. HB (Paywall)

Exklusiv – Fintech-Inkubator Finconomy launcht erstes Venture: Und zwar handelt es sich dabei nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ um einen Robo Advisor auf B2B-Basis. Das heißt, jede Bank (aber auch jeder Finanzvertrieb oder jeder Vermögensverwalter) kann die WeAdvise getaufte Lösung in sein eigenes Produktangebot integrieren (mit eigenen Farben, eigenen Angeboten, eigenem Pricing etc.pp.). So jedenfalls das Produktversprechen. Finanz-Szene.de

Lassen die Sparkassen klammheimlich ihren „Wenn’s um Geld geht“-Claim verschwinden? Diese hübsche Beobachtung hat Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ gemacht. Und auch wenn der DSGV sachte widerspricht – uns scheint, dass die Beweisführung des Kollegen ziemlich überzeugend ist. Doch lesen Sie selbst: Der Bank-Blog

Gäbe es bei „Finanz-Szene.de“ die Rubrik „Zahl des Tages“, dann wäre diese Zahl heute die „61“ – denn: Die PSD-Banken haben im vergangenen Jahr 61 Prozent ihres Baufinanzierungs-Volumens über Plattformen wie Interhyp, Europace (dahinter steht Hypoport) oder Planethome bezogen. Diese Zahl mag die Baukredit-Insider vielleicht nicht überraschen – wir als Baukredit-Outsider fanden es aber zumindest sehr vermeldenswert. Zumal sich die PSD Banken zugute halten, dass über die Plattformen vor allem die Kunden kämen, die man gerne hat, also die bonitätsstarken. (mit den schwierigen Fällen können sich dann die Filialbanker von der Sparkasse herumschlagen). Pressemitteilung (ohne die konkrete Zahl), FAZ (Seite 19)

Wie die EU-Kommission das NPL-Problem loswerden will … und was das mit dem  Thema europaweite Einlagensicherung zu tun hat, erklärt Ihnen die „Welt“.

Warum die DWS einen weiteren Großinvestor hat (nämlich eine französische Fondsboutique namens Tiekhau) …, diesen aber offenbar gar nicht so richtig will. Handelsblatt (Paywall), Reuters (leider nicht so detailliert wie das HB)

Früheren Oppenheim-Bankern bleibt der Knast erspart …, hat der BGH entschieden. Manager Magazin

Linktipps

Wird Instant Payment die Zahlung am physischen Point of Sale wirklich verändern? Dieser Frage geht einer unserer Lieblings-Blogger nach, nämlich Rudolf Linsenbarth. IT-Finanzmagazin

Was so eine Banking-App heutzutage alles kann …, erfahren Sie bei der Lektüre einer gestern verbreiteten Pressemitteilung der Norisbank. Nun macht man das als seriöser Journalist ja eigentlich nicht – einfach so eine Produkt-Pressemitteilung versenden. Andererseits, erstens: Überlesen Sie einfach das Jubel-Deutsch und nehmen Sie nur den inhaltlichen Kern mit. Und zweitens: Wenn die Norisbank gut wegkommt, ärgern sich die Leute bei der Deutschen Bank. Der Spaß ist es uns wert. Pressemitteilung

Klickfavorit

… war gestern unsere ins Epische lappende Berichterstattung über Concardis. Finanz-Szene.de

14/03/18: Der neue deutsche Payment-Champion, Funding Circle vs. Auxmoney, Investify

Exklusiv: Bain und Advent machen ernst mit ihrer Attacke auf den deutschen Payment-Markt

Die spannendsten Firmen sind manchmal die, die man nicht sieht – wie die Eagle Eschborn GmbH. Bei dieser Firma handelt es sich um jene Holding, unter der die US-Finanzinvestoren Bain und Advent ihre 2017 erworbenen deutschen Payment-Aktivitäten angesiedelt haben (also vor allem Concardis, daneben aber u.a. auch Ratepay und Simplepay). Wie ernst es den Amerikanern mit ihrem Angriff auf den hiesigen Markt ist, verrät jetzt eine Personalie, die „Finanz-Szene.de“ exklusiv in Erfahrung gebracht hat: Neuer Chef dieser Holding wird nämlich Robert Hoffmann, der frühere CEO des Internet-Unternehmens 1&1. Gemeinsam mit Concardis-Chef Marcus Mosen soll er aus „Eagle Eschborn“ offenbar einen neuen Payment-Champion schmieden – mit durchaus internationalen Ambitionen, wie  eine weitere Exklusiv-Info von „Finanz-Szene.de“ zeigt: Zum Concardis-Eagle-Reich zählt nämlich neuerdings auch ein großer osteuropäischer Payment-Anbieter. Und verbürgt ist überdies das Interesse von Bain und Advent an der milliardenschweren Schweizer SIX Payment. Lesen Sie hier die Reportage über den Angriff des Adlers – und was das alles über die deutschen Banken aussagt, die Concardis ja unbedingt loswerden wollten:

Finanz-Szene.de (Reportage), Finanz-Szene.de (News-Fassung)

News

Jetzt gibt es endlich mal konkrete Zahlen, wie das Kräfteverhältnis zwischen den (nach unserer Wahrnehmung) beiden größten Marketplace-Lendern hierzulande wirklich aussieht – und zwar: Nachdem Auxmoney neulich mitgeteilt hat, 2017 Kredite im Volumen von 316 Mio. Euro vermittelt zu haben, verrät der Deutschland-Chef von Funding Circle nun, was er entgegenzusetzen hat: 55 Mio. Euro. Gründerszene

Und noch ganz schnell zwei kleine Fintech-Meldungen, die uns erst wieder eingefallen sind, als die Mailchimp-Maschine um kurz vor 5 Uhr schon zu rattern anfing, und die wir darum einfach nur noch kurz eingeschoben haben: Der Robo-Advisor Investify kooperiert künftig beim Vertrieb mit einem Immobilienspezialisten namens Poll (was insofern News-Charakter haben könnte, als das der erste oder einer der ersten Fälle ist, dass ein Robo-Produkt über einen Partner vermittelt wird, der sonst nichts mit dem Thema Geldanlage zu tun hat) … und die andere News? Ach ja, der deutsche Crowdinvesting-Markt hat 2017 die 200-Mio-Euro-Marke geknackt. ETF Funds (Investify), Crowdfunding.de (PDF)

Die drei wichtigsten Zahlen aus der gestern vorgestellten Bilanz der Volks- und Raiffeisenbanken (und in Klammern jeweils zum Vergleich das Ergebnis der Sparkassen): 1.) Anders als die Roten schaffen die Blauen es auch weiterhin, den Immobilienboom in einen höheren Absatz bei den Baufinanzierungen umzumünzen, wobei wir nicht wissen, welches Risikokosten damit womöglich verbunden sind. Jedenfalls, das private Baufi-Volumen stieg um 5,2 Prozent (-1,8%); .2) Das Provisionsergebnis legte um 8,1 Prozent zu, was nur unwesentlich weniger war als bei den Sparkassen (8,4%); 3.) Und anders als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz vollbrachten es die Volks- und Raiffeisenbanken tatsächlich, mit dem Plus bei den Provisionen den Rückgang bei den Zinsen überzukompensieren, auch wenn das Zinsergebnis um 1,6 Prozent schrumpfte (-3,0%). Ertragsentwicklung (PDF), Geschäftsentwicklung (PDF)

Die ETF-Sparte der Commerzbank geht voraussichtlich an Société Générale: … schreibt jedenfalls das „Handelsblatt“, und gefühlt würden wir sagen, dass wir, hätten wir die Zeit gefunden, gestern Abend noch schnell bei der Coba anzurufen, um nachzufragen, ob das denn auch stimmt, jetzt vermutlich schreiben dürften, dass die Informationen „in Finanzkreisen bestätigt“ worden seien. Handelsblatt (Paywall)

Warum die Deutsche Bank beim DWS-Börsengang die in unserer gestrigen Ausgabe skizzierten Abschläge macht: Wohl auch, weil die DWS laut Prospekt für dieses Jahr mit einer leichten Eintrübung der Geschäfte rechnet (was dann doch erstaunt angesichts des Boheis, der neulich PR-seitig um die angeblich so duften 2017-Zahlen gemacht wurde). Zudem ist die Blaubank offenbar auf den Trichter gekommen, dass die gewählte KGaA-Struktur womöglich nicht bei jedem Investor in London, New York oder Singapur zu Jubelstürmen führt. Handelsblatt (zu den 2018er-Zahlen), Financial Times (Paywall, zur KGaA-Struktur)

Oha, dreht jetzt sogar die ING Diba an der Gebührenschraube? Naja, zumindest so ein gaaanz klein bisschen, wenn wir es richtig deuten. So bezahlt der Wertpapierkunde (der dies dieser Tage per Post mitgeteilt bekam) z.B. bei einer Order von 3000 Euro künftig 2,50 Euro mehr als bislang (bei kleineren Käufen allerdings bezahlt er dafür auch etwas weniger). Die Gebühr für den Wertpapierservice steigt von 9,90 Euro auf 14,90 Euro.

Liebe Leser, die Sparkassen dürfen Ihre Kundinnen auch weiterhin Kunde nennen, hat der BGH entschieden. Manager Magazin

Linktipps

„Mobile Banking verdrängt Online-Banking“: … behauptet Bain-Consultant Dirk Vater im Gespräch mit dem Bank-Blog

Wie lassen sich die Betrugsrisiken im Online-Zahlungsverkehr reduzieren? Darüber hat Jochen Siegert vom Paymentandbanking-Blog mit Roberto Valerio, dem CEO von RiskIdent, gesprochen. PAB (Podcast)

Warum 2018 das „Jahr der Entscheidung“ für P2P-Lender werden könnte … erklärt Patrick Jenkins von der „Financial Times“ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern Christian Kirchners wunderbares Stück über die Original-Schauplätze der „Bad Banks“-Serie. Capital

14/03/18: Der neue deutsche Payment-Champion, Kleines DWS-Geheimnis, Volksbanken vs. Sparkassen 2:1

Exklusiv: Bain und Advent machen ernst mit ihrer Attacke auf den deutschen Payment-Markt

Die spannendsten Firmen sind manchmal die, die man nicht sieht – wie die Eagle Eschborn GmbH. Bei dieser Firma handelt es sich um jene Holding, unter der die US-Finanzinvestoren Bain und Advent ihre 2017 erworbenen deutschen Payment-Aktivitäten angesiedelt haben (also vor allem Concardis, daneben aber u.a. auch Ratepay und Simplepay). Wie ernst es den Amerikanern mit ihrem Angriff auf den hiesigen Markt ist, verrät jetzt eine Personalie, die „Finanz-Szene.de“ exklusiv in Erfahrung gebracht hat: Neuer Chef dieser Holding wird nämlich Robert Hoffmann, der frühere CEO des Internet-Unternehmens 1&1. Gemeinsam mit Concardis-Chef Marcus Mosen soll er aus „Eagle Eschborn“ offenbar einen neuen Payment-Champion schmieden – mit durchaus internationalen Ambitionen, wie  eine weitere Exklusiv-Info von „Finanz-Szene.de“ zeigt: Zum Concardis-Eagle-Reich zählt nämlich neuerdings auch ein großer osteuropäischer Payment-Anbieter. Und verbürgt ist überdies das Interesse von Bain und Advent an der milliardenschweren Schweizer SIX Payment. Lesen Sie hier die Reportage über den Angriff des Adlers – und was das alles über die deutschen Banken aussagt, die Concardis ja unbedingt loswerden wollten:

Finanz-Szene.de (Reportage), Finanz-Szene.de (News-Fassung)

News

Die drei wichtigsten Zahlen aus der gestern vorgestellten Bilanz der Volks- und Raiffeisenbanken (und in Klammern jeweils zum Vergleich das Ergebnis der Sparkassen): 1.) Anders als die Roten schaffen die Blauen es auch weiterhin, den Immobilienboom in einen höheren Absatz bei den Baufinanzierungen umzumünzen, wobei wir nicht wissen, welches Risikokosten damit womöglich verbunden sind. Jedenfalls, das private Baufi-Volumen stieg um 5,2 Prozent (-1,8%); .2) Das Provisionsergebnis legte um 8,1 Prozent zu, was nur unwesentlich weniger war als bei den Sparkassen (8,4%); 3.) Und anders als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz vollbrachten es die Volks- und Raiffeisenbanken tatsächlich, mit dem Plus bei den Provisionen den Rückgang bei den Zinsen überzukompensieren, auch wenn das Zinsergebnis um 1,6 Prozent schrumpfte (-3,0%). Ertragsentwicklung (PDF), Geschäftsentwicklung (PDF)

Alle gegen Draghi, Folge 273: Nachdem sich der EZB-Chef am Montag sehr deutlich für einen europaweiten Einlagentopf ausgesprochen hat (was jetzt auch nicht völlig überraschend kam), berichten die Zeitungen Ihres Vertrauens heute Früh in gewohnt großer Aufmachung über den ritualisierten Sturmlauf dagegen. BÖZ, FAZ (S. 17, 27)

Die ETF-Sparte der Commerzbank geht voraussichtlich an Société Générale: … schreibt jedenfalls das „Handelsblatt“, und gefühlt würden wir sagen, dass wir, hätten wir die Zeit gefunden, gestern Abend noch schnell bei der Coba anzurufen, um nachzufragen, ob das denn auch stimmt, jetzt vermutlich schreiben dürften, dass die Informationen „in Finanzkreisen bestätigt“ worden seien. Handelsblatt (Paywall)

Warum die Deutsche Bank beim DWS-Börsengang die in unserer gestrigen Ausgabe skizzierten Abschläge macht: Wohl auch, weil die DWS laut Prospekt für dieses Jahr mit einer leichten Eintrübung der Geschäfte rechnet (was dann doch erstaunt angesichts des Boheis, der neulich PR-seitig um die angeblich so duften 2017-Zahlen gemacht wurde). Zudem ist die Blaubank offenbar auf den Trichter gekommen, dass die gewählte KGaA-Struktur womöglich nicht bei jedem Investor in London, New York oder Singapur zu Jubelstürmen führt. Handelsblatt (zu den 2018er-Zahlen), Financial Times (Paywall, zur KGaA-Struktur)

Andere Länder, andere Aufschreie: Während aus dem DWS-Prospekt hervorgeht, dass CEO Moreau künftig bis zu 10,5 Mio. Euro verdienen wird, hat die niederländische ING nach dem öffentlichen Proteststurm der vergangenen Tage entschieden, die geplante Gehaltserhöhung für CEO Hamers (von 2 auf 3 Mio. Euro) zurückzunehmen. BÖZ, Spiegel-Online

Mmmmh, werte M&A-Abteilungen deutscher Banken … das ist jetzt aber auch kein Ruhmesblatt, dass sich (es geht um den Mega-Energie-Deal vom Wochenende) E.On von Perella Weinberg Partners sowie BNP Paribas hat beraten lassen und RWE von Bofa Merrill Lynch sowie der Citigroup …. Bloomberg (einmal runterscrollen bis zum zehnten Absatz, bitte)

Oha, dreht jetzt sogar die ING Diba an der Gebührenschraube? Naja, zumindest so ein gaaanz klein bisschen, wenn wir es richtig deuten. So bezahlt der Wertpapierkunde (der dies dieser Tage per Post mitgeteilt bekam) z.B. bei einer Order von 3000 Euro künftig 2,50 Euro mehr als bislang (bei kleineren Käufen allerdings bezahlt er dafür auch etwas weniger). Die Gebühr für den Wertpapierservice steigt von 9,90 Euro auf 14,90 Euro.

Liebe Leser, die Sparkassen dürfen Ihre Kundinnen auch weiterhin Kunde nennen, hat der BGH entschieden. Manager Magazin

Jetzt gibt es endlich mal konkrete Zahlen, wie das Kräfteverhältnis zwischen den (nach unserer Wahrnehmung) beiden größten Marketplace-Lendern hierzulande wirklich aussieht – und zwar: Nachdem Auxmoney neulich mitgeteilt hat, 2017 Kredite im Volumen von 316 Mio. Euro vermittelt zu haben, verrät der Deutschland-Chef von Funding Circle nun, was er entgegenzusetzen hat: 55 Mio. Euro. Gründerszene

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„Mobile Banking verdrängt Online-Banking“: … behauptet Bain-Consultant Dirk Vater im Gespräch mit dem Bank-Blog

Wie lassen sich die Betrugsrisiken im Online-Zahlungsverkehr reduzieren? Darüber hat Jochen Siegert vom Paymentandbanking-Blog mit Roberto Valerio, dem CEO von RiskIdent, gesprochen. PAB (Podcast)

Warum 2018 das „Jahr der Entscheidung“ für P2P-Lender werden könnte … erklärt Patrick Jenkins von der „Financial Times“ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern Christian Kirchners wunderbares Stück über die Original-Schauplätze der „Bad Banks“-Serie. Capital

Wie zwei US-Investoren einen neuen deutschen Payment-Champion formen

Von Heinz-Roger Dohms

Die spannendsten Firmen sind manchmal die, die man nicht sieht. Eine solche Firma ist die Eagle Eschborn GmbH.

Gegründet wurde sie Ende 2016, der offizielle Gegenstand des Gesellschaft lautete:  Der „Erwerb, das Halten, die Verwaltung und/oder der Verkauf von Beteiligungen an Unternehmen im In- und Ausland auf eigene Rechnung.“ Gut zwölf Monate schlummerte das Unternehmen im Handelsregister scheinbar tatenlos vor sich hin. Doch dann geschah Anfang Januar etwas Bemerkenswertes: Als Geschäftsführer trat laut Registerauszug ein gewisser Marcus Mosen in die Eagle Eschborn GmbH ein. Mosen ist der Chef von Concardis (zu Concardis gleich mehr) und damit einer der wichtigsten deutschen Payment-Manager. Was hatte das zu bedeuten: Hat Mosen einen neuen Job?

Die Antwort auf diese Frage, so zeigen Recherchen von „Finanz-Szene.de“, lautet: Ja und Nein. Doch die Recherchen zeigen noch mehr: Nämlich, dass sich unter dem Mantel der Eagle Eschborn GmbH nicht nur ein ganzes Bündel spannender deutscher Payment-Firmen angesiedelt hat, sondern inzwischen auch eine erste ausländische Tochter. Und: Zu diesen Unternehmen könnte sich bald noch ein weiteres gesellen könnte, nämlich ein milliardenschwerer Player aus der Schweiz. Zudem ergeben die Recherchen noch etwas anderes, und zwar, dass die Eagle Eschborn GmbH in Kürze einen weiteren Geschäftsführer bekommen dürfte – einen der renommiertesten Internet-Manager hierzulande.

Doch der Reihe nach. Beginnen wir mit Marcus Mosen. Beziehungsweise mit dem Unternehmen, dem Mosen eigentlich vorsteht. Beginnen wir mit Concardis.

Bei Concardis, angesiedelt in besagtem Eschborn bei Frankfurt, handelt es sich von Haus aus um einen Acquirer, also um eine jener Firmen, die bei Kreditkarten-Transaktionen zwischen Visa und Mastercard auf der einen und dem Händler auf der anderen Seite stehen (und die dafür sorgen, dass der Händler von der Kreditkartenfirma und die Kreditkartenfirma  vom Endkunden auch tatsächlich ihr Geld erhalten).

Bis vor einem Jahr gehörte Concardis – das Unternehmen hieß ursprünglich übrigens mal „Gesellschaft für Zahlungsverkehr“ – den deutschen Banken und Sparkassen. So richtig wussten die Kreditinstitute allerdings nicht, was sie mit Concardis anfangen sollten. Denn: Der Zahlungsverkehr gehörte zwar traditionell zum Kerngeschäft der Banken. Aber das heißt nicht, dass er auch zu ihren Stärken gehörte. Mit dem Zahlungsverkehr war es eher so, dass er halt immer irgendwie dazugehörte. Ein Geschäft, dass im Hintergrund mitlief. Langweilig und unsexy.

Dann aber kam vor zehn Jahren Paypal. Und plötzlich hieß Zahlungsverkehr nicht mehr Zahlungsverkehr, sondern „Payment“. Und plötzlich war Zahlungsverkehr auch nicht mehr unsexy, sondern ganz heißer Scheiß. Irgendwann merkten das auch die deutschen Banken. Darum gründeten sie 2014 ihr eigenes Paypal, genannt „Paydirekt“, ein Klon-Unternehmen, das seitdem mehr oder weniger erfolglos vor sich hin hinwerkelt.  Doch was passierte derweil mit Concardis?

Während die deutschen Banken unbedingt ihr eigenes Paypal haben wollten, hatten sie für jenen Anbieter, der ihnen seit Jahrzehnten gehört, sprich: für Concardis, plötzlich keine Verwendung mehr. Das lag – etwas provokativ ausgedrückt – zum einen daran, dass sich Concardis für manche Entscheidungsträger in der deutschen Kreditwirtachft eher nach „Zahlungsverkehr“ als nach „Payment“ anhörte. Es lag zum anderen aber auch am üblichen Interessen-Gewirr im deutschen Finanzsektor. Die Sparkassen haben nämlich mit der BS Payone (ehemals: B+S Card) einen eigenen Acquirer, weshalb sie nie so genau wussten, was sie eigentlich mit ihrer Beteiligung an Concardis anfangen sollten. Dasselbe gilt so ähnlich auch für die Genobanken (deren Acquirer auf den Namen Card Process hört).

Zwar gab es 2016 aufseiten der Banken angeblich kurzzeitig die Idee, Concardis doch zu behalten, und zwar unter dem Dach der DZ Bank und der Helaba. Dieser Plan allerdings wurde wieder verworfen. Wohl auch, weil Ende 2016 zwei US-Finanzinvestoren aufkreuzten,  Bain und Advent, die bereit waren, einen scheinbar viel zu hohen Preis für Concardis zu zahlen. Satte 700 Millionen Euro.

Ob sich dieser Kaufpreis irgendwann wird rechtfertigen lassen? Für dieses Urteil ist es noch zu früh. Was sich aber, rund ein Jahr nach dem Kauf, bereits sagen lässt: Anders als die deutschen Banken haben die beiden amerikanischen Private-Equity-Gesellschaften einen Plan für Concardis, vielleicht sogar eine Vision. Der Plan sieht so aus, dass sich Concardis vom Dienstleister im Hintergrund zu einem Unternehmen wandeln soll, dass dorthin geht, wo im Zahlungsverkehr der Paypal-Ära das große Geld zu verdienen ist – nämlich am Point of Sale, im Internet, in der Cloud. Und die Vision? Dürfte sein, aus Concardis einen neuen deutschen und vielleicht ja sogar europäischen Payment-Champion zu formen.

Dabei leitete CEO Mosen die Neuausrichtung von Concardis vom Acquirer zum Rundumanbieter schon vor der Übernahme durch Bain und Advent ein. So stiegen die Eschborner 2014 als Hauptinvestor bei Orderbird ein, einem Fintech, das ein Kassensystem entwickelt hatte, mit denen kleine Händler über ihr iPad abrechnen können; speziell in der Gastronomie ist Orderbird schon relativ weit verbreitet. Ebenfalls zum Angebot gehört ein ähnliches Kassensystem für das Smartphone, es heißt Optipay (nicht zu verwechseln mit dem Fintech Optiopay). Gleichwohl: Für größere Projekte als es Orderbird oder Optipay waren, fehlte vor dem Einstieg der beiden Finanzinvestoren das Geld. Die Banken sahen wenig Sinn darin, Concardis mit Kapital für den Einstieg in neue Geschäftsfelder auszustatten. Im Gegenteil: Die Frage war vielmehr, wie viel Geld der Acquirer an seine Eigner ausschütten sollte.

Unter der Ägide von Bain und Advent änderte sich das. Mit der Übernahme des Berliner Fintechs Ratepay für einen mutmaßlich höheren zweistelligen Millionenbetrag schlug Concardis 2017 erstmals richtig zu – wobei: in Wirklichkeit tätigte eben nicht Concardis die Übernahme, sondern die von Bain und Advent aufgesetzte Eagle Eschborn GmbH, die sich de facto allerdings offenbar als „Concardis Holding“ beschreiben lässt. Ratepay (die Firma ermöglicht Onlinehändlern, ihren Kunden das Zahlen auf Rechnung oder per Lastschrift anzubieten) war allerdings nur der Anfang. Denn Ende vergangenen Jahres stemmte Concardis gleich noch zwei Akquisitionen, nämlich die der PCS PayCard Service aus Mannheim und die der Simplepay GmbH.

Doch während diese beiden Transaktionen stolz verkündet wurden, blieb ein vermutlich deutlich größerer Deal unveröffentlicht. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ gehört inzwischen nämlich auch einer der größten südosteuopäischen Payment-Dienstleister, nämlich die Mercury Processing, zur Eagles Eschborn GmbH und damit also zum Reich von Concardis (ein Hinweis hierauf findet sich auf einer Mercury-Homepage). Dies deutet darauf hin, dass die Ambitionen des neuen Konglomerats über Deutschland bereits hinausreichen, wobei der Fokus zunächst auf der DACH-Region liegen dürfte. In diesem Zusammenhang spannend: Bain und Advent gehören auch zu den Interessenten für die milliardenschwere Payment-Sparte des Schweizer Finanztechnologie-Konzerns SIX. Kommen die beiden US-Investoren zum Zuge, dann ist laut Branchenkennern davon auszugehen, dass auch sie unter das Dach der Eagle Eschborn kommen könnte. Spätestens in diesem Augenblick wäre die scheinbar altbackene Concardis plötzlich ein Player von internationalem Format.

Am Ehrgeiz mangelt es jedenfalls nicht. Darauf deutet eine spektakuläre Personalie hin:  Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ wird der frühere CEO von 1&1 Internet, Robert Hoffmann, neuer Chef der Eagle Eschborn GmbH, in der Concardis-Chef Mosen bereits sitzt. Nach Ansicht von Szene-Kennern macht das Sinn: Mosen ist ein langjähriger Payment-Manager mit starker Fintech-Affinität; Hoffmann kennt sich im Internet-Vertrieb aus und gilt zudem als Cloud-Experte (was insofern vorteilhaft ist, als moderne Payment-Lösungen wie Orderbird längst aus der Cloud kommen). Die Kombination könnte Sinn machen.

Wird der Adler also tatsächlich fließen? Das ist nicht gesagt. Denn die Payment-Branche ist seit einigen Jahren wahnwitzig schnellebig, die ganz großen US-Techkonzerne (Apple, Google, Amazon) tummeln sich hier ebenso wie smarte europäische Herausforder (Klarna, Adyen). Und doch: Nicht auszuschließen, dass die deutschen Banken in ein paar Jahren auf Concardis blicken und sich fragen: Und dieses Unternehmen hat mal uns gehört?

Exklusiv: Früherer 1&1-CEO Hoffmann wird Chef der Payment-Holding von Advent und Bain

Von Heinz-Roger Dohms

Spannende Personalie in der deutschen Payment-Branche: Der frühere CEO des Internetunternehmens 1&1, Robert Hoffmann, wird nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ neuer Chef der Eagle Eschborn GmbH – das ist die Holding, unter der die US-Finanzinvestoren Advent und Bain ihre deutschen Payment-Aktivitäten angesiedelt haben. Laut Handelsregister gehört auch Concardis-CEO Marcus Mosen der Holding-Führung an. Er ist verantwortlich für die operativ tätige Concardis GmbH, um die herum Advent und Bain momentan ein neues Schwergewicht auf dem europäischen Payment-Markt formen.

Unter dem Holding-Dach befindet sich neben dem Acquirer Concardis auch schon das aufstrebende Berliner Fintech Ratepay. Es ermöglicht Online-Händlern, ihren Kunden das Zahlen auf Rechnung oder per Lastschrift anzubieten. Darüber hinaus verkündete Concardis Ende vergangenen Jahres die Übernahme der PCS PayCard Service aus Mannheim und der Simplepay GmbH aus Berlin. Das ist allerdings noch nicht alles. Denn nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ gehört inzwischen auch der osteuropäische Payment-Dienstleister Mercury Processing zur Concardis-Familie.

Überdies sind Bain und Advent an der milliardenschweren Payment-Sparte des Schweizer Finanztechnologie-Konzerns SIX interessiert. Auch diese könnte Teil der Holding werden. Dagegen scheint der Sparkassen-Acquirer BS Payone  nicht mehr im Fokus der beiden US-Investoren zu stehen. Ein Grund könnte sein, dass die Sparkassen nicht bereit sind, einen Mehrheitsanteil an der Tochter abzugeben.

13/03/18: DWS wird zum Discount-IPO, N26 kurz vor Mega-Funding, Der künftige Goldman-Chef

Deutsche Bank bietet DWS-Aktien schon jetzt mit deutlichem Abschlag an

Erinnert sich noch jemand an unsere häretische Schlagzeile vom 26. Januar? „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“, titelten wir damals unter Verweis auf die aus unserer Sicht eher mäßigen 2017er-Zahlen des Asset Managers der Deutschen Bank. Mit sechswöchiger Verspätung hat die Blaubank nun die Antwort auf unsere Frage gegeben. Sie lautet: Ja, die DWS ist reif für den geplanten Börsengang. Aber irgendwie auch nicht so richtig. Denn noch bevor die Roadshow beginnt, rücken die Frankfurter bereits von ihren Preisvorstellungen ab. Die gestern vorgestellte Spanne von 30 bis 36 Euro je Aktie bedeutet, dass das Frankfurter Geldhaus selbst im besten Fall (25% der Anteile werden zu je 36 Euro platziert) nur 1,8 Mrd. Euro erlösen wird – statt der erhofften 2,0 Mrd. Euro. Im schlechtesten kalkulierten Fall (20% der Anteile zu je 30 Euro) wären es gar nur 1,2 Mrd. Euro. Immerhin, der erste Großaktionär ist gefunden (es handelt sich, wie vermutet, um Nippon Life). Und: Die Januar-Zuflüsse der DWS waren kräftig.

Archiv (Newsletter vom 26.01. mit  weiterführenden Links), Handelsblatt (Paywall), Manager Magazin (zu Nippon Life), Fondsprofessionell (Januar-Zahlen), Welt (mit DWS-Aufsichtsrats-Personalien)

Exklusiv: Berliner Fintech N26 soll unmittelbar vor Mega-Funding stehen

Perfekt ist noch nichts. Aber: Wenige Tage nach dem 57-Millionen-Euro-Funding für die Berliner Solarisbank soll bereits das nächste deutsche Fintech vor einer Rekordfinanzierung stehen – nämlich die ebenfalls in der Hauptstadt ansässige Smartphone-Bank N26. Läuft alles glatt, könnte das Funding laut gemeinsamen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ bereits in den nächsten Tagen perfekt gemacht und anschließend offiziell verkündet werden. „Sie können damit rechnen, dass das Funding sogar noch über dem der Solarisbank liegen wird“, sagte eine der Quellen. Lesen Sie hier weitere Details – und warum die im internationalen Vergleich bislang eher schwach finanzierten deutschen Fintechs urplötzlich Runden von 50 Millionen Euro und mehr einstreichen. Finanz-Szene.de

News

Erlöse aus DWS-Börsengang würden selbst im allerbesten Fall nicht reichen, um die Boni, die sich die Deutschbanker im dritten Verlustjahr in Folge redlich verdient haben, zu finanzieren: Wer es noch nicht mitbekommen hat – die Prämienzahlungen für 2017 sollen bei gut 2 Mrd. Euro liegen. Die Kollegen von „efinancialcareers“ stellen erste Mutmaßungen an, welche Sparten besonders profitieren – und vergleichen die Boni bei der Deutschen Bank (üppig) mit denen bei der Credit Suisse (weniger üppig). efinancialcareers

Will der gute Herr Lin von der Société Générale die Deutsche Bank eigentlich sturmreif schießen? Naja, zumindest hat der Analyst die gestrigen Verlautbarungen zum DWS-Börsengang zum Anlass genommen, die Aktie des größten deutschen Geldhauses ein weiteres Mal herabzustufen, diesmal auf nur noch 10 Euro.

Schafft die Eba ein Kapitalproblem für (manche) deutsche Banken? Wenn ein Gewinnabführungs-Vertrag zwischen einem Kreditinstitut und seiner Tochter besteht, soll das harte Eigenkapital der Tochter in Zukunft nicht mehr als solches anerkannt werden, berichtet die Börsen-Zeitung.

Commerzbank buhlt um großen Ösi-Auftrag: Die österreichische Post will nach dem Absprung der Bawag bis Jahresmitte einen neuen Partner für die Abwicklung von Bankgeschäften finden. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt angeblich die Coba. Reuters/HB

Beyond.de

Das ist der mutmaßlich künftige Chef von Goldman Sachs: David Solomon hat das Cage Match (O-Ton „Financial Times“) um die Thronfolger-Position  bei der US-Investmentbank gewonnen. Schon Ende des Jahres könnte er womöglich die Nachfolge von Lloyd Blankfein antreten. Manager Magazin (Kurzporträt mit wohltuend klarem Fokus auf Solomons privaten Interessen), Financial Times (Paywall), Wikipedia

Linktipps

Eigentlich schert uns die B2C-Sicht auf die Dinge ja nicht die Bohne: … aber was der „Finanzrocker“ und der „Finanzwesir“ (zwei angesehene Blogger) zu Mifid II zu sagen haben, das dürfte nicht nur den Kleinanleger, sondern auch den Banker und den Fintech-Menschen interessieren. Finanzrocker

Ebenso eigentlich hatten wir uns vorgenommen, die ZDF-Serie „Bad Banks“ (und v.a. die ganzen „Sind echte Banker wirklich so?“-Artikel) zu ignorieren … für Christian Kirchners schnuckelige Bestandsaufnahme zu den Drehorten („Gibt es die Büros und dem Turm der ‚Deutschen Global Invest‘ wirklich?“) gilt dieser Boykott allerdings nicht. Capital

Der undurchsichtige Herr Chen: Das „Manager Magazin“ hat den Chef des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs HNA porträtiert. MM

Der „Cashback“ war nur der Anfang: Denn bald sollen Kunden an der Ladenkasse auch Geld aufs Konto einzahlen können. Wie das geht, erklärt (leider hinter der Bezahlschranke) die FAZ.

Und bevor die digitalen Super-Nerds jetzt wieder zum Füllfederhalter greifen, … um uns in schönstem Sütterlin einen Leserbrief zu schreiben, in dem dann stehen wird, dass Kunden von N26, Fidor und einzelnen Sparda-Banken bei „ausgewählten Partnern im deutschen Einzelhandel“ auch jetzt schon Geld einzahlen können … Wissen wir … Bislang haben wir allerdings, ehrlich gesagt, an der Penny-Kasse noch nie jemanden gesehen, der sich als N26-Kunde geoutet hätte, um 16,23 Euro zu depositieren. Handelsblatt (Archiv-Artikel von November)

By the way: Bundesbank-Vorstand Thiele hat „die Verlagerung der Bankfiliale in den Handel“ dieser Tage eine „kleine Revolution“ genannt. Hier der entsprechende Auszug aus seiner Rede: Bundesbank

That’s not news

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Bafin entlastet HNA: Laut Finanzaufsicht hat der chinesische Ankeraktionär der Deutschen Bank beim Erwerb seiner Anteile korrekte Angaben zu den Stimmrechten gemacht. Süddeutsche
  • Jetzt kommen die Brexit-Banker wirklich: Die UBS will Teile ihrer Verwaltung von London nach Frankfurt verlegen. Handelszeitung
  • Theodor Weimer erinnert sich an seine Anfänge: … und verpflichtet McKinsey (wo er früher selbst mal gearbeitet hat) als Strategieberatung für die Deutsche Börse. Handelsblatt
  • Die Deutsche Börse baut ihren Verwaltungsrat um: Ann-Kristin Achleitner verlässt das Gremium, drei neue Mitglieder kommen hinzu. Handelsblatt
  • HSH-Chef schielt auf die  Börse: „Wenn der nächste Schritt in einigen Jahren ein Börsengang sein sollte, wäre das eine gute Sache“, sagte Stefan Ermisch dem „Spiegel“. HB

Klickfavorit

… war am Freitag das Linkedin-Profil des „Director Talent Acquisition“ bei Amazon (also des Typen, der auffällig viele deutsche Banker anzubaggern scheint). Linkedin

13/03/18: N26 kurz vor Mega-Funding, Übersicht „Cashback“, 94 Mio. Pfund für Fintech-Fonds

Exklusiv: Berliner Fintech N26 soll unmittelbar vor Mega-Funding stehen

Perfekt ist noch nichts. Aber: Wenige Tage nach dem 57-Millionen-Euro-Funding für die Berliner Solarisbank soll bereits das nächste deutsche Fintech vor einer Rekordfinanzierung stehen – nämlich die ebenfalls in der Hauptstadt ansässige Smartphone-Bank N26. Läuft alles glatt, könnte das Funding laut gemeinsamen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ bereits in den nächsten Tagen perfekt gemacht und anschließend offiziell verkündet werden. „Sie können damit rechnen, dass das Funding sogar noch über dem der Solarisbank liegen wird“, sagte eine der Quellen. Lesen Sie hier weitere Details – und warum die im internationalen Vergleich bislang eher schwach finanzierten deutschen Fintechs urplötzlich Runden von 50 Millionen Euro und mehr einstreichen.

Finanz-Szene.de

Deutsche Bank bietet DWS-Aktien schon jetzt mit deutlichem Abschlag an

Erinnert sich noch jemand an unsere häretische Schlagzeile vom 26. Januar? „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“, titelten wir damals unter Verweis auf die aus unserer Sicht eher mäßigen 2017er-Zahlen des Asset Managers der Deutschen Bank. Mit sechswöchiger Verspätung hat die Blaubank nun die Antwort auf unsere Frage gegeben. Sie lautet: Ja, die DWS ist reif für den geplanten Börsengang. Aber irgendwie auch nicht so richtig. Denn noch bevor die Roadshow beginnt, rücken die Frankfurter bereits von ihren Preisvorstellungen ab. Die gestern vorgestellte Spanne von 30 bis 36 Euro je Aktie bedeutet, dass das Frankfurter Geldhaus selbst im besten Fall (25% der Anteile werden zu je 36 Euro platziert) nur 1,8 Mrd. Euro erlösen wird – statt der erhofften 2,0 Mrd. Euro. Im schlechtesten kalkulierten Fall (20% der Anteile zu je 30 Euro) wären es gar nur 1,2 Mrd. Euro. Handelsblatt (Paywall), Manager Magazin

News

Erlöse aus DWS-Börsengang würden selbst im allerbesten Fall nicht reichen, um die Boni, die sich die Deutschbanker im dritten Verlustjahr in Folge redlich verdient haben, zu finanzieren: Wer es noch nicht mitbekommen hat – die Prämienzahlungen für 2017 sollen bei gut 2 Mrd. Euro liegen. Die Kollegen von „efinancialcareers“ stellen erste Mutmaßungen an, welche Sparten besonders profitieren – und vergleichen die Boni bei der Deutschen Bank (üppig) mit denen bei der Credit Suisse (weniger üppig). efinancialcareers

Beyond.de

94 Mio. Pfund für Fintech-Fonds: Das neue Investmentvehikel übernimmt mit dem frisch eingesammelten Geld die Finanz-Startup-Beteiligungen von Augmentum (darunter Zopa). Finextra

Das ist der mutmaßlich künftige Chef von Goldman Sachs: David Solomon hat das Cage Match (O-Ton „Financial Times“) um die Thronfolger-Position  bei der US-Investmentbank gewonnen. Schon Ende des Jahres könnte er womöglich die Nachfolge von Lloyd Blankfein antreten. Manager Magazin (Kurzporträt mit wohltuend klarem Fokus auf Solomons privaten Interessen), Financial Times (Paywall), Wikipedia

Linktipps

Der „Cashback“ war nur der Anfang: Denn bald sollen Kunden an der Ladenkasse auch Geld aufs Konto einzahlen können. Wie das geht, erklärt (leider hinter der Bezahlschranke) die FAZ.

Und bevor die digitalen Super-Nerds jetzt wieder zum Füllfederhalter greifen, … um uns in schönstem Sütterlin einen Leserbrief zu schreiben, in dem dann stehen wird, dass Kunden von N26, Fidor und einzelnen Sparda-Banken bei „ausgewählten Partnern im deutschen Einzelhandel“ auch jetzt schon Geld einzahlen können … Wissen wir … Bislang haben wir allerdings, ehrlich gesagt, an der Penny-Kasse noch nie jemanden gesehen, der sich als N26-Kunde geoutet hätte, um 16,23 Euro zu depositieren. Handelsblatt (Archiv-Artikel von November)

By the way: Bundesbank-Vorstand Thiele hat „die Verlagerung der Bankfiliale in den Handel“ dieser Tage eine „kleine Revolution“ genannt. Hier der entsprechende Auszug aus seiner Rede: Bundesbank

Eigentlich schert uns die B2C-Sicht auf die Dinge ja nicht die Bohne: … aber was der „Finanzrocker“ und der „Finanzwesir“ (zwei angesehene Blogger) zu Mifid II zu sagen haben, das dürfte nicht nur den Kleinanleger, sondern auch den Banker und den Fintech-Menschen interessieren. Finanzrocker

Ebenso eigentlich hatten wir uns vorgenommen, die ZDF-Serie „Bad Banks“ (und v.a. die ganzen „Sind echte Banker wirklich so?“-Artikel) zu ignorieren … für Christian Kirchners schnuckelige Bestandsaufnahme zu den Drehorten („Gibt es die Büros und dem Turm der ‚Deutschen Global Invest‘ wirklich?“) gilt dieser Boykott allerdings nicht. Capital

Der undurchsichtige Herr Chen: Das „Manager Magazin“ hat den Chef des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs HNA porträtiert. MM

That’s not news

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Bafin entlastet HNA: Laut Finanzaufsicht hat der chinesische Ankeraktionär der Deutschen Bank beim Erwerb seiner Anteile korrekte Angaben zu den Stimmrechten gemacht. Süddeutsche
  • Jetzt kommen die Brexit-Banker wirklich: Die UBS will Teile ihrer Verwaltung von London nach Frankfurt verlegen. Handelszeitung
  • Theodor Weimer erinnert sich an seine Anfänge: … und verpflichtet McKinsey (wo er früher selbst mal gearbeitet hat) als Strategieberatung für die Deutsche Börse. Handelsblatt
  • Die Deutsche Börse baut ihren Verwaltungsrat um: Ann-Kristin Achleitner verlässt das Gremium, drei neue Mitglieder kommen hinzu. Handelsblatt
  • HSH-Chef schielt auf die  Börse: „Wenn der nächste Schritt in einigen Jahren ein Börsengang sein sollte, wäre das eine gute Sache“, sagte Stefan Ermisch dem „Spiegel“. HB

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… war am Freitag das Linkedin-Profil des „Director Talent Acquisition“ bei Amazon (also des Typen, der auffällig viele deutsche Banker anzubaggern scheint). Linkedin

Exklusiv: Vorzeige-Fintech N26 soll kurz vor Mega-Funding stehen

Von Heinz-Roger Dohms (Finanz-Szene.de) und Caspar Schlenk (Gründerszene)

Wenige Tage nach dem 57-Millionen-Euro-Funding für die Berliner Solarisbank soll ein weiteres deutsches Fintech unmittelbar vor einer Rekordfinanzierung stehen – nämlich die ebenfalls in der Hauptstadt ansässige Smartphone-Bank N26. Das haben „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ aus Finanzkreisen erfahren. Läuft alles glatt, könnte das Funding bereits in den nächsten Tagen perfekt gemacht und anschließend offiziell verkündet werden. Angeblich soll es um eine hohe zweistellige Millionensumme gehen. „Sie können damit rechnen, dass das Funding sogar noch über dem der Solarisbank liegen wird“, sagte eine der Quellen. Eine Sprecherin von N26 wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Kommt es tatsächlich so, hätte die deutsche Fintech-Szene binnen kurzer Zeit gleich zweimal den Beweis angetreten, dass Funding-Runden in einer Bandbreite von 50 und 100 Millionen Euro inzwischen auch für hiesige Finanz-Startups möglich sind. Daran gab es in den vergangenen Jahren durchaus Zweifel, weil abgesehen von Kreditech kein einziges deutsches Fintech Kapitalerhöhungen in dieser Größenordnung gestemmt hatte. Die bislang höchsten Finanzierungen für  Raisin („Weltsparen“), Finleap, Scalable oder Finanzcheck bewegten sich stattdessen allesamt in einer Spanne irgendwo zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Auch N26 lag bei der bislang letzten Runde in diesem Bereich.  Ein Sonderfall ist Smava: Das Kreditvergleichsportal berichtete jüngst zwar von einer Finanzierung von umgerechnet deutlich über 50 Millionen Euro; ob es sich dabei aber komplett um Eigenkapital handelte, ist ungewiss.

Dass nun ausgerechnet die Solarisbank und voraussichtlich auch N26 die 50-Millionen-Euro-Marke überspringen, kommt nicht von ungefähr. Zwar unterscheiden sich die Geschäftsmodelle der beiden Fintechs grundlegend. So ist N26 als mobile Retailbank ein reiner B2C-Anbieter, während sich die Solarisbank als White-Label-Spezialist quasi ausschließlich aufs B2B-Geschäft fokussiert. Davon abgesehen, gibt es aber viele Gemeinsamkeiten: Beide reklamieren für sich, ein zumindest am deutschen Markt  singuläres Geschäftsmodell zu verfolgen; beide unterstrichen ihre Eigenständigkeit, indem sie sich frühzeitig eine eigene Banklizenz besorgten; und beide hegen große internationale Ambitionen. Vor allem letzteres scheint für ausländische Investoren ein wichtiges Argument zu sein.

Tatsächlich dürfte N26 das Ziel verfolgen, mit den frischen Millionen die internationale Ausbreitung voranzutreiben. Zuletzt hatten die Berliner bereits die Expansion in die USA und nach Großbritannien verkündet; daneben ist das Fintech auf Basis seiner deutschen Banklizenz auch schon in vielen anderen Euro-Ländern unterwegs. Dabei sind die Erfolge in der Kunden-Akquisition zum Teil erstaunlich. So kommt N26 in Frankreich gut ein Jahr nach dem Start bereits auf mehr als 200.000 Kunden; rechnet man alle Märkte (also auch den deutschen) zusammen, dürften es mittlerweile sogar schon mehr als 750.000 Kunden sein.

09/03/18: Weltsparen gegen Scalable, Baggert Amazon deutsche Banker an?, Ole Franke

Weltsparen greift Scalable Capital frontal an

Das bislang auf die Vermittlung von Tages- und Festgeld spezialisierte Berliner Fintech Raisin („Weltsparen“) steht kurz vor dem Eintritt in den Markt für Robo Adviser – und greift den dortigen Marktführer Scalable Capital mit Kampfkonditionen von durchschnittlich 0,49 Prozent Gesamtkosten frontal an. Das „Weltinvest“ genannte Angebot wird online bereits beworben und soll Mitte des Monats freigeschaltet werden. Raisin selbst spricht offiziell zwar nicht von einem „Robo“-Produkt, sondern von einer „global diversifizierten ETF-Anlage“. Letztlich ist das Prinzip jedoch das gleiche. Laut dem Fachmagazin „Extra Funds“ bestehen die ETF-Portfolios  von „Weltinvest“ aus fünf ETFs und zwei Indexfonds des US-Anbieters Vanguard. Die Anlagestrategien heißen demzufolge – je nach Aktienquote – „Weltinvest 30“, „50“, „70“ oder „100“. Als Depotbank fungiert die DAB. Die Chancen, dass Raisin rasch auf signifikante Marktanteile kommt, dürften so schlecht nicht stehen.  Immerhin haben die Berliner mehr als 100.000 Spareinlagen-Kunden. Denen können sie jetzt auch ihre Investmentprodukte andienen.

Extra-Funds, Fondsprofessionell

News

Exklusiv -Ole Franke hat einen neuen Job (und nicht den schlechtesten): Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ heuert der frühere Coba-Digitalmanager zum 1. April als Chief Operating Officer bei der Targobank an. Er wird bei dem  Ratenkredit-Spezialisten direkt an Vorstandschef Pascal Laugel berichten. Franke galt lange Zeit als digitales Vorzeige-Gesicht der Commerzbank. Das hing auch damit zusammen, dass der frühere Mobilfunk-Manager als Quereinsteiger große mediale Aufmerksamkeit auf sich zog. Karrieretechnisch kam Franke allerdings nur leidlich voran, mit dem heutigen Bereichsvorstand Ulrich Coenen zog ausgerechnet ein anderer früherer E-Plus-Mann an ihm vorbei. Trotzdem kam Frankes Ausscheiden im Herbst überraschend. Denkbar, dass er damals schon das Angebot der Targobank hatte. Archiv: „Der digitale Brain-Drain bei der Commerzbank“

Blick über den Branchenrand hinaus: Die Allianz schafft zur Schärfung des digitalen Profils einen völlig neuen Vorstandsposten – nämlich den des „Chief Business Transformation Officers“. Bekleiden wird den Posten Ivan de la Sota, der zuletzt für das Spanien- und Lateinamerika-Geschäft des Versicherungskonzerns zuständig war. Der bisherige Digitalchef Solmaz Altin war (wenn wir das richtig verstehen) kürzlich nach Singapur weggelobt worden. Manager Magazin, Handelsblatt

Der CDU-Europaparlamentarier Burkhard Balz beerbt wie erwartet Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret: … unklar ist nur noch, ob er auch dessen Zuständigkeit (sprich: die Bankenaufsicht) übernimmt. Hintergrund: Auch der für Bargeld und Zahlungsverkehr verantwortliche Carl-Ludwig Thiele scheidet demnächst aus dem Vorstand aus, so dass auch eine andere Ressortverteilung möglich ist. Handelsblatt, FAZ

Aus der Szene

Wollen Sie sich dem Thema „Amazon und die Banken“ einfach mal auf die ganz blöde Tour nähern? Dann klicken Sie doch bitte auf das Linkedin-Profil eines gewissen Andreas von der Heydt, das ist nämlich der „Director Talent Acquisition Amazon“. Sofern unter Ihren eigenen Kontakten viele deutsche Banker sind (wovon wir jetzt einfach mal ausgehen), werden Sie mithilfe der „Gemeinsame Kontakte“-Funktion feststellen, dass nicht wenige dieser deutschen Banker auch mit Herrn von der Heydt verbandelt sind. Nun kann es natürlich sein, dass die Banker zuerst den Amazon-Mann angebaggert haben. Wir würden allerdings vermuten, dass es andersrum war. Was damit bewiesen wäre? Natürlich gar nichts. Aber interessant ist das Ganze trotzdem – finden Sie nicht?

Linktipps

Wer rettet mein Ich? Warum Identitätsdienste wie Verimi oder Yes (nicht nur bei Finanzgeschäften) sinnvoll sind, bislang aber nicht so funktionieren, wie es wünschenswert wäre. Finletter

Über die Gafas (also Google, Amazon, Facebook und Apple) haben wir genug geredet … reden wir über die BATs (Baidu, Alibaba und Tencent). Paymentandbanking

Und wem das zu wenige Lesetipps waren, … den verweisen wir wie immer freitags auf die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Einstieg von BBVA, ABN Amro und Visa beim Berliner Fintech Solarisbank. Finanz-Szene.de